^r^efeH Str-, ^agnlt. ^tten, LrrtS d^erLvljährisr 1 fl. 12 fr. atft Brw.yerlshn, Durch bi* Poft d^ogeN vterteffShrig 1 fl. M f< Erscheint täglich, mit Auv- nahme SonntagS. Expedition: Canz lei berg, Sit. B. Nr. 1. > Mzeige- und AmtsöNt für den Kreis Kießen. Ux. 2$ 8 Samstag des 7. Deccmber ? Q£nJPw|TTn'-T 'ir'' —iiiirhiiliiiiiriiiiiii Ium । _______ WL’ ......... ---------- ' 1 ** **r*1* *1 ■—1 1 ~~ '.■ ■- . .— . - m-■■■-. _ .ji.j._i Brodpreife vom 7. bis la. Deccmber 1872, n nach eigener Erklärung der Bäcker: ? ^>>0 gemischtes Brod 20 fr. 1 Kilo gemischtes Brod 10 fr. 2 Kilo Roggenbrod: erste Sorte 17 fr., zweite Sorle 15 fr. --——____ U W t t I kV e x L tz e i!. «. igurken, e. Kundin zur Nächt' Tecember an ien Hinterhaust Zelzer L, üubmacher. ebttn als rühm- lincn aus Biele- eisen im Austrag kmzleiberg 65 onen 1872 an/ aus tngeil tönttcn ?n ErstatMg ZublilisfionkN en betreffs anbei ei«j»' nten geböte dte.b-- saubtim- .'S ! W» ^.Alluahwt' 'S b.4 l«” tfäs: ,u»'" Betreffend: Die Vollziehung des Gesetzes vom 6. Juni 1853, die Versicherung der Gebäude ®tc&en am 31 December 1872. gegen Feuersgefahr und die Vergütung der Brandschäden betreffend. Das Großhcrzoglichc Krcisamt Gicßcn an d-r Großher^oglichen Bürgerineistrrcieu des Kreises. niß ^m1Cnl4 $®gen 7°r'zulegen S^“"3 M Gemeinderaths die vorgeschriebene jährliche Revision der Brandkataster vorzunehmen und das v. N ö d e r. Politische,- T h e i k. Die Wiedergeburt Frankreichs. Durch die französische Presse und das französische Volk ging vor einiger Zeit em Zug der Zerknirschung. Die furchtbaren Niederlagen, die ungeheueren Verluste, die nach einer kurzen Periode leidenschaftlicher Aufregung nothwendig einiretende Erschlaffung: Alles trug dazu bei, eine Art bugfertiger Stimmung zu erzeugen, etwas der Art, was sonst Aschermittwoch mit sich zu bringen pflegt. Wir haben da recht schöne Sachen gehört: Reuevolle Bekenntnisse und Selbstankiagcn, Geißelungen der eingewurzelten Eitelkeit, des sträflichen Leichtsinnes, der Unbeständigkeit, tbörichter Ueberhibung rc wechselten mit Gelübden der Besserung. Man wies auf Preußens Beispiel hin, das sich nach seinem jähen Fall 1806 durch ernste Arbeit, durch unablässige Riformthätigkeit wieder erhob und faßte die lobenöwerthesten Beschlüsse. Gewissenhaft notirte das Ausland diese Anwandlungen, seloft wir, die von den Franzosen als unerbittliche Feinde betrachtet werden, beglückwünschten unsere Gegner zu diesem ersten Zeichen der Einkehr und der Umkehr. Es fehlte freilich nicht an Stimmen, die hinter dem allrn nichts sahen als das Gebet einer schönen Sünderin, welche damit die Pausen zwischen zwei Abcn teuern ausfüllt und leider haben diese letzteren nur zu sehr Recht behalten. Fort sind die guten Vorsätze, weg die Demuth. Die alte Selbstüberschätzung, der, toU es scheint, unaustilgbare Leichtsinn hat sich der Nation von Neuem bemächtigt. Und mehr als das, sie steht im Begriff, der Welt zum zweiten Male das Schauspiel eines Volkes zu geben, daß sich unter den Augen des Fremden, der noch ganze Provinzen in seiner Gewalt hat, zerfleischt. Die Tage der Commune und der Belagerung von Paris durch Versailler werden unvergessen bleiben. Seit den Gladiatorenkämpfen Rom'S, in denen sich die Kinder fremder Völker einander »um Ergötzen der hoynlachenven Herren des Erdballs umbrachten, hat die Welt nichts Herabwürdigenderes gesehen. Unter den Augen der gehaßten deutschen „Barbaren" schlachteten die Angehörigen der großen, der edlen Nation einander ab. Ströme Blutes flössen, Rauch- und Brandopfcr brachten sie den Dämonen der Selbstsucht und der Zwietracht. Hätte ein Funke von Hochsinn, hätte nur ein Anflug wirklich nationalen Stolzes ihre Brust beseelt, jeder Einzelne würde sich lieber selbst d.n Dolch in's Hcrz gestoßen haben, statt ihn vor deutschen Augen, vor den Augen des gehaßten Siegers gegen einen Landsmann zu zücken. Daß sie es dennoch vermochten, beweist mehr als Alles die Hohlheit der französt- schen Deklamationen von dem «hmn angeborenen Edelsinn. Und doch läßt sich dafür noch ein Wort der Entschuldigung finden. Noch waren die Gemüther überreizt. Die Kampfeswuth zitterte in jedem Einzelnen nach. Die Nation war noch nicht zu sich selbst gekommen, sie lag im Delirium! Aber heute, nachdem der Friede länger als Jahresfrist geschlossen ist, nach kaum von den Lippen geflossenem Geständnisse der begangenen Fehler und der daran geknüpften Gelübde, heute fehlt jeder Vorwand, fehlt jeder Rechtfertigungsgrunv. Das erste Gebot der Selbstachtung mußte ihnen sein: Ruhenlaffen aller inneren Zwiste, Waffenstillstand zwischen allen Parteien bis zur vollständigen Räumung des französischen Bodens von fremden Truppen. Statt dessen führen sie Tag für Tag die widerlichsten, tumultuarischen Srenen auf und stehen bereits auf dem Sprunge, einander von Neuem in die Haare zu gerathen. Widerlicher als alles Andere dabet ist, daß sie sich der noch im Lande ßehenden Deutschen gegenseitig als Popanz bedienen und mit deren Wiederein- schreiten drohen. Eine Nation, der das Ehrgefühl, das Gefühl dessen, was sie ihrer eigenen Würde schuldet, so vollständig abhanden gekommen ist, hat den Boden für ihre Wiedergeburt verloren. Sie ist wider zu achten noch zu fürchten. (D. Pr.) Deutfehland-. Darmstadt, 3. Decbr. Das heute ausgegebene Großh. Regierrinqsblatt 9t r. 52 enthält: 1. Bekanntmachung des zur Leitung der Wahl von zwei Mitgliedern der ersten Kammer der Stände, welche der in dem Großhrrzogthum genügend mit Grundeiger.thum angesessene Adel aus seiner Mitte zu wählen hat, ernannten Rkgierungs - Commissä>s, die von Den stimmberechtigten adeligen Grundbesitzern vorzunehm-nd Wahl von zwei Mitgliedern der ersten Kammer der Stände vctr. 2. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Dieburg, die Erhebung einer nach- trägl ^:n Umlage zu der israelitischen Religionsgemeinde Altbetm für 1872 betr. 3. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Bingen, die Erhebung einer weiteren Umlage für die israelusche ReligionSgemcinde zu Ober-Ingelheim für 1872 betr. 4. NameuSveränderung. 5. Dienstnachrichten Seine Königs. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst g^uht: am 19. November den Actenträger und charakterisirten Canz- leidiener Carl Philipp Winter zum Canzleidiener bei dem Hofgerichte ter Provinz Starkenburg und den Canzleiwärter in Pension bei dem Kriegsministerium Adolph Carl Frhrn. v. Viüiez gleichfalls zum Canzleidiener bei dem Hofgerichte der Provinz Starkenburg zu ernennen; an demselben Tage den von dem Grafen zu Erbach. Schönberg auf die zweite evang. Schulstelle zu Rimbach, im Kreise Lindenfels, prasentirtcn SchulamtS-Aspiranten Georg Göbel aus Groß-Zimmern, im Kreise Dieburg, für diese Stelle zu bestätigen. 6. Versetzung in den Ruhestand. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 19. November den Canzleidiener bei dem Hof- genchte der Provinz Starkenburg, Heinrich Krebs, unter Anerkennung seiner langjährig n mit Eifer und Treue geleisteten Dienste, wegen gestörter Gesundheit in den Ruhestand zu versetzen. 7. Concurrenzeröffnung. Erledigt ist: dle evang. Schulstelle zu Bergheim, im Kreise Nidda, mit einem jährlichen Gehalt von 300 fl. Schotten. 1. Decmber. In der gestern dahier flattgehabten, auch vom Lande besucht n Versammlung von Wählern wurde Pfarrer Schaub zu Ulrichstein einstimmig als C.'ndivat zum Landtagsabgeordneten für den 11. Wahlkreis aufgistellt. , (M.-Ztg.) Berlin, 4. Decbr. Der Kriegsminister Graf v. Roon hat sich auf sein Gut Gütcrgotz begeben, und wie man von verschiedenen Seiten hört, wird er sich bald in den Ruhestand zurückziehen, da seine Gesundheit schon lange erschüt- tert ist. Als KriegSmiuister hat er sich bleibende, allseitig anerkannte Verdienste erworben. W?gen seiner politischen Parteistellung hat die liberale Partei keine Ursache, ihn zu rühmen. Als er jetzt gerade vor 13 Jahren in das Ministerium Auerswald eintrat, befürchtete man, daß er bei seiner der Kreuzzeitung nahe verwandten Gesinnung einen in das liberale Ministerium eingetriebenen Keil abgeben werde, und diese Prophezeiung ist trotz aller Abläugnungen in Erfüllung gegangen. Für Herrn v. Roon war die Temperatur des Herrenhauses immer angenehmer als die des Abgeordnetenhauses, und noch zuletzt bei der Frage über den Pairsschub wandte sich die feudale Partei nicht ohne Erfolg an ihn, um den Pairtschub abzuwenden oder doch bedeutungslos zu machen. Als seinen Nachfolger nennt man vermuthnngsweise den General v. VoigtS-Rhectz, der kürzlich hicher berufen wurde „zur Dienstleistung im Kriegsministerium." Er ist bekannt- lich einer unserer gebildetsten Generale, von humanem, liebenswürdigem Wesen, und hat auch in der Politik ziemlich freisinnige Anschauungen, so weit man sie der einem bohen preußischen Militär erwarten darf. Berlin, 5. Decbr. Das Journal „L'armöe francaise illustr^" vom 11. November enthält folgende Mittheilung: „Es ist in letzter Zeit viel von preußi- scheu Fahnen gesprochen worden, welche sich im Hotel der Invaliden befunden hatten und den Preußen nach der Belagerung zurückgegeben worden wären. Die Wahrheit de» Verschwinden» dieser Fahnen während eines Jahres ist folgende:! Bor de» Kriege waren e» zwei, bei Jena genommene Fahnen, welche sich im Hotel der Invalide« befanden; bei Ausbruch des Krieges wurden sie nach Brest gesandt, woselbst sie bis zum 1. Juni 1872 verblieben. Zu dieser Zeit wurden sie «ach Paris zurückgebracht und befinden sich wieder im Hotel der Invaliden. -Außerdem befindet sich daselbst eine bet Gravelotte den deutschen Truppen genommene Fahne." Was die letztere Angabe betrifft, — schreibt das „Militär Wochenblatt" — so ist damit höchst wahrscheinlich die Fahne des 2. Bataillons, Regiments Nr. 16 geweint, welche am 16. August in der Schlacht bet Vionville- Mars la Tour zerschossen und von der nur der untere Theil des Fahnenstockes bis incl. Fahnenrtng von den preußischen Truppen aus dem heißen Kampfgewühl Mann an Mann gerettet wurde. Wie in dem amtlichen Vcrzeichniß der durch feindliches Feuer beschädigten und reparirten Fahnen zu ersehen, ist diese Fahne nach ihrer D-rvollständigung wieder an das 2. Bataillon, Infanterie-Regiments Nr. 16, zurückgegeben worden, ein Verlust der Fahne daher nicht constatirt. Berlin, 5. Decbr. Herrenhaus. Der Präsident theilt die Liste der vier- undzwanzig neuernannten Herrenhaus-Mitglieder mit, welche bis auf den nicht ernannten früheren Minister v. d. Heydt der bekannten Liste entsprechen und groß- tentheil« im Hause anwesend sind. Das Haus beschließt sodann, die KreiSorb- nungsvorlage zur Dorberathung im Plenum zu stellen und verweist das Gesetz über die Aufhebung der Addeckereirrchte an die Agrar-Comwijsion. Das Gesetz über die Aufhebung der Verkaufs- und Näherrechte in der Provinz Hannover soll durch Schlußberathung erledigt werden. In der morgigen Sitzung Vorbe- rathuna der Kretsordnung. Aus Bayern, 4. Decewber. Ein Artikel der „A. Allg. Ztg." : „Politische Gedanken über den Schwindel der Dachauerbanken", Hot den Anlaß zu einer Polemik zwischen dem Verfasser und dem erzbischösticheu Ordinariat München gegeben. Letzteres hatte für gut befunden, den Passus des obigen Artikels, welcher den Clerus auf dem Lande der Mitschuld an dem Schwindel zieh, weil er unterlassen hatte, die fieberhafte Gewinngier zu bannen, im Pastoralblatt der Diöcese München, al- eine „böswillige Verleumdung" zrrückzuweisen. Der Verfasser des Artikels replicirt heute in der „Allg. Ztg.", indem er einfach den Beweis der Wahrheit führt. Der Verfasser faßt: Die „amtlichen Erhebungen" müssen wegen der Kürze der Zeit uothwendig sehr oberflächlich fein, andererseits führt er positive Thatfachen an, die seine erste Recrtmination hinlänglich begründen. So, daß Herr Cooperator Kannreuthcr jetzt selber zugiebt, daß er aus dem Blutgelde der Dachauer Bank ein Darlehen von 10,000 fl. nahm, um dem katholischen Cafino zu Giesing ein Haus zu bauen, und er war „Vorstand" jenes Vereins, dessen Mitglieder blind auf die Worte des Meisters schworen; ferner zu dem Hause, das der katholische G-sellenverein v. I. in der Entenbachstraße in München rr richtete, wurde Spitzeder'scheS Geld beigeschoffen, und ein Priister, Cooperatear R., war eS, der den Handel leitete und sich selbst dabei eine treffliche Wohnung referierte. Weiß das hohe Ordinariat, fragt der Verfasser, nichts von Geschenken, die aus dem Gelve jener Bank ex voto, oder unter der Form eines Darlehens an Kirchen und Kirch-nvoistände gemacht wurden; weiß es nicht, daß ein P-iester es war, der am Morgen nach der Schließung des SpitzeDtr'schkn Geschäfts die Massen auf offener Straße anredete, und darüber selbst zu gerichtlichem Verhör genommen ward? Als die Wache das Haus der Banlbesitz^rin bezog, da fanden Soldaten auf dem Boden, in den Gängen, im Papierkorb die Briefe und Visitenkarten von Geistlichen (unter andern die des bekannten Gebetbuchfchreibers ©„). Wenn solche Dokumente in den Parterrelocalen und auf der Erde zu finden waren^ was wag dann das Arbeitszimmer, was mögen die Bücher und die Schatulle jenes berüchtigten Weibes enthalten! Wir fragen Jeden, der nicht blind fein will, ob eine Fühlung zwischen dem CleruS und jenem Geschäftsbetrieb existirte oder nicht? Geistliche haben selbst (ein einziger 6—8) Wechsel auf ihren Namen yräsentirt, cben'o eine Masse Pfarrersköchinnen, welche sicher nicht ohne Rath über ihre Ersparnisse verfügten. DaS Publikum kann richten, ob Angesichts dieser unbestreitbaren Thatfachen jener Artikel der „A. Allg. Ztg." eine „Verleumdung" des katholischen Clerus war. Artillerie-RegimeatS, welches in Nancy liegt. Er hatte am Kopfe eine tiefe Wunde, w!lche man ihm mit einer eisernen Stange beigebracht hatte, die neben ihm gefunden wurde. Ans den Aussagen mehrerer Zeugen geht hervor, daß dieser Soldat, der sich ohne Zweifel im trunkenen Zustande befand, in die Ställe de» WirthShauseS eindringcn wollte, weil er sie für die seines Regimentes hielt. Im Innern des Stalles befand sich ein Individuum, das man wegen der Dunkelheit nicht erkennen konnte und das sich bemühte, dem Soldaten klar zu machen, daß er sich irre. Dieses Individuum verlor zuletzt die Geduld und ergriff die eiserne Stange, mit der es dem deutschen Soldaten über den Kopf schlug, woraus dieser tobt zu Boden stürzte. Die deutschen Behörden ließen zuerst den Stallknecht des WirthShauseS — er heißt Vallee — verhaften, welchen die Zeugen als den Thäter z« bezeichnen schienen. Val6r befeuerte seine Unschuld, ohne aber weitere Aussagen machen zu wollen. Als man ihm drohte, ihn bis zur Entdeckung des wahren Schuldigcn im Gefängnisse zu lassen, gab er an, daß der Mörder der Sohn des Wirthes — er nennt sich Hutin — sei. Derselbe wurde sofort verhaftet, lieber dessen Schicksal ist noch nichts weiteres bestimmt worden." Paris, 6. Decbr. Das „Journal des Debats" ist der Ansicht, daß in Folge der gestrigen Wahlabstimmung der Bureaux die Dinge wieder auf dem- selben Punkt stehen, wie am Tagc nach der Wahl der Commission Kerdrel. Der „Siöcle" ist überzeugt, daß der einzige Ausweg die Auflösung der Nationalversammlung ist. Das Blatt ergreift sofort die Initiative zu einem Petition-sturm in diesem Sinne. Paris / 6. Decbr. Die Rechte rechnet mit Sicherheit auf eine Umbildung des Cabinets in ihrem Sinne, lieber den Minister - Candidaten für ein solches Cobinet werden genannt: Dufaure für das Innere, Märtel für die Justiz, Fourton für die Arbeiten, Vitet für den Unterricht. Gerüchtsweife verlautet, daß Thiers mit dem früheren kaiserlichen Finanzmiuister Mugne wegen Ueder- aahme d:S Finanzministeriums verhandelt habe. Spanien. Aus Spanien liefen in letzter Zeit beunruhigende Nachrichten ein. Zu der carlistischen Erhebung ist eine republikanische gekommen, und König Amadeo liegt kraak in Madrid. JnDeß scheint doch Alles nicht so schlimm zu fein, wie es die Feinde der favoyischen Dynastie dargestellt hatten. Der König ist in der Genesung begriffen und die Empörung der Republikaner entpuppt sich als ein mißglückter Putsch einiger Umsturzmänner, welche von Zeit zn Zeit das Bedürfniß gaben, in Revolution zu machen. Da- Dirtctorinm der eigentlichen republikanischen Partei im Lande will von der ganzen Bewegung nichts wissen, ja der gefeierte CastUar hat sogar erklärt, daß jeder Aufstand unter den obwalt"Nden Verhältnissen eine Meuterei fei, welche ihre Spitze gegen die Politik des Direc- tonums krhre. Was übrigens die getreuen Untertanen des spanischen Königeinander zutraoen, geht aus dem neu! ch in Madrid verbreiteten Gerüchte hervor, daß der Krankheit AmadeoS eine Vergiftung z« Grunde liege. Man hat keinen Anhaltspunkt für die Wahrheit dieser Nachricht, immerhin aber illustrirt sie an sich schon die spanischen Zustande in bezeichnender Weife. AnderSwo würde man auf solch einen Gedanken gar nicht gekommen fein. Fri sch b a ck e r ? u Gießen. Sonntag den 8. Dec em bei. August Noll auf der Mäusburg, Christian Noll Wittwe in der Neustadt und Louis Keil in den Neuenbäuen. Kirchliche Anzeige der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Sim 8. ®ecember. ! M°rg-ns: Pfarr-Assistent Walz. i Nachmittags: Pfarrer Landmann. Stuttgart, 4. Decbr. Auf der hiesigen Münzstätte werden gegenwärtig Siegesthalkr ausgeprägt. Die Inschrift lautet: „Mit Gott durch Kampf zu Sieg und Einigung!" Die Worte scheinen uns gut gewählt, und besonders erfreulich ist, daß die Einigung darin einen Platz gefunden hat. — Die Erste Kammer hat sich dem Wunsche der Zweiten auf obligatorische Einführung des Turnunterrichts in der Volksschule, unter Berücksichtigung der örtlichen Verhält- Nisse, wörtlich angeschloffln. Ein abschwächendrr Vorschlag, der das „obligate risch" aus dem Wunsche weglassen wollte, wurde verworfen. Straßburg, 5. Decbr. Für die Tobak-Manufactur lautet unter sechs Konsortien das Mcislg»bot des Cornwerzienraths Cohn in Berlin und des BanquierS Schottländer in Breslau auf sieben Millionen Franken. Der Zuschlag wird erwartet Oesterreich. Wien, 4. Decbr. Der niederösterreichische Landtag hat gkstcrn den An- trag d.S Vcrfassungs'AuSschusscS, betreffend die gegen die Jesuiten zu ergreifenden Maßregeln, nach langer Debatte fast einstimmig angenommen. — Der Kai- fer hat dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses v. Hop en in Anerkennung feiner Verdienste das Commandeurkrenz des LeopoldordenS verliehen. Pesth, 5. Decbr. Unterhaus. Es kommt ein königliches Rescript zur Verlesung, durch welches Szlary zirm Ministcr - Präsidenten, Graf Zchy jun. zum HandelSminister ernannt und die bisherigen Mimst r der übrigen Ressorts in ihren Arrnt.rn bestätigt werden. Szlavy erklärt, das Ministerium werde die bisherige Richtung befolgen, fo lauge es dcS Vertrauen der Majorität besitze, zählt die Berachungs - Gegenstände der laufenden Session, darunter insbesondere die Regelung der Landsfinanzen, auf, kündigt G sitzvorlagen betr ff» der neuen An- leihe, sowie Vorlagen betreff« der Steuerreform, an, bittet um Die Unterstützung des Hauses und empfiehlt Mäßigung und Besonnenheit. Frankreich. Paris, 4. Decbr. lieber die Ermordung eines deutschen Soldaten in1 Nancy nfäört man folgende Einzelheiten: „Am letzten Sonntage, gegen 7 Uhr AdenkS, fand man in der großen Straße Der Altstadt, vor ker Thür Der Ställe des Gasthofes zur Stadt Luxemburg einen preußischen Soldaten, Der auf Dem Boden lag unD in fein m Stute schwamm. Der Mann, Der bewußtlos nach^ dem Spitale gebracht wurde, w?.r ein Kanonier von Der 1. Batterie des 10. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 8. bis 14. December 1872 besorgt Pfarrer Dr. Seel. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Kopulirte. Den 30. November. Wilhelm Karl Marlin Christian Philipp Moritz Noll, Bürger und Heizcr an der Main-Weser-Bahn dahier, des Bürgers und Flurjchützen, Zakob Noll, ehelicher Sohn; und Henriette Elisabeth Schaum, des verstorbenen hiesigen Bürgers und Cluvdieners, Kaspar Schaum, eheliche Tochter. Den 3. December. Johann Kaspar Heß, Ortsbürger in Herrnsheim, Kreis Worms, und Schmied dahier, ein Wittwer; und Wilhelmine Hillert aus Coswig in Anhalt-Dessau, des dasigcn Bürgers und Webermeisters, Johann Gottlieb Hillert, eheliche Tochter- Getaufte. Den 1. December. Dem Sergeanten im Großh. II. Jnf.-Regiment Nr. 116 dahier, Heinrich Seim aus Köddingen, ein Sohn, August, geboren den 13. November. Denselben. Dem Bürger und Wagnermeister, Heinrich Mühlig, ein Sohn, Heinrich Theodor Karl Ludwig, geboren den 14. November. Den 5. December. Dem Bürger und Bierbrauer, Christian Lony, eine Tochter, Elisabeth Katharine Emilie Georgine, geboren den 8. November. Beerdigte. Den 29. November. Konrad Fink, Maurergesell aus Allendorf a. d. Lumda, alt 30 I., gestorben den 26. November. Denselben. Heinrich Johann Georg Hinter, des Bürgers zu Endbach und Bremsers an der Cöln-Gießener Bahn dahier, Adam Hinter, ehelicher Sohn, alt 2 M., gestorben den 28. November. Denselben. Helene Heil, des Bürgers zu Nainrod und Dienstmanns dahier, Karl Heil, eheliche Tochter, alt 3 I. 8 M. 13 T-, gestorben den 28. November. Den 30. November. Heinrich Philipp Rudolf Marlin Karl Johann Petri, Bürger und Weitzbinder dahier, alt 51 I. 9 M. 29 T-, gestorben den 29. November. Den 1. December. Johann Gottfried Freitag, Bürger in Darmstadt und Schmied bei der Main-Weser-Bahn dahier, alt 75 I. 4 M, gestorben den 29. November. Den 2. December. Eduard Hillebrecht, des Kaufmanns, Christian Hillebrecht aus Hannover, ehelicher S-ohu, alt 17 I. 3 M 23 T-, gestorben den 3u. November. Denselben. Wilhelmine Charlotte Adelheid Luise Friederike Koch, des Bürgers in Vöhl und Fabrikanten dahier, Friedrich Karl Ferdinand Koch, eheliche Tochter, alt 1 I. 6 M- 7 T, gestorben den 3u. November. Denselben. Dorothea Katharine Elisabeth Luise Frank, des Hautboisten 1. Cl. im II. Grotzh. Jnf -Regiment Nr. 116, Jakob Frank dahier, eheliche Tochter, alt 20 I. 2 M- 8 T-, gestorben den 1. December. Denselben. Georg Johann Konrad Schnell, des hiesigen Bürgers und Gast- wirths, Heinrich Schnell, ehelicher Sohn, att 2 M. 19 T-, gestorben dm 1. December. Tertor'sches Lagerbier, pr- Flasche 7 fr., frei in's Haus geliefert von L. Textor, (2582)im Darmstadter Haus. Spielwaaren-Lager von 5533) __________LoutS Frohnhäuser. 5433) Junge Canarienhähne (Harzer) verkauft Th- No losf _____________ am Walltbor. 1 Frische Schellfische bei BäckerVogt. n re \ Festieschenke Gelammt - Äurg. 80 (5548) Seltersweg. 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Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlung an diesen Tagen in Empfang zu^iehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimstem Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 26. November 1872. Der Rechner der Spar- und Leihkasse. 5475) Kehr. Äersteigerungm. Hostversteiqeriing. 5660) Montag den 16. l. M-, Vormittags 10 Uhr, werden bei dem Hofgute Graß, Vr Stunde 1 von Hungen, folgende Holzforten versteigert: MnroBaen (Italien, süße Kastanien) empfehlen 5051) I. A. Busch Söhue. 5565) Unterzeichneter verkauft alle Gcflügelsorten, als: Welsche Hahnen, Hühner, Kapaunen re. Fr. 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In Auftrag: 5668) Semmler, Ortsgerichtsmann 5407) Aechte Nürnberger Lebkuchen, aus der Fabrik des Herrn J ac. Go eß in Nürnberg, empfehlen zu Fabrikpreisen Gehr. Adami ________________________im Ritter.__________ 5586) Wärmsteine von Marmor bei C a r l Frech. Ordinäres Steingut, Cigarren-Service, Feuerzeuge, Wärmsteiue. Figuren i» Thon, Ghps, Elfenbein und BiScuit-Masse. S)\ I. Nicker'sche Buchhandlung in Gießen. \ r <4 iur fl. 1- — Baden, das Großherzoglhum Baden. Histor.-romant. Beschreibung mit:Krieges von 1870. Mit 8 in Lclfarbendruck .6 feinen Stahlstichen, statt fl- 312 nur 36 fr. — Eeclie, de la, Vorschule der nur 24 fr. — Aorik's empfindsame Reise t Geschichts- und Reisewerke lit ir 5653) Mein 10 20 20 fl. fl fl. ^rachtstahlstiche nebst interessanten Erzählungen, statt fl. 3Va nur 42 fr., — die 4 ^dnhrgänge zusammengenommen nur fl. 2. 30 fr. — Dante's göttliche Komödie, übers. m Gusef. 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Bnestasch n und Notizbüchkr, Gefaugbücher, sowie sämmtliche Schul- und Büreau-Bedüifnisse, erlaube ich mir (Hierzu eine Beilage.)