Gießener Anzeiger enb m der Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen 1872 Freitag dm 2. Februar Nr. 2V öS Deutschland i Stenten Siaftn 61 fl n t n b er g nochzu,ragen. Derselbe hob unter lautloser ^uf diesem Gebiete wunctodt gewacht. Wurde ich meinem per- Ktille des aanun Hause« an zu sprechen: „Der Gegenstand ist erschöpft, die (6tllid)fn Geschmack zu folgen haben, so würfe tch da« Gesetz über den Mißbrauch X-'HIUV o • . . . < t____ c-;* So«« rnar nnrh ninit _ nr er. - er_____ c- t. Xu.« K««.. hör MrrfTt» ttirhf nhpr u raurige t n. K r; D r. £. Bleti ttonlimal -d des man «Jahren hatten Da« gehöre zu der Würde und dem Ansehen der Krone. Nach formellem Rechte äwana‘ö O V M in Nnriä ka ten. wie auch Braunschweig k n rD w tt v« Ul n in g )( tii ti man hat auch von jener Seite behauptet, das Vertrauen in die Unparteilichkeit des Richterstandes sei bereits erschüttert. Wenn dem so ist, so ists ein Beweis dafür, daß wir wett gekommen sind! Jede Partei weiß, wie viel sie von der gegnerischen Presse zu leiden hat, es gibt keine Regierungs- und Lendesinterkffen der Presse ins Feuer, wir hätten dann einen Mißbrauch der Presse, nicht ober auch des Gesitzes. Wer hier in der Kammer sitzt, wird schwerlich den Eindruck haben, daß er ror einem objektiven, gerechten Richter sitze; deßhalb haben auch Ihre Berathungen keineswegs so großen Werth wie Sie glauben; die Beschlüsse gthen den Berathungen voraus, es gibt manche, die glauben, es wäre das Beste, mit der Abstimmung anzufangrn. Der Parteistandpunkt ist der einzige, und wenn heute die Regierung über Seidenzuät oder über die Drehkrankheit der Schafe einen Entwurf brächte — tch bin überzeugt, so gäbe es auch da einen Partei- standpunkt. Der Referent Hauck hatte dos Recht und die Pflicht, nach seiner Ueberzeugung zu handeln, aber wenn ich mich nicht sehr täusche, so hatte jeder das dunkle Gefühl, es sei eine ungesunde Erscheinung zu bemerken, daß ein Be- zirksamtmann von dieser Stelle aus dem Ministerium, dessen Organ er ist, den Text liest. In Japan Hot der abgetretene Minister sich den Bauch aufzuschlitzen, bei uns sollen dieses Geschäft die eigenen Organe des Ministeriums blforgen! Betrachten wir die tiefe Erregung der Gemüther im ganzen Lande. Monn konn bestreiten, daß die vatikanischen Beschlüsse stcat-gefährlich find; daß aber solche Zustände staatsgefährlich sind, wird Niemand bestreiten. Wer diesen Conflict in Bayern mit lösen will, muß durchdrungen sein von dem Geiste der Geschichte und von Pietät gegen die Kirche; auf welchem Standpunkt man auch stehe, wer aus der Geschichte nur tiefen Haß gegen die Kirche gelernt hat, der hat wenig gelernt! Und diesen Standpunkt erklärt man für den unserigen! Schade, daß man Dinge wie Pietät u. s. w. nicht wägen kann, vielleicht ließe sich constatiren, daß unsere Firma in diesen Gegenständen keine leichtere Wage führt als die Ihrige! Wenn : Sie die vorliegende Beschwerde für begründet halten, so erklären Sie, daß eine ' gesetzliche Regelung nicht möglich ist; wir können das nicht hindern! wir sind ’ bereit, die Portefeuille niederzulegen, aber wir werden sie dem Könige zurückgeben, ' ohne eines seiner Rechte preiszugeben. Wollen Sie den Rath eines ehrlichen Mannes befolgen, der zwanzig Jahre feines Lebens in diesem Hause zugebracht hat, so hängen Sie einen Augenblick den Fortschritts- oder patriotischen Stand- ' punkt an den Nagel, und lassen Sie die Vaterlandsliebe walten. Können Sie sich aber dazu nicht entschließen, so schlagen Sie den letzten Nagel in den Sarg des bürgerlichen und konfessionellen Friedens — aber auf Sie fällt dann die Ver- Preis vierteljährig 1 ft 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. daß der mit dem i dadurch ) Gram- Berlin, 28. Jan. Die Postanstalten sind unter® 24. d. Mts. wiederholt aufgefordert worden, mit den Paketen „behutsam umzugehen". Die Pakete dürfen nicht geworfen, gestoßen oder fallen gelassen werden. Auf Eisenbahnstationen, wo die Frist für das Ein- und Ausladen der Pakete knapp bemessen ist, muß, be- sonders für die kleinen Pakete, von dem Austausche in geschlossenen Paketsacken Gebrauch gemacht werden. Die Vorsteher der Postanstalten und die die Aussicht führenden Organe sollen auf die sorgsame Behandlung der Pakete eine besondere Reicht [ass. rhöht, dass er allen in n?ibt,son- Verhältnis» • nachweist, darf ja Württemberg einen Gesandten in Paris halten, wie aucy Braunschweig - - • ■ ' *■ Aber was bedeutet für die Fran- antwortung!" Darmstadt, 31. Jan. Dem Vernehmen nach wird der Finanz-Ausschuß der zweiten Kammer bei Gelegenheit der Budget - Berathung den Antrag stellen, die Regierung um Wiederherstellung der katholisch-theologischen Fakultät an der Landes-Universität anzugehen, resp. eine Vorlage in dieser Beziehung zu machen, sowie ferner Vorsorge dahin zu treffen, daß keinem katholischen Geistlichen der landesherrliche Tischtitel verliehen werde oder eine Einweisung in die Temporalien stattfinde, wenn der Betreffende nicht drei Jahre auf einer deutschen Universität studirt und daselbst die akademische Prüfung bestanden. — Eine Anzahl streng lutherischer Geistlicher des Landes befindet sich in offener Renitenz gegen die Kirchengewalt, indem sie sich weigern, die KirchenvorstandSwahlen nach Maßgabe der Kirchenverfaffung vom Jahre 1870 vorzunchmen und hierdurch den Zusammen- tritt der Decanatssynoden unmöglich machen. Dem Oberconsistorium scheint, diesen Herren gegenüber, die so lang bewährte Geduld ausgegangen zu sein, denn es hat beschlossen, nunmehr mit aller Energie vorzugehen. Hoffentlich bleibt cs nicht bei den Worten. ($• 3*) Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Aufmerksamkeit richten. Berlin, 29. Jan. Die Magdeb. Ztg. schreibt: „Man erzählt, daß der König von Württemberg die Abgeordneten eingeladen und auf sie in dem Sinne gewirkt habe, um sie geneigt zu machen, daß sie die Gehälter für die auswärtigen Gesandtschaften, darunter den Gesandten in Paris, aud) fernerhin bewilligten. st l ; L ’W n kermann Jnd in der ^sen vor- die und Ge- ^laasse Kammer -löst ist -'schöpft. und ich w7rd- sehr kurz sein, denn wer noch nicht, weid ob er die Beschwerde für begründet oder unbegründet erachten soll, den , hnn man auch nimmer ausklärcn. Ich möchte Ihre Bücke statt zuruck nach lot- wart« richten. Nach meiner U-berzeugung bildet Die Kammer ein richtig«« B'ld de« Lande«, ter Riß, der durch die Kammer geht, geht durch« Land, die Gegen- sätze scheinen unau«gleichbar, die Trager der entgegenstehenden Pnnetpten sind un- versöhnlich, aber nicht nur schroff stehen die Parteien sich 8-e°nuber, sondern auch in einem numerischen Verhältnisse, welche« e« absolut unmogüch macht, daß ne Partei die andere bewältige; unter diesen Umstanden erscheint ein srtedüche« un einträchtige« Zusammengehen Hoffnung«!»«, und ich gewinne mehr und-mehrden Eindruck, daß es beinahe nicht mehr erwünscht fei. Unter düsen Umstanden ist cs gleichgiltig, wer aus diesem Stuhle sitzt; einer Meh:hut m partibus hat nocu kein Ministerium folgen können; lehnt sich aber das Ministerevm aus^dee eme oder andere Seite, so wird es stets die Hälfte des Landes gegen sich haben, es ist auch gleichgültig, wer auf dem Standpunkte der Regierung fleht, so lange tm Lande nur zwei Parteien bestehen, von denen jede ihr politisches Princip bis zum Extrem treibt. Einen Beweis über diese Lage gibt am besten die heutige 23 er» Handlung. „Helfen Sie ab, es kostet nur ein Wort,"'so hat^melr'verehrter Freund Ruland gesagt: „entziehen Sie dem Renstle den weltlichen Schutz. Und gesetzt, wir hätten es gethan, so ständen wir heute vor derselben Beschwerde von Seite der Gegenpartei. (Ruse link«: Sicher!) Incidit in ScyUam, qm vult vitare Charvbdim! Was folgt daraus? Können wir auf dem eingeschlagenin Wege sortiadren, bis das Blut des Volkes ganz vergiftet, bis das Land vollkommen erschövit ist? Von Vaterlandsliebe kann ich hiebei keine Spur finden, nennen Sie das Verfahren fortschrittlich oder patriotisch; es gibt nur einen RettungSweg, wie uns die Geschichte parlamentarischer Ereignisse zeigt, den der politisch verständigen, aufopferungsvollen Vaterlandsliebe. Der Conflict ist da, wir haben die Frage nicht ins Land geschafft, wir werden sie nicht hinausschlagen, sie braucht vielleicht ein Jahrhundert zu ihrer Lösung, aber das ist unsere Pflicht, sie auf gesetzlichem Wege zu lösen, sie soll friedlich ausgetragen, nicht ausgekämpft werden; der bloße Name „Mittelpartei" genügt nicht, zwischen den jetzigen Strömungen hat eine dritte Partei auch keinen Platz, aber Eines ist möglich: daß sich tm Lande noch eine politische Partei bilden würde, die sich die Aufgabe stellte, jede extreme For- derung zu bekämpfen, der Zeit Zeit zu lassen, welche an der Hand der Regierung versuchen würbe, den Conflict auf gesetzlichem Wege zu lösen. „Aber solche Gesetze nehmen wir von einer Regierung nicht an — sagte neulich eine Stimme — die ihre Hände bestickt hat vurch die Partei!" Meine Herren! Das ist em so schwerer Vorwurf, daß Sie mir es nicht verdenken werden, wenn ich versuche zu prüfen, wie rein die Hände sind, die uns diesen Vorwurf zuschleudern. Als vor einiger Zeit der bekannte Initiativantrag ins Haus gebracht wurde, machte man aus- merksam auf den Inhalt Der Rede des Grafen Bray bei Gelegenheit der Versailler Verträge, Der das politische Programm richtig fest gesetzt habe, und doch hat das nicht gehindert, daß ein Organ jener Partei ihm in den Mund legte: er habe die Verträge dort geschloffen in der Hoffnung, baß sie hier durchfallen wurden; bei den Berathungen gab man sich Mühe zu zeigen, man stehe einem Ministerium gegenüber, das mit Sack und Pack ins preußische Lager des Einheitsstaates übergehe; man glaubte hohe Bollwerke dagegen aufthürmen zu muffen, und heute wird von derselben Seite uns der Vorwurf der Verfaffungsverletzung gemacht. Das ist kein gleiches Maß, sondern Verdächtigung, bas dient der Partei. Aber dem „anathema sit“, das dem Gegner zugerusen wird, gegenüber haben wir einen deutschen Fluch: Fluch der Lüge! Und Lüge ist e« zu sagen: oa« Mtmsterium sei ein Feind der katholischen Kirche, wir seien die Repräsen,unten der AltkathoNken. Du« Gesetz gewährt jenen Schutz, und wir nach ihm; e« ist unwahr, wenn man von bayerischer Treue in Bauernversammlungen spricht, und die Räihe der Krone aufs plumpste verdächtigt, indem man behauptet, sie wollten das Volk preußisch oder protestantisch machen. Es ist hämisch, vom abnehmenden Glanze Der Krone zu sprechen und Den politischen Unfrieden so hoch zu treiben, daß Bayern in Den Einheitsstaat hineingejagt wird. Das geschieht von den Leuten, deren drittes Wort ist: Ausrechthaltung Der Selbstständigkeit Bayerns. Seit zwanzig Jahren arbeitet die Gesetzgebung wie mit Dampf, und die, welche Die Gesetze anwenven sollen, können sie kaum alle lesen, Das Volk weiß nichts von diesen Gesetzen, die Stabil'tät Der Verwaltung ist längst verloren gegangen, in " en mir 17 Minister des Innern, 9 deo Auswärtigen! Das sind Zuftändc, die einem orZTTZZZ werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch bei allen Post- Bestellungen auf den Wietzener Anzeiger Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. Abonnenten welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Februar und März zu 40 kr. Gießen, 1. Februar. Zu unseren Berichten über die jüngsten bayerischen Karnmerver Handlungen ist noch der Wortlaut der Schlubauß-rung des Adolph Noll. Dr. Mutz 2sl.,l)r.A. fl.,R. Hirsch- IrlftW sis HombM . . Münch 2 ! i Fron Sopbv. 130 fr-, F-W-1 ' U Plcilk' ,'GeilfusU 30 kr.. A 0 fr., D. M )0 kr ,5Mt 'hMtwUh 12 fr-, P E. Henn» > M- M stlinflspor § fr., Carl W $t0D1 ;n. Loos 24 kr, SÄ druck, daß das Deutsche Reich keineswegs eine Einheit nach Außen sei, sondern daß es aus widerstrebenden Elementen bestehe, welche man versuchen muffe, zu glücklicher Stunde wieder auseinander zu reißen. Ein württemdergischer, em bayerischer Gesandter erinnert die Franzosen an jene für sie so glückliche Zeit, wo sie die Kraft des deutschen Volkes niederwarfen, indem sie den Süden gegen den Norden hetzten. Darauf beruhte ja die Speculation der napoleonischen Politik im Jahre 1870, und es gibt in Frankreich keine Partei, welche diese Speculation deshalb aufgegeben hätte, weil sie in jenem Jahre mißglückte. Wie kann ein süddeutscher Fürst, seitdem es bekannt geworden ist, daß man noch vor wenigen Jahren zwischen Parts nv Wien wegen eines gemeinsamen OberhoheitörechteS Frankreichs und Oesterreichs über Süddeutschland verhandelte, einen Gesandten nach Paris schicken wollen? Wird dies nicht von dem unzurechnungsfähigen französischen Volke wie eine Aufforderung betrachtet werden, demnächst es noch einmal mit einem Kriege zur Erwerbung jener Oberhoheit zu versuchen? Den deutschen Einzelstaaten ist der Weg eröffnet, sich für eine lange Zeit innerhalb des deutschen Bundesstaates eine segensreiche Existenz zu bewahren. Wenn sie ihren Be- ruf darin erblicken, die Wohlfahrt und die Freiheit '.hrer Bürger zu befördern, so wird keine Centralgewalt mächtig genug sein, um sie umzustürzen. Wenn sie aber mit dem geschworenen Feinde des Deutschen Reiches, mit dem Ultramon- tanismus, sich verbinden, wenn sie Werth darauf legen, gesonderte Beziehungen mit dem Erbfeinde der deutschen Nation zu unterhalten, so wagen sie ein Spie!, welches in seinen Folgen höchst gefährlich sein kann." Berlin, 31. Januar. (Abgeordnetenhaus.) Abgeordneter Richter erklärt Namens der Commiffarien, die zum Cultusetar im Allgemeinen gestellten Anträge zurückzuziehen. Es folgt die Specialdlscussion des Etats. Abgeordneter Mallinckrodt tadelt die Beseitigung der katholischen Abtheilung des Cultusmini- steriums, wodurch die Parität verletzt sei. Der Minister Dr. Falk erklärt, er werde, gestärkt durch den sachgemäßen Rath des im Cultusministerium verbliebe- nen katholischen RatheS, der katholischen Kirche alle Freiheiten lassen, aber die Rechte des Staates schützen. Er könne aus seiner Thätigkeit im Justizministerium bezeugen, daß die katholische Abtheilung früher wie die Kirchenbehörde auf eigene Hand agitirt habe. Auf einige Äußerungen Winvthorst's entgegnet der Reichs- kanzler Fürst Bismarck: „Die Bildung des Centrums war ein schwerer Fehler. Dieselbe bedeutet die Mobilmachung der Partei gegen den Staat und die Auflösung des letzteren in confessionelle Kreise. Der wahre Geist und Zweck der Partei habe sich in den Wahlen und der Presse gezeigt." Der Reichskanzler schildert die schwere Enttäuschung, welche er in dieser Beziehung erfahren habe, und geht sodann zu den Gründen der Auflösung der katholischen Abtheilung über. Er habe dem König schon vor vier Jahren die Auflösung gerathen. Besser ein Nuntius, der offen seinen Auftrag erfüllt, als jene Abtheilung. Die katholische Presse trete solidarisch auf, man könnte sie eine franzosenfreundliche Rheinbundspresse nennen. Diese Solidarität reicht bis Genf und weiter ins Ausland. „Lassen wir theologische Streitigkeiten, welche ihre Nahrung aus der Hierarchie ziehen." Discussionsschluß. Nächste Sitzung morgen. Berlin, 31. Jan. Die „Corresp. Stern" meldet: Dem Bundesrath ging Seitens des Reichskanzlers der Gesetzentwurf zu, wonach zur Errichtung und Er- Haltung der Universität Straßburg pro 1872 200,000 Thaler aus der Landeshauptkasse von Elsaß-Lothringen verwendet werden sollen. München, 29. Januar. Die Sitzung und Abstimmung vom 27. d. zittert noch in allen Gemüthern nach. Wenn Graf Hegnenberg sagte: „Es ist in der letzten Zeit viel herübcrgeflucht worden von jenseits der Berge, ich antworte darauf mit einem deutschen Fluch, und dieser gilt der Lüge!" so ist das deutsch und bayerisch gesprochen, und für einen Wälschtyroler nicht einmal schwer cns Italienische zu übersetzen. »Fluch der Lüge!" Aus dem Munde eines Ministers und von der Tribüne seines Landtags herab gibt das kein geflügeltes Wort mehr, sondern eine Detonation, welche überall, wo es Katholiken und Uitramontane gibt, die Herzen erbeben machen wird. „Die vat'.canischen Decrete enthalten nichts neues" — Lüge! „Die Vereinigung der denkbarst absoluten Gesetzgebung^, Richter- und Executivgewalt in der Person des Papstes, ohne daß für seine Eni- scheivungen die Zustimmung der Kirche erforderlich wäre, das sei kirchliches Lehramt" — Lüge! „Und die Ausdehnung dieses Absolutismus vom Gebiet des Glaubens auf das Gebiet der Sitten berühre keine bürgerlichen und politischen Verhältnisse" — Lüge! Warum haben die Bischöfe, wenn sie nach dem Concil der Wahrheit kein Zeugniß mehr geben wollten, nicht wenigstens die Lüge auf sich beruhen lassen? Wer hat sie gezwungen, ihre Unterhirten in einen Landsturm zu verwandeln? Die schöne Zeit der Ruhe wird schwer vermißt und Herr^v.Lutz versicherte, selbst in den ministeriellen Schooß werde so mancher klerikale Schmerz ausgeschüttet. Als sich einige erkühnten, em abweisendes „Oho!" auszustoßen, da wurde die Stimme des Ministers um einen bedeutungsvollen Halbton höher und mit dem Finger auf den Boden deutend, rief er: „Das ist wahr, bis in diesen Saal herein!" Augenblickliches eiskaltes Schweigen conftatirte den Vollzug einer moralischen Douche. — Wir werden noch lange zu zehren haben an den Vorkommnissen, Eindrücken und Folgen „jener" Sitzung! Außer dem Staatsanwalt Müller, der seinen eingegypsten Fuß auf einem ^>tuhl liegen hatte, saß auch der schwerkranke Domherr Neumayer von Regensburg, mit bleichem Antlitz und verbundenen Gliedern unweit der Thüre des Lesezimmers. Die beiden Patienten hätten sich wohl schonen können, denn ihr Ja und Nein hob sich gegenseitig auf. Aber wer wird bei so unsicherem Auögang Zurückbleiben wollen? Es ist etwas schönes um den patriotischen Eifer, aber es ist nichts schönes um Verhältnisse, die eine derartige Anspannung desselben nothwendig machen. Würzburg, 29. Jan. In der Nacht vom 25. zum 26. Jan. fanden hier Excesse der traurigsten Art von Seiten der Polizei gegen Studirenve hiesiger Hoch- schule statt, so beklagenöwerth, wie sie in deutschen Universitätsstädten wohl selten vorgekommen sein dürften. Eine Truppe von harmlos nach Hause gehender Studenten wurde plötzlich ohne jede begründete Veranlassung von einer Abtheilung Polizei angegriffen und die nicht einmal mit Stöcken Bewaffneten nach kurzem Wortwechsel sofort mit blanker, scharfer Waffe tractirt. So weit ging die Bar- barei der Sicherheitsdiener, daß sie selbst auf einen in Folge seiner schweren Verwundung am Boden Liegenden erbarmungslos einhieben. Doch war dies nicht der einzige Fall polizeilicher Rohheit. Wie auf Verabredung kamen ähnliche Excesse mit gleichem Ausgang in fast allen Stadttheilen vor, ja, man kann sagen, daß in jener Nacht von Seite der Polizei Razzia auf sämmtliche Studenten ge- macht wurde. Jeder Beurtheilung aber entzieht sich die Behandlung der verhaftet auf die Polizei geschleppten, zum größten Theil nicht unbedeutend verwundeten Studenten. Von einer Behandlung, die an Rohheit ihres Gleichen sucht, will ich nur erwähnen, daß zwei schwer Verwundeten, von denen der eine einen tiefen Säbelhieb über den Kopf, der andere fünf Wunden am Arm und Rücken, darunter drei schwere, hatte, volle zwei Stunden vergeblich um ärztliche Hülfe baten. Das Resultat der Excesse war: 12 verwundete Studirenve, von denen zwei lebensgefährlich, fast hoffnungslos im Spital darniederliegen, auf Seiten der Polizei nicht ein Verwundeter. Wir sind weit entfernt, nächtliche Excesse be* trunkener Studenten zu billigen, wollen selbst gern glauben, daß die Polizei durch mannigfache Vorfälle derart seit langer Zeit gereizt gewesen fei; aber wir über* taffen es dem Publikum, die Thatsache zu beurteilen , daß die zwei Tage vor dem Vorfälle noch nicht geschliffenen Waffen der Polizeimannschaft für jene Nacht scharf gemacht wurden. Es wird lebhaft bedauert, daß die Bildung eines Studentenausschusses, des einzigen gesetzmäßigen Vertretungsorgans oer ganzen Studentenschaft, von Seite des Senats in diesem Semester ohne jeden Grund bisher verweigert worden und somit der Studentenschaft von vorneherein die Möglichkeit benommen ist, in Fällen der erzählten Art auf gesetzmäßigem Wege selbsthandelnd vorzugehen. (gr. Ztg.) England. London, 1. Febr. Die Morgenzeitungen besprechen den Stand der Alabamafrage und erklären sämmtlich, daß ein vollständiges Einverstandniß über die Tragweite des Washingtoner Vertrages nothwendig fei, bevor das Genfer Schiedsgericht seine Arbeiten beginnen könne. Die„T!weS" sagt, daß England von dem Vertrage zurücktreten müsse, wenn Amerika auf dem Versuche beharre, die Ten- venzen des Vertrages zu verdrehen. „Daily Telegraph" erklärt, daß die gefunden Elemente des Vertrages nicht unbesonnen abzuwei,cn seien, aber es müsse energisch protestirt werden gegen Forderungen, welche die englischen Unterhändler bei dem Abschluß des Vertrages nicht gelang hätten. Rußland. Petersburg, l.Febr. Ein kaiserl. Dekret ernennt den bisherigen General* consul in Bukarest, Baron Offenbach, zum außerordentlichen Gesandten in Washington. Der von dort abberufene Katakazy wird dem Minister des Auswärtigen attachirt. Asien. Aus Teheran begibt sich eine glänzende Gesandtschaft, mit dem Obercom- Mandanten der Armee an der Spitze, nach Berlin, um im Auftrage des Schah Kaiser Wilhelm zur kaiserlichen Würde zu beglückwünschen und demselben Geschenke des Schah zu überbringen. Local-Notizen. Gießen, 2. Febr. Heute Nacht mit dem Eourierzuz kam ein unheimlicher Paffagier hier an. (Sin nobel aussehender Reisender erschoß sich zwischen Vilbel und Friedberg in einem Eoupe 1. Klasse. Der Selbstmörder ist ungefähr 28—30 Jahr alt und hat rothbraune Haare. Der Schuß traf unmittelbar das Herz und ist mit einer neuen Doppelpistole ausgeführt. Es ist dies jedenfalls wieder ein unglückliches Opfer der Spielwuth. An baarem Gelde hatte der Mann 1 st. und etliche Kreuzer, dagegen von Legitimationspapieren keine Spur außer einer leeren Brieftasche. (Eingesandt.) Schon öfters sind Briefe unter der Adresse: .An die Direction dec Spar- und Leihkaffe in L......s bei der Post-Trpedition dorten ctngelaufen, sind aber jedeSmal von dem Post-Er- pedienten D... mit dem Vermerk: „Adresseunbekannt" zurückgesandt worden. — (Ss fragt sich nun, ist es Bestimmung, daß solche adressirte Briefe nicht abgegeben werden dürfen, oder hat die Laune deS Herrn Psst-Grpedienten hierin freien Spielraum. — Daß derselbe die Adresse für nnr bekannt bezeichnet, während doch die Kaffe schon bereits zehn Jahre besteht, er auch außerdem wöchentlich mehrere Briefe mit der speciellen Bezeichnung deS Direktors der Kaffe abgibt , gibt hinlänglich den Beweis, daß es entweder dem Herrn Post-Grpedienten an dem Einen oder dem Anderen fehlt. waS nach Einsenders Dafürhalten einem Postbeamten nicht fehlen dürfte und könnte es durchaus nichts schaben, wenn dem Herrn D. seiner Willkür höheren OrtS em Ziel gesetzt würde, damit daS Publikum nicht durch solche Plakereten in feinen Interessen geschädigt weroe. ___ Literarisches. Der sicherste Wegweiser auf der sorgen- und dornenvollen Bahn durch den buntscheckigen Flor des deutschen Papiergeldes ist : Hohmann s Wegweiser ans dem Gebiete des Geldwesens, Notizblatt für Papiergeld, Münzen rc. Verlag von A. Hohmann in Plauen. Bestellungen darauf nehmen alle Buchhandlungen und Postanstalten und der Verleger an. Preis pro Jahrgang von 5 Ngr. Bei Zusendung durch die Post etwas mehr. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 1. Februar. Das Fahrwasser der Hausse, in welchem sich die Speculation seit gestern mit erneutem Behagen bewegt, floß heute zwar weniger rasch, aber e5 floß eben doch und einige kleine Versuche, dasselbe etwas eiuzudämmen. blieben total erfolglos. Denn daß Staatsbahnen heute etwas flauer waren, ist nur dem Umstand ; izuschreiben, daß die Einnahmen der Vorwoche ein Minus von 28,000 fl. aufweiscn. Bei Creditactien fehlte der Antrieb von Außen, weßwegen das Geschäft hierin weniger lebhaft, aber doch fest war, so daß der EourS sich auf 359 behauptete. Lombarden, die gestern Abend eine weichende Tendenz einzuschlazen schienen, sind heute wieder fest bei 229 3/<- Bei Bankactien dagegen wußte die haussirende Richtung entschieden durchzudringen und den EourS auf 900 zu treiben. Silberrente lebhaft im Verkehr und mit 643,16 notirt. Am gesuchtesten und theilweise bedeutend höher bezahlt waren Bahnpapiere, besonders alte und junge österreichische, von denen wie gestern Buschterader die grüßte CourSsteigerung aufweisen, da sie heute mit 238 sgesteru 234] bezahlt wurden. Ihnen zunächst waren ungarisch-galizische am stärksten im Verkehr, diese sind seit der Nachricht, daß die Zwistigkeit zwischen den Gründern und dec Bauleitung geschlichtet sind, sehr beliebt und erhöhten ihren EourS in kurzer Zeit uni mehrere ©alben. Ferner wurden in Posten umgesetzt Elisabeth bei 2591,2, Donau-Drau, Nordwest, Böhmen, Siebenbürger, Franz-Joseph. Von deutschen Bahnen Oberheffen mit 89 bezahlt, da die Anschlüsse nach Bayern wie nach Meiningen hin gesichert sind und die Concurrenz wegen Gchauung derselben eine lebhafte ist; bayerische Ostbahn und pfälzische Gattungen preishaltend. Bei der dominirenden Position des Bankgeschäfts spielten Banken beute nur eine untergeordnete Rolle. Am gesuchtesten davon war Frankfurter Wechslerbank, die ihren Cours auf 111 Vz erhöhte. Deutsche Vereinsbank und Oesterreichisch-dentsche gleichfalls in Frage. Prioritäten in lebhaftem Umsatz, besonders wieder Elbthal, sodann Saalbahn [911/1] und junge Staatsbahn, wie auch neue Lombarden. — Von Anlagepapieren ging heute in norddeutscher Bundesanleihe etwas um, ebenso in hessischen Papieren. Pfandbriefe kür Privatbedarf fortwährend in Frage, namentlich russische und preußische B den- und Eentral-Boden-Credit. Das Looö- geschäft war heute mit Ausnahme von Raab-Grazer, die bis 90 bezahlt wurden, etwas weniger lebhaft, obwohl fest. Kleinere Loose haben in den letzten Tagen alle ihren Cours erhöht. Nächster Tage kommt ein neues Quantum abgestempelter venetianischer Loose an den Markt und zwar durch die bayerische Handelsbank. Wiener W-chsel besser bezahlt, auch Paris gut. Von amerikanischen Papieren alte Missouri beliebt bei 83%, ebenso Buffalo 77%—78. Am Schluß der Börse Lombarden inalter, 22-1V2, ebenso Staatsbahn 422>/8. Oberhessen 89 k. 3. 971/z 4% k. 31/1% „ 92 lOOV« Bayer. 5<% m. Geldeorten. 1864r 152 Temperatur in Gießen, Januar 1872: H8V4 925/8 925/8 1031/8 Braunschweiger 21 Stadt Florenz 85 3. 3. 8. 3. Augsburg Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto Disoonto 1. 3. 4O/o BörsennachrlchtcD. 1. Februar 1872. n General, en in Wa- -uSlvärtigeu Wechsel. Amsterdam k. 8. 99% k. 8. 993/4 k. 3. 105 k. 3. 955/s k. 3. 93% k. 3. 87% k. 3. 1047/8 niederste ................ mittlere................. Mittel früherer Jahre............ höchste................. Niederschlag: an 12 Tagen.......... „ im Mittel früherer Jahre: an 17 Tagen . . „ 41/3 0/0 1jährige 100 n 40/g 1jährige 95% Würtemb. 41/3% Obi. 99% Baden 4%o/g Obi. c. E. L. 993/4 Oesterr. Silberrente 64 „ Papierrente 553/4 Amerik. Bonds 1881 r 102 „ n 1882r 963/s , » 1885r 971/4 n n 1887r 98% Spanier, neuest. 3% 31% Aetien. 5% Östr. F. St. E. B. 424 Lombard. Bahn 229% Ludwigsh.-Beibaoh 200 Maxbahn 153 Bayer. Ostbahn 156 Rhein-Nahebahn-Aot. — Hess. Ludwigsb.-Act. 196 ' der Alg. *6 über die cr Schied-, d von dev ' die Ten. e gesunden V energisch er bei dem Aetiem. Frankf. Bank 140% Frankf. Vereins-Kasse 133 , Dannst. Bankact. 490 Wien Bankactien 899 Galizien 2783/4 , Oest. Creditact. 359% Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhesslsche Eisenbahn, sowie sammtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt. Pr. Friedrdor 9 57%—58% Pistolen . . 9 40—42 „ doppelte 9 40—42 Holl. fl. 10 St. 9 53—55 Ducaten . . 5 31—33 20 Frankenst. 9 18%—19% Engi. Sover. 11 46 —48 Russ. Imper. 9 40—42 Dollar in Gold 2 24—25 — 6,0» R. + 0,87 „ — 0,84 „ + 7,5 „ 1,24 Par. Zoll. 1,71 „ Von Frankfurt a. M. direct mit jeder Post befördere ich, die meiner Annoncen-Expedition zur Vermittlung aufgegebenen Inserate, ohne Anrechnung von Provision oder Porto, zu den Original-Zeitungspreisen an die, für die verschiedenen Zwecke bestgeeigneten Zeitungen des In- und Auslandes. Meine Provision beziehe ich als officieller Agent von den betreffenden Zeitungen. Rudolph Rosse, Annoncen-Expedition 45 Zeil, Ircuckfurt a. W. Zeil 45. Berlin, Wien, Nürnberg, München, Hamburg. Alleinige Inseraten - Pacht: „Fliegende Blätter", „Kladderadatsch", „Figaro." Preuss. 4%% Oblig. 103 % Frankf. 3%% Obi. 88% Nass. 4% Po Obi. 99% Kurhess. 4% „ 93% Gr. Hess, 5% Obi. 102% . 'in« 'M« Hi,,, b"1? 6" de. ! “■'t über. Tag- bor Nach, ine« St„, dsihandklad Prioritäten. 3O/o oster. Stsb.-Prior. 60% 3°/0 öst. s. Lombard 85% |3% Livomeser 39 5O/o Toscaner 61% 50/0 Elisabeth.-Prior. 85 do. II. Emiss. 81% Anlehensloo»e. Kurh. 40 Thlr. Loose 69% Nassau 25 fl. 483/4 40/g bayr. Präm.-Ani. 117 Ansbacher 7 fl. 13% 40/g badische Loose 115 Badische fl. 35 Loose 72 3% Oldenburg, ä 40Thlr. 40 Oestr. fl. 250 v. 1854 86 1858r Prioritätsloose 195 1860r Loose 94 1 Ctain» bn Schaj selben Gr« irr Paffazi« trg in einem raune Haare, ährt. Es iß le der Mana einet letten nb Leibkaffe m Posier: « stützt sich i aber hat die ! reffe für mv i ch auperbem ü'dtzfdt, B | nen ober ba en dürste unb Orts em N ' sen geschafft len Lahn ^ohmann's piergelb, nen barauf ; pro Jahr- h bie Sve"- aber C siglos. De°° daß vir lt der Anstttd ,zß der Eourl k^juschlastll firenbe W iaft im waren D-A r die inen die 3* rhöhtench«« Q^abetb W feg fr* j ff, ”, d ivenigrr I, 64'«' Allgemeiner Anzeiger und 491) werden aus Fttlgeboteneö Veri 2 Nutz Holz : 151 7 0 l in i Mittwoch den 14 und Donnerstag J den 13 Februar r Waagen, Bernerwägelchen, Pflüge, Eg- I gen, Ketten, Pfuhlpumpe, Pfuhlfaß, 3 36 Eichen- Nadel- Aspen- Dornen 478) M täglich frisch, bei 2 Laste Allerleiholz; II. Bau-, Werk- und 18 Meter Scheit, 7 Mieter Knüppel 142 Meter Reiser; II. aus District Gerbersheide: 146 Meter gemischte Reiser. Krofdorf, den 1. Februar 1872. Lüste Allerleiholz, Eichen - Baustämme von 10 bis 52 (Zentimeter Durchmesser und 11 Meter Länge 13,43 Cubikmeter enthaltend, Nadel-Baustämme, 0,43 Cubikmeter enthaltend, Buchenstangen, 10,16 Cubikmeter enthaltend, Nadelstangen, 0,57 Cubikmeter enthaltend. 430) Valencia-Apfelsinen in süßer Frucht, frische Mef- fina - Citronen, Prinzeß- manDeln und Malaga-Tafelrosinen in neuen Sendungen empfehlen I. A. Busch Söhne. 4929) Saamen- und Leinkuchen, Kornkleie, Waizenschalen und Futtermehl bei I. M- Schulhof. Holzverkauf. Dienstag den 6. d. Mts-, um 2 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause Holzverkauf. Mittwoch den 7. d. Mts-, um 2 Uhr, aus dem Kinzenbacher Gemeinde 481) Thee, Chocolade, Cacoigne und Rettig- bonbons, Stearin- und Chaifenlichter empfiehlt PH. Schlatter. Besondere Bekanntmachung. 503) Die Holzversteigerung in der Vberförsterei Schiffenberg vom 30. v. Mts. ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 6. L Mts. an bei Großh. Rentamte Gießen erhoben werden. Als Termin für Ueberlieserung des Holzes, sowie als erster Abfuhrtag ist Montag der 12. l. Mts. bestimmt Gießen, den 1. Februar 1872. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Georgi. 1 ! 2 10 11 r 33 2 6 39 1 0,80 2,50 16,40 0,10 1,00 Versteigerungen. Holzverfteigerung im Gießener Stadtwalde. 452) Montag den 5. Februar 1872, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Diftric- ten Ameisenkopf, Strangswiese und Bruderwinter, nachoerzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: Branntweinfässer, Vichwaage, Ringelwalze, Heuwender, Pferderecken, Futtersteine, Häckselmaschinen, Haus- und Küchengeräthe, Betten u. s. w. Eine größere Parthie Frucht: Waizen, Korn, Gerste, Hafer, Erbsen und Kartoffeln. Anfang der Versteigerung jeden genannten Tag, Morgens 9 Uhr. Die Versteigerung findet nur einmal statt und sämmt- liches tobte und lebende Inventar, sowie Frucht, wird gegen achtmonatlichen Credit bei genügender Bürgschaft versteigert; jedoch bei Baarzahlung 2% pCt. Rabatt. I. aus Distrikt Eselspfad an Eichenholz: 56 Stämme Bau- und Geschirrholz = ‘ 26,45 Meter, Zproceutige Evansville-City-Bonds, jeder Hinsicht solid und sicher, sind zu 81 pCt. erhältlich, während Zpioccntige Ciiicago-Cily-Bonds 87 pCt., und Zpioccnlige New-Tork-City gar 98 pCt. notiren. Man kaufe daher Zproccntige Evaiisvillc-Bonds, die nut der Zeit sicher auf 100 gehen werden. Der Anfang ist im Heegkopf. Reiskirchen, am 29. Januar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Reiskirchen. Jünger. Jaqdverpachtung. 252) Die am 11. Februar d. I. leihfällig werdende Wald- und Feldjagd in der Gemarkung Mainzlar soll Donnerstag den 15. Februar d. I., Nachmittags um 1 Uhr, auf hiesigem Rathhause auf 6 Jahre ander- weit verpachtet werden. Mainzlar, am 16. Januar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Mainzlar. Vogel. Holzverfteigerung. 450) Montag den 5. Februar l. I., von Vormittags 10 Uhr an, sollen im Reiskirchener Gemeindewalde, Di- striet Buchwald, nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden, als: 172,4 R.-Meter Buchen- u. Eichen-Scheidh., 56 „ „ „ „ Prügelh., 74 „ „ „ „ Stockh., 3175 Wellen Buchen-, Eichen- u. Nadel- Reisholz, dem Gemeindewalde von Krofdorf-Gleiberg aus District I. Eichwald, an Eichenholz: 20 Stämme - 21,15 Festmeter Bauholz, 15 R.-Meter Derb-, 28 R.-Meter Stock- und 60 R.-Meter Reiser; II. Wetterberg, an Nadelholz: 256 R.-Meter Stangen-Reiser; III Haide, an Nadelholz: 43 Stämme = 15,95 Festmeter, 66 Stangen, 86 R.-Meter Reiser, Knüppel und Stöcke versteigert werden. Krofdorf, den 1. Februar 1872. Der Bürgermeister: (So Ino t. 21 Eichen-Stämme mit 5,68 Cub.-Meter, 203 Nadel- „ „ 74,29 42 Eichen-Stangen „ 2,46 „ 760 Nadel- „ „ 79,33 Die Zusammenkunft ist auf der Strangs- roiese. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juni 1872 gestattet. Die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 30. Januar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Versteigerungs-Anzeige. 459) Auf Hof Eisenbach, % Stunde von der Bahnstation Lauterbach (Oberhessen), kommt vom 12. Februar 1872 an nachfolgendes todte und lebende Oeconomie-Jnoen- tar zur Versteigerung: Montag den 12. nnd Dienstag den 13. Februar: 11 Pferde, 34 Ochsen, 47 Kühe, Stiere, Rinder, Kälber, 1 zweijähriger Berner Fasse!, 12 trächtige Mutterschweine, 1 engl. Eber, 2 Herbstläufer, 25 Hühner, sowie sämmtlicheS Pferd- und Ochsen- gesckirr; Pcrrücken, Lockentourcn rc. zum leihen bei Georg Petri, Neuenweg. I I. Brennholz: R.-Meter Nadel-Scheidholz, „ Aspen- „ Buchen-Prügelholz, „ Eichen- „ „ Nadel- „ Buchen-Stockholz, „ Eichen- „ Nadel- „ „ Aspen- 1 „ Buchen-Reisholz, 490) werden walde auf dem Rathhause in Kinzenbach verkauft: Geschäfts-Verkauf. ___________________-___: 492) Verhältnisse veranlassen mich, meine । -c Leihbibliothek Verkaufs-, den Laden da- 1 ky , I mit leibweise abzugeben. — Lusttragende H. E. JugHardt, j wollen sich mit mir benehmen. Marktplatz. | H. Hoffmann, Buchbinder. Der Bürgermeister: Colnot. 499) Mittwoch den 14. Februar l. I., Vormittags 10 Uhr, werden dahier 60 R.-Meter Buchen-Scheid- holz, I. Classe, zur Lieferung öffentlich versteigert. Marienschloß, den 31. Januar 1872. Großherzogliche Landeszuchthaus-Direction. Scriba. 428) Handdresch- und Häckselmaschinen rc., Krippen und Tröge von Lung- stein bei Emil Pistor. 504) Ein neuer Pelzrock zu verkaufen bei Meyer Rothenberger, Neuenweg B. 193. 436) Feinstes Trauben- Gel^e ist wieder eingetroffen. I. A. Busch Söhne. 470) Ein noch wenig gebrauchter Küchen- fchrank mit Glasaufsatz ist billig abzugeben. Lindenplatz A. 244. 473) Eine Eisensäule, 13% Fuß lang, sowie 3 Werkstattfenster, sind billig zu verkaufen W. Hilgardt's Wittwe. ^476) Frische Cgmonter Schellfische und Cabliauen treffen heute ein. I. A. Busch Söhne. gs >ei hl rn Qt :in rui rOt »el un n im d tei ml Ut ifd ito ed bd 'N 1 M. (442.) ■ 'S SSZKdensmrstchemngsdMk f. DcuM-nd in G°ih». :MMi 4897) r s» Lochmann, Postdirector. miethen. M."' Redaction, Druck und Vertag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. w1 w 348) Ein Gymnasiast oder Realschüler kann in einer Beamten-Familie von künftigen Ostern an Kost und Logis und zugleich auch, wenn es gewünscht wird, Nach- hilse in allen Lehrgegenständen erhalten. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 442) Ein Mädchen, welches der Küche! selbstständig vorstehen kann, wird gegen; einen Lohn von 46 bis 50 Thlrn. auf sogleich in eine Restauration gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 496) Ein Dienstmädchen, welches kochen und alle häuslichen Arbeiten verrichten kann, in Wollen- und Baumwollen-Waaren in Gießen abhalten werde, worauf die sehr geehrten Damen jetzig 49) In meinem neu erbauten Hause, Wilhelmsstraße, sind der Parterre-Stock, zweiter Stock und eine Mansarde zu ver- miethen- 0r. Weichel. | 495) Ein reinliches Dienstmädchen gesucht in der Restauration W. Hofmann. . Eintritt sogleich. ________ Telegraphische Depesche ! 501) Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich Mitte Februar einen Specialität für FuUerschneid - Maschinen «K. 4000 Stück Stkhrndc Grschäftsanzeigen, die sich den Geschäftssirmen aller; Branchen, Patentinhabern, Aerzten, Lehrern, Agenten, Importeuren rc. als äußerst nützlich, ja unentbehrlich erwiesen haben, in den gelesensten Journalen des In- und Auslandes unter den günstigsten Bedingungen zur Insertion zu bringen, erbietet sich die mit dem Vertrauen der Geschäftswelt im reichsten Maaße beehrte Anuoncen-Expeditioü von G. L. Daube & Lomp. in Frankfurt a. M., München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Stuttgart, Hamburg, Brüssel und Bem. Complete Zeitungö - Cataloge gratis und franco schon aufmerksam mache. Hochachtungsvoll L. Isaak, aus Darmstadt. 488') Lit. E. Nr. 78 ist eine Wohnung, wird vom 25. März ab gesucht, bestehend aus zwei Zimmern und -wetCa- Pnrhmnnn. 93o bineten, zu vermielhen und den 1. Marzi zu beziehen. Ebendaselbst im zweiten Stock ein möblirtes Zimmer mit Eabinet zu ver- Vermiethungen. 483) Zwei kleine möblirte Zimmer mit Kost zu vermiethen in Lit. A. Nr. 258. Frau Heck- Verlag von Adolph Refelshöfer in Leipzig. Ans allen Welttheilen. Jllustrirte Monatshefte für Länder- und Völkerkunde und verwandte Fächer. Nedigirt von Dr. Otto Delitsch. Preis jedes Monatsheftes : 7'/r Sgr.; auch einzeln zu haben. Inhalt des Januar-Heftes 1872: Am Brahmüputr, von O. Flex. Der Wasgenwald, von O. Delitsch. Rerse- briefe aus Brasilien, von C. M. Der Lavezstein, von C. Kind. Algerien nut Bezug auf die europäische Einwanderung. Mexikanische Bilder, von K. Löffler. Neckarfahrt von Heidelberg bis Heilbronn, von H. Zimmermann. Bergtouren m Mitten tauen, von H. Semper. Reiseskizzen, von O. Delitsch. 3. Luxemburg. Aus Australien, von — th. Eine Schlittenfahrt im hohen Norden, nach R. Andree. 32 Miscellen. Neue Bücher und Karten rc. Mit 9 Illustrationen. Diese Monatsschrift, reich ausgestattet mit vortrefflichen Holzschnitten und Karten, bringt in allgemein verständlicher ansprechender und unterhaltender Form, interessante, mannigfaltige und gediegene Schilderungen aus allen Theilen der Welt, von den tüchtigsten Verfassern und bestrebt sich, hierdurch geographisches Wissen, das für jeden Gebildeten heutzutage unentbehrlich ist, in den weitesten Kreisen zu verbreiten und zu fördern. Illustrirte Prospekte gratrS. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postämter des In- und Auslandes. Laute Anfrage an die Herren Bäckermeister in Giesten. 494) Warum kann die Commisbäckerei in der K a tz e n st e i n'fchen Besitzung ein oii5flc$cid)itctc6l Schwarzbrod von 4 Psnnd für 18 fr. liefern? Antwort gef. erbeten. Vermischte Anzeigen. 486) Ein bejahrtes Mädchen, welches im Kochen, sowie in allen häuslichen Arbeiten erfahren ist, sucht Stelle in einer stillen Haushaltung. Zu erfragen bei PH. Müller, Dienstmann. _______________ Bekanntmachung. 472) Einem verehrlichen Publikum hierdurch die Nachricht, daß der größere Theil der hiesigen Detail-Handlungen übereingekommen ist, mit dem 1 Februar d. I. das neue Gewicht einzufuhrcn. Es kommen dadurch Loth? Achtel- und Viertel-Pfunde außer Gebrauch und wird nur nach Grammen, Zehntel- und Fünftel-Pfund verkauft 451) Diese Anstalt hat sich im Jahre 1871 in aller Hinsicht sehr günstiger G-- war so groß, wie nächst dem Jahre 1869 in keinem anderen Geschäftsjahre seit dem Bestehen der Bank Indem, der eb ou 2957 Personen mit 6,450400 Thlr. Versicherungssumme belief, stieg, bei mäßigem Abgang der Versicherungsbestand bis zum Jahresschluß auf 38,100 Personen nut 72,200,000 Thlr ^^^^^seinnahme an Prämien und Zinsen von 3,350000 Thlrn. waren nur 1,535000 Thlr. für 900 gestorbene Versicherte zu vergüten , — ein Betrag, der wesentlich unter der rechnungsmäßigen Erwartung steht und abermaligen reichen iipherfdiuh rur Vertbeilung unter die Versicherten erwarten laßt. ’ , , Der Fonds erfuhr einen Zuwachs von fast einer Million Thaler und erhob sich auf mehr als 18 Millionen Thaler. In diesem und den nächsten vier Jahren kommen davon Drei und eine halbe Million Thaler einer Ueberschuß an die Versicherten zur Verkeilung, was für dieselben rm ( sowie das Neueste in Masken, Cotillon - Orden und Ball '■ Handschuhe, empfiehlt PH- Schlatter Jahre 1872 eine Dividende von 37 Prozent $ Durch eine neue Einrichtung in der Prämienzahlung wird der Zutritt zur Bank ^es^nt^rsicherungem bei dieser ältesten und größten Lebensversicherungsanstalt Deutschlands, welche mit dem Vorzüge unbezweifelter Sicherheit den Vortheil ungemeiner Billigkeit der Versicherungskosten verbindet, werden durch unterzeichnete Agenten vermittelt in Ließen durch Buchhändler A. 9Mcr. Büdingen „ Ortseinnehmer LouiS Hohler. Lich „ Lehrer H. K. Walz. Marburg „ Oscar Ehrhardt. Annoncen - Bureau von Tb. Dietrich Comp. in Cassel. Porta- u. spesenfreie Besorgung von Inseraten in sämmtliche Zeitungen des In- und Auslandes zu Öriginal-Zeituug-spreisen. $ (Zeilungsverzeichniss auf Verlangen gratis und franco.) _ Bei grösseren Aufträgen angemessenen Rabatt. 422) Wiederverkäufern, Gastwirthen, Besitzern von Jn- stituten Pensionaten, Kur- und Heilanstalten empfehle ich: Prstc neue Prünkstcu >- -->->> Ottantitöt ,» d-» W-g, ,d||vl|<,v in Bamberg. 3001# Für die . Vaterländische Feuer - Versicherungs - Actren- Gesellfchaft ju Elberfeld ermittelt der Unterzeichnete Versicherungen gegen Feuers- und Explosionsgefahr billigen und festen Prämien. F- H0ffnn ö ^irma: Earl Hoffmann. 471) Ein geräumiges Parterre-Zimmer, mit oder ohne Möbel, ist auf sofort zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 502) Ein möblirtes Zimmer, .mit oder ohne Eabinet, ist zu vermiethen m Lrt- A- Nr. 137.___________________________________ 500) Ein kleines Familienlogis im Vorderhause an eine stille Familie zu vermiethen und Mitte April zu beziehen. H. Kühn Wrttwe. 498) Gesucht: Ein bald beziehbares Logis von 4 — 5 Zimmern. Schriftliche Offerten beliebe man an die Exped. d. Bl- gelangen zu lassen.___ 489) Nr. 212 hat die goldene Uhr gewonnen. Erdmann, Polizeidiener. 41 werden jährlich von mir abgesetzt, wodurch billigste Preise ermöglicht 41 und Garantie für beste Construction gegeben ift