Utigt irtt. M72 Montag den 5. Februar Nr. 31 ES1 en- und «r. 116. (Nr. 381.) Röder. v. Döllinger über die Wiedervereinigung der christlichen *6eU,e ““ Kirchen. I. einen und 'S. ts 8 Uhr. M nähme von Eiden. Gießen, den 2. Februar 1872. Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Lxvedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Im großen Saale des Museums zu München hielt am Abend des 31 Ctiftsprobst v. Döllinger vor eimm ungewöhnlich zahlreichen Zuhörerkreise den eisten seiner an- Art «i“ U Preis vierteljährig 1 fl- l2 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. ünitn des dieselbe welche bei landig kol- unmittelbar iördeMgs- )eveschebA ist- i ccrrelpon» -ten Werder ttleßra- mngsmäßig ben, muth- i eigentliche i bieten, sich ’* ist, 7 bat Recht iürt ist und -r Ausgeber hengebieteZ )epesche be- nmttaxe zu n stehenden M). igj epesche W )ft rc- mungen.M illen bei der rt werden- die Hlwde llen können, die DepeM ei unrecom- ^ler. Gießen, am 1. Februar 1872. Betreffend: Die Zurückstellung von Reserve- und Landwehr-Mannschaften. . . ~ Die Großhcrzoglichc Krcis-Schul-Commlsswn Gicßcn an die evangelischen Schulvorstände des Kreises, mit Ausnahme derjenigen zu Beuern, Dorf-Gill, Gießen, Groß-Buscck, Holzheim, Oppenrov und Watzenborn. Wir erinnern Sie an die Erledigung unserer Verfügung vom 21. December 1871 binnen 8 Tagen. JLSj“ 1871. 26. Juni Bekanntmachung. Betreffend: Unterricht im Hufbeschlag 1871/72. Die Prüfunq der junqen Schmiede, welche im laufenden Winter den Unterricht im Hufbcschlag zn Butzbach besucht haben, soll Dienstag den 13. Februar d. I., Vormittags 10 Uhr, zn Butzbach stattfinden. Zur Beiwohnung an derselben lade ich alle Freunde der Landwirthschaft hiermit ein. Laubach, am 31. Januar 1872. Der Präsident des laudw. Vereins von Oberhcsicn: Otto, Graf zu Solms-Laubach. au ndlliG tnl: " So hatte sich also die Kirche schon seit dem zwölften und dreizehnten Jahrhundert in zwei, wenn auch der Zahl nach ungleiche, Hälften gespalten, so daß nun die östliche Kirche und die Januar der Herr wrstl che fortan ihre eigenen Wege gingen und sich wechstlseitig des Abfalls und der Irrlehre selbst n°er vor emem nrarwvnnnw .am.,,«.™ am,.., ...... i.i - bezichligev, Nnn kam aber im sechzehnten Jahrhundert dir groß- viel lief« q-hende Spaltung V-rtt°ge- „Uetet die Wl-d-r«e-einigung-de,such. der christlichen Kirch.n und die A«--^^de^ -b'^ländikche^ad^ st , en au "N ige Jch^habe mir mrrgenomwen, über ene Frage zu reden,!hervor, die man zusammen b.kanntlich als die prvUstanliscl'en bezeichnet. Drei größere Knchen- die wohl J^en^Men^vieffach sthon Stoff zu denken aegebnr hat, nämlick über die Frage der systtme haben sich daraus entwickelt: die Lutherisch - Deutsälaud dw s-andmavilchen Lander Wiedervereinigung der christlichen Kirchen ; die Frage: w-S denn schon versucht wmden ist nmjund die russischen Lstseeprovinzeu umfassend und über 30 Millwnen ©eaenten »on JT- .(ne solche Wiedervereiniauna ru bewirken und die weitere Frage: wie d.un die Gegenwart sich rmrte Bekenntmß in der Schweiz, in den Niederlanden, Schottlands einigen Gegenden ven T.^tsch^ Xa M ££ “vflU fvnmn, welche Hoffnungen oder land und in Ungarn, etwa. 12 Millionen^Mensch^.^^ciwrd Von d.ffm be. en nnteffchn t Täuschungen gehegt werd.n können. Gestatten Sie mir, daß ich dabei etwas weit auehole - .sich nun d.e englische, die ogenannte^bichvsttcheI Küchebisjetzt «och m ard dtt Ltaatt- es wird nickt uberftüssia sein. Ter christliche Theil des Menschengeschlechts mag gegenwärtig।kirche, welche in ihrer Verfastung und ihren Gotteed enstordnungin den beiden alten Kilck.n, nüm. 350 Millionen Seelen betragen etwa 50 Procent hr ganzen Bevölkerung der Erde. D'e Chri- lich der grieckisch-morgenländisck.n und der abendland'Ich-külholiscken Kirche ähnlicher geblieben ist, Zen f allen nun ab" grö er! oberere Genossenschaften oder Kirchen, die al- die eigentlich P-tcstgnttfcken Kirckcrd! fief. aeaenseitka ausi'ckließen d h welche keine Gemeinschaft deS GoitcedicnsteS, der Saeramente , st mmtheit ihrer Bckenntuißschrlft der sogenannten 39 Arttttl sich Ihnlö weniger von Der S Gebetes zulassen ' und sich eine der'anderen erhebliche, daher seelengefährlicke Jrrtbümer oder schen Lehre entfernt, theilö auch wieder verschiedenartigen Lehren und Deutungen einen wetteren AbwM)ungeii von'der Lehre Stiftens bev Äe Wb geben. Trennungen, abgesonderte Spielraum gewahrt. Außer düsen großen und nationalen Kirchen sind rndeß zur Zett der Ne- Kirch nbildunqen sind nun auch schon m ersten Jahrtausend rack Ehristus häufig vvrgekommen, formativn und auch nachher noch viele kleinere Gemeinschaften oder Secten entstanden Ä«*ff?S «ÄffVon; sie wurden nach einiger Zeit von' d "r groß.n katholi- Bon diesen find manche bereis rmeder untergegangen Mk J J bestehe^ Nicht nur fort schen Kirche wieder aufgesogen, was namentlich bei jenen Kirchen, die aus den ariamschen Strn- am zahlreichsten m England und Nordamer.ka-sondern sieJ t tigkeiten hervorgingen, und ebenso bei denen, welche mehr um sittlicher Differenzen willen der,vermehrt, so daß h>ir gepenn)art9 gegen ^unber St ü blieben Kirckenzucht wegen, sich getrennt hatten wie die Novatianer und ähnlichen, der Fall war. Aber etwa 18 Millionen Anhängern zahlen. Viele derselben sind auf die Gegend beschran t gedUevi ganz anders verhält es sich mit jenen Absonderungen und Kirchenbildungen, welche sich im zweit.^in welcher sie zuerst entstanden und darüber hinaus auchi wohl> kaum dem Kcnn n nach ( f n Jahrtausend nach Christus gebildet haben. Diese bestehen noch heute fort. Die großen ^''pt- g-worden, andere, vorzüglich die Baptisten, welchedie Kmb-Staufev^f n. ahle^ woh n Y e- Parteien oder Kirchen nämlich bestehen fort, und zwar mit aller im ganzen noch ungesckwachten,GemnndegI.eder: auch find sie nickt immer unterschieden m den Glaub.n-kh«^ Lebens- und ErpansionSkrast. Uebersckauen wir sie erst in Kürze. m f «nete« Gemeinschaft o^r Seck zu Grunde lieg.n sondern^eS sind m wnter auch ^gen Von der römischen oder abendländisch katholischen Kirche, welcke jetzt etwa 180 Millionen, thumUchketten in den gesellschaftlichen Einrichtung, w Form d^ott^d^^ i« d Seelen räblt bnt firfi getrennt die atifdiifefi Fnifinlifeb# ober moraenländische Kirche, deren Be- pädagogischen Lehrubung und die religiösen Amblldung bis Emze neu vurcy cie ut u oc, roie f..1re, L dem ÄÄ und dem Königveich fich L.r z. B. in Deutschland an den heerenhnllschen Griechenland angehären. Diese Trennung bat erst nach her Milte de- eilften Jahrhundert- be ^amer,kau,schen Metbudlsten seugt. sßOräu0ÄWeif« ifi e« b t »re m|emm gönnen, und etft inr dreizehnten Jahrhundert In der Erdberung ton Kanstantlnopel und der ge- Helden Zwergen, dem engl,schen Md °m°rlkam cken die Kraft nnd e gun^ zur Sec^ waltthätigen Unterjachung der Griechen tnrch die van den Päpsten ern uthigten Abendländer hat ganz b,sandel« en, w, chit hat, wahrend das deutsche Dalkniemal-elgentirch derartrge Nelg ng sie sich vollendet. Dieser Kirche, der mvrgeniandischen, welche sich gern die rechtgläubige nennt, gezeigt bat, wenn wrr erwa den schwäbischen Stamm au-nehmen. find nabe verwand, zwei andere K.rchen, die wir ihre- Altei- wegen hier hervvrh.ben nrrrstelr, Der Gedankenkrer- rnnerhalb dess.n sich dre -> > " bus« Setten b.wegen. ^rst^n sehr nämlich die Nestorianer, Trümmer einer früheren im innern Asien wettverbreiteten Kirche, welcke enger die Unttrschi.dk reducinn sich haufig auf go 8 d Rollern 'spielen ja selbst in sich schon seit der Mitte deS fünften Jahrhunderts in Folae der damaligen Streitigkeiten über die, den Stiftern solcher neuen Secten der Ehrgeiz, bu -Vegierde, eine Grolle zu spielen 1« ewii u Person Mrifti von der übrig n ckristttchen Welt abgesondert hat, und dann dieJakobiten, welche^Amerika häufig eine finanzielle Speculation Hauptmotiv. Daß dies nur dovt so kicht uni dkselbe Zeit und aus der^ gleichen Veranlassung als Bekenner einer entgegengesetzten Auffassung gelingt, daß jed.S Jahr dort neue Secten entstehen, das beweist, wie groß die Empfanglichkeri Nr. 4 des Reichs Eefttzblatles, ausqegeben am 29. Januar 1872, enthält: (Nr. 379.) Übereinkunft zwischen dem Deutschen Reich und Rußland wegen Herstellung einer Eisenbahn von Lyck nach Brest - ^.itewsk. Vom ah? (XXU&oHOV werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch bei allen Post- SöCjtCllUllQCll flUj Vllt \S)lCyC!lCl Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Februar und März zu 40 kr. (Nr. 380.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung von Bevollmächtigten zum Bundesrathe. Vom 16. Januar 1872. । yu. 3G1.) Ernennung von Konsuln und bezw. Vicekonsuln des Deutschen Reichs. c # o , , k , sNr. 382.) Ermächtiaunq des Generalkonsuls des Deutschen Reichs für Großbritannien und Irland Legatlvnsrath Wilke zu London und des Generalkonsuls des Deutschen Reichs für die Vereinigten Staaten von Amerika Dr. Rösing zu New-Dork zur Abhörung von Zeugen und zur Ab- Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Röder. verschließen, daß sie viele wohlthätige Wirkungen erzeugt, daß sie selbst der alten, zu ihr so feind- religiösen Bedürfnisse des Menschen wahrhaft und bleibend zu befriedigen vermöge. Die krankstehende Kirchenbildungen zu schaffen, macht sich doch längst füh bar, und man kann sich nicht des die den mit zu 11) Concurrenzer'öffnungen. Erledigt ist: die 2. evang. Schulstelle zu Nieder. steuerpflichtigen Getränken betreffend. 5) Namensveränderungen. 6) Ertheiiung eines Ekfindungspatents. 7) Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben aller Herzog haben allergnädigst geruht: am 10. Jan. den Districtseinnehmer der DistrictS- einnehmerei Oppenheim Christoph Kraft, mit Rücksicht auf feine geschwächte Gesundheit und am 22. Jan. den Schullehrer an der evangelischen Schule zu Steinbach, im Kreise Vilbel, Johannes Kromm, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand ■$u versetzen. gnädigst geruht: am 22. Dec. 1871 den Vicefeldwebel Sulzbacher im 3. Inf.- Reg. zum Kreisdiener bei dem Kreisamte Lindenfels zu ernennen; am 17. Jan. 1872 den von dem Hrn. Fürsten zu Jfenburg-Birstein auf die evang. Sckulstrlle zu Kefenrod, im Kreise Büdingen , pra'sentirten Schulamts - Aspiranten Wilhelm Heyl aus Richen, im Kreise Dieburg, für diese Stelle zu bestätigen, am 19. Jan. den von dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach auf die 1. evang. Schulstclle zu Reichelsheim, im Kr. Lindenfels, präsentirten Schullehrer an der 2. evang. Schule zu Reichelsheim, im Kr. Lindenfels, Johann Georg Treusch, für diese Stelle zu bestätigen, dem Schullehrer zu Hainhausen, im Kr. Offenbach, Amand Joseph Schneider die obere Knabenschulst.lle des Schulbezirks Dom-Quintin-Christoph in Mainz und dem Pfarramts-Canvidaten Heinrich Freiensehner aus Ulrichsiein, im Kr. Schotten, die Lehrerstelle an der l.Claffe der höheren Töchterschule zu Gießen zu übertragen; am 20. Jan. den Lehrer an der K. Preuß. Realschule Siegen, Dr. Otto Schneider, zum Lehrer der neueren Sprachen an der Realschule zu Alsfeld zu ernennen und am 22. Jan. dem Schullehrer zu Rinderbügen, im Kr. Büdingen, Wilhelm Seibert, die evang. Schulstelle zu BorSdorf, im Kr. Nidda, 4) Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, den Verkehr zwischen dem Großherzogthum Hessen und den angrenzenden Vereinsstaaten Wenden wir nun zu den Kirchen, die aus der Reformation hervorgingen. Allerdings find diese Kirchen durch tiefgehende Lehrgegensätze allmählich, doch meist widerwillig, zur Tren-i enthält: 1) Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern, die Eintheilung GroßherzogthumS in Landwehr-Bezirke betreffend. 2) Bekanntmachung des gleichen Ministeriums, die Vorschriften über Maß> und Gewichts-Polizei betreffend. 3) Bekanntmachung des gleichen Ministeriums, den 4. Nachtrag zu Statuten der Hessischen LudwigS-Eisenbahn-Gesellschaft betreffend. chender Religionen ringS umgeben und wie zusammengedrückt, ober auch noch durch Stammverwandtschaft verknüpft, und fo behaupten sie sich selbst unter steten Gefahren und Mißhandlungen doch in uiive-wüstlicher Zähigkeit. So bestehen die vorhin genannten Nestorianer oder ThomaS- christen in Ostindien nun schon seit 1300 Jahren, ohne sich zu vermehren oder sich zu vermindern, selig gestellten Kirche mannichfacken Gewinn gebracht bat. Wir sehen, daß durch sie und ihre Schöpfungen eine reiche Geistes r eit erschlossen, ein Aufschwung auf allen Gebieten der menschlichen GeisteSthätigkeit herbeigeführt rouibe. Sie ist überhaupt die w chtigste und nachhaltigste in der inneren Geschichte gewesen. Aber die 350 Jahre, die seit ihrem (Singreifen in die Welt geschickte verflossen sind, scheinen doch auch ausgereicht zu haben, um alles zur Geburt und Reife zu bringen, was sie an geistigen Gütern in threm Schooße trug. Diese vierthalb Jahrhunderte haben aber auch erwiesen, daß diese neue kirchliche Schöpfung Gebrechen und Mangel an sich trage, welche sie selbst aus eigener Kraft nicht zu überwinden im Stande ist, daß sie nicht alle übertragen. 8) Charakterertheilungen. 9) Dienstentlassung. 10) Versetzungen in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Grosse Deutschland. Darmstadt, 2. Februar. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 5 verbergen, daß in der ersten Hitze des Kampfes und in der leidenschaftlichen Spannung der reformatorischen Stürme manche Lehre oder Sitte der alten Kirche allzu vorschnell weggeworfen wurde, wodurch dann eine sckwer anSzufullende Lücke blieb. Dürfen wir nicht sagen: es werde die Zeit kommen — und nach dec Ansicht und Sehnsucht vieler ist sie bereits gekommen — in der die petrinische und paulinische Kirche sich zur johanneijchen fortbilden werve? Over, wie man schon im SDlittelalter sagte: die Zeit wird kommen, in der auf die Kirchenp riode des BaterS und Sohnes das Zeitalter deS heiligen Geistes folgen wird. Sie sehen, derselbe Gedanke, wie er im dreizehnten Jahrhundert sckon ausgesprochen wurde, ist im neuiizehnten Jahrbundert durch einen berühmten Philosophen in der ersten Weise gefaßt worden. Wie könnte das geschehen? Es würde etwa dadurch geschehen, daß die bestehenden Kirchen von einander lernen und annehmen, daß sie ihre eigenartige» Vorzüge und Besitzthümer einander mittheilen und so in die edelste Gütergemeinschaft träten. Vor allem aber, daß sie die beiderseits ererbten und diesseits wie jenseits bekannten Lehren und Symbole, kurz das, worin sie übereinstimmen, höher stellen als das, was sie jetzt noch trennt. Sollte dies möglich fein? werden viele fragen. Ich antworte: es muß wohl möglich fein, denn eS ist Pflicht. Wohl war eine große Reinigung und Erneuerung der Kircke im scchS- zehnten Jahrhundert unabweisliches Bedürfniß. Der Zustand damals war wirklich unhaltbar und unerträglich geworden, aber dieser Läuterungöproceß hätte auch möglicherweise ohne die daraus erwachsenen Spaltungen durchgeführt werden können, und nicht bloß haben sich die Katholiken von den Protestanten, sondern auch unter diesen wieder die Lutheraner von den Reformirlen getrennt, und die Anglicaner u. A. von beiden. Wir werden also darauf zurückgefuhrt, daß hier eine große Schuld der Menschen dazwiscken- trat, oder wir müssen den Grund, daß es so kam, allerdings in den Leidenschaften und Verirrungen der Menschen sucken, und darüber läßt uns auch die Geschickte nicht im Zweifel. Im Grunde find doch alle einverstanden, wenn auch jede Partei die Sckuld oder dock den schwersten Theil derselben der Gegenseite aufbüibet; jede Kirche behauptet: die anderen seien eigentlich alle verpflichtet, sich mit ihr zu vereinigen und so doö Vergehen der Vorfahren zu sühnen. Daß der Stifter der Kirche, daß EhristuS die Euch it gewollt und geboten hat, ist klar. In seinem hohenpriesterlichen Gebot heißt eS: „auf daß alle eins seien, daß, wie du Vater in mir und ich in Dir, auch sie nur eins seien" — und nun der merkwürdige Nachsatz: „auf daß die Welt glaubt, daß Du mich gesandt hast." Ja, diese Einheit soll, wie er weiter begehrt, bil zur Vollkommenheit sich steigern, also die innigste und reinste werden, die unter Menschen denkbar ist, und da ist eS vor allem bemerkenSwerth, daß diese Einheit der Christgläubigen selbst wieder Mittel zu einem zu erstrebenden Ziel wird, dem, daß sie für die Welt im Großen, für alle Völker ein Zeugniß fein sollen von der Wahrheit und Göttlichkeit der Lehre Christi. DaS ist auch so gewesen in den ersten Zeiten. Seht, wie die Christen einander lieben! pflegten die Heiden zu sagen. Nach dem Willen unseres Herrn sollten für alle Zeiten die Menschen sagen können: eine Religion, welche ihre Bekenner so einig und eine so große Genossenschaft ohne allen Zwang, alle» durch den sie belebenden Geist zusammenhält, eine solche Religion trägt daS Siegel der Wahrheit und Göttlickkeit. Damit hat er freilich auch schon zu verstehen gegeben, daß die Kirchentrennung, die Vervielfältigung von Sonderkirchen den entgegengesetzten Eindruck auf alle nicht christlichen Völker machen müsse, ja nicht nur auf diese, sondern auf gar viele Christen selbst, daß damit also ein großes Aergerniß, Anlaß zu starkem Zweifel an die Wahrheit der christlichen Lehre gegeben wird. Dieser Gang meiner Gedanken führt mich darauf, einen Blick auf die Welt der Heiden, auf die nicht christliche Welt, fallen zu lassen; aber ich möchte diesen Gegenstand nicht jetzt beginnen, die Stunde ist verflossen, am nächsten Mittwoch werde ich fortfahren. der russischen, armenischen, koptischen, neflorianijchen, und ebenso die abendländisch katholische. Die andere Hauptfamilie bilden dann diejenigen Kirchen, welche aus jener gewaltigen Religionö. Bewegung, die man die Reformation nennt, unmittelbar oder mittelbar hervorgegangen sind, nebst denjenigen Gesellschaften und dissentirenden Secten, welche wieder auß diesen ausgeschieden sind. Die große Zahl dieser Trennungen, diese Menge von Sonderkirch• f.-.r. unk n* Veränderungen vorgegangen sind, doch bis an die Anfänge deS ChristenthumS hinaufreichen. Solche alte Kirchen sind die beiden, die anatol'sche oder griechische Kirche nebst ihren Töchtern, für derartige Associationen bei der dortigen Bevölkerung ist. ES ist nun wahr, daß kleinere Re-jnung getrieben ober gewaltsam in diese gestoßen worden, und nach einmal vollbrachter Aufhebung ligionSgenoffenschaften mitunter durch strenge Sittenzucht und höhere Moralität sich vortheilhast aller kirchlichen Gemeinschaft hat dann erst der Unterschied der Lehre eine Erweiterung zum System auSzeichnen, da ber Einzelne hier mehr burch den Körper, dessen Glied er ist, gehalten und ge: .erfahren, so daß dann mit dem starren unbeugsamen Buchstaben dieser Systeme keinerlei Vertragen, mehr überwacht wird, und auch weck abhängiger von der guten Meinung der Uebrigen ständigung mehr möglich schien. Geschichtlich die Dinge betrachtet, erkennen wir wodl, daß die ist, wie denn zum Beispiel an den Wiedertäufer-Ansiedelungen, die man hin und wieder in Deutsch- ^.Reformation unvermeidlich kommen mußte, daß, da innerhalb der alten Kirche ihr f in Raum land findet, dieser moralische Ernst der Enthaltung wenigstens von den gewöhnlichen Lastern als [gegeben ward, der Emheitsbruch nicht auSdleiden konnte. Auch der Einsicht werden wir uns nicht Regel anzueckennen ist, und ihr Beispiel auch den Angehörigen anderer Kirchen dann wohl zu " ' " " ' " ie daraus Katholiken niritn gt, ajwischenc und Der- eisei. 3m lä'werßtn enllich aUt , i|? klar. Later in „aus bah zehrt, bit 'N denkbar .bft wieder alle Völker ist auch so Heiben ju innen: eint pang, all ei ÜBiirbtil itrfnnung, ■briillid)tn ib damit Lehrt zt« er Htrdtn, )t setzt bfr t Nr. 5 ilung des über die 9 ju de» teil 8(t' 6«i alit- 3. Zl- 17. 34»' iAlsl-ll- 19.3«- lÜdi i“ 1. öd),J*e ettüi i» ,t 3"W 11 SM11' *u£ n. »« Sr' t, ssiivva, ja®»* Wöllstadt, im Kreise Friedberg, mit einem Gehalte von 320 fl.; das Präsen- tationSrecht zu derselben steht dem Gemeinderathe von Nieder - Wöllstadt zu ; die evana Pfarrstelle zu Eich, im Dekanate Osthofen, mit einem Gehalt von 2182 fl. 31 kr' die 2. evang. Pfarrstelle zu Münzenberg, im Dekanate Hungen, mit einem Geöai?von 640 fl. 18 kr.; dem Herrn Grafen zu SolmS-Laubach steht für dies- mal das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. , 12) Sterbefälle. Gestorben sind: am 8. Dec. 1871 der pensionrrte Schul- lebrer Jacob Würth zu Mosbach; am 9. Jan. 1872 der Lehrer Anton Keller- mann zu Ober-Hilbersheim; am 10. Jan. der Pens. Revision- - Controleur Fne- drich August Seippel zu Mainz; am 16. Jan. der pens. Seminarlehrer Professor Wilhelm Roth zu Friedberg; am 26. Jan. der 1. evang. Pfarrer Friedrich Schick zu Laubach; am 28. Jan. der 1. evang. Pfarrer Wilhelm Fritz zu Nidda. Berlin, 3. Febr. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" weist in ihrem heutigen Leitartikel nach, daß der Ultramontanismus den Frieden des neuen Reichs gestört habe. Nicht das Ehristentyum und die katholische Kirche seien bedroht; der Staat werde aus dem Kampf mit voller Hoheit hervorgehen, als Hort der Gerechtigkeit auch gegenüber seinen treuen katholischen Untertanen, aber jeden ultramontanen Eingriff in das Staatsrecht unmöglich machend. Würzburg, 1 Febr. Auf die „amtliche Berichtigung" bezüglich des Skandals in der Nacht vom 25. auf 26. Januar geben zwei Doctoren der Mebicin und elf Candidaten aus den verschiedenen Fakultäten folgende Gegenerklärung ab: „1) Die Angabe, daß etliche zwanzig Studenten bei der Schlägerei in der Nähe des HahnenhofeS beteiligt gewesen seien, erklären wir hiermit als unwahr: Die Namen sämmtlicher anwesenden Studenten, sowohl der Betheiligten als der Unbeteiligten, sind unterzeichnet. 2) Wir protestiren gegen die Behauptung, daß wir „durch fortgesetzte Ruhestörung und thätlichen Angriff auf die Polizeimann- schäft deren Einschreiten veranlaßt haben," und berufen uns in dieser Hinsicht auf die von mehreren hiesigen Bürgern uns freiwillig angebotenen gerichtlichen Aussagen als Augenzeugen. 3) Was den Gebrauch scharfgeschliffener Säbel betrifft, so dienen in dieser Beziehung als die sichersten Beweise unstreitig die damit ge- schrhenen Verletzungen und die haarscharfen Schnitte in den Kleidungsstücken der V-rwundeten. 4) Wenn die für den Dienst in Civilkleidung bestimmten Polizisten als Einzelposten auf entlegenen Plätzen den Sicherheitsdienst zu versehen haben," wie kommt es, daß gerade solche Civilgekleivete Poiizeisoldaten in dem Herzen der Stadt beim Beginn der Mißhandlung beteiligt waren? 5) Zwei unserer damals verhafteten Kommilitonen wurden von den sie in das Arrestlokal abführenden Polizisten im Polizeiyofe selbst durch Faustschläge schwer mißhandelt, und trotzdem dieselben sofort und wiederholt wegen ihrer früher erhaltenen Verletzungen ärztliche Hilfe dringend verlangten, wurde ihnen diejelbe doch erst nach zwei Dtunden gewährt!" Belgien. Brüssel, 3. Jan. Das „Bien publik" von Gent veröffentlicht ein päpst- liches Breve, worin der Papst seinen tiefen Schmerz über die von der belgischen Regierung gegen die Wünsche der Katholiken beliebte Übersiedelung der belgischen Gesandtschaft am italienischen Hofe nach Rom ausspricht. Frankreich. Paris, 1. Febr. Die France enthält folgende Mittheilung, die wir jedoch für höchst unwahrscheinlich halten: Berlin, 30. Jan. Die Negierung von Versailles hat bei Herrn v. Bismarck angefragt, ob er als Garantie für die Bezahlung der Kriegsschuld eine Kombination annehmen werde, welche der preußischen Regierung alle Rechte der Eisenbahn - Obligationsbesitzer und alle eventuellen Rechte des Staates auf die französischen Eisenbahnen übertragen werde. Die Einzelheiten dieser Kombination sind zu verwirrt, um sie mittheilen zu können, aber ich glaube versichern zu können, daß sie vom Berliner Kabinet angenommen worden find. Paris, 2. Jan. Die Nationalversammlung nahm in ihrer heutigen Sitzung den Gesetzentwurf, betreffend die Kündigung der Handelsverträge an und verwarf alsdann den Antrag Duchatel's auf Rückkehr der Versammlung und der Regierung nach Paris mit 377 gegen 318 Stimmen. Man versichert, der Minister des Innern habe erklärt, er werde seine Demission geben. Paris, 3. Febr. Die von mehreren Journalen gebrachte Mittheilung, daß die französische Regierung Deutschland drei Milliarden in Eisenbahnprioritäten als Bezahlung der Kriegsentschädigung angeboten habe und bas Anerbieten angenommen worden fei, ist unbegründet. — Der Minister des Innern besteht auf seiner Entlassung, wird jedoch auf den Wunsch des Präsidenten die Geschäfte noch einige Tage fortführen. 88-/2 Oberhesseu 4% 152 1864r Braunschweiger 211/g Stadt Florenz 837z Börsennachrichten 3. Februar 1872. Actien. Frankf. Bank 141% Frankf. Vereins-Kasse 133 Darmst. Bankaot. 483 Wien Bankaktien 892 Galizien 276 Oest. Creditaot. 3581/4 97 >/r Actien. 5O/o östr. F. St. E. B. 421 Lombard. Bahn 225 Ladwigsh.-Bexbach 202 Maxbahn 153 Bayer. Ostbahn 1557z Rhein-Nahebahn-Aot. — Hess. Ludwigsb.-Act. 195 „ n 31/2% „ 92 Bayer. 5% „ 1007g „ 4720/0 1jährige 100 „ 40/g 1jährige 9574 Würtemb. 47z% Obi. 99% Baden 47z% Obi. 0. E. L. 99% Oesterr. Silberrente 64 „ Papierrente 55% Amerik. Bonds 1881r 1017/8 , n 1882r 96 % „ n 1885r 9772 „ n 1887r 9878 Spanier, neuest. 3% 31% Geldsorten. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 5 7 72—58% Pistolen . . 9 40—42 „ doppelte 9 40—42 Holl. fl. lOSt. 9 53—55 Ducaten . . 5 31—33 20 Frankenst. 9 19—20 Engi. Sover. 11 46—48 Ross. Imper. 9 40—42 Dollar in Gold 2 24—25 Preuss. 4%o/g Oblig. 1027g Frankf. 3%% Obi. 88% Nass. 4% o,o Obi. 997z Kurhess. 4% „ 937z Gr. Hess- 5«/0 Obi. 10272 Prioritäten. 3O/o öster. Stsb.-Prior. 603/g 3°/0 öst. s. Lombard 85 3% Livomeser 397z 50/g Toscaner — 50/0 Elisabeth.-Prior. 85 do. H. Emiss. 82 Änleheiisiooee. Kurh. 40 Thir. Loose 70 Nassau 25 fL 48% 40/g bayr. Präm.-Anl. 117 Ansbacher 7 fl. 137z 40/g badische Loose 115 Badische fl. 35 Loose 72 3% Oldenburg, ä 40ThIr. 39% Oestr. fl. 250 v. 1854 86 1858r Prioritätsloose 195 1860r Loose 923/8 Wechsel. Amsterdam k. 8. 99% Augsburg k. 8. 99% Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 957s Brüssel k. 8. 93% Hamburg k. 8. 87% Leipzig k. 8. 1047g London k. 8. 1187z Lyon k. 8. 92% Paris k. 8. 92% Wien k. 8. 1037z ditto m. 8. ditto 1. 3. _ Dis conto 4% Frankfurt a. M. Die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Frankfurt a. M. vermittelt auf dem erfahrungsgemäß erfolgreichsten Wege der Insertion auf das Zuverlässigste alle Arten Verkäufe und Verpachtungen von Gütern, Grundstücken, Fabriken, Gesuche und Offerten, Engagements rc ohne Provisionsantheil und unter alleiniger Anrechnung der Original-Jnsertionsgebühren. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie fammtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt. —1111 Allgemeiner Anzeiger 549) In Sachen des Dachdeckers Wilhelm Schwalb zu Gießen, Klägers gegen dessen Ehefrau Katharina Schwalb, geb. Schäcker, unbekannt wo? Beklagte, Ehescheidung betr. Resolut um. Der unbekannt wo? abwesenden Beklagten wird hiermit unter Gestattung der Acteneinsicht auf der Registratur des unterzeichneten Gerichts eröffnet, duß Kläger gegen sie auf Scheidung der Ehe vom Bande Klage erhoben habe und wird derselben aufgegeben, sich sogewiß binnen 90 Tagen von Veröffentlichung dieser Verfügung in der Darmstädter Zeitung an gerechnet, auf die Klage zu erklären, als sonst sie des thatsächlichen Klage- oorbringens für geständig angenommen und mit Einreden ausgeschlossen würde. Zugleich wird derselben aufgegebcn, binnen obiger Frist einen Jnsinuationsman- Besondere Bekanntmachungen. Oeffeutliche Bekanntmachung. 540) Am 1. l. Mts. stieg in Frankfurt a. M. in den kurz vor 12 Uhr Nachts in Gießen ankommenden Eourierzug ein Reisender in ein Eoupe erster Klasse, welcher in Friedberg als Leiche, durch zwei Schüsse in die linke Brust getödtet gefunden wurde. Nach den bis jetzt eingetretenen Ermittelungen ist ein Selbstmord wahrscheinlich. Die Identität dieser Persönlichkeit, die kein Gepäck, keinen Ausweis, überhaupt keine Schriftlichkeit bei sich führte, ist bis jetzt nicht festgestellt, und werden daher alle Gerichts- und Polizeibehörden, sowie Privatpersonen, welche über den Verstorbenen irgend welche Auskunft ertheilen können, ersucht, dieselbe an das unterzeichnete Gericht gelangen zu lassen. Gießen, 3. Februar 1872. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Ur. Muhl, Scriba, Stadt - Richter. Stadtgerichts-Assessor. Signalement r Größe: 170 Zentimeter; Alter: dem Anscheine nach 24—28 Jahre; , Haare: dunkelblond und gelockt, röthlicher Backenbart und kleiner rothucher Schnurrbart; Gesicht: länglich; r , Nase und Mund: gewöhnlich, gut erhaltene Zähne, kräftige Gestalt; Besondere Kennzeichen: zwei kleine Narben auf dem Rücken der linken Hand; Kleidung: eine wollene Unterjacke, ein Shirtinghemd, gez. F. K. 9. (roth), ein Paar Unterhosen, gez. 0 H. 1, baumwollene Strümpfe, von bläulicher Farbe, gez. F. K. (roth), mit Glanzleder besetzte Halbstiefel, Rock, Hose, Weste, von demselben dunkelgrauen Winterstoff, neu und elegant, blauer Ueberzieher, seidene Eravatte und röthliches Foulardtuch, schwarzer Filzhut, weiß-leinenes Taschentuch mit schwarzem Rand, gez. 0. 11. (schwarz-weiß gestickt), ein Paar in Perlen, Seide und Wolle genähte Hosenträger, goldene Hemdknöpfe. , Außerdem führte derselbe bei sich: eine silberne Taschenuhr mit Kette, ein Portemonnaie, eine kleine Haarbürste mit daran befindlichem Reisenecessaire, letzteres mit einer Stickerei und an Geld 1 fl. 23 kr. und 21 Patronen, eine neue doppelläufige Pistole (Hinterlader) fand sich in demselben Eoupe. datar zu bestellen, als sonst ihr alle weiteren Verfügungen einfach durch Anschlägen an das Gerichtsbrett infinuiit würden. Gießen, 31. Januar 1872. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Ur. Muhl, Scriba, Stadtrichter. Stadtgerichts-Assessor. Oeffmtliche Aufforderung. 550) Forderungen und Ansprüche aller Art an den Nachlaß des verstorbenen Schlossers Ludwig Weber von Gießen sind binnen 14 Tagen bei unterzeichnetem Gericht anzuzeigen, widrigenfalls sie bei der Erbaus- einandersetzung unberücksichtigt bleiben. Ferner wird allen Schuldnern des Nach- laffes aufgegeben, binnen gleicher Frist ihre Schuldigkeiten an den bestellten Vormund, Schreinermcister Georg Weber dahier, abzuführen, widrigenfalls gerichtliche Beitreibung erfolgen wird. Gießen, den 1. Februar 1872. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Dr. Muhl, Stadtrichter. Versteigerungen. 531) Mittwoch den 7. und Donnerstag den 8. Februar d. I., jedesmals von Nachmittags 2 Uhr an, soll die zum Nachlaß des Herrn Drechslers Hellwig gehörige Drehbank mit Werkzeug, sodann Mobilien, bestehend in Tischen, Kommoden, Schränken, Stühlen, Bettladen, Kisten, Bettwerk, Weißzeug, Haus-, Küchen-, Garten- und Oecouomie-Geräth- schaften, Pflug, Egge, Jöchen, Bohnenstangen, Fenstern und sonstigem Gehölze, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 3. Februar 1872. In Auftrag: _______ Semmler, Ortsgericktsmann. 362) Die zu dem Nachlasse des Karl Sund heim gehörige Badenburger Mühle, an der Lahn gelegen, mit drei Mahl- und einem Schlaggang, soll Freitag den 16. Februar d. I., Vormittags 10 Uhr, auf Ort und Stelle auf 9 Jahre verpachtet werden. Wieseck, den 23. Januar 1872. Großherzogliches Ortsgericht Wieseck. Lang. Holzversteigcrunq in der Königlichen Oberförsterei Krofdorf. 541) Donnerstag den 15. Februar er., Vormittags um 9 Uhr, werden zu Krofdorf beim Wirth Kahlert aus dem Königlichen Forste Krofdorf und Wismar nachstehend bezeichnete Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert: District 12 (Fohnbachskopf) : Buchen: 1 Stamm Ul. Klasse, 7 R.-Meter Kammholz, 378 R.-Meter Scheit, 207 R.-Meter Knüppel, 280 R.-Meter Stöcke und 905 R -Meter Reiser. District 75abcd (Lindenschied): Buchen: 6 R -Meter Felgen, 188 R.-Meter Scheit, 13 R.-Meter Knüppel, 10E.-Me- ter Stöcke und 285 R-Meter Reiser. Totalität Wismar, District 43, 73 u. 74: circa 60 R -Meter Nutz, Scheit, Stöcke und Reiser, darunter 8 R.-Meter Eichen- Küferholz. Krofdorf, den 3. Februar 1872. Der Königliche Oberförster: v. Meibom. Jagdvervachtung. 460) Mittwoch den 7. Februar 1872, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die Licher Gemeindejagd, circa 4200 Morgen FeU> und 3600 Morgen Wald haltend, ander- weit auf 6 Jahre verpachtet werden. Lich, den 30. Januar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Jhring. id 4d vo ®e un n im -itt ’in is< tic csa I ued i0ti tut 1 gs )C1 HI rri I ru rv' t Ar w ith nach- V Loeflund’s Loefluii(l'8 Wellen Loeflund’s Festmeter, mit in 66 Stämme Nr. 137. täglich frisch, bei zwei inneinandergchende Zimmer, mit oder bei E. Pitt Han. M. (442.) Handschuhen, empfiehlt PH. Schlatter. zu sehr billigen Preisen abgegeben bei Flörsheim. strict Holz 187 81 24 103 326 Berlin, Basel, Wien, Leipzig, Stuttgart, Zürich, St. Gallen, Genf, 2 3 24 8 21 18 F5 27 100 250 2050 47 59 1 267 1620 543) Am verflossenen Sonntag Abend wurde von Lony's Bierkeller nach dem Wallthor em schwarz und weiß gewürfeltes seidenes Tuch verloren. Der redliche Finder wird gebeten, solches gegen Belohnung bei der Exped. d. Bltts. obzugeben. 4^0) Silber- und Goldborden, Spitzen und Franzen, sowie das Neueste in Masken, Cotillon-Orden und Ball- Telegraphische Depesche ! 501) Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich Mitte Februar einen Meter Durchmesser und 5 bis 9 Meter Länge, 19 Nadel-Stämme von 12 bis 23 Centi- meter Durchmesser und 7 bis 12 Meter Länge. Die Zusammenkunft ist bei der Horstenburg. Ober-Bessingen, am 3. Februar 1872. Großhenogliche Bürgermeisterei Ober-Bessingen. Serth. in Wollen- und Baumwollen-Waaren in Gießen abhalten werde, worauf die sehr geehrten Damen jetzt schon aufmerksam mache. Buchen-Scheidholz, Eichen- „ Nadel- „ Buchen-Prügelholz, Eichen- „ Nadel- Buchen-Stockholz, H. E. JugHardt, Marktplatz. Neuerwall, 50; Leipzigerstrasse, 46 ; Steinenberg, 29; Stadt, Neuer Markt, 11; Markt, 17, Königshaus; Kronprinzstrasse, 1 ß ; Elsassergasse, 1 ; Obere Grabenstrasse, 13; Plac deu Molard, 2. Hochachtungsvoll L. Isaak, aus Darmstadt. ^47tt) Frische Ggmonter Schellstsche und Cabliauen treffen heule ein. I. A. Busch Söhne. 5o3) (Den Wernschentcn Hessens) können wir aufs Wärmste das Halten der Mamzeitung m Darmpadt empfehlen, da das Blatt fortlaufend einsichtsvoll ae- schrtebene Artikel über die Agitation gegen die Weinsteuer enthält. Viele Weinschenker. 522) Alle Breiten Atlas- und Taffetbänder, glatte und fa^onnirte Tülle, Spitzen, Blonden und Blumen, werden AnMagenkrampf, Verdauungsschwäche re. rc. Leidenden wird das seit beinahe 50 Jahren segensreich wirkende Dr. med. Doechs'sche Heilmittel empfohlen. Schrift darüber gratis in der Exped. d. Bl. Das Mittel ist nur direkt zu beziehen durch Apoth. Doecks, Harpstedt bet Bremen (früher Barnstorf). (4225) Jagdverpachtung. 419) Die am 7. Februar 1872 leihfällig werdende Gemarkungs-Jagd in der Gemarkung Ettingshausen, circa 3247 Morgen haltend, aus 1947 Morgen Feld und 1300 Morgen Wald bestehend, soll Mittwoch den 7. Februar 1872, Nachmittags um 1 Uhr, in dem hiesigen Nathhause, unter den bekannt gemacht werdenden Bedingungen, anderweit auf 6 Jahre verpachtet werden. Ettingshausen, den 27. Januar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Ettingshausen. Sommer. Eichen-Stämme Nadel- Buchen-Stamm Eichen-Stangen Nadel- meistbietend versteigert werden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juli 1872 gestattet. Rödgen, am 2. Februar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen. Jnderthal. Zprocciilige Evansville-Cih-Bonds, jeder Hinsicht solid und sicher, sind zu 81 M. erhältlich, während Zproceiitigc Chicago-Cih-Bonds 87 pCt., und Zprocentige \ew-York-Cily gar 9# pCt. notiren. Man kaufe daher Zprocentige Evansville-Bonds, die mit der Zeit sicher auf 100 gehen werden. Jagdverpachtnng. 395) Dienstag den 6. Februar d. I., des Mittags 12 Uhr, soll auf dahiesiger Bürgermeisterei die mit dem 5. Februar d. I. leibfällig werdende Feld- und Waldjagd in der Gemarkung Albach auf weitere' 6 Jahre verpachtet werden. Albach, am 25. Januar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Albach. Balser. Eichen- „ Nadel- Buchen-Reisholz, Eichen- „ Nadel- 11,77 14,09 0,35 3,90 42,4 Pfarr - Eouftrenz der Dekanate Gießen und Groß-Linden Mittwoch den 7. Februar, Vormittags um 10 Uhr. Gießen und Groß-Linden. Landmann. Strack. stehende Holzsorlimente, als: 34 R -Meter MerheMche Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 552) Sitzung: Mittwoch den 7. Februar, Abends 6 Uhr, in der kleinen Aula. Angekundigter Vortrags Herr Dr. Laubenheimer über die Chemie des Gestirne. 422) Wiederverkäufern, Gastwirtben, Besitzern von Instituten, Pensionuten, Kur- und Heilanstalten empfehle ich: Beste neue Brünetten je nach Quantität zu deu allerbilligsten Preisen. G. M Schwager in Bamberg. Holzverfteiqerunq. 505) Dienstag den 6. Februar, des Morgens 9 Uhr anfangcnd, sollen in dem hiesigen Gemcindewalde Holzversteiqerung. 542) Mittwoch den 14. Februar, von Vormittags 8 Uhr an, soll im Ober-Bessinger Gemeindewalde, Di- HAASENSTEIN* VOGLER Zeitungs-Annoncen-Expedition, in Frankfurt am Main, Erlen- u. Nadel Prügelholz,, z-- Buchen- u. Eichen-Stockholz,! 504) Ein neuer Pelzrock zu verkaufen Buchen-, Eichen- u. Erlen-lbei Meyer Rothenberger, Reiser, Neuenweg B. 193. grosse Gallusstrasse 1, im 1. Stock. Hamburg, Hard und Insel, nachoerzeichnetes versteigert werden, als: R. Meter Buchcn-Scheidholz, „ Buchen- u. Eichen-Prügelh., furfluiih’ö nirhirinifdjt lllalj-tErtrartr 1 aus bayrischem Prima-Gerstenmalz bereitet und sämmtliche wirksamen Bestand- | theile desselben enthaltend, sind in bekannter vorzüglicher Qualität und Rein- - heit in allen Apotheken vorräthig und ist dabei wegen vielfacher Nachahmung auf I die Firma: „Ed. Eoeflhmd in Stuttgart“ ganz besonders zu achten. ! Doefluud’s conccntrirteö Malz - Extpact, (da '' achte Licbig'sche) ist das wirksamste Linderungsmittel bei Husten, Heiserkeit, Catarrh, Athmungsbeschwerden, Brustleiden. Preis der Flasche 35 fr. Malz-Extract mit Eisen, gegen Bleichsucht und Blularmuth, bei । Schwächezuständen der Frauen ein vorzügliches Kräftigungsmittel, : sehr leichtverdaulich und wohlschmeckend. Preis d. Flasche 42 fr. Malz - Extract - Bonbons sind die neuesten, angenehmsten und wirksamsten Husten-Bonbons. In Packeten zu 9 fr. Kindernahrung, zur Schuellbereituug der Liebig'schen Suppe für Säuglinge. Preis der Flasche 35 fr. (5007) Vorräthig in Gießen bei Herrn Emil Fischbach. .. -.......... Eichen-Bau- und Werfholz ™ von 20 bis 60 (Zentimeter Durchmesser 1^8) und 6 bis 14 Meter Länge, f";*2 15 Erlen-Stämme von 24 bis 30 Centi- Vermischte Llnzeigeu. 348) Ein Gymnasiast oder Realschüler fann in einer Beamten-Familie von künftigen Ostern an Kost und Logis und zugleich auch, wenn es gewünscht wird, Nachhilfe in allen Lehrgegenständen erhalten. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 495) Ein reinliches Dienstmädchen gesucht in der Restauration W. Hofmann. Eintritt sogleich. ohne Möbel, per 1. April zu vermiethen. Auf Wunsch kann noch ein Cabinet abgegeben werden. 98) Ein einzelnes Zimmer zu vermiethen 551) Itn Verlag von Fr. Ackermann in Weinheim ist soeben erschienen und durch J. Kicker in Giessen zu beziehen : Uniwandlnngs-Tabelle der Grossh. Hessischen alten Maasse und Gewichte in die neuen metrischen Maasse und umgekehrt. Preis 12 Kreuzer. Der Werth dieser übersichtlichen, leicht fasslichen Tabelle wird noch dadurch erhöht, dass sie nicht nur die Umwandlung der alten in die neuen Maasse und Gewichte angibt, sondern auch umgekehrt <(as Verhältniss der neuen zu den alten Maassen &c. nachweist. 535) Ein vollständiges Schaufenster ist wegen baulicher Veränderung bis zum 15. März zu verkaufen bei I. Schellenberg, Seltersweg. 546) 60 bis 80 Stecken Kiefern- und Buchenholz, erster Qualität, sind zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. freiwillige städtische Feuerwehr. 524) Montag den 5. l. Mts., Abends 8 Uhr, im Saale zum Stern, Mäusburg: Haupt- und Waljlucrfammlung. Tagesordnung: 1) Wahl der Führer und Vorstande; 2) Stiftungsfest. Der Vorstand. I ZU Mieth en oder zu kaufen ^gesucht: Eine tsolirt gelegene, kleine länd- 502) Ein möblirtes Zimmer, mit oder' ^E^eslkttng, unmiltelbar an der Lahn ge- ohne Eabinet, ist zu vermiethen in Lit. A- Ä' ^chend aus herrschaftlichem Wohn- - haus, enthaltend 5 — 6 größere Zimmer, _____Küche, Keller, Speisekammer, Bodenraum 548) Neue Anlage Lit. C. Nr. 30 sind und sonstiges Zubehör, sowie Stallgebäude, ' ' ' r '• ' : klemm Hof und größerem Garten; — der Besitz muß direct am Ufer der Lahn befindlich und dortselbst Gelegenheit zur Fischerei und Jagd sein. — Gefällige Offerten mit ganz genauer Beschreibung und Angabe des billigsten Preises, resp. Anzahlung ein: zureichen unter L. B. in der Exped. d. Bltts. 525) Der zweite Stock, sowie der seither von mir bewohnte untere Stock, sind zu vermiethen. Auch wird bei jedem ein Stück Land abgegeben. Georg Herbert. 547) Das untere vordere Geschäftslocal in meinem Hause ist, je nach Wunsch, auf eine Reihe von Jahren zu vermiethen. H. C- Vogt, Marktplatz. 544) Zwei Familienlogis sind zu vermiethen bei Hermann Euler, Mäusburg. 99) Großer Stall zu vermiethen bei E. Pitthan. Feilgeboteneö. 428) Handdresch- und Häckselmaschi nen rc., Krippen und Tröge von ßung; stein bei Emil Pistor. * 436) Feinstes Trauben- Gelee ist wieder eingetroffen. I. A. Busch Söhne. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pi et,sch) in Gießen.