, 0 l i 1 i s ch e v X h e i l. Zwei Jahre nach den ersten Siegen. Die Tage von Weißenburg und Worth bildeten bie glänzende Einleitung, den ersten Act des großen Dramas, das in der Capitulation von Paris und dem Frankfurter Frieden seinen Abschluß fand. Deutschland hat in dem Kampfe seine nationale Einigung wiedergewonnen und geraubtes Land zurückerobert; es hat zugleich die Uebermacht Frankreichs gebrochen und dem europäischen System eine neue Grundlage gegeben. In den ersten siegreichen Schlachten trat besonders die nationale Bedeutung des großen Kampfes herrlich zur Erscheinung. Auf den Schlachtfeldern von Weißenburg und Wörth ist der Süddeutsche sich seiner Zusammengehörigkeit mit dem Norden erst vollkommen bewußt geworden. Das auf jenen Feldern durch die Waffenbrüderschaft geschmiedete Band vermochte keine Eifersucht der Stämme oder Cabinette wieder zu zerreißen. Das war der erste Gedanke, der die Siegeskunde in den Herzen aller Süddeutschen erweckte. Gesammtdeutschland hatte die Feuertaufe erhalten, und das Volk gab dem neuen Bunde den Namen des Deutschen Reiches, noch ehe feierliche Verträge dem Reiche den Kaiser wieder- gegeben hatten. Für Süddeutschland wird sich daher die Erinnerung an die große welterschütternbe Zeit stets mit Vorliebe an die ersten Siegestage knüpfen, weil diese in ihm das Bewußtsein unerschütterlich befestigt haben, daß nur an der Seite Norddeutschlands sich die süddeutsche Kraft in ihrer ganzen Fülle sich bewähren kann. So knüpfen sich an jeden Moment des Krieges besondere Erinnerungen, so ist von jedem großen Ereigniß des Kampfes einer der Fäden ausgegangen, die der Friedensfchluß zusammengefaßt und vereinigt hat. Aber der glücklichste und ruhmvollste Krieg legt doch immer nur den Grund zu neuen Zuständen, zu neuen politischen Schöpfungen. Die Consolidirung der Zustände, die Befestigung der Neuschöpfungen ist die Sache einer angestrengten rastlosen Friedenspolitik. Deutschland lag die doppelte Aufgabe ob, das neue Reich innerlich auszubauen und nach Außen zu sichern, da ja jede Veränderung der Machtverhältntsse eine Unruhe im Staatensystem hervorzubringen pflegt, die nur allzuleicht demjenigen Staat, zu dessen Gunsten das Machtverhältniß verändert ist, zum Gegenstände des allgemeinen Mißtrauens und Argwohns zu machen pflegt. Wir können auf die Arbeit, die sich dem Kriege nach beiden Seiten hin angeschloffen hat, mit Befriedigung und Dank zurückblicken. Deutschland hat nicht auf seinen Lorbeeren geruht; es hat rastlos geschafft, den Kriegsgewinn in einen festen, sicheren Besitz umzuwanbeln, und der Erfolg hat seinen Bemühungen wahrlich nicht gefehlt. Wer die Kraft eines staatlichen Organismus nach der Einfachheit und Symetrie seiner Formen beurtheilen wollte, der würde freilich nicht geneigt sein, vem Deutschen Reich eine hohe Stelle unter den Staatengebilden der Gegenwart anzuweisen. Es ist ein complicirter und eckiger Organismus, in dessen Einrichtung sich die ganze Starrheit und Sprödigkeit der zu verbindenden und zu organisirenden Elemente scharf und bestimmt ausspricht. Aber nichtsdestoweniger hat dieser Organismus eine Leistungsfähigkeit bewährt, die ganz Europa mit Bewunderung erfüllt hat. Man hat die spröden Elemente nicht zertrümmert, sondern sie unter einander und zu dem Ganzen in ein Verhältniß gestellt, in dem ihr eigenes Interesse es ihnen gebot, ihre Kräfte im Dienst des Reiches wirken zu lassen. Uno eben dadurch ist die Sprödigkeit der Gegensätze gemildert worben, dadurch ist eine innere Harmonie hergestellt, die mehr werth ist, als das Gleichgewicht der Formen. Es bedarf nicht erst eines Hinweises auf die einzelnen gesetzgeberischen Leistungen des Reichs, um den sicheren und festen Gang in der Entwicklung der grundlegenden Institutionen in's hellste Licht zu stellen. Die gesetzgeberischen Auf- gaben sind dem Reiche nicht spärlich zugeströmt: es hat sie mit wenigen Aus- nahmen ohne Mühe bewältigt, es hat sich frei innerhalb seiner Eompetenz bewegt, und bewiesen, daß es, wo das Bedürfniß es erfordert, auch die Schrankes seiner Eompetenz zu erweitern fähig ist. Es hat sogar muthig den weltgeschichtlichen Kampf mit der römischen Hierarchie ausgenommen, und die Hoffnung ist berechtigt, baß es denselben Hand in Hand mit den Regierungen der Einzelstaaten siegreich durchzuführen und damit das größte und schwierigste geschichtliche Problem früherer Jahrhunderte und noch der Gegenwart lösen wird. Nach Außen hin ist es der Politik der' ReichSregierung gelungen, das Mißtrauen der übrigen Mächte zu entwaffnen, noch ehe es die Zeit gewonnen, sich zu äußern. Europa erkennt die Macht des Deutschen Reiches neidlos an, weil es weiß, daß es von Deutschland einen Mißbrauch seiner Macht nicht zu fürchten hat. Europa hot 20 Jahre lang unter dem Druck einer lähmenden Kriegsfurcht gelebt, weil dos unruhigste und abenteuerlichste Volk der Welt den Aeolusschlauch in seine unzuverlässigen Hände genommen hatte. Durch Deutschlands Aufschwung ist der Schwerpunkt des europäischen Systems in das Centrum gelegt, und Deutschland hat gewiß keine Ursache, das mühsam und blutig errungene Gleichgewicht der Kräfte durch kriegerische Abenteuer wieder von Neuem zu erschüttern. Deutschland ist eine erhaltende Macht, es will den Frieden, und deshalb hat es Vertrauen gefunden. Italien sieht in dem Anschloß an Deutschland die einzige Möglichkeit, einem französischen Angriffe vorzubeugen. Die Wiener Regierung hat sich überzeugt, daß Deutschland die Gefühle des aufrichtigsten Wohlwollens für das Gedeihen der österreich - ungarischen Monarchie hegt, und Rußland, indem es sich durch Deutschland mit Oesterreich versöhnen läßt, erklärt damit, für bie Gegenwart aus bie ehrgeizigen für Oesterreichs Machtstellung bedrohlichen Entwürfe verzichten zu wollen, die ihm und in manchen Zeiten wohl nicht ohne Grund zugeschrieben sind. Daß diese angebahnte Verständigung ber genannten Mächte überall als eine Bürgschaft für den Weltfrieden und als eine an jeden Friedensstörer gerichtete Warnung aufgefaßt ward, geht aus dem Ingrimm hervor, mit der die Nachricht von dem bevorstehenden Berliner Monarchencongreß alle unruhigen, auf Verwirrung und Zwietracht fpeculirendeu Elemente Europa's erfüllt hat. Der Polonismus ist niedergeschlagen, die ultramontanen Organe erschöpfen sich in Schmähungen und Verdächtigungen der deutschen Politik, dem französischen Chauvinismus vermag selbst der kolossale Erfolg der Anleihe keine ganz ungetrübte Freude zu erwecken, da er sieht, wie im Osten sich eine Verbindung bildet, bie den Frieden bewahrt sehen will und die stark genug ist, um jedem händelsüchtigen Staate die Störung des Friedens zu verbieten. Es ist vielleicht ohne Beispiel in der Geschichte, daß ein mächtiges Reich, welches zwei gewaltigen Kriegen seinen Ursprung verdankt, sich sofort zum Mittelpunkt aller friedlichen Bestrebungen machen kann. Daß es Deutschland gelungen ist, allen Mächten das Vertrauen auf seine Friedensliebe und Selbstbeschränkung einzuflößen, daß es ihm gelungen ist, den alten Rivalen von seinem Wohlwollen zu überzeugen, daß es ihm endlich gelungen ist, zwei Nebenbuhler mit einander zu versöhnen, die sich bereits an den Gedanken gewöhnt hatten, die Entscheidung ihrer Differenzen der ultima ratio amhcimzustellcn, das ist der schönste Triumph, den die deutsche Politik davongetragen hat. Und grabe auch von diesem Gesichts- punkte aus können wir mit dem Gefühle besonderer Befriedigung auf die t! 2 Jahre zurückblicken, die seit den Siegestagen von Weißenburg und Wörth verflossen sind. Deutschland. Darmstadt, 5. August. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 34 enthält: 1) Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Ausführung des FrievenSvertrageS zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich vom 10. Mat 1871 betreffend. 2) Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Befreiung des zu landwirthschaftlichen und gewerblichen Zwecken bestimmten Salzes von der Salzabgabe betreffend. 3) Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Alzey, den Ausschlag des Gehalte» des Großherzoglichen Rabbinen zu Alzey pro 1872 betreffend. 4) Verzeichnis der Vorlesungen, welche auf der Großherzoglich Hessischen LudewigS-Universität zu Gießen im Winterhalbjahre 1872/73 gehalten und am 24. November ihren Anfang nehmen werben. 5) Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. 6) Am 18. Juli wurde dem Ludwig Carl Kriegbaum aus Darmstadt das Patent als Geometer der ersten Klaffe für den Kreis Darmstadt ertheilt. 7) Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 13. Juni dir Steuerpfandmeister bei der nunmehr aufgelösten Oberetnnehmeret Bensheim, Carl Wilhelm Beifenherz und Wilhelm Keller, in gleicher Diensteigenschaft in die Obereinnehmerei Darmstadt und resp. Groß-Umstadt, den Steuerpsandmeister bei der nunmehr aufgelösten Obereinnehmcrei Nidda, Heinrich Becker, in gleicher Diensteigenschaft in die Obereinnehmerei Romrod und am 2. Juli den Steuerpsandmeister bet der nunmehr aufgelösten Obereinnehmerei Nidda, Caspar Scharmann, in gleicher Diensteigenschaft in die Obereinnehmerei Gießen zu versetzen; dem Gefangenwärter an dem Haftlocale zu Wörrstadt, Carl Tempel, die Stelle eines Aufsehers in dem Arresthause Alzey, am 7. Juli dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Schmidt aus Friedberg die evang. Schulstelle zu Wettsaasen, iw Kreise Grünberg, zu übertragen und den Feldwebel Heinrich Vonhof im 1. Großh. Jnsant.-(Leibgarde-)Regiment zum Schloßverwalter der Schloßverwaltung Braunshardt, den Staatsprocurator an dem Bezirksgerichte Mainz, Geh. Justizrath Dr. Julius Hermann Schalck zum General-Staatsprocurator an dem Obergerichte der Provinz Rheinhessen und den Bezirksgerichtsrath und Untersuchungsrichter bei dem Bezirksgerichte Mainz, Ludwig Schön, zum Staatspro- eurator an dem Bezirksgerichte Mainz zu ernennen. Am 19. Juli der Schulamtsaspirantin Christina Thomas aus Mainz, die Stelle einer Lehrerin an der kathol. Stadtschule zu Mainz, am 21. Juli dem Schullehrer zu Grein, im Kreise Heppenheim, Heinrich Klingel, die evang. Schulstelle zu Hopfgarten, im Kr. Als- feld, die vierte evang. Schulstelle zu Nidda, im Kr. Nidda, zu übertragen; am 23. Juli die Bauausseheraspiranten Joh. Heinrich Hofmann aus Freien-Seen, Johannes Müller aus Alzey, Joh. Adam Walther aus Hüttenthal, Georg Michael Willenbücher aus Erbach und Friedrich Maus aus Gernsheim zu Bauaufsehern zu ernennen. 8) Characterertheilung. 9) Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die zweite kathol. Schulstelle zu Dieburg, im Kr. Dieburg, mit einem jährlichen Gehalt von 550 fl. 35kr.; die zweite evang. Schulstelle zu Leihgestern, im Kr. Gießen, mit einem jährlichen Gehalt von 300 fl.; die evang. Pfarrstelle zu Nieber-Moos, im Dekanate Lauterbach, mit einem Gehalte von 1333 fl. 33 fr.; den sämmtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach fleht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Darmstadt, 7. August. Seit mehreren Wochen haben einige öffentliche Blätter verschiedener Richtung ein Gerücht in Umlauf gesetzt, als beabsichtige Seine Königliche Hoheit der Großherzog sich zur linken Hand zu vermählen oder habe es bereits gethan. Wie auch schon von einem der Blätter, in welchen das Gerücht Eingang gefunden, in einer Correspondcnz berichtigend bemerkt wurde, entbehren alle derartigen Nachrichten eines jeden Grundes. Zur Charakteristik der Art und Weise, wie dieselben verbreitet wurden, mag dienen, daß in Holland, welches als Ort der angeblichen Vermählung bezeichnet wurde, das Institut einer morganatischen Ehe gemäß dem dort geltenden Ctvilrecht gar nicht existirt, und daß 'S Gravenhage, bas als angebliches „Gut" dabei eine Rolle gespielt haben soll, gar nichts ist, als der holländische Name für die Stadt Haag, wie sie in Deutschland gewöhnlich genannt wird. (Darwst. Ztg.) Berlin, 6. August. Am Sonnabend trat, wie die „Kreuzztg." meldet, unter Vorsitz des von Homburg zurückgekehrten Cultusministers Dr. Falk eine Conferenz zusammen, welche vorzugsweise aus KirchenrechtSkundigcn zusammenberufen war und welche ihre Berathungen sogar Sonntag fortsctzte. Ueber den Gegenstand ihrer Erörterungen und ob dieselben mit den gegen den Bischof Krementz zu ergreifenden Maßregeln, zur deren Aufklärung der Cultusminister von Seiner Majestät dem Könige nach Homburg berufen war, im Zusammenhänge gestanden haben, verlautet zur Zeit noch nicht» Zuverlässiges. Dresden, 7. August. Vorige Nacht ist nach zehntägigem Krankenlager Emil Devrieut hierselbst gestorben. Stuttgart, 7. August. Die hiesigen Blätter theilen das Programm für die JnspectionSreise des Kronprinzen des deutschen Reiches mit. Derselbe trifft am 15. August in Friedrichshafen ein und reist mit dem König Karl nach Stuttgart, kommt daselbst am Abend um 9 Uhr an, wo er durch die Bürgerschaft festlich empfangen wird. Am 16. August findet die Inspektion der Stuttgarter Garnison und Nachmittags Galadiner im Schlosse Wilhelma statt. Abends wird der Stabtgarten auf städtische Kosten beleuchtet. Am 17. August inspicirt der Kronprinz die Garnison von Ludwigsburg, stattet Abends dem Fürsten Hohenlohe zu Langenburg einen Besuch ab und inspicirt hierauf am Montag die Garnison zu Ulm. München, 5. Aug. Wie man der „A. Z " aus München meldet, wurden am Sonnabend in Berchtesgaden die Königin-Mutter von Bayern und die Königin- Wittwe von Schweben erwartet. Am Sonnabend sollte daselbst bcr deutsche Kaiser eintreffen. — Der König hat an den SttftSprobst v. Döllinger folgendes Handschreiben erlassen: Mein lieber Rector Magnificu» Dr. v. Döllinger! Groß und der Bedeutung der Münchener Hochschule würdig war das Fest, welches in diesen Tagen zu Ehren des siegreichen Kampfes derselben gegen die Macht von vier Jahrhunderten begangen wurde. Freudig habe Ich an der Feier Theil genommen, und fühle Mich gedrungen, allen Festgenossen, welche Mir so viele herrliche Beweise treuer Anhänglichkeit gegeben, Meinen wärmsten Dank kund zu thun Nehmen Sie heute zum Schluffe der Festtage die Versicherung hin, daß Mir da» Wohl der Universität, dieser Pflanzstätte der Wissenschaften, welche eben jetzt durch eine Reihe hervorragender Lehrer geziert ist, stets eine heilige Sorge sein wird, und daß wie immer unter Meinen erlauchten Ahnen, so auch unter Meiner Regierung Wissenschaft und Kunst im Daterlande stets sicheren Hort und liebevolle Pflege finden werden. Indem Ich Ihnen, Mein lieber Rector MagnificuS, und dem gesammten Festausschüsse Meine ganz besondere Anerkennung zolle, bin Ich Ihr wohlgeneigter König Ludwig. Oesterreich. Wien, 5. Aug. Das Oberlandesgericht hat das Urthkil des Landesgerichtes in Wien, womit der altkatholische Pfarrer Alois Anton zu 14 Tagen Arrest ver- urtheilt wurde, bestätigt, weil derselbe in seinen beiden in der Salvatorkirche ge- haltencn Predigten die Einrichtungen der katholischen Kirche, und zwar die Prozesse, die den Heiligsprechungen vorausgehen, und die Heiligsprechungen selbst, so- vie auch das Dogma von der unbefleckten Empfängnrß herabgcwürdigt und ge- chmäht und sich daher nach dem noch in Kraft bestehenden Strafgesetze des Vergehens der Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung schuldig gemacht habe. Gastein, 5. August, Abends 7 Uhr. Des Kaisers Wilhelm Majestät ist soeben hier eingetroffen und bei der Ankunft vom österreichischen Minister Fürst Auersperg, dem Generalseldmarschall Grafen Moltke und den Generalen von Manteuffel und von Zastrow empfangen worden. Gastein ist mit Flaggen geschmückt und die Bevölkerung hieß den Kaiser mit allseitigen herzlichen Zurufen willkommen. Frankreich. Paris, 4. Aug. In Betreff des „deutschen katholischen Vereins" sagt der „UntverS" heute in seinen „Briefen aus Preußen": ES ist wahrscheinlich, daß man sich höchsten OrtS mit dieser ultramontanen Verschwörung als einer Gefahr für das Reich beschäftigen wird. Seit den Worten, welche der Papst an den deutschen Lesevcrein gerichtet hat, wittert man überall da» famose Steinchen, welches dem Coloß die Ferse zerschmettern soll. Es könnte sich ja in den Bruderschaften, in den Congregationen, den Gemeinschaften zu christlichem Leben, in den BonifaciuSvereinen finden; man überwacht sie alle, und bekanntlich hat ein schlechtes Gewissen gute Ohren. Trotz alledem handeln hie Katholiken nach dem Grundsatz: Hilf dir selbst, so wird dir der Himmel helfen. — Der König von Bayern, fahren die Briefe fort, lebt in einer ununterbrochenen „Siesta" auf Schloß Berg. Die Ankunft des Kronprinzen von Preußen hat diese Siesta keineswegs gestöri. Das bayerische Ministerium ist immer noch ohne Haupt, trotz der inneren Kämpfe, trotz der Umtriebe der Nationalliberalen und Freiconser- vativen. Fürst Hohenlohe hat sich unmöglich gemacht, sowohl durch seine Haltung auf dem Reichstag, wie durch seine erwiesene persönliche Unbedeutendheit. In diesem Punkt, hoffen wir, wird König Ludwig sein Volk verstehen und gutem Rath nicht unzugänglich sein. — Das Königreich Würtemberg ist gegenwärtig, wie diese Briefe zu erzählen wissen, das glücklichste Land Deutschlands. Da findet man nicht diese kriechenden Nationalen, die Katholiken genießen des Friedens, die Regierung zeigt durchaus keine Lust, sich zum Kirchenbüttel zu machen. — Was die profcribirtrn Jesuiten betrifft, so werden sie wahrscheinlich größtentheilS bis zum gesetzlich bestimmten Abreisetermin iw Lande bleiben. Die Jesuiten in Paderborn haben schon ihre Möbel verkauft, welche das Doppelte ihres Werthes eingetragen haben; denn alles wollte sich ein Andenken von ihnen verschaffen. Man versichert, auch ihre Häuser in Münster, Paderborn, Aachen und Bonn seien verkauft. Man schaudert vor dem Gedanken, daß all' die neugebauten kaum eröffneten schönen Kirchen in diesen Städten vielleicht geschloffen werden. Ebenso wird e» mit denen ver Redemptoristen gehen. Was noch schmerzlicher, ist die Ausrottung so vieler katholischer Einrichtungen, welche für die Socialisten und Internationalen Platz machen wird. Eines Tags werden der Regierung die Augen aufgehen — beim Feuerschein des Petroleums. Italien. Nom, 3. Aug. Was man auch sagen mag, Antonelli hat keine erbitterteren Gegner, als die Väter vom Orden Jesu, und sie wenden seit Jahren Alle» Daran, den Verhaßten aus dem Sattel zu heben. Bisher waren alle ihre Versuche an der Anhänglichkeit des Papste- an den Mann gescheitert, dessen ungewöhnliche Begabung und Schlauheit bas Schifflein Petri vor dem Scheitern ge- rettet hatte, wie oft es auch zwischen die gefährlichsten Klippen gerathen war. Nun endlich scheinen ihre Bemühungen glücklicheren Erfolg gehabt zu Haben.- Personen, welche man als im Vatican gut unterrichtet bezeichnen darf, versichern, Die Sonne der Gnade de» neunten Pius sei für Antonelli untergegangen, und nur Rücksichten, welche der Papst dem Publikum gegenüber zu beobachten habe, veranlaßten ihn, den Bruch zwischen ihm und seinem Cardinal-Staatssekretär nicht öffentlich sichtbar werden zu lassen. Er sieht Antonelli nur äußerst selten mehr in seinen Gemächern, und nennt ihn fast nie mehr anders als mit den Worten: „Der droben!" Um dies zu verstehen, muß man nämlich wissen, daß Piu» den zweiten Stock des Vatikans und Antonelli den dritten Stock des nämlichen Palastes bewohnt. Als ein Zeichen der höchsten Ungnade des heiligen Vaters gilt namentlich der bekannte Brief desselben an den Cardinal in Betreff der Aushebung der geistlichen Orden, den der Papst gegen alles Herkommen des päpstlichen Hofes an Antonelli richtete, als dieser keinerlei Anstalt machte, in dieser Angelegenheit sich mit einer Note an die Mächte zu wenden. — Die Jesuiten und Msgr. De Merode tragen seitdem den Kopf höher als sonst und Pater Beckx durfte sich in den letzten Wochen wiederholt des besonderen Empfanges von Sr. Heiligkeit erfreuen. In Folge der Verhandlungen de» deutschen Reichstages haben sich viele Jesuiten aus Deutschland über die Alpen begeben und im Kloster von Cava de* Tirenni in der Nähe von Neapel Unterkunft gefunden. Dorthin hat sich vor einigen Tagen auch ihr Ordensgeneral Pater Beckx begeben, und man weiß, daß in den verschwi-genen Räumen jenes Kloster» eine Versammlung von Ordensmitgliedern stattgefunden hat. Portugal. Lissabon, 5. August. Gegen die einer Verschwörung Verdächtigen ist Seiten» der Staaisanwaltschast die gerichtliche Verfolgung beantragt. E» ist wahrscheinlich, daß die HabeaS-CorpuS-Acte suSpendirt werden wird. Los Mei M, urepW4 M ®! Kif, »'* ®‘ gentralasieN/ in Khokanv tun Khan « twrtin M besiegelt häl empH ruM Bergen von vnbtlM Obncollimal ßorpt ouS, cokpt zu rrir Kirgisin fielt Russen ein \ f Dor di nimmt ein R Tage Besuche -ah dieselben nofiene bopp sehr groß sei / Meld her Erde näf sich, daß nie Gestirnes m Andere an e „Bohemia" und selbst ii Tagen ein \ täglich nach eine sehr b wollte, fra, der Comet Fata der Enten im vorigen daselbst fern kam Maredo mochte er e haben, als 3000 Person schrie ein bc habe ihn be mehr krasti Knebelbart der wirklich gezogen wu kritisch starken, „bi unter mit H] Frau,- „ich eine dritte i ihm!" riefen wurde es der i-«°b sich j, stnde. Die! theuerungen Muth besitze ttme Lust h, werden, fid 5" Zug ab| , .Fraul A,n st« werd. 3701) Gießen »•& . «ine r über 6* mV. i®«r bie $L *“«« Mb|t, unt> „ bei B„, IC|8 SM-cht ^te. i’W" R-j-fi-, |g >« »iniDet §ütjj n ®f«fralen voa mit Kaggeg WM Zuichll 8$ 8 7' ®Ut sti Unb >'ebevollr 9 * bin England. London, 6. August. Unterhaus. Sorster antwortet Bartelot, daß auf Anorbnuna der Regierung alles über Hamburg importirte Schafvieh in dem ® g-sch'acht-t werden muffe. Auf da- au« Belgien impor.ie.e Sch-fvieh, auch wenn e« au« Deulschlaud stamme, .ffnoet diese Bestimmung keine Anwendung. Rußland. Während der Kaiser von Rußland nach Berlin kommt, um ,ur Sicherung de« europäischen Frieden« beizutragen, erhebt stch >n Asten gegen da« russtsche Reich der Feind. Der Khan von Chiwa trotzt den Russen mit einer Entschieden, ftett die man sich in Petersburg nicht gefallen lassen will, am allerwenigsten in Eentealasten, wo schlechte Beispiele sehr ansteckend wirken könnten, und zwar selbst in Khokand und Samarkand. Die russtsche Regierung übersandte ein Ultimatum dem Khan durch den in Asten wohlbekannten Sari. Js-Han. Im Ultimatum wurden Bedingungen aufgestellt, die, wenn angenommen, da« Schicksal Chiwa'« besiegelt hätten. Der Herrscher der Chi-vaner ist ein schlauer Diplomat, et empfing den Ablegaten mit den ausgesuchtesten Ehrenbezeugungen, gab ihm zwei russische Gefangene heraus, darunter einen Obersten und entließ ihn mit ganzen Berg-n von — süßen Versprechungen, sonst ließ er die Punkte des Ultimatum« ganz unberührt. Den Russen scheint nun bie Geduld ausg-gangen zu fern, und der Obereommaadant des Kaukasus sandte gleich vom Maglischkaker Militarkrerse ein Corp« aus, das die Bestimmung hat, die Straße für Vie Bewegung eine« Armee- corps zu reinigen und alle Mittel für Transporte >e. vorzubereiten. Die Chiwaner Kirgisen fielen von Chiwa ab, und ihr Chef, Khan Gali-AraSland, versprach den Russen ein HülsSeorps zu stellen. und ihre Wirkung auch an der Börse zu Sußeru. Besonders kommen dieselben dem Tffectenmarkt zu gute. Auf speculattvem Gebiet« hat zwar der Eifer im Kaufen nachgelaffeu und, wie schon gestern erwähnt, sucht man die durch die Eourssteigerung gemachten Gewinnst- in Sicherheit zu bringen. Am meisten wurden wieder Creditactien umgesetzt, aber bei ca. 1 fl. niederem (Sour« al« gestern. Staatsbahn hielt sich ziemlich fest, während Lombarden bei etwa« lebhafterem Der« kehr heute 222 erreichten. Oesterretchlfche Naiionalbank, auch heute gesucht, avancirte bi« 911. Die zur Geltung gekommene Ansicht, daß die Ereditwürdigkeit Oesterreich-Ungarn« gewachsen sei, eine Ansicht, welche freilich in mancher Hinsicht anzuzweifeln ist, hält die Kauflust für österreichische Renten fortdauernd rege, und fanden heute abermals bedeutende Umsätze in Papirrrente statt. Dagegen hat da« Geschäft in neuester französischer Anleihe einen bedeutend ruhigeren Character angenommen, wozu besonders auch die Haltung des Pariser Marktes viel beiträgt, der gestern matter verkehrte, heute wurden sie hier mit 873/4 bezahlt, Resultate mit 2»/2 Fr. Am Gisen- bahnmarkt standen heute Elisabethactien oben an, welche sehr gesucht waren und bi« 270 gehandelt wurden. Die übrigen älteren Gattungen fest, in jüngeren noch schwaches Geschäft. Oberheffen und Hessische LudwigSbahn beliebt. Von Prioritäten wurden Elbthal aus dem Markt genommen. Banken andauernd hoch; Darmstädter streiften heute vorübergehend den 500er, Pfälzer und Basler Bankverein 1091/«, Deutsche Vereinsbank und die übrigen hiesigen Institute fest. Von Loosen waren Raab-Grazer, die gestern sehr in die Höhe getrieben wurden, wieder billiger zu haben; Köln-Mindener gefragt. Für österreichische 1860er, Ungarn und auch für Madrider zeigten sich Käufer. Staatspapiere außer den oben genannten Renten nicht besonder« lebhaft. Amerikaner ziemlich fest und von Prioritäten Oregon etwas besser. LtttillS" sagt dtt ultTümordöntn Trit den Worten, ihert man überall n soll. Es könnte '-"schäften zu ä* t ße alle, und bt* rdrm handeln )t( HiiMl Helsen. i ununterbrochenen i Prrutzev hat diese ci noch ohne Haupt, ahn und Kreieonser' durch seine Haltung nbedeutendheit. I» erstehen und gute« egenwärtig, vir dich : T)a findet man Krüdens, tit Krachen. — WnL tif öhtentheilS bis M suiten in Paderder» WertheS eingetragen m. 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S. 8. 92V4 lC6i/4 106 106% 1882r 963/g 1885r 97*/4 1887r 973/g Amsterdam Augsburg Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto Disconto Oestr. 1858r 1860r 1864r k. 8. 983/g k. 8. 993/4 k. 8. 1047/a k. 8. 1751/e k. 8. 933/g k. 8. 87% k. 8. 105 fl. 250 v» 1854*851/2 Prioritätslooae — Loose 95 n 1591/4 Act Ben. Frankf. Bank 142 Frankf. Vereins-Kasse 147 Darmst. Bankaot. 505 Wien Bankaotien 911 Oest. Creditact. 359 Galizien 2611/2 Actien. 50/0 östr. F. St. E. B. 3551/2 Lombard. Bahn 222 Lud wigsh.-Bexbach 1931/2 MaxbaJin 1463/4 Bayer. Ostbahn 138 Rhein-Nahebahn-Act. 47 Hess. Ludwigsb.-Aot. 1801/4 PrkriUten. 30/g öster. Stsb.-Prior. 59i/6 3% öst. s. Lombard 517/g 3% Livorneser 3 91/4 5% Toscaner 623/g 5% Elisabeth.-Prior. 861/4 do. II. Emisa. 851/4________ Anlehennioose. Darmstädter fl.50Loose 195 n »25 „ 541/2 Knrh. 40 Thlr. Loose 70^2 Nassau 25 fl. — Braun eohweiger 212/4 30/0 Oldenburg, ä 40Thlr. 39 40/g bayr. Präm.-Anl. 1133/s 40/0 badische Loose 1 ll3/4 Badische fl. 35 Loose 7O3/4 k. k. k. k. Von Frankfurt a. M. direct mit jeder Post befördere ich, die meiner Annoncen-Expedition zur Vermittlung aufgegebenen Inserate, ohne Anrechnung von Provision oder Porto, zu den Original-Zeitungspreisen an die, für die verschiedenen Zwecke bestgeeigneten Zeitungen des In- und Auslandes. "Meine Provision beziehe ich als officieller Agent von den betreffenden Zeitungen. Rudolph Mosse, Annoncen-Expedition 45 Zeit, Frankfurt a. W. Zeit 45. Berlin, Wien, Nürnberg, München, Hamburg, Zürich, Straßburg, Breölau, Halle a. d. S , Leipzig, Stuttgart, Prag. Alleinige Inseraten - Pacht : „Fliegende Blätter", „Kladderadatsch", „Figaro." Börsenberichte. ^rnnffnrt a M 7. August. Die durch die Reduktion der französischen Nentenzeichnun- gen frei^werdend^n Kautionen beginnen bereit« in die verschiedenen VerkehrSkanäle zuruckzuflußen Vermischtes. ,z (Bor dem Untergang der Welt.) Die „Reichenberger Ztg." schreibt: Am 11. August nimmt ein Restaurateur tn Groß-Schönau (bei Zittau) von den sein Local an diesem Tage Besuchenden für Speisen und Getränke unter der Bedingung ke ne Bezahlung, daß dieselben, falls die Welt am 12. August nicht untergeht, am 13. August: das Genossene doppelt zu bezahlen haben. Die Zahl der diesen Vertrag Accepttrenden soll 0. -- „Aöun Z4UCUI l|l tl ..... -V— 1 -/ _ ihm'" riefen Alle. Es wurden Steine herbeigeschleppt, und dem wackeren Mareda wurde es bereits unheimlich zu Muthe, als endlich die Polizei einschrttt Der Commffsar begab sich zu dem Bedrohten und erkannte bald, daß eine Personsverwechs.ung statt- finde. Die Volksmenge ließ sich jedoch durchaus nicht überzeugen und sah m^den Be- theuerungen des Wieners nur ein neues Zeichen, daß der Geschlagene von Sedan keinen Muth besitze. Der Polizeibeamie sah sich gezwungen, Herrn Mareda, welcher durchau keine Lust hatte, um seiner Aehnlichkeit mit dem ehemaligen Herrscher^willen gelyncht z werden, sicheres Geleite aus der Stadt und bis zum Bahnhofe zu geben, wo eben „ Papierrente 6OV4 Spanier, neuest. 3% 2sti/g “ ~ ' 1881r 995/8 0 (Weltuntergang.) Die Furcht vor dem Cometen, welcher sich in diesem Monate der Erde näheren'soll, greift unter der abergläubigen Bevölkerung Prags derart um sich, daß viele Familien bereits Anstalten treffen, um auf einen Zusammenstoß dieses Gestirnes mit der Erde gefaßt zu sein. Einige Dauben an eine Ueb^chwemmuntz, Andere an eine Persinng der Erde und die Vernichtung derselben dmch Feuer. Die .Bohemia" versichert, sie könnte Beispiele anführen, wie weit diese Furcht im Familien- und selbst im öffentlichen Leben schon hemmend gewirkt hat. So kommt seit einigen Tagen ein Bysterzer Bauer, der nicht mehr in den besten Vermogensverhaltmssen steht, täglich nach Brünn, macht Schulden auf feine Realität und verschleußt das Geld auf eine sehr leichtsinnige Art- Als ihn ein Wucherer, welcher ihm kein Geld mehr geben wollte fragte, was er machen werde, wenn Alles vergeudet fern werde, antwortete er, der Comet komme am 12. August und bis dahin fei er versorgt. Fatale Aehnlichkeit. Der Wiener Bürger F. W- Mareda, Gründer und Dlrector der Ersten Oesterreichischen Seifensieder- („Apollo"-) Gewerksgefellschaft, unternahm im vorigen Monat eine Reife nach Thüringen und an den Harz, um Land und Leute daselbst f.nnen zu lernen. Nachdem er mehrere Städte und Badeorte besucht hatte, kam Mareda auch nach Quedlinburg, wo er zum Gasthose „zum Baren" abstieg. Kaum mochte er einige Minuten durch das geöffnete Fenster aus den Platz hinab geschaut haben, als sich allmälig eine große Menschenmenge (Mareda s^^ ^eselbe auf 3000 Personen) vor seinem Hotel versammelte und ihn neugierig betrachtete. Endlich schrie ein baumstarker Kerl: „Herunter mit ihm, nieder nut ihm, ich kenm ihn genau, habe ihn bei Sedan gesehen, denn —", und hier gebrauchte der Mann Ausdrücke, die mehr kräftig als salonfähig waren. „Damit man ihn nicht erkenne, hat er sich den Knebelbart abrasiren lasten", fuhr der^Baumstarke-fort. Jetzt erst merkte Mareda, der wirklich schon zuweilen von Freunden wegen seiner Aehnlichkeit mit „Ihm auL gezogen wurde, daß diese Versammlung ihn als Pseudo-Napoleon halte und daß seine Geldsorten. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 41—48 r doppelte 9 41—43 Holl. fl. 10 8t. 9 53—55 Ducaten . . 5 34—36 20 Frankens!. 9 211/2— 22‘/2 Engi. Boxer. 11 49—51 Kuss. Imper. 9 43—45 Dollar in Gold 2 24i/2—25i/8 Bßrsennachrichteü. 7. August 1872. Preuss. 4i/3 % Obllg. 103 Frankf. 31/2°/o Obi. 87% Nass. 4i/a°/o Obi. 992/4 Kurhess. 4% n 94‘/4 Gr. Hess. 50/0 Ob). 1023/8 , „ 4% , 981/2 „ „ 3 Wo » 921/2 Bayer. 5% n 1005/e , 41/2% 1jährige 100$/8 M 40/a 1jährige 943/4 Würtemb. 4-1/g% ObL 993/4 Baden 41/3% Obi. c. E. L. 100 Oesterr. Silberrente 66 ‘/8 Allqemetner Anzeiger. Besondere Bekanntmachung. 3701) Nachstehende Bekanntmachung Großh. Ministeriums di« Innern bringen wir zur öffentlichen Kenntniß und bemerken, daß bie danach genehmigte Rückrergutnng des Octrois vom 1. Juli b. I. ab geleistet tmrb- Gießen, ben 2. August 1872. Großherzoglich- Bürgermeisterei Gießern Bekanntmachung, das Reglement über die Erhebung des Uadtischen OctroiS ;» Gießen, insbesondere die Ruckoergutung des Octro.s von ausgeführtem Bier und von wieder ausgefuhrtem betreffend. v°rst°^u^MnaSnb?w.DSstD'^ bie Erhebung und Controlirung des städtischen Octrois zu Gießen vom zu genehmigen geruht: Eine Octroi-Rückoergütung findet ferner statt: 1) Bei der Anfuhr von in der Stadt oder Gemarkung Gießen erzeugtem B . Die Rückvergütung beträgt 3 Kreuzer für das Hectol • verpflichtet, Die Brauer, welche eine Rückvergütung in Anspruch nehmen,smd verpsUchiL über das von ihnen ausgeführte Bier besondere Versandtbuch z Auszüge der Großh. Bürgermeisterei Gießen periodisch einzureichen und dem städtischen Octroi-Controlpersonale Einsicht der von ihnen geführten Bücher zu gestatten. 2) Bei der Wiederausfuhr von Hafer, wenn eine Menge von wenigstens lO Hectoliter wieder ausgeführt wird. Die Rückvergütung beträgt 2 Kreuzer für das Hectollter zu 50 Kilogramm. Die Wiederausfuhr ist bei dem Octroi-Erheber des Ausgangsthores mittelst einer schriftlichen Declaration anzuzeigen, welche den Bestimmungsort, die auszuführende Menge im Ganzen, sowie die Zahl der Säcke und das Gewicht jedes einzelnen Sackes genau zu bezeichnen hat. Darmstadt, den 2. Juli 1872. Großherzogliches Ministerium des Innern. v. Becktold. Versteigerungen. I3691) ^rClta^a(^rn1itta^§P3U^L * $ 3668) Freitag ben 9. August d. I., Nachmittags 3 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus die den Erben des Herrn Carl Ebel I. dähier gehörige Hofraithe auf dem Kreuz nochmals meistbietend versteigert und dem Meistbietenden der Zuschlag ertheilt werden. Gießen, den 25. August 1872. In Auftrag: Semmler, Ortsgerichtsmann. wird dem Georg Gerlach III. von Rod- heim eine demselben in der Gemarkung Rodheim zustehende Hofraithe, 350 Thlr taxirt, auf dem Rathhaufe zu Rodheim zwangsweise versteigert. Gladenbach, den 5. August 1872. Königliches Amtsgericht Abth. II. Klingelhösser. Arbeitsversteigerung. 3707) * ’xvx 1,1 -* *yuwy, vci ! Georg Dör r, Kirchenplatz. rrarbeiten Beste Qualität Wintermalz hmend in (3335) empfiehlt Pitthan. (3670) » 55 Feilgebotenes. CO »«MS^Äüita - Emgnnachlo (Kurte sa Schwalheimer Hvmburger Elisabethen- Selterser (Raffaut brunucn, Kissinger Rakoczy Siedenburg, Wendt Co. in II 1*0 II IC II 6 30 Friedrichshaller Bitter waffer. , 3684) Wetstbindergesellen und Hand- latiflcr finden dauernde Beschä'tigung bei; Joseph Möhl, Hintergasse. I 3535) ArmmergeseÜeil finden dauernde Beschästigun, bei I. Alker. 3704) Tafelsalz ist angekommen bei A d. Guld an, vormals PH. Oppermann. 3666) Ein kleines freundliches Familien- ist an eine stille Familie zu vermiethen und am 17. October, auf Wunsch auch früher.! ZU beziehen. Carl Deines. Wildunger, Carlsbadee Sprndelfalz. 3698) Briefpapier mit jedem beliebigen Namensstempel, das Buch zu 8, 9, 10, 12, 14 und 16 fr., bei Valentin Wurmes, Buchbinder, Wallthorftraße Lit. A. 134. I G. PH. Fillmann, ______Neustadt. neue schottische Matjeshäringe, geräuch. Winter-Rheinlachs, empfehlen (1 Maschinchcn mit 32 Lichtern für 1 Jahr zu 38 fr.), welche ihrer Sparsamkeit im Brennen und Reinlichkeit wegen bestens zu empfehlen sind, bei I. A. Busch Söhne. verkäuflich abzugeben. Bei wem? sagt die Expedition d. Bltts. 2453) Alten Malaga, Tokeyer, Dry Madeira. Old Sherry, Rothe u. weiße Weine, verschiedene Sorten, in bekannter Güte, empfehlen 3 A. Busch S ö hne. ÖL Bermiethungen. 3703) Der untere Stock nebst Laden des Balser'schen Hauses, Neuenbäuen Nr. 85, ist auf den 1 October zu vermiethen, desgl ein Pferdestall. Tb. Wode. 3679) Ein zweiter Bierjunge öksucht von Georg Dörr, _________________ Kirchenplatz. Aea-emischer Gesangverein Heute Abend um 7 Uhr im Club-Saale: Haupt - Probe von Mendelssohn's Walpurgisnacht. Der Vorstand. ■ lllllllieil ......... IUI Annoncen - Bureau von 3677) Ein Viertel Hafer ist auf dem Halm zu verkaufen. Näheres bei Eduard Ottmann, Schloßgasse, j 3643) Meine sämmtlichen Aecker Rnb auf eine Reihe von Jahren zu verpachten. _____®fl. bony, Neuenweg. 15 „ 80 „ 16 „ Weißbinderarbeit, " " 295 " 10 " Allendorf a. d. Lda, den 5. August 1872. In Auftrag: L. Hahn, _ Bezirksbauaufs eher. I. A.: Körner, Bezirksbauaufseher. Brmcr TaichsschWhrts-GeftWast. _____M. Xe")OrCi wird am d)rohn dauerndes Engagement. Es mag sic jedoch nur ein solcher melden, der wirklici tüchtig tft Th. Brück. 3602) Ein unmöblirtes Zimmer ist iu vermiethen. Lit. 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