PretS vierteljährig 1 ft 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Gießener Alyeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt jur den Kreis Kielen. Nr. 103. ~ Donnerstag den 2. Mai 1^'2. LVX EL fi "H" (XX’tA&Aviov werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch bei allen Post- Bestellungen auf den Vg-letzener Anzelger Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. Abonnenten welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Mai und Jnni zu 40 kr. Amtlicher T h e i l. Gießen, am 26. April 1872. -treffend: Die Ableistung des Verfassungs-Eides. e Das Großyerzogliche Krersamt Gießen SN die Grohherzoglichen Bürgenneistereien des Kreises. Wir erinnern Sie an die Einsendung der Berichte wegen der Freitag den 10. Mai dahier und Mittwoch den 15. Mai zu Lich, jedesmal Vormittags 10 Uhr, stattfindenden Ableistung des Verfassungs-Eides. In Verhinderung des Kreisraths: Kekuls, Kreisassessor. der von der von enthält: j) Bekanntmachung, den Bau einer stehenden Brücke über den Rhein bet Duisbü.g-Nheinhausen betreffend. 2) Übersicht der für das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur Bestreitung Bedürfnisse der israelitischen ReligionSgemeinden des Kreises Grünberg. 3) Uebersicht der für das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur Bestreitung Communalbedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Darmstadt. 4) Ueberflcht der für das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur Bestreitung Communalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Vilbel. 5) Uebersicht der für das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur Bestreitung Communalbedürfnissen in den israelitischen ReligionSgemeinden des Kreises 1. Abteilung zu Darmstadt, Georg Hager, den Charakter als Mitprediger zu verleihen. 9) Versetzung in den Ruhestand. Darmstadt, 30. April. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 23 Deutschland. Aus Oberhcssen, Ende April. Nach einer Bekanntmachung im Schulboten für Hessen wird Oie Ludwig- und Alicenfiiftung ihre diesjährige Generalversamm- lung am 2. Juli in Gießen abhalten, während am 1. Juli ebendaselbst der Hess. LandeSlehrerverein tagen wird. Dieser Verein, der den Zweck hat, die Interessen des Hess. Lehrerstandes zu vertreten und zu wahren, erfreut sich trotz der kurzen Zeit seines Bestehens der regsten Theilnahme bei Lehrern und Schulfreunden, wie dies fast aus jeder Nummer des Schulboten zu ersehen ist. Die Mitgliederzahl soll bereits über 1400 gestiegen sein. Welche Sympathien der Verein selbst über die Grenzen unseres GroßherzogthumS hinaus genießt, woge man daraus ersehen, daß der hochgeachtete Prof. Dr. Bock in Leipzig in diesen Togen dem Obmann des Vereins 500 Exemplare einer Schrift übersandte, deren ganzer Erlös als Beitrag zur Gründung eines Hess. Lehrerwaisenstiftes von demselben bestimmt wurde. Ebenso verdient rühmend erwähnt zu werden, daß u. A. Herr Fabrikant Chr. Scholz in Mainz sich dem LandeSlehrerverein mit einem Jahresbeitrag von 20 fl. anschloß. Möchten diese Beispiele zur weiteren Ermuthigung und Unterstützung des zur Selbfihülse geeinigten Lehrrrstandes mehr und mehr Nachahmung finden. (M.-Z.) Darmstadt, 29. April. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 22 hje Verfassung der evangelischen Kirche des Groß- herzogthums Hessen, insbesondere die Bildung der Dekanats-Synoden betreffend. 2) Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern, die Eintheilung der evangelischen Dekanate betreffend. 3) Bekanntmachung Großh. Eichungsinspection, das Eichen von Weinfässern betreffend. 4) BekanntmachungGroßherzoglichen Kreisamts Offenbach, die Aufbringung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinde zu Offenbach sür 1872 betreffend. 5) Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen -Ine« fremden Ordens. 6) Bekanntmachung, die Bertbellung der Preise im Philologischen Seminar ju Gießen betreffend. Folgenden Mitgliedern de« Philologischen Seminars aus der Landes-Universität zu Gießen sind für ihre Leistungen während des Sommer- Semesters 1871/72 die beiden aus dem Etais-Jahr 1871 noch zu »ertheilenden Preise zuerkannt worden: 1) der dritte Preis dem Stud. phil. Carl Germann au« Heimersheim; 2) der vierte Preis dem Stud. phil. Wilhelm N-hm-yer aus Groß-Gerau. Straßburg, 30. April. Obcrpräfldent v. Moller hat ein Stipendium von 10,000 Francs für elsässische Studircnde gestiftet. — Der elsässische Historiker Spach Ist zum Honorarprofessor ernannt. Straßburg, 1. Mat. Das Ofpzl-rseastno ernannte fämmtliche Professoren der Straßburger Universität zu Ehrenmitgliedern. Für die Deputationen der Universitäten werden drei Sprecher erwählt, ein Deutscher, ein Oesterreicher und ein Schweizer, Waitz, Tomaschek und Weis. Professor Renaud aus Heidelberg wird den Toast auf die Stadt Straßburg ausbringen. Frankreich. @it^7) Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit dec Großherzog haben aller- anädigst geruht: am 3. April dem 1. cvang. Schullehrer zu Homberg a. d. O., im Kr. Alsfeld, Mitprediger Heinrich Pfannmüller, die evang. Pfarrstelle zu Selters, im Dekanate Gedern, am 8. April dem PfarramtS-Candidaten Georg Hager aus Undenheim, im Kr. Oppenheim, die 1. Stadt-Knaben-Schulstclle 1. Abtyei- luna zu Darmstadt zu übertragen; an demselben Tage den von dem Grafen zu Erbach-Fürstenau auf die evang. Pfarrstelle zu Ober-Moffau, lm Dek. Erbach, vräsentirten PfarramtS-Candidaten Dr. Carl Eigenbrodt aus Darmstadt für diese Stelle zu bestätigen; am 11. April den Repetitor bei der Entbindungsanstalt zu Mainz Dr. Jakob Krug zum Director der genannten Anstalt zu ernennen; am 16. April dem Schullehrer an der Elementarschule zu Reinheim, im Kr. Dieburg, Johann Friedrich Storck, die 2. evang. Schulstelle daselbst zu übertragen. 8) Charakterertheilung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnäoigst geruht: am 8. April dem Lehrer an der 1. Stadt-Knaben-Schulstelle Paris, 29. April. In Havre wurden am letzten Freitag drei Deutsche verhaftet, nämlich der Kaufmann Albert Vogt aus Annolt (?), Preuße, W. Hei- mann oder Heinnain und W. Traat, beide ebenfalls Preußen. Die beiden ersteren waren Passagiere des Dampfers „Frankfurt", der in Havre angelegt hatte. Wie die Havrer Blätter erzählen, waren die drei Deutschen bei dem Restaurateur Lejeune mit Franzosen in Streit gerathen, worauf der Wirth feinen Saal räumen ließ. Auf der Straße wurde der Streit fortgesetzt und die Deutschen zogen zu ihrer Vertheidigung Dolchmeffer, woraus die Polizei interventrte und die drei Deutschen festnahm. Der eine der Polizeiagenten soll dabei einen Stich in die Hüfte erhalten haben. Die Deutschen wurden nach dem Gesängniß gebracht und sollen der Rebellion gegen die Repräsentanten der bewaffneten Macht und der Verwundung derselben angeklagt werden. — Im hiesigen Cafe des Ambasiadeurs (Champs Elyfee) kam es gestern auch zu stürmischen Scenen. Es wurde ge- schossen, als man die Hymne von Elsaß-Lothringen vortrug. Das Publikum nahm Partei gegen die, welche schossen. Sie wurden festgenommen und nach der Wache geschleppt. Obgleich sich unter den Verhafteten kein einziger Deutscher befand, so hieß es natürlich doch, daß es eine preußische „Jntrigue" sei. Versailles, 30. Avril. Nationalversammlung. Scheurer Kestner fragt bezüglich der Option der Minderjährigen Elsaß-Lothringens und der daselbst domi- cilirten Franzosen, ob eS nicht möglich sein würde, mit Deutschland neue Unterhandlungen anzuknüpfen, um diese Punkte aufzuklären. Der Minister des Auswärtigen, Graf Remusat, erwidert, daß die Frage mit Reserve behandelt werden müsse. Die Regierung, deren Gesinnung und Meinung in der Angelegenheit bekannt seien, werbe alle Anstrengungen machen, um die den Rechten der Detheilig- ten günstigste Auslegung zur Geltung zu bringen. y V 2185) $ des werden in gegen ßleid 1 grch Wien jtertritl ster mi jlerlabe, grai «int Heine £ derselben zu schafft, I in Erinnerm richt zu lichten über Hausse, wa kommen beu lich ansang- iberliner No erstere auszur Nachfrage ni fest, aber oh hei kleinen? Trsabeth, l Bk 1939) Fr, werden dv Wald sch Immobil^ W unb auf bim 9 steigerung Gladenb Kl Local-Notizen. Gießen, 1. Mai. Heute Morgen wurde auf einem Grundstück des Herrn Löber in der Tchwarzlach ein Erhängter aufqtfunben. Der Strick, woran derselbe gehangen, war von der Last zerrissen. Die Person deS Selbstmörders ist bis jetzt noch nicht festgestellt, da keine Papiere rc. vorhanden sind. — Gleichzeitig bemerken wir, daß von dem vor längerer Zeit in einem Coupe der Weserbahn aufgefundenen Erschossenen keine Spur der Herkunft rc. gefunden worden ist. Vermischtes. Frankfurt. Nach mehrtägiger Verhandlung ist der wegen Mords des Viehhändlers Hamburger angeklagte Völker von den Geschworenen des „vorsätzlichen Mordes" für schuldig befun, den und vom Assisenhof zum Tode verurtheilt worden. Nach den vorliegenden Berichten legte Völker tn den dem Urtheil vorhergehenden Momenten eine Frechheit an den Tag, wl« sie bisher in ähnlichen Fällen nur selten vorgekommen fein dürfte. Literarisches. Verlage von L. Sirnion in Berlin erschien soeben ein Deutscher Uni- das Sommer-Semester 1872, herausgegeben von I)r. F. Ascherson, Auctor an der Komgl. Universitäts-Bibliothek in Berlin. Dieses durchaus zeitgemäße Unternehmen bietet den Mitgliedern der deutschen Hochschulen, Lehrenden wie Lernenden, ein praktisches Handbuch. Außer einem Schreib-Kalender enthalt dasselbe für jede deutsche Universität die Angabe des Rectors und der Dekane, Amerika. Newyork, 30. April. Der Gouverneur Hoffmann verwarf mit seinem Veto die neue BerfaffungSurkunde für Newyork, weil dieselbe rechtswidrig sei. Die Versammlung in Albany bestätigte das Veto. £ m den Obers 2191) Q . I M W den %\\ waib unb 1 Eich, Dur »1^ 15 1 6 bi. ni e yei Kiese, nöuiammi miet Alter . II.® iuiDistrick 3 Fichte Stan « Byfamn miet r sind hier im steten Belagerungszustände". Jetzt ist der Angriff erfolgt. Nachdem schon in der vorletzten Nacht das Feuer des Vesuvs unter unheimlichem Dröhnen zugenommen, neue Schlünde an den Seitenwänven und am Fuße des Kegels sich gebildet hatten, die fortwährend die Umgebung mit Feuerströmen überschütteten, öffnete sich heute morgen ein neuer Krater ganz nahe beim Observatorium, und es ist leider fast gewiß, daß diese herrliche Stätte der Wissenschaft für den Augenblick nicht nur verlassen werden muß, sondern gänzlich zerstört wird. Seit gestern Abend ist der Ausbruch wahrhaft schrecklich. Eine Menge von Einheimischen, und ganz besonders aber von Fremden, hatte sich an den Berg begeben, um das Schauspiel in der Nähe zu beobachten. Da plötzlich bebte die Erde unter ihren Füßen, an den verschiedensten Orten spaltete sie sich und nahm die Unglücklichen in ihren Feuerschlund auf, oder überschüttete sie mit feuriger Lava. Schon gegen Morgen schätzte man die Zahl der Verschütteten auf 60. Die Behörden trafen natürlich alle Vorkehrungen, um zu retten, was zu retten ist. Zwei Ortschaften sind schwer gefährdet, St. Sebastian im Osten und Torre di Greco am Meere. An beide Orte hin wurden sofort Truppen abgeschickt, welche mit Gräben und Dämmen die herankommende Lava ableiten und so diese Ortschaften schützen sollen. Die Einwohner derselben haben im Angesichte der schrecklichen Gefahr mit ihren köstlichsten Habseligkeiten sich geflüchtet und wir verargen ihnen das nicht; denn nicht einmal hier ist es heimelig. Fortwährend kracht es furchtbar unter uns, und es ist, als ob auch hier der Boden nicht mehr feststände, man hört nämlich die Stöße vom Vesuv her (mehr als zwei Stunden weit) wie gewaltigen Kanonendonner. Viele Personen möchten noch zu retten sein, wenn jetzt die Gewalt des Ausbruches abnähme, denn sie befinden sich am Berge auf Oasen, die nicht von Lava überschüttet sind, aber es jeden Augenblick werden können. Leider hat es keinen Anschein, als ob diese Hoffnung in Erfüllung gehen sollte. Nicht nur hat sich heute eine neuer Krater geöffnet, sondern fort und fort dringen die feurigen Massen mit neuer Kraft und in größerem Umfange aus dem geheimnißvollen Schlunde empor, und immer meldet man von neuen Opfern. Man behauptet, es feien schon viel mehr denn 200 Personen unter den feurigen Massen begraben. Natürlich ist die Schätzung sehr ungenau und ungewiß, man weiß namentlich die Zahl der verschütteten Fremden, die wir nicht niedrig anschlagen möchten, gar nicht. Man erwartet die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten, um in diesem Eiende Abhilfe zu bringen. Wir wollen zum Schluffe noch einiges über die Thätigkeit des Vesuvs in den letzten Jahren mittheilen. Professor Palmieri hat bekanntlich einen Sis- mometer erfunden, der auf elektromagnetische Kräfte gebaut ist und ziemlich genau die Erdbeben und die gewöhnlich damit in Verbindung stehenden Eruption vorher anzeigt. Auch diesmal war das der Fall, allein man hatte sich nicht auf ein solches Unglück gefaßt gemacht, um so weniger, als der Berg seit vorigem Frühling immer fort tn Thätigkeit war. Es sind jetzt 10 Jahre, daß der Vesuv einen so schrecklichen Ausbruch machte wie jetzt. Dann ruhte der Berg bis zum November 1864. Dann trat eine Eruption des Aetna und fast gleichzeitig des Vesuv ein. Seit jener Zeit bis 1869 rauchte der Berg immerfort, doch ohne irgendwie gefährlich zu werden. Uns ist es jetzt vergönnt, das schöne und herrliche, aber schreckliche Schauspiel wieder zu sehen. (Post.) Neapel, 29. April, Mitternacht. Ein Telegramm vom Observatorium meldet: Ein sehr heftiger Schlackenfluß hat die bisher von der Lava verschonten Gegenden in der Nachbarschaft des Vesuvs völlig vernichtet. Der Niederschlag von Sand und Asche, ebenso daö unterirdische Getöse, dauern auch jetzt noch fort, dagegen hat der Lavafluß aufgehört. — Aus Capua (4 Meilen nördlich von Neapel) wird gemeldet, daß Asche bis dorthin geflogen sei. England. London, 29. April. Unter dem Vorsitze des Bischofs von Ely fand am Freitag eine Versammlung der anglo-continentalen Gesellschaft statt, in welcher die allkatholische Bewegung zur Sprache gebracht und der Nachweis versucht wurde, daß viele christliche Bekenntnisse im Auslande sich immer mehr der angli- canischen Kirche annaherten. Der Bischof von Lincoln stellte den Antrag, zu erklären, daß die altkatholische Bewegung in Deutschland, so glücklich ins Werk gesetzt von dem ehrwürdigen und gelehrten Dr. Döllinger und anderen ausge- zeichneten Theologen, die lebendigsten Hoffnungen für die Zukunft der christlichen Kirche erregt und die wärmsten Sympathien verdiene, und daß die freundschaftlichen Gesinnungen gegen die anglikanische Kirche, welche sich bei den Altkatholiken Deutschlands finden..., freudig erwiedert werden müßten. Eine zweite, von Sir H. Bärtle Frere vorgeschlagene Erklärung sprach die Hoffnung aus, daß die alt katholische Bewegung sich nicht auf Deutschland beschränken, sondern Kräfte sam- meln und sich in Frankreich, Spanien, Italien, Oesterreich und überall, wo die römische Kirche herrsche, ausdehnen möge. Beide Anträge wurden von der Ver- sarnmlung angenommen und dabei viel von der Gefahr geredet, welche der Christenheit von der Macht des Papstes drohe. Der Bischof von Lincoln war über- -eugt, daß selbst England in seiner insularen Lage bald vor der autokratischen Macht PiuS' IX. zittern werde, wenn es nichts thue, um sie zu zerstören. Die Versammlung tröstete sich dagegen mit einem Briese des Erzbischofs von Syra, der den Wunsch aussprach, daß die englische Kirche und die Kirche des Morgen- landes sich recht bald die Hand der Vereinigung reichen möchten. Dabei versprach er sich von den A'.tkatholtken Deutschlands eine mächtige Hilfe zur Reinigung der römisch-katholischen Kirche von den menschlichen Zusätzen, welche dieselbe mit dem großen Schisma erlitten habe. schnaubend, raub- und mordgierig eilten die entfesselten Massen von Haus zu Haus von Gaffe zu Gasse. Herz- und erbarmungslos schonten sie weder des gebrech! lichen Greises, noch des zitternden Weibes oder res Kindes an der Mutter Brust Ohnmächtig, widerstandslos wurden unsere Brüder unmenschlich mißhandelt. Weiber und Töchter vor den Augen der Männer oder Eltern geschändet, die Häuser ae- plündert, unsere Heiligthümer entweiht, die Gesetzrollen entwendet; selbst die Tobten aus ihrer Ruhe aufgescheucht und der Friedhof zerstört. Viele sind den empfanae« nen Wunden erlegen; entehrte Weiber und Mädchen verbergen hunge-nd und frierend ihre Schande in grabähnlichen Kellern; Kranke liegen in öden, thür- und fensterlosen Baracken ohne Strohmatte, ihre Glieder darauf zu strecken, ohne Pfühl ihr Haupt darauf zu legen, ohne Decke, den fiebernden Körper zuzudecken. Hunderte Mißhandelter, bis auf die Kleider beraubt, bleich vor Schreck, irren hungernd und obdachlos in den Straßen umher und betteln an den Thüren der Wenigen die verschont geblieben oder minder gelitten." Inzwischen haben die Generalkonsuln von Deutschland, Oesterreich.Ungarn England, Frankreich, Italien, Nord-Amenika und Griechenland anläßlich des Aus! spruches der rumänischen sogenannteen Schwurgerichte in den Judenproceffen fol- gende Collektivnote an die rumänische Regierung gerichtet: „Die Unterzeichneten halten es für ihre Pflicht, gemeinschaftlich und in der formellsten Weise der fürstlichen Regierung die wörtlichen Bemerkungen in Bezug auf die israelitische Frage zu wiederholen, welche derselben vorzulegen die Mehr- zahl von ihren Regierungen beauftragt worden ist. Sie können in erster Linie nicht umhin, ihr Erstaunen darüber auszudrücken, daß das Ergedniß der Untersuchung , welche vor mehr als zwei Jahren in dem rumänischen Bessarabien ungeordnet worden, ihnen noch nicht mitgetheilt wurde, trotz der in der Note des Herrn Ministers der auswärtigen Angelegenheiten vom 7./19. Februar enthaltenen Zusicherung. Sie haben außerdem mit großem Bedauern erfahren, daß der Asstsen- hof von Buzeu, nachdem er mehrere Israeliten, in Bezug auf welche das Oeffent- liche Ministerium selbst die Klage fallen ließ, zu strengen Strafen verurtheilt, alle die Individuen aber freigesprochen hat, welche angeklagt waren, Exceffe und die schwersten Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung von Vilcov begangen zu haben. Die Unterzeichneten sehen in diesem zwiefachen Urtheilsspruche ein Anzeichen der Gefahren, welchen die Israeliten in Rumänien ausgesetzt bleiben und deren Dring- lichkeit bei Herannahen des Osterfestes neulich ihre gleichzeitigen Schritte bei der fürstlichen Regierung gerechtfertigt hat. Die Regierungen der Unterzeichneten werden zu betrachten haben, ob die den Angreifern der Juden gewährte Straflosigkeit nicht der Art ist, um die Wiederholung gewaltsamer Austritte zu begünstigen die eines civilisirten Landes unwürdig sind, welches als solches allen Religions- bekenntniffen Freiheit und Sicherheit gewährleisten muß. Bukarest, 18. April 1872." Die Allg. Ztg. spricht sich auch dahin aus, daß die rumänische Bevölkerung für die Institution der Geschwornenzrrichte noch ganz und gar nicht reif ist, weil ste im Allgemeinen keinen Begriff von den heiligen Pflichten eine, Geschworenen- richters hat, sondern der entsetzlichen Ansicht huldigt, daß die Wahl zum Ge- schworenen für den Gewählten nur eine gut, Gelegenheit sei, sich zu bereichern oder seinem persönlichen Hasse Befriedigung zu schaffen. Die meisten der rumä. Nischen Geschworenen sind überhaupt nicht fähig oder nehmen sich nicht die Mühe dem Gange einer gerichtlichen Untersuchung zu folgen, und so wurden denn auch die vor Gericht gestellten sechs Juden verurtheilt, nicht weil sie ein Verbrechen begangen, sondern weil sie Juden sind, und wurden die 29 Angeklagten frei»«, sprechen, welche bei de» letzten Judenhetzen gestohlen, geraubt und geplündert hatten — weil sie diese Verbrecher ja nur an Juden begangen. Diese eigcnthüm- liche Art der GerechtigkeitSpflege mußte natürlich bei den in Rumänien lebenden Israeliten Furcht und Besorgmß vor neuen Gewaltthaten Hervorrufen; im Aus- lande aber wird sie «inen Schrei der Entrüstung hervorbringen, und es ist kaum anzunehmen, daß die europäischen Mächte sich auch diesmal mit leeren Ver- lprechungen und Ausflüchten beschwichtigen lassen. Vielmehr dürfte cs ihre Pflicht fein, einen längst erkannten, aber stets vernachlässigten Schmutzflecken auf der Ci- vilisation Europa'S endlich zu beseitigen. Türkei. Der neue KriegS-Minlster Abdul Kerim Pascha, der kaum seit einem Monat in Function ist, wurde am 15. April schon wieder abgesctzt, angeblich wegen seiner Apathie und Unlhätigkeit, obgleich man eigentlich nicht recht begreift, wa« ein Mann, der erst seit vier Wochen aus Armenien hier eingetroffen ist, schon hätte bewerkstelligen können. Die wahre Ursache ist aber, daß auch er mit ver beabsichtigten Aenderung der Thronfolge-Ordnung sich nicht einverstanden erklärte. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Artillerie. Chef Mustafa Pascha er- nannt. 2186) - Ä» i» J'nfttr. s i 5« lt9 Dieifti ’fij ‘*5 H v. ^pfailgx. < 6ur* UNl> tahH Mette M und die ^'Norn, * Wlu, rotth fo(. in bn n ,’n N dir Rch. ''kN . dtt Hutu, üradien an« -r Note t(j l»thaHinii b«l|Jh. Oejenf. «tWü, aOi d dir schvis. n ju habm, lnjkichcn btr dem Dring, ritte bei btr chneien mir« 1 Stnftfgt ^guchgen, Rtligm-. 18. April öivolkerung eif ist, veil l'chwortnen- }\ zu« Gell bereichern i der rumÄ« / bii Müje, btna aufi tortdjett \\v& W* tzrMüdnl eigenthm- itn lrbrnben i; im AnS- tS ist löUB leeren Aer« s ihre W auf der Ci- ■ einem Mo- eblich »egen greift/ ivü- if, IN er mit m itn ttliadt. PO»«' (einem Sei« ig V 1)11 ,rsber inj;; war vsn W P-Piert""^ nem ff* 1 L, Milder 'tw Geldsorten, fl. kr. Pr.Friedrdor 9 57—58 Pistolen . . 9 40—42 „ doppelte 9 40—42 Holl. fl. 108t. 9 53—55 Ducaten . . 5 33—35 20 Frankenst. 9 21—22 Eagl. Sover. 11 48—50 Buss. Imper. 9 40—42 Dollar in Gold 2 261/-—27% das ausführliche Verzeichniß der Vorlesungen, nach der Rangfolge der Lehr^ geordnet, die Preisangabe und eine Uebersicht der akademischen Vereinigungen , mit Bezeichnung der Farben, Stiftungstage und Anzahl der Mitglieder. Außerdem findet sich noch eme statistische Tabelle über die Zahl der Lehrer und Studirenden, sowie ein wissenschaftlich geordnetes Verzeichniß der Lehr- und Handbücher, welches den Studirenden den Zugang zu diesen Hülfsmitteln erleichtert. Das Material fit ebenso reichhaltg, wie wohlgeordnet, die Ausstattung in zierlichem Einbande eine sehr gefällige. Das zweckmäßige Büchlein sei daher dem beteiligten Publikum angelegentlich empfohlen. Die „Frankfurter Zeitung" meldet: „Vom 1. Mai an wird in Frankfurt am Main eine neue Wochenschrift in englischer Sprache unter dem Titel „American Rews erscheinen, welche sich die Vertretung amerikanischer Interessen in Deutschland zur besonderen Aufgabe macht. Die „American News" sollen nicht nur alle politischen und finanziellen Nachrichten aus Amerika bringen, sie sollen auch ent Repertorium der interessantesten Lokalnachrichten aus den einzelnen Theilen Amerikas werden. Die tn Deutschland sich aufhaltenden Amerikaner sollen darin alles Wissenswerthe aus ihrer Heimath in gedrängter Darstellung finden. Die „American News" werden auch allwöchentlich ein Verzeichniß der in Europa ankommenden Amerikaner aus den verschiedenen amerikanischen Colonien wie Dresden, Stuttgart, Frankfurt rc. enthalten- Dies Blatt stellt die Aufgabe, den Amerikanern das zu bieten, was die Swifi Times den am Kontinente sich aufhaltenden Engländern mit so gutem Erfolge leistet. Herausgeber des Blattes ist Herr Schidrowitz, der viele Jahre tn den Vereins en Staaten journalistisch tätig war. Die Annahme der Anzeigen für das neue Blatt tft den Herren Haasenstein und Vogler übertragen " Börsenberichte. Frankfurt a. M., 1. Mai. Der Herrnsabbath der Walpurgisnacht machte unserer Börse «ine kleine Hausse zurecht, welche erstere auch dankbar acceptirte, ohne lange nach der Danaernatur derselben ;u fragen. Gestern schon hieß es, die Alabamafrage sei so gut wie aus der Welt geschafft, unv daS kam der Hauffepartei, die nur nach einem Vorwand suchte, um ihr Dasein wieder in Erinnerung zu rufen, sehr gelegen, und reüsfirte um so mehr, als ihr noch die weitere Nachricht zu Hilfe kam, daß die norddeutsche Bundesanleihe zurückbezahlt werden solle. Die Nachrichten über die Alabamafrage find jedoch weder kalt noch warm und berechtigen keineswegs zur Hausse, was man auch in Berlin und Wien besser zu würdigen scheint wie hier, denn von dort kommen beute keine besonders animirten Course. Nichtsdestoweniger verkehrte man hier namentlich anfangs sehr lebhaft und haben SpeculationSeffeclen trotz späterer, in Folge anhaltend schlechter Berliner Notimngen eingetretener Mattigkeit doch noch Hausse von, durchschnittlich 3 fl. gegen erstere aufzuweisen, und daS bei ziemlich umfangreichem Geschäft. Für Banken war dagegen die Nachfrage nicht besonders angeregt, nur Darmstädter und Meininger etwas hoher. Lokalinltitute fest, aber ohne bemerkenswertste Lebhaftigkeit. Anders war es bei soliden Bahnen, die mehrfach bei'kleinen Preiserhöhungen aus dem Markt genommen wurden, wie Berbacher, Linz-Budweifir, Elisabeth, Buschtcradec und Nordwest. Noch besser machte sich daS Geschäft in Prioritäten, von denen Elbthal, Ebensee-Jschl, Livorneser und ToSkaner gut verkauft wurden. Staatspapiere fest, namentlich Silberrente. 4%pr»centige Württemberger und 4procentige Nassauer, wie Russen von 1871 und 1872 gesucht. Auch Loose waren heute lebhafter, und waren außer österreichischen 1860ern, die heute 92% notirten, besonders Genueser und von kleineren Sorten Pappenheimer und Augsburger begehrt. Amerikaner recht fest, aber ohne besonderen Umsatz des Geschäfts. In Berlin ist das Vertrauen noch immer nicht zurückgekehrt, die Course von dort kommen so schlecht, daß die eingangs erwähnte Hausse der hiesigen Börse nicht lange Stand hielt und wieder einer Reaction Platz machen mußte. Börscnnachrlchten. 1. Mai 1872. Preuss. 4% % Oblig. 102% Frankf. 3%% Obi. 88 Nass. 4%0/q Qbl. 99% Kurhess. 4% „ 93% Gr. Hess. 5% Obi. 103% » n 4% n 981/2 „ „ 31/3% » 92% Bayer. 5% „ 100% „ 4%0/g 1jährige 99% „ 40/0 1jährige 95 Wiirtemb. 4%% Obi. 99% Baden 4%<% Obi. 0. E. L. 100% Oesterr. Silberrente 63% „ Papierrente 57% Spanier, neuest. 3% 29% Amerik. Bonds 1881r 100% „ „ 1882r 96 „ n 1885r 97% n n 1887r 973/4 Actien. Frankf. Bank 142% Frankf. Vereins-Kasse 137 Darmst. Bankaot. 466% Wien Bankactien 875 Oest. Creditaet. 350% | Galizien 266 Actien. 50/0 östr. F. St. E. B. 3881/2 Lombard. Bahn 210 Ludwigsh.-Bexbach 204% Maibahn 146 Bayer. Ostbahn 148% Rhein-Nahebahn-Aot. 49 Hess. Ludwigsb.-Act. 180 Oberhessen „ 84% Prioritäten. 30/o oster. Stsb.-Prior. 59% 30/0 öst. s. Lombard 50% 3% Livorneser 40% 50/g Toscaner 62% 5% Elisabeth.-Prior. 83% do. H. Emlss. 82%_______ Anlehensioose. Kurh. 40 Thlr. Loose 71% Nassau 25 fl. 43 % Braunschweiger 21% 30/0 Oldenburg, ä 40Thlr. — 4O/o bayr. Präm.-Anl. 112% Ansbacher 7 fl. — 4% badische Loose 111% Badische fl. 35 Loose 70 Oestr. fl. 250 v. 1854 84% 1858r Prloritätsloose 195% 1860r Loose 92% 1864r „ — Stadt Florenz — Wechsel. Amsterdam k. 8. 98% Augsburg k. S. 99% Berlin k. 8. 104% Bremen k. 8. 96% Brüssel k. 8. 93% Hamburg k, 8. 87% Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 118% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 93% Wien k. 8. 104 ditto m. 8. 104 ditto 1. 8. 103% Dlsconto 4% Allgemeiner Anzeiger, Farbwaaren - Handlung Condensirte Milch. von Emil Fischbach in Reisstärke. haltend, ist zu verkaufen. Näheres bei links am Wiesecker Weg, ist zu verpach Labroisse, Hofger.-Adoocat- lten durch M. Ptlger. Tafelmandeln, Tafelrosinen, Jtal. Haselnüsfe Giessen (Selters weg) Blockchocolade pr. Pfund 28 kr. empfiehlt sich einem geehrten Publikum bestens. 1967) Ein freundliches Zimmer zu vermieten- Kanzleiberg B- 72. Bienenhonig, Zuckersyrnp. Thee, Vanille, Chocolade, Sardellen und Gothaer Cervelatwurst. 2188) Korn-, Hafer- und Erbsenstroh, sowie auch gute Kartoffeln, verkauft Emil Möh l Wittwe. Batavia-Arrac, Jamaica-Rum, Cognac, Arme- und Rum Punsch-Essenz, Malaga, Madeira, Sherry, Maraschino di Zara, Genever, Gilkaer Getreidekümmel und Banz. Gold wasser, Schwarzwälder Hirsch wasser, Slibowitz und sämmtliche ächte holläud. Elqueure von Wyiianil Fockiiig. Parmesan- und Emmenthaler Rase. Lager in ächt italienischen und deutschen Teigwaaren, als: Maccaroni, Vermtcellis^ Suppenteige, Eiergemüse- und Eiersuppennudeln. Jtal. Brünellen, getrocknete Kirschen, Aepfelspalten, ganze Aepfel, Mirabellen, Catharina - Pflaumen und türk. Zwctschen. Toilette-, Bade-, Fenster- und Pferdeschwämme. 2197) Dachlatten sind vorrätig in der herrschaftlichen Ziegelei zu Lich bei Ztegler Schmidt. 2200) 8 alte Fenster, 73" hoch, 48" breit, in noch gutem Zustande, find zu verkaufen bei Glaser Balser. 2204) Der den Rentamtmann B o t t'schen Erben gehörige Acker, 16 s%89 1115 Klftr., Reinschmeckendes Schweineschmalz pr. Pfund 24 fr. Würfelzucker. Champignons, Trüffeln. Sardine» ä 1 bulle, russ. Sardinen, Caviar und Mixed-Pickles. 2210) Der den I. V ogt'schen Kindern zugehörige Acker, Flur 40 Nr. 79, 240 lllKlftr. Specerei -, Material- und 2196) Dachzregel, 1000 Stück zu 10 fl. 30 fr., werden verkauft in der herrschaftlichen Ziegelet zu Ltch. Kreutzer, Rentmeister. 2207) Gartenmöbel empfiehlt I. G. D. Bapst. Feilgebotenes. 2187) Die noch vorhandenen Sonnenschirme erlasse ich von jetzt an zur Hälfte des Einkaufspreises. H. Hochstätt er Wittwe. Vermiethungen. 1968) Ein Familienloais, aus 5 Zimmern, Kammern, Mitgebrauch der Waschküche rc. bestehend, ist Mitte Juni zu vermieten. Kanzleiberg B. 72._______________________ 2186) Dienstag den 7. Mat, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Wohnung des Buchbinder E. C. Rühl dahier Möbel, als: Sopha, Tische, Stühle, Schränke, Comode, Ofen, Fenster, Bettlade, Treppe, mehrere Bütten, eine massive Hausthüre, ein großer Ver- kaufsschrank mit Einrichtung u. s. w. öffentlich meistbietend versteigert. 4873) Dio Holzversteigerung in den Domanialwaldungen der Oberförsterei Nieder-Ohmen. 2194) Es werden versteigert: I. Mittwoch den 8. d. Mts., in den Districten Alter Heegwald, Kammerwald und Buchscheer: 1 Eichen - Stamm von 41 Zentimeter Durchm. und 8 Meter Länge = 1 Cu- bikmeter, 291 Kiefern- und Fichten - Stämme von 15 bis 40 Zentimeter Durchm. und 6 bis 20 Meter Länge -- 204 Cubik- meter, 215 Kiefern- und Fichten-Stangen, meist zu Sparren geeignet Zusammenkunft Morgens 9 Uhr im Di- ftrict Alter Heegipald. II. Freitag den 10. d. Mts., im District Merlauer Linnes: 3 Fichten-Stämmchen und 3472 Fichten- Stangen, zu Sparren, Latten, Leiterbäumen, Gerüststangen rc., geeignet. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr im Di- strtct Merlauer Linnes auf dem Wege von Merlau nach Lehnheim bei den Stangen Nr. 663. Grünberg, den 1. Mai 1872. Grobherzogliche Oberförsterei Nieder-Ohmen. Hüter. 1935) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. Anlage C- 25- 1621) Der von Herrn Dr. Brüel bewohnte 3. Stock meines Hauses ist zu ver- miethen und am 1. Juli beziehbar. I- G- D- Bapst. ,2112) I. 1). Sonnenftraße 1041, empfiehlt für die Sommersa ison für Kinder: Garten- geräthe in Eisen und Holz, Botnnisir- und Brodbüchfen, Schmetterlings-Netze und verschiedene Spiele für's Freie, als: Federball, Reife, Bommrang h. 2175) Meinen verehrten Kunden die Nachricht, daß Flaschenbier zu 6 kr. frei in's Haus geliefert wird. Frau Heck, Schloßgasse. 2195) Ein noch neuer Blasbalg, Ambos und Schraubstock sind zu verkaufen in Wieseck Nr. 95. 2209) Ein Sopha, Cornoden, Nachttische, Stühle sind zu verkaufen in Lit. C> Nr. 43. I Große und kleine Rosinen,» ausges. große Mandeln,» Citronat, Orangeat, B ganzen und gestoßenen Zimmet, gestoßene Raffinade, Citronen, H AniSfaamen, Ammo- H nium und Pottasche. A Steiukohleu. 1782) Unterzeichneter empfiehlt Stückkohlen, Schmiedekohlen, Flammkohlen, Fettkohlen und Ziegelkohlen in einzelnen Waggons und birect von den Gruben billigst und grst- Agent August Kampf, in Rnhrort. (83/4) 1671) Renen Laberdan empfehlen I. A. Busch Söhne. 2202) Lattig-Jalat bei C. Schwalb Wittwe, Seltersthor. 2208) Frischen Portland-Cement empfiehlt^____________I- G. D. Bapst. 2192) Zwei Canarienhähnchen sind billig zu verkaufen. Sandgasse Lit. D. Nr. 189.__________________________________ 1670) Stoughton’s Magenbitter in l/z- u. ^.Flaschen bei I. A. Busch Söhne. 2115) Gute Kartoffeln, Erbsen und Wicken sind zu verkaufen bei Balthasar Malkomesius, am Wallthor. Versteigerungen. 2185) Dienstag den 7. Mai, des Nachmittags um 2 Uhr, werden in der Hofraithe der Unterzeichneten gegen gleich baare Zahlung versteigert: 1 großer Doppelpult mit 3 Comptoirstühlen, 1 Decimalwaage, 4 große Fenstertritte, eine Partie gut erhaltene Fenster mit Bekleidungen, eine Partie Fensterläden, alte Thüren u. s. w. Zinßer S» Schmidt, _____ vormals: Gebrüder Ebel. Bekanntmachung. 1939) Freitag den 17. Mai l. I., Nachmittags 3 Uhr, werden die zur Concursmasse des Conrad Waldschmidt von Rodheim gehörigen Immobilien, belegen in der Gemarkung daselbst und im Ganzen zu 1426 Thlr. taxirt, auf dem Rathhause zu Rodheim der Versteigerung ausgesetzt. Gladenbach, den 17. April 1872. Königliches Amtsgericht Abth. N. Kling elhöffer. Vermischte Anzeigen. Bade- und Schwimmanstalt, von Rübsamen eröffnet. 2206) Indem ich hiermit das verehrliche Publikum zum Abonnement einlade, bemerke ich, daß die Anstalt auch dieses Jahr wesentliche Verbesserungen und Erweiterungen erfahren hat. Der Schwimmunterricht für Mädchen wird fortgesetzt und bitte um baldige Anmeldungen, damit die Unterrichtszeit festgesetzt werden kann. Der Schwimmunterricht für Erwachsene und Knaben wie früher, und können auch Kinder, welche noch nicht schwimmen lernen sollen, unter meiner Aufsicht baden, sowie solchen, die bereits schwimmen können und sich darin weiter ausbilden wollen, Gelegenheit dazu geboten werden kann. Der Bade-, beziehungsweise Schwimmplatz, ist durchaus gefahrlos und für jedes Alter passend eingerichtet. Unterrichtsstunden und Badezeit für die Schuljugend sind an Wochentagen Vormittags von 10 bis 12 und Nachmittags von /i bis 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen nur Vormittags von 7 bis 12 Uhr In diesen Stunden wird gute und strenge Aufsicht geführt, so daß die verehelichen Eltern in jeder Beziehung beruhigt fein können. Nähere Bediugungeu sind in der Anstalt zu erfahren, wo auch die Abonnementsliste zur gefälligen Einzeichnung offen liegt. L. Ehr. Rübsamen. Ott S*1 Poß 9h* J AbB» StrlMvk Gtschäftsaiykigrn, die sich den GeschäftSfirmen aller Branchen, Patentinhabern, Acrzten, Lehrern, Agenten, Importeuren rc. als äußerst nützlich, ja unentbehrlich erwiesen haben, in den belesensten Journalen des In- und Auslandes unter den günstigsten Bedingungen zur Insertion zu bringen, erbietet sich die mit dem Vertrauen der Geschäftswelt im reichsten Maaße beehrte Anuoncen-Expedition von G. L. Danlir & Comp. in Frankfurt a. M., München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Stuttgart, Hamburg, Brüssel und Bern. Eomplete Zeitungs - Eataloge gratis und franco HD 03 03 des Hofopernsängerin Fräulein C. von Csanyi aus Schwerin. Zweiter Platz . . . . ft. 1. — fr. IN. . V. Lachner. 1. 2. 3. 4. 5. 6. Dritter Platz Stehplatz . F. Mendelssohn. . W. A. Mozart. . L. v. Beethoven. . 9t Schuman n. 2189) Einen Lehrling sucht Ehr. Weeg, Schuhmacher. Equipagen ft 3V-, jede Person darin muß mit einem Billet zu dem ersten Platz versehen sein. Neiter fl. 2. Sännntliche Karten find sichtbar zu tragen. An den Tribünen werden keine Karten ausgegeben. — Die Kassen befinden sich auf der Ehanffee an der Louisa, am Sandhof, bei Nicderrad und am Forsthauö. Zur Bequemlichkeit des Publikums werden Eintrittskarten verkauft bei den Herren: Breul, Zeil 61, W. Auchs, Zeil 1, W. Seidler, Roßmarkt 21, Andr. Spccth, Hasengasse 12, Ehr. Strvhlcin, Zeil 57. Im Auftrag des Direktoriums: Kappel. Erster Platz r für 1 Herrn u. 1 Dame zusammen fl. 5 — „ 1 Herrn........ 3Va ,, 1 Dame........„ 2 — 2131) An» 10. bis IS. Juli IS72 werden in Din- kelsbübl verloost: Zug- und Reitpferde, Rindvieb- tff-i U stucke (Ochsen, Stiere, Kühe, Kälber), Schaafe und Hammel, verbesserte landwirtbschastliche Maschinen und Ge- räthe, Chaisen, Wägen, Stvckuhren, RcgnlatcnrS, goldene und silberne Uhren, goldene und silberne Ketten, verschiedene silberne Gerätbe, elegante Kindcr-Chaischen, fein vergoldete Salon-Spiegel, große Salon - Decken, wollene Reiscdecken, feine Möbel-Garnituren, polirte Comoden und Tische, Fauteuils, silberplattirte Pferdegeschirre, feine Reitzäume, seidcne und andere Regenschirme, elegante Reisekoffer, Kupfer-, Zinn- und Mesfingwaaren rc. Der Preis eines Mooses ist auf 3 0 Kreuzer fest- gese 1zt. Auf 10 Loose wird ein Freiwos bewilligt. Bet größerer Abnahme wird die Zahl der Freiloose erhöht. Wir haben für das Großherzogthum Hessen den Herrn Kaufmann Carl Gaul« in Darmstadt ersucht, unsre Vertretung zu übernehmen und bitten sich an dieses Bureau mit Loosebestellnngea zu wenden. Dinkelsbühl, im April IS72. Dao Verloosungs-Comitv. Mit Rückficht auf obtflc Bekanntmachung und auf die Grofiberroaliche Minifierialgenebmignng Nr. 3'437 von, 1<». Marz 1872 bitte ich Wiederverkänfer, unter Aufgabe von Referenzen, ihre Befielliingen zn richten an Carl in Darmstadt. P r o g ra m Symphonie A-dur (9ir. 4), von Arie für Sopran ans Don-Juan, von . Concert C-moll (Nr. 3), von . Zwei Lieder für Sopran von . Solostücke für Pianoforte. Ouvertüre, von..... Rheinischer Nenn Verein Mrde-Rkilnen in Frankfurt a. M., am 12. Mai 1872, Nachmittags halb 3 Uhr, am ForsthauS. Grstes Concert des Gießener Concert-Vereins im Sommer-Abonnement 1872 Donnerstag den 2. Mai, Abends präcis 6 Uhr, im Club-Saale, unter gütiger Mitwirkung Großh. Hofkapettmeisters Herrn Alois Schmitt, und der Officicrs-Iagd-Rcrincn . . fl. 350 Großes Flach-Nennen • • „ 400 Große Stecple-Ehase . . . „ 700 EroffnnngS-Nennen fl 300 L?fficierS Hürden-Nennen „ 300 Pocal-Trab Nennen Ehrenpreis Großes Trab-Nennen • ■ ■ ft. 230 Die Aktionäre und Mitglieder des weiteren Vereins des Rheinischen Renn- Vereins haben freien Eintritt. , - 30 „ , - IS , 2191) Ein Lehrling wird in ein hiesiges Fabrikgcschäft gesucht. Nähere Auskunft er- theilt die Exped. d. Bltts. 2182) Einen Lehrling sucht Martin Fuhr, Schuhmacher. 2203) Ein braves Dienstmädchen auf Johanni gesucht. Näheres bet der Exped. dieses Blattes. 2177) Ein auswärtiger Meister sucht mehrere Anstreicher- und Weisibinder- Gchülfcn gegen hohen Lohn und vortheil- hafte Bedingungen. Meldung bis zum 5. Mai wünschenswerth. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 2199) Einen brauen Jungen sucht unter sehr guten Bedingungen in die Lehre W. Frank, Schirmfabrikant. 2174) Eine kleine Familie sucht ein freundliches Familienlogis von 3 Zimmern nebst Zubehör. Offerten unter II. H. besorgt die Exped. d. Bltts. 2198) Einen guten Arbeiter sucht Th. Schneider, Schuhmacher. 2092) Eine Familienwohnung im ersten Stock, bestehend aus 3 möblirtcn Zimmern, wird zu mietI)cn gesucht. Adressen mit Miethangabe beliebe man 9tr. 16 im Hütel ! Kuhne abzugeben. Abonnemeutskarteu für außerordentliche Mitglieder a 2 fl. in der Ricker'scheu Buchhandlung, ebendaselbst Eintrittskarten zu obigem Concert für Richtabonnenten a i fl. NB. Der Concert-Flügel (von Steinweg) ist aus dem Pianoforte- Lagcr der Herren L. Lichtenstein & Comp., Neue Krame 28, in Frankfurt a. M._______ Allgemeine Perflirgimgs-Anstalt im Grohheyag- thum Baden. Gegründet im Jahr 1835. Capitalvermögen am Schluffe des Jahres 1870: 9,408,979 Gulden — 5,376,559 Thlr. 934) Diese auf Gegenseitigkeit beruhende Anstalt schließt alle Arten von Bersorgungs-, Aussteuer- und LebenSversicherurrgs- Berträgen ab. Nähere Auskunft wird bei dem unterzeichneten Vertreter der Anstalt ertheilt. I. Böck, Gartenstraße, im Hause des Herrn Hofg.-Adv. Engelbach II. Vorläufige Anzeige. 2201) Einem hochgeehrten Publikum die ergebenste Anzeige, daß am Sonntag den 5. Mai die erste große Vorstellung in der höheren Reitkunst, Gymnastik und Pferdedressnr in dem Oswald'schcn Garten staltfindet. M. Blumenfeld, Director. Üioolliiiil SalKhaiisen 8>ei Widda, pr. Bahn 1 Stunde von Gießen und 2 Stunde» von Frankfurt. 2046) Eröffnung des Bades am 15. Mai- Mittags 1 Uhr lable d’hote, außerdem Restauration nach der Karte. Beides zu den alten Preisen. Der frühere billige Micthbetrag aller mit neuem Vettwerk verseheneu Zimmer bleibt unverändert. Täglich viermal Verbindung durch die Wagen der Post und außerdem gute Beförderung hierher von dem nahen Bahnhöfe vermittelst geräumiger Wagen. Zu zahlreichem Besuche dieses anerkannt vorzüglichen Bades laden erge- benst ein: Die Kurhauspächter Gebrüder Gick. ß Bürger-Club. Generalversammlung Dienstag den 7. Mai, Abends 8 U(jr, im Stern. Fortsetzung der Tagesordnung vom 16. v. Mts. Der Vorstand. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. W D' Zähne vom D schwatzen ( einem Vor! lasche ftedl Gießt D »njtije gä zuzewieserre G l«tn tl, l"1" t'® k Ittint tun , !" H'luntt, 3m Das Wtt sol, „Die Rhir" - Heute kling hat dn tt ritzlmn lkc ^djkioiah örßuut ten tzkglu. Ei i, ttn । ößtntn tit Qiaben H u out Annie 2® N/ui . , Das; ob,r» t::"