Gießener Anzeiger Anzeige- und Amtsblatt für denKreis Kielen. Mittwoch den 29. November 1871« Nr. 278. Agentur. 5obn. S a ■ @i,h u Sitniner Preis dterteljährtg 1 fl- 12 fr. mit Bringerlohn. Durch dir Post bezogen vierteljährig f fl. 27 kr. Erscheine täglich, mit flv«» nähme MontagS. Expedition: Lanzletberg ßtt B. Nr. 1. Wd)a|t 1 ,n l-cbcn.. 'b,Mettn ’■ 6. 8ca. IMni* 11 lu jebet iig ßkn, a- d. Ma, Amtlicher T h e i l. ^'GejellsihH, lvnstchcruiigs- 00. 10.00(1. Oeffentliche Bekanntmachung. Betreffend: Anstellung eines Bezirksbauanssehers im Kreise Friedberg. Im Kreise Friedberg ist die Stelle eines Bezirksbauaufsehers in Erledigung gekommen und es soll diese mit dem 1. Januar k. I. wieder besetzt werden. Diejenigen, welche sich um fragliche Stelle bewerben wollen, haben Zeugnisse ihres Leumunds, ihrer Kenntnisse, ihrer L.istungen bei seitheriger Verwendung u. s. w. längstens bis zum 15. December l. I. bei uns einzureichen und sich darüber, daß sie das Examen als Geometer, wenigstens der HI. Klasse, bestanden haben, auszuweisen. Der Gehalt besteht in 400 st. jährlich, einer Vergütung für Schreibmaterialien und Bezug von Taggeldern bei Verwendungen von unter Leitung des Großherzoglichen Kreisbauamts Friedberg ausgeführt werdenden Neubauten oder Hauptreparaturen. Friedberg, am 22. November 1871. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Trapp. Gießen, den 25. November 1871. kschkcien." 'M ?r, im Nattbau--- -Mn- nik (Döllinger und Genossen) den Neukatholiken (also den Bekennern resp. Anhängern des Unfehlbarkeitsdogma's) gegenüber, sowie namentlich oer Auffassung zu begegnen, Gegenüber den amtlichen Maßregeln und Kundgebungen der deutschen Bischöfe zu Gunsten der vatikanischen Decrete erachten es die Unterzeichneten für nothwendig, durch folgende Erklärung ihren Standpunkt zu wahren und so viel an ihnen liegt, der hereinbrechenden Verwirrung der Gewissen entgegenzutreten. 1) Treu der unverbrüchlichen und auch von Papst und Bischöfen nicht bestrittenen Pflicht jedes katholischen Christen, am alten Glauben festzuhalten und jede Neuerung, würde sie auch von einem Engel de» Himmels verkündet, abzu- weisen, beharren wir in der Verwerfung der vatikanischen Dogmen. Es ist bisher nicht Lehre der Kirche und nicht katholischer Glaube gewesen, daß jeder Christ an dem Papste einen unumschränkten Oberherrn und Gebieter habe, welchem er direkt und unmittelbar unterworfen ist und dem er, bet Strafe zeitlicher und ewiger der Pflicht geworden ist und nicht mehr verweigert werden kann. Wenn die deut- chen Bischöfe aber behaupten: die „Fülle der Gewalt", welche gemäß den vatikanischen Dekreten dem Papste zukomme, dürfe nicht als eine unbeschränkte oder Alles umfassende bezeichnet werden, well der Papff in deren »udübuug an die göttliche Lehre, Ordnung und Satzung gebunden sei, so würde man mit dem gleichen Rechte sagen können, daß eine unumschränkte, despotische Gewalt überhaupt, elbst bei den Mohamedanern, nicht existire. Denn auch der türkische Sultan oder der Schah von Persten erkennt die Schranke des göttlichen Rechts und die Satzungen des Korans an. Durch die neuen Decrete erhebt der Papst nicht nur den Anspruch: das ganze Gebiet der Moral zu beherrschen, er bestimmt auch allein und mit unfehlbarer Lehrautorität, was zu diesem Gebiete gehöre, was göttliche» Recht sei, wie dasselbe auszulegen und in Einzelfällen anzuwenden sei. In der Ausübung dieser Gewalt ist der Papst an keine fremde Zustimmung gebunden, Niemand auf Erden verantwortlich, Niemand darf ihm Einsprache thun; Jeder, wer er auch sei, Fürst oder Taglöhner, Bischof ober Laie, ist im Gewissen verpflichtet, sich ihm unbedingt zu unterwerfen und jedes seiner Gebote ohne Widerrede zu vollziehen. Wenn eine solche Gewalt nicht als unumschränkte und despotische bezeichnet werden soll, so hat es niemals und nirgend» in der Welt eine unumschränkte und despotische Gewalt gegeben. 2) Wir beharren in der festbegründeten Ueberzeugung, daß die vatikanischen Decrete eine ernste Gefahr für Staat und Gesellschaft bilden, daß sie schlechthin unvereinbar sind mit den Gesetzen und Einrichtungen der gegenwärtigen Staaten, und daß wir durch die Annahme derselben in einen unlösbaren Zwiespalt mit unseren politischen Pflichten und Eiden gerathen würden. Vergeblich versuchen die Bischöfe die unläugbare Thatsache theils todtzuschweigen, theils durch willkürliche Auslegungen päpstlicher Bullen zu beseitigen, daß diese Bullen und Entscheidungen alle politischen Gewalten der Willkür des päpstlichen Stuhle» unterwerfen und gerade jene Gesetze am entschiedensten verdammen, welche in der heutigen gesellschaftlichen Ordnung die unentbehrlichsten sind. Die Bischöfe wissen sehr wohl, daß sie in Folge der vatikanischen Decrete nicht das geringste Recht haben, päpstliche Erlasse, die neueren oder früheren, durch künstlich ersonnene Auslegungen zu beschränken, und daß die entgegengesetzte Auslegung eines einzigen Jesuiten gerade so viel wiegt als die von hundert Bischöfen. UeberdieS stehen auch bereits den । Deutungen deutscher Bischöfe die Auslegungen anderer Prälaten gegenüber, unter i anderen des Erzbischofs Manning von Westminster, welcher der päpstlichen Unfehl- i bar fett dcn denkbar weitesten Umfang zuerkennt. — Und so halten wir uns auch > trotz der bischöflichen Rüge für wohlberechtigt, auch fernerhin die Unfehlbarkeit, - welche dem Papste und ihm allein ohne jede Theilnahme Anderer zukommen soll, ' eine persönliche zu nennen; denn dieser Ausdruck ist hier vollkommen richtig und , entspricht dem allgemeinen Sprachgebrauche, wie man denn die Gewalt, welche ein i Monarch unabhängig von den anderen Staatsbehörden für sich besitzt und übt, i eine persönliche zu nennen pflegt; denn auch eine amtliche Prärogative beißt dann . mit Recht eine persönliche, wenn sie so fest und unzertrennlich an die Person geknüpft ist, daß diese sich ihrer weder entäußern noch sie Anderen übertragen kann. — Wenn man, was die deutschen Bischöfe unterlassen, die Verdammungen des Syllabus, welcher nun ein mit päpstlicher Unfehlbaik.it bekleidetes Dekret geworden A, die feierliche Verdammung der österreichischen Verfassung durch den Papst, die E77lostousgtfch i1 pffmann- irl posilnailv- Betreffend: Die Erhebuna der Forststrafen vom 4. Quartal und der Feldstrafen von der 5. Periode 1871 bei dem Großh. Rentamte Gießen. an sämmtlichk Großherzogliche Bürgermeistereien des Rentamtsbrjirtrs. Die rubriclrten Strafgelder können vom 1. bis 15. December d. 3. ohne Kosten hierher bezahlt werden. L y n ck e r. ij.ijonen. i* en. zor Dis" 1,,-CorreoW »Italien. Verdawmntß, in Allem was seinen religiösen Glauben, sowie sein sittliches Thun 1 und Lassen betrifft, unbedingt gehorchen muß — ihm oder seinen Sendboten und Bevollmächtigten. Desgleichen ist es bisher notorisch nicht Lehre der Kirche ge- wesen, daß einem Menschen, dem jedesmaligen Papst, in seinen an die Kirche gerichteten Aussprüchen über den Glauben, über die Pflichten und Rechte der Men- schen die Gabe der Unfehlbarkeit verliehen sei. Diese Sätze sind vielmehr bis jetzt bloße, wenn auch von Rom sehr begünstigte und mit allen Herrschermittcln beschützte Schulmeinungcn gewesen, welche die angesehensten Theologen, ohne sich einem Tadel auszusetzen, bekämpft und verworfen haben. E» ist bekannt — und wenn die deutschen Bischöfe es nicht wissen, so sollten sie es doch wissen — daß dieselben Lehren ihren Ursprung der Fälschung, ihre Verbreitung dem Zwang ver- danken. Durch diese Lehren, welche der Papst in seinen vatikanischen Dekreten verkündet hat, wird die Gesammtheit der Gläubigen ihrer wesentlichen Rechte beraubt, das Zeugniß dieser Gcsammtheit entwerthet, daö Gewicht der kirchlichen »Ueberlieferung entkräftet und der oberste Grundsatz des katholischen Glaubens zerstört, daß der Christ nur das anzunehmrn verpflichtet sei, was jederzeit, überall und von Allen gelehrt und geglaubt worden ist. Wenn gleichwohl der jüngste Hirtenbrief der deutschen Bischöfe behauptet: Petrus sei es, der durch den Mund des sich für unfehlbar erklärenden Papstes gesprochen habe, so müssen wir dieses Vorgehen al» eine Blasphemie zurückweisen. Petrus spricht klar und allgemein faßlich zu uns durch seine in der Schrift verzeichneten Thaten und Reden und duich seine auch an uns gerichteten Briefe; aber diese Thaten, Reden und Briefe des Apostels athmen einen völlig andern Geist und enthalten eine andere Lehre als die, welche un» jetzt aufgezwungen werden soll. Wohl hat man es versucht, diese neuen Lehren, welche in ihrer nackten Derbheit und kaum zu berechnenden Tragweite jedes christliche Gefühl verletzen, abzuschwächen und dem Volke den Wahn beizubringen, als ob sie alt und stets geglaubt und ganz unverfänglich seien. Wie früher, so hat man auch wieder in dem jüngsten Hirtenbriefe sich Mühe gegeben, die Unfehlbarkeit, von der die Dekrete sprech.«, als ein Vorrecht, welchr- t)cm ganzen aus Papst und Bischöfen bestehenden Lehramte zukomme, erscheinen zu lassen. Dies widerspricht aber dem klaren Wortlaut der Dekrete: ihm zufolge ist l zu wtvm. wrfiand. „ 6*. jährlich stell mber und 1(1, emgtiens Frcs. 301 :t. l «. H.. Ber-1 'ersehen, «lind| lern zu de r ■ man sich bezug-1 UFg zu wenden. I Freu. 100,0(10.1 * Erklärung Döllinger s und Genoffen. Inur der Papst und er aus sich selber unfehlbar; nur er empfängt den Beistand Um den vielfachen Irrungen hinsichtlich der Stellung der Altkatholiken des heiligen Geiste» und ist in seinen Entscheidungen völlig unabhängig von dem - - - - - - - 'Udbrtle Bischöfe, deren Zustimmung zu jedem päpstlichen Ausspruch nun Sache t&Jtl - 8Ä«* als seien die Altkatholiken faktisch aus der katholischen Kirche ausgetreten und somit jedes Rechtes an da» Kirchenvermögen u. f. w. verlustig, geben wir in Nachstehendem unfern Lesern die Erklärung Döllinger'» und Genossen, dattrt München, im Juni 1871. Sie lautet folgendermassen: gleichzeitigen Publikationen der Jesuiten in Laach, in Wien und in Rom — die bekanntlich besser al- die deutschen Bischöfe über die Absichten der Curie unter- richtet find — wenn man alle- diese- mit den vatikanischen Dekreten zusammen- hält, so mutz man die Augen schließen, um den wohlüberlegten Plan päpstlicher Universalherrschaft nicht zu erkennen. Unsere Regierungen, unsere Gesetze unv Staat-einrichtungen, Da- gesammte Gebiet de- Sittlichen, die Handlungen der einzelnen Menschen, Alle- soll künftig der Curie unv ihren Werkzeugen, und theil- wanvernven, theils stabilen Commissären, seien es Bischöfe oder Jesuiten, unter- than sein. Als alleiniger Gesetzgeber in Sachen des Glaubens, der Disciplin unv der Sitte, als oberster Richter, als unverantwortlicher Gebieter und Vollstrecker seiner Sentenzen besitzt der Papst nach der neuen Lei-re eine Gewaltsülle, wie selbst die ausschweifendste Phantasie sie nicht größer sich denken kann. Die deutschen Bischöfe aber würden wohl thun, das treffende Wort zu beherzigen, welches einst in ähnlicher Lage der Franziskaner Occam in München ausgesprochen hat. „Wenn der römische Bischof", sagt Occam, „eine solche Fülle der Gewalt besäße, wie die Päpste sich verwerflicherweise anmaßen, und wie viele irrig und schmeichlerisch ihnen zuzuertheilen unternehmen, so wären alle Sterblichen Sklaven, was der Freiheit des evangelischen Gesetzes offen zuwider läuft." 3) Wir berufen uns auf da- unfreiwillige Zeugnitz, welches die deutschen Bischöfe selbst für die Gerechtigkeit unserer Sache ablegen. Wenn wir die neue Lehre, daß der Papst der universale Bischof und der absolute Gebieter jedes Christen im ganzen Umfange der Moral, also des gesummten sittlichen Thuns unv Lassens sei, offen unv birect zurückweisen, so zeigen die Bischöfe durch die ungleichen unv wiversprechknden Deutungen in ihren Hirtenbriefen, daß sie die Neuheit und das Abstoßende dieser Lehre sehr gut erkennen, und daß sie im Grunde sich derselben schämen. Keiner von ihnen kann sich dazu entschließen, dem Beispiel ManningS und der Jesuiten zu folgen und den vaticanischen Dekreten ihren einfachen und natürlichen Sinn zu lassen. Aber sie vergessen, daß solche DeutungS- unv Abschwächungsoersuche, wie sie in ihren Hirtenbriefen in Anwendung gebracht weiden, wenn man sie bei andern GlaubenSVecreten sich erlauben wollte, geradezu alle Festigkeit und Gleichmäßigkeit der Lehre erschüttern und eine allgemeine Un- stcheryeit und Ungewißheit de- Glaubens zur Folge haben würben. Was würbe wohl an oen Glaubensentscheidungen der Kirche, den alten und den neuen, noch fest und zuverläistg bleiben, wenn man ein Behandlung, wie sie im jüngsten Hirtenbriefe der Bulle des achten BonifaziuS widerfährt, auf sie alle anwenben, dem klaren Wortlaut, der offenkundigen Absicht der Auffassung überall so in's Antlitz schlagen wollte, wie es hier geschieht? Wir beklagen einen solchen Ge- brauch des bischöflichen Lehramts. Wir beklagen noch tiefer, daß dieselben Bischöfe sich nicht gescheut haben, in einem Hirtenbrief an bas katholische Volk den Gewiss nSschrei ihrer D-Sciplinen mit Schmähungen auf Vernunft unv Wissenschaft zu beantworten. Wahrlich, wenn toir von Männern, die keine höhere Pflicht als den blinden Gehorsam zu kennen scheinen, auf ihre ehrwürdigen Vorfahren im Episkopat, auf Bischöfe wie Cyprian, Athanasius, Augustin blicken, so haben w-r ein größeres Recht als der heil. Bernhard zu dem Schmerzensruf: „Quis nobis dabit videre ecclesiam sicut erat in diebus anliquis!“ (Wer wirb es dahin bringen, baß wir Die Kirche so sehen, wie sie in Den alten Tagen war!) 4) Wir weisen die Drohungen der Bischöfe als unberechtigt, ihre Gewaltmaßregeln als ungiltig und unverbindlich zurück. — Sonst pflegte man in Der ganzen Kirche den Grundsatz hochzuhalten: „Sobald von einer Lehre der Zeitpunkt angegeben werden könne, in welchem sie zuerst aufgebracht worden, sei dies ein gewisses Zeichen ihrer UurichtigkcLt." Gerade dies ist bei der neuen Lehre von Der püpstuchen Unfehlbarkeit der Fall. Man vermag den Zeitpunkt, in welchem diese Lehre zuerst sich hervorgewagt, die Personen, welche sie ersonnen, Die Interessen, Denen sie Damit frohnten, genau zu bestimmen. Wenn Päpste und Bischöfe in früheren Zeiten Die Urheber und Anhänger einer unkatholischen Lehre aus Der Kirchengemeinschaft ausschlossen, so war es vor Allem Der Hinweis auf die Neuheit Der Lehre und auf ihren Widerspruch mit dem altüberlieferten Glauben, womit sie, wie mit einem Schilde, sich Deckten. An Dieser offenbaren und leicht zu constatirendea Thatsache, daß die Lehre bisher nicht als göttlich geoffenbarte gegolten habe, sollten Die Betroffenen Die Gerechtigkeit Des kirchlichen Rlchterspruche- und Die Unhaltbarkeit Der von ihnen vorgetragenen Lehre erkennen. I tzt hat man zum erstenmal — der Fall ist in achtzehn Jahrhunderten nicht vorgekommen — Männer mit dem Kirchenbanne belegt, weil nicht sie eine neue Lehre behaupten und ausbreiten wollen, sondern weil sie Den alten Glauben, wie sie selber ihn von ihren Eltern und Lehrern in Schule und Kirche empfangen haben, bewahren und da- Gegentheil bavon nicht annehmen, ihren Glauben nicht wie ein Kleid wechseln wollen. — Daß eine ungerechte Excommunication nicht Den davon Betroffenen, sondern nur den Bannenden schädige, daß Gott vielmehr solchen unschuldig Mißhandelten ihre Leiben zu einer Quelle des Segens werden lasse, ist die gemeinsame Lehre der Väter. Wir wissen ober auch, daß diese Bannungen ebenso ungiltig und unverbindlich als ungerecht sind, daß weder die Gläubigen ihr gutes Recht auf Die Gnadenmittel Christi, noch Die Priester ihre Besugniß, Dieselben zu spen- Den dadurch verlieren können, und sind entschloßen, Durch Censuren, welche zur Förderung falscher Lehren verhängt worden sind, unser Recht uns nicht verkümmern zu lassen. 5) Wir leben der Hoffnung, daß Der jetzt ausgebrochene Kampf unter höherer Leitung das Mittel sein wird, die längst ersehnte und unabweisbar gewordene Reform Der kirchlichen Zustande sowohl in Der Verfassung als im Leben Der Kirche anzubahnen und zu verwirklichen. Der Blick auf Die Zukunft erhebt und tröstet uns mitten in der Trübsal Der gegenwärtigen Verwirrung. Wenn und gegenwärtig allenthalben in Der Kirche Die überwuchernden Mißbräuche begegnen, welche Durch Den Sieg Der vatikanischen Decrete gestärkt und unantastbar gemacht, ja schließlich bis zur Vernichtung alles christlichen Lebens gesteigert werden würden; wenn wir trauernd da- Streben nach geistlähmender Centralisation und mechanischer Uniformität wahrnehmen; wenn wir Die wachsende Unfähigkeit Der Hierarchie beobachten, welche die großartige geistige Arbeit Der neuen Zeit nur mit Dem Schellengeklingel altgewohnter Redensarten unD ohnmächtiger Verwünschungen zu begleiten oder zu unterbrechen vermag — so ermuthigt uns doch Die Erinnerung an bessere Zeiten und Die Zuversicht auf Den göttlichen Lenker Der Kirche. In solcher Rückschau und Vorschau zeigt sich und ein Bild ächt kirchlicher Regeneration, ein Zustand, in welchem Die Culturvölker katholischen Bekenntnisses, ohne Beeinträchtigung ihrer G'.ievschast an dem Leibe Der allgemeinen Kirche, aber frei von Dem Joch unberechtigter Herrschsucht, jedes fein Kirchenwesen, entsprechend seiner Eigenart und im Einklänge mit feiner Culturmission und einträchtiger Arbeit b j Eleru- und Laien gestaltet und audbilvet, uno die gesammte katholische Welt sih Der Führung eine- Primat- und Epi-eopat- erfreut, Der Durch Wissenschaft und durch die thätige Theilnahme an einem gemeinsamen Leben sich Die Einsicht unD die Befähigung erworben hat, um Der Kirche die ihrer einzig würdige Stelle an der Spitze Der Weltcultur wieder zu verschaffen und auf die Dauer zu erhalten. Auf diesem Wege, und nicht durch die vatikanischen Decrete, werden wir zugleich und dem höchsten Ziele christlicher Entwicklung wieder nähern, der Vereinigung Der jetzt getrennten christlichen Glauben-genoffenschaften, die von dem Stifter der Kirche gewollt und verheißen ist, die mit immer steigender Kraft Der Sehnsucht von unzähligen Frommen, und nicht am wenigsten in Deutschland, begehrt und herbeigerufen wird. Da- gebe Gott! München, im Juni 1871. Jqnaz v. Döllinger, v. Wolf, k. Oberstaatsanwalt. Graf v. Mop, kön. Oberceremonienmeister. Freiherr v. Perfall, k. Hofmusik- und Hostheater-Jn- tendant. Lord Acton-Dalberg. Sir Blenner-Hassett. Professor v. Schulte aus Prag. Professor Reinke ns aus Breslau. Professor Knoodt aus Bonn. Professor Stumpf aus Koblenz. Professor Michelis aus BraunS- berg Ludwig Brey, zweiter Vorstand des GemeindecollegiumS in München. Fabrikant M. Schaumberger, v. Molitor, k. Geh. Rath und Oberappella- tionsgerichtsdirector. Geh. Hofrath R. Waagen. Fabrikdirector E. Kester. Professor Dr. I. Huber. Professor Dr. H. Seuffert. Prof. v. Sicherer. Heinrich v. Liano. AdministratlonSrath W. Gail. Appellationsgerichtsrath v. En hu der. Münzwardein Dr. v. Schauß. Professor Cornelius. Prof. M. Haushofer. Dr. Zirngiebl. Professor Dr. BerchtolD. Dr. K. Stiel er. Staatsanwalt Streng. Dr. Ritter. Professor Friedrich. t Berlin, 25. November. Deutscher Reichstag. 30. Sitzung. Vice-Präsident Fürst v. Hohenlohe-Schillingsfürst eröffnet die Sitzung um 111/2 Uhr. Am Tische des BundeSrathg: Minister Delbrück, v. Lutz u. A. Der Präsident theilt mit, Dr. Sirnson habe ihm und dem zweiten Vicepräsidenten v. Weber gegenüber sich zur Annahme Der Wiederwahl zum ersten Präsidenten De- Hauses für Die Dauer Der Session bereit erklärt (Bravo!), er werde in Der Sitzung erscheinen, sobald sein Gesundheitszustand dies gestatte. — Dann tritt Das Haus in die Tagesordnung ein. 1) Interpellation Richter. Dieselbe betrifft Die Beanstandung Der Wahl des Grafen v. D. Schulenburg • Reetzendorf resp. Daß Resultat einer Untersuchung über dieselbe. — Die Beantwortung der Frage erfolgt durch Verlesung eines Schreibens des Ministers des Innern, nach welchem in Folge der Untersuchung eine gerichtliche Bestrafung eines OrtSfchvlzen erfolgt ist. 2) Zweite Lesung des Gesetzes, betreffend die Ergänzung des deutschen Strafgesetzbuchs. — Dr. Windthorst hat dazu ein Amendement gestellt, dessen Schwerpunkt in Der Ueberweisung Der gegen Geistliche eingeleiteten gerichteten Procedur vor das Geschwornengericht liegt. — Kastner (München) beantragt, Die angedrohte Gesängnißstrafe in Festungshaft zu ändern. v. Maltzahn gegen die Vorlage. Das Strafgesetzbuch dürfe nicht nach Dem wechselnden Bedürfniß des täglichen Parteikampfes eingerichtet werden, es müsse über Den Parteien stehen. (Sehr wahr!) Wolle man Die Privilegien Der Geistlichen abfchaffcn, fo konnten auch die Der Professoren, Der Offiziere und vornehmlich Die Der Presse (Verwunderung!) nicht mehr bestehen. Daß Der nieDere katholische Clerus Die vorgeschlagene Bestimmung als Waffe gegen unberechtige Forde-, rungen Der Oberen gebrauchen werde, glaube er nicht, dazu fei Die Organisation Der katholischen Kirche zu straff. (Sehr richtig!) Sei man wirklich Der Meinung, daß Die freie Meinungsäußerung beschränkt werden müsse, so empfehle es sich eher, den alten Haß- und Verachtungsparagraphen wieder in Das Strafgesetzbuch aiO zunehmen. Richter ebenfalls gegen Die Vorlage, welche Die ultramontane Partei nicht schlage, sondern nur kitzle. (Gelächter.) Er höre heute genau dieselben Redensarten, wie man sie unter Manteuffel bei der Einführung der Preßordnung u. s. w. hörte. Das Gesetz stamme aus Der Rüstkammer Der Reaktion, er könne Dazu nicht Ja fügen. Abg. Dr. v. Schauch (München) empfiehlt Die Annahme des Gesetz-Entwurfes al- Den ersten Schritt zur Erfüllung Der civilisatorischen Aufgabe Deutschland- unD al- großartige Manifestation gegen Die (Übergriffe Der römischen Kirche. Redner schilDert sovann Die antiquirte Erziehungsmethode De- Clerus in Bayern und charakterisirt da- Blatt „Das Vaterland", jenen ZwillingSbruder Des „Volks- boten" , ein Blatt, welches die tiefste Verachtung unD Mißbilligung aller ehrlich denkenden Menschen gefunden habe. Dieses Blatt aber habe ebenso Die Billigung des heiligen Vaters erhalten, während anständtge Bayern dasselbe nicht mehr in Die Hand nahmen. (Oho! Unruhe!) Das Deutsche Reich sei allerdings stark genug, um die Bestrebungen gewisser Zeloten, das patriotische Gefühl de- Volkes zu vergiften, unschädlich zu machen (Bravo!), aber eine Critik Der Thaten des Reichstages und Der verbündeten Regierungen von Der Kanzel herab müsse unbe- dlngt niedergehalten werden, um Die Autorität zu wahren. Wenige Tage seien vergangen, wo ein gesalbtes Haupt gesagt hat, Die Preußen hätten Den Bayern- könig schon so beraubt, daß ihm nichts weiter übrig geblieben sei, als Bierkrüge zu reichen. (Heiterkeit.) Von Dem Standpunkte des Staates aus habe Der Satz: „Man soll Gott mehr gehorchen als Den Menschen" keine Anwendung. Das staatliche Gesetz stehe über Dem einzelnen Menschen und Da- sei Der positive Standpunkt aller deutschen Strafgesetze. Nach den Sätzen Des Syllabus gehört Alledem Gebiete Der Kirche und so vindicirt man Denn ganz unverfroren in Der Sonn- tagsanDacht dem Papste Die oberste Aussicht über alle Gesetze und predigt, daß alle Gesetze schlecht seien. Einen solchen Zustand solle Die Vorlage künftig Der* hindern und Der Reichstag müsse Die Kirche von Der Verbreitung offenbar schädlicher Doktrinen frei halten. Der Reichstag müsse Den Herren im Centrum sagen, Die Verbreitung staatsgefährlicher Lehren von Der Kanzel herab soll in Zukunft nicht stattfinden. (Oho!) Sollte iynen dieser Beschluß nicht Die Ueberzeugung beibringen, daß sie Den bisherigen Weg verlassen müssen, so werd: weiter vorge- gangen werden, sollten sie aber eine nützliche Lehre daraus ziehen, so könne eS bei Dem G-setze bewenDen. (Lebhafter Beifall und Zischen.) Dr. Windthorst constatirt, daß er und seine Freunde zu solchen Brandreden keine Veranlassung gegeben hätten. (Oho!) Er hätte erwartet, daß eine Frage so ernster Natur mit Dem nötigen Ernst Debattirt werde und nicht mit so großer Ueberstürzung. Der Antrag sei eine vortreffliche Illustration zu Dem Spruche „Durch Einheit zur Freiheit". M>t dieser Vorlage mache man einen Schritt gegen Die Freiheit und gegen Die Einheit nach Karlsbad und von Da in die Käse- 5049) Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: matten. (Heiterkeit.) Die Vertheidigung der Vorlage vom Bunde-rathstischc sei nicht von einem Minister, sondern von einem Parteimanne geführt. Wenn cs in Bayern brenne, so lösche man doch in Bayern und lasse uns in Ruhe. (Heiter- keit.) Die katholische Kirche erstrebe keine Herrschaft über den Staat, ste wolle nur Herr snn im eigenen Hause. Sr. Excellenz der Herr Minister v. Lutz haben gesagt, sie hätten noch viel Material. Wohlan Excellenz, produciren Sie! (Heiterkeit.) Mit Feuer und Schwert könne man vielleicht versuchen, die katholische Kirche auszurottcn, aber er sage: werfe man dieselbe in die Katakomben und man werde sehen, daß sie siegreich daraus hervorgehe. (Bravo im Eentrum.) Der Antrag sei ein Angriff auf die katholische wie die protestantische Geistlichkeit. In den Kämpfen an der Loire hätten nicht die Liberalen gesiegt, sondern die Ultramon- tancn (große Heiterkeit), weil die Mehrzahl der bayerischen Soldaten ultramontan sei. (Lachen.) Redner bezeichnet die Vorlage als einen „Unsinn" und wird dafür vom Präsidenten zur Ordnung gerufen. (Beifall.) Der Redner empfiehlt schließlich seine Anträge. Abg. v. Ksrdorff behauptet ebenfalls, daß die ultramontane Partei sich außerhalb des Staates gestellt habe, dies beweise ihre Verbindung mit den Steuer. Verweigerern, mit Jacobi und den Anhängern des Welfenthums in Hannover, sowie ihre Bestrebungen gegen die Einigkeit Deutschlands. Die Vorlage setze derartigen Bestrebungen einen Damm entgegen. Dr. Meyer (Thorn) tritt der Annahme entgegen, als schaffe die Vorlage rin Ausnahmegesetz gegen die Geistlichkeit, und belegt dies mit längeren juristischen Ausführungen. Es sei ein großes historisches Ereigniß, diese Strafbestimmung zu erlassen, dieselbe Regierung, welche vor 200 Jahren T'lly und seine Schaaren nach dem Norden schickte, um die Freiheit zu unterdrücken, für wclche der Abg. v. Ketteler so warme Anerkennung hatte. Es sei dadurch entschieden, in welcher Richtung das Reich sich verhalten wolle gegenüber gewissen hier gekennzeichneten Bestrebungen. (Lebhafter Beifall.) Graf Kleist für die Vorlage. Minister v. Lutz (Bayern) will nicht in den Ton der Spässe und persönlichen Angriffe einfallen, der hier angeschlagen, sondern nur einzelne Beweise für seine früheren Behauptungen erbringen. Es stänvcn ihm eine Fülle von Stellen aus der Literatur zu Gebote, er wolle aber nur darauf Hinweisen, daß cs in einer dem jüngsten Conci! gemachten Vorlage heißt: die Kirche stehe hoch über dem Staat, sie habe dre oberste Gewalt, sie habe darüber zu entscheiden, was die Fürsten um die öffentlichen Angelegenheiten zu thun und zu lassen haben. (Hört!) Der Bischof von Passau habe ihm (Redner) ausdrücklich erklärt, die Kirche werte immer nach der Herrschaft im Staate streben, nachdem mit dem Absolutismus und dem ConstitutionaliemuS nichts mehr anzufang-n lei, werde cs die Kirche mit der Demokratie versuchen und sich mit den Massen verbinden. Nachdem noch Dr. N egoleIski (Polen) gegen die Vorlage g'sprochen, wird dieselbe nach einigen redaktionellen Aendcrungen in namentlicher Abstimmung mit 479 gegen 108 Stimmen angenommen. Schluß 5 Uhr. Nächste Sitzung Montag 10 Uhr. ©regor ebenfalls einige wuchtige Hiebe auf das Bein. Der Vater und fein Sohn Joseph erstat- teten von dem scandalofen Benehmen Gregor'S der Stadlbehörde die Anzeige, welche sofort die J““!? u"b ten Beklagten rufen ließ und nach erfolgtem Verhör Letzteren detenirte. Der im ^tadthsuse unter Bewachung stehende Gregor bat am 14. d., Morgens um 5 Uhr, den Wächter um bte Erlanbniß, auf den Flur hinauSgehen zu dürfen. Dies wurde ihm gestattet. AIS er aber längere Zeit nicht zurückkehrte, gewahrte der Wächter, daß er entflohen fei. Gregor war erst zu seiner Gattin geeilt, die am 12. d. aus dem Haufe ihres Gatten in da« ihrer Eltern überaefübelt von seiner Gattin 2 fl., intern er vorgab, daß er heute zum Stuhlrichterarnte udechihrt we'de und nicht ohne Geld sein wolle. Er steckte das Geld zu sich und eilte von dannen, jetocö n'cht zum Stadthause zuruck, sondern zum Hause seines Vater-. Hier warf er fein Ober, » en ftrre' das Halstuch lind Stiefeln ab, nahm ein großes, starkes, spitziges und fckarf- geschliffeneS Messer zu stch und schlich sich geräuschlos in die Stube, wo die Gattin seines Bruders beim Lampenschein spann, *bie Uebriqen aber in ihren Betten schliefen. Hier stürzte er sich zuerst auf seinen Bruder, fetzte sich auf ihn, schlitzte ihm den Bauch auf und brachte ihm zwei Nefe Stiche ln'6 Herz beu Durch das Geräusch und die ängstlichen Hilferufe der spinnenden Frau, welche mit ihrem Kinde, d.iü neben ihrem ermordeten Gatten im Bette schlafend lag sich rasch zu retten suchte, erwachte die alte Mutter; und als sie aus dem Bette sprang stach ihr der Sohn das Messer in den Bauch und dreimal in die Brust. Währenddem war auch der Vater a-U8memn 5. Stadtmädchenschule wurde beschlossen. Allgemeiner Anzeiger Besondere Bekanntmachungen. 5071) Im Firmen-Register des unter-- zeichneten Gerichts sind folgende Einträge vollzogen worden: Am 7. November l. I.: 1) Gustav Brünet, heimathsberechtigt zu Daubhausen, Kreis Wetzlar, gegenwärtig zu Gießen wohnhaft, betreibt dahier seit 10. Juli d. I. ein Agentur- Geschäft und seit 7. l. Mts. auch einen Spirituosenhandel. Beides unter der Firma: „Gustav Brünet." Am 27. I. Mts.: 2) Wilhelm Schlabach, Bürger zu Homberg an der Ohm, gegenwärtig zu Gießen wohnhaft, betreibt dahier seit 6. l. Mts. eine Landesproductenhand- lung unter der Firma: „W. Schlabach," und hat seiner Ehefrau Helene, gebornen Güngerich, Procura ertheilt. Gießen, den 27. November 1871. Großherzogliches Stadtgericht Gießen Muhl. 1) Samstag den 2. December, 2) Dienstag „ 5. „ 3) Mittwoch „ 6. „ 4) Donnerstag „ 7. „ 5) Samstag „ 9. 6) Dienstag „ 12. 7) Mittwoch „ 13. 8) Donnerstag „ 14. „ 9) Samstag „ 16. 10) Dienstag „ 19. „ 11) Mittwoch „ 20. „ 12) Donnerstag „ 21. „ 13) Samstag „ 23. „ 14) Mittwoch „ 27. 15) Donnerstag „ 28. „ 16) Samstag „ 30. „ Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die auf Dienstag, Mittwoch und Samstag fallenden Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, d'eses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu ldssen. Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr. ZZerfkeigerungen. 5005) Mittwoch den 29. November, Vormittags 9 Uhr, werden im Hause des Herrn Gastwirths Schnell am Markt dahier die zum Schulden- mesen des Nathan Simon von hier gehörigen Gegenstände, bestehend in 1 Drehbank nebst Werkzeug, Pfeifen, Pfeifenköpfen und dahin einschlagenden Waaren, Regenschirmen, Stöcken und Hausmobilien, öffentlich versteigert. Gießen, den 26. November 1871. Der Massccurator.' M. Pilger- ArbeitSversteiqerung zu Lollar. 5068) Donnerstag den 30. d. Mts., Morgens um 9 Uhr, soll auf dem Rathhause zu Lollar die Unterhaltungsarbeit am Wege Hinterm Hangelstein durch öffentliche Versteigerung in Aceord gegeben werden, als: 1) Steinbrechen, veranschlagt zu 8 fl. 2) Steinanfahren, „ „ 16 „ 3) Steinsetzen, „ „ 4 „ 4) Stkinschlagen und Decken, veranschlagt zu.......80 „ Gießen, den 27. November 1871. Körner, Bezirksbauaufseher. I 5082) Donnerstag den 30. November d. I., des Vormittags um 9 Uhr, soll die Lieferung von 15 Mltrn 1 Smr. Korn und 1 Fuder 516 Pfund desgl. Stroh, der hiesigen Schule zuftehend, wenigst- nehmend vergeben werden. Rödgen, am 27. November 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen. I n d e r t h a l. Kett gebotenes. Respiratoren nach Dr. Jeffrey empfiehlt (5017) I. Schellenberg, Univ.-Instrumentenmacher. 5087) JvttfdK Cf-cviioitfcr Schellfische und Bückinge zum Backen empfehle» I. 91. Busch Söhne. 5008) Haararbeiten jeder Art weiben schnell und billigst besorgt, sowie fertige Zöpfe, Locken-Touren und Nollen, sind stets vorräthig bei Georg Petri, Neuenweg. aon Gesangvereins) im Prinz Carl Hub ein Ueberrvck vertauscht. Um fit. 2 5074) Unserem lieben Schönstes und billigstes Fest-Gescbenk dieser Saston ! btr zur ! Vermischte Anzeigen. im Ritter. (5070) Orientalische Ausstellung Rr. 3 i?en ve- v\v. v p v ... . — n Jahren Kntbaltcnd die auf ihrer Weltreise selbst collectirteu Kunstgegenstände und '»'Plflll* ' « n* t ' rx C—\ .*1 ' . Ss. . . ...A *3/ v a i n n ruft bei selbst noch jungen Leuten innerhalb kurzer Zeit einen vollen, wuchs hervor, ä Flacon 7V2 Sgr. ächt zu haben bei Carl Frech. Redacnon, Druck und Verla« der Beühl'schm Univ.-Druckerei (Fr. 6br. Biet!») i" ließen. 5041) Das mittlere Logis meines Hauses, bestehend aus 3 Zimmern, Cabmet, Küche und den sonst nöthigen Räumlichkeiten, ist zu vermiethen. Emil Junker, Ast er weg 103. zu seinem heutigen Wiegenfeste die herzlichsten Glückwünsche; er lebe hoch, daß die Reue Anlage wackelt!!! 4880) Vorzügliche Milch ist täglich frisch zu haben im Sause des Schneidermeisters I. Retter, Seltersweg Lit. C. Nr. 168. 4919) Jtal. Maro nen (Kastanien) empfehlen Stunden von der Eisenbahn-Station Marburg oder Fronhausen. _ Dreihausen, Kreis Marburg, den 20. November 1871. Die Deputaten: Bietz 8» Consorten. Pianino zu kaufen gesucht, der Exped. d. Bltts. von Fräulein Margaret!) d Weppner, , große Gallusgasse in Frankfurt a. M. 5089) Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen und sofort beziehbar in Lit. C. Nr. 1, Kreuz. ______ 4^03) Bückinge zum Backen sind angekommeu bei I. A. Busch Söhne. Wir stattfinden m Dl ber Nachmitti Die menen Bestim irgend erhebln Uebr zu gehen und reichen Gescha Vorständen rc. Jndei hegen mir zu zu unterstützen Die j sammenstellung zu Menden, w Gießi Vermiethunge«. 5069) Ein nach der Straße gehendes schön möblirtes Zimmer ist zu vermiethen. H. Burger, Drechsler, Neustadt.________ -reis rieckljc Alt Lost bezogt < 1. frfit-Hnpn ^nrt Geschäft mit bestem Erfolge betrieben wild/ kräftigen Bart- ^gzugsbal-ber unter annehmbaren Be-! .. , v . . . 9 ®ar- afAi?QA dingungen zu verkaufen. Bemerkt wird hier-'bedürftige Wittwen des letzten Krieges bestimmt. Snti im hem .fiau'e auch Oofraum und. ift tv • kr»in>illirip ^)?t'strbet 4830) (Sine vorzügliche Handwerker - Nähmaschine (System Grover 8S Baker), welche sich namentlich für einen Schneider besonders eignet, steht preiswürdig zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 507ö) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen in Lit. E. Nr. 34. ' 5009) Brochcn, Ohrgehänge und Medaillons in Jett sind in reicher Auswahl zu haben bei Georg Petri, Neuenweg. 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I., wenn möglich persönlich bei dem Unterzeichneten anzumclden und außer den Militärpapieren zugleich ihre von den Herren Ortsgeistlichen auszustellenden Zeugnisse über Würdigkeit und Bedürftigkeit vorzulegen. Die Herren Bürgermeister wollen d,e Freundlichkeit haben, den betreffenden Gemeindeangehörigen alsbald geeignete Mittheilung von obiger Aufforderung zu machen. , Gießen, am 24. November 1871. Dr. t e M, Im Darmstädter Haus. 5088) Hente, Dienstag den 28. November, Abends halb 8 Uhr (Liwcrt- Soiree der bayerischen National-Sänger-Gesellschaft I. H. Moser. Aechte Nürnberger Lebkuchen, aus der Fabrik des Herrn Jacob Go eß in Nürnberg, sind eingetrofsen und zuj Fabrikpreisen zu haben bei Gebr. Adami, Ausverkauf! 5033) Eine große Parthie wollene Kleiderstoffe, Kattune, schwarze Baratheas, farbige Seidenzenge, Unterrockstoffe , Damen-Shawls, sowie Buckskin, zu Knabenanzugen geeignet, habe ich zurückgesetzt und verkaufe solche zu herabgesetzten Preisen. Das Perkausslocal ist im Nebenhause. S. Hirsch Sohn. 5081) Soeben eingetroffen bei I. Ricker in Gießen: Willjelm Hausss Mhrchen. ’* Große illustrirte Pracht-Ausgabe. Preis in reich vergoldetem Original-Einbaud nur Thlr. 4. oder st. 7 rh. c .,,; l 5080) Arn 12. November 0 l § V C t t U 111 • Abends wurde (bei der Tanz- 5031) In dem Jntressenten - Wald zu Unterhaltung des Bäuerischen Dreihausen werden in einem Fichten-Bestand Gesangvereins) tm Prinz Carl S6Ä'85S»rei,y?.« yänne, sowie von einem Buchen - Besiand gesaütge Zuruchgabe tu Ltt. C. (circa 34 Morgen) Scheid- und Prügelholz, 9^, I.8S, Seltersweg, wtrd ... , - < « .4. ...__v___ n.uC.r rtitß trptpr 5067) Heute treffen frische Schellfische ein bei Bäcker Vogt, Wallthor. 5003 ) Feinste gestoßene und gesiebte Raffinade empfehlen I. A. Busch Söhne. Milchverkauf. 4254) 3m früher L o os'- schen Höfchen, Lit. D. Nr. 218, ist täglich, Vormittags halb 9 Uhr, frische Milch zu haben.__ 5079) Im Trapp'schen Hause vor dem Wallthor ist ein kleines Familienlogis und ein großer Keller zu vermiethen. 5073) Ein kleines Familienlogis in der Nähe des Bahnhofs an eine stille Familie zu vermiethen. Seltersberg E. 41. Naturalien aus Japan, China, Java, Ostindien und Arabien. Der Erlös ist zu Weihnachtsgaben für arme Verwundete, sowre hmss- __________________________________bei " daß zu dem Hau»e auch Hofraum und18 kr. ; freiwillige Mehrbeträge werden dankend entgegen 5076) Ein großer iutb ein kleiner Stein- ein Gärtchen gehört- Näheres bei der Exped-, koh!en-Ofcn zu verkaufen in Lik. B- Nr-26. dieses Blattes. igciwmniui. .... . 4580) Eine freundliche Familienwohnung zu vermiethen und alsbald zu beziehen. Neuenweg Nr. 134._____________ _____ 5072) Eine Stube mit Cabmet, ohne Möbel, ist zu vcrmieihm bei Mrzermkißn S Sttjectiartn < Eemmbe-Eim Al ! Bürgermeister : Nwtbiirter ( 8 ^Eehrer K» i