0 wr. rie ihrer len werden an erfolgt nalbetrages erwähnten ^rgängiger I von Pfand- PretS vterteljährtg 1 fl. 12 fr. «tt Bringerlohn. Durch di« Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Aufnahme Sonntags. Expedition: Canzletberg, Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Mr. 257, Freitag M 1. November 1672. Amtl icher T heil. m . „ . .... m , ließen am 26. Sctober 1872. Betreffend: Unterricht für Bauhandwerker. Das G r s y h e r r s g l i ch e K r e i s a m l G i e tz e n an die Gro^herxoglichen Bürgermeistereien des Kreises. T r Sie wollen dafür besorgt sein, daß die nachstehende Bekanntmachung zur Kenntniß derjenigen in Ihren Gemeinden befindlichen Bauhandwerker ae- langt, bezüglich welcher angenommen werden kann, daß sie die fragliche Schule besuchen werden. In Verhinderung des Kreisraths: S p a m e r, Kreisassessor. Winterbaufchule des Localgewerbvereins in Darmstadt. . 5®C3in“ des Unterrichts am l. ©ecem6et L Js. Dauer 3 Monate. Unterrichtszeit täglich von 8-12 und 1 5 Uhr. mit Ausnahme der Sonntaae und Samstag-Nachmittage. — Unterrichtsfächer: Bauzeichnen, Freihandzeichnen, darstellende Geometrie, Bauconstructionslehre, Rechnen, Geometrie Anfcrtiauna von Bauvoranschlägen, Materialienkunde, gewerbliche Buchführung und Mechanik. ' 1 » » Das Schulgeld beträgt im Ganzen 18 fl. und wird bei Beginn des Curses vorausbezahlt. Anmeldungen wolle man baldigst an das Bureau des Landesgewerbvereins, Rheinstraße Nr. 14 m Darmstadt", richten. 9 benen Pfand- irvefond.“ ndbrlef die mber i872 den, ** ’fb Betreffend: Die Wiener Weltausstellung im Jahre 1873. Gießen, am 31. October 1872. Das Großherzo gliche Kreis amt Gießen an die GroßherzagUchen Bürgermeijlereien des Kreises. den Lcmdwirthen Ihrer Gemeinden mög- Wiener Weltausstellurix! im Jahre 1873 Die Großh. Centralstelle für die Landwirthfchaft beabsichtigt bei der Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 eine Collectivausstelluna der land- wirthschaftlichen Producte des Großherzogthums zu veranstalten und soll hierbei jeder Kreis mit seinen landwirthschaftlichen Producten möglichst vollständig vertreten sein; jedoch sollen hierbei nur diejenigen Erzeugnisse berücksichtigt werden, deren Production von einiger Erheblichkeit ist, außerdem aber solche welche erst neu eingeführt sind unb weiterer Verbreitung würdig erachtet werden. Ausgeschlossen sind alle Gegenstände, welche den, Verderb ausgesetzt sind woaeaen insbesondere sämmtliche Körnerfrüchte des Kreises vertreten sein sollten. 1 ' a Innerhalb der Gesammtansstellung werden die einzelnen Aussteller besonders benannt und gelten als die eigentlichen Aussteller. Kosten irgend welcker Art erwachsen für die Letzteren nicht. ö ' U-ber die Art und Weise der Ausstellung sind Vorschriften ertheilt, von welchen Diejenigen, welche für den hiesigen Kreis und zur «eit noch Interesse haben, hier auszugsweise mitgethellt werden und welche wir zu beachten bitten. ° ’* Ausstellungsgegenstände werden vorzugsweise sein: 1) Getreide, in den verschiedenen im Kreise vertretenen Arten. (Korn, Waizen, Gerste, Hafer.) Hiervon die Körner wohlgereinigt, reichlich ic 3 Liter in leinenen, gut gebundenen Säckchen, oder starker Papierverpackung. v 2) Hülsenfrüchte des Feldbaues, insbes. also Erb,en, Linsen, Sommerwicken, Feldbohnen, in den verschiedenen Arten Hiervon a) die Körner wie bei 1, ü je 3 Liter, . y b) die Schoten in ca. 50 sorgfältig ausgewählten, den durchschnittlichen Character der Sorte entsprechenden Exemplaren. 3) Futterpflanzen, namentlich die verschiedenen im Kreise gebaut werdenden Kleearten. Hiervon die Samen wie bei 1 ü je t Liter ) «el- und Gespinnstpflanzen. (Sommer- und Wintersamen, Kohlreps, Flachs -c.) Hiervon die Samen wie oben ä je 2 Liter 5) _et jedem einzelnen Ausstellungsgegenstand ist der Name und Wohnort des Züchters anzugeben. D, unterzeichnete, in der letzten Generalversammlung des landw. Bezirksvcreins Gießen ernannte Commission wendet sich nun an alle Landwirthc des Kreise-., :otote an die Herren Vorstände der landwirthschaftlichen Kränzchen mit dem Ersuchen, sich für eine möglichst vollständige Beschickung der Ausstellung bemühen zu wollen. a Di. .'Meldungen der auszustellenden Gegenstände bitten wir thunlicbst sofort, spätestens aber bis zum 20» Novbr l 3 an einen der Unter;eickn<-en zu adressircn. Die Ausstellungsgegenstände selbst sind längstens bis zum S. December l. I. unter der Adresse des' Mitunterzeichner.. -ßh. Kreisassessors Gros bei hiesigem Kreisamtsbüreau, oder auch bei einem der übrigen Unterzeichneten abruliefern. Gießen, den 31. October 1872. 01 Brennemann, Georgi, Gros, Krebs, Pächter in Winnerod. Oeconom in Gießen- Kreisassessor in Gießen. Gutsverwalter zu Neuhof. Wir machen Sie auf die nachfolgende Bekanntmachung mit der Empfehlung aufmerksam, derselben unter lichste Verbreitung zu geben und sich selbst für lebhafte Betheiligung bei der fraglichen Ausstellung zu bemühen. v. Röder. Ultramontane Restanrationspolitlk. Man hat in den ultramontanen Bestrebungen zwei Seiten zu unterscheiden, die kirchenpolitische und die rein politische. Der UltramontaniSmus will nicht nur in den einzelnen Staaten die Grundsätze der Bonifacischen Dulle Unam sanctam verwirklichen und der Kirche die Macht vindiciren, die Grenzen ihrer Competenz nach eigenem Belieben festzustellen, sondern er ist zugleich darauf bedacht, die weltliche Macht des Papstes wieder herzustellen. Der Papst ist nach der ultramontanen Ansicht kraft seines geistlichen Amtes der oberste Lehnsherr, der Schiedsrichter der ganzen Christenheit; er ist aber zugleich als Beherrscher des Kirchenstaates weltlicher Souverän im engeren Sinne des Wortes. Die weltliche Souveränetät ist der archimedische Punkt, dessen er bedarf, um festen Fuß in dem Weltgetriebe zu fassen, der erste Punkt, dtsserr er bedarf, um die Welt aus ihren Angeln zu heben und seine weltumfassenden, theo- kratischen Ansprüche zu verwirklichen. Es ergiebt sich daraus, daß diese beiden Seiten der hochkirchlichen Be- ßrebungen in einem engen, unzertrennlichen Zusammenhänge stehen. Die weltliche Souveränetät gilt als die Grundlage und Voraussetzung der geistlichen Universalherrschaft. Das Pri'sterkönigthum würde nach der thcokratischen Ansicht in der Luft schweben, wenn es sich nicht auf em wirkliches, weltliches, politisches Könia- thum stützte. In der Kirchenpolitik ist die Curie schon seit dem Wiener Congreß in die Wege der mittelalterlichen Päpste eingelenkt, anfangs unter der Hand und mit äußerster Vorsicht, begünstigt von der romantisch-reactionären Strömung der Zeit, die in dem Papst den Hort der sittlichen und politischen Weliordnung sah; allmälig immer offener und herausfordernder. Die Abneigung aller Regierungen vor kirchlichen Handeln spielte der von dem wieder erstandenen JesuitiSmuS geleiteten Curie einen leichten Sieg nach dcm andern in die Hände. Mit gleicher Geschicklichkeit, wie die reaktionäre Strömung, die unmittelbar nach den napoleonischen Kriegen die Oberhand gewonnen hatte, verstand es die Curie, die revolutionäre Strömung der vierziger Jahren für ihre Zwecke auSzu- beuten. Ihr Princip der Trennung der Kirche vom Staat fiel genau mit den radikalen Schlagwörtern zusammen. Da sie aber zugleich in den konservativen Preisen die Meinung zu erwecken wußte, daß die Kirche ihre Selbstständigkeit stets .nur im konservativen Sinne zur Ausrechteihaltung der Ordnung und zur Bekämpfung ider Revolution anwcnden werde, so ließen auch die Regierungen sich den Grund. satz wohl gefallen und gestatteten der Kirche, alle Folgerungen aus demselben zu ziehen, die dem ultramontanen Interesse entsprachen. Daß das Princip der Trennung von Kirche und Staat, wie es die Kirche auffaßte, einen entschieden revolutionären Charakter in sich trug, daß die Conse- quenzen, welche der Ultramontanismus aus demselben zog, gradezu die Staats- souveränetät negirten, wurde von den Regierungen in einer uns jetzt schwer erklärlichen Verblendung übersehen: man hatte sich daran gewohnt, in der katholischen Kirche den Mittelpunkt aller conservativen Tendenzen zu sehen, und war zu gedanken. los, um den revolutionären Kern der jesuitisch - ultramontanen Bestrebungen zu erkennen. Inzwischen aber waren in Italien die Ereignisse eingetreten, welche die Grundlage des ultrawontanen Kirchenthums, die weltliche Herrschaft des Papstes, bedrohten, erschütterten und endlich zertrümmerten. Je näher die Katastrophe rückte, um so hoher steigerten sich aber die weltumfassenden Ansprüche der Curie. Die Sätze des SyllabuS, die Erklärung des Unfehlbarkeitödogmas, der ganze theokratisch.rcvolutionäre Apparat der Kirche wurde vorbereitet in einem Augenblicke, wo der völlige Verlust des patrimonium Petri nur noch eine Frage der Zrit war. Es sollten eben alle geistlichen Kräfte zusammengefaßt werden, um den drohenden Umsturz zu verhüten, oder wenn er dennoch eintreten sollte, der Kirche im Voraus die Mittel in die Hand zu geben, um mit einiger Aussicht auf Erfolg eine Restauration M Verlorenen zu versuchen. Als die Katastrophe erfolgte, stand das von dem vaticanischen Concil errichtete Gebäude der bis in ihre äußersten Confequenzen durchgeführten Hierarchie vor den Augen der Welt da, und die Organe der Kirche haben sich nicht ohne Widerstreben dem neuen System unterworfen; sie haben sich bereit erklärt, die Rolle von willen- losen Werkzeugen der Curie zu übernehmen. Der von den Bischöfen warnend als unvermeidlich vorauSgesagte Conflict mit den Staaten ist eingetreten und besonders in Deutschland mit schneidender Schärfe zum Ausbruch gekommen. Die Haltung der kirchlichen Organe ist so schroff revolutionär, daß der Staat alle ihm zustehenden Machtmittel aufbieten muß, um die Autorität der weltlichen Obrigkeit aufrecht zu erhalten. Diese Entfesselung der revolutionären Kräfte, ohne die sich nicht einmal der Versuch wagen läßt, das überspannte moderne Kirchenprincip den Staaten aufzuerlegen, soll nun aber zugleich — und das ist ganz besonders charakteristisch — der politischen Restauration dienen. Reaktion und Revolution reichen sich gegenwärtig in ihrem Kampfe gegen die zu Recht bestehenden, völkerrechtlich anerkannten Staatsgewalten die Hände. Gleichmäßig werden das Staatsprincip an sich und die thatfächlich und rechtlich bestehenden Zustände von der Curie und ihren Ver- lündetcn bekämpft. Der Curie ist es vor Allem um die Restauration des Kirchenstaats zu thun. Um aber diese Restauration zu erreichen, trachtet sie danach, die zu Grunde ge- gegangenen Mächte wieder herzustellen, von welchen sie voraussetzt, daß sie ihr dazu hülsreiche Hand leisten werden; fie sucht die Mächte zu vernichten, von ren n sie erwartet, daß sie für die Aufrechterhaltung der bestehenden Zustände ein* treten und also bei der Zertrümmerung des Königreichs Italien durch eine dritte Macht zu Gunsten der Curie nicht die gleichgültigen und unbeteiligten Zuschauer spielen werden. Die Curie will in Italien die alten Monarchien restauriren, weil nur unter Voraussetzung der Zertrümmerung des italienischen Staates die Wiederherstellung des Kirchenstaats denkbar ist; sie begünstigt in Spanien die Wiederherstellung der bourbonischen Monarchie, weil ein liberales, von einem Gliede des savoyischen Hauses beherrschtes Spanien ihr niemals die Hand zur Wiederherstellung ihres verlorenen weltlichen Besitztums bieten kann; sie sucht das deutsche Reich zu zer» trümmern, nicht nur, weil das deutsche Kaiserthum der Träger des souveränen Staatsgedankens ist, der niemals eine kirchliche Mitregierung dulden wird, sondern auch, weil grade diejenige Macht, der die Phantasie des Ultramontanis- muö das italienische Restaurationswerk zugewiesen hat, an ein Unternehmen gegen Italien gar nicht denken kann, wenn nicht vorher die Kraft Deutschlands gelähmt ist. Diese Macht aber, auf welche der JesuitiSmuS seine Hoffnung gesetzt hat, ist Frankreich. Aber auch Frankreich bedarf noch einer Restauration, um zu einem blinden Werkzeuge der ultramontanen Politik zu werden. Zwar die Abneigung gegen Italien ist bei allen französischen Parteien gleich groß, und jede französische Regierung wird mit Vergnügen Alles thun, um der italienischen Regierung das Leben schwer zu machen, dessen ungeachtet aber dürfte doch nicht jede Regierung die Neigung empfinden, sich auf ein so abenteuerliches Unternehmen wie die Wiederherstellung der weltlichen Papstmacht einzulassen. Dazu bedarf es einer Regierung, die sich mit dem Ultramontanismus identificirt, der der Schutz des PapstthumS als höchster Beruf Frankreichs gilt. Von dieser Auffassung wird aber nur die legitimistische Partei geleitet, und folglich ist in den Augen des Ultra- tramontanismus Heinrich V. der rechtmäßige Herrscher Frankreichs. Der Graf von Chambord hebt denn in seinem letzten Schreiben auch ausdrücklich den katholischen Beruf Frankreichs hervor; er betont mit Emphase, daß das Papstthum Frankreichs bedürfe, was in seinem Munde einer förmlichen Verflichtung gleichkommt, die Restaurat'on des Kirchenstaats ins Werk zu setzen, sobald das Geschick ihn aus den Thron feiner Väter zurückgesührt haben wird. Indessen ist es doch ersichtlich, daß nur neue Erschütterungen dem legiti- mistischen Prätendenten den Weg zum Thron bahnen könnten. Und so befindet sich denn also auch in Frankreich die Curie mit ihren Restaurationsgedanken auf dem Wege der Revolution. Allerdings sind die Hoffnungen, daß aus einer Revolution das legitime Königthum siegreich hervorgehen werde, ziemlich schwach. Frankreich, ermattet und erschöpft, wird sich immer noch lieber dem BonapartiSmuS als dem Legitimismus in die Arme werfen. Aber die Frage, wie groß oder gering die Hoffnungen des Legitimismus sind, beschäftigt uns hier nicht. Uns kam es nur darauf an, zu zeigen, wie in der ultramontanen Politik die revolutionären mit den reaktionären Tendenzen Hand in Hand gehen. Umsturz des Bestehenden und Restauration des zu Grunde Gegangenen, daß ist die Losung der ultra- montanen Politik. Deutschland. Darmstadt, 28. Oct. Die heutige Sitzung der zweiten Kammer war von kurzer Dauer. Zunächst wurde angezeigt, daß Oberst Scholl an Stelle des vcr- storbenen Obersten Dornseiff mit der Leitung der Abwicklungsgeschichte des Kriegsministeriums betraut worden. Eine Vorlage der Regierung geht dahin, die Kosten eines auf dem Schlachtfeld von Gravelotte zu errichtenden Denkmals für die gefüllenen Hessen auf die Staatskasse zu Übernehmen, bezw. 3500 st. aus dem Erlöse der französischen Kriegsbeute hierzu zu verwenden. Wirth stellt einen Antrag auf Einrichtung von Arbeiterzügen zwischen hier und Frankfurt. Für den Nenbau einer Aula zu Gießen nerden die angefordcrten 176,000 st. fast einstimmig bewilligt, obwohl Volhard bieß als einen Eingriff in das Budgctrecht der künftigen Kammer bezeichnete, eine Ansicht, die nur von Metz unterstützt wurde. Derselbe griff die Regierung auch deßhalb an, daß sie den Ständen nur Verwilli- gungen anstnne, sonst aber nichts thue. Einstimmig und ohne Debatte wurde die Vorlage wegen Rückersatzes der den Kriegsküssen durch Unterstützung der Familien der Landwehr und Reserve von 1870—1871 erwachsenen Ausgaben durch die Staatskassen gutgeheißen. Darmstadt, 28. Oct. Im Ministerium ist man eif.ig mit den Vorbereitungen zu den Landtags-Neuwahlen, insbesondere Bildung der neuen Wahlbe- zirke, beschäftigt. — Im Allgemeinen ist der Finanzausschuß zweiter Kammer mit dem Gesetzentwurf tn Betreff des außerordentlichen Communalsteuer-AusschlagS in Mainz einverstanden. Darmstadt, 29. Oct. Nach dem von dem Grafen Görz erstatteten Ausschußbericht der ersten Kammer über das Wahlgesetz liegen nur vier Meinungsverschiedenheiten gegenüber den Beschlüssen des anderen Hauses vor. Zunächst beharrt der Ausschuß erster Kammer daraus, daß die Universität von dem jeweiligen Kanzler vertreten werde, und will ferner Die Zahl der von Der Regierung zu ernennenden Mitglieder Der ersten Kammer nicht auf 12 erhöhen, sondern auf 10 belassen. Sodann sollen gewählte Beamte zu ihrem Eintritt in die Ständekammer des Urlaubs bedürfen und schließlich Der von Der zweiten Kammer abgelebte Ausschuß der Mitglieder Des Ministeriums wieder aufgegriffen werben. — Der Abg. Zentgraf hat Bericht über den Hallwachs'schen Antrag wegen Pensto- nirung der Beamten erstattet. Hiernach soll die Regierung ermächtigt werden, bet zukünftigen Pensionirungen die Zusicherung zu ertheilen, daß den Betreffenden Die etwaigen ihnen günstigeren Bestimmungen eines neuen PenstonögefetzeS zu Gute kommen sollen. Darmstadt, 30. Oct. Die Abgeordnetenkammer ermächtigte mit allen gegen dr i Stimmen Die Regierung zur Gewährung eines dreiprocentigen Anlehens von 1,500,000 st. behufs Der Stadt-Erweiterung an die Stadt Mainz. Darmstadt, 30. Oktober. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben All-rgnädigst geruht: am l.Oct. den außerordentlichen Professor an der Universität München, Dr. Heinrich Bürkel, zum ordentlichen Professor an Der juristischen Fakultät der Landes-Universttät zu ernennen. Darmstadt, 31. Oktober. Die erste Kammer hat bezüglich des Wahlgesetzes Beistimmung zu den Beschlüssen Der Abgeordnetenkammer beschlossen, aber die Zahl der vom Großherzoge zu ernennenden Mitglieder von 12 auf 10 herabgesetzt. Gegen Erneuerung der Kammer zur Hälfte nach 3 Jahren sprach sich Prinz Ludwig aus. Derselbe hält eine dreijährige Wahlperiode für angemessener. Gegen 3 Stimmen erfolgte jedoch auch hier Annahme der Regierungsproposition. Aus Rheinhessen, 27. Okt. Die Vorbereitungen zu den Wahlen für de» nächsten Landtag hat die Regierung bereits mit dem Ausschreiben an die Kreis- ämter eingeleitet, damit diese die Aufstellung der Urwähler-Listen durch die Bürgermeistereien veranlassen, lieber Die Stellung Der Parteien bei Den Wahlen läßt sich augenblicklich kaum noch eine klare U bersicht gewinnen. So viel ist heute schon gewiß, daß die ultramontane Partei, welche anscheinend Gewehr bei Fuß den Dingen im engeren Vaterlande zusieht uno nur der ihr schwer fühlbar geworbenen Gewalt des Reiches zu grollen scheint, ihre ganze Macht in's Feld führen wird. Mit welchen Kräften Die ultramontane Partei in diesen Kamps einzutreten vermag, Darüber scheint in ihren eigenen Reihen noch nicht viel Klarheit zu herrschen. Gcbessert hat sich für sie die Situation schwerlich, Denn der große Spektakel, dessen Mittelpunkt Mainz ist, hat im Allgemeinen wenig Widerhall im Lande gefunoen. In Dem nun zu Ende gehenden Landtag verfügte die Partei trotz des ihr von anderer Seite (Dem Grundadel) gewordenen Zuschusses von einer Stimme mit knapper Noth über sechs Stimmen (Die Contre- Votanten des neuen Wahlgesetzes), und dabei war ein Sitz mit nur einer einzigen Stimme Majorität erobert worden. Trotz alledem wird ein enges Zusammenhalten der liberalen Elemente nöthig sein. Es gilt Stellung zu nehmen. Soweit sich hierin etwas fügen läßt, wird die seitherige Fortschrittspartri, welche einen ihrer Führer aus unserer Provinz in’» Ministerium abgab, die Regierung trotz Der Unzufriedenheit mit dem neuen Wahlgesetz in allen, namentlich Den nationalen Fragen und jenen Angelegenheiten, welche auf die Herstellung eines streng verfassungsmäßigen Zustande- im Lande abzielen, kräftigst unterstützen. Wie wir hören, wird in demnächst statthabenden Besprechungen Die Haltung der national-liberalen Partei und ihr Wahlprogramm sestgestellt werden. Berlin, 29. Oct. Die „Spen. Ztg." erfährt von oificiöser Seite, Der Kaiser habe sich bei dem Empfang des Herrenhaus-Präsidiums am Sonntag etwr folgendermaßen gegen Den Grafen Brühl geäußert: Er habe erfahren, daß Graf Brühl sehr eifrig gegen die Reform wirke; obgleich Der Kaiser während seiner Regierung niemals Jemanden veranlaßte, gegen seine Ueberzeugung zu stimmen, wolle er doch hervorheben, daß er Die Eulenburg'sche Vorlage, welche seine Unterschrift trage, auch als seine Vorlage betrachte. Ihre Durchführung sei unbedingt nothwendig; wenn Die Vorlage abgelehnt werde, nehme Graf Eulenbur- vielleicht seinen Abschied. Man solle nicht glauben, daß Graf Eulenburg einen Nachfolger erhalten könne, welcher der Opposition des Herrenhauses näher steht. Der neue Minister werde dieselbe Politik einhalten müssen, wie sein Vorgänger, und die Mission erhalten, Die Kreisordnung Durchzuführen. — Dasselbe Blatt erfährt ferner, Die belgische Regierung habe anläßlich der bedauerlichen Vorgänge in Lüttich in völlig spontaner Weife Veranlassung genommen, sowohl in Brüssel als auch hier Schritte zu thun, um ihr lebhaftes Bedauern und ihr entschiedenes Mißfallen an diesen Vorgängen an den Tag zu legen. Berlin, 29. Oct. Die von Den Abendblättern officiell bestätigten Worte de- Kaiser« an Da« Herrenhaus-Präsidium machen das größte Aufsehen. Die neue Fraktion berieth bereits heute über ihre weitere Haltung zu Der Vorlage, welche das Herrenhaus auch heute im feudalen Sinne amendirte. Das Gerücht, ein Theil der Majorität sei durch die von allen Seiten angekünDigten entschiedt- nen Maßnahmen der Regierung schwankend geworden, hat sich bis jetzt in Dtit Abstimmungen nicht bewährt. Aber die Aussicht auf eine günstige Lösung iß durch die Worte des Kaisers und durch die officiösen Erklärungen wieder größer geworden. Berlin, 31. Oct. Der Ministerrath hat einen PairSschub zur Reform dcS Herrenhauses beschlossen. Bezügliche Gesetzvorlagen und die Schließung der Session werden vorbereitet. Die Entlassung Eulenburg's ist abgelehnt worden. Metm Aus. 1 Meinuug-- )r- Zunachß » kein itffiij, er Rigittung 1 (onotrn ouj die Stände. Äüfflnicr ah. n vttbkli. — egen Prcho- )l>gt werden, i Betreffenden ww* z° ;n Norbert!. Dchbr. 'iet üamnnt "'Aufschlags 18 bem gr, 7° Antrag '«Ma? bt, ,k." liifll. « D--> UJ Airvilli. bütlt tourte ,n9 der $Q. Süöen durch iit allen gegen Sulchens von Herzog haben )er UniveM er juristischenI Wahlgesetzes in, aber die uf 10 heiab« en ^rach sich angelnessener^ ngSpropoßlion Zahlen für tu an die te urch die Al« i Wen H viel ist heut! vchr bei Fuj x Mbar ge- acht in't Kits Viesen Ml nicht viel filw* sich, denn t« i wenig Wit»- iß verfügte tu tnen BufM11 M.AtM leigen Stiav< lwenhalten ket weit stch Mi» n ihrer W1 der UnzMe- snaien lR ver^?u°^ i« ®11"13 j Sonntag t™*; ihren, dah N I" i °"S I“, |1! Hfl»! I11’1 J äranfl J'*u.“ J ®taf 6e,<* ufe< 'S'S S'SS w"®j! I" i ®t'* H‘ >'j ,M # J’Ä i”'tu ®1 W’C I empfangen und' von demselben ein Schreiben für en König, in welchem die Ge- tiäa CowmandoS des 8. Armee-Corps (Bourges) eine Proklamation, welche besagt: Nach schweren Prüfungen und Mißgeschicken muffen wir uns tn's Gedächtniß zurückrufen, daß auf dem Schlachtfelde die Begeisterung nicht die Vorbereitung, d. h. angestrengte Arbeit, ersetzen kann. Die Armee ist die Seele der Nation. Vor Kurzem schien es, als ob man das vergessen hatte. Heute aber treten Alle, reich und arm, in unsere Reihen ein. Niemals werden uns gebieterischere Pflichten au er'tgt sein. Wenn wir unterrichtet, diSciplinirt und fink werden, so werden wir im Innern unsere Feinde bezwingen, ohne zur äußersten Strenge unsere Zuflucht zu nehmen. Diejenigen, welche wir Schritt für Schritt, vom Rhein bis zur Loire, bekämpften, werden vielleicht einmal bedauern, unser Herz auf immer zerrissen zu haben, als sie Frankreich seine theuersten Kinder entrissen. waltung würden unglücklicher W-ifr ,u ernfle Tünchen zur Last gelegt, al« «f" daß man sie ohne eine ernstliche Prüfung ents.DUldrgen konnte. Leider sind dem zudringlichen, frechen Vogel noch von keinem der Angeschmierten die Paris, 30. Oct. General Ducrot erließ anläßlich der Uebernahme des Federn ausgerupft worden. Oesterreich. Pefth, 30. Oct. In Ofen Halen bisher 94 Cholerofälle, darunter 27 Todesfälle, stattgefunden. — Von 29 gleichfalls erkrankten Soldaten sind 5 gestorben. Ofen, 29. Oct. Don den bis jetzt hier vorgekommenen 64 Fällen von Cholera haben 25 einen tootlichen Verlauf genommen. Frankreich. Italien. Rom, 29. Oce. Der Schaden, den die UeberfchwemwunglN im Gebiete Mantua und Ferrara verursacht haben, ist außerordenrl.ch beträchtlich. Meh- tausend Familien sind hierdurch um ihre Habe gekommen. — Wie „Gior- di Roma" wissen will, hat tue französische Regierung nunmehr den Ent- Paris, 27. Oct. Der ,/Jntsp. bklge" wird von hier Folgendes tklegra- phirt: Vklfloffenen Donnerstag wurde ein Detachement französischer Krankenwär' ter nach dem Lager von ChalonS dingirt; durch einen Jrrthum hielt dasselbe auf dem Bahnhof der Stadt ChalonS an und die Krankenwärter gingen in die Stadt. Einer derselben stieß eine deutsche Schildwache und wurde dafür von der deutschen Behörde zu 3 Togen Arrest verurtheilt. Die deutschen Behörden ließen die Krankenwärter entwaffnen, gaben denselben j doch bei ihrer Abreise die Waffen wieder zurück. Die französische Behörde strafte den Sergeanten, der das Deta- ch-mmt geführt, und welcher gestalte. h°!te. daß die K-ank-nwStt-r den Bahn- gE, sich jeder Einmischung in 'dir Frage betreffs der Aufhebung der Hof »erlichen, sowie den Ä-an!enwarter, wcech-r die deutsche Sch^dwache ßt- nl(dlb(cn ^^p„scbaflen ,u enthalten. — Der Kö.iig ha! der „Gazctta Jialia" stoßen, mrt 14 Tagen Arrott. g« zufolge dem türkischen Gesandten, PhotiadeS Bey, den Großcordon des Mauri- D ,, Paris, 29. O-t. Gras Arnim un Gemahlin sind h-utc Morgen um ^so.kens als -inen Beweis seines besonderen Wohlwollens verliehen. — Der 8 Uhr 'm hiesigen deutschen BoischastS.Ho.el Aergernch, wel- fj) t Aeußern hat den Gesandten des Könias von Abysstnien, Menelek, ches die KriegSvcrwaltung tn der letzten Zelt erregt, rst so groß, daß TyterS, B - -...... 9 — - - °« nicht gern gegen dieselbe einschre te, doch genöchigt gewesen ist, wegen (< - F„undsch°s. Ausdruck finden, entgegengenommen. der Vorfälle m ChalonS und Lafo.e eine Untenuchung onzuordnen, die selbst das ' Bien Public für unumgänglich nothwendig erklärt, ind-m es sagt, die Regierung « b tx «?“' .B‘*‘ w-mg-r streng gegen die VW-re sein welche di- bew°b'en Reden $ Rn> blc 51nfw„Men flcine4 Name»-/ dessen Träger, em Kind, ödsUhrt ha cn sollen, als gegen die, w.lche sich zucn gren r B t b 0. n e{n Geschäft daraus macht, die Wirt he in der Stadt, und namentlich in der Umgegend, hätten; das Ergebniß der Untersuchung muffe veröffentlicht werden; oejondciS anzupumpen, auch Jene, die den kleinen Pumpmsteher mit der bekannten Devise: „Hier wird nicht wichtig sei es, daß die Wahrheit flstgestellt und daß Mißbräuche und strafbare gepumpt" als Abschreckungsmittel für leichfinnige Anpumper an der Wand hängen haben. Handlungen geahndet werden, damit sie sich nicht wiederholen; der Kriegsver- Nachdem d-r ,aub-« Bursch- sich ftu.ltolionfl gütlich g-'h-m, und d-b-l eine groß- R-d- v b ... „L, uir 9nft citkcxt nU seligkeit entfaltet hat, eröffnet er nut wahrer Unverschämtheit dem erstaunten Wuthe, daß er glücklicher Weise zu ernste Thatfachen zur U|t gelegt, als Qat) J]tm yejaI)len ni(^t b(i sich habe, und entfernt fich auf Nimmerwiedersehen. A i lg em einer N m z e i g e r. sowie den Stadtschulen pro III. Quartal 1872, Samstags, in den ersten 8 Tagen noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkasse be- zahlt werden. Anmerkun g. Die Schulgelder betragen für jedes Kind pro Quartal: 3fl. — fr. 9) der Realschule. - 2 V V II. Claffe dieser Schule, Herr Vicar Schäfer, — fr 15 6 tf V V If 4) V 30 5 V V V ff ff Stadtknabenschule, Herr Mit 5) 5 V ff 6) V 30 40 Felsing, . tf if tf Gießen, den 31. October 1872. er, Seltersweg. (4833) Seltersweg Lit. C. Nr. 19 t, Fetlgebotenes. Reise-Mützen. 40 40 40 7) 8) ff ff 15) 16) 17) III. IV. V. I. ff ff v V ff 40 40 40 40 Versteigerungen. Bekanntmachung. 10) il) 12) 13) 14) 1) 2) 3) Jung, . . Vicar Weiß Vorschule dazu Fortbildungs - Claffe der städt. höheren der V in V V ff ff In tf in der I. Claffe dieser Schule, Herr Mitprediger Freie n sehner, (incl. 30 fr. für englischen Unterricht) in der Zwischenclasse dieser Schule, Herr Mtlprediger Freiensehner, (incl. 30 fr. für englischen Unterricht) in der II. Claffe dieser Schule, Herr C u r sch m a n n, (incl. 30 fr. für englischen Unterricht) . . . . in der III. Claffe dieser Schule, Herr Schmidt, täglich frisch abgekocht, Cervelatwurst, sowie ächte Frankfurter Bratwürstchen, bei (5067) Hermann Euler. 5059) Die nachverzeichneten städtischen Gelder- a. Schulgelder ans der Realschule, b. Communalsteuer IV. Ziel 1872, können an den Zahltagen, Dienstags, Donnerstags und 5 3 3 Der Stadtrentmeister: Enders. 5008) Sonnabend den 2. November Vormittags 9< 2 Uhr, soll bei der auf den sogenannten Wallstücken hinter der Zeughaus - Kaserne befindlichen Baracke die Verpachtung des seitwärts hinter dem Wohngebäude des hiesigen Universitäts- Stallmeisters belegenen Gartenstücks auf unbestimmte Zeit im Licitationswege er- Besondere Bekanntmachung, ö e f n n il t m a ch n u g. Prediger Lips, in der II. Clafse dieser Schule, Herr M ü l l e r, . p , Filz, t, Römer, . v Vicar Filz 7«3) Photographin^ ^b-nst <"Wi9en und bitten um geneigten^ufW^ men und Goldleisten bei ------------ --- „ --------------------------- Wily. Balser. । SS. SSttbsttmeH^ NB. Das Einrahmen voni3923) Mäusburg Lit. D. 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(5019) Willi» Wohlig von hier Gi ßen, den 1. November 1872. August Oefer Formulare, sind zu haben bet Gießen, den 1. November 1872. Gg. Wilh. Weidig W. Klee, am Markt. Redactton, Druck und Verlag der Brühlffcherr Univ^Druckeret (Fr. Cbr. Pietsch) in Gießerr ich für das mir in so hohem Grade bewiesene Zutrauen ich, dieses auf meinen Herrn Nachfolger übergehen S % ob für's Ausland eine Köchin, welche sich auch der Hausarbeit unterzieht. Näheres bei der an bie । Beuern, Prof. Eck, Wilhelmsstraße. de. ru Nr ► b Fn Ini| Syp dai Gen in I Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhesstsche Eisenbahn, sowie fä'mmtliche zollamtliche« 4893) Gegen guten Lohn wird in | eine größere Stadt eine erfahrene Köchin gesucht, welche sich zugleich der Hausarbeit unterzieht. Eintritt den 15. December d. I. Näheres Universitätsstraße Lit. E. 79, Parterre. _____________________________________________ manne, welcher in Gießen dornicilirt ist, Neue russische Sardinen, I überwiesen werden. 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Carl Emmelius. 5071) Ein gesetztes Frauenzimmer, welches einem Haushalte selbstständig vorstehen kann, wird gegen hohen Lohn gesucht und kann alsbald eintreten bei Philipp Kreiling, _____________________Cantinenwirth.______j 5018) Ein brauner Hühnerhund (Hündin) hat sich verlaufen. Dem Wiederbringer eine Belohnung bei Hofg-Adv. Engeld ach 11. 5012; Ein Kochofen wird zu kaufen, oder gegen einen hohen Säulenofen umzu- tauschen gesucht. Näheres bei der Erped d. Bltts.__________________'_________________________ 5028) Gesucht ein kräftiger Hausbursche von 15—16 Jahren von ______________Th- Brück, Seltersweg. 5029) In eine hiesige Restauration wird ein Kellner gesucht. Wo? sagt die Erped. d. Bltts. 5066) Ein jüngerer, schon etwas routinirter Gehülfe, kann beim Stadtgerichts-Actuariat Gießen sogleich eintreten. ________________Funk, Stadtg.-Actuar. £