■■Jas*« weis6M Ansehen «d, dl’ “W «ck sch. »er, “"*• Theerelc. en- ohne jeden er Wmterkleidungs- '• Kohlennann. t sinken dauernde i __ H Keck. ienstmä-chm, wel- ' wird gegen guten o? sagt die Expe- ü Hausbursche kann ius Wallach. Hausmädchen, iügeln gewandt ist, esucht. Näheres zu olph Homberger lergeftüeu AWstiglilig I. Atter. end: ination der Nahrungsberg. rgebene Alij-ige Herrn 8ubw. Rechnung libtt- -as snncin Bcr- , zu irollev. dienung wirb er n nnb y*1 Mrifeur^ gohnunfl be- i 1. August, Meitong, Ti Zwöcheut-, ensjnhre «<) (.(brii«' Pr?is vierteljährig 1 fi- 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post biogen vierteljährig 1 fl. 29 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglick), mit Aus» nähme Sonntags. Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 17V. Freitag den 2. August 187a. Amtlicher T h e L l. Bekanntmachung, den Ankauf von Remonken pro 1872 betreffend. Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei, und ausnahmsweise vier und fünf Jahren, sind im Großherzogthum Hessen nachstehende Morgens 8 Uhr resp. 12 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar- ' den 23. August in Alsfeld, den 21. September in Biblis, n u zur Stelle abgenommen und gegen 24. 26. 27. 29. 20. 20. Gernsheim, Goddelau, Groß-Gerau, Bickenbach, Groß-Bieberau (8 Uhr), Groß-Umstadt (12 Uhr.) // H ii n n ii ii n ti u n ii ii u Die von der Militär-Commission nach gegenseitigem Uebereinkommen erkauften Pferde werden fort baar bezahlt. „ Nieder-Gemünden, „ Nidda, „ Nieder-Wöllstadt, „ Lich, September in Lorsch (8 Uhr), „ „ Bürstadt (12 Uhr), 23. 24. 25. 26. 27. 27. Quittung so- Sogenannte Luxuspferde werden bei zu hohen Preisforderungcn vom Handel ausgeschlossen, ebenso die zu wenig entwickelten, oder solche, die zu schwach, schwerfällig und ordinär, den Ansprüchen an ein Militär-, Zug-oder Reitpferd nicht entsprechen, auch Pferde, welche durch zu frühen Gebrauch gelitten haben, mangelhaft gebaut, mit bedeutenden Knochen oder anderen erheblichen Fehlern behaftet und nicht gängig sind. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der sämmtlichen Unkosten zurückzunehmen. Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem zweckmäßigem Gebiß, eine starke Kopshalfter, von Leder oder Hanf, mit zwei mindestens sechs Fuß langen starken Stricken ohne besondere Vergütung mitzuaeben. Kriegs-Ministeriun: Abtheilung für das Remonte-Wesen. gez. vonSchön. Schmich. Bekanntmachung. Der Unterzeichnete bringt hiermit zur öffenllichen Kenntniß, daß sein erster Gehülfe A. Lander von Grünberg vom 1. August l. I. an berrchtigt ist, für die Rentamtskaffe Gelder zu empfangen, Auszahlungen zu leisten und gültig für ihn während seines Urlaubs zu quittiren. Gießen, den 29. Juli 1872.Lyncker, Großh. Rentamtmann. P o l i t i f ch * Eine Drei-Kaiser-Zusammenkunft. Dor Kurzem gingkn allerlei dunkel schattirte Andeutungen durch die Presse,, welche ein Erkalten der Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich glauben machen wollten. Ja es fehlte sogar nicht an der Insinuation, daß der Besuch des Kaisers Franz Joseph in Berlin fraglich geworden sei. Es ist möglich, daß diese Andeutungen darauf abzielten, gewissen Bestrebungen, welche die guten Beziehungen-Deutschlands und Oesterreichs unbequem find, in die Hände zu arbeiten; möglich, daß sie auch gar keinen anderen Zweck hatten, als den Neuigkeitsmangel durch dreiste Erfindungen zu ersetzen. Wir sind ja auf der trockenen Höhe der saison morte angelangt und da bietet man wohl „ein Königreich für eine Sensationsnachricht." Aber aus welchem Motiv immer jene Insinuationen hervorgegangen sein mögen, sie sind durch die jetzt eingetroffene Nachricht, daß nicht blos Kaiser Franz Joseph, sondern auch Kaiser Alexander an dem Kaiserlichen Hoflager zu Berlin als Gäste zu erwarten sind, Lügen gestraft worden und die politische Welt wird diese Kunde nicht ohne lebhafte Erregung entgegengenomwrn haben. Freilich giebt es eine Weltanschauung, deren Standpunkt so erhaben ist, daß sie in dem Strom der Ereignisse nur den Abglanz der weltbewegenden Ideen verfolgt, welcher sich in ihm spiegelt. Ihr gelten die Individuen nichts, und eine Monarchenzusammenkunft bedeutet ihnen nichts als ein Act konventioneller Höflichkeit. Diese stolzen Unabhängigen wissen sich sehr viel mit der Ueberzeugung, daß die Zeit der Eabinetspolitik vorüber sei und daß auch die Neigungen und Stimmungen der fürstlichen Persönlichkeiten die Politik der Staaten nicht mehr zur Richtschnur ihrer Politik machen können. Aber man kann sich recht wohl bis zu einem gewissen Grade mit der Auffassung einverstanden erklären, daß die Völker selbst durch klare Erkenntniß ihrer natürlichen Interessen die Politik bestimmen; ohne daß man schlechtweg den Einfluß individueller Stimmungen zu leugnen hat. Auch das Nothwendige läßt sich ja meistens auf verschiedenen Wegen erzielen und die Unterwerfung unter sein Gesetz kann widerwillig oder mit gutem Willen erfolgen, in einem oder dem andern Falle nicht ohne großen Einfluß auf die Action und die Wirkungen. Aus dieser Erwägung folgt von selbst, daß dle freundschaftlichen Beziehungen der Hofe ihre große politische Bedeutung haben und daß die fürstlichen Besuche, welche zum Zeichen und zur persönlichen Bestätigung der guten Be- ziehungen der Eabinette eingeleit.t und vollzogen werden, auch als ein Act von Staatsaction gelten können. , r , 3n der That wird wohl kein ernsthafter Politlker tte Zusammenkunft der drei Kaiser von Deutschland, Oesterreich und Rußland für einen ledtgltchen Act er T h e i l. ,der Courtoisie ansehen oder, richtiger gesagt, diese Courtoisie für politisch inhaltslos Erklären wollen; ihre Bedeutung eben ergiebt sich aus der Würdigung der politischen Gesammtsituation. Europa hat große Erschütterungen zu bestehen gehabt. Die Machtverhält- nisse haben sich in außerordentlicher Weise verschoben; aber bevor die Umwandlung das Recht der Verjährung erwerben kann, wird der Unmuth der Besiegten noch lange Zeit den Vorsatz nähren, das Geschehene ungeschehen zu machen oder Revanche für die Niederlage zu suchen. Diese Disposition der Geister in Frankreich — denn warum sollten wir nicht sagen, was alle Welt sich sagen muß — wird noch für lange Zeit jeder dortigen Regierung Schwierigkeiten bereiten, wenn sie ihr nicht zum Vorwand oder zur Verlockung dient, und die französische Politik wird jede internationale Verwicklung, welche in Zukunft hervortreten wird, in Combination mit ihrer Revanche - Politik bringen, d. h. zur Com- promittirung des Friedens, nach dessen Erhaltung und Befestigung sich die Welt sehnt. Nur die vorher erkannte Unmöglichkeit des Erfolges wird die französische Kriegspolitik im Zaume halten und Frankreich erkennt es als unmöglich an, ohne Allianzen in einen neuen Krieg mit Deutschland zu gehen. Wo aber sollen wirksame Allianzen für Frankreich gesucht werden, wenn die drei größten Militärmächte Europas, wenn Deutschland, Oesterreich und Rußland sich darüber geeinigt haben, die großen internationalen Fragen auf Grund einer gemeinsamen Verständigung zu behandeln? Und wenn sie die Möglichkeit einer solchen Verständigung in wiederholtem Gedankenaustausch über die Vereinbarkeit ihrer speciellen Interessen gefunden haben? Als im vorigen Jahre in Ischl und Salzburg durch einen solchen Gedankenaustausch die Verständigung Deutschlands und Oesterreichs erfolgt war, schien es Manchem fraglich, ob durch diese Annäherung nicht die guten Beziehungen Deutsch, lanbs zu Rußland gelockert werden könnten? Kaiser Alexander hat indessen geflissentlich jede Gelegenheit benützt, um seine Sympathien für Deutschland an den Tag zu legen und wie Oesterreich von vorn herein der Ueberzeugung war, daß „der Freund des Freundes" nicht im Gegensatz zu ihm ble.ben könne, so hat Rußland ohne Zweifel erkannt, daß er selber seinem Interesse am besten dienen würde, wenn es die Freundschaft unter je Zweien in eine Freundschaft unter Dr'ien verwandelte. Alte Erinnerungen könnten alte und nicht in wohlthuendem Andenken stehende Firmen Hervorrufen; aber gewiß ist das gegenwärtige Freundschaftsver- hältniß der drei nordischen Staaten keine Allianz, am wenigsten eine „heilige Allianz" im Sinne der Jnterventionspolitik. Wenn aber keine Allianz, so doch ein Verhältniß, welche- in jedem gegebenen Falle eines europäischen ConflictS sich in eine solche verwandeln müßte; aus Gründen des anerkannten gemeinsamen Interesses wie der persönlichen Freundschaft. Diese allein zwar wird durch die bevorstehende persönliche Begegnung bezeugt; aber die Diplomatie der drei Reiche hat sicherlich den Eindruck biese- Ereigntsses zum Voraus berechnet und würde es nicht gebilligt haben, wenn dieser vorhergeseheue Eindruck ihrer Ansicht nicht entspräche: wenn nicht alle Welt darüber aufgeklärt werden sollte, baß jede sriedenSstörerische Absicht einer Eoalition Deutschlands, Oesterreichs und Rußland begegnen würde! Deutschland. Darmstadt, 30. Juli. Die sechste Versammlung deutscher Turnlehrer wurde heute im Beisein des Prinzen Ludwig unter dem Vorsitz von Dr. Euler (Berlin) eröffnet. Dieselbe zählte ca. 400 Theilnehmer, darunter 13 aus der Schweiz, 23 aus Oesterreich, 1 aus Frankreich, 1 aus dem Elsaß, 12 aus Berlin. Gleich nach der Eröffnung fand die feierliche Enthüllung des Spieß-Denkmals auf dem hiesigen Simultan-Kirchhofe statt. Darmstadt, 31. Juli. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnäbigst geruht: am 19. Juli den ordentlichen Professor in der medicinischen Facultät der Landesuniversität Dr. Theodor Langhans auf fein Nachsuchen ans dem Dienste, mit Wirkung vom 30. September 1872 an, zu entlassen. Berlin, 30. Juli. Wie verlautet, schreibt der „Rh. Cour.", wird die Entschließung des Kaisers über das weitere Vorgehen gegen den Bischof von Ermeland in nächster Zeit erwartet. Indessen gilt es noch immer für möglich, daß der Cultusminister, dessen Uebereinsttmmung mit dem Fürsten Bismarck außer Zweifel steht, Veranlassung finden würde, sich zu dem Kaiser zu begeben, um die Anträge des Staatsmtnisteriums eingehender, als es in dem Jmmedtatberichte möglich war, zu befürworten. Der sehr gut unterrichteten „Frk. Pr." entnehmen wir folgende bemerkens- werthe Notiz: „Nach der von Völk im Reichstage beantragten und von dem Reichstage bereit- angenommenen Resolution über die obligatorische Civilehe wird diese Frage voraussichtlich bald zu den wichtigsten legislatorischen Ausgaben des Reichstages gehören. Für diese Frage verdient es nun die größte Beachtung, daß das neueste Heft der von Dove und Friedberg herausgegebenen „Zeitschrift für Kirchenrecht" eine Abhandlung des Professor Schulte in Prag bringt, in welcher dieser tüchtigste Canonist gründlich und ausführlich zeigt, daß die obligatorische Civilehe auch nach katholischem Glauben (wohlzumerken, auch bet der Lehre von der Ehe als Sacrament und ihrer Unauflöslichkeit) durchaus zulässig sei. Noch mehr fällt aber ins Gewicht, wenn etwa die Herren Jesuiten den Altkatholtken Professor Schulte nicht mehr für eine richtige katholische Autorität gelten lassen wollten, daß der Geheimrath, Professor Bauerband in Bonn, dessen Autorität als katholischen Kirchenrechtslehrer selbst die Jesuiten nicht bemäkeln werden, in dem Jahrgang 1870 des „Bonner theologischen Literaturblattes" S. 551 ebenfalls die Einführung der obligatorischen Civilehe als nach katholischen Grundsätzen zulässig, unbedingt aber als wünschenswert für den Frieden zwischen Staat und Kirche nachweist." Wir haben schon zu wiederholten Malen darauf hingewiesen, daß bei dem von der Kirche gegen den modernen Staat heraufbeschworenen Streit schwerlich ein gemeinsames Vorgehen der Mächte zu hoffen ist, daß vielmehr jede Macht für sich, ihrem besonderen Verhältniß zu Bom gemäß, ihre Vertheidigungsmaßregeln s-gcn vtc romrsche Ueberhebung treffen wird. Man hatte freilich gehofft, daß Oesterreich-Ungarn, dessen Ministerium doch durch alle seine Handlungen das Verlangen nach einem innigen Zusammengehen mit dem deutschen Reich kundgibt, die Gelegenheit des energischen Einschreitens gegen die Jesuiten seitens des deutschen Staates vorübergehen ließ, ohne sich durch irgend welche Unterstützung Deutschland zu verpflichten. Um nun in dieser Beziehung „Entstellungen oder Mißver- stänvniffen" vorzubeugen, wird dem Vernehmen nach Graf Andraffy in einer nach Berlin gerichteten Darlegung aueeinandersetzen, daß und warum das gemeinsame Ministerium des Auswärtigen sich seither nicht für berufen erachtet habe, in der Behandlung der Jesuttenfrage irgendwie einzugreifen, unter welchen Voraussetzungen aber dasselbe zur Action schreiten und zu welchen Zielen es sodann dieselbe leiten werde. Daß man in Wien mit dem Verhalten des Vatikans sehr unzufrieden ist. geht aus der Nachricht des „Fanfulla" hervor, der zufolge im Minister- rathe zu Wien beschlossen worden ist, daß für die Zukunft das Haupt der öfter- reichisch-ungarischen Monarchie den Titel kaiserliche und königliche Majestät beibehalten, dem Titel einer „Apostolischen Majestät" aber entsagen werde. Langenschwalbach, 31. Juli. Die Kronprinzessin Margarethe von Italien ist heute von hier nach Ostende abgereist. Oesterreich. Aus Wien, 27. Juli, schreibt man der „Allgemeinen Zeitung": Der Kaiser kehrt in den allernächsten Tagen nach Ischl zurück und wird, wenn der deutsche Kaiser nach Gastein geht, denselben in Salzburg begrüßen. Im vorigen Jahr fuhr er ihm bis Wels (wo sich die Bahn nach Passau abzweigt) entgegen. Diese Begegnung, im Zusammenhang mit dem Jschler Besuche des deutschen Kronprinzen, ist ein neues Symptom für die Intimität, wie sie sich immer lebhafter zwischen den Höfen von Wien und Berlin entwickelt und die in dem officiellen Besuch Kaiser Franz Joseph's in Berlin ihre erneute Bekräftigung finden wird. Man wird nicht fehlgehen, wenn man, angesichts dieser wiederholten Begegnungen, der Berliner Reise jetzt eine größere politische Bedeutung als die der bloßen Er- füllung eines Actes höfischer Courtoiste beilegt. Graz, 27. Juli. Für den 12. bis 17. August ordnete der Fürst-Bischof Zwerger im kirchlichen Verordnungsblatte der Diöcese Seckau zwei große Wallfahrten nach Mariazell für die Grazer Gläubigen und für die Katholiken des übrigen LandeStheileS an. Der Zweck der Wallfahrt ist, „die Erlösung des Papstes aus feinen jetzigen Bedrängnissen vom Himmel zu erflehen." Die Demon- stration wird sehr großartig in Scene gesetzt. Die Geistlichkeit ist unablässig thätig, Tausende von Theilnehmern zu gewinnen. Uebrigens hat der Clexus den Auftrag erhalten, nach Beendigung der Feierlichkeiten an das bischöfliche Ordinariat zu berichten, wie viele Katholiken in jeder Gemeinde betheiligt sind. Frankreich. Paris. Die „Union" enthält folgende wunderliche Note, die ihr, wie ich aus guter Quelle erfahre, von der hiesigen päpstlichen Nunciatur zugegangen ist: „Herr v. Bismarck will, um fein Verfolgungssystem zu rechtfertigen, glauben machen, daß die große katholische Partei Deutschlands gegen die deutsche Einheit consptrlrte. Er denuncirt in seinen Blättern das Oberhaupt der Kirche, als den natürlichen Inspirator dieser angeblichen Arbeit, welche darauf abzielen soll, die kleinen Staaten wiederherzustellen, welche in dem Sturme von 1866 zu Grunde gegangen int>. Es ist außer Zweifel, daß, wenn der Papst ein Urtheil über die Berliner Politik, in so fern es die kleinen deutschen Souverainetäten anlangt, zu fällen hätte, er kein Wort des Lobes aussprechen würde, da Vie Moral und das Recht zu sehr verletzt worden sind; aber nicht ein Wort des heiligen Stuhles ist über die Ereignisse gefallen, welche sich auf der anderen Seite des Rheines zugetragen haben; Pius IX. hat die Berliner Regierung nur bei Gelegenheit der gehässigen Handlungen getadelt, deren Opfer die Katholiken Deutschlands waren. Er ist der gute Hirte, und er konnte denen gegenüber nicht stumm bleiben, die seine Heerde angriffen. Was die große katholische Partei Deutschlands anbelangt, so hat dieselbe keine heiße Liebe für diese Einheit kundgeben können, welche ihr bis jetzt nur Demüthigungen und Beleidigungen eingebracht hat; aber et ist falsch, daß sie eine separatistische Haltung angenommen hat und baß sie an der Wiederherstellung der durch die Gewalt niedergeworfener Souverainetäten arbeitet. Sie beschrankt sich darauf, ihre auf unwürdige Weise verletzte Rechte und Freiheiten zu vertheidigen. Die „Correspondance de Geneve", deren muthige und beharrliche Aufopferung für die heilige Sache man kennt, war daher nicht wohl inspirirt, als sie die Katholiken Deutschlands als eine große separatistische Partei darstellte. Sie lieferte dadurch Herrn v. Bismarck Beweisgründe und spielte sein Spiel. Der Eifer reicht nicht aus im Dienst einer Sache; man muß geschickt, klarsehend und vorsichtig sein. Der Kanzler hat mit feiner gewöhnlichen Geschicklichkeit die Behauptungen und Ideen der „Correspodance de Genöve" ausgebeutet; die Organe seiner Politik haben mit vollen Händen ihre Beweisgründe daraus geschöpft. Um sich noch mehr Recht zu geben, hat es ihm gefallen, zu behaupten, daß die „Correspondance de Genöve" sich nur in Folge der Subvention des berühmten Staatssekretärs (Antonelli) halte und daß sie der gewöhnliche Ausdruck seines Gedankens sei. Der Cardinal Antonelli, wir sind ermächtigt dies zu erklären, ist dieser Publication immer fremd geblieben. Die wegen ihrer Absichten, ihrer religiösen Festigkeit und ihres Aufopferungsgeistes der Achtung so würdigen Redacteure der „Correspondance de Genöse" waren durch ein Breve Pius' IX. geehrt worden, dessen Aufmunterungen keinem nützlichen Werk fehlen, aber diese Publication hat weder mit dem heiligen Stuhle, noch seinem Hauptminister die geringste officielle oder officiöse Verbindung. Eine berühmte katholische Zeitschrift, die historisch-politischen Blätter von München, haben mit Entschiedenheit gegen die Beurteilungen der „Correspondance de Genöve" protestirt, aber der Name beL Cardinals Antonelli ist fälschlicher Weise in diese Frage gemischt worden. Die päpstliche Regierung hat fein officielles Blatt mehr, in welchem die irrigen That- sachcn widerlegt werden können; die Berichtigungen sind für die katholischen Journale jedes Mal eine Pflicht, wenn sie die Gelegenheit dazu finden. Herr v. Bismarck kann aus einigen Fehlern, derer, welche er verfolgt, Dortheil ziehen, aber er wird sich nicht rechtfertigen. Die Unklugheit eines Publicisten reicht nicht hin, um Millionen von Menschen in ihrem Glauben zu treffen; der Kanzler sucht Vorwände; er findet deren feine und die Nolle des Nachfolgers wird eine Last auf feinem Namen bleiben." In Frankreich hat der Erfolg der Subfcription auf die Anleihe jedes andere politische Interesse in den Hintergrund gedrängt, zugleich aber die Köpfe der ohnehin schon exaltirten Franzosen so verdreht, daß man auf eine sofortige , Räumung des ganzen noch von den deutschen Truppen occupirten Terrains hofft. In den von dem Telegraphen gemeldeten im Auslände erfolgten Zeichnungen glaubt man eine Sympathie für Frankreich zu finden, die auch vorhalten würde, wenn die Nation zum Revanchekrieg schreitet. Natürlich gehören die Blätter, welche solchen extravaganten Hoffnungen Ausdruck geben, der äußersten Linken an; Cie der Regierung nahe stehenden Blätter begnügen sich, mit einem gewissen Stolz auf die reichen Hülfsquellen Franfreichs und den daraus sich ergebenden Credit desselben hinzuweifcn. Paris, 31. Juli. Die Zeichnungen auf die neue Anleihe ergeben, wie endgültig festgestellt ist, 43 Milliarden Francs. Versailles, 30. Juli. Thiers hat gestern die in der Vertagungscommission von ihm verlangten Erklärungen über die innere Lage abgegeben, und, wie eS heißt, die feste Hoffnung ausgesprochen, daß spätestens in einem Jahre das Gebiet vollständig von den Deutschen geräumt sein ttnrte; im Monat Februar würden vier Departements und die beiden anderen einige Monate später erlöst werden. In der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung kamen die vielbesprochenen LieserungScontracte der „Regierung der nationalen Dertheidigung" zur Verhandlung, bei welchen Gambetta in so weit betheiligt ist, als er den tollsten, unsinnigsten Abschlüssen seine Unterschrift gab. Es ist aber dabei weniger an Betrug als an grenzenlose Geschäftsunkenntniß und Lüderlichkeit zu denken. So waren vier verschiedene Commissionen und Behörden mit dem Ankauf von Waffen betraut, die einander nicht selten Concurrenz machten. Ja, es kam vor, baß während der einen Commission eine Anzahl Parrot-Kanonen für 36,000 Fr. Angeboten, von vieser aber abgelehnt wurde, eine andere, obwohl ihr diese Thatsache bekannt war, Dafür 75,000 Fr. bezahlte. Auch Gambetta wußte dies und ließ sich trotzdem von Dem Secretär der Commission Mr. Naquet dazu bereden, feine Unterschrift zu geben. Nach einem Telegramm wurde der Commisstonsantrag, welcher einen scharfen Tadel gegen Die Schuldigen enthält, angenommen. Rußland. Petersburg, 27. Juli. Das Vorrücken der Russen in Central-Asien betätigt sich ununterbrochen. Von dem jüngst in Besitz genommenen Kuldscha, dem Jli- und Turkestan-Gebiete bis zu den Steppen Khiwa's ist ein beständiges Vordringen des russischen Einflusses thatsächlich. Die seitens Der chinesischen Regierung durch Dsjan-Dsjun-Shun gemachten Ansprüche wegen Herausgabe von Kuldscha müssen erfolglos bleiben, weil der völligen Ohnmacht Der chinesischen Regierung oder richtiger bei ihrem vollkommenen Mangel in jenen Gegenden eS Pflicht Der russischen Regierung ist, zum Schutze ihrer semiojetschen-ki'schen Untertanen Die revolutionären Elemente Kuldscha'S in Ordnung zu haben, so wie die feindlichen Angriffe chinesischer und anderer Parteigänger auf Kuldscha durch vorgeschobene Militärposten unmöglich zu machen. Die von Turkestan aus nach Kaschgar unter dem Baron Kaulbarsch entsandte russische Gesandtschaft ist bereits von Jacub Bek, Dem Herrscher dieses Reiches, günstig empfangen worden und die Herstellung guter Verkehrsbeziehungen scheint hier mit Erfolg angebahnt. Der Khan von Khiwa hat in den letzten Jahren auch andere Einsichten gewonnen, v lief« f* «1D ft gegoung unseres Er Vahrschkiy! man nicht eint Sich! von dm Frankreich Dei an. Der ausgenomi neuen 8i( gtsragt wo die Eher j ihn, von R macht auf W/ schreibi Genss in hi Bevvn ViDoegnu Kämpfe m e Btt ^r^enai gestorben , ^icht an 6, Schutz Schulvkg u ^küehang,n Berli ^9 n.chi ^,3'fuuti •"Mil«». tz S* »ert, S °° h t""'" & Ä'V bat ‘7N.