e, t®® Kirchhof, alten Stein- 'big und un- u verkaufen. ® der Fa- •Itian Dix, eine im Preis vierteljährig 1 fl. 12 fr. Bringerlohn. Durch die Aon v'. ^gen vierteljährig >nfen geI-L 2? fr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition: Canzletberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Freis Kielen. Nr. £. Donnerstag den 4. Januar R872. III IIHilIII—BMW IHIHIII ■■■! 1 Willi■IHBIIB Bestellungen auf den Gießener Anzeiger ÄÄ?Wtt9ai'rötuO,i,faW Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abyoien lassen, erhalten denselben pro I. Quartal zu 1 fl. Vn öfteren t Hofgerichts- t Anträge auf s der Provinz n. der als' künd- Darlehen. Provision na^ M 187L f tion. Bekanntmachung. Betreffend: Das Kreis-Crsatz-Geschäft für 1872. Mit Bezug auf die Bestimmungen^ der Militär-Ersatz-Instruction für den Norddeutschen Bund fordern wir alle im Jahr 1852 gebornen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren gebornen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirthschaftsbeamre, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrbursche, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, hiermit auf, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 13. Januar bis zum 1. Februar l. I. bei der Bürgermeisterei ihres gesetzlichen Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie bereits bei einer früheren Musterung concurrirt haben, ihren Loosungs- und Gestellungsschein vorzulegen. Wir machen zugleich darauf aufmerksam, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 10 Thaler bei gt von der Theilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihre etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, 3. Januar 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des .Kreisraths: K e k u l 6 , Kreisassessor. 8 BB neuen Brand Ast Mobiliar- um i Prämien zt 1870: 50,000. 09,774. . L 63,791.__I 23,565. | 92530. 53,104. arl Löffle, N. sandte Facha ben. /v Drreuort < W und du Uten- Deutschland. Darmstadt, 31. December. Der „Fr. Ztg." wird von hier gemeldet: Die Ihnen als.Gerücht gemeldete Verlegung des Hess. Jnf.-Reg. Nr. 118 von Mainz nach Bitsch entbehrt aller und jeder Begründung. Darmstadt, 2. Jan. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchsten Entschließungen vom 29. und 30. v. M. auf deßsallsiges Nachsuchen in ben Pensionsstand zu versetzen geruht: Vom Kriegsministerium: Direktor des Kriegsministeriums Oberst Dornseiff. Chef der 1. Abtheilung des Kriegsmint- ßeriumS Oberst Scholl. Chef der 2. Abtheilung des Kriegsministeriums Oberkriegsrath Niepoth. Stabsauditeur Schenck. Intenbanturrath Dauber. Von der Ministerial-Registratur und Kanzlei: Ministerial-Registrator Heim. Ministerial- Protocollist Mahr. Ministcrial-Conzlist Pfeiffer. Ministerial-Canzleidiener Zimmer. Ministerial-Canzleiwärter Freiherr von Villiez. Vom Kriegs-Zahlamt: Kriegs- zahlmeister, Kriegsrath Wiegand. Kriegsfüsse - Buchhalter Schenck. Kriegskasse- diener Schäfer. Vom 1. Großh. Infanterie-Regiment Nr. 115: Oberstlieutenant und Batalllons-Commandcur Anschütz unter Verleihung des Ritterkreuzes 1. Classe des Ludewigsordens. Major Freiherr v. Rotsmann. Premier-Lieutenant Becker unter Verleihung des Charakters als Hauptmann. Dom 2. Großh. Jnfanterie- Regimcnt Nr. 116: Oberst und Regiments - Commandeur Kraus. Hauptmann Riedel. Vom 3. Großh. Infanterie-Regiment Nr. 117: Major und Bataillons Commandeur v. Herff unter Verleihung des Charakters als Oberstlieutenant. Major Lannert. Hauptmann Frank. Hauptmann Lautenfchla'ger. Premier - Lieutenant Emmerling unter Ertheilung des Charakters als Hauptmann. Vom 4. Großh. Infanterie-Regiment Nr. 118: Major und Bataillons-Commandeur Keim. Hauptmann Weitzel. Vom 1. Dragoner- Regiment Nr. 23: Oberst und Regiments- Commandeur v. Grolman. Vom 2. Dragoner-Regiment Nr. 24: Oberst und Regiments. Commandeur Frhr. v. Buseck. Von der Großh. Fcldartillerie: Hauptmann Bellaire. Hauptmann Sartorius. Premier-Lieutenant Arnold. Vom Gc- neral-Auditoriat und den Auditeuren: General-Auditeur Zimmermann. Garnison- Auditeur Dr. Delp. Divisions - Auditeur Dr. Verdier. Von Militär - Aerzten: Divisions-Generalarzt Dr. Neuling. Oberstabsarzt Dr. Göring, Oberstabsarzt Dr. Fuchs, Stabsarzt Dr. Fehr, im Großh. 1. Infanterie-Regiment Nr. 115. Stabsarzt Dr. Steinhäuser im Großh. 4. Infanterie-Regiment Nr. 118. Stabsarzt Dr. Lipp im Großh. 1. Infanterie-Regiment Nr. 115. Vom Artillerie-Depot: Zeughauptmann Plack. Von Verwaltungsbeamten und Zahlmeistern: Rechnungs- rath Schneider (Garnison - Verwaltungs - Inspektor). Oberquartiermetster Wilk (Lazareih. Inspektor). Major Schimpff (Vorstand der Divisions-Intendantur). Oberquartiermetster Müller, Oberquartiermeister Nischwitz, Zahlmeister im Großh. 1. Infanterie-Regiment Nr. 115. Quartiermeister Bonhard, Zahlmeister im Großh. 4. Infanterie - Regiment Nr. 118. — Gleichzeitig wurden von der bisherigen Stellung zur Allerhöchsten Disposition entbunden die nachstehenden Offiziere in Pension, nämlich: die Obersten Hof, Weber und Coulmann, die Oberstlieutenante Habermehl und Bickel, die Majore Schenck, Herpel, v. Wachter, Freiherr v. Rtcou, Weyland, Gerschlauer, die Hauptmänner Kuhlmann, Keim, Freund und Kreuter, der Rittmeister Frey. Berlin, 2. Jan. In Folge höherer Anordnungen wird das Kreis- refp. Departementserfatzgeschä'ft im Jahre 1872 früher als in anderen Jahren vorge- nommen werden. Demgemäß ist angeorbnet worden, daß die im §. 59 der Mi- litärerfatz-Jnstruktion für den Norddeutschen Bund vom 6. März 1868 vorge- schriebcne Anmeldung der Militärpflichtigen zur Stammrolle für das Jahr 1872 spätestens bis zum 1. Februar 1872 bei Vermeidung der angedrohten Strafe zu erfolgen hat. Berlin, 2. Jan. Der „Börsenkurier", dessen Redakteur Mitglied des Ru- wä'nencomites ist, meldet telegraphisch aus Bukarest: Die Kammer hat alle Artikel des EifenbahnvertrageS mit einigen für die Aktiengesellschaft günstigen Modalitäten angenommen. Morgen findet die Totalabstimmung statt. Laut Artikel 5 zahlt die rumänische Regierung bereits am 1. Januar 1872 und von jetzt ab in halbjährigen Terminen einen Zuschuß für die Zahlung des Coupons. Für die heute fälligen 4,700,000 Francs liegen die n'öthigen Fonds schon jetzt bereit. Berlin, 3. Jan. Bekanntlich hat der letzte Reichstag in Folge eines von dem Abg. v. Rabenau (Hessen) eingebrachten und von den Abgg. Braun (Gera) und Günther (Sachsen) lebhaft befürworteten Antrages den Hrn. Reichskanzler aufgefordert, eine Enquete eintreten zu lassen in Betreff der Mißstände im Eisen- bahn-Verkehr, unter welchen dermalen das Publikum leidet, namentlich in Betreff des dermaligen Gütertarifs, der als mangelhaft bezeichnet wurde. Der Reichskanzler hat dem Wunsche des Reichstages sofort entsprochen. Die Enquöte wird im Lause der nächsten Monate stattfinden. ES werden zu derselben 15 Mitglieder einberufen, nämlich 5 Vertreter der Eisenbahnen, 5 Vertreter der Landwirthschaft und 5 Vertreter von Handel und Industrie. Die Eisenbahnen werden repräsentirt durch 2 Staatsbeamte, (1 für die württembergischen und 1 für die preußischen Staatseisenbahnen) und durch 3 Privatbahnbeamte, welche der Verein der deutschen Eisenbahnen zu wählen hat. Die Vertreter der Landwirthschaft schlägt der landwirthschastliche Congrcß, die der Industrie der deutsche HandelStag vor, und zwar beide durch ihren Vorstand oder ihre ständige Deputation. Es ist dafür gesorgt, daß die verschiedenen Regionen Deutschlands gleichmäßig vertreten sind, und es wird hoffentlich gelingen, zwischen den verschiedenen Interessen, welche bisher so weit auseinander gingen, eine Verständigung zum Zwecke der Vereinfachung der Gütertarife zu erzülen. Stuttgart, 29. December. Die neue Militärorganisation hat einen so raschen Verlauf genommen, daß vielfach behauptet wird, eS werde dieselbe schon im Laufe des Jahres 1872 vollständig durchgeführt werden, während durch die Militärconvcntion hiezu Spielraum bis zum Jahr 1874 gegeben ist. Selbst die Landwehrorganisation soll noch im Lause des Jahres 1872 durchqeführt werden, obschon es hiezu vielleicht noch an der benöthigten Anzahl von Offizieren fehlen türfte. Viele Offiziersstellen bei der Landwehr sollen indeß durch die Freiwilligen besetzt werden können, welche nach Beendigung des Krieges von 1870/71 wieder in ihre bürgerlichen Verhältnisse zurückgekehrt sind. (Karlr. Z.) Stuttgart, 3. Jan. Die Abgeordnetenkammer hat heute ihre Sitzungen wieder aufgenommen. Vor dem Eintritt in die Tagesordnung (Baugesetz) wurde der Minister des Innern darüber interpellirt, ob die Auszahlungen an Reservisten seit beinahe 17 Jahren im Dienste der Pforte. Ließt und erklärt: so lange auf seinem Posten er. verharren zu wollen, bis ihm zum mindesten die Genugthuung einer motioirten Amtsenthebung gewährt sein werde. em- daß Die Konstantinopel. Unter denjenigen Beamten, die aus angeblichen Ersparungs- rücksichten plötzlich ihres Dienstes enthoben sind, befindet stch auch Dr. A. D. Mordt- mann, gegenwärtig Rath am kaiserlichen Appellationsgerlcht zu Konstantinopel und ■* ~ " *■ . Er hat jedoch Verwahrung ein- de Ladmkrault. Paris, 31. December. Die Republique Frar^aise will wissen, der General Chateaud-Latour, Präsident des Festungscowites, habe seine Entlassung gefordert und werde auf dieser Stelle durch den General Frossard ersetzt werden. Sie tadelt diese Wahl und spricht bei der Gelegenheit vom Buche des Exevmmandanten der zweiten Rheinarmee, das die Niederlage bei Forbach den Generalen Montandon und Castagny zuschreibt. Die letzteren haben mit Bewilligung des Kriegsministers eine Broschüre herausgegeben, in welcher sie ihrerseits den General Frossard anschuldigen und sich weiß zu waschen suchen. Aus Algier, 29. December, werden folgende Einzelheiten über den von den Gum- am 23. davongetragenen Erfolg telegraphirt: „Si-Alla soll getodlet und Si-Kaddur verwundet sein. Der letztere wird gegen Südosten von den Gums verfolgt. Alle mit dem Marabut fliehende« Stämme sind umzingelt. Vollständiger Erfolg." Paris, 1. Januar. Officiöö ist in Abrede gestellt worden, daß in Vltry- le-Francols eine Verhaftung durch die Preußen vorgenommm worden sei. Rach einer Erzählung im „Soir" hat aber in der That eine solche stattgefunden, die eines Gymnasialvorftehers, der beschuldigt wurde, beleidigende Aeußerungen über den deutschen Kaiser gebraucht zu haben, während er seinerseits das in Abrede stellt und über Gewaltthätigkeiten preußischer Soldaten klagt. Ernsthaft sieht die Amerika. Newyork, 19. December. Nachrichten, die von Neddo der Dampfer Great Republic mitbrachte, sagen, daß die Gesandtschaft, die heute von Iokohomo ab- segelt und bis zum 18. Januar hier eintreffen dürfte, die bedeutsamste sein wird, ere jemals eine orientalische Nation nach Amerika oder Europa geschickt hat. Sie wird auf Befehl des japanestschen Parlaments und des Mikado abgesendet, damit die herrschenden Klaffen selbst die westliche Civilisation studiren können und nicht mehr von den Berichten untergeordneter Individuen abhängen mögen, wie dies seither der Fall war. Sie werden, wenn sie in San Francisco ankommen, über Land nach Washington gehen, die Hauptstädte Amerikas besuchen, Europa be- reisen und dann die Tour um die Wit herum machen. Der amerikanische Ge- sandte De Long wird sie nach Washington begleiten. Charles Walcott Brooks, japanestscher Consul in San Francisco, hat die Weisung erhalten, diese Gesandt- schäft um die Welt herum zu begleiten. — In Mexiko sieht es ernst aus. Die Katastrophe von Saltillo bestätigt sich; die Regterungstruppen mußten dort an die Insurgenten capituliren. In Matamoras ist Den fremden Kaufleuten Seitens der Regierung eine Contribution von 60,000 Dollars auferlegt worben, einfach, weil Geld zur Bezahlung der Truppen da fein muß, und man es nimmt, wo man's findet. Freiwillig wird natürlich das Geforderte nicht geleistet. — Auf Cuba scheint man jetzt den „Volontärs" etwas schärfer begegnen zu wollen. Der General Balmaseda kündigt ihnen an, daß es Sünde sein würde, ihnen noch länger die Besetzung der Forts zuzumuthen und daß sie dort von den regulären Truppen abgelöst werden sollten. Es kommt nun darauf an, ob sie sich ablösen lassen; früher wollten sie nicht und der Gouverneur mußte ihnen willfahren. Diese Volontärs sind Spaniens Janitfcharen und damit ist das Ende angedeutet, welches sie nehmen müssen, wenn nicht Alles darauf gehen soll. Dache nicht aus. * Paris, 2. Jan. Aeußerungen Pouyer. Quertier'ö lassen befürchten, das Deficit des Budgets weit bedeutender ist, als man bisher vermuthete. Majorität beabsichtigt, das Kriegsbudget um 100 Millionen zu revuciren. Italien. (Eingesandt) Die letzte Stunde des alten Jahres hat üb.r eine achtbare Familie in Heuchelheim bitteres Lew gebracht. Der 17jährige hoffnungsvolle, brave Sohn derselben, Wilhelm Gernand, wurde durch grobe Fahrlässigkeit und unverzeihlichen Leichtsinn durch einen Schuß, der ihm das Gesicht auf entsetzliche Weise verstümmelte, lebensgefährlich verwundet. Noch in der Nacht wurde der Bedauernswerthe nach Gießen in die Klinik gebracht, wo er am 2. M. durch den Tod von feinen Leiden erlöst wurde. Der bezeichnete Thätec soll gestern gerichtlich vernommen worden fein. Auch in anderen benachbar-len Gemeinden foll-n Unzlück-^fälle durch das NeujahrSschießen voraekommen sein. Wann endlich wird die Unsitte dcS tollen Schießens in der Sylvesternacht ein Ende finden? Wann werden die Eltern mit Strenge diesem rohen Vergnügen ihrer Söhne endlich entgegentreten? Wenn man bedenkt, daß weitaus die Mehrzahl der Sylvesterschützen mit Sckießwaffen durchaus nicht vertraut ist, so ist cö fast zu verwundern, daß nicht noch mehr Unglücksfälle vorkommen. Gerade in Heuchelheim sollen viele kaum der Schule entwachsene, ja selbst noch schulpflichtige Jungen sich mit dem Schießen beschäftigt haben. Möge der vorliegende Unglücksfall eine ernste Mahnung und Warnung für künftig« Tage sein. —-B Aufopferung über alles Lob erhaben sei. England. London, 29. December. Vor einiger Zeit wurde milgetheilt, daß die französische Regierung einen Zehnerausschuß ernannt habe, um das neue Projekt einer Riesenvampffähre zwischen England und Frankreich zur Besörverung ganzer Bahn- züge zu begutachten. Diese Commission hat ihre Berathungen in Arras gehalten, und das Resultat geht Dahin, Daß sechs sich für, und vier gegen das Projekt aus- sprachen. Was nun weiter geschehen wird, bleibt abzuworten. — Eines Dir größe- ren hauptstädtischen Spitäler, das London-Hospital, hat von einem Anonymus Die reiche Schenkung von zehntausend Pfd. Sterl. erhalten. London, 31. December. In Sandringham hat eine Consultation zwischen Sir William Jenner, Dr. Gull und Sir James Paget bezüglich der Hüftgelenk- Affection stattgefunden, an welcher der Prinz von Wales seit einigen Tagen leidet. Wie das medicinische Fachblatt „Lancet" mittheilt, war das Resultat dieser Be- rathung günstig, und wurde festgestellt, daß der Prinz nicht allein im Allgemeinen einigen Fortschritt gemacht hatte, sondern daß auch die Entzündung bereits ansehnlich nachgelassen habe. Handelsberichte. Darmstadt, 2. Januar. Bei der heute Morgen üattgehabten Ziehung der Großherzogl. Hessischen Fünfzig-Gulden.-Loose wurden gezogen: Nr. 19,199 mit 10,000 fl., Nr. 14,321, 79,037, 98,158 mit je 1000 fl., Nr. 51,026, 57,651 mit je 400 fl. Frankfurter Bank. Der Ausweis vom 31. December zeigt eine Vermehrung der Disconten um fl. 2,718,400, des Lombards um fl. 779,400, der fremden Wechsel um fl. 561,400, der Banknoten-Circulation um fl. 715,900 und der Giro-Guthaben um fl. 2 318,800; dagegen eine Verminderung des Baarvorrath s um fl. 901,600 und der verschiedenen Aktien um fl. 50,400. Die bedeutenden Erhöhungen der Ziffern, besonders der Disconten hängen mit den starken Geld- anjprüchen für den Ultimo zusammen. Die Giro Guthaben erreichten die ungewöhnlich hoh« Summe von nahezu 171/2 Millionen Gulden, welche im laufenden Monate wohl zum grüßten Theile dem Verkehre wieder zugeführt werden dürften. Die Banknoten-Circulation übersteigt die Baarvorräthe nur um circa 70,000 fl., während die Noten-Reserve sich auf fl. 3,676,700 reducirt hat. Landwirthschaftliche Creditbank in Frankfurt a. M. Die Baak hat ein Circular erlassen, dem zufolge dieselbe mit dem heutigen Tage ihre Geschäftothätigkeit beginnt. Die Direction bilden die Herren Jacob Wilhelm Günther und vr. jur. Friedrich BorgniS. Stellvertretende Directsren find die Herren Philipp Friedrich Behrends und Lodwig Wilh. Baist. Frankreich. ' Paris. Wenn man liest, wie die Parteien in Frankreich sich untereinander . behandeln, kann man sich über ihre Schimpfereien auf die Deutschen kaum noch , munDetn. So hat Herr v. Segur, eines Der Häupter Der schwarzen Internationale, , wie er von seinen Gegnern genannt wirD, eine Schrift veröffentlicht, worin er , Die CanDidatur Heinrich'- V. empfiehlt. Das „Sucle" gibt Daraus folgende ; Auszüge: Die Republik, äußert Der Mann Der Kirche, ist eine Familienmutter, , welche zwei Sorten von KinDern hat, Galgenstricke und Schafsköpfe, Die Repa- blikaner füllen ihre Taschen unD Die ihrer FreunDe, intern sie hie Staatskassen leeren, sie sind alte Füchse, Die auf Hühner Jagd machen und in Der Kunst Des Rupfens geübt sind. In ihrem Munde bedeuten die Worte Gleichheit unD Brü- Derlichkeit Mord und Raub, davon abgesehen, fügt der ehrwürdige Prälat hinzu, Daß vielleicht von Fünfzigen nicht Einer vorkommt, Der nicht ein vollkommen gemeines Privatleben führt. Paris, 30. December. In den Straßen von Paris ist folgende Verord. nung angeschlagen worden: .. x Der Gouverneur von Paris, kraft der Gewalten, welche lym der Belagerungszustand überträgt; in Anbetracht des Gesetzes des 9. bis 11. August 1849; in Anbetracht, daß man Zeichnungen und Embleme, welche geeignet sind, Den öffentlichen Freden zu stören, in Den Läden feil bietet und auf Den Straßen col- portirt, — verorDnet: Art. 1. Die Ausstellung, Das Feilbieten unD Die Colpor> tage aller Photographien, Zeichnungen oder Embleme, Die geeignet sind, den öffent- liche» Frieden zu stören, ist verboten. Es sind namentlich verboten Die Ausstellung, der Verkauf oder Die Colportage der Portraits Der JnDividuen, welche wegen ihrer^ Thkilnahme bet den letzten insurrectionellen Ereignissen in Verfolgung stehen oder yerurtheilt worden sind. Art. 2. Das Zuwiderhandeln gegen Die gegenwärtige Verordnung wird von Beamten der gerichtlichen Polizei, von den Agenten Der öffentlichen Gewalt constatirt unD bann Den kompetenten Gerichten vorgelegt werden. Paris, 28. December 1871. Der Generalgouverneur von Paris: Rußland. Petersburg. In Petersburg starb Der Verweser der Diöcese Mohilew und Präsident des römisch-katholischen Collegiums, Bischof Joseph Staniewöki. Derselbe war Der eifrigste Anhänger Der russischen Regierung und befand sich wegen seiner Betheiligung an Der von derselben eingesetzten obersten katholischen Kirchen- behörde im päpstlichen Bann. — Eine Anzahl katholischer Geistlicher im Gouver- nement Wolhynien ist wegen ihre- hartnäckigen Widerstandes gegen die von Der Regierung angeordnete Einführung der russischen Sprache beim Gottesdienst aus Befehl des Generalgouverneurs Fülsten Dondukow-Korsakow des Landes ver- wiesen worden. Jeder derselben erhielt ein Reisegeld von 25 Silberrubel unD wurde in Begleitung eines Polizeibeamten bis an die galizische Grenze tranS- Nom. Der Papst hat das diplomatische Corps am WeihnachtStage langen. Graf Harcourt, französischer Botschafter, unD sein Personal wurden zuerst vorgelaffen. Nach Den Vorstellungen richtete Der Papst in französischer Sprache VaS Wort an die Diplomaten und Seeleute, die Harcourt mitgebracht hatte. Er sagte, er sei glücklich, in ihnen das theure und unglückliche Frankreich zu segnen, dessen Wiederauferstehung er in feinem täglichen Gebete von Gott verlange; er segne mit Inbrunst Frankreich und sein berühmtes Oberhaupt, indem er Den Allmächtigen bitte, beide zu erleuchten und ihre Anstrengungen fruchtbringend zu machen; er segne auch in ihnen die ganze französische Armee, welche er so lange an seiner Seite gesehen, namentlich die Marine, deren Geist, Mannszucht und Petersburg, 31. December. Wie Petersburger Blätter melden, werden die Führer Der altkatholischen Bewegung in Deutschland, die Professoren Michelis in Brauneberg und Friedrich in München, in nächster Zeit in Petersburg erwartet, wo sie die Lehren, Gebräuche und Eincichtunzen der orthodoxen Kirche aus eigener Anschauung kennen lernen und zu diesem Zwecke nähere Verbindung mit der ortho- doxen Geistlichkeit anknüpfen wollen. Beide sind zu diesem Besuch von Dem Pro- feffor Osinin, Der sich stark für die Vereinigung Der katholische und russisch, orthodoxen Kirche interessirt, dringend eingelaüen worden. — Ein kaiserlicher UkaS befreit sämmtliche Psarr- und andere ausschließlich für kirchliche Zwecke bestimmte Gebäude tm Königreich Polen von der Rauchfangsteuer. Rumänien. Bukarest, 2. Jan. Die Kammer beendigte in ihrer heutigen Sitzung Die Berathung über die Vorlage, die Eisenbahn-Convention betreffend, durch Annahme des ganzen Gesetzentwurfes. Der Vertreter der Berliner Gesellschaft legte in den letzten Tagen Verwahrung ein gegen jede Bestimmung, welche den Ausbau der Bahnen und deren Betrieb verhindern könne. Türkei.' und Landwehrmänner bald erfolgen würden. Der Minister erwiderte, daß die Regierung Die Angelegenheit möglichst beschleunigt. Oesterreich. Mr, 2. Jan. Das ultramontane „Volksblatt" schreibt unterm 30. v. M.: Wir können mit Bestimmtheit melden, daß Der hiesige Carmeliter-Convent schon gestern mit einem hiesigen Advocaten Rücksprache gepflogen Hat , um gegen die Redaction Der „Tagespost" wegen des in ihr erschienenen Artikels: „DaS Ber- brechen im Beichtstühle" eine Ehrenbeleidigungsklage anhängig zu machen. Heute hören wir, daß derselbe, nachdem verlautet, daß die Staatsanwaltschaft selbst einzuschreiten gedenkt, bis auf Weiteres Die Klage sistirt hat. Frankfurt a. M. Börsenbericht. Da-Hauptgeschäft wandte sich heute 3. Januar. sich - 5Ö Zs. M chte Der sai 5) 47) Ein gutes Zugpferd ist zu verkau- Posthalter Krausch. fen bei Daselbst werden stumpfe Feilen auf's Billigste aufgehauen. (134/XII.) ua Versteigerung von Lazareth- Kleine sa m ^er icht zu Kapitalanlagen vom Markte genommen und erhöhten procentweise ihren CourS. ~ Vsrarlprioritäten bis 88 gesucht. Neue Lombardprioritäten 493/4 bezahlt. 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Decernber 1871, betreffend die Ausgabe verzinslicher Schatzanweisungen den Anlagepapieren und Prioritäten zu und waren hauptsächlich die letzteren in großen Posten im Betrage von 3,700,000 Thalern: „Auf Ihren Bericht vom 22. ds. Mts. genehmige Ich, - «-*-•*-<—«-—---------------------•> - ....... ■ ...... daß in Gemäßheit dcS Gesetzes vom 9. November 1867, betreffend den außerordentlichen Gelb, bedarf des Norddeutschen Bundes zum Zwecke der Erweiterung dec BundeS-KriegSmarine und der Herstellung der Küstenvertheldigung fBundeögesetzblatt vom Jahre 1867, S. 157 ff.j und des Gesetzes vom 20. Mat 1869 wegen Abänderung des vorbezeichneten Gesetzes lBundeSgesetzblatt vom Jahre 1869, S. 137j verzinsliche Schatzanweisungen im Gesammtbetrage von drei Millionen siebenhunderttausend Thalern, und zwar in Abschnitten von je 100 Thalern, 1000 und 10,000 Thalern ausgegeben werden. Zugleich ermächtige Ich Sie, den Zinssatz dieser Schatzanweisungen und die Dauer ihrer Umlaufszeit, welche den Zeitraum eines Jahres nicht überschreiten darf, den Verhältnissen entsprechend, nach Ihrem Ermessen zu bestimmen. Ich überlasse Ihnen, die Preu ßische Hauptverwaltung der Staatsschulden mit näherer Anweisung zu versehen und diesen Meinen Erlaß durch das ReichSgesetzblatt bekannt zu machen. Berlin, 25. December 1871. Wilhelm. Fürst von Bismarck." Reichspostmarken. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Verwendung der seitherigen Briefmarken nicht mehr statthaft ist. Die damit versehenen Briefe werden als unfrankirt betrachtet und unterliegen dem Zuschlageporto, so daß nicht nur der Werth der Marke verloren gebt, sondern auch noch 7 kr von dem Empfänger entrichtet werden müssen. BiS zum 15. Febr. incluf. können die alten Marken gegen die jetzt allein gültigen Reichspostmarken bei jeder Poststelle umgetauscht werden. Nach dieser Zeit verlieren sie jeden Werth. Z Buchcnbrcmiholz, l'lanfl geschnitten und gespalten, franco Bahnhof Eiesicn 100 Ctr. Ladung, pr.; Ctr. 35 kr., in kleineren Quantitäten pr. Ctr. 42 kr , empfiehlt Eg. Knierim, (118/12.) in Alsfeld. erfahren. _________________________________________ Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie fämmtliche zollamtliche« Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt. BorsenuachrichtcD. 1 3. Januar 1872. Preuss. 41/2% Oblig. 101% Frankf. 37a % Obi. 87 y2 Nass. 41-/2% Obi. 99‘/2 Kurhess. 4% „ 92 Gr. Hess. 5% Obi. 1027a r, r 40/g „ 97 „ „ 31/8o/0 „ 92 Bayer. 5% n 100% „ 472% 1jährige 100 40/0 1jährige 95 Würtemb. 472% Obi. 99% Baden 472% Obi. c. E. L. 997a Oesterr. Silberrente 63 „ Papierrente 53% Amerik. Bonds 1881r 10172 _ „ 1882r 96-5/8 „ „ 1885r 99 " „ 1887r 9972 Spanier, neuest. 3% 323/g Actten. 5O/o östr. F. St. E. B. 39974 Lombard. Bahn 2137a Ludwigsh.-Bexbaeh 1993/i Maxbahn 144 Bayer. Ostbahn 1463/< Rhein-Nahebahn-Aot. 397a Hess. Ludwigsb.-Act. 183 Oberhessen „ 795/8 Wechsel» Amsterdam k. 8. 99% Augsburg k. 8. 99% Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 96 Brüssel k. 8. 925/s Hamburg k. 8. 87 7g Leipzig k. 8. 1047g London k. 8. 117% Lyon k. 8. 91% Paris k. 8. 91% Wien k. 8. 101 ditto m. 8. — ditto 1. 8. — Disconto 4 % fl. kr. Pr.Friedrdor 9 57%—58% Pistolen . . 9 40—42 „ doppelte 9 40—42 Holl. fl. 108t. 9 53—55 Ducaten . . 5 31—33 20 Frankens!.. 9 177a—18% Engi. Sover. 11 44—46 Russ. Imper. 9 41—43 Dollar in Gold 2 24-25 ■ ■ ■■ i i~ nm ~m rr tt~ । Prioritäten. 3% öster. Stsb.-Prior. 58-5/g 3°/0 öst. s. Lombard 823/4 30/g Livomeser 39 50/0 Toscaner 60 5% Elisabeth.-Prior. 8P/4 do. II. Emiss. 807a Änlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 687/s Nassau 25 fl. 44 40/g bajT. Präm.-Anl. 1127a Ansbacher 7 fl. 11% 40/g badische Loose 1107a Badische fl. 35 Loose 68 7a 30/g Oldenburg, ä 40Thlr. 36% Oestr. fl. 250 v. 1854 80% 1858r Prioritataloose 190 1860r Loose 907< 1864r „ 142 Braunschweiger 197a Stadt Florenz 83 Aetien. Frankf. Bank 136 Frankf. Vereins-Kasse 1263/t Darmsb Bankact. 44972 Wien Bankactien 839 Galizien 2583/< Pest. Creditaot. 338 Vermietungen. 49) In meinem neu erbauten Hause, Wilhelmsstraße, sind der Parterre-Stock, der zweite Stock und eine Mansarde zu ver- miethen.______________________Dr. Weichel. 48) Der mittlere Stock meines Hauses, bestehend aus 3 Zimmern, Cabinet, Küche, Schwarzzeug-Kammer und den sonst nöthi- gen Räumlichkeiten, ist zu vermiethen. Emil Junker, Asterweg 103. 27) Eine freundliche Stube ist zu oer- miethen und sogleich zu beziehen. Neustadt Lit. D. Nr. 36. 45) Möblirte Zimmer sind zu vermiethen. Neustadt Lit. D- Nr. 57. 26) Ein Familienlogis ist zu vermiethen bei Herm. Euler, Mäusburg. 41) Im Fritz Vvgt'schen Wohnhause ist ein kleines Logis, bestehend aus Stube, Cabinet, Küche, Kammer und Keller, pr- 1. Februar zu vermiethen. I. Roth. 40) Eine Familienwohnung mit 6 Zimmern zu vermiethen und den 1. März beziehbar bei Heinrich Möser. 21) Eine Schlafstelle zu besetzen bei Adolf Wenzel, Mäusburg. Vermischte Anzeigen. 35) Ein seidenes Uhrkettchen mit Medaillon, Kreuz und kleinem Messerchen wurde zwischen dem Asterweg und der Alicenftraße verloren. Der redliche Finder wird gebeten, dasselbe gegen eine Belohnung in Lit. B- Nr. 109 abzugeben. 44) Ein Mädchen, welches im Kleidermachen und Weißzeügnähcn gründlich erfahren ist, wünscht noch einige Tage in der Woche besetzt zu haben. Auf Wunsch kann auch die Nähmaschine mitgebracht werden- Näheres zu erfragen bei Geschwister Sauer. 5564) Ein Zapfjunge gesucht von Th. Lony, im Promenadehaus. 37) Ein mit den nöthigen Kenntnissen versehener junger Mensch kann in einem Colonial- und Landesprodukten-Geschäft in die Lehre treten. Näheres ertheilt die Exped. dieses Blattes. 39) Eine stille, kinderlose Familie sucht eine Wohnung von 2—3 Zimmern. Wer? sagt die Exped. d. Bltts. Flechlenkranke und Brustleidende heilt Dr. Iochhetm in Darmstadt, Lud- wigsplatz. (2478) Mllnldungsschulc. 36) Als wir im October v. I. unfern Entschluß veröffentlichten, hier eine Fortbildungsschule für der Elementarschule entwachsene junge Leute zu gründen, gingen wir von der Ueberzeugung aus, daß wir dadurch einem dringenden Bedürfnisse Rechnung trügen, und der Erfolg hat gezeigt, daß unsere Voraussetzung gerechtfertigt war; unsere Fortbildungsschule besteht jetzt und wird — wir hoffen es — recht segensreich fortbestehen! Bis Anfang November hatten sich etwa 60 Schüler angemeldet, so daß der Unterricht beginnen konnte. Die Eröffnung der Schule fand am Abend des 16. November in feierlicher Weise statt in Gegenwart des Großh. Bürgermeisters und einiger weiterer Mitglieder des Stadtvorstandes, sowie sämmtlicher betheiltgter Lehrer und aller Schüler. Die Zahl der Letzteren nahm aber fortwährend noch zn, und haben bis jetzt im Ganzen 99 Anmeldungen stattgefunden. Die für weit geringere Betheiligung berechnet gewesenen Schulräume und Beleuchtungsmittel konnten unter solchen Umständen bei Weitem nicht ausreichen, und sind wir-unserm verehrten Stadtvorstande zum größten Danke verpflichtet dafür, daß er in bereitwilligster Weise es übernommen hat, auch diesem gesteigerten Bedürfnisse zu genügen; die Einrichtungen sind jetzt der Art, daß der Unterricht in zwei Schulsälen bei zweckmäßig eingerichteter Gasbeleuchtung statt- stnden kann. Derselbe erstreckt sich, wie vorgesehen war, zunächst auf die nothwendigsten Lehrfächer: Rechnen und Geometrie, Aufsätze, Geschichte und Geographie, Lesen und Literatur, Schreiben. Außerdem haben wir auch, unserm Versprechen gemäß und weil das Bedürfniß sich zeigte, einen französischen und einen englischen Cursus eingerichtet, welch ersterer von 35 und letzterer von 10 Schülern besucht wird. Wir müssen daickbar hervorheben, daß viel mehr Lehrer als wir verwenden konnten, ihre Mitwirkung bereitwilligst zusagten; es sind gegenwärtig deren zehn an der Anstalt thätig. Wir glauben, wie schon gesagt, durch Gründung unsrer Fortbildungsschule ein ebenso nothwendiges als segensreiches Werk geschaffen zu haben; wenn dies aber einzig und allein im Interesse unsrer konfirmirten Jugend und der Hebung der Volksbildung im Allgemeinen geschehen ist, so glauben wir auch auf jede mögliche Unterstützung rechnen zu dürfen, und diese Unterstützung verlangen wir vor allen Dingen von den Eltern, Lehr- und Dienst- Herrn rc. in der Weise, daß sie für einen regelmäßigen Schulbesuch ihrer jungen Leute Sorge tragen helfen und insbesondere auch diesen es möglich machen, pünktlich beim Beginn des Unterrichts gegenwärtig zu sein. Durch Zuspätkommen Seitens mancher Schüler wird der Unterricht vielfach gestört, und die Zeit, die für denselben ausreichen muß, ist viel zu kostbar, als daß wir auch nur einen geringen Theil derselben zum Nachtheil der pünktlichen durch Warten auf die säumigen Schüler verlieren könnten. Wir müssen also um pünktlitzes Erscheinen aller Schüler vor Beginn des Unterrichts dringend bitten! Einem großen Theil unsrer Schüler (33 an der Zahl) haben wir, da sie unbemittelt sind, die zum Unterricht erforderlichen Bücher rc. stellen müssen, und werden wir demnächst auch in dieser Hinsicht die Unterstützung Derer in Anspruch zu nehmen genöthigt jein, die Interesse für unsere Anstalt haben und für Hebung der Volksbildung gern ein Opfer bringen. Der Unterricht in der Fortbildungsschule beginnt wieder Donnerstag den 4. Januar, Abends 8 Uhr. Der Ausschuß. Moguntm, Versicherung;; - (Oddlldjaft in Mainz. 4792) Die Gesellschaft versichert gegen Feuerschaden, Blitzschlag und Explosion zu festen, billigst gestellten Prämien. Zur Aufnahme von Versicherungen empfehlen sich die Agenten der Mvguntra: ÄZ. Balser in Gießen, E. L. Harb in Allendorf a. d. Lda., B. Stephan I. in Groß-Buseck, 3- Pirr n. in Groß-Linden, Ph Schlecnbccker in Heuchelheim, I. Kammerer in Lich, I. Henrich in Lang-Göns, Balrh. Seibert in Wieseck. Schweizerische Rentenanstalt in Zürich. Lebensversicherung. Garantier». 1) Das gesammte voll eingezahlte Grundkapital der Schweizerischen Creditanstalt in Zürich..... 15,000,000 FrcS. 2) Das von Jahr zu Jahr wachsende Vermögen der Schweizerischen Rentenanstalt, Ende 1870 ..... 5,905,976 „ (Diese sämmtlichen Gelder sind, mit Ausschluß jeder Speculation, auf hypothekarische Sicherheit angelegt.) 3) Die jährlichen Einnahmen der Schweizerischen Rentenanstalt, 1870 ......... 1,867,568 „ 70 % des Reingewinnes wird den Versicherten als Altersrente zurückvergütet. Dieselbe betrug für 1870: 40% der Prämie, „ „ „ 1871: 450 0 ,, „ wird betragen für 1872; ca. 44% „ „ Der Gewinnfond beträgt derzeit 727,834 Franken. Die Schweizerische Rentenanstalt anerkennt in Deutschland für alle Forderungen ihrer Versicherten den Gerichtsstand am Domicile derjenigen Vertreter, welche die betreffende Police vermittelt haben. Statuten, Rechenschaftsberichte für das Jahr 1870 und. ausführliche Prospecte werden von den unterzeichneten Vertretungen der Schweizerischen Rentenanstalt gratis verabfolgt, welche auch zur Ertheilung jeder näheren Auskunft, sowie zur Vermittelung von Renten- und Lebensversicherungs-Verträgen jeder Art gern bereit sind. Die Snbdirection für Deutschland in Frankfurt a. M. H Hahn 8t Sohn. Die Hauptagenteu: Echternach Sf Hanstein in Gießen. The Gresliain CD Englische Ledensversichernngs - Gesellschaft in London. Die Gesellschaft übernimmt zu festen und billigen Prämien Lebensversicherungen und vertheilt in dreijährigen Perioden 80 Procent ihres Gewinnes unter die mit Ge- winnantheil Versicherten. Resultate deS am 30. Juni 1870 ab gelaufenen 22ten Geschäftsjahres: Es wurden in genanntem Jahre 3971 neue Anträge für eine Versicherungssumme von Fcs. 46,218,200. eingereicht, wovon 419 abgewiesen, dagegen 3552 für eine Versicherungssumme von Fcs. 41,415,425 angenommen wurden. Hierdurch ist die Ge- sammtzahl der Versicherungs-Verträge auf 23,945, für eine Total - Vcrfiche- rungs - Summe von Fcs. 236,579,375 gestiegen. „ rn Prämiencinnahme: Fcs. 9,095,937, einschließlich Fcs. 1,454,210. 20 Cs. für neue Prämien, wodurch sich mit dem Ztnserträgniß von Fcs. 1,363,488. 45 Cs. für angelegte (Kapitalien eine Gesammt - Brutto - Einnahme von Fcs. 10,459,425. 45 Cs. ergibt. Für Todesfälle wurden einschließlich Bonus (Gewinnantheil) Fcs. 3,470,084° 70 Cs. ausbezahlt und nach Bestreitung aller Ausgaben die verzinslich angelegten Capitalien um Fcs. 4,324,045. 50 Cs. vermehrt. Der Gesammt-Reservefond beträgt Fcs. 33,690,359. 3 Cs. Für die letzten 3 Jahre kommen Fcs. 1,000,000 an die mit Gewinnantheil Versicherten zur Verkeilung. Prospecte und alle weiteren Aufschlüsse werden ertheilt von der Filiale für Westdeutschland M. Fccht in Mannheim, Friedrichsstaße 36, Ober-Jnspector Keil für Hessen in Darmstadt, sowie von dem Agenten der Gesellschaft in Gießen: S. Flörsheim. 5034) Die Dr. Steffan'fche Augenheilanstalt in Frankfurt a. M. (Krögerstraße 8 und Sachsenhausen Dreikönigsstraßej, auf's Bequemste eingerichtet, nimmt jeder Zeit Augenkranke auf. Unbemittelte zu ermäßigtem Preise und unentgeltlich. Bekan lltmachnng. Nach §. 15 der Telegraphenordnung für die Correspvndenz auf den Linien deS Telegraphen-Vereins rc. von 1868 hat der Aufgeber einer Depesche das Recht, dieselbe zu recommandiren. In diesem Falle wird die Depesche von allen Stationen, welche bei der telegraphischen Beförderung, beziehungsweise Aufnahme mitwirken, vollständig, kol- lationirt und die Bestimmungsstation sendet dem Aufgeber telegraphisch, unmittelbar nach der Bestellung an den Adressaten ober nach der Abgabe an die Weiterbeförderungsanstalt, eine Rückmeldung mit genauer Angabe der Zeit, zu welcher die Depesche dem Adressaten, beziehungsweise der Weiterbeförderungsanstalt zugestellt worden ist. Die Einführung der recommanbirten Depeschen hatte den Zweck, dem correspon- direnden Publikum ein Mittel zu bieten, die Wahrscheinlichkeit einer correcten Heber» Mittelung feiner Depeschen an den Adressaten, so weit dies bei der Natur der telegraphischen Betriebsmittel überhaupt zu erreichen ist, zu vermehren. Erfahrungsmäßig werden recommandirte Depeschen jedoch nur in sehr geringer Zahl auf gegeben, muth- maßlich weil die Taxe für die Rccommandation gleich derjenigen für die eigentliche Depesche ist. Um nun dem correspondirenden Publikum ein ferneres Hülfsmittel zu bieten, sich eine correcte Uebermittelung feiner Depesche, — so weit es thunlich und nötbig ist, — zu sichern, soll vom 1. Juli c. an versuchsweise im internen Verkehr das Recht der Recommandirung, wie solches durch §• 15 der Telegraphenordnung gewährt ist und auch noch fernerhin in Geltung bleiben wird, dahin erweitert werden, daß der Ausgeber einer Depesche, welche nach einem Orte innerhalb des Norddeutschen Telegraphengebietes gerichtet ist, die Vortheile der Recomrnandation auf einzelne Th eile feiner Depesche beschränken kann, ohne verpflichtet zu fein, gleich das Doppelte der Gesammttaxe zu ^^^Zu diesem Zweck hat der Aufgeber diejenigen Worte, Zahlen, einzeln stehenden Buchstaben ober Buchstaben-Gruppen (cfr. §.14, 6 ber Telegraphenordnung), deren correcte Uebermittelung er vorzugsweise für nothwendig hält, damit die Depesche ihren Zweck erfüllen könne, zu unterstreichen. Jedes unterstrichene Wort rc. wird bei der Ermittelung der Wortzahl, abweichend von den allgemeinen Bestimmungen des §. 14, 7 der Telegraphenordnung, doppelt gezählt, dafür jedoch von allen bei der Beförderung resp. Aufnahme ber Depesche bethetligten Stationen collationirt werden. Gelangt trotzdem ein solches unterstrichenes Wort rc. entstellt in die Hände des Adressaten, so daß die Depesche nachweislich ihren Zweck nicht hat erfüllen können, so werden dem Aufgeber auf desfallsige rechtzeitige Reclamation die für die Depesche gezahlten Gebühren zurückgezahlt werden. Im Falle der Verstümmelung nicht unterstrichener Worte rc. bei unrecvm- manbirten Depeschen werden fortan die Gebühren nicht zurückerstattet. Berlin, den 13. Juni 1869. Der Bundeskanzler. Im Auftrage: D e l b r ü ck. Redaction, Druck und Verlag der Brüh loschen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.