°nat m ie» unb •fffnoöe, sowie di, 8: »nd 4 ^»wd. j " »SN btj M. 6ongptt| %■, »/* kxk fhwiltiT >U tttrfrtrt* W"Ä" Anzeige- und Amtsßtatt für den Kreis chichen. Ne. Zs Freitag den 9. Februar 1872. ztiif Son totoßonov 9fniOinpr werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch bei allen Post 2ÖC|tCUUngCn aus VCll ^liynicr ^nzelger Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Februar und März zu 40 fr. Pslwd 32, che Mao penteige, Ruckinge t za ocrfaufen am Wismarer 'aufen. Amsthaus. n. Maskenbälle, it, bei r, Neuenweg. -uf. Lage (auf dein fi ftdi eignend. Ulfytrtö bet Amtlikher T h e i t. Nr. 5 des Reichs-Gesetzblattes, ausgegeben am 3. Februar 1872, enthält: (Nr. 783) Gesetz, betreffend die Einführung von Bestimmungen über das Neichskriegswesen in Elsaß-Lothringen. Vom 23. Januar 1872. (Nr. 784) Bekanntmachung, betreffend die Abänderung und Ausdehnung des Bahnpolizei-Reglements für die Eisenbahnen im Norddeutschen Bunde vom 3. Juni 1870. Vom 29. December 1871. (Nr. 785.) Bekanntmachung, betreffend eine Abänderung in Anlage D. des Wahl-Reglements vom 28. Mai 1870. Vom 24. Januar 1872. (Nr. 786.) Ernennung von Konsuln und Vicekonsuln des Deutschen Reichs. (Nr. 787.) Ertheilung des Exequatur an den Kaiser!, und König!. Oesterreichisch - Ungarischen Generalconsul zu Bremen, die Kaiser!, und König!. Oesterreichisch- Ungarischen Viceconsuln zu Altoua und Harburg, die Französischen Consuln zu Breslau und Stettin und den Consu! der Republik Paraguay zu Hamburg. ' Gießen, den 8. Februar 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Röder. Bekanntmachung. Die Untersuchung der Feuerungsanlagen in den Orten des Dienstbezirks des Bezirksbauaufsehers Hahn in Gemeinschaft mit diesem Letzteren ist dem Maurermeister August Nauheimer zu Gießen übertragen worden, nachdem der Zimmermeister Johannes Alker zu Gießen seinem Ansuchen gemäß hiervon entbunden worden ist. Gießen, den 5. Februar 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Röder. Politischer T y e i t. len solid mar, Abends Person 36 fr. gegen Stof* Nachmittags itter. irtten- fn mH icd) ün toli alten unb oa- •:«.» i » namentlich ,»schule k- d-s Näh-'- izNverdei^ LS" Fürst Bismarck gegenüber dem Ultramontanismus. Daß die Reden, welche der Kanzler des Deutschen Reiches als preußischer Ministerpräsident am 30. und 31. Januar in der Kammer der Abgeordneten zu Berlin gegen das infallibilistische Centrvm gehalten hat, ron noch unberechenbarer Tragweite sind, ist eben so gewiß, als daß darin eine unumwundene KriegSerklä' rung gegen den JesuitiSmus, der nach osficiellen Erklärungen des Papstes und der Bischöfe mit dem jetzigen römischen KatholiciSmus als durchaus eins betrachtet weiden muß, enthalten ist. Dem gegenüber Hot sich offen eine Allianz vollzogen zwischen den Jesuiten im ultramontancn Lager und den Ultras der protestantischen Orthodoxie. Dieser Bund, der lange im Geheimen bestand, wurde nun bekannt gegeben unter beispiellosem Ueberwulh der katholischen Infallibilisten. Mtllinck- rodt, der streitbare Westfale, welchen die Jesuiten nicht um ein Königreich hergäben, hat in äußerster Intoleranz, aber mit sylabistischer Treue bei der Brüderschaft dem alten Herrn v. Gerlach ins Angesicht gesagt: daß der Ultramortane nach dem Siege keinen Protestanten mehr dulden werde. Die protestantischen BundeSg'noffcn müßten dann alle katholisch werden. Auf dieser Seite ist Entschiedenheit, siegen oder sterben — doch ist man des SiegcS gewiß. Tiefe Leute haben Fluch gesprochen über alles auf Erden, was nicht glaubt, daß Pius IX. unfehlbar und auf allen Gebieten des Lebens unverantwortlicher Richter und Herrscher sei, und sie geben ihrem Fluche Kraft in der Prax'S. Da lebte eine barmherzige Schwester, Augustine Amalie v. Lasaulx, mehr als 30 Jahre den Thaten der Liebe mit einer solchen Reinheit der Gesinnung und in so vollendeter sich selbst vergessender Hingebung und Freudigkeit, daß sie die Bewunderung der edelsten Manner aller Eonfessionen erregte, und daß mit den DankeSthränen der Armen Fürsten und Königinnen ihre Huldigungen ver- einigten. Sie erkrankte lebensgefährlich im vorigen Herbste. Wie aus Liebe besuchte die Novizenmeisterin aus Trier, die Schwester eines vortragenden Raths im Berliner Cultusmintsterium, die erkrankte Oberin im St. Johann-Hospital zu Bonn, und entlockte ihr am dritten Tage des Besuches das Geständniß, daß sie an die Unfehlbarkeit des Papstes nicht glaube. Darauf reiste die Novizenmeisterin unter Versicherungen der Liebe ab. Noch etwa acht Tagen erschien die Generol- oberin aus Nancy, eine bigotte Französin, unangemeldet an dem Bette der Kranken, mit der Anrede „Unglückliche" sie begrüßend, entsetzte sie polternd ihres Amtes und zwang die Standhafte, das Haus zu verlassen. In Vallendar wurde sie, die Sterbende, noch zwei Monate durch Bekehrungsversuche gequält; dann starb sie. Die Nonnen zogen ihr das Ordenskleid aus, und schickten ohne alle Begleitung den Sarg über den Rhein nach Weißenthurm, wo die Familiengruft der Verstorbenen sich befindet. Dort am User fand die verlassene Leiche die Fürstin zu Wied, welche den Sarg in ein Haus tragen, öffnen ließ und erschüttert einen Kranz htneinlegte, die Barbarei der Schwestern der Heimgegangenen sühnend durch ihren Samariterdienst. Das ist das Ideal der Behandlung aller Nichtinfallibiii- sten, sobald Herr v. Mallinckrodt gesiegt hat. Also entschieden in ihrem Haffe find die Ultramontanen. Versöhnung gibt es da nicht — nur Unterwerfung. Wie steht es dem gegenüber mit der Kriegserklärung Bismarcks? Sie ist charaktervoll erfolgt, nicht frivol, sondern erzwungen, wie der Kanzler überhaupt nur von der politischen Nothwendigkeit sich in die Opposition gegen die „Kirchlichen" hat drängen lassen. Jahrelang hat er ein gewiffcs sympathisches Gefühl für sie nicht verläugnen können, was der katholische Ministerialrath Linhof freilich etwas grob aufgefaßt hatte, als er in einer Kammeicommission den Ministerpräsidenten für einen Lobredner der Jesuiten erklärte. Bismarck hatte nämlich für den tiefen Spalt zwischen der jesuitisch-rvmomschen Weltanschauung und ter deutschen Cultur kein Auge, und für den tiametralen Gegensatz der innerhalb der katholischen Kirche einander bekämpfenden Richtungen kein Verständniß. Die politische Riesenaufgabe, welche er sich gestellt, ließ ihm keine Zeit zu Studien auf diesem Gebiete. Er urtheilte daher nach dem Eindruck der Personen. So kam es, daß er nicht bloß den Wahlstreit im Kölner Erzbiethum mit einem gewissen Behagen erledigte in der Ernennung Melchers', eines offenkundigen Jesuiten- dieners, sondern ein diplomatisches Meisterstück vollbracht zu haben meinte durch die rasche Besetzung des erzbischöflichen Stuhles von Gnesen-Posen mit der Person des Grafen Ledochoweky, wobei noch Herr v. Mühler sich vergnügt die Hände rieb, weil die Sache so glatt obgegangen sei. Aber der jetzige „Primas von Polen", ein in der Wolle gefärbter Jesuitenzögling, war in der Kirchcndiplomatie glatter als beide. Unterdessen ereignete sich vieles, was dem jetzigen Kanzler hätte Vie Augen öffnen können; allein es scheint, daß er es nicht für möglich gehalten, daß die religiöse Frage bet seinen staatlichen Schöpfungen jemals die Bedeutung erlangen werde, die sie heute hat, unb daß er glaubte, mit leichtem Fuße, wo sie sich ihm etwa in den Weg legen würde, darüber Hinwegschreiten zu können. Daher äußerte der Schreiber dieser Zeilen bereits vor mehreren Jahren: das mangelnde Verständniß für die unaufhaltsam in den Vordergrund sich drängende religiöse Frage sei die Achillesferse des großen Staatsmannes. Staunen erregt aber das eigene Geständniß des Kanzlers, daß er auch nach seiner Rückkehr aus Frankreich noch in völliger Unkenntniß der Lage befangen war. Denn er gesteht: „Ich hatte gehofft, die Regierung würde ein Stütze finden an einer kirchlichen Partei, die dem Kaiser gebe, was des Kaisers ist..." „Als ich aus Frankreich zurück- kehrte, um mich den inneren Aufgaben des Staates zuzuwenden, trat mir die neu* gebildete Fraktion des Centrums in einer Weise gegenüber, daß ich darin nur die Mobilmachung der Partei gegen den Staat erblicken konnte." Er ist also völlig überrascht; er hatte Freunde erwartet und steht vor einer mobilen feindlichen Armee. Es wird jeder gern den Scharfblick des Ueberraschten, der sofort die unerwarteten Feinde als solche erkennt, ehe sie einen Schlag gegen ihn auSsühren können, bewundern. Auch ist das Wort „Mobilmachung der Partei" geistreich und, von dem Standpunkte dessen, der zuerst zum Bewußtsein kommt, daß er hier einen Feind hat, wohl richtig. Indessen faktisch lag die Sache anders. Die Mobilmachung geht dem Kampfe voraus; hier hatte aber ein langjähriger Kamps stattgefunden, ehe jene Fraction des Centrums sich bildete. Die Mobilmachung der Partei geschah in den Generalversammlungen der katholischen Vereine Deutschlands; auf diesen wurde fortwährend zu den Waffen gerufen gegen den Staat; auf einer solchen wurden schon beinahe vor einem Decenntum die höheren Unter- 4| M- richtsanstalten des Staates, die Gymnasien, „Teufelsanstalten" genannt. Die katholischen Casinos wurden die Etappen-CommandoS; die „franzosenfreundliche Rheinbundspresse" der Feldtelegrapb; jedes BiSthum eine Festung und Festungen ersten Ranges die Jesuiten-Niederlassungen am Laacher See, in Münster, in Paderborn rc. Schlachten wurden geschlagen bei jeder Bischofswahl, bei jeder Besetzung höherer kirchlicher Aemter, und immer verlor sie Der Staat. Spät, aber vielleicht noch zur Zeit, hat der Kanzler den inneren Feind erkannt, und auf dem politischen Triumphwagen Weitz er einstweilen seine Achillesferse zu decken. Es fragt sich nur, ob er seiner Verwundbarkeit sich so bewutzt geworden ist, datz er das rechte Schutzmittel für alle Fälle sucht und anwendet. Da scheint nun folgende Aeutzerung etwas bedenklich: „Es wurde ferner über die Aufhebung Der katholischen Adtheilung im Cultusministcrium geklagt. Diese Be- Hörde hatte mit der Zeit einen Character angenommen, datz sie auf mich den Ein- druck machte, als vertrete sie nur die Rechte der Kirche gegen den Staat. Ich hatte oeshalb schon früher Sr. Maj. dem Kaiser vorgeschlagen, statt derselben lieber einen päpstlichen Nuntius am hiesigen Hofe beglaubigen zu lassen, dem gegenüber wir wenigstens eine klare Stellung hätten, und der uns ohne zwischen- liegende Strahlenbrechung über die Bedürfnisse und Foroerungen Der Kirche in Kenntnitz setzte. Dennoch wagte ich nicht, diesem Wunsche weitere Folge zu geben, weil sich in Der Oeffentlichkeit eine allgemeine Abneigung dagegen aussprach. Vielleicht werden wir Doch noch auf diesen Ausweg zurückkommen, sobald sich die Zustände etwas friedlicher gestaltet haben." Es ist schon sehr befremdlich, datz Der Kanzler eine päpstliche Nuntiatur in Berlin noch für möglich, ja unter Umständen auch für wünschenSwerth hält. Früher konnte man denken, es fei besser einen Nuntius in Berlin zu haben, Der Doch einige Rücksichten gegen Den Hof nehmen mützte, als Datz Die Nuntien von Wien und München Die preutzischen Bischöfe gegen Die Negierung instruirten, an- feuerten und belobten. Es ist daher auch schon vor Bismarck Der Gedanke an eine päpstliche Nunciatur in Berlin ernstlich erwogen worden. Bereits im Jahr 1852 fanden zwischen der preutzischen Gesandtschaft in Rom und der dortigen Curie vertrauliche Verhandlungen statt, wobei sich noch die seltsame Geschichte zu- trug, datz der katholische Gesandtschaftsarzt Dr. Alertz, der zugleich Leibarzt des Papstes Gregor XVI. war, das Concept eines langen Berichtes des Gesandten v. Usedom über diese Angelegenheit an das auswärtige Amt in Berlin heimlich aus den gehefteten Acren ritz und an sich nahm, welches Concept nur durch Zufall meh-ere Jahre nach dem Tode drs Arzte« wieder zu Den Acten der Gesandt- schaft gekommen ist. Vor etwa fünf Jahren wurde der Gedanke wieder angeregt und glücklicherweise auch nicht ausgeführt. Wenn nur Fürst Bismarck Die Geschichte der Nunciaturen in Deutschland einmal gründlich studiren könnte, so würde er, wenn auch kein 18. Juli 1870 dagewesen wäre, nie mehr daran denken, einen päpstlichen Nuntius beim Hof in Berlin beglaubigen zu lassen, sondern einzig noch Die Beseitigung aller Nuntiaturen aus Deutschland für nothwendig halten. Völlig unbegreiflich ist es aber, wie Der Kanzler nach Dem 18. Juli 1870 seine Idee noch festhalten kann. Er meint einem solchen Nuntius gegenüber „klare Stellung" zu haben, ahnt also nicht von Den tausend Fäden, womit dieser alsbald Bischöfe, Cleriker und Laien im Lande gegen Die Interessen des Staates im Geheimen an sich zieht und sich zu verpflichten Weitz. Der Kanzler glaubt: ein Nuntius werde ihn „ohne zwischenliegenve Strahlenbrechung über die Bedürfnisse und Forderungen Der Kirche in Kenntnitz setzen". Da Haden wir ja Die vollkommenste Anerkennung Des Universalbischofs, wie sie Rom nur wünschen kann. Nicht Die preutzischen Untertanen, welche Der katholischen Kirche in ihrer continuirlichen Geschichte von mehr als 1800 Jahren angehören, kennen ihre religiösen Bedürf- niffe, sonDern ein Italiener hält sie ohne Strahlenbrechung offen in Der Hand — ein Italiener, der oft selbst weniger religiöses Bedürfnitz versteht, als ein polni- scher Bauer, Der nur Die Befehle seines Herrn vollzieht, Der sich göttlich autori- sirt glaubt, seine Syllabuspolitik mit Hilfe Der GewiffenStortur im fremDen LanDe Durchzuiühren! „Ohne Strahlenbrechung" soll Der Stadt „die Forderungen der Kirche" durch Den päpstlichen Nuntius erfahren, Der nur Forderungen einer auswärtigen Curie und der Compagnie Jesu hat! Nein, das Verständniß, welches der Kanzler von der Jnfallrbilistenkirche hat, flößt uns noch kein Vertrauen ein, zumal da er hofft, daß sich mit ihr „Die Zustände etwas friedlicher gestalten" werden. Also einen friedlichen Vergleich des modernen Staates mit Den Infallibilisten hält er für möglich! Diese können aber jenem nur insoweit gefährlich fein, als sie Dem Syllabus unD Dem unfehlbaren Universalbischof factisch treulos werden, und Vas wird, auch gradweise, immer nur Der einzelne Ultramontane nach Jesuitenmanier thun, niemals aber Die Partei, welche zu jeder Stunde das moderne Staatswesen principiell und schlechthin negirt. Daher wird jeder Staatsmann, welcher auf Compromisse und friedliche Vergleiche mit dem Ultramontanismus ausgeht, schließlich stets Den Kürzeren ziehen. Seit Der Reformation ist in Deutschland zu keiner Zeit mehr von innen heraus der RomanismuS so bekämpft und bedrängt worden wie heute durch die von Tag zu Tag an Intensität und Umfang wachsende alt- katholische Partei; wenn mit diesem Factor die Staatsregierungen nicht zu rechnen verstehen, so werden sie die ihnen zugefallene Mission nicht erfüllen. Sie haben bis jetzt kein Verdienst an der Entstehung und Ausbreitung dieser Partei, deren Ziel auf politischem Gebiete die Befreiung des deutschen Staatslebens von der ultramontanen Vergiftung ist. Der einzige Staatsmann, welcher die Zeit begriff, war Fürst Hohenlohe; er mußte weichen, ehe er die deutsche Bewegung fbroern konnte. Graf Daru's Velleität gegen Roms Anmaßungen führte auch zu dessen Sturz. Sind darum jetzt Die Staatsmänner so ängstlich, Daß Graf Hegnenberg am 27. Januar in Der Kammer zu München in Die äußerste Erregung gerieth bei Der Vorstellung: man könne ihn für einen Repräsentanten Der Altkatholiken halten? Infallibilist wirD er doch auch nicht fein wollen: was ist er denn als Katholik, da Der Papst eine Neutralität gegen feine göttliche Prärogative nicht zuläßt? Auch Graf Hegnenberg scheint Die Unversöhnlichkeit Des Kampfes, Der jetzt entbrannt ist, nicht einsehen zu wollen, sonst hätte er Die Bildung einer Mittelpartei in Der Münchener Kammer nicht als Das Heil verkünDen können. Das wäre gerade so, als hätte man zwischen die französische und Die Deutsche Armee während Des Krieges eine Mittelpartei schieben wollen, um bald jener, bald Dieser zum Siege zu verhelfen. Das Erfreuliche in Den Reden Bismarcks ist, daß er darin erstens rückhaltslos als konstitutioneller Minister eines Rechtsstaates, Der feinen Confessionalismus kennt, ausgetreten ist, unD zweitens Die vollkommene Freiheit aller Conftssionen innerhalb Des Deutschen Reiches als unbeDingtc Nothwendigkeit anerkannt hat. Will er auf diesem Standpunkt stehen bleiben — und Daran ist nicht zu zweifeln — so ist ein Compromiß mit Dem SyllabuS unmöglich, und Die Herren Windt- horst-Mallinckrodt werden den Kanzler zwingen, unversöhnlicher Feind des ultramontanen JesuitiSmus zu bleiben, und — die friedlichen Zustände einer päpstlichen Nunciatur in Berlin werden nicht kommen. Deutschland. Gießen, 7. Februar. Dem Vornehmen nach hat der hiesige ordentliche Professor der Theologie, Dr. Nitz sch, nun (nach Mühler'S Abgang) Den Ruf nach Kiel angenommen. Berlin, 6. Febr. Als im vorigen Jahre die Nachrichten von den großen Ereignissen in Frankreich, welche Die Auferstehung Des Deutschen Reiches bewirkten, alle Deutschen Herzen höher schlagen ließen, vereinigte sich eine Anzahl angesehener Deutscher in Moskau zu einem Festmahle, und es wurde bei demselben der Beschluß gefaßt, eine solche Feier auch im nächsten Jahre wiederkehren zu lassen. Bei der Wiederholung dieses Festes am 27. Jan. D. I. wurde beschlossen, folgendes Telegramm abzusenden: „Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm in Berlin. Deutsche Reichsangehörige in Moskau, zur Feier der Wiedervereinigung ihres Vaterlandes zum festlichen Mahle versammelt, bringen Euer Kaiserlichen Majestät ehrfurchtsvoll den Tribut ihres Dankes und ihrer Verehrung dar. Hoch Wilhelm der Siegreiche!" Dem Kanzler des Consulats in Moskau Th. v. B.cherer ging darauf folgende kaiserliche Antwort zu: Den zum Feste versammelten Deutschen in Moskau spreche Ich Meinen aufrichtigen Dank aus für Den Festgruß bei Der Feier zur Erinnerung an Die Gründung eines neuen Deutschen Reiches. Wilhelm. Ans Elsaß-Lothringen, 4. Febr. Am 31. Jan. morgen« wollten 7 Frauen von Habsheim uno Rixheim eine nach der andern mit leeren Körben durch Da« Thor von Mühlhausen gehen. Da Die Landleute nicht Die Gewohnheit haben, in dieser Weise zum Markt zu kommen, so vermuthete die Verwaltung, welche mit Der Einnahme De« Platzgeloes betraut ist, einen Betrug. Und da außerdem der Gang dieser Weiber auffallend erschien, so bat sie ein Beamter, in das Octroi- bureau an Der Brücke von Rredisheim zu kommen, wo sie unter ihren Röcken 31 Flaschen Branntwein hervorzogen. Am selben Tage Abends 7 Uhr hielt ein anderer Beamter in der Nähe Der Doller einen mit zwei PferDen bespannten Fiaker eines Wagenvermiethers hiesiger Stadt an. Ein mit einem Messer bewaffnetes Individuum springt aus Dem Wagen, welcher von vier Taugenichtsen Der schlimmsten Art escortirt war. Der Beamte zieht sofort eine scharf geladene Pistole aus der Tasche und die fünf Kerle laufen davon. Der Wagen wurde auf dem Octroibureau Der Colmarer Vorstadt untersucht und stellte es sich heraus, daß er 8 Fässer enthielt, worin 300 Liter Spiritus von 95 Grad. Wir erinnern, daß schon seit längerer Zeit Der Schmuggel mit Branntwein als natürliche Folge der Weinsteuer-Erhöhung bezeichnet wird. — Das „B. Wochendl." berichtet, daß eine große Anzahl Personen aus Dem Kanton Bischweiler, besonders aus Den Gemeinden Sufflenheim, Schirrhein und Herrlishein, seit einiger Zeit nach Amerika auswandern. Italien. Rom, 2. Febr. Dom Cardinal-Vicar ist ein wahrhaft fanatisches und herzloses Circular erlassen worden, welches den Aerzten anbefiehlt, diejenigen Kranken zu verlassen, die sich weigern, die Sakramente zu empfangen; ein Arzt, der fort- fahrt, einen Kranken zu behandeln, Der nicht beichten und Die letzte Oelung empfangen will, soll sich sogleich zurückziehen, auch von einem Sterbenden, sonst wird er in die Exkommunikation mit eingeschloffen. Somit sollen Die Aerzte also gewissermaßen mit das Amt Der Priester übernehmen, und zwar in einer so barbarischen Weise, wie sie ärger und scheußlicher nicht gedacht werden kann. Rom, 8. Februar. Es bestätigt sich, daß in Folge päpstlichen Befehles Der Cardinal-Vicar einige ausgezeichnete Geistliche beauftragt hat, protestantische Versammlungen zu besuchen und mit protestantischen Geistlichen öffentliche Disputationen zu halten. — Antonelli ist wieDer hergestellt. England. London, 5. Febr. Der Aufstand Der Kukas irn norDwestlichen Indien scheint mit ungerechtfertigter Strenge unterdrückt worden zu sein. In Kalkutta bemüht man sich, ausfindig zu machen, wer die Verantworlichkeit für die. vielen Hinrich, tungen trägt. Wie man vernimmt, ließ der stellvertretende Regierungs-Commiffar Cowan, als die Ruhe schon vollständig hergestellt war, 50 Mann auswählen, um sie erschießen zu lassen. Auf der Richtstätte brach einer der zum Tode Verurtheiltcn aus der Reihe hervor und stürzte auf Cowan los, wurde aber zusammengehauen. Die übrigen wurden „auf Cowan'ö eigene Verantwortung hin von den Kanonen weggeblasen". Der Commissar Forsyth in Umballa richtete noch 15 andere Kuka- Hin. Die ganze Bande, welche nie mehr als 300 Köpfe zählte, ist buchstäblich zu Tode gehetzt worden. 66 Männer und zwei Weiber, Die, vor Schrecken außer sich, halbverhungert und zur Hälfte verwundet waren, ergaben sich zuletzt einer Patrouille von vier Soldaten. Der ganze Vorfall ereignete sich in dem Zeiträume von 48 Stunden, und ganz in der Nähe der starken englischen Streitmacht von 15,000 Mann, die sich eben im Lager zu Delhi befand. Die Negierung hat eine sofortige Untersuchung angeordnet. Die Stimmung des Publikums, welche zuerst schwankte, sängt an, sich gegen die Hinrichtungen zu erklären. London, 6. Februar. Die Thronrede, mit welcher heute das Parlament eröffnet wurde, gedenkt zunächst der Genesung des Thronfolgers, dankt der Bevölkerung für ihre Theilnahme und kündigt für den 27. Februar einen Dankgottesdienst an. Die Thronrede constatirt, daß die Beziehungen zu Dem Auslande fammtlich befriedigend feien, fügt hinzu, daß Die Königin für Aufrechthaltung Derselben stetig sorgen werde, und sagt sodann: Eine eigene Bill soll Die Unterdrückung des Sklavenhandels auf Den SüDsee-Jnseln erleichtern. Mehrfache Unterhandlungen mit Frankreich wegen Meinungsverschiedenheiten über den Werth der Schutzzollgesetze erzielten keine Einigung betreffs der Abänderung Der Handels- verträge. Beide Theile äußerten jedoch Den ernsten Wunsch, Die bisherigen sreunD- schaftlichen Beziehungen aufrecht zu erhalten. Bezüglich Der Alabarna-Frage bemerkt Die Thronrede: Amerika und England haben dem Genfer Schiedsgerichte Die beiderseitige Darstellung Der Thatsachen vorgelegt. Amerika hat Darin weiter- gehende Ansprüche eingeschloffen, welche nach Dem Dafürhalten Der Königin nicht in Den Bereich Des Schiedsgerichts gehören. Die Königin lieg Deshalb Der Re- ,in dm 6jnl1 uvd W beiten tti der * WtigUNl keinesfalls trete und < in diesem 1 M • Qrltnbtrj, *■ 5 Ubt, "der M Publikum dem 5-llhrÄ aus dem Pul Zusendungen Anhalt-Berni Anhalt-K"lh< Anhalt-Mh, Anhalt-MH Anhalt-W Anhals-Dessa Bautzener [la Bayerische Hi Braunschweig« Braunschweig! Breslauer ftäi Dänische 5-R Golhalsche K HMeinlsche KurheWe Seifet Bc Oesterreichise vom Polnische Ba Posener Proo Potsdamer Z Reich ältere $ Reich jüngere Rostock« Cachsen-Wen EchlMg-h Echwarzdur, SchwarMr 20. Württenlbere Börse Bautzener (ar Ehemncher § Troßherjoglic Kurhesstsche J ^"Jbcburqer Rassauer Lun Oekerreichisch, fom 1 Preußische Ba preußische Jtd 2. lassens, tzachtzschr [fg fliif ini । 1 7 Krallen durch ba- heit haben, lg, welche t außerdem u- Octroi. 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In Betreff der inneren Angelegen- heilen erwähnt die Thronrede der Abnahme der Verbrechen und der Steigerung der Wohlfahrt in England und Irland, sowie der Blüthe der Finanzen, und kündigt folgende Vorlagen an: das Budget, Entwürfe bezüglich der Verbesserung dcö Dolksunterrichts in Schottland unv der Regulirung der Bergwerke, ein Schank- gesetz, ein Gesetz zum Zweck der Verbesserung des Appellationsgerichts, eine Ballotbill, eine Sanitätsbill, ein Gesetz gegen Wahlbestechung, und Reformen in der irischen Verwaltung. Amerika. Newyork, 8. Februar. Mehrere Zeitungen bezeichnen als durchaus der Bestätigung bedürftig das bereits gemeldete Gerücht, daß die Unionsregierung keinesfalls von der Stellung, welche sie in der Alabamafrage eingenommen, zurücktrete und Staatssccretär Fish eine angebliche Anfrage Schenk's am 5. dS. MtS. in diesem Sinne beantwortet habe. Mittheilungen aus dem Publikum. *) Alle Diejenigen, die Vormittags an den Gichten zu Lich, Hungen, Nidda, Büdingen, Ortenberg, Altenstadt oder sonst in der Nähe dieser Orte zu thun haben, müssen entweder Morgens 5 uhr, oder schon Tags vorher dahin reisen, waS für Viele höchst beschwerlich ist. Im Interesse des Publikums wäre daher zu wünschen, daß, wie nach Fulda, so auch nach Büdingen, außer dem 5-Uhr-Zug, ein weiterer etwa um 9 Uhr abgehen möchte. vr. L. ' *) Wir werden von jetzt an in unserem Blatte unter obiger Rubrik Raum für Wünsche ic. aus dem Publikum zur Benutzung offen lassen, müssen aber unter allen Umständen anonyme Zusendungen uns gegenüber unberücksichtigt lassen. Die Redaction. Handelsberichte. Außer Cours gesetztes Papiergeld. Anhalt-Bernburger Kassenscheine ä Thlr. 1, 5 und 25 von 1850, 1852, 1856 und 1859. Anhalt Küthen'sche Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 1. Juni 1848. Anhalt-Köthen-Bernburger Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 2. März 1848. Anhalt-Köthen-Bernburger Eisenbahnscheine ä Thlr. 1, 5 und 25. Anhalt-Dessauer Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 1. August 1849 und a Thlr. 10 vom 1. October 1855. Anhalt-Dessauer Landesbanknoten ä Thlr. 1 und 5 vom 2. Januar 1847. Bautzener slausttzer landständischej Banknoten ä Thlr. 5 von 1850. Bayerische Hypotheken- und Wechsclbanknoten ä st. 10 von 1859, 1850. Braunschweigische Bank- und Darlehensbankscheine ä Thlr. 1, 5 und 20 von 1842. Braunschweigische Banknoten ä Thlr. 10 Gold vom 1. Juni 1856. Breslauer städtische Banknoten ä Thlr. 1, 5, 25 und 50 vom 10. Juni 1848. Dänische 5-ReichSbankthalerzettel älterer Emission von 1835, und auf einer Seite blau bedruckt. Gothaische Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 30, September 1848. Holsteinische Kassenanweisungen von 1854. Kurhessische Leih- und Commerzbanknoten. Leipziger Banknoten, alle vor dem 2. November 1851 erschienenen. , Oesterreichische Banknoten, auf Cor.ventionSmünze lautend und die in Österreich. Wahr, a fl. 10 vom 1. Januar 1858, ä fl. 100 vom 1. März 1858. Panische Bankscheine grüne ä 1 Rubel, weiße und rothe a 3 Silberrubel. Posener Prooinzialbanknoten vom 1. December 1857. Potsdamer Stadtscheine ä Thlr. 1 vom 8. September 1849. Reuß ältere Linie Kassenanweisungen ä Thlr. 1 vom 15. Mal 1858. Reuß jüngere Anie Kassenanweisungen ä Thlr. 1 vom 29. Marz 1849. Rostocker Banknoten vom 1. Juli 1850. Sachsen-Weimar-Kaffenanweisungcn ä Thlr. 1 und 5 von 1847. Schleswig-Holsteinische Kassenscheine ä Thlr. 1 [2>/2 M.j vom 31. Juli 1848. Schwarzburg-Rudolstädter Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 von 1848. Schwarzburg-SonderShausener Kassenscheine ä Thlr. 1, 5 und 10 vom 11. Marz 1854, vom 20. December 1856 und vom 25. October 1859. Württembergische 2-, 10- und 35-Guldenscheine von 1849 und 1850. Vorläufig noch eingelüst werden an den betreffenden Hauptkaffen: Bautzener landständische Banknoten ä Thlr. 5 ohne Datum, ä Thlr. 10 von 1861. Chemnitzer Stadtscheine ä Thlr. 1 von 1848 und ohne Datum. Großherzoglich Hessische Grunbrentenscheine ä fl. 1, 5, 10, 35 und 70. Kurhessische Kassenscheine ä Thlr. 1, 5 und 20. , Magdeburger Privatbanknoten ä Thlr. 10, 20, 50 und 100 vom 30. juni 1856. Nassauer Landesbanknoten und LandeScreditkaffenscheine. Oesterreichische Banknoten in österreichischer Währung a fl. 1 vom 1. Januar 1858 und a fl. 5 vom 1. Mai 1859. Preußische Banknoten ä Thlr. 25 und 50 von 1846. Preußische Kassenanweisungen ä Thlr. 1 und 5 vom 2. Januar 1835 und Preußische DarlehenS- kassenscheinc ä Thlr. 1 und 5 vom 15. Aprtl 1848. Sächsische skönigl.j KassenbilletS von 1840, 1843, 1846, 1848 und 1855. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 8. Februar. Hatte gestern schon der die Alabama-Frage betreffende PassuS der englischen Thronrede einen schlechten Eindruck gemacht, so ergriff heute die Börse geradezu eine gelinde Panik auf die Nachricht, daß daS Washingtoner Cabinet auf seinen Forderungen bestände. Wäre die Hausse des letzten Monats eine auf natürlichen Verhältnissen beruhende und unser ganzes volkSwirthschaftliche Leben in neuester Zeit nicht ein auf so ephemeren Schöpfungen basirendeS, so würde die ganze Alabama-Geschichte lange nicht den Eindruck hervorzubringen geeignet sein, wie eS jetzt der Fall ist. So aber ist man sich im Privatpublikum wie an der Börse wohl bewußt, daß daS ganze Kartenhaus der modernen VolkSwirthschaft nur eines wenig kräftigen Stoßes bedarf, um in sich selbst züsammenzubrechen und eS ist daher kein Wunder, wenn die Speculation, die ja immer nur so zu sagen von der Hand in den Mund lebt und jedem Eindruck leicht zugänglich ist, sich mit Furcht und Zittern vor einer möglich ernstlichen Verwicklung zwischen Amerika und England sieht. Sowohl von hier als von auswärts drängte sich das Material zum Verkauf, so daß die Course fast sämmtlicher Papiere bedeutend herabgingen. Außer in den leitenden Spielpapieren fanden fast gar keine Geschäfte statt, und auch erstere verloren beträchtlich im Preise, wie z. B. Staatsbahn (trotz einer Mehreinnahme von 40,000 ff. für letzte Woche) gegen gestern 12 fl. einbüßten, Creditactien 13 fl., Lombarden ca. 14 fl., Bankaktien 17 fl. Silberrente gleichfalls matter und ohne Umsatz. Oesterreichische Bahnen durchschnittlich 6—10 o/o schlechter, von deutschen nur pfälzische Nordbahn begehrt. Daß die Prioritäten natürlich auch unter der allgemeinen Deroute litten, versteht sich von selbst, doch hielten sich Elb- thal gut, wie auch 5 o/o Lombarden. Banken vollständig brach. Loose gleichfalls matter. Raab Grazer nach verschiedenen Schwankungen schließlich 88. Von den durch die Alabama-Frage zunächst betroffenen amerikanischen Wertsten hielten sich St. Bonds verhältnißmäßig gut, 953/4—5/fl während in Prioritäten nichts zu machen war und Course nur nominell find. Literarisches. Die „Modenwelt" überrascht ihre Leserinnen in ihren beiden neuesten Nummern wieder durch eine überaus reiche Auswahl der hübschesten neuen Handarbeiten, der geschmackvollsten Toiletten jeder Art, mit allen nur erdenklichen Einzelheiten. Die getreuen Abbildungen, die anerkannt vorzüglichen Schnitt- und Musterbogen und der dazu gegebene verständlich erklärende Text vereinen sich, die Selbstanfertigung des mannichfaltig Dargebotenen auch weniger geübten Händen zu ermöglichen. Und wer nicht selbst schaffen will und kann, sieht und hört wenigstens, was die Mode Neues und Schönes bringt. Ganz besonders möchten wir diesmal auf das schöne Ball- und Maskenbild aufmerksam machen, welches in Nr. 9 zwei volle Seiten einnimmt. Das bunte Gewühl der verschiedenen Costüme nnd eleganten Toiletten wird auf der ersten Seite durch einen klaren, hübschen Modenbericht erläutert. Die zu jeder Nr. gehörigen colorirtenKupfer, diesmal Haus-, Promenaden-, Gesellschafts-, Braut- und Kinder- Toiletten darstellend, thuen es den besten Pariser Moden-Kupfern zum Mindesten gleich. Abonnements (zum Preise von 45 Kr. rh. pro Quartal, resp. 1 Fl. 30 Kr. rh. mit vierteljährlich neun großen colorirten Moden-Kupfern) werden jederzeit bei allen Buchhandlungen und Postämtern angenommen. BSrsennachrichten. 8. Februar 1872. Aetlen. 50/g östr. F. St. E. B. 4111/j Lombard. Bahn 211 Ludwigsh.-Baxbaoh 204/g Gr. Hess, 5% Obi. 102i/2 » n 4% » 97 , „ 31/30/0 n 92 Bayer. 5% „ 100V4 „ 41/2 o/o 1jährige 991/2 „ 40/o 1jährige 953/8 Würtemb. 41/2% Obi. 993/4 Baden 4i/2% Obi. 0. E. L. 993/4 Oesterr. Silberrente 613/< „ Papierrente 5 41/4 Amerik. Bonds 1881r 100% n n 1882r 953/4 • „ n 1885r 961/4 n „ 1887r 971/2 Spanier, neuest. 3% 30‘/2 Prioritäten. 3O/o öster. Stsb.-Prior. 601/4 30/0 öst. s. Lombard 85% 30/0 Livorneser 39 50/g Toscaner — 5% Elisabeth.-Prior. 84V2 do. II. Emiss. 82i/g Geldsorten. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 57—58 Pistolen . . 9 40—42 „ doppelte 9 40—42 Hon. fl. lost. 9 53—55 Ducaten . . 5 31—33 20 Frankenst. 9 19i/8—201/g Engi. Sover. 11 47—49 Russ. Imper. 9 40—42 Dollar in Gold 2 24—25 Aniehenslooeie. Kurh. 40 Thlr. Loose 70 Nassau 25 fl. 46 40/0 bayr. Präm.-Anl. H6i/2 Ansbacher 7 fl. 13 40/0 badische Loose 114 Badische fl. 35 Loose 71 30/0 Oldenburg, ä 40Thlr. 39 Oestr. fl. 250 v. 1854 823/4 1858r Prioritätsloose 194 1860r Loose 883/4 1864r n 153 Braunschweiger 207/8 Stadt Florenz 83 Aetien. Frankf. Bank 143 Frankf. Vereins-Kasse 125 Darmst. Bankaot. 463 Wien Bankaotien 872 Galizien — Oest. Creditaot. 344 Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener unv Oberhessische Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtliche» Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt. 1/322a Flur Nr. Vzi 5 lDKlftr. 2 Hosraum (Miststätte) in der Kaplansgasse, 2 Hofraithe in der Katharinengasse, — Grabgarten daselbst, 375) Freitag den 23. Februar d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die der Friedrich Krauskopf Wittwe dahier gehörige Hofraithe, als: Holzvcrsteiqerung. 611) Dienstag den 13. d. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im Reiskirchener Gemeindewalde, Di- strict Wilshäuser Wald, nachverzeichnete Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert werden, als: 6 R.-Meter Buchen-Scheidholz, 78,8 „ Buchen- u. Eichen-Prügelh., 22 „ „ „ Stockholz, 1450 Wellen , „ „ Reisholz, 4,95 Festmeter Eichen-Stammholz, 5,93 „ Eichen-Stangenholz. meistbietend versteigert werden. Gießen, den 25. Januar 1872. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Sem ml er, Ortsgerichtsmann. t Anzeiger Der Anfang ist zunächst an den Krämersbornswiesen. Reiskirchen, am 7. Februar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Reiskirchen. Jünger. 622) Freitag den 22. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Nathhause die dem Valentin Heerdt und Ehefrau gehörige Hofraithe, als: Flur Nr. lUKlftr. V959 — Hofraithe auf dem Asterweg, gibt 13V2 kr. Rente, V960 27 Grabgarten daselbst, V969 3 Hofraum mit Stall das., V970 3 Hofraum (Miststätte) das. meistbietend versteigert werden. Gießen, den 9. Februar 1872. Großherzogliches Ortsgericht Gießen Semmler, Ortsgerichtsmann. Holzvecsteinerung im Gießener Stadtwalde. 582) Montag den 12. Februar 1872, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtmalde, Distric- ten Hochwart und Mühlkopf, nachverzetch- netes Holz öffentlich versteigert werden, als: I. Brennholz: 54 R.-Meter Buchen-Scheidholz, 4 „ Eichen- „ 126,7 „ Buchen-Prügelholz, 20,4 „ Eichen- „ 83,5 „ Buchen-Stockholz, 28 „ Eichen- „ 15,80 „ Buchen-Reisholz, 4,60 „ Eichen- „ 1,10 „ Dornen- „ II. Bau-, Werk- und Nutzholz: 112 Eichen - Stämme mit 42,16 Cub.-Meter, 15 Eichen-Stangen „ 1,15 30 Gebund Buchen- Reisholz mit 0,96 Festmeter. . y Die Zusammenkunft ist am Altentisch. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 13. Juni 1872 gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 6. Februar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Holzversteigerung. 615) Donnerstag den 15. Februar d. I., des Morgens um 9 Uhr anfangend, werden im Ruttershäuser Gemeindewalde, Versteigerungen. 621) Montag den 12. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, soll die zu 30 fl. veranschlagte Weißbinderarbeit im Schulhause am Oswald's Berg auf unserem Büreau versteigert werden. Gießen, den 9. Februar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Besondere Bekanntmachung. Oberhessische Eisenbahn - Gesellschaft. Bekanntmachung. 614) Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Eil- und Frachtgut nur in beschränktem Maße zur Beförderung von und nach den Haltestellen angenommen werden kann. Die deßfallsigen Bestimmungen sind bei den Expeditionen einzusehen. Gießen, am 7. Februar 1872. Der Güter-Jnspector: Nies. William Luez 00 Zrr. 36 Lony’s Bierkeller 612) 11. Februar, Nachmittags 4 und Abends 8 Uhr, 30 627) Farbwaarcn - Handlung Condensirte Milch. von Emil Fischbach in Reisstärke ,c« Philipp Nedaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. CHr. Pietsch) in Gießen. :. Nadel- BLenen Honig, Zuckersyrup. Sonntag Montag Dienstag 3ft empfiehlt sich einem geehrten Publikum bestens. Giessen (Seltersweg) CQ co bei Blockchocolade pr. Pfund 28 fr. den // ii H-K Thee, Vanille, Chocolade, Sardellen und Gothaer Cervelatwurst. Ein Eigl von Schillern Die Eig später zu Gun Gießen, aller Arten Körbe und Korbmöbeln besorgt schnell und billig Eduard Klemm, Korbmacher, Neustadt Lit. D- Nr. 29. Ital. Brünellen, getrocknete Kirschen, Aepfelspalten, ganze Aepfel, Mirabellen, Catharina Pflaumen und türk. Zwetschen. Batavia-Arrac, Jamaica-Rum, Cognac, Arme- und Rum- . Piaiasch-Essenz, Malaga, Madeira, Sherry, Maraschino di Kara, Genever, Gilkaer Getreidekümmel und Ranz, »i Gold wasser, Schwarzwälder Kirschwasser, Slihowitz ' und sämmtliche ächte holländ. Liqueure von Wynaaid Pocking. Promotion 4 VttWrch i von 24 bis 101 Centimeter Durchmesse und bis zu 16 Meter Länge, 36 Nadel-Stämme, 1 Birken-Stamm, 33 Nadel-Stangen. Die Zusammenkunft ist im Wehrholz und kommt sämmtliches Bauholz zuerst zur Versteigerung. Ruttershausen, den 7. Februar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Ruttershausen. Klinkel. Sanni Itn Antrag lintr Gesetzes j iwmern nvd) I tijtti: D i m lömislhen m adsolutem M wodnnrn btfüfet unt t ku tW. X Aiün dchar ’ 'vrren Folgte Stellung vcr Eiligabe ford | Webäude- fui I ^kißeis und □ui den MH btiu bit/Jtilig Reinscbmeckendes Schweineschmalz pr. Pfund 28 fr. ,1t Dün-niohl Pvst WJ01 Würfelzucker. Champignons, Trülleln. Sardine» ä l’huile, riiss. Sardinen, Caviar -und Mixed-Pickles. I Tafelmandeln, Tafelrosinen, 3 Ital. Haselnüsse der Sängergesellschaft Geschwister Frietz Anfanq halb 8 Uhr Äbends. Wohnungs-Vermldermig. 573) Meinen Gönnern und Kunden, sowie einem hiesigen verehrlicken Publikum die ergebene Anzeige, daß ich meine Wohnung verlassen habe und nunmehr in der Mühlgasse in dem B ä r r n'schen Hause wohne, und verspreche stets gute, dauerhafte Arbeit und reelle Bedienung. Wilhelm Berg, Schuhmacher. „Frankfurter Slot’." Morgen Samstag den 10. Februar: Parmesan- und Em menthaler EL äse. 629) Allen Denen, welche so herzlichen Antheil an bem(| B Verluste unserers lieben Sohnes und Bruders, M Ludwig Bergauer, U welcher nach kurzem Leiden in Folge eines Hirnschlages dem! MHerrn sanft entschlafen ist, unfern tiefgefühlten Dank. M Lehrer Bergauer in Löhrbach M nebst Frau und Kindern. Mlgß gtsvj 6tn C p u V V V J Perrücken, Lockentouren rc. zum Ver leihen bei Georg Petri, Neuenweg. Stehende Gkschästsaiyrigrn, die sich den Geschäftsfirmen aller Branchen, Patentinhabern, Aerzten, Lehrern, Agenten, Importeuren rc. als äußerst nützlich, ja unentbehrlich erwiesen haben, in den gelesensten Journalen des In- und Auslandes unter den günstigsten Bedingungen zur Insertion zu bringen, erbietet sich die mit dem Vertrauen der Geschäftswelt im reichsten Maaße beehrte Anuoncca-Expcdition von G. L. Daube & Comp. in Frankfurt a. M , München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Stuttgart, Hamburg, Brüssel und Bern. Complete Zeitungs - Cataloge gratis und franco „ Abends 7 Uhr, „ Nachmittags und Abends 8 Uhr: Großes Distritten Mausberg und Wehrholz, folgende Holzsortimente versteigert, als: 36 R.-Meter Buchen-Scheidholz, 583) Meinen Garten am Wismarer Weg bin ich Willens zu verkaufen. Frau Schwan, am alten Arresthaus. Specerei -, Material- und Ballorden Wilh. Klee, am Markt. Toilette-, Bade-, Fenster- und Pferveschwämme. Allgemeine Familien-Zeilung, Jahrgang 1872. Jnhalts-Verzeichniß von Nr. 17: Text r Die Bahnbrecher der Neuzeit. Socialer Roman von Karl Ulmer. (Fortsetzung.) — Professor Victor Bruns. — Tie Eröffnung des italienischen Parlaments zu Rom. — Skizzen aus Persien. — Die Wiener Volksbühne. In zwei Skizzen von Friedrich Axmann. 1. Die Stegreifposse. — Die Familie des Kronprinzen von England. — Der Magen und unser Behagen. Physiologische Skizze von W. Baer. — Die Neujahrs-Gratulation. Brauch oder Mißbrauch? Von Heinrich Becker. — Die Messe des Kardinals von Roban. Erzählung von M. Schmack. — Das Geheimniß des Abb6. Roman von Levin Schücking. (Fortsetzung.) — Aus Natur und Leben. — Chronik der Gegenwart. Von O. Mylius. — Offene Korrespondenz. — Näthsel. — Bilder-Räthsel. — Auflösung des Arithmogryphs, des Näthsels und Palindroms, sowie der Bilder-Näthsel in Nr. 14, 15, 16. Illustrationen: Professor Bruns. Nach einer Photographie gezeichnet von C. Kolo. — Die Eröffnung des italienischen Pailaments zu Rom durch König Victor Emanuel. — Skizzen aus Persien. — Die Familie des Prinzen von Wales. — Der königliche Kirchenstuhl in der Kirche zu Sandringham. — Ansicht von Sandringham- Hall von der Südwest-Seite. — Humoristisches : Der Tabak und seine Freunde. Original- fkizze von A. v. Fischern._____________________________________________________ Wml- und Instrumental-Concerti gegeben von der Gesellschaft Geschwister Fries, bestehend aus 4 Damen und 3 Herren. Entree ä Person 6 fr. ! Große und kleine Rosinen, .ausges. große Mandeln, Citronat, Orangeat, ganzen und gestoßenen Zimmet, gestoßene Raffinade, Citronen, AniSsaamen, Ammo- | ninm uni, Pottasche, i Feilgebotenes. 618) Eine Parthie Packkisten ist zu verkaufen bei I. Schellenberg, Seltersweg. Versteigerung. 610) Montag den 12. l. Mts., von Vormittags 10 Uhr an, lasse ich auf meinem Hofe 1 Pferdewagen, 1 Pflug, 1 Egge, Heu, Stroh und sonstige Haus- und Oeconomie-Geräthschaften öffentlich versteigern. Mainzlar, am 7. Februar 1872. Ludwig Bingel, Müller. 12. 13. 4873) Die Jagdverpachtung. 613) Die der Gemeinde Albach zustehende Feld- und Waldjagd soll am Montag den 12. Februar, Nachmittags 2 Uhr, einer nochmaligen Versteigerung ausgesetzt werden. Albach, den 8. Februar 1872. Grobherzogliche Bürgermeisterei Albach. Balser. Submission V r. !• Maulkörbe mit Cisliehäller für einen schwachsinnigen Kops. Muster nebst Preisangabe wolle man bei den nichtstrifenden Buchdruckern abgeben. ^gkskhea tot rufii SltI den liäo R «Uhr M S'lfyn Co, Jrtte S1 M f