old, PretS vierteljährig 1 fL 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fL 27 fr. Oitßmer Anzeiger. Erscheint täglich, mik Ausnahme Sonntags. Expedition: Canz lei berg, Ltt. B. Nr. 1. 36, H Kmall, Wal}. jäi~—‘I irme “•fte des gu -tuctra§, sitz Haustein, brbscnftrob f verkauft ’ t ’ h l Wiltivc. R ÄT'I ich wieder in Marktplatz. «’s Ma- ^'Flaschen Bohne. ilag den 5. gute Süß- । ii haben bei ibel, ift, Reuev- >5. ihe. -züglicher Güte , Lindenplatz. wähl in rein racher-, Sa'ch- Tifch-, N>; ixvietten und h. h-Ecmeni em- Z. D. Bapst. berdan em* j Johne. steht biUig }U u, Neustadt. , ftiicbfiM it in reicher Deines. ;tanbe, / pser VaU^ Crpstall bei ilt). Balser- LeiierLpargtl, II. Cualitd Tier Slhauw. eib ^nüeniS V*011 er "° ti/w Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen. Nr. iOG. Montag den 6. Mai * 1872. I ww HIMIMIliMMW Itf'WnMlLikU. Bestellungen auf den Gießener Anzeiger Expeditionen und den Land-Postboten entgegen' genommen. 3 6 ' $ Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Mai und Juni zu 40 fr. Bekanntmachung. Der Großherzogliche Oberförster Stumpf zu Arnsburg ist an Stelle des auf Nachfuchen von seinem Dienste entbundenen Gräflichen Nentamtmanns Fabricius zum Polizeicommiffär für die Gemarkung Arnsburg ernannt worden. Gießen, den 2. Mai 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. R ö'd e r. Polit ischer T h e t l. Deutschland. Berlin. Wie aus der Veröffentlichung im Reichs-Anzeiger zu ersehen ist, hat die Universität Straßburg genau die Einrichtung der anderen deutschen Universitäten, somit auch nur vier Facultäten erhalten, während früher einmal von der Einrichtung noch einer fünften Facultät die Rede war. Ferner ergibt die amtliche Kundmachung, daß die ordentlichen Professoren (42) und der Ehren- Professor von dem Kaiser ernannt worden sind. Bei der Mittheilung von der Ernennung der außerordentlichen Professoren ist jedoch nicht gesagt, von wem die- seMauSgegangen ist; vermutlich von dem Reichskanzler, während in Preußen derartige Ernennungen durch den Unterrichts-Minister erfolgen. Ueber die Privat- docenten werden die noch zu verfassenden FacultätS-Statuten das Nähere zu enthalten baben. Berlin, 2. Mai. Durch die Verfolgung von Fällen der Erkrankung an Trichinose, sowie durch sonstige Erfahrungen ist sestgestellt worden, daß Schweine, durch deren Fleisch die Trichinenkrankheit auf Menschen übertragen wurde, vielfach solche waren, welche in Abdeckereien gehalten worden. Deshalb soll durch die BezilkSregierungen dem Publikum eindringlich gerathen werden, beim Ankauf von Schweinen, die geschlachtet werden sollen, möglichst nachzuforschen, ob derartige Schweine in Abdeckereien gemästet worden sind, und falls dies nur wahrscheinlich wäre, das zum Genüsse bestimmte Schweinefleisch vorher durch Kochen oder Braten in siedender Hitze gegen die Verbreitung der Trichinenkrankheit unschädlich zu machen. Berlin, 3. Mai. Die „Germania" läßt sich aus Braunsberg vom 1. d. berichten, daß an der Nachricht, der Bischof von Ermeland habe angeordnet, eine vom apostastrten Pfarrer Grunert vollzogene Taufe solle vom jetzigen Pfarrer Blaschy in das Taufbuch der katholischen Missionsgemeinde zu Insterburg eingetragen werden, auch nicht ein wahres Wort ist. München, 1. Mai. Dr. v. Döllinger hat gestern Nachmittags 4 Uhr seine für das Sommersemester angekündigten Vorlesungen über die „Geschichte der letzten hundert Jahre mit besonderer Berücksichtigung der kirchlichen Verhältnisse" an der Universität vor überfülltem Auditorium begonnen. Unter den Zuhörern, deren Zahl über zweihundert betragen haben mag, hatten sich auch einige Studenten der Theologie eingefunden. — Die beiden Gemeindccollegien haben heute nach einstimmigen. Beschlüssen nachstehendes Telegramm nach Straßburg abgesendet: „Wir begrüßen die Eröffnung der Universität Straßburg freudigst als den ersten Sieg im Frieden." Straßburg, 2. Mai. Der erste Tag der Feier scheint doch nicht ohne alle Störung verlausen zu sein. Wie die „Frkf. Pr." durch den Telegraphen erfährt, fand am Abend in der Taverne Alsacienne eine große Schlägerei statt. Ein- tretende Sludenten wurden von Straßburgern ausgepfiffen und mißhandelt. Ulanen ergriffen für die Studenten Partei und hieben ein. Ein Straßburger wurde stark verwundet und haldtodt weggetragen. Oesterreich. Wien. Erzherzog Johann Nepomuk von Toscana, ein Bruder des vertriebenen Großherzogs, hat dem König Victor Emanuel im Quirinal einen Be- such abgestattet. Der Erzherzog hatte bestimmte und keinen Widerspruch zulaffenve Befehle dxs Kaisers Franz Joseph. Dieser Besuch hat selbstverständlich allerwärtS das ungeheuerste Aufsehen erregt, man ist in allen Parteien einig darüber, diesen Besuch als einen Verzicht des Hauses Lothringen auf seine toscanischen Ansprüche zu betrachten. Im Vatikan speit man Feuer und Flammen gegen den Erzherzog und geaen Oesterreich. Prag. Der Senat der Universität Prag hat durch den Rector Dr. Höfler am 1. d. in Straßburg zur Eröffnung der dortigen Universität eine Glückwunsch- adreffe übergeben lassen. Dagegen sandte der czechische Studentenverein von Prag I nach Straßburg einen Protest, in welchem die czechische Jugend die Franzosen ihrer lebhaftesten Sympathien im Kampfe gegen den gemeinschaftlichen Feind versichert. Prag, 30. April. Die „Politik" macht ihrem gepreßten Herzen heute einmal gegen Preußen Luft. Dieses Schimpfen und Verdächtigen des CzechenblatteS steht noch unter der Stufe der hirnlosesten französischen Revancheschreier, und doch hat Preußen den Herren Czechen kein Leid zugefügt. Die dümmsten Allarmgerüchte siP) diesen Leuten noch nicht dumm genug, um täglich Kriegsanzeichen zu prophe- zet'N. Um den Unsinn vollkommen zu machen, werden diese Lügen dann obeuein aus Berlin datirt. Pesth, 1. Mai. In dem heute beendeten Arbeiterprocesse wurden sämmt- liche Angeklagte, mit Ausnahme Pollitzer's, freigesprochen. Pollitzer wurde wegen Treulosigkeit, begangen durch eine strafbare Handlung gegen den Kaiser, zu halbjähriger Kerkerstrafe verurtheilt. Frankreich. Paris. Kaum ist Graf Arnim wieder in Paris angelangt, so geht auch das Conjccturiren über die Vollmachten wieder an, die er mitgebracht habe und die, wie das Siecle heute bereits haarklein weiß, „sehr ausgedehnt in Betreff der Zahlung der drei letzten Milliarden seien, da Deutschland eine beiden Theilen annehmbare Lösung sehr wünsche". Daß eine solche Lösung auf die inneren Verhältnisse Frankreichs einen gewaltigen Einfluß haben würde, ist nicht zu bestreiten; ob man aber in Versailles die Sache nicht für leichter hält, als sie ist, muß die Folge lehren. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß die Nachrichten deutscher Blätter über den Frühjahrszug der Auswanderer nach Amerika dem Siecle Veranlassung zu folgender Bemerkung geben: „Unsere fünf Milliarden machen nicht alle Welt glücklich und es begreift sich, daß die deutsche Negierung die Elsässer und Lothringer genöthigt hat, ihr Land zu verlassen, wenn sie die französische Nationalität wählten; es gilt, nach diesen Provinzen die Emigration zu lenken, die durch das neue Glück des Deutschen Reiches keine Veränderung erfahren hat." Die französischen Blätter haben eine massenhafte Einwanderung deutscher Kräfte nach Elsaß und Lothringen stets gefürchtet. Wie es nach dem Einmarsch der Versailler Truppen in Paris zuging, beweist zur Genüge ein Prozeß, welcher bei den hiesigen Gerichten eingeleitet worden ist und nächstens zur Verhandlung kommen wird. Der Sachverhalt ist folgender: Ein fremder Kaufmann und feine Frau, die seit mehreren Jahren Paris bewohnten, waren während der Belagerung und auch unter der Commune in Paris geblieben. Als aber der Straßenkampf begann, wurden sie von Furcht ergriffen unv versuchten, Paris zu verlassen. Die Frau trug in einem Sack, der unter ihren Kleidern verborgen war, ihr ganzes Vermögen,^ungefähr 100,000 Francs in verschiedenen Wertpapieren. Von den Versailler Soldaten unterwegs angehalten, welchen sie in ihrer Eigenschaft als Fremde höchst verdächtig vorkamen, wurden sie verhaftet und von einander getrennt. Bei der Frau, welche man durchsuchte , fand man natürlich die 100,000 Francs und man brachte sie nach dem Thsütre du Chatelet. Glücklicher Weise gelang es ihr dort, ihre Unschuld dar- zuthun, und sie wurde freigelaffen. Ohne an die 100,000 Francs zu denken, beeilte sie sich, ihren Mann aufzusuchen. Der Unglückliche war aber von den Soldaten erschossen worden. Seit jener Zeit reclamirt die Frau nun vergeblich um ihr Geld, und sie hat jetzt den Offizier gerichtlich belangt, der sie verhaften und durchsuchen ließ. e Paris, 1. Mai. Das Untvers bringt eine Ansprache des Abb6 Testory, Canonicus von St. Denis, die derselbe vorigen Sonntag nach der miltärischen Messe an die in der Kirche anwesenden Personen hielt. Indem er zuerst an die Invasion der Engländer im fünfzehnten Jahrhundert erinnert, fährt er folgendermaßen fort: Es ist noch nicht lange her, daß wieder fremde Horden, räuberischer und wilder als die Engländer des Mittelalters, diese Kirche durch ihre Gegenwart profanirt und die Gräber der Könige durch ihre gotteslästerlichen Ceremonieen und Verwüstungen geschändet haben! Als nun eure Trompeten und Trommeln in der Kirche von St. Denis von Neuem widerhallten, da jauchzte mein Herz vor Freude, denn eure Anwesenheit wäscht die Schmutzflecken der Invasion des grausamen Barbaren aus! Wenn im Mittelalter der Engländer trotz seiner Mach, auf seine Insel zurückgedrängt wurde, so mögt ihr überzeugt sein, daß früher odcr später, recht bald sogar, wenn wir nur einig sein wollen, auch der Deutsche trotz seiner kaltblütigen Grausamkeit in seine Höhle verjagt sein wird! Dieser Abb6 Testory war, wie man sich vielleicht erinnert, Almosenier en chef der französischen Armee in Mexico und mit Marschall Bazaiue sehr be- freundet. , Paris, 2. Mai. Das osficiöse „Bien Public" sagt über die erste Zusammenkunft des Grafen v. Arnim mit Herrn Thiers: Der Präsident der Republik empfing gestern den Grafen v. Arnim, Botschafter Deutschlands. Die Ergebnisse dieser Zusammenkunft waren, wie man sagt, sehr befriedigend, und lassen keinen Zweifel über die Unrichtigkeit der beunruhigenden Gerüchte, welche kürzlich von englischen Blättern, namentlich dem Daily Telegraph, verbreitet wurden. Ein anderes osficiöseS Blatt, der National, drückt sich in dieser Beziehung folgender- maßen aus: Der Botschafter Deutschlands ist mit den besten Absichten Preußens, betreffs Frankreich, zurückgekommen. Die Unterhaltung hatte einige Zeit lang die Nachrichten des Daily Telegraph zum Gegenstand, und Herrn v. Arnim wurde es sehr leicht, darzuthuu, daß sie nicht die geringste Begründung hätten. Er fügte hinzu, daß die Berliner Regierung eben so viel Bedauern darüber habe, als die französische. Herr v. Arnim schreibt dieses Gerücht dem Umstande zu, daß der englische Journalist sich zu« Echo der Befürchtungen einiger deutscher Chauvinisten gemacht habe, welche erschreckt seien, daß Frankreich sich wieder so schnell reconstituirt. Im Augenblicke wünscht Preußen, so bald als möglich die drei Milliarden bezahlt zu sehen, und zeigt für jetzt die wohlwollendsten Gesinnungen. Die Unterhandlungen werden mit dem deutschen Botschafter, der es ebenso eilig hat, diese große Angelegenheit sobald als möglich zu beenden, als wir, alSbalo ihren Anfang nehmen. Das Organ Gambetta's veröffentlicht folgende Depesche: An das Journal „Republique Francaise" in Paris. Prag, 1. Mai, 11 Uhr 35 Min. Morgens. Wir, slavische Studenten an der Prager Universilät, protestiren feierlich gegen die Usurpation, welche von denen begangen wurde, welche behaupten, diese „Alma atque anliquissima mater“ heute in Straßburg zu vertreten. Der sog. Rector unserer Universilät repräsentirt dort nur die sehr kleine Minorität, die ger- manische Partei, zu welcher er gehört. Das Herz der slavischen Nation in Böh- men gehört Frankreich ganz an, überall und für immer. Die slavischen Studenten der Prager Universität. Die französische Regierung hat Verstärkungen an die spanische Grenze gesandt. Es scheint, daß man glaubt, daß die Carlisten binnen Kurzem in Masse auf französisches Gebiet übertreten werden. Paris, 3. Mai. Die „Union" empfing die als osficiell bezeichnete Nachricht, daß Karl VII. den spanischen Boden betreten habe. — Der „Temps" veröffentlicht eine Correspondenz aus Ciudad-Real, nach welcher durch eine republikanische Bande am 30. April die Eisenbahn zwischen Madrid und Cordova unter- krochen worden sei. Eine andere republikanische Bande ist bei ValdepenaS erschienen. Paris, 4. Mai. Eine Depesche aus Bayonne vom 3. d. M. Abends und Briefe aus San Sebastian vom 2. d. erwähnen der Gerüchte, daß Don Carlos beim Schalle der Glocken in Vera (Spanien) eingezogen und vom General Ruda empfangen worden sei. Eine starke Colonne unter dem Commando des Generals Rivera ist vom Marschall Serrano abgesandt worden, um San Estaban, links von Vera in der Richtung auf Pampeluna, zu besetzen. In San Sebastian gelandete Truppen halten Oyarzun, gleichfalls links von Vera in der Richtung auf Jrun, besetzt. Die Ankunft des Prätendenten Don Carlos dürste, vorausgesetzt, und verlangten die nämlichen Lohnsätze und Arbeitsstunden, wie die feiernden Collegen. Aus Bombay vom gestrigen Tage trifft folgendes Telegramm ein: „Der Dampfer „Abydos" ist von Zanzibar angekommen. Er bringt die Nachricht, daß Dr. Livingstone wohlbehalten bei Stanley ist. Die Nachricht kommt durch Eingeborene." Stanley ist ein Correspondent des „Newyork Herald", welcher zu dem besonderen Zwecke nach Afrika gegangen ist, um den fast verschollenen Reisen- oen auszusuchen. Die letzten Mittherlungen von Kirk aus Zanzibar ließen von Stanlry's Bemühungen nicht viel erwanen; doch ist zu hoffen, daß diese neueste Nachricht, wenn sie auch durch Vermittlung der nicht sehr zuverlässigen Eingeborenen nach Zanzibar gekommen ist, sich bestätigen möge. London, 4. Mai. Aus Bombay wird telegraphisch gemeldet, daß in der Nacht des 1. Mai ein heftiger Orkan die Stadt Madras heimgesucht hat. Stadt und Vorstädte erlitten schwere Beschädigungen, 11 Schiffe kamen zum Scheitern und eine Anzahl Personen ist in den Wellen umgekommen. Windsor, 2. Mai. Die Deutsche Kaiserin Augusta traf um 3 Ubr 20 Min. Nachmittags hier ein und wurde von der Königin und dem Hofe am Bahnhofe empfangen, woselbst eine Ehrengarve aufgestellt war. Eine große Zuschauermenge hakte sich eingefunden. Erne berittene königliche Leibgarde eScortirte die Allerhöchsten Herrschaften zum Schlosse. Rußland. Petersburg, 28. April. Die russische „St. Petersburger Ztg." hört, daß tm Ministerium oer Volksaufklärung eine besondere Commission errichtet ist zur Erörterung der Frage über Vorlesungen für das Volk. B s zur Lösung derselben werden alle diese Vorlesungen tm Reiche untersagt. Ausgenommen ist nur die Hauptstadt. Aus Tambow erfährt die „Ruff. Ztg.", die Zahl der Bettler habe derart zugenommen, daß dieselbe ernstlich die Ruhe und den Frieden der Stadt bedrohe. Nicht einzeln, sondern haufenweise durchziehen sie die Stabt, überfallen förmlich die Vorübergehenden und überschütten dieselben mit den gemeinsten Vchimpfreven, wenn man sie zurückweist. Kommt man ihrer Bitte nach, so raufen sie sich bei der Theilung, wobei auch die Vorübergehenden nicht selten ihren Thei! erwischen. Sie haben, wer weiß woher, volles Bürgerrecht in der Stadt erlangt und sind unter dem Namen des „barfüßigen Bataillons" bekannt. Besonders scharf und stark sind die Ueberfälle diese- Bataillons an Festtagen; an Werktagen haben sie als thätige Bürger ihre Geschäfte, sitzen in Trinklocalen, schreiben den Bauern Bittschriften, Quittungen und zuweilen auch falsche Pässe, ober veranstalten in Compagnie irgenv einen namhaften Diebstahl, zuweilen auch eine Räuberei, von welchen in letzter Zeit ziemlich oft zu hören ist. Amerika. Newyork, 3. Mai. Die von allen Unionsstaaten beschickte Convention in Cincinnati stellte Horace Greely als Candivaten für die Präsidentschaft, und Brown, Gouverneur von M ffouri, als Candivaten für die Viceprästbentschast auf. Die Convention nahm ferner Resolutionen in Betreff der Ertheilung einer General- amnestie, der Reform der Staatsdienstverwaltung und der baldigen W.ederauf- nahme der Baarzahlung an unv mißbilligte jede Idee einer Repudiation der Staatsschulden. (Eingesandt) Wieseck, den 5. April. Schon seit längerer Zeit bietet «in Theil der hiesigen Israeliten den Bewohnern unseres Dorfes Samstags den Anblick großartigen Scandals. ES werden darin sämmtUche Titel des Complimentirbuchg rc. erecutirt, so daß die Leute sich staunend fragen, ob das auch zur Heiligung des SabbathS gehört. So war eS anch gestern wieder der Fall, daß namentlich zwei Judenfamilien in Zank und Hader derart gerieten, daß derselbe zum größten Aerger der ruhigen Bewohner Wiesecks mehrere Stunden dauerte. Sollte die hohe Obrigkeit den betreffenden Leuten nicht einmal einen Dampfer aufsetzen können? daß sie sich bestätigt, die Carlistenbewegung neu beleben. Italien. Nom, 30. April. Die Kammer nahm heute den ersten Artikel des Ge- seh'S an, welches die Abschaffung der theologischen Facultäten ausspricht. — Der Papst empfing etwa 3000 Römer. Er sagte, die Geißel ber movernen Zeit sei der Unglaube, welcher aber unmöglich die Herrschaft behalten könne, ba Gott gerecht sei. Die Mächte, welche mit ber Revolution spielten, würben früher ober später von ihr verschlungen werden. Die Voce della Verita führt die weitere Aeußerung an: „Möge Gottes Gnade die Guten immer behüten, in Gemeinschaft mit einer Regierung zu treten, welche kein Vertrauen verdient." Rom, 3. Mai. Der Ausbruch des Vesuvs hat seit gestern vollständig aufgehört. Nom, 3. Mai. Die „Fanfulla" meldet, daß auf ärztlichen Rath der fonntäglkche Empfang im Vatikan bis zum Herbste eingestellt wurde. — Der Papst soll in rem am Montag abzuhaltenden Consistorium eine Encyclica publiciren, worin er sich namentlich über die Beziehungen des päpstlichen Stuhles zu Portugal ergehen werbe. Spanien. Madrid, 4. Mai. Die amtliche Zeitung bestätigt, daß sich Don Carlos bei der Banbe Rada's, welche von dem Brigadier Primo Rivera lebhaft^verfolgt wird, befinde. Die spanische Regierung hat sich in Versailles beklagt, daß die an der spanisch-französischen Gränze commanbirenben Generale und Offiziere sich fast alle den Carlisten günstig zeigen und deshalb der Zuzug, welchen die Aufständischen erhalten, ziemlich bedeutend ist. Die Zahl der Carlisten, welche von ven sran zösischen Behörden verhaftet und internirt werden, ist ungeachtet dessen ziemlich bedeutend. Unter denen, welche vorgestern nach der Unter-Präsectur von Bayonne gebracht wurden, befanden sich auch acht Priester. England. Vermischtes. Der Börsen-Wochenbericht deS „Ulk" notirt u. A.: „Der fällige Eoupon ber Roya l-V icto ria-Kronprinz-Stiftun g ist in voriger Woche glücklich und zu allseitiger Freude eingelöst worden." Dir vereideten Makler deS „Ulk." Bßncanachrichtcn. 4. Mai 1872. Preuas. 47z% Oblig. 103 Frankf. 3‘/a0/o Obi. 88'/g Nasa. 47z % Obi. 997* Kurhesa. 4% „ 94>/4 Gr. Hess.' 5 Nr. 77, im Nebenhaus.______________________ 2270) Ein gewandter Bursche wird unter annehmbaren Bedingungen als Zeitungs- Verkäufer gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. ______________________________________ 2203) Ein braves Dienstmädchen auf Johanni gesucht. Näheres bei der Exped. dieses Blattes.______________________________ 2269) Auf Johanni d. I. wird ein braves Dienstmädchen gesucht von ___Julius Roth. 2268) Ein Junge kann in die Lehre treten bei _____Franz Stroh, Schreinermeister. 2167) In Lit. D. Nr. 39, Neustadt, wird pr. Johanni ein starkes Mädchen für die Kinder gesucht. Küchen- und Hnusmagd. 2289) Für das academische Hospital dahier wird auf den 1. Juni d. I. eine Küchen- magd und eine Hausmagd gesucht. Anmeldungen haben auf dem Büreau des Hospitalverwalters stattzustnden. 2174) Eine kleine Familie sucht ein freundliches Familienlogis von 3 Zimmern nebst Zubehör. Offerten unter H. H. besorgt die Exped. d. Bltts. 2288) Eine wohlhabende Familie auf dem Lande wünscht ihre 15jährige Tochter in einem Manufacturwaaren-Geschäft zu placi- ren. Hierauf Rcflectirende belieben ihre Offerten franco an die Exped. d. Bltts. ab- zugebem HAASENSTEIN& VOGLER Zeitungs-Annoncen-Expedition, in Frankfurt am Main, grosse Gallusstrasse 1, im 1. Stock. Hamburg, Neuerwall, 50 ; Berlin, Leipzigerstrasse, 46 ; Basel, Steinenberg, 29; Wien, Stadt, Neuer Markt, 11; Leipzig, Markt, 17, Königshaus ; Stuttgart, Kronprinzstrasse, 1 B ; Zürich, Elsassergasse, 1 ; St. Gallen, Obere Grabenstrasse, 13; Genf, Plac den Molard, 2. Redactton, Druck und Verlao. der Brühl'schrn Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Bietsch) in 'Gießen. Post toO0tn 1 st. Di De Gießet Zu Nr. Betre V' täglich unu Gesuchen e Sie bfljw, N der Militär suche nicht haben, \\w\ (conUte1 Vorgesetzte anlbt hat heuoglicher sm, mit beMeter * gehalten beziehungsi darin euthc der Großhe Dl Dienstzeit o R ihnen 1 M . Ein s Unterricht ii ,Die ( Mer zu ®; Gieße Die Einung schlecken, 2*» Go: Wn vor He Daj undb| licht