Preis vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 st. 29 fr- Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit AnL« nahme Sonntags. Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 178. Donnerstag de» 1, August Amtlicher Th eil. 1872. Nr. 23 des Reichs-Gesetzblattes, ausgeqeben am 16. Juli 1872, enthält: (Nr. 857.) Gesetz, betreffend die Controle des Reichhaushalts für das Jahr 1872. Vom 5. Juli 1872. (Nr- 858.) Spectalconvention zwischen Deutschland und Frankreich, die Zahlung des Restes der französischen Kriegskoften-Entschädigungrc. betreffend- Vom 29. Juni 1872. (Nr- 859.) Bekanntmachung, betreffend die Schiffsoermcssungs-Ordnung. Vom 5. Juli 1872. (Nr. 860.) Veränderung in dem Jurisdictionsbezirke des Kaiserlichen Consulats in Constantinopel und des Vicekonsulats in den Dardanellen. (Nr. 861.) Ertheilung des Exequatur an den Vicekonsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Berlin. Nr. 24 des Reichsgesetzblattes, ausgegeben am 24. Juli 1872, enthält: (Nr. 862.) Gesetz, betreffend die französische Kriegskosten-Entschädigung. Vom 8. Juli 1872. (Nr. 863.) Bekanntmachung, betreffend den mit der Regierung der Vereinigten Königreiche Schweden und Norwegen vereinbarten gegenseitigen Schutz der Waaren- bezeichnungen. Vom 11. Juli 1872. (Nr. 864.) Bekanntmachung, betreffend die Umrechnung der Uebergangsabgaben von Bier, Branntwein und geschrotetem Malz, bezw. die Steueroergütungen bei der Ausfuhr der genannten Erzeugnisse nach Maßgabe der durch die Maaß- und Gewichts-Ordnung vom 17. August 1868 eingfführten metrischen Maaße. Vom 18. Juli 1872. Gießen, den 29. Juli 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Röder. B e k a n n t m a ch u n g. Der Unterzeichnete bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß sein erster Gehülft A. Lauder von Grünberg vom 1. August l. I. an berechtigt ist, für die Rentamtskasse Gelder zu empfangen, Auszahlungen zu leisten und gültig für ihn während seines Urlaubs zu quittireu. Gießen, den 29. Juli 8872. Lyncker, Großh. Rentamtmann. Politisch Deutschland. Darmstadt, 27. Juli. Nach der auf osficielle Quelle sich stützenden Verlustliste der großh. hessischen (25.) Division iw deutsch - französischen Kriege beträgt, der Gesammtrerlust der aus 10 Bataillonen, 8 Schwadronen und 6 Batterien' formirten Division während der ganzen Kriegsdauer 2632 Monn, nämlich 2091 Todte und Verwundete und 541 an Krankheiten Verstorbene. Den stärksten Verlust von 1665 Mann brachte der 18. August (Gravelotte), an welchem allein das 1. Jägerbataillon 295 Mann, nahezu ein Drittheil des Bestandes, verlor. Vermißt sind im Ganzen 39 Mann. Darmstadt, 30. Juli. Der bereits erwähnte Garnisonswechsel, in Folge dessen die hier, in Offenbach und Worms garnisonirenben Bataillone des 3. In- santerieregiments einen Theil der Garnison von Mainz bilden werden, soll am 1. October d. I. stattfinden. Wie man ferner erfährt, wird das in Butzbach garnisonirende Reiterregiment nach Darmstadt verlegt werden. Die „Mainztg." theilt mit, daß der Anwaltverein eine Eingabe an das Ministerium wegen Er- Höhung der Anwalttaxe beschlossen. Darmstadt, 31. Juli. Der hier tagende Turnlehrertag zählt ungefähr 300 Theilnehmer. Die Minister v. Lindelof, v. Bechtold, sowie die Ministerial- räthe v. Rodenstein und v. Lehmann wohnen den heutigen Verhandlungen bei. Mainz, 30. Juli. Die ultramontane Reichsritterschaft und die gesammte römische Gevatterschaft, welche in den katholischen Vereinen, den Gesellenveninen, den Casinos, dem Preßverein, der Michaeledruberfchast, dem Bomfaciusverein u. s. w. stets als die Tonangeber erscheinen — jener kleine Haufe, welcher romantisches Kreuzritterthum und romanische Wühlerei mit den Pflichten der Religion gewerbsmäßig vermengt, hat unserer vielberufenen Stadt die zweifelhafte Ehre angethan, sie als Sitz dcS „Vereins der deutschen Katholiken" zu bezeichnen. Es ist bezeichnend, daß die hiesigen Katholiken und Bürger der Stadt diesen neuen Mißbrauch ihres Namens durch auswärtige Blätter erfahren müssen. Wieviel Bürger der Stadt sind denn unter den Gründern dieser neuen Streitmacht zur „Vertheidigung der Freiheit und der Rechte der katholischen Kirche und Geltendmachung der christlichen Grundsätze in allen Gebieten des öffentlichen Lebens"? Eine verschwindende Minderheit! Wir kennen hinlänglich die „christlichen Grundsätze" dieser Herren und Haden auch Proben der „Geltendmachung in ollen Gebieten des öffentlichen Lebens", d. h. der Verdummung und der Verfinsterung desselben durch jesuitisches Treiben. Wir kennen auch den Gebrauch der „sittlich und gesetzt lich erlaubten Mittel", deren sich diese „Freiheit" im Munde führenden Fanatiker zur Befriedigung ihrer Herrschsucht bedienen. Das erste Werk dieses „Vereins der deutschen Katholiken" (was er nicht ist) ist eine Lüge, das zweite ist ein Act der Auflehnung. Etwas anderes ist ein Protest gegen ein rechtmäßig zu Stande gekommenes Gesetz nicht. Der Veretn selbst, seine falsche Firma und sein ganzer Zweck sind Werke der Jesuiten, zu denen seine „Gründer" fast alle gehören. (D. Pr.) Berlin, 30. Juli. Nach hier eingegangenen Nachrichten hat die Gesellschaft zur Unterstützung der Colonisation und Einwanderung in St. Paulo in Brasilien sich gegenüber der brasilianischen Regierung neuerdings verpflichtet, im nördlichen Europa 10,000 Auswanderer zu engagiren. Dieselben sollen zu ’/io aus ländlichen Arbeitern bestehen und die Gesellschaft hat sich verbindlich gemacht, sie als Arbeiter oder Knechte oder als Pächter in der Weife unterzubringen, daß der Pächter die Hälfte des Ertrages dem Eigenthümer abgeben muß, oder endlich sie als Grundbesitzer auf unurbarem von dem Coloaist der Gesellschaft abzukaufenven e r T h e i z. Lande abzufinden. Der Colonist kann der Gesellschaft seinen Contract erst nach Bezahlung seiner Schulden kündigen. Die Erfahrung hat hinlänglich gezeigt, daß die auf derartige Vorschläge bisher eingegangenen europäischen Einwanderer nn trauriges Loos gezogen haben. Die Lage derselben wird in zahlreichen 'Berichten gracezu der Sklaverei gleich gestellt. Die Staatsregtcrung warnt daher wiederholt dringend, derartigen Aufforderungen Gehör zu geben, indem gleichzeitig bemerkt wird, daß ein Herr G. A. Schmidt, Director aus Affunguy, sich .nach Europa begeben hat, um für Brasilien Colonisten zu engagiren. Vor etwa Jahresfrist hatte die japanische Regierung auf diplomatischem Wege durch den damals grate hier anwesenden deutschen Generalkonsul v. Brandt beim hiesigen Kriegsminißerium eine Anzahl Instruktoren erbeten, welche im Heere des Mikado von Japan die iw letzten Kriege so sehr bewährten Grundsätze der preußischen Meletärerziehung nach und nach einführen und zur Geltung bringen sollten. ES wurden zu diesem Zwecke mehrere frühere Officiere, Wachtmerster, Feuerwerker und ein Wallmrister, kurzum Vertreter sammtlicher Waffengattungen, mit deren Zustimmung nach Japan commandirt. Do sich aber in der Zett von deren Ueberfahrt in Folge verschiedener Umwälzungen die Verhältnisse des dortigen Landes wesentlich verändert hatten, so traten die dorthin commandirten preußischen Militärs nach ihrer Ankunft auch schon ihre Rückreise an. Nur einer derselben, der die Militär.ärztliche Branche vertrat, Fr. Pflugmacher, bis dahin am hiesigen medtcinischcn Friedrich - Wilhelms - Institut, und seit seiner Rückkehr von dort Stabsarzt des hiesigen Reserve - Landwehr - Bataillons, hatte die Energie, sich längere Zeit auch unter den so veränderten schwierigen Verhältnissen dort aufzuhalten und im Verkehr mit dem japanischen Kriegsminister sich Einsicht über die dortigen militärischen Zustände zu verschaffen, bis er seine Rückkehr von dort über St. Franziöko-Newyork autrat. Wie wir hören, hat die japanische Regierung den bei den vor Jahresfrist geführten Verhandlungen betheiligt gewesenen höheren preußischen Oificieren nunmehr äußerst fein gearbeitete Ehrensäbcl zum Geschenk gemacht, und sollen solche erhalten: die Generale v. Roon, v. Kameke, v. Stichle, der Chef des Müllärcabinets General von TreSkow, die Obersten von Hartmann (KriegSministerium) und Bronfart v. Schellendorf (Generalstab), sowie der Generalstabsarzt der Armee Dr. Grimm. Berlin, 31. Juli. Kaiser Alexander von Rußland wird am 4. September hier eintreffen und im russischen Botschaftshotel Wohnung nehmen. Das Gefolge wird im „Hotel Royal" Quartier nehmen. Berlin, 3t. Juli. Der „Prov.-Correfp." zufolge wird der Kaiser noch vor der am 2. August erfolgenden Abreise von Homburg nach Gastein den Vortrag des Cultusministers Falck entgegennehmen. Homburg V. d. H., 30. Juli. Der Kaiser ist um 6J/2 Uhr hier an- gekommen. Aus der Lausitz, 27. Juli. Das königliche Gerichtsamt zu Bautzen erläßt folgende seltsame Bekanntmachung: Die sranzöfische Regierung wünscht davon unterrichtet zu sein, ob und welche französische Unterthanen am 1. September d. I. in Sachsen sich aufhalten. Die Herren Ortsrichter der Ortschaften des hiesigen Amtsbezirks werben hiermit veranlaßt, am 1. September d. I. eine Zählung der in ihrem Orte sich aufhaltenden französischen Unterthanen vorzunehmen und entweder ein die Namen, das Alter, Geschlecht und den Stand der Anwesenden enthaltendes specielles Verzeichniß oder einen Vacatschein bis zum 5. September 1872 bei Einem Thaler Ordnungsstrafe hier einzureichen. Aus Bayern, 29. Juli. Als zuverlässig wirb gemeldet, daß der König zur Jubiläumsfeier der Universität nach München kommen und insbesondere bei dem Festzuge und dem Fackelzuge anwesend sein wird. — Das Festcomite hat den größte« Theil seiner mannigfachen und schwierigen Geschäfte vollendet. Alle Anzeichen lassen erkennen, daß sich die Huldigung, welche der Alma mater zur Erinnerung an eine 600jährige Vergangenheit dargebracht werden soll, zu einer äußerst großartigen gestaltet. — Der österreichische Botschafter, Graf Beust, ist aus London vorgestern in München eingetroffen, hat aber folgenden Tags schon seine Reise gegen Linz zu fortgesetzt. — Die Berathung und Feststellung der sämmtlichen LanvrathSabschiede seitens der betheiligten Staatsministerien ist beendet und steht deren Veröffentlichung für die nächsten Tage zu erwarten. Durch die Abschiede und beziehungsweise die Kreisbudgets werden auch die vom Landtag für die Gehaltsaufbesserung der Lehrer in den Volksschulen bewilligten Mittel flüssig, so daß die Auszahlung derselben an die Betheiligten alsbald wirb erfolgen können. Das bischöfliche Ordinariat in Speyer hat „gegen den Erzbischof von Utrecht und seine Sacrilegien" einen Protest veröffentlicht, welcher die Gläubigen der Dtöcese aufklärt, damit sie „die richtige Stellung solchen Ereignissen gegenüber einnehmen." Der Protest erzählt im Eingänge die Geschichte per Entstehung des „unheilvollen" Jansenismus, einer „förmlich und unwidersprechlich häretischen Secte", und fährt dann fort: Wenn demnach ein Bischof dieser Secte es unternimmt, in einem Bisthum, welches mit dem rechtmäßigen Oberhirten der katholischen Kirche in Gemeinschaft steht, bischöfliche Verrichtungen vorzunehmen, so maßt er sich eine Befugniß an, welche ihm keineswegs zusteht. Wenn er mit den Altkatholiken vorgeblich die Satzungen des heil. Concils von Trient anerkennt, so muß er wissen, baß jeder Bischof, welcher in fremder Diöcese ohne ausdrückliche Erlaubniß des Diöcesan- bischofs Pontisicalsunctionen ausübt, in die Kirchenstrafe der Suspension von der Ausübung dieser Functionen verfällt. Er vollbringt zwar am Altar und in der Auflegung der Hände die heil. Geheimnisse; aber er thut es unerlaubter Weise und mit sakrilegischer Schuld. Ausgeschieden durch den großen Kirchenbann von der Lebensgemeinschaft unserer heiligen Kirche, erbaut er nicht auf dem Fundament der Apostel, sondern er reißt nieder; nicht gesendet und bevollmächtigt von dem obersten Hirten, dem Nachfolger des Apostelsürsten, dringt er als unbefugter Fremd- ling in die Heerde ein unv schädigt, so viel an ihm ist, die Einheit der Kirche, um welche der Herr am Vorabend seines bittern Leidens in seinem hoyenpriester- lichen Gebet so innig seinen himmlischen Vater angefleht hat. Er ist gerichtet durch das Wort desselben Herrn und Heilandes: „Wer nicht sammelt mit mir, der zerstreut." München, 31. Juli. Nach telegraphischer Nachricht aus Rom ist die Präconisatton des Abtes Haneberg als Bischof von Speyer im letzten Const- storium vollzogen worden. München, 31. Juli. Der König hat anläßlich des Jubiläums aus den Mitteln der CabinetScasse ein Stipendium von 10,000 Gulden für Studirende der Geschichte oder zum Zwecke einer wissenschaftlichen Reise gestiftet. Dem Rector der Universität, Professor von Döllinger, lst das Großkomtharkreuz des Kroncn-Ordens, dem Prorector Giefebrecht der Titel eines Geheimraths, den Professoren Prandl, Roth, Brinz, Helferich unv Hecker der Kronenorden, den Professoren Schmid, Doit, Müller und Radekofer der Michaelsorben verliehen worden. Aus Elsaß-Lothringen. Von Metz wird gemeldet, daß in Lothringen auch viele Nlchtsolbaten, d. h. viele von den jungen Leuten zurückkehren, welche, um sich der Militärpflicht zu entziehen, nach Frankreich gegangen waren. Reifliche Ueberlegung, daß eS doch besser sei, drei Jahre die Pickelhaube zu tragen, als für immer Haus unv Hof zu vermissen, hat diese Umkehr bewerkstelligt. So waren aus einem einzigen Dorfe 13 junge Leute fort und jetzt sind sie alle wieder da. Wie die „Zeitung f. Lothr." erfährt, wird Prinz Friedrich Karl als Inspekteur der 3. Armeeabtheilung bei Gelegenheit der diesjährigen Herbstmanöver der in Elsaß-Lothringen garnisonirenden Truppen eine Jnspicirung derselben vornehmen. Dem Vernehmen nach dürfte derselbe Ende August und Anfang September in Elsaß-Lothringen verweilen. — Auch in dem in Metz garnisonirenden 45. preußischen Infanterieregiment sind kürzlich zwei junge Lothringer, der eine als einjähriger, der andere als dreijähriger Freiwilliger eingetreten. Oesterreich. Klagenfurt, 26. Juli. Die Jesuiten unterhandeln durch einen Zwischenhändler über Den Ankauf zweier Häuser in Bleiberg. In St. Andrä sind neuerdings aus Deutschland ausgewiesene Jesuiten eingetroffen. — Die Gemeindevertretungen von Weitenberg und St. Thomas bei Freudenberg petitioniren gegen die Einwanderung der staatsfeindlichen Jesuiten. Schweiz. Bern, 29. Juli. Der Staatsrath von Genf ersucht den BundeSrath, von dem päpstlichen Nuntius in Luzern Aufklärung über ein angebliches päpstliches Breve, betreffend die Errichtung eines Bisthum» in Genf mit Mermillod als Bischof, zu verlangen. — Der BundeSrath bezeichnete Max Wirth, Direktor des eidgenössischen statistischen Bureaus, und den RegierungSrath Bodenheimer, Präsident der schweizerischen Gesellschaft in Bern, als Abgeordnete zum statistischen Congreß in Petersburg. — In Folge von Ueberschwemmung ist der Personen- und Güterverkehr aus der Mont-Ceni-bahn eingestellt worden. Belgien. Brüssel, 30. Juli. Heute Nachmittag 4 Uhr ist die Königin glücklich von einer Prinzessin entbunden worden. Frankreich. Paris, 27. Juki. In Bezug aus die Andeutung, daß Ausländer die Ar- beiterunruhcn in den nördlichen Grubendistricten schürten, meldet „Echo du Nord": Ein aus Chicago eingetroffener ehemaliger belgischer Grubenarbeiter wurde verhaftet; ausländische Agenten durchziehen die Grubendistricte, und ihr Hauptzweck ist, die französischen Grubenarbeiter zu veranlassen, nach Amerika auszuwandern, wo amerikanische Spekulanten gute Arbeiter suchen. Im Jahre 1869 war in MonS bei der Bewegung auch des Pudels Kern eine Auswanderung nach den Vereinigten Staaten, wohin damals über 1000 Arbeiter verlockt wurden, von denen drei Viertel wieder zurückkehrten und sehr enttäuscht waren. Paris, 29. Juli. Die Nachrichten aus den nördlichen Departements sind fortwährend beruhigend. Die radikalen Blätter, welche anfangs in Betreff deS Briefes des Herrn ThierS an den Präfecten von Arras eine gewisse Zurückhaltung beobachtet hatten, verbergen nicht länger ihren Aerger Über das kräftige Einschreiten des Gouvernements. Sie geben dem Präsidenten in fast drohender Weife zu verstehen, daß sie Act von seinem Briefe genommen haben und wenig fehlt daran, die bewaffnete Macht beschuldigen, die Conflicte provocirt zu haben. Daß die Ruhestörungen von der belgischen Sektion der Internationale angezettelt wurden, unterliegt keinem Zweifel. In Boulogne-sur-wer wurden Briefe aus London saisirt, welche ein Helles Licht aus die jüngsten Umtriebe der Internationale werfen sollen. Versailles, 30. Juli. Der Finanzminister, Herr v. Goulard, machte um 4 Uhr Nachmittags Der Nationalversammlung die Mittheilung, daß das Resultat der Subskription auf die neue Anleihe die Summe 4iy2 Milliarden ergebe, die Resultate einiger Zeichnungsstellen, welche noch nicht bekannt seien, ungerechnet. Versailles, 30. Juli. Nationalversammlung. Finanzminister Goulard legt einen Gesetzentwurf vor, betreffend die Monopolistrung des Handels mit Zündhölzern. Die Versammlung beschließt Dringlichkeit und sofortige Berathung. Der Finanzminister berichtete sodann über das bereits gemeldete Zeichnungsresultat und fügte hinzu: Das Vertrauen Der europäischen Capitalisten ruhe auf der Redlichkeit, Der Loyalität und unvergleichlichen Zahlungsfähigkeit Frankreichs. Die harte Lehre, welche letzteres erhalten habe, fei kein Zeichen seines Falles, ondern habe zur Buße seiner Fehler gedient. Angesichts eines solches Ereignisses ühle er das Bedürfniß zum Danke gegen Gott, welcher in einer Ernte voll Ueberfluß das kostbarste GnaDenpfand ertheilt habe. Das Verdienst der Wiedererhebung Frankreichs gebühre der konservativen Republik, welcher das Ja- und Ausland ein Zeichen des unumwundensten Vertrauens gegeben habe. Trotz unserer Jrrthümer und UnglückSfälle zweifelt die Welt nicht an uns, nicht an Der von Der Vorsehung uns vorbehaltenen Bestimmung. Zweifeln wir nicht an uns selbst! Seien wir einig, weise, geduldig! Italien. Nom, 29. Juli. Dem Vernehmen nach steht die Veröffentlichung einer Encyclica bevor, worin die katholischen Armenier im Orient von Der Kirche für getrennt erklärt und mit Der großen Exkommunikation belegt werden. Die italienische Regierung scheint gegenüber Der klerikalen Bewegung Den eingenommenen Stanopunkt energisch wahren und an die Regelung De- Der- hälimffes zwischen Staat und Kirche ungesäumt die letzte Hand anlegen zu wollen, wozu sie — nebenbei bemerkt — durch Den Ausfall Der Municipalwahlen, welche trotz Der gewaltigen Agitation Der Klerikalen, für das liberale Princip entschieden günstig genannt werden muß, sich stark crmuthigt fühlen Dürfte. Auf Diese Absicht, ein energisches Vorgehen einhalten zu wollen, Deutet auch ein Artikel der ministeriellen „Opinione" hin, welche die Ueberschrist bringt „Die Rechte des Staates" und unter Anderem Folgendes sagt: „Es ist selbstverständlich, daß es in einem Staate verschiedene Parteien giebt, und Daß dieselben mitunter sehr häufig mit einander kämpfen; daß die großen politischen volkswirthschaftlichen und socialen Fragen, welche da- Innere der mooernen Staaten bewegen, nicht in einer so überzeugenden Weise gelöst werden können, daß derselben die Zustimmung aller Intelligenzen gesichert wäre. Es werden jederzeit große Verschiedenheiten sowohl in Der Art Der Auffassung derselben als in den Ansichten über Deren Lösung bestehen. Daher Der Nutzen eingehender, gelehrter und freisinniger Erörterungen, in Denen jede Meinung Das Recht hat, hervorzutreten, jeDer Gedanke das Recht, verlautbar zu werden. Wenn die Clericalen in Diese Erörterungen eingetreten wären, um ihr Programm auScinanderzusetzen, um ein Gesetz zu verteidigen unD ein andere- zu bekämpfen, wer würde Dem widersprochen haben? Sie wären in ihrem Rechte gewesen, und den Liberalen mußte e- sogar lieb sein, eine Partei sich gegenüber zu haben, die von anderen Ideen geleitet und anderen Zielen zustrebend, ihnen Den Vortheil verschaffte, Die Erörterungen zu vertiefen und Die Gefahr von Spaltungen im Schooße Der eigenen Partei zu verringern. Aber ein Grundsatz mußte unter allen Umständen unangetastet bleiben, da- Princip des Staate- selbst. Alle Gesetzesvorschläge könnten erörtert werden, Die politische Tendenz de- Ministertums, sein Programm unD seine Handlungen dürfen bekämpft werden; aber keine Regierung kann zugeftehen, daß auf Den Ruin des Gebäudes hin- gearbeitet werde, zu dessen Aufrechterhaltung sie berufen ist. Man Darf Alle- fagen, so lange man die Grundlagen des Staates respectirt. Sobald jedoch eine Partei oder eine Gesellschaft es für ihre Pflicht hält, das Princip des Staate- selbst zu leugnen, befindet sich die Regierung im Angesichte eines Feindes, Der sich selbst außerhalb des gemeinsamen Rechtes gestellt hat. Keine Regierung darf es gestatten, Daß irgend eine Gesellschaft gegen den Staat protestirt, indem sie Theorien aufstellt, welche da-Land aus den Fugen reißen und dessen Einrichtungen zu Grunde richten. Man sagt zwar, eine Regierung sei stark genug, um sich über Die Ansprüche und Umtriebe Derartiger Fraktionen nicht den Kopf zerbrechen zu müssen. Aber wir würden im Gegentheil in nicht geringer Verlegenheit sein, zu sagen, ob es ein Zeichen von Stärke oder nicht vielmehr von Schwäche ist, wenn eine Regierung Alles gewähren ließe." Im Vatican scheint man immer noch nicht eine klare Vorstellung von Der Lage, in welcher man sich befindet, zu haben. Nachdem Der Papst sich schon Die meisten Staaten Europas, Die Türken mit einbegriffen, zu Feinden gemacht hat, will cr sich auch mit England brouiÜiren. Er muß sich nämlich auch in Die Angelegenheit de- Richter- Keogh mischen, indem er Die Prälaten Irlands und England- auffordert, in Hirtenbriefen gegen Den Beschluß zu protestiren, welcher Diejenigen Clericalen, welche gelegentlich Der Wahl in Galway ihre Autorität gemißbraucht oder da- Gesetz verletzt haben, Der Verfolgung au-setzt. Natürlich erhielt die politisch-religiöse Bewegung in Irland, welche sich schon abzuschwächen begann, durch solche päpstlichen Instructionen neue Nahrung. Man wird in Den Gesetzen England- wohl Waffen genug finden, um die Folgen solcher Aufhetzereien unschädlich zu machen. Spanien. Madrid, 25. Juli. Das neue Manifest Don Carlos* wird vom „UniverS" veröffentlicht. Dasselbe lautet: Catalonier, Arragonier, Seiender! Am 2. Mai erließ ich von Dera au- voll Glaubens an die Größe Der Sache, welche Gott im meine Hände gelegt h-u, einen Ruf an alle Spanier. Was damals nur eine Hoffnung war, wird bald rb ■ C Sowm J",«nailona(l u«We um ««de ’ law Im°?L Itgl mit 3Sn, Ä Mi WMjJttfuftit * Uf d„ $e,t StAnfrtlfy, ?,n s"nes zalles, sicher Errignj^z einer @rnte voll 'ieoft dcr Wieder. kas 3n, und lbt Trotz unserer ucht an der von W an uni (tlbjH ößentlichung einer on der Kirche für erden. en Bevcgung de- egrlung de- Ver- mltgtn zu wollen, ivülvahlen, welche Prmch rnlschiedeil Ans diese Adßchl, Artilrl der wini« Rechte de- Staate-" , datz es in einen er sehr häufig mit tlichen und focialen , nicht in einer so ZuMmung alltt )icOcnbcittn sowohl ibtt deren Äsuuz iger Lrorlerungtt, Sedanlr das Retz tn »attn, u® D Md m ankeret irtn in ihrem Sie-t, art« ßch gegenöd" , Lußrebend / lhufl die Gefahr dm Iber ein Grunds ncip des Staate- MM Tendenz dei , bdäepit wrrWl1' ves Gebäudes hit>' Nun dar! ^et Sobald jevoch M PrinciV W ®'M [eine " -rsK '’S JÄ 8«"“1,* in’« ralattn 3 ;Ä ÄS ,ub ”®" . ßd« ”* ,6 ld) Lt tt” 1 •**#■»* eine Wirklichkeit sein. Die Grundlagen der Restauration des Thrones Recarid'S ruhen auf den Lorbeeren von Onate, Manaria, Urbasa, Ceberio, Mas de Roig, ArbuciaS, Tibisa und ReuS. Der Weg zum Siege ist mit Märtyrerblut getränkt: Uribarri 'Zlyastay, Garcia und Francesch haben auf ihm ihre unsterblichen Namen eingeschrieben. Heute, wie damals, aber nur noch vertrauensvoller, wiederhole ich mit dem Stolze des Königs einer heldenmüthigen Nation: Freiwillige, die ihr edelsinnig zum Opfer herbeieilt, die Blicke gen Himmel und auf meine Fahne ge- richtet ich bewundere Euch! Soldaten von Pania und Bailen, die ihr blind genug'seid, als Söldner dem Fremdlinge zu dienen, auch Euren Muth bewundere ich. Mein Ruf geht an Euch Alle, denn Alle seid Ihr Spanier: das Werk der Befreiung hat kaum begonnen und schon blickt die Welt auf uns, die Revolution zittert und alle Guten sind voll Freude. Ja, der Tag ist nahe, da meine sehn- lichsten Wünsche in Erfüllung gehen werben. Und da ich, wie ich Euch schon in meinem Manifeste vom 30. Juni 1869 geschriebm habe, die Decentralisation will, so erkläre ich Euch beute öffentlich und feierlich, ihr unerschrockenen Cata- lonier, Arragonier und Dalencier: Bor anderthalb Jahrhunderten hat mein erlauchter Ahnherr Philipp V. Eure FueroS aus dem Buche der Freiheiten des Vaterlandes streichen zu sollen geglaubt. WaS er Euch als König nahm, als König gebe ich e< Euch wieder; denn wenn Ihr dem Gründer meiner Dynastie feindlich wäret, so seid Ihr heute das Bollwerk seines legitimen Abkömmlings. Ich gebe Euch Eure Fueros wieder, weil ich der Vorkämpfer jeder Gerechtigkeit bin. Ich werde Euch einberufen, damit wir sie durch gemeinschaftliches Einver- nehmen den Bedürfnissen unserer Zeit anpaffen, und Spanien wird noch einmal erkennen, daß auf der Fahne, welche die Worte: „Gott, Vaterland und König" trägt, auch alle rechtmäßigen Freiheiten geschrieben stehen. — An der spanischen Grenze, 16. Juli 1872. Euer König. Carlos. Jede Bemerkung zu diesem grotesken Aktenstücke würde den erheiternden Eindruck desselben nur abschwächen. England. London, 31. Juli. Die amtliche „Gazette" meldet die Ernennung ErSkine's, des seitherigen Gesandten in Griechenland, zum Gesandten in Stockholm. Rußland. Petersburg, 23. Juli. Wik der „Ruski Mir" berichtet, wurde den zu den Petersburger Manöver» deiegirten deutschen Officieren während ihres Besuches in Moskau von dem General-Gouverneur des Moskauer Gouvernements, Fürst Dolgorucki, ein glänzendes Diner gegeben, zu dem nur 22 Personen Einladung erhalten hatten. Unter den Gästen befanden sich der Commaudant von Moskau General von Gildensiubbe, der Minister der öffentlichen Aufklärung Graf Tolstoy, der den deutschen Ofßcieren als Begleiter beigegebenr General Schabliin, der Adjutant des Kriegsministers Fürst Trubeckoj und andere hochgestellte Militär- und Civilpersonen. Der Saal, in welchem das Diner stattfand, war auf- prächtigste mit exotischen Pflanzen decorirt. Nach Aufhebung dcr Tafel begaben sich die Gäste in einen Nebensaal, wo ihnen der Kaffee gereicht wurde und wo ihnen ein Zigeunerchor von mehr als 50 Sängern russische Volkslieder vorsang. Zu den lebhaftesten Gesprächen der Festgenoffen lieferten den Hauptstoff die großen historischen Erinnerungen der alten Waffenbrüderschaft der preußischen und russischen Armeen. Amerika. Newyork, 30. Juli. Die Zeitungen veröffentlichen ein Schreiben de- Senators Sumner, worin dieser die Candidatur Greeley'- unterstützt. Newyork, 30. Juli. Das Petroleumdepot zu Hunterspoint, gegenüber Newyork, welches mit Oe! angefüllt war, ist durch Feuer zerstört worden. Der Verlust wird auf eine Million Doll, geschätzt. trüget, der das Gefängniß zu Kassel kaum verlassen hatte, wurde hier mit 3 Tagen Haft bestraft. Sehen die Einwohner nicht bald ein, daß es absolut nöthig ist, die arbeitsfähigen aber arbeitsscheuen bettelnden Strolche abzuweisen? (E i n g e s a n d t ) Gießen. Die Gesellschaft (Sparverein) Concordia veranstaltete am verflossenen Sonntag eine Waldparthie mit Musik nach dem Ludwigsbrunnen. Außer der Tour am HimmelfahrtS- morgen ist bis jetzt in Gießen von derartigen Vergnügungen noch nichts bekannt. Um so lobenS- werther erscheint eben das Arrangement einer solchen Parthie, als der Verein eben doch nicht sehr stark ist. Dieselbe verlief denn auch in der schönsten Ordnung und ungezwungensten Heiterkeit ohne jegliche Storung. Der Verein bedachte, um eben seinen Freunden die Theilnahme zu ermöglichen, dieselben mit Einladungen. Durch die Vorsorge des WirthS, welcher einen sehr guten Schoppen und gute Speisen verabreichte, wurde die Gemülhltchkeit bedeutend erhöht. Nur war es zu bedauern, daß von den Mitgliedern der „Concordia" selbst sich so wenig an dem Ausflug betheiligten. Unter Musik und Tanz verging dann der Nachmittag bis zum Abend, wo denn die ganze Gesellschaft unter Vortritt der Musik den Hetmmarsch aus dem Walde antrat. Zum Schluß möchten wir anderen Vereinen auch solche Parthien wie die der „Concordia" anempfehlen, denn eS kann bei der jetzigen tropischen Hitze wohl nichts Schöneres geben, als im Schatten des Waldes zu lagern, einen kühlen Schoppen zu trinken und den Klängen der Musik zu lauschen. Dem Vereine „Concordia" gebührt aber der Dank aller anwesenden NichtoereinS- mitglieder. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 31. Juli. Bei gut von statten gehender Ultimo-Regulirung verkehrte heute die Börse in Folge des kolossalen Erfolgs der französischen Anleihe bei gehobenes Stimmung und nahmen die Umsätze auch in den Nebenwerthen wieder einmal lebhafteren Character an. Das Hauptgeschäft war natürlich wieder in französischer Rente, die tn großen Beträgen hin- und herging und mit 88%—3/< bezahlt wurde. SubscriptionSresultate erreichten heute 4 Fr. Prämie. Nächst französischer Rente waren eS Creditactien, auf welche sich die Speculation warf, und wurden selbe bis 3533/4 getrieben, während Staatsbahn bei 35372 und Lombarden bei 219 stagnirten. Oesterreichische Nationalbank wurde über Notiz gern gekauft, wie denn momentan Bankwerthe wieder in der Gunst der Speculation stehen. Große KaufordreS lagen heute für BaSler Bankverein vor, der als Zeichnungsstelle für die französische Anleihe eine schöne Provision verdient haben soll. Die hiesigen Institute beliebt, Darmstädter und ProvinzialdiSconto ebenso, Meininger höher, junge Meininger fest. Oesterreichische Bahnen find noch immer vernachlässigt, obwohl sich heute einige Käufer für Elisabeth, Nordwest, Naab-Grazer und Böhmen einstellten. Beliebter sind Prioritäten, die fast in allen Gattungen heute in Umsatz waren und als relativ sichere Capitalsanlage gern gekauft werden. Von deutschen Bahnen zogen alte bayerische Ostbahn wieder etwas an; Pfälzer Sorten fest. Auch der Loosenmarkt war belebter als in der letzteren Zeit; Köln-Mindener, Ungarn, Finnländer, österreichische 1860er wechselten ihre Besitzer und namentlich die kleineren Gattungen werden stark hin- und hergeschoben. Von Staatspapieren zeichnete sich österreichische Papierrente durch große Festigkeit aus. Süddeutsche Fonds am Markt, aber theuer. Von Wechseln Wien beliebt Auf amerikanischem Gebiet herrscht vollständige Windstille. Wechsel. 813/ö Oberhessen Amerik. Bonds Local-Notiz. Lochstavpler Wilhelm Ewald von Darmstadt doch, unter Vorzeigung einer falschen Wettelschnst, bei hiesigen wohlhabenden Leuten für eine angeblich hier krank liegende- gar nicht existirende - Wittwe D. -. sehr ansehnliche Gaben emzusammeln. Der Be- Allgem et Wer Anzeiger tu 98/s41,6 1882t 967- 1885t 97% 1887t 97 QD Flur Nr. 33/241/3 ßörsennachrichtea. 31. Juli 1872. meistbietend versteigert werden- Gießen, den 30. Juli 1872. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Semmler, Ortsgerichtsmann. Gießen, 31. Juli. Obwohl das hiesige Publikum vor vagabundirenden Betrügern Ichon oft genug gewarnt worden ist, gelang es vor einigen Tagen dem oft bestraften V* , y .vR i« ~ i Sv vvxv. hrtrh unipr 9t nrietn iinn PtrtPT sllssmen Besondere Bekanntmachung.^ Oeffentliche Aufforderung. Betr.: Das Vermögen des abwesenden < Wilhelm Leo auS Gießen. 3517) Das Vermögen des schon seit langer Zeit mit unbekanntem Aufenthalte abwesenden Wilhelm Leo, eines Sohnes des dahier verstorbenen Musik-Directors Leo, wurde seither curatorisch verwaltet rmd beträgt nach der zuletzt abgehörten Rechnung dermalen 3586 fl- 14% kr. Da seit der Geburt deS Abwesenden em Zeitraum von 70 Jahren verflossen ist, so kann das Vermögen, vorerst gegen Caution, an die Erben abgegeben werden. Man fordert deshalb den abwesenden Wilhelm Leo, dessen Leibes- ober Testaments-Erben, sowie überhaupt alle Diejenigen, welche Ansprüche an jenes Vermögen machen zu können glauben, hiermit auf, sich binnen sechs Monaten dahier anzumelden und als Berechtigte gehörig zu legitimiren, geyenfalls nach Ablauf dieser Frist das Vermögen an den dahier wohnenden Bruder des Ab- wesenoen, den pensionirten Einnehmer Leo, welcher sich bereits gemeldet hat, verabfolgt werden wird. Gießen, den 21. Juli 1872. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. -vt. Muhl, Stadtrtchter. Hermann Kehrend antiquarische Buch- und Kunsthandlung in Bonn. Aetien. .5% öatr. F. St. E. B. 354 Lombard. Bahn 22072 Ludwigsh.-Bexbaeh 200 Maxbahn — Bayer. Ostbahn 138% Rhein-Nahebahn-Xet. 45% Hess. Ludwigeb.-Aot. 181 lUKlftr. 68 Hofraithe am Nahrungsberg, 624 Grabgarten daselbst, giebt 547i kr. Rente, Aetlen. Frankf. Bank 1417s Frankf. Vereins-Kasse 1417/ö Darmst. Bankaot. 4857z Wien Bankactien 898 Oest. 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