Preis vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 ft 27 ft. Gießener Anzeiger Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 102. Mittwoch dm 1. Mai 1872. Bestellungen auf den Gießener Anzeiger Expeditionen und den Land-Postboten entgegen^ genommen. Abonnenten , welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Mai und Juni zu 40 kr. jSMWBMMMMWMMWMMMWWMm«—Ul' .1 Deutschland. Berlin, 27. April. Neber die Ernennung des Cardinals Fürsten Hohenlohe zum deutschen Botschafter beim Papste wird der „Köln. Ztg." aus Berlin geschrieben: Wir sind es gewohnt, durch den Reichskanzler überrascht zu werden. Originelle Entschlüsse, die Niemand erwartet hat, geben ren schwebenden Fragen plötzlich eine neue Wendung und deroutirem seine Gegner. Zu diesen unerwarteten Entschlüssen rechnen wir die Ernennung eines Cardinals zum deutschen Botschafter bet der römischen Curie. Die Ueberraschung ist um so größer, als man in letzter Zeit darauf gefaßt war, das deutsche Reich der katholischen Kirche gegenüber in eine feindliche Stillung gerathen zu sehen. Statt dessen sehen wir plötzlich das Reich beim heiligen Stuhl diplomatisch vertreten nicht nur durch einen Katholiken, sondern durch einen princeps Romanae ecclesiae. Gewiß eine große Concession, welche der katholischen Krrche gemacht w'rd! Und dennoch, wenn wir die Persönlichkeit des zum Botschafter ernannten Cardinals näher ins A^ge fassen, können wir uns nicht enthalten, den Entschluß des Reichskanzlers als einen sehr glücklichen zu bezeichnen. Es kann im Interesse des Friedens zwischen den Consessionen nicht ost genug hervorgehoben werden, daß die katholische Kirche und der Jesuitenorden nicht ein und dieselbe Sache sind. Die Bemühungen der Jesuiten gehen gerade jetzt mit besonderem Eifer dahin, diesen Unterschied möglichst verschwinden zu lassen. Bischöfliche Erlasse, die unter dem Einflüsse des Jesuitenordens erlassen werden, Petitionen von Laien, inspirirt von Iesuitenfreundcn, geben sich alle Mühe, vergessen zu machen, daß die katholische Kirche bis zum Jahre 1540 ohne die Hilfe der genannten Gesellschaft bestanden hat. So wird eine Begriffsverwirrung geschaffen, die jeden Deutschen, der seine Heimath nicht zum Schauplätze confessioneller Kämpfe werden lassen will, mit tiefer Beun^hi^ gung erfüllt. Die Ernennung des Cardinals Prinzen Hohenlohe ist eht erfreulicher Beweis, daß die kaiserliche Regierung sich des oben erwähnten Unterschiedes bewußt und daß sie entschlossen ist, ihn frstzuhalten. Der zum Botschafter ernannte Cardinal ist ein katholischer Priester, gegen dessen corrccte Stellung in der Kirche kein Zweifel besteht. Er hat weder gegen die Proclamirung des UnfehlbarkeitS- dogma'S glstimmt, noch ist er den Schritten feines Lehrers Döllinger gefolgt. Er ist ein in den dogmatischen Anschauungen der römischen Curie gebildeter Geist- licher. Er ist überdies ein anerkannt-gläubiger und frommer katholischer Christ. Allein was ihn von vielen seiner StandeSgenoffen unterscheidet, ist seine Stellung gegenüber dem Jesuitenorden. Der Cardinal Hohenlohe ist unter den Freunden der Jesuiten einer der bestgehaßten Männer, denn er hat seit seinem Eintritt in den geistlichen Stand, also seit etwa 25 Jahren, die er sowohl am Hofe des Papstes, als in seiner Eigenschuft als Cardinal in Rom zugebracht hat, sich stets von dem Alles beherrschenden Einfluß des Jesuitenordens frfi zu halten gewußt. Er ist deutsch geblieben in seinem Denken und Thun, trotz jahrelanger Anfeindungen von Seiten derjenigen, welchen deutsches Denken und Fühlen ein Gräuel ist. Daß er dies blieb inmitten einer Umgebung, die in der Wahl ihrer Mittel gegenüber ihren Feinden nicht zu wählerisch zu sein pflegt, das zeugt von einer Nachhaltigkeit des Characters, die wir als eine Bürgschaft annehmen, daß er auch jetzt die Interessen des Reichs unabhängig von dem verderblichen Einflüsse des mächtigen Ordens zu wahren wissen wird. Die Katholiken werden in dieser Er- Nennung den Beweis erblicken, daß cs der leitenden Macht in Deutschland ernst ist, wenn sie erklärt, gerechten Forderungen der Katholiken entsprechen und den Frieden aufrecht erhalten zu wollen. Prinz Gustav zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst, geboren den 26. Februar 1823, Cardinal-Priester, der künftige Vertreter Deutschlands behi römischen Stuhl, ist ein jüngerer Bruder des Herzogs Victor von Ratibor und des Fürsten Cloowig zu Hohenlohe (früheren königl. bayerischen Ministerpräsidenten). Der jüngste Bruder, Prinz Konstantin, ist Obersthofmelster des Kaisers von Oesterreich. Berlin, 27. April. Bei der Nachricht der Blätter, die Regierung werde demnächst gegen den Jesuitenorden vorgehen, fragt es sich, ob damit jene Maßregeln der Ueberwachung bezüglich des Jugenvunterrichtes, der Lehrbücher u. s. w. angedeutet find, von welchen schon seit einiger Zeit gesprochen wurde. Umfassende AuSweisungS- und Unterdrückungsabflchten, so weit es sich um einheimische Jesuiten handelt, wollte man nicht voraussetzen, namentlich deswegen, weil sie praktisch schwer durchführbar wären. Man wird daher Näheres über jene angekündigte Action abwarten müssen. Berlin, 29. April. Der Reichskanzler hat, der „Spen. Ztg." zufolge, bet dem BundeSrath jetzt beantragt, zu erwägen, ob nicht die Gebühr für die Corre- fpondenzkarten vom 1. Juli d. I. ab auf y2 Silbergroschen bezw. 2 Kreuzer testzusetzen und demgemäß auch bei den jetzt schwebenden Verhandlungen auf Abschluß eines deutsch-österreichischen Postvertrages die Zustimmung zu einem auf aselben Zweck gerichteten österreichischen Antrag auszusprechen sein möchte. Durch einen Erlaß der HandclSministerS an die Direktionen der Staats- Eisenbahnen vom 11. März 1870 war die aushilfsweise Verwendung von Frauenspersonen bei dem Billetverkaufe unter gewissen Voraussetzungen gestattet worden. Da diese Maßregel nach den bisherigen Erfahrungen im Allgemeinen günstige Resultate ergeben hat, so ist jetzt in Erwägung genommen worden, ob nicht derselben im Interesse der weiblichen Hinterbliebenen verstorbener Beamten eine erweiterte Anwendung zu geben sei. Unter Hinweis auf die bei verschiedenen fremdländischen und deutschen Eisenbahnverwalkungen, namentlich auf den württembergi- schen Staatsbahnen bestehende Einrichtungen, nach welcher Frauen ledigen Standes uno kinderlose Witiwen unter bestimmten Voraussetzungen auch selbstständig in einzelnen Zweigen des Eisenbahndienstes verwendet werden, hat jetzt der Handelsminister die königlichen Direktionen zu gutachtlichen Äußerungen darüber aufgefordert, ob nach den bisherigen Erfahrungen die Zulassung von Frauen zur Be- schäftigung im Eisenbahndienst in erweitertem Umfange und eventuell in selbstständiger Stellung, als dem Verwaltungsintereffe entsprechend, anzusehen sein möckte. Es wird in dem Erlaß noch auf das in Frankreich übliche und in Elsaß-Lo- thringen beibehaltene Bahnverwaltungssystcm aufmerksam gemacht, wonach die Bahn durch patropillirende Wärter und nur die Barrieren an den frequenteren Chausseen und Vicinalstraßen durch besondere Wärter bewacht, alle übrigen Barrieren an Niveau-Uebergängen aber von den Frauen der patrouillirenden Wärter bedient werden, welche dafür eine an die Frauen zur Auszahlung gelangende Monatsvergütung von fünf Thalern erhalten. Berlin, 30. April. Die Stiftungsurkunde der Universität Straßburg nebst den dazu gehörigen Gesetzen sind vom Kaiser am 28. April vollzogen worden. In Ersterer heißt es: „Wir begründen diese Hochschule, die aus Elsaß und Lothringen so viele hochgelehrte Lehrer empfing und diesen Landern, wie der Welt, Männer, lücbtig in allen Zweigen der Wissenschaft, zurückgegeben hat, von Neuem, uus ^aß an ihr im Dienste der Wahrheit die Wissenschaft gepflegt, die Jugend gelehrt und so der Boden bereitet werde, worauf mit geistiger Erkenntniß wahrhafte Gottesfurcht und Hingebung für Gemeinwesen gedeihen." Die in Straß- bürg bisher bestehenden Fakultäten werden aufgehoben und alle Rechte derselben aus die neue Hochschule übertragen, deren obere Leitung und Aufsicht dem Reichs- kanzler zusteht. Kiel, 28. April. Die „Kiel. Ztg." widerruft ihre Meldung, daß der See- cadett Reinhardt bereits vom Kriegsgericht freigesprochen worden. Sie führt diesen Jrrthum auf eine am 22. d. M. gefällte kriegsgerichtliche Entscheidung zurück, wonach dem Mörder der beiden jungen Kaufleute gestattet ist, frei umher zu gehen. Dagegen erklärt das „Kiel. Corr.-Blatt", daß Reinhartt selbst an seinen Verwundungen so schwer darniederliege, daß von einer Fortführung v-.r Untersuchung bis auf Weiteres habe Abstand genommen werden müssen. Tauberbischossheim, 27. April. Bei der hiesigen Reichstagswahl ist der Advocat Schulz (clerikol) mit 8493 Stimmen gegen Dr. Herth, der 8249 Stimmen erhielt, zum Nachfolger des Bischofs v. Ketteler gewählt worden. München, 27. April. In der „A. Z." wird die Meldung, daß Prinz Leopold von Bayern nach Wien übersiedeln und in österreichische Dienste treten werde, auf das Bestimmteste als irrig bezeichnet. Es fei bisher noch niemals ein bayerischer Prinz in außerbayerische Dienste getreten und auch Prinz Leopold habe niemals auch nur die Absicht gehabt, es zu thun. Derselbe werde gegen Ende der nächsten Woche aus Wien hier eintreffen. Straßburg, 30. April. Die Feftgenossen treffen äußerst zahlreich ein. Von Wien allein sind 30 Studirende angekommen. Heute Abend findet Empfang der Deputirten der Universitäten statt. Die Vorlesungen beginnen am 6. Mai. Oesterreich. Wien, 26. April. Auch die Studentenschaft in Wien wird der Einladung zur Eröffnungsfeier der Universität Straßourg Folge leisten. Der Leseverein der deutschen Studenten wird eine Deputation von 20 Mitgliedern dorthin absenden und hat sich mit den Universitäten Prag und Graz in Verbindung gesetzt, um ein gemeinsames Auftreten zu vereinbaren. Innsbruck, 27. April. Das fürst-erzbischöfliche Ordinariat Salzburg verfügte die Enthebung des als liberal (anti-infallibilistisch) geltenden Decans Hör- fahrter in Kufstein von der Führung des Dekanats. — Die hiesige Hochschule entsendet den Philologen Jülg und den Juristen Jnama zur Eröffnungsfeier der Straßburger Universität. Aus Krakau, 27. April, wird der „D. Z." gemeldet: In Folge der Ausweisung der Jünger Loyola'S (Jesuiten) aus dem deutschen Reiche wird das bis nun in Schrimm (Posen) bestandene Jesuiten-Gymnasium nach dem schon ohnehin in dieser Beziehung überaus reichlich gesegneten Krakau übersiedeln. Schweiz. Bern, 27. April. Aus Chicago ist ein Schreiben des dortigen schweizerischen Consuts im Bundespalais eingetroffen, laut welchem dort seit dem großen ! Brande fortwährend ein Zufluß von Arbeitern und Handwerkern aller Art so massenhaft stattfindet, daß die Mehrzahl ohne Beschäftigung bleibt und dem bittersten Elende prcisgegeben ist. Das Schreiben warnt daher alle Auswanderer, Chicago als Ziel ihrer Reise zu nehmen. Frankreich. Pans. Das „UniverS" bringt die Nachricht, daß . Jules Simon an den Erzbischof von Parts ein Schreiben wegen der Proclamation der Unfehlbarkeit gerichtet hat. Das ultramontane Blatt ist wüthend, daß der Minister dieses zu thun gewagt hat, und es verlangt, daß die Kammer nun die Sache in die Hand nehme. „Da" — jo sagt das „Univers" — „Herr Iales Simon sich in die Debatte officiell eingemischt hat, so muß die Versammlung, welche souverain ist, das Auftreten ihres Delegirten im Kultusministerium überwachen und beurtheilen. Es wird eine Gelegenheit für die Majorität sein, zu erklären, daß der Artikel des Gesetzes, welcher von den Freidenkern angerufen wird, nie die Autorität gehabt hat, die man ihm geben will, und daß er außerdem nicht mehr in Kraft ist. Wir zweifeln nicht, daß die katholischen Deputirten, welche in dieser Be- ziehung die nämliche Meinung haben müssen, wie wir, nötigenfalls die Frage tn Anregung bringen werden." Paris, 28. April. Die „Republique Francaise" äußert über das Votum des Generalstabscomite's, das sich mit 6 gegen 4 Stimmen gegen die Reorgani- i sation dieses Instituts ausgesprochen hat. „Sechs Generale", schreibt sie, „haben erklärt, daß im bestmöglichen Generalstabe Alles zum Besten bestellt sei, daß unsere Offiziere nichts zu lernen haben, daß die Organisation des Commando's vollkommen und unsere Armee noch immer die erste der Welt durch ihr Wissen sowohl als ihre Tapferkeit sei." Das genannte Blatt weist darauf hin, daß nicht nur die anderen Völker Reformen in ihren militärischen Einrichtungen etnführen, ja, daß auch Preußen sich dieser Sorge nicht enthoben glaubte. „Während wir uns benehmen, als wären wir die Sieger gewesen, arbeitet Preußen, als wäre es besiegt worden. Ganz Deutschland ist in ein großes UebungSlager umgewanvelt, in dem neue Erfindungen geprüft und unablässig Experimente gemacht werden Das alte Kriegsmaterial wird umgeformt; Kanonen, die Kanonen, die uns besiegt haben, werden als ungenügend erklärt und man sucht neue Typen; das Zündnadelgewehr wird bet Seite gelegt und man arbeitet unsere eigenen Chaffepotö um; man versucht neue Manöver, man ändert die Taktik, man beschleunigt die Mobilisirung; man findet, daß acht Tage, um in Frankreich einzufallen, zu viel seien und vier oder fünf dazu hinreichen sollten. Während dieser Zeit genießen wir in Frieden die Früchte unserer Erfahrung, wir verfallen von Neuem in unsere süßen Lieblingsgewohnheiten, überlaffen uns der Führung derselben Männer und glauben genug für unseren Ruhm und unsere Sicherheit gethan zu haben, wenn wir die Dinge gerade auf den Punkt, wo sie am 8. Juli 1870 waren, wieder zurückfübren." Versailles, 30. April. Genton (wegen Theilnahme an der Ermordung des Erzbischofs von Paris und anderer Geißeln verurtheilt) wurde heute Vormittag auf der Ebene von Satory füsilirt. Derselbe starb unter dem Rufe: „Es lebe die Commune!" — Die Zeitungsnachricht, der zufolge die Rebe davon wäre, die Berathung über die Armee-Reorganisation bis nach der Budgetberathung zu vertagen, wird für unrichtig erklärt. Italien. gegangen, als der Bau der Schulgebäude. Bis die Schulgebäude fertig wurden, mußten Lehrer und Schüler in einem öffentlichen Gerichtsgebäude untergebracht werden, wo sich bisweilen Verbrecher eingrsperrt fanden und natürlich auch gerichtliche Obduktionen in denjenigen seltenen Fällen statt hatten, wo bei verdäch- tigen Todesfällen solche nöthig waren. Es befanden sich dann wirklich Schulpersonal und Gerichtspersonal hin und wieder, wenn auch nicht in derselben Stube, so doch unter demselben Dache, aber bloß, weil die Schule die Gastfreundschaft des Gerichts genoß und nicht umgekehrt. Von einem Bewachen der Arrestanten durch die Lehrer konnte selbstverständlich nie die Rede sein, und wenn der Unterrichtsminister ein eigenes Schulgebäude anzuweisen vermochte, dann hörte ohne Circular, ohne weitere Verfügung das Zusammenarbeiten von Schule und Gericht unter Einem Dache von selbst aus. Odessa, 27. April. Der Oberpolizeimeister verbot allen Arbeitern, an den morgen beginnenden Feiertagen auf den Straßen in großen Haufen sich anzusammeln. Die Arbeitgeber und Herrschaften wurden verflichtet, die Dienerschaft zu Hause zu halten. In den Straßen werden starke Patrouillen gehen. Diese Maßregeln wurden ergriffen, um eine Wiederholung der vorjährigen Iudenkrawalle zu verhüten. Riga, 28. April, Morgens. Armitstead Mitchell's große Dampfsägemühle ist in der vergangenen Nacht total abgebrannt. Der Schaden ist ein sehr beträchtlicher. Verwischtes. Darmstadt. Das hiesige Schwurgericht hatte sich am 26. und 27. April mit einer Anklagesache wegen Mords zu beschäftigen. Die Anklage ging dahin, daß die 25jährige Barbara Stürmer, geb. Stock aus Rodheim, zuletzt in Klein-Stein- heim wohnhaft, ihren Ehemann nut Ueberlegenheit und in der Absicht, ihn zu lödten, am 25. Febr. d. I. in der Nähe von Klein-Steinheim in ein etwa 10 Fuß tiefes Wafferloch eines Steinbruches gestoßen und dadurch dessen Tod verursacht habe. Die Beschuldigte, welche mit großer Dreistigkeit auftritt, betrieb das Geschäft einer Lumpensammlerin, während sich ihr Mann redlich und brav als Steinbrecher ernährte. Das Leben der beiden Ehegatten war ein höchst unglückliches, da die in schlechtem Rufe stehende Frau der Völlerei und Unzucht im hohen Grade ergeben war und in ihr daher, nach verschiedenen Drohungen zu I schließen, der Gedanke reis wurde, ihren Mann aus der Welt zu schaffen. Die Angeklagte gibt bei der Verhandlung nur zu, mit ihrem Manne in Streit ge- rathen zu sein, in Folge dessen sie ihm einen Stoß versetzt, der gegen ihren Willen den Tod des Unglücklichen durch Ertrinken herbeigesührt, während sie in der Voruntersuchung nach anfänglichem Leugnen zugestanden hatte, daß sie aus Wuth darüber, daß ihr Mann sie geschimpft, denselben in das Wafferloch gestoßen, um ihn los zu werden, daß sie aber sofort versucht, ihn wieder durch eine Stange zu retten. Letzteres scheint indeß in feiner Weise der Fall gewesen zu sein. Die umfangreiche Zeugenvernehmung bot ein scheußliches Bild Der höchsten Rohheit und moralischen Verkommenheit der Angeklagten, wie überhaupt die ganze Verhandlung überreich an scandalosen Momenten war. Trotz der mit großem Geschick geführten Vertheidigung des HofgerichtSaevokaten Ohly sprachen Die Ge- schworenen nach einer Berathung von etwa 10 Minuten Das Schuldig wegen MorDeS aus, worauf der Gerichtshof gegen die Angeklagte die Todesstrafe er- Ueber Den Umfang des Unheils, welches die tückischen Mächte des Vesuvs anaerichtc! haben, läßt sich noch nichts Bestimmtes sagen. Niemand kennt mit Gewißheit die Zahl der Personen, welche, von der Erhabenheit Der Naturerscheinung ungezogen, sich allzu sorglos Dem treulosen BoDen anvertraut haben. Derselbe wich an einer Stelle, wo NiemanD Deß gewärtig sein konnte, den unter ihm wühlenden feurigen Massen, nämlich in Der Nähe Des Observatoriums, in welchem Professor Palmieri Die Regungen Des Ungethüms überwachen sollte. Wenn Mi- nisterpräsiDent Lanza gut unterrichtet war, so hätten etwa 200 Menschen Den ToD unter glühender Lava gefunden. In Neapel wußte man indessen nichts von einer bestimmten Zahl. Man vermißte mehrere Fremde in den verschiedenen Hotels und sprach von etwa 60 Verunglückten. Der Schrecken ist allgemein, Da Die Eruption furchtbare Dimensionen angenommen hat. Die Lava ist bis San Sebastiano vorgedrungen und Die Flecken San Giorgio, Cremano, Torre Annunciata unD Torre Greco sehen sich von Dem Schicksale von Pompeji unD Herculanum bedroht. Der König schickte seinen Adjutanten auf Die Stätte des Unglücks, Lanza und Castagnola werden in Neapel erwartet. Neapel, 28. April, Nachts 12 Uhr. Der Aschenregen dauert fort, der Vesuv ist ganz eingehüllt und mit den Augen gar nicht wahrzunehmen. Das unterirdische Getöse macht sich in einzelnen heftigen Detonationen bemerkbar. Neapel, 29. April, 2% Uhr Nachmittags. Der Vesuv zeigt unter Blitzen uno ErDerschütterungen elektrische Erscheinungen, welche Entsetzen in Der Bevölkerung verbreiten. Hier fällt Sandregen. In Massa unD Somma regnet es Lavaschlacken. Spanien. Madrid, 29. April. Die Carlisten erlitten mehrere Niederlagen. Aus Der Provinz Saragossa wurDen sie vertrieben. England. London, 29. April. Gladstone und Granville theilten Den Parlaments- Häusern mit, General Schenck habe auf Die Anfrage Granville'S geantwortet, er erwarte heute Das Eintreffen Der Antwort des Staatssekretärs Fish. London, 30. April. Einem Telegramm Der „Times" aus PhilaDelphia zufolge wurde General Schenck instruirt, Lord Granville anzuzeigen, Daß Amerika, falls EnglanD von vornherein gegen Das Princip Der Erhebung tnDirecter SchaDen- ansprüche sich entscheiDe, solchen Beschlüssen beistimmen wolle. Das Schiedsgericht werde die indirekten Ansprüche solchenfalls nicht discutiren. Amerikas Gegenschrift bleibe unverändert, obschon das obige Arrangement die direkten Ansprüche unwirksam mache. Es heiße, daß England den Vorschlag annehmen werde. Rußland. Petersburg, 25. April. Mit der aus der „Ostsee-Zeitung" auch in andere Blätter übergegangenen Notiz, wonach in Schullokalen während des Schulunterrichts „Leichensectionen" vorgenommen und außerdem Verbrecher und Vagabunden untergebracht und gar von den Lehrern bewacht worden sein sollten, hat es folgende Bewaudtniß: In manchen Gegenden ist das Schulwesen rascher vorwärts kannte. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 30. April. Israelitische Feiertage, schlechte Berliner Nachrichten, Mangel an Brtheiligung seitens des Privatpnblikums, alles wirkte zusammen, um der Börse anhaltend das Gepräge der Schwachheit zu geben. Auch heute war es wieder Berlin, das auf daS hiesige Geschäft tnsiuirte, während Wien relativ fest kam. Zwar hatte das Geschäft in Specu- lationSeffecten lebhaftere Färbung, was schon an den verschiedenen Schwankungen der Course zu bemerken war; im Ganzen mußten die Preise aber doch wieder unter dem gestrigen Niveau bleiben. Die zahlreichen Bianco-Verkäufe hier und in Berlin drücken eben doch zu stark. Auch die günstigeren Momente, die io letzterer Zeit wieder für österreichische Bahnen sprechen, blieben unbeachtet und eS fand fast gar kein Geschäft auf diesem Gebiet statt, da Käufer total mangeln. DaS Gleiche gilt von Banken. Die Courie fast sämntlicher Gattungen konnten nicht Stich halten. Am besten hielten sich die alten Werthe dieser Kategorie, wie Darmstädter und Meininger, während dagegen österreichische Nationalbank etliche Gulven nachgeben mußte und bei 871 gehandelt wurde. Prioritäten und Pfandbriefe still. In ruhigem und festem Verkehr bewegte» sich Staatspapiere, wie österreichische Silberrente und süddeutsche Fonds. Loose st ll, da heute jene Elemente fehlten, welche dieses Gebiet sonst besonders gern zu cultiviren pflegen. 1860et Loose waren etwas gefragt, ohne jedoch den Eours zu ändern. Genueser und Oldenburger, sowie Köln Mindener gekauft. Die Nachbörse brachte für SpecuIationSwerlhe wieder höhere Course, in Folge günstiger politischer Nachrichten. Creditactien 347 nach 344*/, und Staatsbahn 385 nach 383V2- 84 Oberhessen 4% 983/4 3V2% „ 92i/2 Bayer. 5% 1003/8 Amerik. Bonds 1887r 975/8 Stadt Florenz — 1881r 993/4 1882r 957/s 1885r 971/8 Oeatr. 1858r 1860r 1864r fl. 250 v. 1854 84 Prioritätslooee 195 Loose — Borstflnachrichten. 30. April 1872. Aetien. Frankf. Bank 1425/8 Frankf. Vereins-Kasse 138 Darmst. Bankact. 462 Wien Bankactien 874 Oest. Creditact. 345 Galizien 264 AelleE. 5O/o östr. F. St. E. B. 384 Lombard. Bahn 2077z ' Ludwigsh.-Bexbach 204 Maxbahn 116 Bayer. Ostbahn 1483/< Rhein-Nahebahn-Act. 49 Hess. Ludwigsb.-Act. 180 Prioritäten. 30/0 öster.Steb.-Prior. 59V4 3°/0 öst. s. Lombard 501/4 30/0 Livorneser 40i/< 50/0 Toscaner 62 5% Elisabeth.-Prior. 837/e do. H. Emiss. 823/4 Anlehen*loo*e. Kurh. 40 Thlr. Loose 713/4' Nassau 25 fl. 423/4 Braunschweiger 2 M/8 30/o Oldenburg, ä 40Thlr. 393/4 40/g bayr. Pram.-Anl. 1121/2 Ansbacher 7 fl. — 4% badische Loose — Badische fl. 35 Loose 70 „ 41/2 0/0 1jährige 100 „ 40/g 1jährige 953/« Würtemb. 41/2% Obi. 995/8 Baden 41/30/0 Obi. 0. E. L. 100 Oesterr. Silberrente 63% „ Papierrente 57i/2 Spanier, neuest. 30/0 281/2 Geldsorten. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 40—42 „ doppelte 9 40—42 Holl. fl. lOSt. 9 53—55 Ducaten . . 5 33—35 20 Frankenst. 9 21—22 Engi. Sorer. 11 48—50 Russ. Imper. 9 40—42 Dollar in Gold 2 261/,—271/, Preuss. 473% Oblig. — Frankf. 3V2% Obi. 88 Nass. 41/2 °/o Obi. 993/4 Kurhess. 4% „ 93>/r Gr. Hess. 50/0 Obi. 1033/4 ll eeiieel. Amsterdam k. S. 98V« Augsburg k. S. 99 ft. 8 kn SW' x, 9 40-42 *•*33'35 ■ -« ' 9 4iJ^4 27' : ❖ 2114) •W ec Fkilgeboleneö. ver- Marktstraße 25, vis- Flur Nr. Vsis V322 V322a / 11 a 9 )( ist in allen Mineralwasser- Kan (Hungen und Apotheken zu haben. Die Brunneiidireclion. i DJtlftr. 2 Hofraum (Miststätte) m der Kaplansgasse, 10 Hofraithe in der Kathari- 2076) In Lit. E- Nr. 78 sind zwei Zimmer nebst zwei (Kabinetten zu vermiethen 2165) Dachlattcn sind vorräthig in der herrschaftlichen Ziegelei zu Lich bet Ziegler Schmidt. 2027) Die Mineralwasser-Handlung von Emil Fischbach, Seltersweg, empfiehlt nachverzeichnete Sorten in stets frischen Füllungen: Adelheidsqnelle, Appolinarisbrunnen, Carlsbader Schloß- und Mühlbrunnen, Emser Kessel- und Krän- chesbrunnen, Friedrichshaller Bitterwasser, Homburger Elisabethen- brunneu, Kissinger Rakoczy, Ludwigsbrunnen, Maricnbader Kreuzbrunnen, Salzhausener, Salzschlirser, Schwalbacher Stahl- und Weinbrunnen, Schwalheimer, Selterser (Nassau), Wildunger, Carlsbader Sprudelsalz- 2180) Mittwoch den 22. Mai d. I-, 9tachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die der Friedr- Krauskops Wittwe dahier gehörige 2113) Eine Parlhie Kleiderbefatz, als: schwarze wollene, seidene und weife baumwollene Franzen in allen Breiten, Spitzen, Sammetband, seidene Gimpen; ferner Knöpfe und Seide, Ginfafilitzen in allen Farben empfehle zu den billigsten Preisen. I- H- Fuhr, Sonnenstraße 104. 2095) Nächsten Freitag, den 3. Mai d. I., Nachmittags 1 Uhr, lasse ich auf meinem Zimmerplatz eine Pa^ thie Zimmerholz und Stangen, welche sich zu Baumstangen und Gartenspalteren eignen, ferner fämmtliches Zimmerwerkzeug, bestehend in Flaschenzug, mehreren Gesetz- Schrauben und Hobeln, Spaltsagen, Schrot- und Handsägen, Aexten, Brustbellen, Loch- ärten und Bundäxten, Stechbeuteln und Lochbeuteln, Bohrern und Hobelbänken rc., sowie einen Karren, öffentlich an den Meistbietenden versteigern. Georg Herbert. Sommer Handschuhe in Leinen, Seide und Baum- : wolle, Weiswaaren, das Neueste in Aermeln, Chemisetten, „Ansim lmus" wegesr Aufgabe des Geschäfts. 2(!iö Gesundheits-Rücksichten habe ich mich entschlossen, mein Geschäft anfzugeben und soll dies vermittelst Ausverkaufs geschehen. Demzufolge habe die Preise meiner sämmtlichen Vorräthe bedeutend herabgesetzt und gewähre außerdem einen Rabatt von ®echs Kreu-serw «m ßiufelen. Der Verkauf findet nur gegen Baarzahlung statt. Alle Neuheiten für die kommende Saison, die bereits eingetroffen sind und noch eintreffen, sind selbstverständlich damit einbegriffen. pn) 5 Hirsch Hohn. Vermischte Anzeigen. 2183) Ein Dienstmädchen mm sofortigen Eintritt gesucht. Wo? sagt die Expedition d. Bltts. 2168) Es können noch 25 bis 30 Maaß gute Milch abgegeben werden. Näheres zu erfragen bei Dienstmann Neidel, Neuenbäuen 85. 2176) Die erwartete Sendung von Herren-, Damen- und Kinder-Sommerschuhen in Plüsch und Stramin ist wieder eingetroffen und empfehlen wir dieselbe billigst. I. A. Busch Söhne. Versteigernngen. 1918) Mittwoch den 29. Mai d. I-, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus der dem Heinrich Wolf und Ehefrau dahier gehörige Acker : Flur Nr. Drifte, 33/129 143 Acker am Nahruugsberg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 16. April 1872. Großherzogliches Ortsgericht Gießen- Sem ml er, Ortsgerichtsmann. | Mcm Tuch und Bnkskin Lager, für die Sommer-Saison bestens sortirt, bringe ich in em- pfehlende Erinnerung. Preise fest und billig. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mmdener und Oberhessische Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt. 2166) Dachziegel, 1000 Stück zu 10 fl. 30 fr., werden kauft in der herrschaftlichen Ziegelei zu Lich. Kreutzer, Rentmeister. Kragen und Manschetten, Shetland-Shawls in verschiedenen Größen, Corfetten in weiß und grau, empfiehlt in großer Auswahl und zu bekannt billigen Preisen I. H. Fuhr, Sonnenstraße 104. flk er Füllung von «85) Liebig's Fleischextract, achtes, von Fray Bentos, und Condensirte Milch von der Anglo-Swiss Condensed Milk- Comp. in Cham (Schweiz), in frischer Sendung, empfehlen I. A. Busch Söhne. 2106) Eine Kaute Mist ist zu verlaufen. Neuenweg Lit. B. Nr. 194. 3142) Borsdorfer Aepfel- wein in bekannter Güte bei I. A. Busch Söhne. 2178) Schöne Erbsenreiser sind zu haben bei E. Rahn. 2189) Von heute an wieder täglich Brod zu haben bei M- Rothenberger's Wittwe. Ludwig Laug, _ Imer nebst zwei ^aomenen ä-vis dem Kaufmann Herrn Emil Pistor. und den i. Juni beziehbar. nengasse, 3 Grabgarten daselbst, nochmals meistbietend versteigert werden. Gießen, den 30. April 1872. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Sem ml er, Ortsgerichtsmann. I 2170) In meinem neu erbauten Nebenhause auf dem Neichensand sind zwei Familienwohnungen zu vermiethen und alsbald zu beziehen. Heinrich Frech I. 2169) Ein kleines Zimmer, mit oder ohne Möbel, ist zu vermiethen. Auch kann ein Junge, der das Schreinergeschaft zu erlernen wünscht, in die Lehre treten bei W- Kratzenberger, Reichensand. Verniiethmigeii. 2173) Ein Familienlogis, sogleich beziehbar, zu vermiethen bei Martin Lenz, am Markt. 1152) Auf der Textor'schen Hardt ist ein Familienlogis zu vermiethen und gleich zu beziehen. ___________________ 2096) Mein seitheriger Zimmerplatz nebst Werkstätte ist zu vermiethen. Georg Herbert. 2130) Freitag den 3. Mai L I., Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem Büreau des Unterzeichneten die zur Umänderung von Chorstühlen in hiesiger Stadtkirche zu 133 fl. veranschlagten Schreiner- und Weißbinder-Arbeiten , versteigert werden. Gießen, den 29. April 1872. ' In Auftrag des evang. Kirchen-Vorstandes: ! ©tief, Sladtbaumeister. ( Arbeitsvmketgerulisi. 2160) Freitag den 3- Mai 1872, Vormittags 10 Uhr, fallen auf dem Rathhause zu Allendorf a. d. Lda. nachfolgende Arbeiten öffentlich ! in Accord gegeben werden. i. An den Wasserleitungen tu Brunnen r Reinigung des Teiches am Oberlhor , veranschlagt gu 217 fl. 33 fr. II An den gemeinheitlichen Gebäuden: Maurerarbeit, veranschl. zu 27 fl.—fr. Zimmerarbeit, „ „ 91 „ 44 „ Steindeckerarbeit, „ „ 82 „ 30 „ III. An den Schulgebäuden: Maurerarbeit, veranschl. zu 5 fl. 24 fr. Zimmerarbeit, „ „ 13 „ 12 „ Weißbinderarbeit, „ „ 140 „ 14 „ IV. An dem Friedhof r Maurerarbeit, veranschlagt zu 190 fl. 38 fr. V. An den OrtSftraßen und Wegen (Unterhaltung): Steinfahren, Steinsetzen und Steinklopfen, veranschl zu 573 fl. o5kr. Unterhaltung der Graben und Banquette, veranschlagt zu 100 „ — „ Maurerarbeit, „ „ 1^ » — VI. An den Entwässerungsanstalten: Maurerarbeit, veranschl. zu 252 fl. 12 fr- Erdarbeit, „ 54 „ 30 „ VII. Neubau von Ortsstraßen und Wegen: Planirarbeit, veranschlagt zu 18 fl. — fr. Chaussirarbeit, „ „ 490 „ — „ Steinliefern und Steinsetzen, veranschlagt zu .... 289 „ 56 „ Allendorf a. d. Lda., den 30. April 1872. Großherzoglicke Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. I. A.: L- Hahn, Bezirksbauaufseher. | Erbsenmehl, in vorzüglicher Qualität, zur schnellen Bereitung von Suppen und Pürees, empstehlt Emil Fischbach, ______________Seltersweg 2172) Theerseise, das bewährteste Mittel gegen Hautausschläge rc., tst wieder angekommen und zu haben bei Christian Frech, Heilgehülfe. 1671) Neuen Laberdan euu psehlen I. A. Busch Söhne. 2143) Täglich frich gestochener Spargel, I. Qualität per Psd. 18 fr-, II. Qualität per Psd. 12 fr., bei Gärtner Schaum. 2175) Meinen verehrten Kunden die Nachricht, daß Flaschenbier zu 6 kr. frei in's Haus geliefert wird. Frau Heck, Schloßgasse. 643) Thür- und Grabschilder, sowie Klingelgriffe und Taffen werden mit beliebiger Schrift angesert'gl bei 3141) Frische Citronen und Apfelsinen sind wieder ingetroffen bei 3- A. Busch Söhne. 1876) Thürschoner in Crystall bei Wilh. Balser. 2144) Lattigsalat bei Gärtner I. Schaum. 1670) Stoughton’s Magenbitter in Vr- u. ^.Flaschen bei Z. A. Busch Söhne. 763) Photographie-Rah- men und Goldleisten bei Wilh. Balser. NB. Das Einrahmen von Bildern wird schnell und billigst besorgt. Y des der Hofopernsängerin Fräulein C. von Csanyi aus Schwerin. MW . V. Lachner. $ttr W fiattffnden - Milt!IN ■e Gerste» UHt- [ Auf dem pretsl Markt Frachtmärkte. April. preis Markt M. I M. M. M. M. M. M. 11 6 150 87 frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und F Spelz fljfr. 6 126 X-9- CO CQ 11 56 & p ■& 10 51 10 25 10154 11 35 1051 Dan tNthä'lt: Gießen Alsfeld G r ü n b e r g Lauterbach Mainz Aus für W lung am 2 LandkSlchrk dts M 5t Zeit skims tii$ faß au soll bereite blt Grevzei tat ter tee Vertin Beitrag zu Gbtnfo vl, Scholz In avfchlcß. des zur & . F. Mendelssohn. . W. A. Mozart. . L. v. Beethoven. . N. Schumann. P r o g r a m m. Symphonie A-dur (Nr. 4), von Arie für Sopran aus Don-Juan, von . Concert C-moll (Nr. 3), von . Zwei Lieder für Sopran von . Solostücke für Pianoforte. Ouvertüre, von..... Pistolen - Schießen. 2003) Das Abonnement hierzu ist von jetzt an eröffnet und liegt die ^lbonnemcntsliste zur Einzeichnung bei mir offen. A. Dickor«. Abonnementskarten für außerordentliche Mitglieder ä 2 fl. in der Ricker'schen Buchhandlung, ebendaselbst Eintrittskarten zu obigem Concert für Nichtabonnenten ä 1 fl. NB. Der Concert-Flügel (von Steinweg) ist aus dem Pianoforte- Lager der Herren L. Lichtenstein & Comp., Neue Krame 28, in Frankfurt a. M. ^rzogthume 2) ? WWi 3)3 betreffend. 4)5 der Bkdiir! treffend. Grstes Concert des Gießener Coucert-Vereins im Sommer-Abonnement 1872 Donnerstag den 2. Mai, Abends präcis 6 Uhr, im Club-Saale, unter gütiger-Mitwirkung Großh. Hofkapellmeisters Herrn Alois Schmitt, und fB«<8 Sal®seit lief* (Station der Gießen-Fuldaer Eisenbahn.) ..^045) Eröffnung des Bades den 15. Mai. — Füllung und Versendung der als die mächtigsten aller Jod, Brom und Lithion enthaltenden salinischen Säuerlinge bekannten Kurbrunnen zu jeder Zeit. — Prospecte gratis. Königliche Badeverwaltung. 14'40 11 15 56 — 15 20 — 16 20 — 711) Die Thüringer Kunftfärberei in Königsee sandte neue geschmackvolle Druckmuster und empfiehlt die modernen Farben: dunkelgrün, grosseille, grenadine, prume rc., die, wie alle andern, in unübertroffener Schönheit hergestellt werden. Aufträge vermitteln unentgcldlich Geschwister Heerz in Gießen, Neuenweg Nr. 1 16, 1. 2. 3. 4. 5. 6. !! Wirthschasts-Cröffmmg!! 2181) Hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich von heute an die früher K^uh l wann'scheWirthschaft übernommen habe. Mein Bestreben wird stets dahin gerichtet sein, durch gute Speisen und Getränke das mir geschenkt werdende Vertrauen zu rechtfertigen, und bitte um geneigten Zuspruch. Gießen, den 1. Mai 1872. ' Achtungsvoll ________________________________________C. Gerhard. «iiBti*10' M brM" 1 st- Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Redaction, Druck und Verlag der Brüh loschen Unir.-Druckerei (Fr. Hhr. Pietsch) in Gießen. Verlag von Adolph Neftlshöfer in Leipzig. Ans allen Welttheilen. Jllustrirte Monatshefte für Länder- und Völkerkunde und verwandte Fächer. Nedigirt von Dr. Otto Delitsch. Preis jedes Monatsheftes: 7‘/2 Sgr.; auch einzeln zu haben. Inhalt des April-Heftes 1872 : Ein erlöschendes Volk, von L- Dubois. Die geographischen Forschungen und Entdeckungen des Jahres 1871, von O- Delitsch. Die Kassubei und die Kassuben. von G- Jaquet. Madagaskar, von S Rüge, lieber Anbau und Zubereitung des Thees in Ostindien, von einem alten Pflanzer (O- Flex.) Bilder aus Lothringen. Neisebriefe aus Brasilien, von C- M. Aus den Salzburger Bergen, von Fr. Koeck. Die Heimkehle zu Offtrungcn, von Schönichen- Bilder aus England und Wales. 1. Swansea und seine Kupferwerke. 27 Miseellen. Neue Bücher, Karten rc. Mit 10 Holzschnitten Diese Monatsschrift, reich ausgestattet mit vortrefflichen Holzschnitten und Karten bringt in allgemein verständlicher ansprechender und unterhaltender Form interessante mannigfaltige und gediegene Schilderungen aus allen Theilen der Welt, von den tüchtigsten Verfassern und bestrebt sich, hierdurch geographisches Wissen, das für jeden Gebildeten heutzutage unentbehrlich ist, in den weitesten Kreisen zu verbreiten und zu fördern. Jllustrirte Prospekte gratis. Zu beziehen durch alle Buchhaudluugcu und Postämter des In- und Auslandes. 6) 2 |" Gießt» *!r Nantes- 1 M *« Htim!,. N«i. fivabigß ™ fir. A,, 7° Unten, S i« $> '”* i« b Dr. Nun gt । M. 8 10 — 7 40 - 9 28 — Stehende Geschäftsaiyeigen, die sich den GefchciftSsirmen aller Branchen, Patentinhabern, Aerztcn, Lehrern, Agenten, Importeuren rc. als äußerst nützlich, ja unentbehrlich erwiesen haben, in den gelesensten Journalen des In- und Auslandes unter den günstigsten Bedingungen zur Insertion zu bringen, erbietet sich die mit dem Vertrauen der Geschäftswelt im reichsten Maaße beehrte Annoncen-Expedition von G. L. Daube & Comp. in Frankfurt a. M., München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Stuttgart, Hamburg, Brüssel und Bern. Complete Zeilungs-Calaloge gratis und franco werden befördert wöchent- lich bei billigster und reellster Bedienung nach allen Häfen Amerikas mit den rühmlichst bekannten Post-, Dampf- und Segelschiffen durch die Agentur von J. M. Schulhof. (918) TZ Die soeben erschienene 9£t. 31 ZZ enthält: f| Die Arbeiter. Novelle von Ernst Wichert. (Fortsetzung ) — Das Erdbeben am 6. März in Deutschland. Mit einer Karte des Erdbebens. — Aus Rubens Lehrjahren. Mit dem Bilde von Stever: Van Noord überrascht seinen Schüler Paul Rubens beim Malen. — Ein befiederter Fischer. Von Karl Müller in Alsfeld Mit Illustration von Dahl. — Aus den Schrcckenstagen der Pariser Commune. I. Das Blutbad in der Rue Haxo. — Am Familientische: Deutsche Flotte aus deutschem Holz und Eisen. — Ein deutscher Mann im Elsaß. Zu Bestellungen empfehlen sich die Ferb er'sche Univ.-Buchhhandlung E. Heinemann, I. Ricker. j Korn. | Mit.-:Auf dem ' Vaizen. | !Aus dem I Markt 3-il 45. Straßburg, München, Nürnberg, Berlin, Wien, Prag, Hamburg, Zurich. Jlrtfolhli wird Jedermann Rath ertheilt, welche Zeitungen für jeden einzelnen Fall sich als erfolgreich erwiesen haben: werden alle Annoncen A lillUlh sorgfältig abgefaßt und für einen augenfälligen Druck hergerichtet; kosten die Inserate nur dasselbe, wie in den Zeitungs-Expeditionen da dieses Institut als Central-Stelle aller existirenden Zeitungen besondere Vortheile von denselben genießt. Das Renommv der Firma bürgt für solide Bedienung. JDiscretion wird auf das strengste beobachtet, die einlaufenden Offertbriefe werden rmer- öffnet an die betreffenden Reflectanten, ohne deren Namen preiszugeben, pünktlichst und ohne Provisionsberechnung übermittelt. 27. 27. 27. I 26. 2177) Ein auswärtiger Meister sucht mehrere Anstreicher- und Weißbinder- Gehülfen gegen hohen Lohn und vortheil- hafte Bedingungen. Meldung bi§ zum 5. Mai wünschenswerth. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 2164) Tüchtige Schlosser finden bei gutem Lohn dauernde Beschäftigung bei Heyligenftaedt & Menges, Maschinenfabrik. 2149) Ein braver Junge, der das Schreinergeschäft erlernen will, kann in die Lehre treten bei Gg. KarlHaubach l., _________Löwengasse.________ 2182) Einen Lehrling sucht _______Martin Fuhr, Schuhmacher. 2171) Am verflossenen Samstag wurde vom Neuenweg bis zur Synagoge eine goldene Brache verloren. Der Finder wird gebeten, solche gegen eine gute Belohnung bei Heinemann Hermann abzugeben. Für Schuhmacher. 2158) Zwei gute Arbeiter werden gegen guten Lohn gesucht von Carl Haas, Steinbach. 2174) Eine kleine Familie sucht ein freundliches Familienlogis von 3 Zimmern nebst Zubehör. Offerten unter II. II. be- zorgt die Exped. d. Bltts. (1366) (a. 40 IV.) ein Gut, ein Haus, Hotel rc. vWk kaufen oder verkaufen, pochten oder verpachten will, einen Posten zu besetzen hat Wkk ober einen solchen sucht, lllpv irgend etwas in eine beliebige Anzahl von Zeitungen einzurücken beabsichtigt, wende sich an die Annoncen-Expedition von Btldolf Hk0886, officiellen Agenten sämmtlicher Zeitungen des In- und Auslandes, Frankfurt a. Mil. Aus demlMit.- preis Markt Iprcis 2179) Ein unverheiratheter Beamter sucht zwei möblirte Stuben ober Stube mit Ca- bintt. ^Nähere Auskunft ertheilt die Exped. 2167) In Lit. D. Nr. 39, Neustadt, wird pr. Johanni ein starkes Mädchen für die Kinder gesucht.____________ Für Schuhmacher. 2101) (Sincn guten Arbeiter, sowie einen Jungen in die Lehre, sucht PH. Michel, Schuhmachermeister. | Hafer. । Erbsen. Auf dem!Mit- i Linsen. Auf demkMit.- Wicken. Kartoffeln. Weißmehl. Roggen mehl. Auf dem Markt Mit. preis Auf M dem Mit.- Auf dem Markt Mit.- preis Markt preis Markt 'preis irft preis auf; 6 es. 1—7 | verk. fl.tr. I auf- ges- verk. fl.jkr. •la ö 1 4nv fl.jtr. auf: gef.! n fl. fr. auf. ! gef. । st. 7 st. fr 7 M. 7 M. 6 4|20 M. 28 M. 7 11 40 M. 1 M. M. M. M. — 99 426 — 17 1054 — — — _ _ ___ — ___ _ 438 4 29 _ 4 40 9|26 — — 12 39 — — _ ____ _ _ 5 14 1 -l-l — 1 4 40 — 1 — —