Preis vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Nr. 1 Montag den 1. Januar ' 1872. pro Quartal. vierteljährlich das Blatt auch tg- Einladung tum Abonnement auf den Derselbe erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags, und kostet für die Abonnenten in der Stadt Gießen 1 rT 1 Den seühc"igen AbMnmttn^üi'de^Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, im I. Quartal 1872 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen. Diejenigen, welche den Anzeiger Abends bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben zu 1 fl. Für alle außerhalb Gießen wohnenden Abonnenten beträgt der vierteljährige Abonnementspreis 1 fl. 27 kr. incl. Postaufschlags. Dieselben können mir bei der Post oder den Landpostboten abonniren. - Damit wir nun in den Stand gesetzt sind, die Auflage des Blattes bestimmen zu können, ersuchen wir Alle, welche auf den Gießener Anzeiger abonniren wollen, dtes sofort bet der ihnen zunächst gelegenen Postanstalt oder den Landpostboten zu thun, da wir uns sonst nicht verbindlich machen können, vollständige Exemplare zu liefern. Die seither unseren Abonnenten als Gratis-Beilage übergebenen, „ Gießener Familienblatier werden wir auch für die Folge dreimal wöchentlich dem Gießener Anzeiger beilegen und dafür Sorge tragen, daß durch deren Inhalt an gediegenen Original-Novellen unseren geehrten Lesern eine fesselnde Lectüre zu Theil wird. Zugleich machen unsere Leser darauf aufmerksam, daß das Manuscript der so sehr spannenden Original-Novelle: „Der eiserne Abbv" letzt vollständig tn unseren Händen ist und wir also nicht verfehlen werden, mit dieser Novelle das Feuilleton im Jahr 1872 zu eröffnen. Amtlicher Theil. Nr. 50 des Reichs-Gesetzblattes des Deutschen Reiches, ausgegeben zu Berlin am 22. December 1871, enthält: (Nr 755.) Verordnung, betreffend die Einführung des Abschnitts VIII der Reichsverfassung in Elsaß-Lothringen. Vom 14. October 1871. (Nr. 756.) Gesetz, betreffend die Einführung des Abschnitts VII der Reicbsverfassung über das Effenbahmvesen. Vom 11. December 18‘ • ft,pot6rinflen $om (Nr. 757.) Gesetz , betreffend die Ausdehnung der Wirksamkeit des Gesetzes über die Gewährung der Rechtshilfe vom 21. Junr 1869 auf Elsatz-r.olyrmgen. Bom 11. December 187 Auslieferungsvertrag zwischen dem Deutschen Reiche und Italien- Vom 31. October 1871. Gießen, den 29. December 1871. Großherzogllches Krersamt Greßen. p ' v. Roder. Gefundene Gegen ft an de: Ein Portemonnaie mit 9 Kreuzern, ein d-sgl. mit 1 fl. 3 kr., ein d-sgl. (rund) ohne Inhalt, ein Schlüssel, eine Kinder-Stola von graulich-meißem Pelze, -in Maul- rorb "Di-VeMhüme^ W°ch?n zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände aus Verlangen an di- Find-r zurückg-g-b-n °d-r später zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden. |iencSet18^nWer;6Unb (mannd,en) m Großh-rzoglich- Polizei-V-rw°lMng der Provinzialhauptstadt Gießen, vyieyen, oen 01. ^dcichiucl ±0/1. Nover. Izwei Provinzen wieder zuführen, welche zwar durch die Länge der Zeit mit frä'nft- Ischem Firniß überzogen, aber in ihrem innersten Kern roch noch ächt deutsches Wesen bewahrt haben. — Wenden wir unsere Blicke von der Constituirung des neuen deutschen Reiches ab, so sehen wir, daß dasselbe neue Reich schon jetzt dominirend über die sämmtlichen Staaten Europa's herniederblickt. Die Westgrenze schützt unfern ganzen Erdtheil vor dem Ehrgeize und den Ausschreitungen der französischen Nation, während die moralische Eroberung Deutsch-Oesterreichs, welche gleichfalls durch die glorreichen deutschen Waffenthaten erzielt worden, Deutschland und das gesammte Abendland gegen die Gefahren des Panslavismus sicherstellen. , , In geistiger Beziehung auf das alte Jahr zurückblickend, so sehen wir das Licht mit der Finsterniß noch immer in hartem Kampfe begriffen. Die deutsche Wissenschaft streitet für das Heiligste, für den gesunden Menschenverstand, gegen den graffesten Aberglauben, welcher die Völker knechten und sie unter die Dictatur eines einzelnen schwachen Mannes bringen möchte. Möge es dem neuen Jahre gelingen, daß der Kampf, wie im alten Jahre für die deutschen Waffen, so auch im neuen Jahre für die deutsche Wissenschaft siegreich werde. — Zum Schluß dann unseren Lesern auch ein recht herzliches frohes Neujahr. * Zum neuen Jahre 1872. Beim Jahreswechsel sieht man häufig das alte Jahr abgebildet als einrn Greis, der müde, scheinbar ein wenig beschämt, davon schleicht, um in das gewöhnlich unten in der Ecke des Blattes sichtbare Meer der Vergangenheit htnab- zutauchen. Zugleich schwebt das neue Jahr als ein fröhlich lächelnder Knabe mtt einem Füllhorn voll wünfchcnswerther Dinge ausgestattet, auf die Erde nieder. Schließt an die bildliche Darstellung sich ein Text in Prosa oder Versen, so wird in diesem gewöhnlich das alte Jahr, weil es die Erwartungen der Leute nicht erfüllt hat, wie ein gestürzter Monarch tüchtig abgekanzelt, das neue Jahr aber, wie ein König, der eben den Thron bestiegen hat, mit frohen, hoffnungsvollen Zurufen empfangen. Um gerecht zu fein, müssen wir diesmal in unserem Nachrufe, den wir dem alten Jahre widmen, von dem gewohnten Schema abweichen. Das Jahr 1871, wenn es auch nicht durchaus zu loben ist, hat sich doch für Deutschland als kein schlechter Jahrgang erwiesen. Es fand einen großen Krieg im letzten, im furcht- barsten Stadium vor und hat ihn ruhmreich für uns beendet. Es hat einen Frieden abschließen sehen, wie noch nie ein solcher abgeschlossen worden. Es brachte dem deutschen Volke, wonach Millionen von Herzen strebten und Tausende ihr Blut Hingaben, es brachte dem deutschen Volke ein einiges Deutschland, ein neues deutsches Reich; fest und unerschütterlich in seinen Grundlagen steht es und trotzt den Anfechtungen und Verleumdungen etwaiger böser Nachbarn. Heil ihm darum! Aber auch den handelnden Personen, die uns dieses deutsche Reich mit ihrem Herzblute eroberten, gebührt am Rande des Jahres der Dank, dem tapferen unvergleichlichen Heere, wie ein zweites auf dem Erdenrunde nicht mehr existirt. Dann auch denjenigen Helden mit der Feder, welche den Frieden mit Frankreich abschloffen, ohne eine Einmischung irgend einer fremden Macht zu dulden, gebührt unser Lob und unser Dank. Sie halfen ja auch dem großen deutschen Vaterlande Deutschland. Darmstadt. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 42 enthält: 1) Gesetz, die Erhebung der Staatsauflagen in den ersten drei Monaten des Jahres 1872 betreffend. 2) Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, den Ausschlag der direkten Steuern und der Beiträge zu den Kosten der Staats- und Provinzial- Straßen für das Jahr 1872 betreffend. Frankreich Ml Aerathung 49 Slio" Dir Spec> am 27. am der Freisprechungen betrifft, die von verschiedenen Geschworenengerichten zu Gunße« von Individuen ausgesprochen wurden, die des Mordes an deutschen Soldaten angeklagt waren. Dieses Dokument ist sehr geeignet, das Land über die wahre» Pflichten des Patriotismus unter den gegenwärtigen Umständen aufzuklären. Es empfiehlt die Ruhe, den Geist der Gerechtigkeit und Mäßigung; es deSavouirt besonders laut die Aufreizungen, die das Resultat haben würben, die Lage vtt occupirten Departements zu erschweren, und deshalb die Uebel Frankreichs zu vermehren. Das Schreiben in den Gerichts-Journalen, worin Lachaud, der Tounelet vertheibigte, die Freisprechung der beiden Mörder bespricht, die Thatsachen aber nicht der Wahrheit gemäß darstellt, lautet: Den Imwerks-C jii Garanten zu Ober-Eschbach; am 21. November der Schullehrer Karl Roth zu Nidda; 23. November der pens. Forstwart Adam Katzenmeier zu Stammheim; am November der prns. Landrichter Geh. Iustizrath Ellenberger zu Lauterbach; 14. December der evang. Pfarrer Jacob Kern zu Eich; am 18. December Kreisarzt Dr. Hirsch zu Ober-Ingelheim. t Berlin, 29. December. In diesen Tagen ist die von Deutschen in Japan und China zum Besten der Verwundeten des deutsch-französischen Krieges veran- staltete Sammlung japanischer und chinesischer Seltenheiten hier angelangt und soll in den Räumen des Ministeriums des Innern ausgestellt werden. Der Erlös des Bazars fließt der Kaisex-Wilhelm-Stiftung zu. Der Kronprinz, dem die Geschenke zur Verfügung gestellt sind, nimmt besonderes Interesse an der höchst anziehenden Ausstellung, die ihres Gleichen Berlin noch nicht hatte. Die Gegen- stände sind von hohem Interesse für die Kenntniß jener beiden merkwürdigen Völker des Ostens. Die Investitur des Prinzen Friedrich Karl mit dem spanischen hohen Orden vom gvldenen Vließ wird am 3. Januar im k. Schlosse zu Berlin stattfinden. t Die wiederholte Anregung der luxemburgischen Frage in den Spalten der officiösen Blätter hat in diplomatischen Kreisen nicht verfehlt, ein gewisses Aufsehen zu erregen. Die Behauptung, Luxemburg gefährde die Sicherheit Deutsch, lands gegenüber Frankreich, die lediglich aus den Sympathien der luxemburgischen Bevölkerung für Frankreich abgeleitet wird, darf nach der Ansicht der fremdländischen Diplomatie keinen Grund für die Vergewaltigung Luxemburgs abgeben. Wenn nun gleichwohl von Seiten der deutschen Bundesregierung Verhandlungen mit der holländischen Negierung über einen eventuellen Anschluß Luxemburgs an das deutsche Reich angeknüpft, und anderseits die Eabinete von England, Italien und Oesterreich darum angegangen sind, auf die Herstellung eines besseren Ver- hältniffes der luxemburgischen Lande zu Deutschland mittelbar hinzuwirken, so werden wir bald genug wahrzunehmen haben, daß die Hoffnung auf Unterstützung der deutschen Plane bezüglich Luxemburgs von Seiten jener Eabinete eine durchaus trügerische gewesen ist. Die holländische Regierung hat heute schon aus ihrer großen Abneigung, ihr gegenwärtiges Verhältniß zu Luxemburg zu lösen, gar kein Hehl gemacht, und wie uns von unterrichteter Seite versichert wird, stützt sie sich dabei wesentlich auf den Widerspruch der abendländischen Staaten gegen einen durch irgend welchen Zwang zu bewirkenden Anschluß Luxemburgs an das deutsche Reich. München, 29. December. Das CultuSminifterium verfügte die Einführung des in infalllvilistifchem Sinne umgearbeiteten Religionshandbuchs an den bayerischen Gymnasien, das noch jüngst der Regierungspräsident der Overpfalz tn seinem Kreise verboten hat. Der Minister wird deshalb in der Abgeordnetenkammer inter- pellirt werden. Den: grstorben den Den l. Meisters in t 20 D, Bor! Besonder Deffent 8) Der t abwesenden E der verlebten von Beuern i dH 'M ycc W M V VeräujjM/h und 253 oei auch eine $ junden und 725 fl. erziel auf Antrag sogewiß bim an, sich über kaufs bei de erklären, als ihres frühere, von Beuern dessen Antrag iw Wtrmaitu lnögensanthei Gießen, de Grotzherz 3) Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. 4) Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog Haven aller- gnädigst geruht: am 10. November dem zweiten evangelischen Pfarrer zu Münzenberg, im Decanate Hungen, Friedrich Jacob Ludwig Henkelmann, die evangelische Pfarrstelle zu Frischborn, im Dekanate Lauterbach, zu übertragen; am 11. December dem Schulamtsaspiranten Johann Ludwig Albert aus Undenheim, im Kreise Oppenheim, die katholische Schulstelle zu Wörrstadt, im Kreise Oppenheim, zu übertragen. 5) Charakterertheilungen. 6) Dienstentlassungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnadigst geruht: am 5. December den Schullehrer an der katholischen Schulstelle zu Wimpfen am Berg, im Kreise Wimpfen, Ignaz Adolph Raby, auf sein Nachsuchen, aus dem Schuldienste, und am 12. December den Hofgartenwärter tn der Hofgärtnerei Darmstadt, Carl Ewald, auf sein Nachsuchen des Dienstes zu entlassen. 7) Versetzungen in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben allergnädigst geruht: am 30. November den Forstwart der Forstwartei Gehespitz, Franz Adam, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, den Forstwart der Forstwartei Königstädter Forsthaus, Förster Leonhard Habermehl, auf sein Nachsuchen, und am 5. December den Schul- lehrer an der katholischen Schule zu Weinsheim, im Kreise Worms, Johann Jett, aus sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen. 8) Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die evangelische Pfarrstelle zu Selters, im Decanate Gedern, mit einem Gehalt von 743 fl. 30 fr.; die 2. evang. Schulstelle zu Nieder-Ohmen, im Kreise Grünberg, mit einem Gehalt von 300 fl.; die katholische Schulstelle zu Groß-Umstadt, im Kreise Dieburg, mit einem Gehalt von 301 fl. 45 fr.; die evang. Pfarrstelle zu Ober-Mossau, im Decanate Erbach, mit einem Gehalt von 760 fl. 39 fr.; dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die 1. evang. Elementar-Schulstelle zu Schlitz, im Kreise Lauterbach, mit einem Gehalt von 329 fl. 19 fr., wovon 29 fl. jährlich vorerst abzugeben sind; dem Herrn Grasen von Schlitz, genannt von Görtz, steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die 2. evang. Schulstelle zu Lang-GönS, im Kreise Gießen, mit einem Gchalt von 443 fl.; die evang. Schulstelle zu Knoden-Schannenbach, im Kreise Lindenfels, mit einem Gehalt von 300 fl.; die evang. Schulstelle zu Mittershausen, im Kr. Lindenfels, mit einem Gehalt von 300 fl.; die 1. evang. Schulstelle zu Kalster- bach, im Kreise Groß-Gerau, mit einem Gehalt von 489 fl. 73/4 fr.; die 2. evang. Schulstelle zu Nauheim, im Kreise Groß-Gerau, mit einem Gehalt von 304 fl., ausschließlich des Manschen Legats. 9) Sterbefälle. Gestorben sind: am 22. August der Schullehrer Georg Adam Hornmann zu Veltersheim; am 17. November der Schullehrer Jacob Seibel zu Nieder - Breidenbach; am 19. November der Schullehrer Georg Karl Backes ^i*eu 5! 55 55 N "u 3m 3 gründet 3c We als ein fiadt Berli» ' 'civil'lirtt ÜBd jii erfülle«, w Ni 1) Nächsten T W der Unte drei junge ff« gütet , Wine, ' NiMtei •ftad; vers Paris, 29. December. Dem Vernehmen nach hat Remusat, dem Verlangen Italiens nachgebend, den französischen Gesandten beim päpstlichen Stuhle abberufen. — Die Orleans beabsichtigen, nach der Restitution ihres Vermögens dem Staate 100 Millionen als Beitrag zu den Kriegskosten zur Verfügung zu stellen. Der „Moniteur des CommuneS", das zweite officielle Blatt der französischen Regierung, enthält folgende, die Note Bismarck's betreffende, officielle im Auszüge bereits wiedergegebene Mittheilung: Die deutschen Journale veröffentlichen den Wortlaut einer diplomatischen D-p-sche, von welcher Herr ». Arnim, Minister de« Kaiser« Wilhelm in Pari«, ,.w ... to„Hlunuer btm Minister de« A.nßern Ken-ttniß gegeben hat, uno welche gewisse!genannte» Landern, Italien. Rom, 29. December. Der König Victor Emanuel ist hier eingctroffen — DreT-legraphenconfer-nz beschloß, im Jahr 1875 in Petersburg zusammenzutrete». - Ker Senat genehmigte d,e Etat- für 1872 und die prooisorische Fortechebuna ®er «t,CUe.rn.b.f Ende Februar. — Dec Minister füe öffentliche A,beiten sowü der KkirgSminister ettlMea , daß sie ihre Aufmerksamkeit bereit« auf die Frage richteten: d.e Eisenbahnen al« Mittel ,ür die Lande-oer.heidigung zu verwinden. England. Seit mehreren Wochen lese ich mit peinlicher Erregung die heftigen Re- criminationen der deutschen Presse gegen die Beschlüsse der Geschworenen in den Sachen Tounelet und Berlin. Ich erwartete tagtäglich eine Antwort der Re- gierung, und da ich heute Morgen in den Journalen eine letzte Note lese, die zugleich beleidigend für unsere Justiz und drohend für unsere unglücklichen noch besetzten Provinzen ist, so konnte ich wohl dem Wunsche nicht wiederstehen, solche Angriffe zu widerlegen. Ich war der Vertheidiger von Tounelet, mein junger Secretär jedoch war der Avvocat von Bertin; dieses gibt, glaube ich, mir das Recht, mich in diese Sache zu mischen, um die Wahrheit zu bekräftigen. Das RechtSgesühl ist, Gott sei Dank, in Frankreich nicht erloschen; weil es alle unsere Unglücksfälle überlebt hat, so haben ehrenhafte Männer in ihrer Seele und ihrem Gewissen Tounelet und Berlin freigesprochen, nachdem sie die Vertheidigung der beiden Angeklagten angehört hatten. Die deutschen Journale sehen ganz von den Umständen ab, welche die Debatte und Vie Vertheidigung enthüllt haben, und nur oie Anklage zurückhaltend, sehen sie in dem freisprechenden Ausspruch nur die einem wilden Haß gewährte Befriedigung; sie wagen zu sagen, daß man in Frankreich einen Preußen ungestraft ermorde, und in Zukunft wird Herr v. Bismarck Geißeln nehmen, um dem Gewissen der Geschworenen Zwang anzuthun! Ist es wirklich in Frankreich, wo das RcchtSgefühl erloschen ist? Tounelet, französischer Soldat, Den war Kriegsgefangener in Deutschland; erlitt schauderhaft, und, in Frankreich i 413-, gestor! MÜck, ließ er Worte des Haffes und der Rache vernehmen. Der Angeklagte MMMW läugnet diese Thatsache, aber die Vertheidigung nimmt sie an, und dies ist nicht, was zusückzuhalten wichtig ist. Ein Streit entsteht zwischen Tounelet' und einem preußischen Soldaten. Nachdem der Soldat sich entfernt, wendet er sich wieder gegen Tounelet um und legt seine Hand an den Sabel. War Tounelet da nicht m dem Zustande legitimer Vertheidigung? Er behauptete es, und sein Verthei- biger mit ihm; die Geschworenen glaubten es und sprachen Tounelet frei,, denn nach keiner Gesetzgebung liegt ein Verbrechen vor, wenn der Angeklagte sich in legitimer Vertheidigung befand. Berlin ist ein armer Gärtnerbursche aus dem Seine-et-Marne-Departelnent. Das Unglück des Kriegs, die schrecklichen Scenen einer unheilvollen Invasion haben seine Vernunft verwirrt; er ist Narr, sagt die Vertheidigung, und in seiner Narrheit hat er einen preußischen Soldaten nieder- gestoßen, der glücklicherweise seine Wunden überlebt hat und die Gemüthsstimmuna seines Gegners bezeugen kann. Das Tribunal sprach ihn frei, da es einen armen Irrsinnigen nicht für seine Handlungen verantwortlich machen wollte. Es war, so dünkt cs mir, der Presse leicht, sich über so einfache Thatsachen zu untersten, ehe sie einen so beleidigenden Tadel auf uns warf. Und jetzt wird es, ich hoffe es, für Alle eine Wahrheit fein, daß die französische Justiz unparteiisch geblieben ist, daß sie über den Leidenschaften, dem Haß und der Rache steht, und von nun an die Angriffe, deren Gegenstand sie ist, nur den einzigen Zweck haben, in den au8en Europa'« n-u- Maßregeln der Strenge zu rechtfertigen. Ihr sehr ergebe»» Ch. Lachaud. 24. December. ° b-sriedk>°n°°"-lorttckrit?/""^' ^?°e Genesung de« Prinzen von Wale« mach! uä 2 srs» ss ÄÄ-ssrtr ä ich-int dast ein r de/^ E dem südöstlichen Bengalen bewohnt. E, iHanen ist. Mi, B-stimmch-.t£iThta ‘ 48 bischen Unter- land von -wei Seiten vom « 7 ^-nn- , vag ver Einmarsch in Feind,«- au« Kaischar her rückt'General Bourchier v°°" ®U,T ' zugle'ch erfolgt ist; Vervroviantirunasbaga ^0Ur^,Er vor, welcher in.Silhet ein Lager ol- General Brownchw, welcher" m-'t^Vor^t ' ’r TschMagong oder Islamabad 1« Generale sind narb T' -Uorralo£n >ur drei Monate versehen ist. Beldi den Feind gestoßen- Brownlow ^kutta etntreffmd-n Telegramm bereit« aus nach schwachem Widerstande anl 2L 61 wehrere Dörfer der Looshai« mit ach, Mann Verlust zmückgeschl^ ’??. M ‘inen Angriff eo da« Schreiben Lachaud'«, da« alle Journale bringen, ohne daß auch -rwrbene^" ® ““ 066 ®erinflfie 9E8eB 6ie lügnerische Darstellung der Sacht 7^ ■ K V) Nach, »erfolgt hatte ü Alell7 8o" bi6 Anbruche der noch kerne Lust zu hüben auch müm Unterhandlung.» scheint der Feind jedoch -inge st» verdächtig da'ste d»T »erbündeten Häupt- Da« Land ist den Trupp n f, ^«vfe» au«zuwe,chen suchen, und dichtbewaldet wie Neuseeland ün» ' 7'° Abesstnien; so to,lo sich °i° Engländer einen besseren und ^"7' r",81?'“"! f’* genannten Ländern, zumal da der $lan* et®? ° 8 “ 4 bt,Dcn letzt- ' Cer 3>ian in dem F-ldzuge dem Hirne de« abesff- , )irr emgeiroffen.- g zusamairnzutrelell. milche Forlt/Hebung licde arbeiten sovit rciis aus die Frage guvg zu verlvenvm. , ton eiben an ™ s!al,c“ IN dn 098# W «ehn'itln' ml W nb t de»s«ld<" |(W i'^Xl -*g aaal-n ‘bäS I »« ri"J Still 1,0,1 Cmcn m 6 nl"“6' *A 1 |l . M» 1'°^ int ° ' ten&n«»1' n n«btt” ... fed)» au« in®'1 . |0 will i W “* p(< ab'll1' otu4,n,8e®u"lta 16 Über ritn, Me”?**«*« " ^»'lachen ab(t j!' Wgen Re- 7°°"°'° in bn mntBoet brr * ■* "s°, s unglücklichen noch solche 7' ?«a junger ‘ub.eA mir das o'krafttgeu. Das es alle unsere F«le und ihn» ^rlheidigung der 9,n ganj von dm ( ^bev, und nur uch nur die einem man in Frankreich • Biswarck Geißln • 3? es wirklich 'nnzösischer Solkal, ^nd, in Frankreich Der Angeklagte und dies ist nicht, ounelet und einem ntet er sich wieder Toumlet to nicht und sein Verthei® ounelet frei,. denn üngeklagte sich in rbursche aus dem hrecklichen Scenen ist Narr, sagt die i Soldaten nieder- GemüthsAjLIMg Da eS einen armen wollte. Es war, en zu unterrichten/ wird es, ich Hofe parteiisch geblieben stehr, und von nun veck haben, in ken Ihr sehr ergebener en, ohne daß auch irfteOung der Sache Nischen Siegers, de- Generals Sir Robert Napier, oder jetzt vielmehr Lord Napier von Magdala, entsprungen ist. Rumänien. Bukarest, 29. December. Oie Kammer hat nach fünftägiger stürmischer verathung und nachdem das Ministerium die Cabinetsfrage stellte, mit 81 gegen 49 Stimmen den Beschluß gefaßt, die Etsenbahnconventton in Erwägung zu ziehen. Die Specialberathung beginnt morgen. Im Jnseratentheil unserer Zeitung befindet sich die Ankündigung der in Berlin neu begründeten Zeitung: „Berliner Tageblatt". Dem beigedruckten Programm gemäß soll dasselbe als ei« Berliner Localblatt im wahren Sinne des Wortes, d. h. der Bedeutung der Weltstadt Berlin entsprechend redigirt werden und somit, wie gan; richtig vorausgesetzt wird, die ganre ctvilistrte Welt interesfiren. Gelingt eS dem Berliner Tageblatt, daS ausgesprochene Programm za erfüllen, so wird dasselbe auch außerhalb Berlins eine starke Verbreitung finden. ——— Auszug aus den Kirchenbüchern der Ltadt Eichen. Katholische Gemeinde. Kopulirte. Den 10. December. Nikolaus Elm, Lademeister bei der Fellingsbäuser Bergwerks-Gesellschaft, ein Wittwer; und Katharine Wallbott, des Bürgers und Wirths zu Garbenteich, Johann Melchior Wallbott, eheliche Tochter. Beerdigte. Den 1- December. Louis Pfaff, Maschinenwärter zu Wetzlar, alt 46 I., gestorben den 30. November. D en 4. December. Anna ChristineFöll, geborne Beckers, Ehefrau des Werkmeisters in der Gail'schen Wollenspinnerei, Ferdinand August Föll, alt 36 I. 5 M- 20 T-, gestorben den 2. December. Den 30. December. Ludwig Lohrbächer, Vergolder aus Rockenberg, alt 44 I., gestorben den 28. December. BSrsennachrichten. 30. December 1871. Preuss. 47,0/0 Oblig. 102 Frankf. 31/2% Obi. 871/2 Nass. 4i/3 o/o Obl. 99 Kurhess. 40/0 n 921/2 Gr. Hess. 5% Obl. 103*/4 » n 4°/a n 961/8 » » 31/30/0 „ 92 Bayer. 50/0 „ 1001/4 » 4-/3 o/g 1jährige 100 „ 40/g 1jährige 95 Würtemb. 41/3 o/g Obl. 99 V2 Baden 4i/2°/0 Obl. 0. E. L. 993/8 Oesterr. Silberrente 613/4 „ Papierrente 52*/2 Amerik. Bonds 1881r 1011/3 „ , 1882r 96-3/g w n 1885r 98-/4 „ n 1887r 991/4 Spanier, neuest. 30/0 32 Actien. Frankf. Bank 139 Frankf. Vereins-Kasse 124-/3 Darmst. Bankaot. 463 Wien Bankactien 820 Galizien 258 Oest. Creditaot. 3313/4 Actlen. 50/g östr. F. St. E. B. 3951/2 Lombard. Bahn 214% Ludwigsh.-Bexbach 200 Maxbahn 144 Bayer. Ostbahn 145 Rhein-Nahebahn-Aot. 39-/z Hess. Ludwigsb.-Act. 186>/2 Oberhessen „ 79% Prioritäten. 30/g öster.Stsb.-Prior. 58, empfiehlt Georg Schäfer, (2486) Uhrenhandlung. 5454) Eine noch wenig gebrauchte Nähmaschine, Singer-System, ist zu verkaufen in Lit. A. Nr. 23. Milchverkauf. 5263) Im früher Lo os- schen .Höfchen, Lit. D. Nr. Zur Beachtung!! 4) Wegen vorgerückter Saison verkaufe ich einige Plaidstoffe, zu warmen Haus- und Kinderkleidern geeignet, 15 bis 20 pCt. unter den seitherigen Preisen. I. Ch. Retter. 5J Englische Gußstahlfeilen, für deren Aechtheit Garantie geleistet wird, liefert die Feilenfabrik von G Lyner in Offenbach a. M. Daselbst werden stumpfe Feilen aufs Billigste aufgehauen. (134/XII.) 7) Steiftet’# Zieftemysatiseige»* von in- und ausländ. Staatspapieren, Obligationen, Lotterieanleihen u. s. w. r.ebst Angabe der noch unerhobenen Gewinne. 14. Jahrgang. 1872. Erscheint wöchentlich 1 Mal. Preis vierteljährlich 54 kr. bei allen Postämtern und Buchhandlungen Feilgebotenes. Z Cokes für Zimmerhe.zung find fortwährend in der Gasfabrik zu haben. 218, können durch den weiteren Bezug aus einer größeren Oeeonomie, täglich größere Quantitäten frische Milch abgegeben werden. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie fammtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt. Vf N Die Handlung der Z. A. Busch Söhne empfiehlt: Liqueure: Creme