et hier -eite. : alten ' fr für stiger Ge- "hre 1869 f >lch auf W Ab- °nen mit n Betrag, cn reichen ud erhob PreiS vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Dringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition: Canzletberg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 33. Freitag den 1. März LM2. Bestellungen auf den Gießener Anzeiger gM »ÄS ®-11018 bei ottol Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lassen, erhalten denselben für den Monat Marz zu 20 fr. II Amtlicker L b e L l. selben M Mr Bank t Teutsch- theil un- erzeichnete thler. Hcsscil offen. legitimirte Friedens- an die iS beauj' immtlify richten, irestmden ch DeM- -ache nach 6 der un- c> in Aui- TeleaiM demselben cmann. liier aus alle» t, Hillllt in und lichea iDiarit. fr. Bekanntmachung. Unsere Verordnung vom 8. December v. I., das Einhalte» der Hunde in der Stadt Gießen bett., (Nr. 287 des Anzeigers) setzen wir hierdurch wieder außer Kraft. Gießen, den 29. Februar 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Röder. Bekanntmachung, . die Abhaltung des Faselmarkts zu Bad-Aauheim betr. Der von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein Friedberg gegründete Faselmarkt, soll in diesem Jahre _ . . Dann er st ag den 21. März zu Bad-vtauyerrn abgehalten werden. Sämmtliche aufgetriebene Fasel werden von der Kreisbullen-Commission gemustert und den Besitzern der als preiswürdig erkannten Thiere Geldprämien zugebilligt, wozu von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein und der Stadt Bad-Nauheim ein Betrag von' zusammen '80 fl. zur Disposition gestellt ist. Prämiirt werden nur wirklich vorzügliche Thiere und zwar ohne Ansehung, ob sie im Kreise Friedberg und von dem Besitzer gezüchtigt worden sind oder nicht. Fasel, welche um 9 Uhr Vormittags noch nicht am Platze sind und solche, welche für Gemeinden Dienste thun, sind von der Preisbewerbung ausgeschlossen. Den Besitzern tauglich befundener, aber nicht prämiirter und nicht verkaufter Fasel wird auf Verlangen eine Wegvergütung ausgezahlt. Nicht genügend gefesselte und geführte Thiere werden vom Platze weggewiesen. Verkäufe sind dem am Platze anwesenden Großherzoglichen Bürgermeister von Bad-Nauheim anzuzeigen. Erwünscht ist, daß auch Fasel der Vogelsbergerrace zu Markt gebracht werden, nach welchen im vorigen Jahre starke Nachfrage war, ohne daß derselben genügt werden konnte. Friedberg, den 23. Februar 1872. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Trapp. Polit t s ch * Internationale Fragen und Verschwörung der „Internationale". Wenn große Ereignisse über die Völker hereingebrochen und zu Katastrophen geführt haben, welche nach ihrer Ueberwinvung dazu nöthigen, die inneren, sowie die internationalen Verhältnisse von Neuem zu ordnen, wird sich immer die Net- gung, sowie die Nöthigung finden, dieser Regelung eine principielle Basis zu geben. Die Gewalt, d. h. die Thatsachen, gehen vor dem Recht vorbei; aber sie fordern auch dazu auf, die Form für neue Rechtsverhältnisse zu finden. So wird die Alabamafrage unstreitig zu einer Fortbildung des Völkerrechts beziehungsweise der Stellung und Pflicht der Neutralen führen, und in Awerika, wo man ein dringendes Interesse hat, die Frage in diese Bahn zu lenken, bereitet man sich bereits darauf vor, ihr auch mit erleichtertem Gewissen nahe treten zu können. Es sind bereits Anträge gestellt worden, um zu untersuchen, ob die Unions- regierung für die während des deutsch-französischen Krieges bewirkten Waffen- lieftrungen an die eine kriegführende Macht — an Frankreich — von einer Mitschuld belastet sei, und man wird, falls eine solche nicht gefunden wird, mit um so größerem Aplomp die Entschädigungsansprüche der Union vor dem Genfer Schiedsgericht plaidiren können. Eine andere Frage, für welche in Folge der großen Umwälzungen, denen Europa in letzter Zeit unterworfen war, eine ernstlichere Erwägung und präcisere Formulirung nöthig werden wird, ist die Frage des Asylrechts. Kriege und Revolutionen haben Prätendenten und Verschwörer über ganz Europa verstreut, und es ist gewiß eine schwierige Aufgabe für jeden Staat, in welchem das Asyl besteht, dasselbe mit seinen internationalen Pflichten in Einklang zu bringen, so lange nicht allgemein bindende Normen in dieser Beziehung fest- gestellt sind. Wie beunruhigend diese Collision der Pflichten werden kann, zeigt eine in der belgischen Kammer eingebrachte und erledigte Interpellation wegen des Aufenthaltes des Grafen v. Chcrmbord in Antwerpen. ' Ist er Verschwörer oder Prätendent? Die Kammer hat sich mit der Erklärung der Regierung zufrieden gegeben, daß er— Prätendent sei; aber in dem Augenblick, in welchem ein solcher in Unterhandlungen mit den Parteien tritt, um Schritte zu seiner Restauration auszuführen, unterscheidet er sich doch wohl nicht wesentlich von einem Verschwörer — was die belgische Regierung gerade in vorliegendem Falle ebenfalls hätte einräumen können, ohne sich mit Frankreich zu verfeinden. Denn so lange Frankreich in seinem provisorischen Zustande verbleibt, eine Republik auf Kündigung, so lange die Frage wegen der künftigen Verfassung noch in der Schwebe erhalten wird, hat jeder Prätendent das Recht, seine Vorberei- er T h e L I. Jungen für die Zukunft zu treffen; wo Alle sich verschwören, kann auch Graf Ehambord cs thun, oder doch die Legitimisten zu seinen Gunsten sich verschwören. Eine ernste Frage aber ist es, ob ein Staat, ohne aus dem europäischen System herauszutreten, einer Verschwörung gegen constituirte Staaten, oder vielmehr gegen den Staat überhaupt, Asyl gewähren darf, zumal wenn diese Verschwörung überallhin Sendlinge schickt, um ihre Pläne für die Ausführung vor- zubereitcn. Wir haben hier natürlich das Verhältniß der englischen Regierung zu der „Internationale" im Auge, gegen derin Gefahr man jetzt in Frankreich entsprechende Schutzmittel aufsucht und auch in dem von der internationalen Agitation schwer heimgesuchten Sachsen zur Anlündigung energischer Maßregeln geführt hat, nachdem man in Spanien schon früher die Internationale außerhalb des Verfassungsrechts gestellt hat. Wie uns scheint, kommt in Folge dieser Regierungsacte das englische Gouvernement in eine ganz neue Lage. Es handelt sich nicht darum, daß es politischen Flüchtlingen Asyl gewährt, welche individuell Schlimmes gegen diese oder jene Regierung planen, sondern eine Gesellschaft, welche als Verschwörung gegen die Staatsordnung von den verschiedensten Regierungen characteristrt wird, im Lande duldet und ihr dadurch erst die Gelegenheit, ja erst die Möglichkeit gibt, ihre Umwälzungspläne gegen die einzelnen Staaten in's Werk zu setzen. Wohlverstanden aber handelt es sich nicht um eine Verschwörung, hinsichtlich deren Tendenzen die englische Regierung ihre Unwissenheit vorschützen könnte, sondern um einen Verein, welcher aus seiner Absicht durchaus kein Hehl macht. Mir wissen nicht, ob England bisher in die Verlegenheit gekommen ist, die gegen die Internationale geübte Duldung unter dem Gesichtspunkt seiner internationalen Pflichten zu betrachten, jedenfalls aber wird es jetzt genöthigt werden, die Frage ins Auge zu fassen, ob es ihm selber gedeihlich, dem auf seinem Territorium vorbereiteten Kriege gegen Staat und Gesellschaft noch länger Vorschub zu leisten. Der spanische Minister des Aeußern, du Blas, hat nämlich unterm 9. v. M. ein Rundschreiben erlassen, durch welches die spanischen Gesandten bei den europäischen Höfen angewiesen werden, die Frage wegen der Internationale zum Gegenstand ihrer Vorstellungen zu machen und ein gemeinsames Vorgehen aller Staaten herbeizusühren: entsprechend dem universalen Character der Verschwörung. Zum Schluß heißt es: „Die gemeinsame Vertheidigung gegen die Internationale würde dadurch bedeutend erleichtert werden, wenn eine der großen Mächte sich damit befaßte, die Grundzüge eines gemeinsamen Einverständnisses und einer allgemeinen und gleichzeitigen Action zu formultren." schaden. Oesterreich. Italien. bas aus Wien, 25. Febr. Die „Politik" meldet: „Der Untersuchungsrichter in den Preßproceffen des in Pilsen erscheinenden Cesky Lev drohte dem verantwort« lichen Redacteur dieses Blattes mit körperlichen Strafen und Stockschlägen für den Fall, daß derselbe nicht ein vollständiges und reumüthiges Bekenntniß oblegen sofort fallen lassen werde, wenn die Regierung den Jesuiten die theologische Fa- cultät (sie zählt 250 Zuhörer) nehmen werde. Von den 130 bis 140 Ausländern, darunter ungefähr 40 Preußen, meistens Rheinländer, wird dann keiner mehr nach Innsbruck kommen. Die Uebrigen, Vie Oesterreicher, werden von ihren Bischöfen die Erlauvniß nicht erhalten, die Universität Innsbruck zu besuchen. Endlich hat der Fürstbischof von Brixen erklärt, Keinem die facultas docendi geben zu wollen, wenn die Regierung die Jesuiten vertreiben würde. Schweiz. Bern, 28. Febr. Der Rationalraty ist den Beschlüssen des StänderatheS, Verbot der Errichtung neuer und der Wiederherstellung aufgehobener Klöster ver Bundesverfassung zu streichen, beigetreten. Belgien. Brüssel, 29. Febr. Die „Jndependance" schreibt aus Paris: Die Rechte hat bei Thiers directe Schritte im Interesse der monarchischen Restauration ge- than, erhielt aber von demselben einen entschieden abschlägigen Bescheid. Frankreich. vaffelbe sind." x . Der „Jndependance" wird aus Paris geschrieben, „daß man an der Gränze mehrere nach Paris aufgegebene Kisten voll Revolver mit Beschlag be« N,8‘ Nom, 24. Febr. Victor Emanuel ist eigens von Neapel nach Rom gekommen, um dem Prinzen Friedrich Karl von Preußen seine Aufmerksamkeit zu be- zeigen. Der Prinz ist für Sonntag Abend zur königlichen Tafel eingeladen wor- den. Das gesammte Personal der Gesandtschaft und die Präsidenten der beiden Kammern werden zu den Gästen gehören. — Im Vatikan ist noch immer da- Thema der Wiedereröffnung des Concils auf der Tagesordnung, und zwar, wie berichtet wird, hauptsächlich in Folge des Druckes der auswärtigen eifrigen Vor« kämpfer des UltramontanismuS, welchen es bange wird um den langsam, aber fieber wirkenden Einfluß, den die neue politische Ordnung Italiens auf die Snm« ....... ~ ..... .....Das politisch- religiöse Ä ’3 fdo tn iuv. > * Rovl, 2 jui'aiiiinkngeltti stlbe güettn/ nannte Blatt, liegt auf M < unt) den M' bürgermeisters aufzustellen. , , Kiel, 26. Febr. Laut Verfügung der Admiralität sollen von letzt ab die Marine Abtheilungen den Titel „Kaiserliche Marine" führen. Chemnitz, 22. Febr. In heutiger Stadtverordneten - Sitzung brachten dre Herren Reitz und Nowack folgenden Antrag ein: „Das Collegium wolle den Fürsten Bismarck zum Ehrenbürger unserer Stadt ernennen und den Rath zum Beitritt hierzu ersuchen." Der Antrag wurde einstimmig unterstützt und einstimmig zum Beschluß erhoben. Die Antragsteller betonten, wie Bismarck alle Gerüchte über eine nach dem großen Kriege eintretenve Reaction, trotzdem von allen Seiten die Feinde innerhalb Deutschlands wie Pilze emporgeschoffen, zu Nichte gemacht. Je zahlreicher seine Feinde aus dem welfischen und römischen Lager hervorträten, desto dringender und nothwendiger müßten für ihn zustimmende Kungebungen^ftin. Stuttgart, 27. Februar. In der gestrigen Abendsitzung der Abgeordneten« kammer wurde der Commissionsantrag auf Vereinigung des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten mit einem anderen Ministerium mit 62 gegen 14 Stimmen angenommen. ‘ „ München, 28. Febr. In der königlichen Münze dahier ist die Prägung von Reichsgoldmünzen schon weit vorgeschritten und es liegt von denselben eine bedeutende Summe zur Ausgabe bereit. Doch werden in letzterer Beziehung noch nähere Weisungen des Reichskanzlcr-Amtes erwartet. (Schw. M.) Straßburg, 26. Febr. Die officielle „Straßb. Zeitung" schreibt: „Vielseitigen Anfragen zu genügen, theilen wir hierdurch noch einmal mit, daß die« jenigen Bewohner von Elsaß-Lothringen, welche vor dem 1. Januar 1851 geboren sind, in keiner Weise, weder als Reserve noch r Partei bekannten Namen führt, machte kürzlich Vie cynische Aeußerung: Frankreich wird uns wieder nehmen, weil wir verderbt-genug für feien, Hnify Q1 London/ d)tr die otttipl M W" jener Nation y nicht Durch int selbst hmorzn Nichts ist ge|li zu verstehen, w tuung sranjöß bestätigen mir, derung zu brkl nach Sedan o auirihn, um Was die Dei Mionen Fl haben, nun, M um einz geivesen ist. Angnsfes gtt Betrunkener n fiel er hin, rv dritter Polizi tvaltigen Hie^ ein -Franzose, will, liegt ® LoM pttusthchen C zu einer neue, Post im Lerl ter anderen d bot. ünglisel wie sich mitt' Mg DeuP Ansechtunger der conserva Zutrauen fe M/fyift t Anhänger ge! 3n den Kath Deutschlands, der Unzufrieee noch andere Polen zu (Sri onbelangt, so Geisel unten liken mar, ein um den Arst H Jönteln gilt fernen tveile muß m ^«artigen ' der 6rm tol»nteie zu h, ... vom 1. April 1872 an, zu ernennen. j Berlin 28. Febr. Aus den letzten Tagen der Muhler schen Leitung des Ministeriums 'für geistliche, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten erfährt die , K. ß." noch folgenden interessanten Vorgang. Wie man sich erinnern wrrd, , hatten dre Professoren Virchow, Langenbeck und Martin ihre Entlassung aus ver wissmschasrlichen Commission des Ministeriums verlangt. Herr v. Muhler trat diesen Anträgen entgegen und richtet an V'.rchow ein sehr höfliches, an feine beiten Kollegen indessen ziemlich schroffe Briefe, wobei ihm das kleine Malheur pafürte, die Briescouverts zu verwechseln und wider Willen dem Geheimen Rath Martin den höflichen und dem Professor Virchow den groben Brief zuzusenden. Ber Sr. Majestät dem Kaiser aber hat Herr v. Mühler sich wohl gehütet, die Entlaffungs- gesuche der Herren v. Langenbeck und Martin zu präsentiren, da er diese für per- sönae gratae angesehen haben mochte, dagegen nahm er keinen Anstand, daS Entlaffungsgesuch Virchow's dem Kaiser zu unterbreiten. Es rst inzwischen tn Vieser Angelegenheit eine allerhöchste Entscheidung bis jetzt nicht erfolgt, vielmehr hört muri, daß S»'. Majestät der Kaiser die ganze Angelegenheit zur Berichter- stattuug an das CultuSministerium zurückgegeben hat, und es steht zu erwarten, daß das Ganze unter den jetzigen Verhältnissen in erwünschter Werse unter Erhaltung ver ausgezeichneten wissenschaftlichen Autoritäten geordnet werden wird, deren Verlust «lS Mitglieder der wichtigen Commission einer der schwersten Schaven der Mühler'schen Verwaltung zu werden drohte. Der Justizmimster Dr. Leonhardt befindet sich in fortschreitender Besserung. Derselbe soll, sobald eS sein Zustand irgendwie gestattet, eine Reise in den Süden antreten. An die Wiederaufnahme seiner Arbeiten ist wohl auf lange Zeit hin nicht zu denken. Unter diesen Umständen wird die Leitung der Vorarbeiten für die ReichSjustiz-Gesetzgebung, welcher sich Her . Dr. Leonhardt mit so großem Eifer unterzogen hat, wohl definitiv in andere Hände übergehen. Berlin, 29. Febr. Dem Vernehmen nach beschlossen die Stadtverordneten bei einer gestern stattgefundenen vertraulichen Besprechung, den Oberbürgermeister Winter in Danzig als alleinigen Canvidaten für den Posten eines hiesigen Oder« Deutschland. Nom Voaelsbera schreibt man ter „Fkft. Pr.": Die $=ti>mlun3en 4wi- ' schen Berlin unt> Darmstakt wegen Errichtung emes deutschen Remunte-DepotS bei Ulrichstein scheinen zu Gunsten unseres Gebirges zu verlauten, inkcm in diesen Tagen die hejsischeu Forstbehörden die Weisung erhielten, die ,ur 1872 »otse- scheuen Waldculturarbeitcn in dem Theile des OberwaldeS, wo die Weideplätze der Pferve sich find-n, nicht in Angriff zu nehmen. , Darmstadt 27. Februar. Die Abgeordnetenkammer bewilligte die Besol- dungScrdöhunger/ der Beamten mit 25 gegen 20 Stimmen nach Maßgabe der Regierungsvorlage und ersuchte die Regierung um d.e Vorlegung eine« vermin- te,lca Darmstadc^29. Febr. Sein« Königliche Hoheit der Großherzog haben Alleranädigst geruht: am 15. Februar den ersten coangelischen Stadtpsarrer zu Darmstadt, Geheimen Oberconststorialrath Dr. Georg Rinck, in seiner Eigenschaft als Mitglied und Rath des Oberconflstoriums, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und erspricßüch-n Dienste, >n den Ruhestand zu versetzen: am 26. Februar den außerordentlichen Professor in der lurlstrsrten Faeultat ber Königlich Preußischen Universität zu Berlin, Dr. Ernst Eck, zum ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät ber Landes-Uaiv-rsttat, mit Wirkung 1 01 Porig 26. Februar. Man spielt in Antwerpen Versteckens und läßt über die Intentionen des „Königs" die widersprechendsten Telegramme ausbreiten; Thier« versteht jedoch keinen Spaß und die Designirung Fournier's jur den Bot- schasterposten am italienischen Hofe in Rom gilt als die Antwort des CH-sS der Executive auf die Pilger für den „König" und den Papst. Fournier ist gegenwärtig in Stockholm beglaubigt. Die Solidarität der beiden Restaurationen de« Königthums von Gotte« Gnaden und der weltlichen Papstmacht hat, wie der .Jndependance beige" mitgetheilt wirk, mehr Mißtrauen h-rvorgcrufen, als die Pilgerfahrt der Clerikalen und Legitimisten al« solche: auch die besonneneren Royaltsten merken jetzt, daß da« Geling n der monarchischen Proj.cte zugleich V-rwicklungen Frankreich« in auswärtige Händel nach sich ziehen würde. In der Armee aber soll kaum ein Projekt so unpopulär sein, al« eine RestaurationS- Expedition nach Rom. Die demokratischen Organe in Frankreich »erlangen Hefti- ger al« je Befeitigung de« CoocvrdatS unb was sie „gegenseitige Unabhängigkeit zwischen Kirche und Staat" nennen. E» herrscht in der französischen Presse über kiese Fragen noch groß- Unklarheit, aber große Einmüthigkeit in ver Forkcrung, baß etwa« geschehen müsse, ba e« nicht mehr svrtgehen bursc, wie unter dcn> Kaiserthum, dessen Ursprung und Entwicklung es mit sich brachte, daß -S dem französischen Episkopate unü Ver Curie gegenüber keine selbsistänvige Politik befolgen ober vielmehr erlangen konnte. Napoleon III- hatte zwar in dem Briefe an Evgar Ney ein Programm aufgestellt, aber nicht ven Muth seiner Uebcrzeugung. Um so thörichter ist eS, Vaß vie Legitimisten unb Clerikalen Thiers jetzt zwinge», voran zu gehen, währenv auch er gern laviren möchte. Paris, 27. Febr. Thiers weigerte sich, eine Deputation, welche die Ein- führung von Spitt-Anstalten befürworten wollte, zu empfangen. Derselbe erklärte, niemals seine Genehmigung hierzu zu ertheilen. Versailles, 27. Febr. Die Commission für ven VolkSschul - Unterricht Hal den obligatorischen Schulbesuch verworfen. — Ein Brief Barthelemy St.Hilaire S erneuert im Namen Thiers' Vie Versicherung, vaß Verselbe an Ver Republik feg- balten werbe. Alle seine Bemühungen hätten biefen Zweck im Auge. Der ber Nationalversammlung vorgelegte Gesetzentwurf Lefranc'S werbe aller Wahrschem- ttchkeit nach nicht Vie einzige vahin zielenbe Maßregel fein. Versailles, 28. Febr. In ber heutigen Sitzung ber Nationalversammlung fanb Vie Berathung Ves Antrags auf Wahl einer Commission statt, welche Die Mittel zur schleunigeren Befreiung ves noch occupirten französischen Gebietes au6- findig machen soll. Der Antrag wurve von bem Minister ves Innern in Ueber- einstimmung mit der Commission bekämpft. Derselbe führte aus , M tionalversammlung unb Regierung keinem Fehlschlag aussetzen dürfen. Ein solcher könnte noch verhängnißvoll werben. Die wahre Nationalsubscription sei eine Am leihe; damit habe man schon einmal reüssirt. Dieselbe werde spater abermals gelingen unb Frankreich bie Unterstützung von ganz Europa verschaffen. Der Aw trag würbe hierauf von der Versammlung abgelehnt. wollte!" Innsbruck, 23. Febr. Einem Briese ver „Germania" entnehmen wir folgende Angaben: Wie ziemlich sicher verlautet, ist bie Frage, ob Vie Jesuiten ferner Vie theologischen Lehrstühle hier behalten sollen, ber Entscheibung nahe. Als bestimmt würbe mir mitgetheilt, daß eine Verbesserung des Gehaltes ber Professoren ver Theologie beschlossen sei. Nach bem Vertrage, den bie Regierung mit bem Orden eingegangen war unb ber mit diesem Jahre abgelaufen ist, bezogen bie neuen Professoren zusammen die Summe von 8000 Gulden. Die beschlossene ---------- Aufbesserung soll 4000 Gulden betragen. Daß ber Kaiser dem Orden gewogen mung ber ital.enUchen Cardinale unb Bischöfe auSuot. sei, unterliegt keinem Zweifel. Der Landes - Ausschuß, welcher die medicinische Kriegsfeuer mit neuem Brandstoffe zu nähren, dazu gäbe es gew ß raum end Facultät erhält, hat sich sehr bestimmt dahin ausgesprochen, baß er diese Fakultät eigneten- Mittel, als em außerhalb haltens fortgesetztes ConcU. Man rz - °K- 8a. U» $iui, tM« leinet ’ 4m u b-!W». Ias docendi ^nderathe- Slöfa Die Rechte aulatiov ge. !id. t Stimmung "tsftreichen, ft, dringen, »duction und ^zvsen odee !r Hklstellung mo durch die ! der bonapar« V deie Zourna-1 te Abenteurer, j vor flttliche. j i es nicht die! : la Püir auf quarliers, ein ch die cynischi' rbt^geiiug fm- man an der Leschlag bi- und lägt über e ausbreiten; für den Bot« des Chefs vei 'nur ist gegen- iurah'ontn bei l)at, wit ver ufkn, flU die drsonoenere« li-cit N)x^ urdr. der MaurationS- zerlangen hesti' Unabhang'S^ hen W ä" W it unter de» , ratz <6t!®' t ^etoit W' Itm Berest «• ( Utbirjeue»"» i jetzt urlie W ®» Berlelte «- ■n» » aujt. $EI M welche» OT-rt i« 6"1, , °°tz M, 2 im. «'.ft cn !'ttu" , chatz'-. «tL y i*SÜ 1M °"7 ; nolv ü). «l*1 * j)«r, «•tif:” -4 ««««LaeN» Wechsel. 885/8 Oberhessen Amerik. Bonds 5 88 1047/8 1181/2 933/8 933/8 1043/8 Engi. Sover. 11 49 - 51 Russ. Imper. 9 41 43 , Dollar in Gold 2 26%—27%; Amsterdam Augsburg Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto Disoonto die Ermächtigung erkheilt, der englischen Regierung unter der Hand den Vorschlag zu machen, durch Zahlung einer Paufchsumme von 10 Millionen Pfd. St. an die Vereinigten Staaten sämmtl'che Alabama-Forderungen zu erledigen. (?) k. S. 98% k. 8. 993/4 k. 8. 105 k. 8. 961/8 k. 8. 931/z AHien. Frankf. Bank 1433/4 Frankf. Vereins-Kasse 138% Dannst. Bankact. 481 Wien Bankactien 876 Galizien 2711/4 Oesi. Creditact. 3651/2 Aetlen. 5% östr. F. St. E. B. 41 l3/a Lombard. Bahn 2161/4 Ludwigsh.-Bexbach 204 Maxbahn 150 Bayer. Ostbahn 154 Rhein-Nahebahn-Act. — Hess. Ludwigsb.-Act. 190i/2 sich, Msgr. Falcinelli, der NunciuS in Wien, habe den Auftrag gehabt, die An- sichten der maßgebenden Kreise über die Wahl der Stadt Trient zu besagtem Zivecke zu erlauschen, habe aber wenig Tröstliches zu Horen bekommen. Nom, 23. Februar. Der heil. Vater hielt mit 30 Cardincilen heute früh nm 10 Uhr das mehrmals an- und abgesagte geheime Conststorium. Die Auszeichnung von 6 Prälaten im russischen Kaiserreiche ist unter den obwaltenden Umständen von nicht geringerer Bedeutung als die Ernennung von noch 22 Bi- schöfcn für Italien. Der Papst wünschte, im heutigen Consistorium alle im ehe- maligen Königreiche Neapel noch vacanten Sitze zu versehen, doch gingen theils die nöthigen Requisites für die Ausfertigung der Ernennungöbullen nicht ein, theils verzichteten mehrere von Sr. Heiligkeit auserfehene Candidaten auf die Ernennung. Nom, 25. Febr. Wie der Fanfulla erzählt, sind einige römische Priester zusammengetreten, um eine Bittschrift an den Papst zu entwerfen, in welcher der- selbe gebeten werden soll, Rom nicht zu verlassen. Man glaubt, sagt daS genannte Blatt, daß auch viele Ordensleute die Petition unterzeichnen werden. Es liegt auf der Hand, daß die angedeutete Eventualität der römischen Priesterschaft und den Klöste-n eine sehr üble Lage bereiten würde. England. London, 26. Februar. Ein Specialcorresponvent der „Daily News", welcher die occupirten Provinzen Frankreichs besucht, schreibt aus Rheims: „Daß der Haß gegen die deutschen Truppen dem Umstande entspringt, daß sie Mitglieder jener Nation sind, welche den Franzosen eine furchtbare Lection gegeben hat, und nicht durch individuelle Handlungen der Grausamkeit oder Habgier in der Stadt selbst hervorgerufen ist, gestehen die Bewohner von. RheimS ehrlich genug ein. Nichts ist gestohlen oder zerstört worden, und die Leute hier scheinen Einen kaum zu verstehen, wenn man von der angeblichen Vorliebe der Deutschen für die Armee- tiruiig französischer Uhren spricht. Sowohl neutrale als eingeborene Beobachter bestätigen mir, daß die Einwohner wahrend der deutschen Occupation keine Plünderung zu beklagen hatten. Daß dagegen Mac Mahon's Soldaten auf dem Wege nach Sedan alles stahlen, was in ihren Bereich kam, und sogar die Obstbäume ausrissen, um auf ihrem Wege die Frucht zu essen, ist eine notorische Thatsache. WaS die Deutschen nehmen, wird alles bezahlt, und wenn sie wirklich mehrere Millionen Flaschen Champagner hier und in Epernay seit der Invasion getrunken haben, nun, um so besser für die Weinhändler, die m der That ausrichtig genug sind, um einzuräumen, daß das verflossene Jahr ein sehr gewinnreiches für sie gewesen ist. Seit meiner Anwesenheit Hierselbst bin ich Augenzeuge eines brutalen Angriffes gewesen, den ein Bewaffneter auf einen Unbewaffneten machte. Ein Betrunkener wurde von zwei Polizisten in's Gefängniß abgeführt; auf dem Wege fiel er hin, wie es Betrunkenen bekanntlich leicht passiren kann. Darauf gab ein dritter Polizist, welcher ihm folgte, dem armen Kerl mit einem Stocke einen gewaltigen Hieb über die Schulter. Besagter Polizist war kein Deutscher, sondern ein Franzose." Was der Berichterstatter mit dieser kleinen Lokalnachricht sagen k. 8. k. 8. k. 8. k. 8. k. 8. k. 8. m. 8. 1. 3. 31/2 % Gcldjsorten. 0. kr. Pr.Friedrdor 9 571/2—081/2 Pistolen . . 9 41—43 „ doppelte 9 41—43 HoU.fi. lOSt. 9 53—55 Ducaten . . 5 32—34 20 Frankenst. 9 21%—22% will, liegt wohl klar genug auf der Hand. London, 26. Febr. Der Bruch zwischen dem Fürsten Bismarck und den preußischen Conservativen erscheint der Morning-Post wie der wirkliche Anfang zu einer neuen Aera in Preußen. Es ist noch keine 10 Jahre her sagt die Post im Verlauf ihrer Betrachtung —, daß Fürst Bismarck in einer Session nach der anderen den Protesten und Angriffen des erzürnten Abgeordnetenhauses Trotz bot. Englische Beobachter, welche jenes denkwürdige Ringen verfolgten, von dem, wie sich mittlerweile herausgestellt hat, die Vergrößerung Preußens und die Emi- gung Deutschlands abhing, waren oft geneigt, an Strafford zu denken. Allen Anfechtungen setzte er das Vertrauen seines Königs und die unerschütterliche Treue der conservativen Partei entgegen. Heute hat sich der Kanzler immer noch das Vertrauen seines Souverams bewahrt, aber er hat sich nicht mehr gegen die Feindschaft des Abgeordnetenhauses zu vertheidigen. Dje Volksvertreter sind feine Anhänger geworden und er sucht dagegen das Oberhaus zum Gehorsam zu bringen. In den Katholiken sieht Fürst Bismarck die hartnäckigsten und zähesten Feinde Deutschlands. Der Clerus in Polen und Elsaß, behauptet er, halte die Flamme der Unzufriedenheit gegen die deutsche Herrschaft wach. Es ist wahrscheinlich, daß noch andere Erwägungen außer der Religion der Feindschaft der Elsässer und Polen zu Grunve liegen. Was aber dre Katholiken des eigentlichen Deutschlands anbelangt, so hat BrSmarck allerdings mehr Grund zur Beschwerde. Es ist keinem Zweifel unterworfen, daß es gegen den Wunsch der Majorität der deutschen Katholiken war, einen Hohenzoller a-S Haupt des ganzen Vaterlandes zu sehen. Selbst im gegenwärtigen Augenblicke ist die katholische Partei im Reichstage der feste Kern, um den sich Alles schaart, was der neuen Ordnung der Dinge femdselig ist. Fürst Bismarck indessen ist nicht der Mann, welcher zurückschreckt, wo es zu handeln gilt, wie er es eben wieder den Conservativen gegenüber bewiesen hat. Di- fernere Entwickelung des Kampfe« wird großes Interesse bieten. Mittler- weile muß man dem preußischen Premier schon einen weiteren Sieg gutschretben. London, 28. Febr. Das gestrige Dankfest fand seinen Abschluß in einer großartigen Illumination, bei welcher sich besonders die Paulskirche uuSzeichnete. Trotz der großen Ordnung, welche überall waltete, sind 1 Todter und ca. 70 Verwundete zu beklagen. , „ t ™ London, 29. Febr. Der „Times" wird bezüglich der Antwort Amerika s aus Philadelphia untern 28. Febr. telegraphirt: Die Unionsregierung könne die Klageschrift nicht ändern. Der Vertrag enthalte genügende Bestlmmungen für ein freundliches Aokommen vermittelst Schiedsrichter, da beide Contrahenten verpfl,chttt seien, den Schiedsspruch als eine völlige und schließliche Lösung aller unterbrei e Ansprüche anzunehmen. Papierrente 57% * ' 1881r IOO1/4 Land wirth sch a f t l i ch e S. Ueber die 1871er Getreideernte liegen nunmehr aus den verschiedenen Ländern theils amtliche Mittheilungen, theils zuverlässige Berichte vor, laut deren dieselbe zu den geringsten Ernten deö letzten Jahrzehnts gehört, d. h. wenn man vom Einzelnen ab- und nur auf daS Ganze sieht. Nach den Mitthellungen der „Times" beziffert sich die von Seiten Englands erforderliche Einfuhr an Weizen allein auf circa 62 Millionen Metzen., Namentlich ist eö der große Minderertrag Frankreichs, welcher fortwährend die Speculation mit Getreide anspornt; insbesondere sind es Belgien und Holland, welche zur Versorgung des nördlichen Frankreichs einen bedeutenden Getreideumsatz haben. In Deutschland scheint der Ertrag im Allgemeinen die Bedürfnisse zu decken, wenigstens scheinen sich die Einfuhren aus Ungarn und die Ausfuhren nach Schweden und Norwegen ziemlich die Waage zu halten. Rußland allein hat von den europäischen Ländern eine namhafte Ausfuhr zu verzeichnen. Je mehr eS zur Gewißheit geworden ist, daß die Frucht- vorräthe nicht von der Art sind, daß sie eine Mißernte Pro 1872 ausgleichen könnten, desto mehr interessirt sich die Speculation für die Frage: Wie werden die Saaten durch den Winter kommen? Zwar ist der Winter noch nicht zu Ende; allein eS gehörte doch zu den Seltenheiten, wenn jetzt noch wesentliche Sto, rungen eintreten sollten. Der Winter begann zwar allenthalben früh und energisch, allein vor Eintritt des stärkeren Frostes wurden die Felder durch eine starke Schneedecke geschützt und der Schneeabgang erfolgte allmälig. Der Januar verlief fast frostfrei und beschädigte die Saaten in keiner Weise. Daher hört man denn nirgends Klagen über bedenklichen Stand derselben, selbst da nicht, wo die Bestockung in Folge von etwas verspäteter Aussaat etwas schwach war. Berechtigte Klage führen nur allerwärts die Winzer; denn das Rebholz war ziemlich unzeitig in den Winter gekommen und konnte der strengen Kälte deS Vorwinters keinen Widerstand leisten. Mannigfach taucht die Frage auf, ob auch den erfrorenen Wingerten Dung zu geben fei. Unseres Erachtens muß diese Frage bejaht werden, doch mochte sich wohl die Düngung mit Kalisalzen mehr empfehlen, als die Düngung mit Stallmist. Einfluß der Mineralstoffe auf die Ernährung der Pflanzen. Herr Friedrich Huye, Administrator zu Berggall a. M., berichtet an die landwirthschaftliche Lehranstalt in Worms, daß er im Frühjahre 1871 zum erftenmale sich deS Kalisalzes zum Düngen von Weinbergen bedient habe, und zwar vergleichsweise auf gleichen Stücken in Concurrenz mit der üblichen Mistdüngung; sei auch der vorige Jahrgang nicht dazu angethan gewesen, hinsichtlich der CreS- cenz selber bemerkbare Unterschiede hervortreten zu lassen, so verdiene eS doch allgemein bekannt zu werden, daß die mit Kalisalz gedüngten Versuchsparcellen kaum Spuren von Frostschaden zeigten, während die in gleichen Lagen, in gleichem Boden und mit denselben Rebsorten bepflanzten aber mit Stallmist gedüngten Parcellen sehr stark unter der Einwirkung des Frühfrostes gelitten hätten Vorbereitung ec Kleien zu Fütterungszwecken geschieht fast allgemein noch in der Art, daß dieselben mit heißem Wasser angebrüht werden, und zwar in dem Glauben, paß sie dadurch verdaulicher würden. Allein eö ist dies ein von alterSher überkommener Jrrthum. ES ist im Geqentheile gewiß, daß die Kleien durch dieses Verfahren unverdaulicher gemacht werden. Dafür sprechen auch die uns von Herrn Gutsbesitzer Müller in Schönhof mitgetheilten Ver- such'öresultate, die sich kurz dahin zusammenfaffen lassen, daß gleiche Mengen Kleien nur mit kaltem Wasser anqefeuchtet, die mit heißem Wasser angebrühten Kleien um 21 Procent m ihrer Ausnützung übertrafen, während die gleichen Mengen Kleien, welche 12 Stunden lang mit etwas Sauerteig in Gährung gewesen waren, einen um 37 Procent höheren Nutzeffect hatten, als die heiß angebrühten Kleien.___________________________ ______ Börsenberichte. Frankfurt a. M., 28. Februar. Die während deS ganzen nun abgelaufenen Monats unentschiedene Haltung der Börse hält bis zum letzten Tage an, denn auch heute war die Specu- latiou noch nicht entschieden, ob sie für Baisse ooer Hausse Partei ergreifen so le. Zudem zieht die Ultimo-Regulirunq, trotzdem sie sich in normalen Grenzen bewegt, doch die Aufmerksamkeit auf sich und so kam eS, daß in Speculationseffecten wenig Verkehr sich geltend machte, mi. Ausnahme von Creditactien, welche in Folge starker Berliner Zwangsverkäufe bis 362 heruntergingen, sich später aber wieder auf 364% hoben, um mit 364 zu schließen. DaS Gerücht vom Fallissement eines oder, wie Mehrere wissen wollten, mehrerer großen Speculanten an der Berliner Börse machte natürlich keinen angenehmen Eindruck. Staatsbahn [411%—%], Lombarden [2161/0—2161 und Nationalbank [878J ohne Umsatz. Am meisten Umsatz war heute wieder in österreichisch-ungarischen Bahnwerthen, von denen speciell die im Eourse noch zurückgebliebenen ungarischen Sorten stark für Privaten angekaufl werden. In den heute zur Notlrung gelangen, den ungarischen Nordostbahnactien war enormes Geschäft, ein Beweis, wie wenig Werth mau auf die Tendenzlügen legt, welche gegen dieses Papier sowohl in hiesigen wie auswärtigen Blattern loSqelegt wurden. Ungarisch-galizische Actien gleichfalls in starker Frage. Sodann Nordwest und Elisabeth höher. Prioritäten lebhaft und fast durchweg höher. Banken wie seither still, doch preishaltend, einzelne sogar höher. Loose ebenfalls still. Staatspapiere im Tausch. Amerikaner anziehend, jedoch ohne größeres Geschäft. . ,, , . — 29. Februar. Die heutige Ultimo-Liquidation nahm in Folge d?r allgemeinen günstigen Lage deS Geldmarktes einen sehr guten Verlauf und hielten fick Reportsätze auf 4—-5 Proc. Demgemäß gingen denn auch die Eourse der Spielpapiere, welche im gestrigen Abend-Privat- verkehr ziemlich weit heruntergesunken waren, wieder in die Hohe, und zwar Lreditactlen bis 3652/4 Staatsbahn, trotz der letzten schlechten Wocheneinnahme [52,000 fl. Minusj aus 411 Lombarden 2I61/4, Nationalbank 878-879. Mehr als beiden reinen Speculationseffecten machte sich die bausfirende Tendenz wieder bei Bahnpapieren geltend, in denen anhaltend enormes Geschäft gemacht wird. Ungarische Nordost wurden auch heute wieder in großen Betrugen bei 179 aus dem Markt genommen, sodann waren ungarisch-galizische, Alfold und Raab-Grazer hoher. Oesterreichische Prioritäten ebenfalls andauernd beliebt, namentlich Siebenbürger und Elbthal. Banken theilweise gefragter und Darmstädter, Meininger, sowie österreichisch-deutsche etwas hoher. Stuttgarter Bank begehrt. In Loosen dominirten heute österreichische 1860er owohl durch den Umfang des Verkehrs als Höhe des Preises, der bis 92% ging- Kleinere Sorten ebenfalls lebhafter und partiell höher. Von amerikanischen Werthen nur 1881er und 1882er im Umsatz. Prioritäten» 30/g öster. Stsb.-Prior. 60% 3O/o öst. s. Lombard 86% 30/g Livorneser 39% 5% Tosoaner 61% 5% Elisabeth.-Prior. 841/4 do. ll. Emiss. 82%__ Anlehenaloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 72 Nassau 25 fL 48 4% bayr. Pram.-Anl. 116% Ansbacher 7 fl. 13% 40/0 badische Loose 114% Badische fl- 35 Loose 71% 30/» Oldenburg, ä 40Thlr. 39% Oeatr. fl. 250 v. 1854 83 1858r Prioritatoloose 194 186Cr Loose 93 1864r • 155% Braunschweiger 20% Stadt Floren* 84% „ « 1882r 953/4 » „ 1885r 96% n „ 1887r 97% Spanier, neuest. 3% 31% Türkei. Konstantinopel, 27. Febr. Phalib Bey wurde zum Fiuanzoinlster, Soussous Bey zu seinem Nachfolger in der Zolldirectton ernannt. Die Wahl HllaUon s zum bulgarischen Exarchen ist wegen Ungesetzlichkeit annullirt worden. Eine aber- malige Reduction der Beamtengehälter um 2^2 pCt. hat stattgesunven. Amerika. Newyork, 26. Febr. Der Washingtoner Correspondent der Newyorker World berichtet, die AntwortSnote der amerikanischen Regierung hebe hervor, vatz, da England keine Einsprache gegen die indirekten Forderungen erhoben habe, als dieselben zuerst nottficirt worben seien, die UnionS - Regierung seitdem gema.z dir Theorie gehandelt habe, daß England Vie amerikanische Deutung des Vertrags acceptire. — Dem Heralv zufolge hätte die Regierung hervorragenden Bankhauserni BflrsennachrlchteD. 29. Februar 1872. Preuss. 4%0/g Oblig. 103% Frankf. 3%*% Obi. 89 Nass. 4%o/g Obi. 99% Kurhess. 4% „ 94 Gr. Hess. 5% Obi. 102% » „ 40/o „ 97% „ „ 3%o/o „ 92 Bayer. 5% „ 100% „ 4%o/g 1jährige 100% n 40/g 1jährige 96 Würtemb. 4% % Obi. 99% Baden 4%% Obi. 0. E. L. 99% Oesterr. Silberrente 63% AStge meiner Anzeiger Versteigerungen. 1008) Freitag den 22. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Nathhause die dem Valentin, Heerdt und Ehefrau gehörige Hof- raithe, als: Flur Nr. lDKlftr. 1/859 — Hofraithe auf dem Asterweg, gibt 133/4 fr. Rente, i/gtzo 27 Grabgarten daselbst, i/ggg 3 Hofraum mit Stall das., 1/970 3 Hofraum (Miststätte) das.! nochmals meistbietend versteigert werden, i Gießen, den 29. Februar 1872. Großherzogliches Ortsgericht Gießen \ Semmler, Ortsgerichtsmann. Holzversteigeruiig. 1004) Donnerstag den 7. März d. I., : von Morgens 9 Uhr an, sollen im Steinbacher Gemeindewalde, Di i stritt Enbach, nachstehende Holzsortimenre! versteigert werden, als; 172 R.-Meter Buch.n-Scheidholz, 182 „ „ Prügelholz, 407 „ „ Stockholz, 6 „ Eichen-Scheidholz, 8 „ „ Prügelholz, 7 „ „ Stockholz, 10770 Wellen Buchen-Reisholz, 200 „ Eichen- „ 870 „ Fichten- 17 Eichen-Baustämme von 20 bis 55 Cen- timeter Durchmesser u. 10 Meter Länge, mit 19,74 Cubikmeter, 12 Buchen-Stämme von 44 bis 57 Cent meter Durchmesser rind bis zu 10 Dieter Länge, mit 13,11 Cubikmeter, 9 Fichten-Stämme von 15 bis 19 Genth i Meter Durchmesser u. 13 Meter Länge,! mit 3,32 Cubikmeter, 65 Fichten-Stangen mit 1,80 Cubikmeter. Der Anfang ist um die bestimmte Stunde, in der ersten Schneiße bei Nr. 1. Nachmittags halb 1 Uhr kommt das Werkholz! zur Versteigerung. Steinbach , am 29. Februar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Steinbach. Horn. 982) Dienstag den 5. März er., um 2 Uhr, soll dahier die Umänderung von 10 Stück Waagen auf die neue Gewichtseintheilung, .sowie die Lieferung von 11 Stück Meßlatten (ä 4 Meter) vergeben werden. Krofdorf, den 27. Februar 1872. i Der Bürgermeister: j ______________Colnot.________I 1000) Montag den 4. März 1872, Morgens 9 Uhr, läßt der Unterzeichnete folgende Gegenstände wegen Ausgabe seines Geschäfts öffentlich gegen baare Zahlung versteigern, als: eine große Quantität vorgerichtetes Eichen-1 Bauholz, eine Partie eichene 2- u. 3zöllige Dielen, eine Panie tannene und Pappel- Dielen, sowie Oeeonomiegeräthschasten, > bestehend in 3 Wagen, Pflug, Egge 2C.,; zwei Fegemühlen, einer Dickwurzmühle,! verschiedenes Zimmerwerkzeug, als: höl-, zernes Schraubgeschirr, Winden, Bohrer,! Sägen re. _ ! PH. H. Schmidt, m Lich. Feilgebotenes. 1010) Italienische Maccaroni, Eiergemüsenudeln, Krüncllen, Kirschen, Apfelspalten, Zwelschen, türkische, C'atharinapilaumen, Orangen, Citronen empfiehlt Emil Fischbach, Seltersweg. 984) Göttinger Knack- wnrstchen zum Rohessen, in stischer Sendung, empfehlen I. A. Busch Söhne. 938) Frünstliche Dünger empsiehlt I. G. D. Bapst. 7631 Photographie-Rah- rrren und Goldleisten bei Wilh. Balser. NB. Das Einrahmen von Bildern wird schnell und -billigst besorgt. Karlsbader Sprudelsalz empfiehlt Emil Fischbach, (1009) Seltersweg. 937) Portland - Gement, frische Sendung, empfiehlt I. G D. Bapst. 1012) Bei Philipp Lampus find Dickwurzeln zu verkaufen. 685) Liebig's Fleifchextract, achtes, von Fray Bentos, und Condenstrte Milch von der Anglo-Swiss Condensed Milk- Comp. in Cham (Schweiz), in frischer Sendung, empfehlen I. A. Busch Söhne. Saameiiliandhing von (809) Carl Deines, Marktplatz, bei Herrn Gastwirth Schnell. s Schweineschmalz, beste Qualität, pr. Pfund 24 fr.; bei größerer Abnahme billiger, empfiehlt Carl Hoffmann. 964) Ein Kinder Bcttlädchen und ein Kinder-Wägelchen zu verlaufen in Lit. D- Nr. 61, Neustadt. Markt-Anzeige 907) Wir beehren uns, hiermit die ergebenste Anzeige zu machen, daß wir den nächsten Markt in Gießen, als den 6. März, mit unfern bekannten Sorten in Tuch und Bukskin abhalten, und bitten um geneigten Znspruch. Schotten, im Februar 1872. Die Tuchmachergesellschast. Lcrmiethungen. 989) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinets zu vermiethen. Näheres bei der Expedition d. Bltts._______________________________________ 749) Eine Wohnung von 5 bis 6 Zimmern u. s. w. ist in der Alieenstraße zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts- 1001) Ein fleines möblirtes Zimmer ist zu vermiethen- Bei wem? sagt die Exped. dieses Blattes______________________________ 1011) Zwei freundliche möblirte Zimmer sind am Bahnhofe zu vermiethen und sofort zu beziehen bei Bahnmeister 93 inne cf er. Eine Wohnung gesunder Lage, für eine Privatschule geeignet, wird alsbald oder spätestens bis zum 15. April zu miethen gesucht. Offerten beliebe man in dem Hause Lit- B- Nr. 60 abzugeben.____________________ (1003) 970) Auf den 25. März wird für eine stille Haushaltung ein ordentliches Mädchen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 991) Ein Diener, der etwas Gartenarbeit versteht, früher Officier-Bursche war, oder eine ähnliche Stellung innehatte, wird bei gutem Lohn sogleich gesucht von Reinhold Berger, Rentner in Kreuznach. 1002) Zu vermiethen auf den 1. Juni, auf Verlangen auch früher, ein Familienlogis , bestehend aus 4 Lis 6 Zimmern, Kammern, Mitgebrauch der Waschfüche rc. Canzleiberg Lit- B. Nr. 66. Vermischte Anzeigen. 1005) „Gesucht Agenten für den Verkauf von Colonialwaaren. Gute Re- „ferenzen erforderlich. Adressen sub Q. „IVr. 1428 an die Annoncen-Expedition von Rudolf Moffe in Hamburg." _________________________________(A, 1035.) 941) Eine perfecte Köchin, mit guten Zeugnissen versehen, wird gegen hohen Lohn nach Auswärts gesucht. Zu erfragen bei Dienstmann Ph. Müller, Löwengasse C. 106.______________________________________ 973) Ein Laufmädchen gesucht in Lit. C. Nr. 159, im Laden._______________________ § StrMüle werden zum Waschen, Färben und Fa?on- niren angenommen bei Wilhelmine Fuhr, Kirchenplatz. 1006) Für die Schirme, welche seit 1871 bei mir zur Neparatur sind, und trotz aller Aufforderung nicht abgeholt werden, leiste keine Garantie mehr. W. Frank, Mäusburg. 974) Auf meinem Büreau ist die Stelle eines ersten Gehülfcn zu besetzen. Dr. A. Rosenberg II., Hofger.-Adooeat. 968) Für eine Restauration wird ein braves Mädchen gegen hohen Lohn in Dienst gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 986) Ein freundlich gelegenes fleineres Haus nebst Garten wird zu faufen gesucht. Geschäftslage nicht erforderlich. Offerten nimmt entgegen Chr. Dix, ___________________' Neuenweger Thor. 1014) Unserem lieben Freund Pohl zu seinem 43. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche. 348) Ein Gymnasiast oder Realschüler kann in einer Beamten-Familie von künftigen Ostern an Kost und Logis und zugleich auch, wenn es gewünscht wird, Nachhilfe in allen Lehrgegenständen erhalten. Näheres bei der Exped. d. Bltts. AuMagenkrampf, Verdauuugs- schwache rc. rc. Leibciwen , , , 837) Auf sogleich ein reinliches Mädchen wird das feit beinahe 50 Jahren segensreich in einen kleinen Haushalt gesucht. Auskunft wirkende Dr. m e d. Doecks’fdjc Heilmittel bei der Exped. d. Bltts. empfohlen. Schrift darüber gratis in der'———-— -------———— ------ Exped. d. Bl. Das Mittel ist nur direkt zu Flechtenkranke Ulld Brustleidende beziehen durch Apoth. Doecks, Harpstedt heilt I>r. Iochheim in Darmstadt, Lud- bet Bremen (früher Barnstorf). (4225) wigsplatz. (2478) Geschäfts - Eröffnung. 1007) Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich dahier indem früher Perger'schen Atelier, im Hause des Herrn Canzlist Böger an der Schoor, ein photographisches Ge- schäft errichtet habe. Aufnahmen geschehen in jeder Art lind Größe unter billiger und reeller Bedienung. Ludwig Orth, Photograph. Fürs Militär! (II. Regiment Nr. 116) empfiehlt d i c M a t e r i a l h a n d l u n g von Ernst Hermes auf der Mäusburg: Prima tiesschwarzen Lederlaek, Putzkugel«, Putzöl, Gewehröl, doppelt gereinigt, Wiener Kalk, Feine Haarpinsel und Schwämme, Beste schwarze Glauzwichfe, nach der Vorschrift von Habermann, Haaröl, Toiletten- und gewöhnliche Seife, Gelbes und schwarzes Wachs, Ha» dfchuhmchl und Mützenpulver. C"8)' 711) Die Thüringer Knnstfärberei " in Königsee sandte neue geschmackvolle Druckmuster und empfiehlt die modernen Farben: dunkelgrün, gross ei Ile, grenadine, prume rc., die, wie alle anderw, in unübertroffener Schönheit hergestellt werden. Aufträge vermitteln unentgeldlich Geschwister Heerz in Gießen, ___________________________________Neuenweg Nr. 116,_______________ 958) Die Nechnerstelle bei dem Krankenunterstutzungs-, Sterbekasse- und Wittwenunterstutzungs - Verein ist zu besetzen. Bewerber aus den Vereinsmitgliedern haben sich bis zum nächsten Montag, Vormittags, bei dem Unterzeichneten zu melden. Der Präsident: Chr. Schopbach. 8 Tech sie hum Frauken berg* bei Chemnitz., Königreich Sachsen. Maschinenbauschiile, in Verbindung; mit Maschinen Fabrik. Industrieschule, Vorbereitung zum Freiwilligen - Examen. Pensionat. Beginn des Cursus den 1». April. Prospecte versendet gratis Die Direction Ing. G. Bauch ; Dr. J. Ilcubner ; Dr. E. Kloli. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Ovnnentei MU Plüsilngen in sm dichnigm für diejenigen für diejenigen welche nach §. Die \ Dam Darmstll! übtr den Haup ililter der Ham btihQßt 5,681 wägen, ob t« W& Wx\< Dißwen- un1 9hibri! Hwfa ßinfommtn bt wecken hi! lkgenheit wird ^cnunciationö Publikum verwandeln. j ^llrlichc Stelle *x wurden; Hauptdora, L? St? 4 *!* 79.891 J. J bttoiU(ftt auch dieß- % auf Rechnung 6ur9 verabstl^ a!'ho«« 8w«j J* wt *"'■ „Di= j Sft äs ft” "öl» Ä * 8