$r.«-«* \>[yIIKlHH XUIjUliU. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. 9tr. 203. Montag den 2. September 1872. AmtlicherTheil. Gießen, am 1. September 1872. Betreffend: Die Einsendung der Waisenbüchsengelder für 1871/72. Das Großherzogliche Kreisaml Gießen an die Grotzher^ogtichen Bürgermeistereien. Wir erinnern Sie an die Einsendung der Waisenbüchsengelder binnen acht Tagen. v. Röder. Politischer TheLL. Die Seelsorge der Jesuiten'). Don ultramontancr Seite werden die äußersten Anstrengungen gemacht, um dem gegen die Jesuiten erlassenen Relchsgesetze vom 4. Juli d. I. eine falsche Deutung zu geben und die Wirksamkeit dlsselben zu Hintertreiben. Man verbreitet die Meinung, als könne es den Behörden genügen, das Gesetz nur scheinbar oder einseitig in Vollzug zu setzen, indem ste die Irsuttenniederlaffungen ouflösen, aber die Thätigkeit der einzelnen Jesuiten fortbestehen lassen. Es ist die Pflicht der Behörden, leder Täuschung in dieser Beziehung, wie den auf Vereitelung des Gesetzes gerichteten Versuchen mit aller Entschiedenheit entgenzuwirken. Das Gesetz vom 4. Juli wendet sich nicht gegen den Nomen der Jesuiten; .noch den bestimmt ausgesprochenen Absichten deS^GesttzgeberS soll es vielmehr der "Thätigkeit der Jesuiten, weiche vom öffentlichen Urthetl als eine reichsseindliche und volksversührente erkannt worden ist, nach Möglichkeit ein Ziel setzen. Der Anfloß zu dem neuen Gesetze wu>Ve bekanntlich dem Reichstage durch eine große Zahl von Bittgesuchen gegeben, in welchen die Stimme der Nation nachdrücklich ein schleuniges Einschreiten gegen die Jesuiten befürwortete, weil dieselben mit vollem Grunde als die Urheber der Bewegung gelten, dte zu den katholischen Wirren und zur Störung des friedlichen Veihältniffes zwischen Staat und Kirche geführt haben. Durch den Beschluß vom 23. Mai überwies der Reichstag diese Bittgesuche dem Reichskanzler und foiderte, unter Hinweis auf die staatSgefährliche Thät'gkeit der religiösen Orden, namentlich der „Gesellschaft Jesu", die Reichs- gewalt auf, mit gesetzlichen Schutzmaßregeln für den religiösen Frieden cinzutreten. Darauf erfolgte von Seiten der Reicheregierung dte Vorlage eines Gesetzentwurfes, durch welchen dte Lantesbehörden ermächtigt werben sollen, den Mitgliedern des Jesuitenordens den Aufenthalt an jedem Orte des Bundesgebietes zu untersagen. In Folge der Berathungen des Reichstages erhielt das Gesetz schließlich folgenden Wortlaut: § 1. Der Orden der Gesellschaft Jusu und die ihm verwandten Orden und orden-ähnlichen Congregationen sind vom Gebiet des Deutschen Reiches ausgeschlossen. Die Errichtung von Niederlassungen derselben ist untersagt. Die zur Zeit bestehenden Niederlassungen sind binnen einer von dem BundeSrath zu bestimmenden Frist, welche sechs Monate nicht übnsteig-n darf, aufzulösen. § 2. Die Angehörigen des Ordens der Geftllschaft Jesu oder der ihm verwandten Orden oder ordenSähnlichen Eongrcgationen können, wenn sie Ausländer sind, aus dem Bundesgebiet ausgewiesen werden; wenn sie Inländer sind, kann ihnen der Aufenthalt in bestimmten Bezirken oder Orten versagt ober an- gewiesen werben. § 3. Die zur Ausführung und zur Sicherstellung dieses Vollzuges dieses Gesetzes erforderlichen Anordnungen werden vom BunbeSrathe erlassen. Aus dieser Zusammenstellung ist klar ersichtlich, daß die Absicht der ReichS- regierung von vorn herein auf Maßregeln hinzielten, die den einzelnen Mitgliedern des Jesuitenordens ihre als gemeinschadlich erkannte Thätigkeit abschneiden sollten. Nach den Beschlüssen des Reichstages kam denn ein Gesetz zu Stande, welches auf die Absichten der Vorlage vollständig einging, die Letztere aber noch durch wichtige Bestimmungen ergänzte. Ein durchgreifenteS Verbot der Gesellschaft Jesu warb dem Einschreiten gegen die Mitglieder des Ortens vorangestellt; die Behörden wurden ermächtigt, den inländischen Ordensangehörigen den Aufenthalt an bestimmten Orten zu versagen oder anzuweisen, und dem BundeSrath warb der Auftrag ertheilt, die zur Ausführung des Gesetzes und zur Sicherstellung tiJ Vollzuges erforderlichen Anordnungen zu treffen. Diesem Auftrage entsprach der BundeSrath durch nachfolgende Vorschriften vom 5. Juli d. I.: 1) Da der Orden der Gesellschaft Jesu vom Deutschen Reiche ausgeschlossen ist, so ist den Angehörigen dieses Ordens dte Ausübung einer Ordens- thätigkeit, insbesondere in Kirche und Schule, sowie dte Abhaltung von Missionen nicht zu gestatten. 2) Niederlassungen des Ordens der Gesellschaft Jesu sind spätesten- binnen sechs Wochen, vom Tage der Wirksawkett an, aufzulösen. •) Au« der „Pr»v.,E»rr.". 3) Die zur Vollziehung des Gesetzes in den einzelnen Fällen zu treffenden Anordnungen werden von den LandeSpolizetbehörden verfügt. In voller Uebereinstimmung mit dem Gesetze hat der BundeSrath. zwei Punkte in das Auge gefaßt: die Jesuiten-Niederlossungen, deren Auflösung binnen sechs Monaten erfolgen soll, und die einzelnen Ordens - Angehörigen, denen jede Lrbensthätigkeit, namentlich in Kirche und 'Schule, sowie die Abhaltung von Missionen untersagt wirb. Die letztere Vorschrift ist sogar vorangestellt, vermuthlich weil der BundeSrath von der richtigin Meinung ausging, das ein bestimmtes Verbot gegen dte Thätigkeit der Jesuiten in Kirche und Schule, unerläßlich sei, um dte gebotene Sicherstellung in Bezug auf Ausführung und Wirksamkeit des Gesetzes zu erlangen. Auf Grund der Vorschriften des Bundesrathes sind dann die Lantes-Polizeibehörben vorgegangen; sie haben dte Aufhebung der Jesutten- Niederlaffungen verfügt und den Ordensrnikgltebern selbst theils den Verbleib an ihren bisherigen Aufenthaltsorten, theils die Ausübung priesterlicher ober -seelsorgerischer Thätgkeit untersagt. ES ist begreiflich genug, daß die Stimmführer der ultramontanen Partei sich gegen eine so nachdrückliche Ausführung des Gesetzes mit Lebhaftigkeit erheben. Sie behaupten, baß schon bas gegen die Jesuiten erlassene Verbot jeder Ordens- thätigkeit über die Bestimmungen des Gesetzes hinausgehe, daß aber außerdem mit dem Verbot der OrdenStbättgkeit nicht die Untersagung seelsorglicher Verrichtungen ausgesprochen sein könne, da die letzteren kraft priesterlicher Befugnisse ober bischöflicher Weisungen, nicht im Auftrage von Orden-oberen in Orbrn- häusern auSgeübt werben. Wenn man eine solche Behauptung gelten ließe, so wäre die Wirkung des Gesetzes vom 4. Juli darauf beschrankt, eine Schließung und Auflösung deS OedenShauses herbeizuführen; die einzelnen Jesuiten selbst würden aber ihre Thätigkeit auf der Kanzel, im Beichtstuhl, in Missionöversamm- langen und in der Schule nach wie vor fortführen können, sobald sie sich auf ihren priesterlichen Character oder auf einen bischöflichen Auftrag berufen. Selbstverständlich haben derartige Deutungökünste keinen Anspruch auf Berücksichtigung. Die neue Gesetzgebung hätte dem Staate und der Nation einen schlechten Dienst erwiesen, wenn sie nur ein Verbot gegen das Zusammenleben brr Jesuiten in den OrdenSnieberlaffungen ausstellte, dagegen ober den einzelnen Mitgliebern volle Freiheit gäbe, den Einfluß jesuitischer Seelsorge und jesuitischen Unterrichts auf weitere Kreise auSzubreiten. N cht in den Orbenshäusern, sondern in Kirche und Schule entfaltet sich die dem VaterlanbSgesühl und der Sittlichkeit des Volkes verderbliche Thätigkeit der Jesuiten, und auf diesem Boden mag daher die Abwchr deS Staates mit scharfer Waffe eintreten. Die Waffe würde aber stumpf uno krastlos werden, wenn die Berufung auf den priesterlichen Character ober auf einen bischöflichen als genügende Deckung gegen das Gesetz erachtet werden müßte. Nichts ist ferner unhaltbarer, als die Behauptung, daß die Seelsorge der Jesuiten nicht zu ihrer OrdenSthätigkeit gehöre. Die Entscheidung der Frage kann freilich nicht dem Richterstuhl der Jesuitenpresse unv der ultramontanen Geistlichkeit anheim gegeben werden, dte jederzeit auch kirchlichen Schriftstellern paffende Stellen herau-zufinben wissen, um in eigener Sache Recht zu behalten. Man hat einfach darauf hinzuweisen, daß der Jesuitenorden von seinem Stifter vorzugsweise für die Thätigkeit auf der Kanzel, im Beichtstuhl und in der Schule bestimmt worden ist. Da übrigens der Jesuit neben einem etwaigen bischöflichen Auftrage und neben der priesterlichen Weihe jedenfalls Jesuit bleibt und im blinden Gehorsam den Zwecken der Oidensgesellschaft dient, so verfällt er folgerecht der Strenge des Gesetzes. Schließlich sei daran erinnert, daß über die Absichten der Bundesregierung beim Vorgehen gegen dte I suiten voller Ausschluß in dem Dortrage zu finden ist, mit welchem der BunbcSbevollmächtigte, Präs. Dr. Friedberg, den ursprünglichen Gesetzentwurf begründete. ES heißt darin: „Die verbündeten Regierungen sinv von folgender Erwägung ausgegangen. Die Thätigkeit des Ordens der Jesuiten in seinen einzelnen Mitgliedern enthält eine Gefahr für daS Reich und stört dcn Frieden im Reich; es muß also das Mittel gesucht werden, um dcm Friebtn-störer auf dem Wege des Hausrechts diese weitere Störung des Friedens unmöglich zu machen, und sie glaubten, daß diese- gelingen könne, wenn man in Besuch auf dte Mitglieder de- Ordens der Jesuiten eine Beschränkung des scnst ollen anderen deutschen StaettSbürgern zustehcnden Rechts, sich frd tm Deutschen Reiche zu bewegen und zu Welten, eintreten ließe." E- war daher von Seiten der Regierung als Zweck des Gesetzes unumwunden bezeichnet, die Störung des ReichSfriedenS durch die einzelnen Mitglieder de- Jesuitenordens unmöglich zu machen, und der Reichstag hat mit großer Mehrheit die Waffen zur Bekämpfung der Reichsfeinde bewilligt. Don vornherein trat aber derselbe Redner dem auch jetzt in der ultramontanen Presse wiederholten Dorwurf entgegen, es handle sich bei dem Kampfe gegen die Jesuiten um einen Krieg gegen die katholische Religion. Der Jesuitenorden war, ohne Nachtderl für die katholische Kirche, über vierzig Jahre außer Wirk- samkeit gesetzt. Er wurde von dem römischen Stuhle selbst wegen Störung des religiösen Friedens ausgehoben, also aus denselben Beweggründen, die für das Gesetz vom 4. Juli d. I. maßgebend waren; denn in der Aufhebungsbulle des Papstes Clemens XIV. heißt es ausdrücklich: „In Anbetracht, daß es kaum möglich ist, daß, so lange die Gesellschaft Jesu besteht, ein wahrer und dauer- hastcr Friede der Kirche wieder hergestellt werben könne, heben wir mit voller Ueberlegung und sicherer Kenntnißnahme und aus der Fülle apostolischer Macht die erwähnte Gesellschaft auf, löschen sie aus und unterdrücken alle ihre Aemter u. s. w." Ueber den Sinn des Gesetzes vom 4. Juli und über die daraus erwachsenden Pst chten können die Landesbehörden ebensowenig, wie die Reichsgewalt im Zweifel sein; sie haben deshalb für den allseitigen und wirksamen Vollzug desselben Sorge zu tragen. Deutschland. Berlin, 28. Aug. Zu der Frage, ob das Jesuitengesetz eine Unterscheidung zwischen Ordens- und seelsorgerischer Thätigkeit zulasse, schreibt man der ultramontanen „Schlesischen Volkszeitung" aus Thüringen: Nur aus einige jedem Juristen wohlbekannte Jnterpretationsregeln möchten wir unsere allzu empfindlichen Freunde noch aufmerksam machen, denen dieselben bei ihren bisherigen Deductionen offenbar zu wenig Achtung geschenkt haben. Bekanntlich ist es die erste, im Grunde sogar einzige Aufgabe, jeder Interpretation von Gesetzen, die wirkliche Intention des Gesetzgebers festzustcllen: Die Auslegung der einzelnen Ausdrücke des Gesetzes muß dagegen diesem Hauptgesichtspunkte selbstverständlich überall untergeordnet bleiben.... Im vorl egenden Falle kann es aber doch wohl schwerlich von irgend welchem Standpunkte bestritten werben, daß bei dem Erlaß des Jesuitengesetzes alle Faktoren der ReichSgesetzgebung, insbesondere auch die entscheidende Mehrheit sowohl im Reichstage als im BundeSrathe zweifellos die Intention gehabt haben, die vermeintliche reichsfeindliche und staatsgefährliche Wirksamkeit der Jesuiten und sogenannten verwandten Congregationen vom deutschen Reiche für die Folge fern zu hallen. Nun möchten wir aber an jeden ehrlichen Deutschen, die Hand aufs Herz, einfach Vie Frage richten, ob denn nicht sämmtliche für das Gesetz votirende Bundesraths- und Rkichstogsmitglieder, den Fürsten Bismarck und seinen Famulus Wagener nicht ausgenommen, in der That — si venia verbo — wahre Gimpel sein müßten, wenn sie sich zur Erreichung dieses Zweckes wirklich hätten darauf beschränken wollen, den Jesuiten rc. lediglich eine fernere „Ordens- thätigkeit" in demjenigen engeren, gleichsam technischen Sinne zu untersagen, wie sie unsere gegnerischen Freunde verstanden wissen wollen, daneben aber ihre sonstige seelforgliche Thätigkeit im Beichtstühle und auf der Kanzel — bis auf die aus- brücklich verbotenen Missionen — ungestört fortbestehen zu lassen unbedenklich fänden? Das wäre denn doch ein so eclatanter Widerspruch zwischen Mittel und Zweck, daß zu dessen Erklärung auch die wohl ohnehin kaum ernstlich behauptete angebliche Zaghaftigkeit des Herrn Wagener und Coniorten schwerlich auS- reichen dürfte. Berlin, 39. Aug. Fürst Gvrtschakoff wird am 3. September, von Frank- furt a. M. kommend, hier eintr.ffen. Ein königliche- Salonwagen wird ihm dahin entgegengesandt werden. Die Ankunft des Kaisers von Rußland erfolgt am 5. September, Nachmittags 4 Uhr. Ueber die stattfindenben Festlichkeiten verlautet ferner, daß für den 9. September ein großes Fest im Potsdamer neuen Palais beabsichtigt wird. Im russischen Botschaftshotel finden, nach der „Corr. Stein", wegen Raummangels keine größeren Festlichkeiten statt. Trier, 28. Aug. Den Redemptoristen ist seitens der königl. Regierung für die Zukunft jede Missionsthätigkeit untersagt. Die katholische Geistlichkeit der Stadt hat zu Gunsten der Patres einen Protest veröffentlicht. München, 31. Aug. Das „Süddeutsche Correspondenzbureau" meldet: Mit aller Bestimmtheit verlautet, daß der EultuSminister v. Lutz die Entlassung erbeten und erhalten habe. Der Rücktritt des ganzen bisherigen Ministeriums und die Berufung eines Cabtnets Gaffer-Lerchenfeld-Bomhard Lobkowitz dürfte unmittelbar folgen. Dillingen, 27. Aug. Bei feinem hiesigen Aufenthalte besuchte der deutsche Kronprinz am Namenstage des Königs den protestantischen und katholischen Gottes- dienst. Abends regaline er sein ganzes Ulanenregiment im Hosbräubause. Jeder Mann bekam 4 Maß Bier, Würste und Cigarren. Er scheint seine Pappenheimer zu kennen. Straßburg, 27. Aug. Die „Straßburger Zeitung" schreibt: Die Optionsfrist naht ihrem Ende und die Franzosen und Franzosenfreunde verdoppeln ihre Anstrengungen, um in der letzten Stunde die noch Schwankenden zu einem Schritte zu verleiten, der auch im günstigsten Falle tief in die gesummten Lebensverhält- Nisse des Betheiligten eingreifen muß, im ungünstigen aber für ibn vcrhängnißvoll werden kann. Gestern noch berichtet der „Gaulois" in feinen Polizeinachrichten von dem traurigen Geschick eines elsässischen Ausgewanderten, der mit seiner Frau und acht Kindern nach Paris gekommen war, ober vergeblich Arbeit suchte und endlich in eine so furchtbare Lage gerieth, daß er sich in einem Anfall von Verzweiflung erhenkte. Und doch hat dosseibe Blatt die Gewissinlosigkeit, an einer anderen Stelle die Elsaß-Lothringer unter Hinweis auf dos nahe Ende der Frist zur Option quand meme auszufordern! Es wird denn auch in diesem Augenblick in Der That allerorts mit Macht optirt; aber zum Glück für die Bevölke- lung haben wir Die beruhigende Gewißheit, Daß diese Optionen der großen Mehr- zahl nach einfach in die Kategorie Des DeclarationSschwinDels fallen. Man belagert die Kreisdirectionen, gibt feine Erklärung ab und geht mit patriotischer Genugtuung nach Hause, um ruhig dort zu bleiben und abo die Option that- sächltch auszuheben. Der beste Beweis, wie wenige von den Optirenden an wirk- liche Auswanderung denken, liegt in dem verhältnißmäßig geringen, im Ganzen kaum über da- normale Maß hinausgehendev Güterwechsel. Straßburg, 30. Aug. Prinz Friedrich Kart, welcher gestern Abend hier ankam, inspicine heute das 15. Ulanenregiment. — Als erste Rate Der französischen Drei Milliarden fuo gestern 22 Millionen Francs in klingender Münze hier angtkommen Mülhausen. „Es find jetzt nicht mehr die Franzosen, welche die Deutschen aus dem Elsaß vertreiben, auch nicht die Oesterreicher oder Russen, oder eine Coalition aller dieser Mächre; die Sache macht sich jetzt aus eine ganz andere Art, man braucht dazu keine Kanonen und keine ChaffepotS, folglich auch keine Soldaten; die Deutschen weichen, ohne daß ein Schuß abgefeuert wird." Dat lst dos Loosungswott, welches gegenwärtig in gewissen Volksschichten curstrt und von Mund zu Munde geht. Es findet dort um so lieber Glauben, als der Kampf ohne Blut, Einquartirung, Requisition — kurz ohne alle Kriegsbelästigung ab- geht. Und welche Zauberkraft bewirkt Vas Alles? Ein Eingeweihte, hat es mir unter Dem Siegel strengster Verschwiegenheit mitgetheilt, und ich theile es Ihnen unter Dem gleichen Siegel mit. Die Macht, welche Die Deutschen aus Dem Elsaß vertreibt, sind Die — Jesuiten. Wie sie's anfangen, um Das Weik zu Stande zu bringen, hat mir mein Gewährsmann selbst nicht einmal unter Dem eben berührten Siegel anvertraut, unD ich kann es somit auch unter Derjenigen Cautele Nicht weiter verrathen; „aber — fügte er bei — Die Deutschen stnD diesmal an den Letzten gerathen; es hat sich noch Keiner ungestraft an diesem vergriffen; Ihr werdet sehen, wie bald Der Prüß zum LanD Draus sein wird." Wir stehen also vor einer uahen Zukunft, wo es wieder Wunder über Wunder geben wird. Auch auf anderen Wegen werden Die Wunderioeen Dem Volke fortwährend handgreiflich nohegelegt. So wandern jetzt Colporteure von Haus zu Haus mit Den Worten: „Gin Gruß vom Herrn Pfarrer Landwehrlin, unD Sie möchten Doch Dieses schöne Buch kaufen; es handelt von der Mutter Gottes unD Den großen Wunderwerken, welche sie in Der jüngsten Zeit verrichtet. Es ist ein gar schönes Buch unD kostet nur 15 Sous Die Lieferung unD kommt monatlich auf 30 SouS." Und an Absatz fehlt es nicht. Diese Dinge mögen sich in Der Ferne curios genug ausnehmen; aber ich bitte, nicht übersehen zu wollen, daß sie zur Kennzeichnung Der An- schau^ngsweise, Gedankenrichtung, Bildung oder Unbildung großer Volkswassen hier zu Lande dienen, und daß auch der Aberglaube und Die Dummheit nicht zu nuterschätzende Mächte im Volksleben find. Oesterreich. Wien, 26. Aug. Die Sprache d:S Wiener „Vaterland" gegen das deutsche Ruch wird mit jedem Tage verwegener. So lesen wir heute in einem Leitartikel dieses feudal-clenkalen Organes: Ein neues „deutsches Reich" steht heute vor unseren Augm. Es ist nicht entstanden in so erhebender Weise, wie einst Dal Reich Karl'S des Großen, sondern vorbereitet worden durch Den Bruch beschworener Bundestreue, durch Die schmachvolle Allianz mit Dem kirchenräuberischen Königreiche Italien und die Unterstützung ungarischer Hochverräther, durch die völlig rechts- widrige Angliederung Der Länder legitimer Fürsten, Denen nichts zur Last fiel, als jene Mattherzigkeit oder Unfähigkeit in Erfüllung ihrer Deutschen Bundespflichten, deren sich nahezu alle deutschen Klein- und Mittelstaaten schuldig gemacht haben und Denen Preußen zum großen Thüle seine Siege von 1866 zu danken hat. Aus Agram wird der „Presse" telegraphirt: Zahlreiche Ansiedelungen der Jesuiten sind für Croation angekündigt. Es werden hier zu diesem Zwecke größere Besitzungen angekauft. Linz, 24. Aug. Bischof Rudigier hat in Sachen des berüchtigten Pater Gabriel em langes Schreiben an das Wiener „Vaterland" gerichtet, worin er u. A. erklärt: „Pater Gabriel hat Die Anna Dunzinger auch gar nicht gestreichelt, veder in noch außer Dem Beichtstühle, weder bei Gelegenheit Der Beichte, noch bei irgenD einer anderen Gelegenheit. Ueberhaupt ist alles, was gegen Den Pater Gabriel in Der Be-chtstuhlgeschichte g sagt und geschrieben wurde, pure Verteum- cung und Pater Gabriel ein durchweg ausgezeichneter unD namentlich in moralischer Beziehung ganz makelloser Mann. Das alles kann ich mit jener Zuverlässigkeit versichern, mit Der überhaupt ein Mensch von einem anderen Menschen in derlei Dingen Zeugniß abzugeoen im Stande ist." Herr Rudigier hat nicht nöthig, nach seinem Tode heilig gesprochen zu werden: ein „sonderbarer Heiliger" ist er schon bei seinen Lebzeiten stets gewesen. Krakau, 26. A-rg. In Galizien sind neuestens 16 Waggons voll Jesuiten eingetroffen. Frankreich. Paris, 28. Aug. Oberst Stoffel ist, wie man jetzt erfährt, in Ruhestand versetzt worden, weil er in der letzten Zeit eine äußerst regierungsfeindliche Ge- finnung zur Schau trug. Jules Favre ist heute zum Prozeß Bazaine als Zeuge verhört worden. Paris, 28. Aug. Die „Repudlique Franchise" kommt heute nochmals auf die Frage betreffs des Personals Der französischen Polizeiverwaltung zurück und theilt bei dieser Gelegenheit folgende statistische Einzelheiten mit, um darzuthun, Daß dieselbe fast nur ehemalige Bonapartisten in ihren Reihen zählt: DerDirector Der allgemeinen Sicherheit ist De Nerveaux, ehemaliger Bureauchef unter Dem Empire. Der Ehef des ersten Bureau'S (politische Correspondenz, Personal, Affairen, welche Die allgemeine Sicherheit des Staates betreffs) ist De Boislisle, ehemaliger Attache beim Ca'oinet des Präfecten Petri. Die Drei Hauptinspectoren Gopier, de Lathenay und Torrini, sind Die nämlichen, wie unter Dem Empire. In der Provinz gibt es 43 Centralpolizeicommissare; alle sind ehemalige Polizei- commiffare des Empire. Die speciellen Eisenbahnpolizeicommiffare, deren Functionen rein politische sind und deren Zahl 65 beträgt, hatten, mit Ausnahme von zweien. Die nämlichen ober ähnliche Functionen unter dem Empire. Die fpigießen Polizei- c mmissare an Der Grenze sind ohne Ausnahme ehemalige imperialistische Beamte. „Diese Renseignements, so fügt Die R publique Francaise hinzu, „sind vollständig genau und Der Minister des Innern kann sich leicht davon überzeugen." Paris, 29. Aug. In der heutigen Sitzung der Permanenzcommission erklärte der Minister Des Auswärtigen auf Anfrage PayeS-Duport'S, die französische Regierung habe keine Veranlassung, über Die Ergebnisse Der Drei-Kaiser.Zu.sam- menkunft beunruhigt zu fein, Da sie Das vollste Vertrauen zu Der Weisheit hege, welche Die Zusammenkunft leiten weiDe. Italien. Rom. „Fanfulla" erzählt, Daß der Ausfall der städtischen Wahlen ans Den Pgpst einen sehr starken EtnDruck gemacht habe, unD zwar einen viel stärkeren, als Dies bei dem Ausgange Der öffentlichen Disputation zwischen Katholiken und tzeiillithkl it D o"-n H » 1 einer D/l tm * Dellt» w neun aiÄ Aepublican viele der Seite sich verein unmittelba wenn ow diesen hie ehrenhaft' verächtlilh Pfarrgeiß MngeiS varen aus Dem <- frommen U den Haldig Zeit nicht . führen beul in Nasarn 5, in Leon irn Schootz des Peätei während di neuen j)utf Solid vor die Vef auf Entschi »orten. ; Minister üi und einer in dem tt lasen hat. Sonb. unter Dem ü niftin über t Athe mschen Bel nächsten M «ngchtzbch schi» Unter) 6on[u. DWtffchk» Nta Mw M D,-dw Gießen xnks Durch basste; und" Sinttn zu V en be ftfi bÄ über nWn * ® Wen 4080) Kr äst:** ^sondere Beka «f .ine" «H ' Jülich « ?> *: >4 iMlt,,' ‘i * S'M ,7"' l<® eben bf. ' l"Wbiju Sailtll. '°°°d t^mTI c' ®3i- ‘ ®« M« al(g ’ »rt« Mitb. $iUll ^rtnt) daodgmßich " «« dk°Wottr«: “M**1 schöne ?l« Eöndnvttkrll, CQt8 UM lo^tt le in untm Lritartikrl >ch' stehl freute vor Leise, vie einst baß en Broch brschvolenrr ubmjfyn Königreiche >rch tu völlig rech!«- ich!« jur Last siel, all ' ch o BitntrSpstichttn, tultig Macht hader 66 ju Canka frat fre infiftoluoßtg tot ttch-ZDklie gröjere gtnäjtet, worin ir i gar mcht grstreicde^ |eil der Beichle, noifr da« gegen Cen $at« »mtr, pure D-rlruw' «„otüch in worali« mit jener Juwr* gj aut eien Menschen r Rtidigitl hat nicht ,|onterbflrti voll 3esniitn afiW. i« «*£ ej Lazaine al« 3tu^ t h(ule nochmals auf !.am, i«M* ' ir DU»1* ’ 1 irf «mir tt« B' mi Ä «®el,lllU: 1 ,'JLi ,:‘u ynigun«111“1 1 i gM Siaßtt. r“S»i«w ' W' *w bitfelSen einen tot grofeen Verlust erlitten, da, wie ma7, hör" sie nicht oersichert sind fämmtnA,?7lnJirr«aCtiOn ift Cin Scriptum, unterzeichnet „im Namen lammtlia^r Backer , zugegangen, woraus zu antworten der gewöhnlichste Anstand ver- bre et. Lusttragenden, welche dasselbe leien wallen, ist dazu aus unserem Büreau Gelegenheit geboten. Nur möchten wir bitten, sich vorher mit Eau de Cologne zu stärken. Protestanten der Fall war. Piu« IX. ist seit jener Zeit schweigsamer und nach-!Brandmauer geschützt wurde. Die Ernte der Leute ist sämmtlich verbrannt und babeir denklicher als früher. Auch hat seine Reizbarkeit zugenommen. t)ie Prälaten, dkissewen nnpn fphr nr^»» sn»ri«R »rv.H,« -i----- «- -- - - welche in Geschäften mit ihm zu thun haben, bemerken seit einiger Zeit, daß er sich mancher Dinge nicht mehr zu erinnern weiß, Vie er Tags vorher gethan, unc daß er oft der einen Congregation Acten überschickcn läßt, welche zur Kompetenz einer anderen gehören. Börsenberichte. M eeh««i. Amsterdam k. k. 8. m. Türkei. k. k. k. 8. 8. 8. 8. Augsburg Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto Disconto 98 993/4 1047s 175i/8 93 Aetien. Frankf. Bank 144 Frankf. Vereins-Kasse 151 Va Darmst. Bankaot. 523 Wien Bankaotien 949 Oest. Oredltact. 367 Galizien 260 Spanien. Die Reise des Königs von Spanien, schreibt der Correspondent der Times aus Santander, hat im Ganzen genommen keine unbefriedigenden Ergebnisse geliefert. In Santander, San Sebastian, Bilbao, Gijon, Coruna, Orvievo und Oviles war der Empfang Seitens der Progrefststen ein wirklich herzlicher, und wenn auch die Zahl dieser Partei nicht so groß sein mag, als die der Carlisten, Republikaner und Alphonststen zusammengenommen, so befanden sich doch sehr viele der einflußreichsten und achtbarsten Männer darunter. Auf ver anveren Seite empfingen selbst die Tausende, welche die Gegner der neuen Dynastie in sich vereinen, bcn König, wenn auch kalt, so doch achtungsvoll, und keine einzige unmittelbare oder mittelbare Beletvigung ist dem jungen Fürsten zu Theil geworben, wenn man nicht Vie ganze Aufführung des CleruS seiner Mehrzahl nach mit diesen hier allerdings verdienten Namen bezeichnen will. Mit einigen wenigen ehrenhaften Ausnahmen ist die Haltung der Geistlichen gehässig, unwürdig und verächtlich gewesen. Der Bischof von Santander, das Capttel und die meisten Pfarrgeistlichen hielten sich ganz fern. Das gewöhnliche Te Deum konnte wegen Mangels an fungirenven Geistlichen nicht gesungen werden, unv mehrere Kirchen waren ganz geschloffen. Ueberhaupt hatten sich fast überall die Pfarrgeistlichen; aus dem Staube gemacht. Die Regierung wird sich die Sache merken. Diese frommen Unversöhnlichen weigern sich noch immer, trotz der päpstlichen Erlaubniß, den Hulbigungseid zu leisten, und nach den amtlichen Angaben haben Inder letzten Zeit nicht weniger als 177 an der Spitze carlistischer Banden gestanden. Einige führen heute noch kleine Schaaren. In GuipuScoa zogen 12, in BiScaya 68, in Navarra 42, in Nava 6, in Tarragona 7, in Gualvaiajara 6, in Valencia 1 5, in Leon 1 das Schwert und rückten zu Felve. Neuerdings herrschen übrigens 1 im Schooße der carlistischen Partei ernste Mißhelligkeiten. Die klügeren Anhänger J des Prätendenten verdammen diese unfruchtbaren hoffnungslosen Erhebungen, i Während die beschränkten Fanatiker, auf ein Wunder der Vorsehung hoffend, einen ' neuen Putsch befürworten. Konstantinopel, 31. Aug. Server Pascha hat seine Demission genommen. Sasvet Pafcha geht nach Paris und wird im Iustizdepartement wahrscheinlich durch Djedvet Pascha ersetzt. Loeal-NotLzen. Gießen, 1. September. Gestern morgen um 11 Uhr schlug der Blitz während eines furchtbaren Gewitters in die Kappes'sche Wirthschaft auf der Liebigshöhe ein. Durch das Fehlen von Wasser konnte dem ausgebrochenen Brande nicht gehörig gesteuert werden und brannte die eine Hälfte des Hauses ab, während die andere durch die Geldsorten. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 40 -42 n doppelte 9 40 —42 Holl. fl. 108t. 9 53—55 Duoaten . . 5 34—36 20 x’rankenst. 9 191/2—20V2 Engi. Sover. 11 46 -48 Buss. Imper. 9 43—45 Dollar in Gold 2 24 V, 251/, k. 8. 1065/e k. 8. 873/° k. 8. 105 k. S. 118 Vs k. 8. - k. 8. 9274 1. 8. 1063/g 4% (E i n g e s a n d t.) r, „Ließen, 1. September. Ist es auch nicht angenehm, öffentlich über Institute zu Mpfinln fün? em.fenrbeF esffch doch nicht versagen, Einiges über die beiden hiesigen Feuerwehren inet, der städtischen Loschutensilien zu bemerken. Bei dem Brande auf der Lrebtgshohe konnte man vorab die Einigkeit der beiden Feuerwehren so recht bemeiken. Da kommantirte bald der Hauptmann der einen, bald der Obmann der anderen, und manchmal das Entgegengesetzte, der eine wollte rechts, der andere unrs, der eme Dheil spottete den anderen aus, während derselbe sich abmühte und aroettete. Kurzum ein Krahwinkel in optima forma. Wie soll eine rasche und energische Hülfe geleistet werden wenn am Brandplatze nicht einmal Einigkeit herrscht- Da roerben 0Ut b{finbe{' während der andere sie hJjaon* verwirft. Konnten die Herren sich nicht einfach verständigen und dem anderen °EWortgonnen anstattwegwer end über denselben hinwegzublicken. Kurzum es drängte unwillkürlich dre Ansicht auf, daß den hiesigen Instituten der Feuerwehr me Reorganisation von Rothen tft. Wie dieselbe geschaffen werden soll, vermag Einsender nicht zu sagen, aber daß sie am Platze ist, wird Jedem, der solche Dinge mit ansieht emleuchten. -, Ferner konnte es den städtischen Spritzen nicht schaden, wenn sie wieder einmal mspicirt wurden. Es sind bei dem Brande blos 3 Schläuche geplatzt. Unseres Wissens ist im Laufe dieses Jahres noch keine Jnspection geschehen, warum diese nicht stattsand wer kann es wissen. Was zum Schluffe der Nutzen eines Zubringers bedeutet, „hatte man am Kappes'schen Hause wahrnehmen können — w?nn emer dagewesen wäre. Wenn der elbe unten an der Wieseck gestanden hätte, so würde amBravdplatze mit Leichtigkeit mit Wasser versorgt haben. Es sind solche Zubringer, schon von verschiedenen Commissionen besichtigt und geprüft abe? eintrifft1 ift nuUfaW beW°ffcn' eincn anzuschaffen, wann derselbe 0. M., 30. August Die Ultimoregul.rung ist noch keineswegs beendet und die Speculat.on hotte fich heute noch bedeutend mit ihr zu beschäftigen. Geld ist fortwährend knapp und di« Differenz zwilchen Comptant- und Mediocoursin beträgt noch immer H/2 fl was °ber die Spekulanten, welche einmal auf die Septemberhauffe geschworen haben, nicht a'bhäit weiter zu kaufen. Cred.tactien gingen auf die bessere Beurtheilung, welche sich jetzt hinsichtlich ^r Halbjahrsb.lanz geltend macht, etwas höher, und auch StaalSbahnactien stiegen ein paar Dulden, da die dieSwochentliche Mindereinnahme von 131,000 fl. von den Optimisten mit günstigen Augen angesehen wurde. Lombarden beliebt, wenn auch bei mäßigen Umsätzen. Banken anden heute nur theilweise größere Beachtung, da sie im Allgemeinen doch unter dem Druck deS schwierigen Ultimo zu leiden hatten. Sehr gesucht war Deutsche Handelsgesellschaft und ging der Cours da der starken Nachfrage nur knappes Material gegenüberstand. um 1 Procent in die Hohe. Lkbhafte Frage fand auch Basler Bankverein, was inveß mehr der Agitation eines Hausse- fyndlcatS zuzuichreiben fein dürfte. Oesterreichifch deutsche beliebt, aber eine Nüance billiger als gestern. Amsterdamer, Brüsseler, Hahn'.che Effectentank und-junge Meininger bei gutem Geschäft und fest. Frankfurter Baubank begehrt, ebenso Wechslerbank, letztere 3/4 Procent höher. Für Bahnpapiere war wenig Animo zu bemerken und waren die mäßigen Abschlüsse nicht geeignet auf die Course zu tnsiuiren. DaS Gleiche gilt von Prioritäten. Oesterreich.sche 1860^er Loose Nicht unbeliebt. Wechsel flauer. ' England. London, 27. Aug. In Folge der Unruhen in Belfast sind 30 Personen vor Vie Geschworenen gewiesen unv 50 summarisch verurtheilt worven. Ansprüche auf Entschädigungen sinv bis jetzt im Betrage von 7000 Pfv. Sterl. gemacht Worten. In Erwiderung auf eine in Hannahstown gefaßte und an den Premierminister übermittelte Resolution zu Gunsten Ver Entlassung der gefangenen Fenier »nd einer Sonderregierung, ist ein Schreiben des Herrn Gladstone eingetroffen, in dem betont wird, daß die Regierung alle politischen Gefangenen längst ent- lnffen hat. London, 31. Aug. Eine Zuschrift Earl Granville'S an Stanley spricht unter Vem Beschlüsse einer goldenen Brillantvose, die hohe Befriedigung der Kö- vigin über die Vervienfte Stanley'- um die Wkederausfindung Livingstone's aus. Griechenland. Athen, 31. Aug. Der griechische Eonsul in Braila wurde von der rumä- mschen Behörve mit bewaffneter Macht im Consulargebäude verhaftet, jedoch am Nächsten Morgen wieder sreigelaffen. Wie man behauptet, sei seine Verhaftung ungesktzl ch gewesen und eigentlich nur deshalb erfolgt, weit ein gegen einen griechi- schen Unterthan ausgestellter VcrhaftSbefehl direct durch einen Agenten des griechischen ConsulatS vollzogen wurde. Die griechische Regierung hat gegen diesen willkürlichen Act lehhaste Vorstellungen erhoben. Bßrsennachrichtesi. 31. August 1872. Preuss. 4 Va% Oblig. — Frankf. 3i/-°/o Obi. 87-/z Nass. 4Vj% Obi. — Kurhess. 4% „ 94 Gr. Hess. 5% Obi. — r » 4% „ 985/8 » B 3V8% n 93 Bayer. 5% n 1003/s 4V8% 1jährige lOO3/0 » 4% 1jährige — Würtemb. 4Va% Obi. 993/4 Baden 4Va% Obi. c. L. L. 993/4 Oesterr. Silberrente 653/4 n Papierrente 61 Spanier, neuest. 3% 291/2 Amerik. Bonds 1881 r 99 „ „ 1882r 961/4 n n 1885r 97 n n 1887r - 5% östr. F. St. E. B. 3621/2 Lombard. Bahn 229 Ludwigsh.-Bexbacb — Max bahn — Bayer. Ostbahn 1381/2 Rhein-Nahebahn-Aot. — Hess. Lndwigsb.-Aot. — Oberhessen „ — PrioritAton. 3% öster. Stsb.-Prior. 583/4 3% öst. s. Lombard 52 3% Livorncser 3 9 Vs 5O/o Tosoaner 61 Vs 5% Ellsabeth.-Prior. 851/2 do. II. Emlse. — Anlehen«bo(F«ie? Darmstädter fl.50Loose 200 n n 25 r 551/4 Kurh. 40 Thlr. Loose 72 i/Q Nassau 25 fl. 451/2 Braunschweiger — 3% Oldenburg, ä 40Thlr. 383/4 4% bayr. Präm.-AnJ. 113 4% badische Loose 118 Vs Badische fl. 35 Loose — Oestr. fl. 250 v. 1854 — 1858r Prioritatslooae — I 1860r Loose 963/. 1864t w - feg Allgemeiner Anzeiger. 1 besondere Bekanntmachung. Bekanntmachung. Ä 4080) Der 10. Nachtrag zum Tarif für den Local- Verkehr vom 1. Februar 1869, eitthaltend vom 1. September c. ab gültige Be- >er Beförderung von Geld rc., Ist bei allen Expeditionen unserer Bahn M erhalten. Cassel, den 29. August 1872. Königliche Djrection der >4080) Matn-Weser-Bahn. Versteigerungen. W6) Mittwoch den 4. September d. I., Nachmittags 4 Uhr, sollen in dem Hofe des Herrn David Katz am Mallthor ein Paar dreijährige Ochsen meistbietend verstetaert roerhen- Gießen, den 2 September 1872. In Auftrag: Semmler, Ortsgertchtsmann. 4085) Donnerstag den 5. September d. I-, Nachmittags 2 Uhr, soll die dem Balthasar Weller und Conrad Breitstadt gemeinschaftlich gehörende Hofraithe in der Wetzsteinsgasse nochmals versteigert werden. Gießen, den 2. September 1872. In Auftrag: Semmler, Ortsgertchtsmann. Die Versteigerung eines städtischen Grundstücks am Gänsacker. 4074) Die auf heute Vormittag bestimmt gewesene Versteigerung vorbemerkten Grundstücks konnte wegen des auf der Liebigshöhe ausgebrochenen Brandes nicht abgehalten werden. Dieselbe wird nunmehr Mittwoch den 4. September d. I., Vormittags um 11 Uhr, auf dem Rathhause stattfinden. Gießen, den 31. August 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Grummetgras-Versteiqerung. 4046) Mittwoch den 4. September, Nachmittags 1 Uhr, soll das Grummetgras von den Wiesen der Herren: Heinrich Busch, Heinrich Becker, Georg Ehr. Spruck, Karl Ebel Wittwe, Daniel Ebel Erben, meistbietend versteigert werden. Die Versteigerung beginnt im Weiher. Gießen, den 29. August 1872. Fr. Müller. Feilgedoteues. 4058) Fleckenseife wieder eingetroffen bei I. A. Busch Söhne. 4052) Jncarnat - Klecsaamen billigst bei I. M. Schulhof. 1876) Thürschoner in Crystall und Por- lellan bei_____________Wtlb Balser. 685) Liebig's Fleischextract, achtes, von Fray Bentoö, und Condensirte Milch von der Anglo-Swiss Condensed Milk- Comp. in Cham (Schweiz), in frischer Sendung, empfehlen I A. Busch Söhne. ! Gerste wird zu kaufen gesucht. E- Pithan. 763i Pbotographie-Rab- men und Goldleisten bei W i l h. Bals e r. NB. Dos Einrahmen von Bildern wird schnell und billigst besorgt. Ludwig 3589) vorzügliche Parfümerien Vegetabilische Ricinusöl - Pomade, reelles ausgezeichnetes Mittel gegen Ausfallen und Ergrauen der Haare, welche durch Anwendung dieser Pomade weich und glänzend werden. Freis ä Büchse 5 Sgr.1 Vegetabilische Waiwuchs-Lrtract - Pomade, aus frischem Anwuchs der Nadelhölzer bereitet, anerkanntes Mittel zur Beförderung des Haarwuchses und Verhinderung des Ergrauens, sowie zur Beseitigung der für das Haar so schädlichen Schuppenbildung. Preis ä Büchse 7 J/2 Sgr. 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Johann Fatum, Drechsler. 4087) Ein erfahrenes Zweitmädchen mit guten Zeugnissen gesucht von Arnold Müller. 4023) Ein braves Dienstmädchen für Küche und Haus wird nach Mainz gesucht. Näheres bet Hofgerichtsrath Kempsf. 3992) Ein Mädchen, welches gute Zeugnisse besitzt, wird sogleich gegen guten Lohn in Dienst gesucht. Marktstraße Lit. D. Nr. 204. jj 4083) 2 Oec.-Jnspectoren, 5 Verwalter, g 3 Gärtner, 2 Förster, 1 Brenner, 2 Brauer, I 1 Ziegelmeister, 3 Weckführer und 5 J Wirtschafterinnen werden für sofort oder 8 später gesucht durch das Büreau Ger- 1 mania zu Dresden. 4081) Zwei tüchtige Küferburscheu auf Bierfaß-Arbeit gesucht. Karl Kliebe, Küfermeister, . in Wetzlar. 4053) Eine hiesige Handlung sucht einen mit den nöthigen Vorkenntnissen versehenen jungen Mann in die Lehre. Offerten unter 0. 0. besorgt die Exped. d. Bltts. 4051) Eine rehgraue Katze tft entlaufen. Dem Wiederbringer eine Belohnung in; C- 41, Neue Anlage. 1 Allgemeine Kmilfen-Zeitung, Jahrgang 1872. Jnhalts-Verzeichniß von Nr. 48: Text: Ein Söldlingsleben. Erzählung von Balduin Möllhausen. — Der mobile Telegraph und seine Anwendung im Felde. Von Dr. C. L- — Der Schutzgeist der Gekrönten. Rückblicke von M- P. 4 Oskar Becker. 5. Karl Blind. — Abenteuer eines Fächers. Humoreske von Felix Lilla. — Heinrich Graf v. Jtzenplitz, königl. preuß. Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. — Genua. — Madame Trebelli-Bettmi- — Singender Hirtenknabe. — Ein Weltblatt und seine Herstellung. — Die Räumung des französischen Gebiets durch die deutschen Truppen. — Graf Harry von Armin, Gesandter des deutschen Reichs in außerordentlicher Mission. — Frau Domina. Erzählung von Claire v. Glümer. (Schluß.) — Aus Natur und Leben. — Chronik der Gegenwart. — Mannigfaltiges. — Offene Korrespondenz. — Charade. — Bilder - Räthsel. Illustrationen: Heinrich Graf v. Jtzenplitz, königl. preußischer Handelsminister. Nach einer Photograbhie gezeichnet von C. Kolb. — General-Ansicht von Genua. — Zelia Trebelli-Bettini. — Singender Hirtenknabe. Nach einem Gemälde von Dargent. — Ansicht der Riesen-Schnellpresse, auf welcher die Londoner „Times" gedruckt wird. — Karte des nördlichen, durch die deutschen Truppen occupirten Frankreichs mit Angabe der Gebieiszonen, in welchen die Räumung nach und nach erfolgt. — Graf 0. Armin, Gesandter des deutschen Reichs in Paris. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Unio«-Dr^ckeret (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. darf ttn T dir Rcpubl nicht, in to Republik en Motit Befestigung man zur gla hm; Allem total oder ihmn' konservative Unter deren erstau E "griff» Aranki ist das Wall chl blos in Sphären, In WS bereitet Nahon AuW * .Ute, n heib 2? Me «4 "Uentate Der V c6ne Weitere j u "Schei nttm er die 2 'r SLU"9,«"6 N welch 8 lentn 8eff «toi;' 9911 r tot. ’ • fi*» Ä lihnt 7 * '«L