ichmer Anzeiger Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen Freitag den 9. August Nr. IS» Berlin, 6. August. »IUP. n MM 4. id)t. iManb. itrttljäfclid) 15 - Mmceau de Sato^ deiin, 9loctuxne. - er, Herzensfrieden. - dschau. . Robert Radelki, . - A- Schulze, De . M. Canthal, Wem - Franz von Hel- tßretS vreneljährifl 1 st- 12 h- mit Brtngerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 kr. slandes Isen. i franco) _ abatt^6 Tiefe steht. Nachdem der Wagen mit Futter beladen war, trat Nikolaus Mütter II. den Rückweg an. Auf demselben stürzte das Fuhrwerk in einen mit Wasser angefüllten tiefen Graben, wobei Nikolaus Müller II. feinen Tod fand, die beiden Kinder aber, deren älteres sich an einen Weidenbaum fcstklammerte und gleichzeitig das jüngere über dem Wasser hielt, in die äußerte Lebensgefahr geriethen. Der Rheinmüller Friedrich Roth von Gernsheim, welcher im Begriff war, in einem Nachen nach seiner Rheinmühle zu fahren, bemerkte die Lage der Kinder, sprang alsbald aus dem Nachen und schwamm auf die Stelle zu, an der sich die Kinder befanden. Es gelang ihm, dieselben zu erfassen und unter großer An- strengung und mit Beihülfe seines Mühlburschen in Sicherheit zu bringen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Friedrich Roth von Gernsheim für diese menschenfreundlich von ihm mit Muth und eigener Lebensgefahr auegefühne That das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Rettung von Menschenleben" Bllergnäotgst zu verleihen geruht. 3. Oeffrntliche Anerkennung einer edlen That. Am 11. Juni l. I. fuhr Philipp Glock von Erfelden mit einem kleebeladenen Wagen, auf welchen mehrere Kinder saßen, auf der längst des Rheindammes hinziehenven Staatsstraße nach Erfelden zurück. An dem sogenannten Poppenheimer Loch, einem stehenden Gewässer neben der Chaussee, stürzte der Wagen durch Scheuwerden des Pferdes Die Straßenböschung hinab und fiel in Folge dessen das auf dem Wagen befindliche 7jährige Söhnchen der Maria Müller zu Erfelden, Heinrich, tn das erwähnte, sehr tiefe Wasser. Das Kind kämpfte bereits mit dem Ertrinken, als auf den Hülseruf des gleichfalls durch Wasser bedrohten Philipp Glock der in der Nahe arbeitende Johannes Ehrenfels III., Sohn des OrttbürgerS Philipp Ehreufels III. zu Erfelden, herbei eilte, in das Wasser sprang, auf das Kind zuschwamm, es erfaßte und glücklich lebend an das Ufer brachte. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Johannes Ehrenfels III von Erfelden für diese menschenfreundliche, von ihm mit Muth und eigener. Lebensgefahr ausgeführte That, neben einer Geldprämie, das allgemeine Ehren- zeichen mit der Inschrift: „Für Rettung von Menschenleben" Aüergnädigst zu Erscheint täglich, mit &u8* nähme Sonntags. Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1. mw* kfByorU Md «® verleihen geruht. Bekanntmachung, die Bestätigung von Stiftungen und Vermächtnissen betreffend. 5. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. z'tz- 'Moment. (JWfit 'erest^ -aale: frg. B,p” d“ ffinkr-C* ,k"be'8 Mtl.) g-r<^fe DannfM-nn- '««“Ä »S i.-S’S selben kartend 6. Dienstnachrichten. Seine Königlich« Hoheit der Grohherzog haben allergnädigst geruht: nm 19. Juli Vem Pfarramt- - Canbibaten Carl Wilhelm Sehrt aus Schönberg, im Kreise Bensheim, bi« zweite lutherische Psarrstelle zu Groß-Umstadt zu übertragen. Darmstadt. 6. August. Die den Ständen zur Berathung unterbreite e Vorlage w>g°n Erhöhung der Minimalgehalte der Geglichen wird unjwer >lhaf, im Schober Kamme/ eine sehr iebhaste Erörterung über das Verha,nch er katholischen Kirche zum Staat Hervorrufen. E« werden hlerbeiDmg-zur Sprache gebrachr werden, die sowohl hier tote zu Mainz in unem ßefl)lne" Paläste se«r unangenehm berühren müssen. Die Pfeile de« AntzriffS w-,d-n sich invessen nicht allein gegen di- Uebc.gr, ff- des Ultramon an.smu«, sond- n auch gegen oie lulherisch-n PatronatSher.en richten und h'-.bei manche 4 »«ottfu Schaven enthüllen. B'Nmh-t- Kenner I-S Ka">n.°ns n gechcmüthigenl durch ihren kampssüchtigen und störrischen Sinn aber bekannter, Geist- ;L7.»:«“ .7.7.° Ls...-» —->■««»•*— «- «** Darmstadt, 7. August. In Ausführung des Gesetzes vom 25. Nov. 1871 hat die Regierung den Ständen eine Vereinbarung in Bezug auf die Verwendung der von den FeuerversicherungS'Anstolten für gemeinnützige Zwecke zu entrichtenden Gelder in Vorschlag gebracht. Hierin wird zunächst bestimmt: „Die Beiträge, welche im Großherzogthum zum Geschäftsbetrieb zugelsffenen Mobiliar-Feuer- verstcherungs-Anstalten nach dem Gesetze vom 25. Nor. 1871 jährlich mit zwei Procent ihrer Brutto-Prämien-Einnahme für die von ihnen im Großherzogthum übernommenen Versicherungen der großherzoglichen Regierung zur Verwendung für öffentliche unv gemeinnützige Zwecke zur freien Disposition zu stellen haben, werden der Haupistaatscassc zur Vereinnahmung überwiesen. Außerdem wird der Regierung diejenige Summe, um welche diese Beiträge und die Zinsen der von Dem Ministerium des Innern in dem Fond für öffentliche und gemeinnützige Zwecke angelegten Capitalien zusammen weniger als 16,000 fl. jährlich betragen, aus der Hauptstaatscaffe zur Verwendung für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt." Weiter soll der „Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke" wie seither von der Hauptstaatscaffe als besonderer Fonds, worüber Rechenschaft abzulegen ist, nach der Weisung des Ministeriums des Innern ver- waltet werden, letzteres jetoch berechtigt sein, bis zum Betrag von 5000 fl. in der Art zu verfügen, daß deren Verwrndung im Ganzen, aber nicht in ihren einzelnen Bestandtheilen nachgcwicsen zu werden braucht. (Fr. I.) Berlin, 6. August. Zur Geschichte der französischen Anleihe macht ein hiesiges Localblatt die interessante Mittheilung, daß die Firmen Blrichröder und die Diöconto-Gesellschaft vor dem SubscriptionS-Termine ein gedrucktes Rundschreiben versandten, in welchem die Auspicien der Anleihe bengalisch beleuchtet und die Adressaten zu lebhaftester Betheiligung erinnert wurden. Gleichzeitig mit diesem Rundschreiben ging aber gewissen Personen noch besonders ein rother Zettel zu, welcher die Ueberschrist „vertraulich" trug und die bedeutungsvollen Worte ent- hielt: „Auf den auf Ihre Zeichnung entfallenden Betrag werden wir Ihnen i/8 Procent sergüligen." Za bei den genannten Firmen 3i/2 Milliarden geze chnet wenden und ähnliche Vortheile auch wohl anderen Zeichnern bewilligt worben sein werden, so löst sich das „Wunder", von welchem der französische Fiuayzminister so emphatisch gesprochen, in sehr erklärlicher Weise auf. Berlin, 6. Aug. Der „Kreuzzeitung" zufolge hat am 3. und 4. d. M. eine Conferenz von vorzugsweise Kirchenrechtskundigen unter dem Vorsitze des CultusministerS hier stattgefunben. Nach allen bisher in die Oeffentlichkeit ge* drungenen Mittheilungen über den Stand der kirchlichen Frage Dürfte der Be- raihungsgegenstand dieser Conferenz überwiegend negativer Natur gewesen sein. Es gilt nämlich für ausgemacht, daß der Kaiser die ihm in Homburg vom Minister Falk unterbreiteten Vorschläge des StaatsministenuwS nicht sanctionirt hat. Unter diesen Umständen dürfte die Unproductivität der Reichs-, bczw. preußischen Staatsregierung in Bezug auf die weltbewegende staatlich-kirchliche Frage constatirt fein. „Beata sterilis, quae non parit“, sagt der Papst. Berlin, 6. Aug. Die „National-Zeitung" meldet, daß zu den unter des Cultusministcrs Vorsitz stattgehavten kirchenrechtlichen Conferenzen der aus dem Streite Badens mit der Freiburger Curie bekannte Professor Dr. Friedberg zu Leipzig zugezogen war. — Die „Spener'fche Zeitung" zeigt an, daß Staats- Minister Delbruck's Rückkehr Mitte De« Monats bevorstehe. Berlin, 6. Aug. Während nunmehr wie in Posen und Schlesien auch in Westfalen und in der Rheinprovinz die Ausführung des Reichsgesetzes wider den Jesuitenorden beginnt, bringt heute die „N. Allg. Z." eine allerdings auch für weitere Kreise bemerkenswcrthe Betrachtung aus der „Union liberale" von Verviers. Unter der Ueberschrist: „Einst und Jetzt" klagt das belgische Blatt: Als vor fünfundzwanzig Jahren zwei hochwürdige Patres bescheiden und bemüthig in unserer Stadt ankamen, da bemächtigte sich der Bevölkerung eine große Aufregung. Es schien, als ob sich plötzlich auf das bis dahin so friedliche und durch Die zwischen allen Einwohnern bestehenden guten Beziehung so bemer- ...^ikenswerthe VervlelS eine Landplage yernieoergelaffen hätte. Jedermann behauptete, natürlich; daß düse Aera Der Rübe und des Stilllebens durch die Ankunft der scheinbar Gefundene Gegen st an de: Ein Zulegmesser, ein Felddienstzeichen pro 1870/71, ein alter Sack mit zwei Sicheln, 3 fl. 30 kr. in Silbergeld, ein Korkzieher, eine alte mit Eisen beschlagene Kiste und bine^d$ werben aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder sväter au Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden. „ „ _ _ „ „ . . „ x , P Gießen den 9. August 1872. Großherzoglrche Po lrz er-Verwaltung der Provmzralhauptstadt Greßen. Nover. ■■ii, ail, ii|| III IUM......... -.... 1 kll nd Explosionsgefahr a ■ «, in Gießen. 9 1 Hofsmann 16, in Lich. e< 1 1 Erzählung von & Tn Panther Europas aalzeichnung von Guidi ns. Pon Georg Hom dn Dorfkirchweih. -man. Mit AbbildM: Nach dem OriginalbM für diellcberschwemwW reiherrn von Stein s Schuldigen leiden zu lassen. — Am 21. August findet im Ritsert'schen Saale Deuts(ylanV. ^dahier eine außerordentliche Versammlung des Landeslehrervereins statt, in Darmstadt. Das Grsßb-rjvglich- Regierungsblatt Nr. 35 enthält: -welcher cas Een Ständen vorgelegte Gesetz in Betreff der Gehalte der Volk«. 1. Allerhöchste Sabine,sordre, die Organisation der Grossherzo glicheN|schullebrer debattirt wird. Man erwartet über 400 Lehrer. (.Fr. 3°urn.) Generäl-Adjutantur betr 7 Rnnnll 9inAführunä des GeskdeS vom 25. Nov. 1871 2. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 22. Juni laufenden Jahres fuhr der Ackersmann Nicolaus Müller II. von Gernsheim in Begleitung seines 8jährigen Söhnchens Georg und seines Zi/zjährigen Töchterchens Katharina auf einem mit Pferden bespannten Wagen in der Absicht, Futter zu yolen, in den sogenannten Wörth, einem in der Gemarkung Gernsheim befindlichen, westlich vom Rhein begrenzten, mit Weidenbäumen und Gras bewachsenen District, welcher zur Zeit größten Theils unter Wasser von nicht unbeträchtlicher Schweiz Bern, 7. August. Heute Nachmittag passtrte die Königin - Wittwe von daß bei der Zusammen» schreibt : Soni der tiuR der CM dürsten i nblidt ii Niemande Europa- Fttundschc einander u Nell preist. Münster, 5. August. Der „W. M. Predigen unO Beichthören verboten Dir Hit * und diesr Licrikalen ■ Lan/S Deralen if BeivGlünl THrDiiö Th 6i(d)tinung machte. N um so eisn Lonsortrrie Zukunft 31 700 Stirne unsere- Er retrogradei pdtitaner Sinne am . Bet gingen ein und Leipzi, heftigen S, sahen, erbt seinen Hän unbekannte hatte, die j , . Müd! beweist wie haben diec verpflichten p ynrathr Müschens * A Si- mu6t ™W ulk Frankreich. Paris, 5. Aug. Thier« wirb sich während seine» Aufenthalik» in Tronville »i 37”l) C5 Sirois Gieße, um diese Landplage schon im Entstehen zu vertreiben. Die zwei oder drei An» schlagen: „In dieser Kirche wird fortan keine Beichte gehört." In der St. Hänger, welche die Eindringlinge zu VervierS besaßen, machten aber alle nur Servatiikirche, wo statt des erkrankten Pfarrers P. Schwick die vielbesuchten möglichen Versprechungen, um dem Publikum zu schmeicheln. Die hochwürdigen Predigten an jedem Sonn- und Feiertage schon seit längerer Zeit gehalten hatte Väter würden Dieses und Jenes nicht thun; man verkenne ihre Absichten, die erschien ein anderer Priester auf der Kanzel; eben so in der Clemenskirche wo eben so rein seien wie Krystall; sie brächten nicht den Krieg und die Uneinigkeit ein Jesuitenpater die Festpredigt übernommen hatte. Ueber bas Verbot selbst in den Falten ihrer Soutanen, sondern den aufrichtigen Wunsch, die Einigkeit haben wir nach den von unserem Gewährsmann eingezogenen Erkundigungen unter den Bürgern aufrecht zu erhalten. Die guten Väter ließen sich häuslich Folgendes erfahren: Bereits am Mittwoch Morgen soll in einer Sitzung der nieder. Nach und nach veränderte sich die Situation unserer Stadt. Uneinigkeit hiesigen königlichen Regierung der Beschluß gefaßt worden sein, den auf der drang in die Familien, die Beziehungen wurden gereizt und arteten in Aeuße- Lchützenstraße wohnenden Jesuiten fortan jede seelsorgerische Thätigkeit zu errungen der Feindschaft aus. Das war der giftige Hauch Loyola's, der sein bieten. Erst am Samstag wurde die betreffende Verfügung dem Herrn Ober- Officium hielt. Die Dewuth ist der Anmaßung gewichen, diese befiehlt jetzt; sie Bürgermeister Ossenberg zugestellt und noch an demselben Abende 8 Uhr überbrachte zählt ihren Reichthum nach Millionen und verfügt über ganze Bataillone von ein Polizetdiener dem grade im Beichtstühle wirkenden P. Superior Hergarten Wählern. Um welchen Preis aber ist sie so furchtbar geworden? Sie hat die das folgknde Schreiben: Eintracht der Familien verscheucht, sie hat den Keim des Hasses zwischen den „Münster, 3. August 1872. Mit Bezugnahme auf die Bestimmung im Bürgern gesäct, unsere öffentlichen Sitten verdorben und durch ihre Federhelden § 1 des Gesetzes vom 4. Juli c., betreffend den Orden der Gesellschaft Jesu die Ehre aller Derjenigen, welche ihr widerstehen, geschändet. Loyola, das ist dein (Reichsgesetzblatt pag. 233), und sub 1 der Bekanntmachung des Herrn Reichs- Werk, das sind deine Mittel! Ist's nicht Zeit, daß die alte Stadt sich ihrer k.rnzlerS vom 5. ej., betreffend die Ausführung jenes Gesetzes (ReichSgesctzblatt Vergangenheit erinnert und gegen die jesuitische Herrschaft aufsteht? pag. 254), nach welchem der gedachte Orden vom Deutschen Reiche ausgeschlossen Berlin, 7. Aug. Die „Provinzialcorrkspondenz", die Drei-Kaiser-Zusam- und den Angehörigen diese« Ordens die Ausübung einer Ordensthätigkeit, ins- menkunft besprechend, sagt: Ein gemeinsames Ziel derselben sei die Erhaltung und besondere in Kirche und Schule, so wie die Abhaltung von Missionen nicht zu Sicherung des europäischen Friedens. Die Eintracht zwischen Deutschland, Oester- gestatten ist, veranlassen wir Ew. Hochwohlgeboren, den Superior der in hiesiger reich und Rußland sei die wichtigste Bürgschaft für die Befestigung friedlicher und Stadt bestehenden Niederlassung des Ordens der Gesellschaft Jesu darauf auf- geordneter Zustände. Es fei jetzt die Gewißheit gewonnen, daß die Absicht der merksam zu machen, daß jene Bestimmungen inzwischen in Kraft getreten sind deutschen Reichsregierung, das Band der gleichzeitigen Eintracht mit Rußland und die Angehörigen dieses Ordens sich daher von jetzt ab nicht allein die und Oesterreich zu erhalten und zu befestigen, ihrer vollen Verwirklichung entgegen- Abhaltung von Missionen und Predigten, sondern der Ausübung jeder Ordens- geht. Die aufrichtige und vertrauensvolle Haltung Deutschlands hat für die An- thätigkeit, insbesondere in Kirche und Schule, mithin auch jeder seelsorgerischen Näherung zwischen Oesterreich und Rußland den Boden geebnet. — Ein zweiter Thätigkeit zu enthalten haben. Die genaue Befolgung dieser Bestimmungen ist Artikel desselben Blattes: „Die Milliarden-Anleihe" überschrieben, schließt: Jc Ihrerseits zu überwachen und von etwaigen Zuwiderhandlungen gegen dieselben höher man die Bedeutung der französischen Creditoperation veranschlagt, um so un« unverzüglich Anzeige zu machen. Königliche Regierung, Abthetlung des ernster muß es zum allgemeinen Bewußtsein kommen, daß Frankreich mit der An- Innern, (gez.) von Jaski. An den Herrn Ober-Bürgermeister Geheimen leihe nicht bloS finanzielle, sondern auch politische Verpflichtungen gegen Europa Regierungsrath Ossenberg Hochwohlgeboren hier. Abschrift dieser an mich übernahm. ergangenen Verfügung Königlicher Regierung wird dem Herrn Superior des Berlin, 7. Aug. Bei den mancherlei Deutungen, welche das Verhalten Ordens der Gesellschaft Jesu zur Nachachtung mitgetheilt. Münster, 3. August des Königs von Bayern anläßlich der Reise des deutschen Kaisers in der Presse 1872. Der Ober-Bürgermeister Ossenberg." erfahren hat, bei den mannigfachen Gerüchten, welche hinsichtlich der Neubesetzung Wie der „W. M." hört, sollen sich alle hier weilenden Mitglieder des Ordens der noch immer erledigten Stelle eines Ministers der auswärtigen Angelegenheiten bei dem Provinziale für die Missionen Amerikas gemeldet haben. colportirt werden, ist eine Eorrespondenz der „K. Z." aus München von höchstem Schlimm, 3. August. Ueber die bereits gemeldete Auflösung des hiesigen Interesse, wenngleich es sich empfehlen dürfte, dieselbe mit äußerster Vorsicht auf- Jesuitenktosters berichtet die „Pos. Ztg." noch Folgendes: Den in Preußen zunehmen. Sie lautet: „Während unsere Hauptstadt sich dem Freudengenusse der heimathsberechtigten Jesuitenschülern (Scholastiker genannt) wurde die Weisung Festfeier ungestört hingab, die Harmonie des Festes durch keinen Mißton getrübt crtheilt, bas Kloster in einigen Tagen zu verlassen. Dieselbe Weisung erhielten wurde, während bayerische Journale ihre Spalten mit begeisterten Festberichten, zwei noch im Kloster zurückgebliebene Laienbrüder aus Galizien. Gegenwärtig Reden und Toasten, welche alle von echt deutschem Geiste und rein deutscher Ge- befinden sich im Kloster noch 5 Jesuitenväter, denen eine bestimmte Frist gestellt sinnung getragen waren, sich füllten, lag über München eine schwüle Luft, ein ist, innerhalb welcher sie sich zu erklären Haden, ob sie in Preußen bleiben oder trüber Himmel wie in der Natur, so in der Politik. Ein bekanntes ultramon- in'S Ausland gehen wollen. — Die „Köln. Ztg." erfährt von ihrem Pariser tanes Blatt, der Volksbote, seit längerer Zeit außer Cours, brachte plötzlich Eorrespondenten, daß die polnischen Ultrawontanen mit den Pariser GesinnungS- einige Artikel, welche nicht in dem gewöhnlichen Style des Blattes geschrieben genossen in enger Verbindung zu Preßzwecken stehen. So hat z. B. das waren, sondern eine eingeweihte, wenn auch unvorsichtige Feder verriethen. Darin „Univers" in der Person des Vorstandes des Jesuiten - Collegiums zu Schrimm wurden emphatisch die Thaten der bayerischen Armee hervorgehoben, die Opfer. Pater Joseph Mycielski, einen Eorrespondenten, welcher dem Blatte die haar-^ die Land und Fürst gebracht, betont und zum Schlüsse Die Befürchtung ausge- sträudendsten Dinge über die Verfolgung der katholischen Kirche in Preußen und sprechen, daß Bayern in nächster Zeit im Einheitsstaate aufgehen werde. „Nur namentlich in Der Provinz zu berichten weiß. ein Systemwechsel — so fährt Die Feder in Dem Blatte fort — kann Bayern , retten; entweder ein Systemwechsel — oDer es wird vielleicht auch in diesem Jahre KJettettetCi)* Ufl tl ast nur mit militärischen Dingen und namentlich mit der Reorganisation Der Armee beschäftigen. Der Kriegsministcr und fast alle hohen Beamten des Kriegs- Den Jesuiten ist das Ministeriums werden sich der Reihe nach in Trouville einfinDen, um mit ihm zu lautete die Kunde, die gestern Morgen mit arbeiten. Ungeachtet Der vielen Beschwerden, welche bei Thiers über das System Blitzesschnelle von Mund zu Mund durch Die Stadt ging und sich bald bestätigte. Der permanenten Lager eingelaufen sind, scheint er Dasselbe aufrecht erhalten zu An Der Thur Der Jesmtenkirche fand sich nämlich die Bekanntmachung ange- wollen. Im Walde von St. Germain bei Paris wird gegenwärtig wieder etn Megl Htt, Gefühl 116 von Seite Preußens die bayerische Geschichte abgeschlossen. Letzteres ist die unoer Wien, 5. August. Das verwundete Hofburgsgefpenst befindet sich glaub- kennbare Absicht Preußens und der einzige Dank, den Bayern von demselben zu würdigen Gewährsmännern zufolge im Jesuitencolleg zu Kalksburg in guter erwarten hat. Ein einziges Wort an allerhöchster Stelle kann allein Bayern vor Pflege und hat dort Gelegenheit vollauf über die Waghalsigkeit seines verwerflichen dem Untergänge retten." Dieses Wort nun soll in einigen Tagen von aller- Unternehmens nachzudenken. Ueber seine Persönlichkeit verlautet, daß es ein höchster Stelle gesprochen werden — so erzählen sich einige ultramontan gesinnte, Lurggeistlicher sei, nnd ich füge hinzu, daß aus Der vierfachen Wiederholung aber eingeweihte bayerische Aristokraten. Vor ein paar Tagen meldete Die All- seines gespenstigen Auftretens, unD aus dem Eifer, mit welchem jede Spur, die gemeine Zeitung einfach die Hierherkunft des bayerischen Gesandten in Würtlem- auf den Thäter führen könnte, verwischt wird, evident hervorgeht, daß hier einberg, des Herrn v. Gaffer. Derselbe hatte, so wird in Hofkreisen berichtet, eine flußreiche Kräfte im Spiele sind, Deren VerbinDungen bis in Die höchsten Kreise längere Audienz bei Sr. Majestät Dem Könige, pflog inzwischen mit einzelnen hinausreichen. - Anna Dunzinger wird Maschincnnätherin bei Friedländer in bayerischen Partikularisten vertraute Rücksprachen. Wird Herr v. Gasser mit Wien. — Gute Reklame für das Geschäft! Und Graf Lonyay wird wegen des Bildung eines neuen Ministeriums von Sr. Majestät dem Könige betraut, — so guten Erfolges feiner Geldgeschäfte verdächtigt. — Ein trauriges Zeugniß für die stehen wir in Bayern mit dem Ministerwechsel vor einem Systemwechsel. Nähere ungarischen Verhältnisse! Wo bleibt da die Moral! Aufschlüsse kann uns hierüber Herr Bucher in Passau, sowie seine Donauzeitung Die „KarlSr. Ztg." schreibt: Der österreichische EpiScopat hat in kluger geben. In der Blütheperiode des bayerischen PartikulariSmuS wurde von ihm Würdigung der gegebenen Verhältnisse und um nicht ein weiteres Vorgehen der Herr v. Gasser aufs eifrigste empfohlen." Regierung zu provociren, sich in Dem Entschluß geeinigt, vor Der HanD Die Er- Berlin, 7. Aug. Es ist wieDerholt hervorgehoben worden, daß noch zahl- richtung neuer Ordensconvente der Jesuiten nicht zuzulassen. reiche Militärpersonen aus dem letzten Kriege vermißt werden, über deren Verbleib Wiener-Neustadt, 5. Aug. WiDer die vom Wiener protestantischen Oberder Militärbehörde trotz aller Bemühungen Ermittelungen bisher nicht möglich Kirchenrathe gewaltthätig vollzogene Absetzung Der Presbyter in Graz hat das waren. Die hierüber gepflogenen VerhanDlungen haben jedoch insofern ein Re- hiesige evangelische Presbyterium Die entschieDenste und feierlichste RechtSverwahruna fultat gehabt, als man jetzt im Stande iss wenigstens annähernd sich ein Urtheil eingelegt. über die Entstehung dieses räthselhaften Verschwindens zu bilden. Während der Linz, 5. Aug. Die Preßklagen Pater Gabriel's gegen ein Wiener und Belagerung von Paris nämlich wurden zahlreiche Verwundete der deutschen Armee ein Prager Blatt, sowie die EhrenbeleidigungSklage gegen die Mutter Duntinaer von Pariser Gesellschaften auf dem Schlachtfelde aufgekfen und in von diesen wurden zurückgezogen. Gesellschaften errichteten Lazarethen untergebracht und verpflegt. Diese Pariser Bozen, 3. August. Zwei französische, ohne Erlaubniß hier herumbettelnde ComtteS widmeten zwar den Verwundeten Die möglichste Sorgfalt, aber sie ver- Nonnen wurden heute arretirt und nach magistratlicher Amtshandlung mittelst gaßen, nach Dem Namen und dem Regiment derselben zu fragen; es war ihnen gebundener Marschroute entfernt. gleichgiltig, wen sie verpflegten, und sie kümmerten sich auch nicht um den Namen, selbst wenn der betreffende Soldat in ihrer Privatpflege verstarb. Mit seiner Beerdigung war es abgethan. Auf diese Weise läßt es sich denn auch leicht ______, ______........______o ... „ IH. WMIIW VVH erhören, namentlich mit Rücksicht auf die geringere Pflege, welche man unter den Preußen, vom deutschen Gesandten General - Lieutenant von Roder in Basel Belagerungsvcrhältniffen den Verwundeten angedeihen lassen konnte und welche empfangen, die hiesige Stadt auf ihrer Reise nach Interlaken. — Laut Meldung eine größere Sterblichkeit zur Folge haben mußte, daß zahlreiche Soldaten der des eidgenössischen Finanzdepartements an den Bandesrath zahlte Frankreich vor- deutschen Armee jetzt verschwunden sind, von denen sich nicht nachweisen läßt, daß gestern in Basel die auf Die JnternirungSkosten Der BourbakPschcli-Armee restirenDen unD wo sie gestorben sind; mit Sicherheit läßt sich jedoch annehmen, daß alle Die zwei Milliarden Francs. noch Vermißten zu dieser Kategorie von Todten zu rechnen find. Berlin, 7. August. Der Cultusminister hat eine Urlaubsreise bis Ende des Monats angetreten. — Die „Kreuzztg." erfährt, daß bei der Zusammen- kunft der drei Kaiser die meisten deutschen Fürsten am Berliner Hofe erscheinen werden. empfand v (tlbtn 0‘löt Italien Weeheel. k. 8. 105 Bayer. 5% „ 1005/g tüchtige Volksbildung wird dort, wie überall, in diesem — Allgemeiner Anzeiger der retrograden Bestrebungen publikaner einhält. Eine Sinne am besten wirken. 98'/- 93 118% 92i/r IO61/4 106 98V2 993/4 1047/8 1751/8 933/8 871/8 Versteigerungen. Verkauf von Oefen Amsterdam Augsburg Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto Diskonto raches errichtet, und cl soll im September bezogen werden. Thier- will, wie er tagt alles so vorbereiten, daß jeden Augenblick eine vollständig kriegsbereite Armee in- Feld rücken kann. Für die Sicherheit des Präsidenten in Trouville ist reich- lich gesorgt worden. Eine große Anzahl Polizeiagenten, eine Abtheilung Pariser Stadtgarden -u Pferde und zwei Compagnien Infanterie bilden die Besatzung des kleinen Badeortes. Da- Hau- selbst, wo Thier- wohnt, wird von einer Abthet. lung Infanterie und dreißig „Zollwächtern", die man ihm als Ehrenwache ge» a'ben hat, bewacht. Für die Verbindungen zwischen Paris und Versailles einer- seiis und Trouville andererseits ist auch glänzend gesorgt. Die Postzüge sind nicht allein vermehrt, sondern auch das Haus des Präsidenten mit dem Präsidentschaft» lichen Palais in Versailles durch einen Telegraphen in directe Verbindung gesetzt worden. Zwei Telegraphenbeamte versehen den Dienst in Trouville. Ein großer Empfang findet Ende dieser Woche beim Präsidenten statt. Alle Behörden des Departements und der Stadt, so wie viele hohe Beamte von Paris sind zu demselben geladen worden. „ <1/30/0 1jährige 1005/8 „ 40/0 1jährige 95 Würtemb. 4Vs % Obi. 99?/6 Baden 41/2% Obi. 0. E. L. 997/g Oesterr. Silberrente 66 „ Papierrente 603/4 Spanier, neueet. 3% 291/8 Amerik. Bonds 1881r 995/8 » n 188Sr 96i/a „ „ 1885r 971/2 „ u 1887r 973/8 hergestellt sein wird, wahrscheinlich beim Nähmaschinen-Fabrikanten Herrn Friedländer in Condition treten wird. Arbeitsversteigerung zu Hausen. 3702) Dienstag den 13. August 1872, Nachmittags um 1 Uhr, sollen auf der hiesigen Bürgermeisterei nachstehende Bauarbeiten durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden,' als: Maurerarbeit, veranschl. zu 107 fl. 39 fr., Vormittags 10 Uhr, an Ort und Stelle gegen Baarzahlung an die Meistbietenden versteigert werden. Gießen, den 2. August 1872. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel. ilgliedtt des Orden- en. llosung de- hiesigen Dtn in P nutzen puitt dir Weisung : Weisung erhielten i|ien. Gegenwärtig stimmte Frist gestellt Beutzen bleiben ob« von ihrem Pariser Pariser Gesinnung-« Bo hat B. M eginms zu Schrinun, 1 Blatlt eie haar« he ia fytufcn und Börsenberichte. Frankfurt a. M., 8. August. Die Stimmung der Börse bleibt unverändert fest, und wenn auch auf einzelnen VerkehrSgebieten eine gewisse Zurückhaltung herrscht, so ist die allgemeine Ansicht doch constant der Hausse zugeneigt. Der einzige Felnd, welcher der Speculation gegenübersteht, heißt Ueberstürzung, und vor dieser sucht sich die Börse zu hüten, wobei freilich nicht ausgeschlossen bleibt, daß die Heißiporne sich mitunter doch zu weit vorwagen, wie das heute z. B. bei StaatSbahnactien der Fall war, welche auf die Kunde, daß die dieSwöchentliche Mindereinnahme nur 48,000 fl. betrage, bis 3583/4 getrieben und in kolossalen Summen gehandelt wurden. Da jedoch ein großer Theil unserer Jobbers nur von einem Tag zum andern speculiren können, so ist vorauSzusehen, daß alsbaldige Realisationen diesen CourS wieder herunterdrücken werden. Creditactten verkehrten gleichfalls sehr umfangreich und 1 fl. besser als gestern. Lombarden dagegen gaben bei schwachem Geschäft wieder etwas nach. Oesterreichische Nationalbank fest. Banken fast aller Herkunft und Namen wurden wieder in großen Beträgen bei theilweise abermaligem Steigen gehandelt. Darmstädter, alte Meininger, Frankfurter Bankverein, Effectenbank, Antwerpener und Pfälzer am beliebtesten. Für Eisenbahnen hat daS Animo wieder nachgelassen und machten selbe nicht viel von sich reden, auch die Preise dafür reagirten theilweise. Ebenso war relativ wenig Verkehr in Prioritäten. Auf dem Markt für StaatSpapiepx hat der Sturm auf öflerreichische Renten nachgeiassen und einem ruhigen Verkehr Platz gemacht, Preise bekunden andauernd große Festigkeit. Neueste französische Anleihe, wie vorauszusehen, bei schwachem Verkehr. 9procentige Türken wurden mit 5/s Procent Agio gehandelt. Bayerische d'/zprocentige gesucht ohne Abgeber. Braunschweiger und Raab-Grazer Loose öfferirt. Sonst war in dieser Effectengattung wenig Geschäft. Amerikanische Staaten-BondS beliebt. Union-Pacific, Pacific- Missouri und Oregon etwas besser. 4% „ 3V»% » Gießen, den 7. August 1872. I. A.: Körner, Bezirksbauaufseher. !C“ * Mf SS*'""’ A eilen. Frankf. Bank 142 Frankf. Vereins-Kasse 147i/a Darmst. Bankact. 503 Wien Bankactien 911 Oest. Creditaot. 3591/3 Galizien 2611/2 15 „ - 80 „ - 16 „ 6 55 „ 30 Geldsorten. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 41—48 „ doppelte 9 41—43 HoU. fl. lÖSt. 9 53—55 Ducaten . . 5 34—36 20 Frankenst. 9 21—22 Engi. Sover. 11 49—51 Buss. Imper. 9 43—45 DoHar in Gold 2 24i/2—25Va 3621) Die durch die Einführung Steinkohlenheizung in dem neuen Anatomie- Gebäude dahier entbehrlich werdenden Holzofen sollen Dienstag den 13. l. M-, England. London, 6. August. Die „Times" bespricht abermals die Zusammenkunft der drei Kaiser und glaubt, dieselbe werde die Freiheit befestigen, nicht schmälern; der Czaar werde Einfluß empfangen, keinen ausüben. Die FreiheitSgrundsätze dürsten in'S Herz Rußlands dadurch getragen werden. Auch „Daily News" erblickt in der Zusammenkunft nicht eine Wiedergeburt der heiligen Allianz. Für Niemanden sei Anlaß zu Besorgniß und Mißtrauen vorhanden und der Friede Europa- mehr zu gewinnen als zu verlieren haben durch die gegenseitigen Freundschaftsbezeugungen von Fürsten, die früher feindselig und eifersüchtig gegen einander waren. Die Municipalwahlen in Rom sind mit entschiedener Majorität, beinahe mit vollem Zweidrittel, zu Gunsten der liberalen Candidateu ausgefallen; während diese es zu der imposanten Ziffer von 4672 Stimmen brachten, konnten die Clerikalen kaum 1600 Stimmen für sich gewinnen. Das bekannte Rundschreiben Lanza's sch int daher seine guten Früchte getragen zu haben. Der Sieg der Liberalen ist ein gutes Zeichen für die Zukunft und ein Beweis dafür, daß die Beweggründe nach und nach aushören, welche es bei dem Volke bisher zu keiner warmen Theilnahme für die öffentliche Verwaltung kommen ließen. Die jahr- hundertlange Korruption und der Nationalcharacter mochten wohl viel zu dieser Erscheinung beigetragen haben, die sich auch bei den politischen Wahlen bemerkbar machte. Natürlich wurde die- von der Priesterschaft nach Kräften auSgebeutet; um so erfreulicher ist daher der Umschwung, der sich in dem Verhalten der liberalen Eonsorterie bei den Wahlen zeigte. Eine weiter günstige Vorbedeutung für die Zukunft Italiens scheint uns der Umstand zu sein, daß auch die Demokraten nur 700 Stimmen aufzutreiben vermochten; eine Regeneration des jungen Staate- ist unseres Erachtens nur dann möglich, wenn er die richtige Mitte zwischen den ~ ' der Priesterpartei und den unpraktischen Zielen der Re- k. 8. k. 8. k. 8. k. 8. m. 8. 1. 8. 4% k. 8. k. 8. k. 8. k. S. k. 8. k. 8. Vermischtes. Berlin, 3. August. Die Kreuzzeitung erzählt: „Donnerstag Abend gegen 8 Uhr (rinnen ein Herr und eine Dame in Unterhaltung die Mauerstraße, zwischen der Krausen- und Leipzigerstraße, auf und ab. Plötzlich schreit die Dame laut auf, well sie einen heftigen Schlag im Rücken erhielt. Als sie und ihr Begleiter sich nach der Ursache um- saben, erblickten sie einen Herrn, der immer noch fortfuhr, das Kleid der Dame mit seinen Händen zu bearbeiten. Es ergab sich nämlich, daß dasselbe durch irgend eine unbekannte Ursache in Brand gerochen war und bereits in hellen Flammen gestanden hatte, die jener Herr glücklich mit den Händen erstickt hatte." Mädchenbund. Wie nöthig die verschärften Maßregeln gegen die Jesuiten sind, beweist wieder einmal folgende Mittheilung des „Genfer Journals": „In Placentla haben die Jesuiten eine Art Mädchen-Sodalität gegründet, deren Mitglieder sich eidlich verpflichten müssen, niemals einen anderen als einen erwiesenermaßen religiösen Mann zu heirathen, dagegen verpflichten sich die Jesuiten, einen Gatten zu liefern, der diese wünschenswerthe Eigenschaft besitzt." * Anna Dunzinger ist sammt ihrer Mutter am 3. August in Wien eingetroffen. Sie mußte sich auf Anrathen ihrer Protectoren vor den unablässigen Insulten des Linzer ultramontan gesinnten Pöbels nach Wien stüchten, wo sie, wenn sie wieder ganz befindet sich gla^ KallSdurg in ’it seines vrrversiichn lauttt, M H ein achea iein jede Spur, die zeht, M hier ein. tit höchsten Kleist bei Knevianm in M v)«d wegen de» 6,1 topal '»'* titert« * ,r m »«6,1 Od-r. r in @r»i »• 6 rt.« . 1 bi, btr St leit das nen I->bß u86?tUbiril»4te »«6«rh» ine. “wnni nit,,» fcarauf Mf, “,af| S-ii'i-n te 16 °>ch' aUctn tk lu"9 itta Orten«, |rt“ (“Hergtrifdjen 1 ^estüvrnunzra iß itn Segen dieselben Hi Abtheilung des »nweister Geheimen ft diestk an mich nm Supeeior des Kunfier, 3. Anguß Besondere Bekanntmachung. 3701) Nachstehende Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern bringen wir zur öffentlichen Kenntniß und bemerken, daß die danach genehmigte Rückvergütung bes Octrois vom 1. Juli d. I. ab geleistet wird. Gießen, den 2. August 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. i Bekanntmachung, i daS Reglement über die Erhebung deS städtischen Octrois zu Gießen, insbesondere die Rückvergütung des Octrois von ausgeführtem Bier und von wieder ausgefuhrtem betreffend. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben auf Ertrag des Stadtvorstandes zu Gießen nachfolgende weitere Zusatzbestimmungen ru dem'Reglement ub r die Erhebung und Contrylirung des städtischen Octrois zu Gießen vom 21. Juli löiö -u genehmigen geruht: Eine Octroi-Nückvergütung findet ferner statt: 1) Bei der Ausfuhr von in der Stadt oder Gemarkung Gießen erzeugtem Bier. Die Rückvergütung beträgt 3 Kreuzer für das Hectouter. nernfliditct Die Brauer, welche eine Rückvergütung "Anspruch nehmen, sind v rpfiichtet über das von ihnen ausgcführte Bier besondere V-r andtbüch r zu , aus di-s-n Auszüge der ©rote. Bürgermeisterei Gießen perwbtW einjutttdjen unb bw ftabtWn Octroi-Controlpersonale Einsicht der von ihnen geführten Bucher zu gestatten. *,C'B «jM1' ° »«. i« ■en, °° ”, Ls-°> Zimmerarbeit, „ Schlosserarbeit, „ Weißbinderarbeit, „ Pflasterarbeit, „ l(„ ein l hltk ynu , . VwitW 811 2) Bei der Wiederausfuhr von Hafer, wenn eine Menge von wenigstens 10 Hectoliter wieder ausgeführt wird. Die Rückvergütung beträgt 2 Kreuzer für das Hectoliter zu 50 Kilogramm. Die Wiederausfuhr ist bei dem Octroi-Erheber des Ausgangsthores mittelst einer schriftlichen Declaration anzuzeigen, welche den Bestimmungsort, die auszuführende Menge im Ganzen, sowie die Zahl der Säcke und das Gewicht jedes einzelnen Sackes, genau zu bezeichnen hat. Darmstadt, den 2. Juli 1872. Großherzogliches Ministerium des Innern. v. Bechtold. Amerika. New-York, 6. Aug. Die japanesische Gesandtschaft ist nach Europa ab- gereist. BSrsennachrichten. 8. August 1872. Preuss. 4Va% Oblig. 103V8 Frankf. 3i/a% Obi. 873/g Nass. 4i/3o/o Obi. 993/4 Kurhess. 4% „ 94V< Gr. Hess. 5% Obi. 1023/8 Aetien. 5O/o östr. F. St. E. B. 358i/2 Lombard. Balm 222 Ludwigsh.-Bexbaoh 199i/2 Maxbahn 146,/a Bayer. Ostbahn 1377/s Rheln-Nahebahn-Act. 47i/2 Hess. Ludwigsb.-Act. 180 ‘/a Oberhessen R 83 Prioritäten^ 3% öster. Stsb.-Prior. 59i/6 3% öst. s. Lombard 517/a 30/0 Livorneser 39i/8 50/0 Tosoaner 62 50/0 Eiisabeth.-Prior. 86 do. H. Emiss. —_________ Anleheneloose. Darmstädter fl.50Loose 195 25 _ Kgrh. 40 Thlr. Loose 71 Nassau 25 fl. — Braunschweiger — 30/0 Oldenburg, ä 40Thlr. 39 4% bayr. Präm.-Anl. 113V« 40/0 badische Loose 111 Vz Badische fl. 35 Loose 71 Oestr. fl. 250 v. 1854 853/a 1858r Prioritätslooee 205 1860r Loose 9 41/2 1864r „ 159 Verkäufe und Verpachtungen von Gütern^ Grundstücken^ Fabriken, Gasthäusern etc.^ Licitationen, Gesuche und Offerten jeder Art, Familien-Nachrichten^ Engagements etc. betreffende Ankündigungen werden ohne Provision oder Porto-Anrechnung in die für die verschiedenen Zwecke bestgeeigneten erfolgreichsten Zeitungen I prompt und eract befördert durch lubfllf Musst, Annoncen-Expedition, 45 Zeil, Frankfurt a. M., Zeil 45, gegenüber der Post. Berlin, Hamburg, München, Nürnberg, Bremen. Original-Preis-Courant und Anschläge gratis und franco. NB. Meine Provision beziehe ich als ofsicieller Agent von den betreffenden Zeitungen. Alleinige Jnseraten-Pacht: „Fliegende Blatter", „Kladderadatfch," „Figaro." Post- Preise 3717) Hessischer Hof in Butzbach Sonntag den 11. d. Mts., Abends: 3714) halten? Ein Ac tionär. Univ^Druckerci (Fr. Ehr. Pietsch) in Prtii vik't dt W Post W Fach - Verein der Schreiner. Samstag den iO. d. Mts., Abends 9 Uhr: Versammlung in der Wirtschaft von Wittwe Herbert, in der Neustadt. Der Vorst and. 3613) Einem verehelichen Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich nach meinem Abzug aus meinem schwiegerelterlichen Hause (Röber am Kreuz) ein Spielwaarengefchäft am hiesigen Platze, Neustadt Lit. D. Nr. 202, Nebengebäude des Herrn Kaufmann Flett, an der sog. früheren Stadtpforte, etablirt habe und sehe ick einem recht zahlreichen Zuspruche entgegen. Zugleich mache ich hiermit bekannt, daß meine Frau aus dem Röber'scheu Geschäft ausgetreten ist und fortan alle Arten Kränze, Sträuße, Kronen rc. selbst verfertigen und vorräthig halten wird, wobei ich noch ein verehrliches Publikum der Stadt und auf dem Lande besonders darauf aufmerksam zu machen mir erlaube, daß auch Kinderjacken, Häubchen, Krägen 2C. in schönster Auswahl und zu den billigsten Preisen bei mir zu haben sind. Fr. Rüger. Anfrage an den Verwaltungsrath der Oberhessischen Eisenbahnen. 3715) Läßt sich nach den Statuten rechtfertigen, daß so viele Personen, namentlich Großh. Hess. Beamten, Aerzte, Advocaten, für alle ihre Fahrten auf den Oberhessischen Eisenbahnen Freikarten er- T geistli Durchs Gewalt Änstcht n im Mr der Grub wen« dir erkuusrn l keinrnsalls die geistig die gebild zusehen,' die ihnen Sie habe eullursein oder der We Gesetzentu großen 3 italienische lösen. I lichenTu sind, w entschädi als er 6 vertragt, ist das i er für fc der Besitz vmnag. Nu es sorgt unabhäng Pahste be Weise hi ganzen f wattigen wie den es den $ doch die Abi legt der s Etnladnngr 3718) , Es werden sänuntliche Neserviston und Landwehrleute auf Samstag den 10. August, Abends 8 Uhr, zu einer Besprechung über die Feier des 18. August in die Restauration Bramm eingeladen. Landwirthschastliche Ausstellung in Mainz. Vom 17. bis einschließlich 22. September l. I. 3716) Mit Bezugnahme auf frühere Bekanntmachungen und das ausgegebene Programm, von welchem Exemplare bei den Ausschußmitgltedern des landw. Vereins für Rheinhessen, den Herren Bürgermeistern der Cantonsorte, dann bei den Herren Directoren der landw Bezirksvereine in Oberhessen und Starkenburg, sowie bei dem unterzeichneten Comit6 zu haben sind, machen wir nochmals auf die Aenderung des Termins der Ausstellung aufmerksam Dieselbe wird am Dienstag den 17. September, Vormittags, hier in Mainz aus dem Schloßplatze eröffnet und Sonntag den 22. September, Abends, geschlossen. Anmeldungen, wozu die Formulare mit dem Programme von oben genannten Stellen ausgegeben werden, sind bis längstens 15. August bei dem unterzeichneten Comitü einzureichen. Die Einsendung der Ausstellungs - Gegenstände wird vom 10. bis längstens 11. September erwartet; Vieh kann auch noch am 18. September bis Vormittags 8 Uhr angenommen werden. Neben den im Programm angeführten Preisen sind weitere in entsprechender Anzahl bestimmt, ebenso Ehrenpreise zum Theil dem Comilo bereits zur Verfügung anderntheils in Aussicht gestellt. Unsere Einladung zu recht zahlreicher Betheiligung wiederholend, erwähnen wir noch der Verloosung von in der Ausstellung anzukaufenden Gegenständen, für welche 20,600 Loose zum Preise von 36 Kreuzer per Stück dem Herrn Kaibel in Ober- Ingelheim zum Vertrieb übergeben worden sind. Mainz, den 5. August 1872. Daß A U s st e l l U n q s - C om i r 6 : Franz Jos. Probst. Mut gar ^uiguii M nid) beharren kann; al fache toi; der Zch „ Un "scheu W Erbieten tert B vermag- Rechtes,' d k'nes 6ta, " frtunM ’Wti Die ‘'Hüten s s«« W 2,®«iifei t, d„, &h I gL1*1 Still Und Verlag von Adolph Neftlshöfer in Leipzig. Aus allen Welttheilen. Jllustrirte Monatshefte für Länder- und Völkerkunde und verwandte Fächer. Rediqirt von Dr. Otto Delitsch. Preis jedes Monatsheftes r 7-/r Sgr.; auch einzeln zu haben. Inhalt des August-Heftes 1872: Die Nsrdsahrten durch die Beringstraße. Von M-, E- Pechuel. Lösche (M. E Plankenau). Bombay, seine Bewohner und sein Baumwollenmarkt. Paraguay als Äusw mderungsziel für Deutsche. Von H. Mangels. Der Schwarzwald; Land und Leute. Ein Wink für Reiselustige. Von G. v- Seydlitz. (Schluß.) Nachrichten über Dr. David Livingstone. Zusammengestellt von O- Delitsch. Bilder aus Rußland. I. Auf dem Weißen Meere. 2. Archangel. Das alte und das neue Mainz. Von M. o. Enlking. Ein Blick in die Geographie des Mittelalters. Von S- Rüge. (Schluß.) Die Insel Lipari. Der Roperfluß in Nord-Australien. Von —th. 19 Miscellen, neu eingegangene Bücher, Karten ?c. Mit 9 Holzschnitten. Diese Monatsschrift, reich ausgestattet mit vortrefflichen Holzschnitten und Karten, bringt in allgemein verständlicher, ansprechender und unterhaltender Form, interessante mannigfallge und gediegene Schilderungen aus allen Theilen der Welt, von den tüchtigsten Verfassern und bestrebt sich, hierdurch geographisches Wissen, das für jeden Gebildeten heutzutage unentbehrlich ist, in den weitesten Kreisen zu verbreiten und zu fördern. Jllustrirte Prospekte gratis. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postämter des In-und Auslan-eö. Frachtbriefe für die Matu-Weser-, Eöln-Mmdener und Oderhessische Eisenbahn, sowie sä'mmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Mark!. 18 Hofraithe in der Wetzftein- V1085 bei sitzung. F- Jutzi B- Malkomesius, am Wallthor. 763 Photographie-Rah- men und Goldleisten bei Wilh. Balser. NB. Das Einrahmen von Bildern wird schnell und billigst besorgt. 3682) Mittwoch den 14. August d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus die dem Balthasar Weller und Conrad Vreitstadt gemeinschaftlich gehörige Flur Nr. mKlstr. 3710) Ein noch neuer Sommerrock und Weste sind billig zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 3711) Täglich frische Milch zu haben in der früher Katz en st ein'scheu Be- 643) Thür- und Grabschilder, sowie Klingelgriffe und Taffen werden mit beliebiger Schrift angefertigt bei Wilh. Balser. Neue Holland. Vollhäringe, neue schottische Matjeshäringe, geräuch. Winter Rheinlachs, empf.hleu (3683) I. A. Busch Söhne. 1660) Asphaltmastic-Dachpappe, 1870 zu Cassel prämiirt, liefert billigst Lentze'S Leucht-Gas- und Dachpappen-Fabrik in Einbeck, Prov. Hannover. 3709) Schr schönes Kornstroh, Saat- Erbsen und Pflaumen sind zu verkaufen gaffe, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 7. August 1872. In Auftrag: Semmler, Ortsgerichtsmann. Stroh-Lieferung für das Landes- Zuchthaus Marieusckloß. 3612) Mittwoch den 15. August l. I., Vormittags 10 Uhr, werben dahier 28 Fuder Roggenstroh, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, zur Lieferung öffentlich versteigert. Marienschloß, den 1. August 1872. Großh. Landes-Zuchthaus-Direction. Scriba. Feilgebotenes. 685) Liebig's Fleifchextract, ächtes, von Fray Bentos, und Condenfirte Milch von der Anglo-Swiss Condensed Milk- Comp. in Cham (Schweiz), in frischer Sendung, empfehlen I. A. Busch Söhne. 1876) Thürschoner in Crystall und Por- zellan bei Wilh. Balser- (3611) Dr. Schallert's Hühneraugenpflästerchen wieder vorräthig bei Carl Frech. 3686) Gesundes Wintermalz offerirt in größeren Quantitäten zum billigsten Preise Wm. Ebcrling, Weimar. 1 Dünger-Fabrik in Ludwigshafen am Rhein — Goldene Medaille Metz 1868 — . von Glichet, heclerle Oomj»., Controlfabrik mehrerer landwirthschaftlicher Bereine, empfiehlt zur Herbstsaison in anerkannt vorzüglicher Qualität unter billiger Preisnotirnng: Knochenmehle, Kalisalze, Superphosphate, Weinberg- u. 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