Preis vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme MontagS. Expedition : Eanzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Anrtsölatt für den Areis Hieben. Nr. 25. Sonntag den 29. Jannar 1871, Amtlicher T h e i l. Bekanntmach u n g. Bei dem Hochwasser der Lahn im October bis November v. I. ist in Ambach eine Treppe mit 12 Stufen, ein Steeg, 42' lang, und ein desgl. gelandet worden. Die Eigenthnmer wollen sich an den Herrn Vorsteher zu Aßbach wenden. GKßcn, den 28. Januar 1871. Großherzogliche Polizei-Verwaltung. - Nover. Politischer T h e i l. 28. Januar. Nicht allein durch die überwältigende Große seiner militärischen Erfolge febt unser Krieg gegen Frankreich einzig in der Geschichte da, sondern wesentlich ouch dadurch, daß schon im Laufe der Action und vor Beginn jeglicher Friedens- Verhandlungen die große politische Controverse endgültig gelöst wurde, welche den Appell an die Waffen zur historischen Nothwcndigkeit werden ließ. Frankreich griff unter nichtigem Vorwande zum Schwirle, um die politische Einigung Deutschlands zu verhindern, für welche zwei Generationen ihre geistige und sittliche Kraft eingesetzt hatten; Deutschland nahm den Handschuh auf in dem festen Bewußtsein, daß die endliche Erreichung scines notionolpolltischen Zieles der Siegcspreis fein prüffe. Auch im Jahre 1813 regte sich ein ähnlicher Gedanke; im geistigen Leben UnferlS Volkes aber war derselbe n cht ausgetragen. Nech waren die ersten großen Schlachten nicht geschlagen und schon hatte sich ter Volkskrieg zu einem EabinetS- knege gewandelt, ter noch Abwehr des Fundes nur zu einer Reihe bitterer Enttäuschungen führte. Wie anders ist es diesmal! In demselben Moment, da an Preußen ter Krieg erklärt wurde, standen alle Fürsten und Völker Deutschlands e.nmüthig zusammen; eS bedurfte keiner Verträge von Ried und Passau: die Sache des großen gemeinsamen Vaterlandes überragte alle Particularintereffen. Und mit diesem Zusammenstehen war der erste Erfolg bereits errungen, ehe noch dir Kanonen zu donnern begonnen hatten. Gleichen Schutt mit dem siegreichin Vor- schreitcn unserer Heere hielten dann die Fortschritte auf politischem Gebiet. Im Wege des 'Vertrags von Regierung zu Regieiung wurden die verfaffungsmäßigen Grundlagen für das neue deutsche Reich gelegt. Mitten im Kriege wurden die Volksvertretungen berufen, denselben die staatsrechtliche Sanctivn zu geben. Opfer- fü-higkeit und Selbstverleugnung wurde von allen verlangt, dem einen Theil erschien das Band zu locker, das den andern mit ihm verknüpfen sollte, dem andern dos Opfer an eigener staatlicher Selbstständigkeit zu groß, welches die Einheit des Ganzen forderte. Aber ein guter Geist waltete im Norden wie im Süden das Werk ist vollendet. Mit der Wiederherstellung der Kaiserkrone und dem freiwilligen Anschluß Bayerns an das Reich «st der höchste Siegcspreis bereits errungen. Deutschland, in seiner früheren Gestalt als Fürsttnbvnd nur eine ohnmächtige Kunstschöpsung ter europäischen Diplomatie, ist aus sich selbst heraus zum Range ter ersten Macht des Erdtheils aufgestiegen. Die weitere Entwicklung Ikirnr staatlichen Organisation darf der nächsten Zukunft vertrauensvoll Vorbehalten bleiben, nach außen steht das Reich fertig da. Als einheitliche Macht wird es lin die Friedensunterhandlungen.eintreten und seine Siege werten mit doppeltem V wicht in die Waagschale der'diplomatischen Action fallen. Daß es nicht zu ?rrikdensunterhantlungkn gekommen ist, ehe Deutschland ft in politisches Einigung-- ronf zum Abschluß gekracht hatte, haben wir als eine Gunst des Schicksals zu preisen. Aber auch aus andern Gründen dürfen wir nicht klagen, daß der Krieg l° gewaltige lang andauernde Anstrengungen, so überaus zahlreiche edle Opfer kostete. Ein rasch beendeter Feldzug im Stile der Kriege des zweiten Empire lourde auch bei den glänzendsten Resultaten und bei den günsttgsten Fuedensbe- Ungungen nie die Bürgschaften für einen dauernden Frieden geschaffen haben. Die Nation der Gloire mußte nicht nur zum vollen Bewußtsein ihrer Niederlage tzestihrt werden, sie mußte auch zur Erkenntniß unserer kriegerischen Ueberlegenheit ßelongen, sie mußte endlich die Leiden des Krieges in ihrer vollen Schwere erfahren. Ein Friedcnsschluß nach der Eapitulaiion von Sedan wurde den Fran- zojen die erlittenen Niederlagen nur als Werke des Verraths und allenfalls als bolge einer mangelhaften militärischen Organisation haben erscheinen lassen. Im ßanzen Volke würde man nur bemüht gewesen sein, durch noch höhere Anspan- wug der nationalen Kraft zu militärischen Zwecken sich die Garantien zu schassen. , n^fl£n günstigen Moment die geschädigte Gloire zu repariren. Ganz Europa durde vor wie nach ein Kriegslager geblieben sein, Handel und Wandel und der gefamnih Wohlstand des Erdtheils wären somit dauernd gefährdet geblieben, ueber den Gedanken, daß trotz alledem das Kriegsglück abermals zum Nachtheil trr französischen Waffen entscheiden könne, würde die alte Illusion hinweggehoben laden, daß die vielberufene Icvde en mässe schließlich alle Gefahren abwenden, m ^‘nCrinö^nd auf dem geheiligten Boden Frankreichs sein Grab finden dufse. Auch diese levde en mässe und zwar in ihrer populärsten Gestalt als |rocuct einer republikanischen Erhebung, mußte Bankerott machen, ehe von einem äueniden Frieden die Rede sein konnte. Täuschen nicht alle Anzeichen, so schlägt^ e stunde dieses Bankerott- in der allernächsten Zukunft. Sie würde bereits -tschlagen haben, wenn es den gegenwärtigen Gewalthabern nicht bis zu diesem Rugenblicke gelungen wäre, vas leichtgläubigste und der Illusion zugänglichste aller Völk.r über seine wahre Lage zu täuschen. Die gewaltigen Ereignisse der letzten Wochen, während denin die d.utschen Waffen verhältnißmäßig sehr geringen Opfern eine Reihe glänzender Siege erfochten, die alle Pläne und Hoffnungen des Feindes vernichteten, haben indeß den Schleier stark turchlöchcrt, hinter welchem Gambetta und seine Genossen die wahre Sachlage verbargen. Schon die nicht mehr durch Gcwaltacte der Diktatur zu bändigende Presse zeigt, daß es ollerwärts zu tagen beginnt, und Herr Gambetta sieht sich bereits ebenso zum Eingeständniß wenigstens der halben Wahrheit gezwungen, wie ihrer Zeit Napoleon und seine gltreuen Minister nach den Schlachten von Wörth und Sp?che- rcn und Herr Palikao nach dem Tage von Sedan. — Es läßt sich unbedingt erwarten, daß uns auf militärisch-politischem Gebiet bald gleich befriedigende Resultate gesichert sein werden, wie sie uns auf national-politischcm bereits vorliegen. Der Fall von Paris wird die Entscheidung geben, und alles berechtigt zu der Hoffnung, daß diese Entscheidung nicht so lange au.f sich warten lassen werde, bis das Iltzle Haferbrot und die letzte Ratte verzehrt sind. (Schlesische Zeitung.) Der „St.-Anz." schloß kürzlich eine Betrachtung übcr die neuesten Siege mit folgenden Worten: „Tie große Defensivkrast Frankreichs ist durch diesen Krieg wikdllum erwiesen worden, und cs erscheint im Hinblick hierauf ganz be- fondtrs getotdi, einer so starken und kriegerischen Nation gegrnüber für Deutjch- land eine strategifch gesicherte Grenze zu gewinnen." Hieran anknüpfend, verlangt ein Berliner Eorrrspondent der „Hamb. Nachr.", daß Deutschland von den bereits ausgestellten Gebietsforterungen keinen Finger weit zurückweiche, da dieselben nicht willtürlich, sondern unter dem Gebot de» Nothwendigkeit abgemessen worden seien. In der That zeigt jedes aufmerksame Eingehen aus den für Deutschland so außerordentlich ehrenvollin Gang des Krieges, wie staunenswerth kegünftigt die gevt-raphifche Lage Frankreichs, von anderen Bedingungen zu ge- schweigen, dieses Reich für den Krieg macht. Der weitaus größte Theil der franzesifchcn Grenzen ist jedem Feind so gut wie unnahbar. Wer will diesem Lande von den Alpen, dem Mittelmeer, den Pyrenäen oder dem Ocean her bekommen? Der schmale Grcnzstrich, mit dem es im Norden in eine offene (^tene ausläuft, ist durch das neutrale Belgien und außerdem durch einen starken Festungsgürtel geschützt. Die aus Deutschland stoßende Ostgrenze aber war bisher südlich durch den Oberrhein, hinter diesem durch die Vogesen, nördlich durch die Mosel veitheidigt und hinter jeder Bertheitigungslinie erhebt sich nach einem kurzen Zwischenraum sofort ein neues zur Dertheidigung von Natur vortrefflich angelegtes Knegsthcater. Achtzehn Festungen hat Deutschland in einem Feldzug von sechs Monaten erobert, darunter Riesen, wie Metz und Straßburg, und noch steht cs vor rer stärksten Festung der Welt, vor Paris, deren Eoloffa- litat den Zweifel ihrer Veltheidungsfahigkeit hervorrief, welcher nun vollständig widerlegt ist. Man denke sich, Frankreich wäre N'cht fo gröblich und offenbar im Unrecht, als es bei tiefem Krieg ist, man denke, es hätte den Schein besser bewahrt und in Fo!ge dessen oder in Folge anderer Umstände die Spnipathien dci Ncutlalen ltbhafter für sich. Was könnte Deutschland, wenn es solchergestalt nicht über seine ganze Macht unbedingt frei verfügte, oder wenn es nicht, wie gegenwärtig, Fühier besäße, die eine unvergleichliche Genialität in die Wag- schale zu legen haben, was könnte Deutschland einem solchen Lande anhabenV Ohne die ausnahmsweise günstigen Bedingungen der Gegenwart würde Deutsch, land sich immer begnügen müssen, den Feind im besten Fall aus den deutschen Grenzen hinauszuwerfen, ohne ihn für seinen Uebcrmuth und Frevel züchtigen zu können. Daher muß die Gunst der Gegenwart benutzt werden, so erheischt es das Gebot der Selbsterhaltung, wenigstens die Defensivkraft Deutschlands durch den Erwerb der Vogefengrenze, durch Metz, Belfort, Straßburg zu stärken. Denn ohne das linksrheinische Kriegstheater bringt jede Ueberrafchung, jeder glückliche Anfang des Krieges die französischen Heere an den Thüringer Wald und selbst dis an die Elbe. Mit den bisherigen Gnnzen hängt der Friede Deutschlands von den Launen Frankreichs ab. Um einen solchen Zustand anzu- Nthmen, haben wir nicht die unermeßlichen Opfer dieses Krieges gebracht. Wir dachten vor dem Kriege, Deutschlands Mäßigung werde in Frankreich der Vernunft und einem geringen Grad von Billigkeit und Selbstbeherrschung zum Sieg verhelfen. Die Hoffnung hat uns getäuscht und wir wissen, daß wir fortan nur auf Frankreichs Nachgelüste zu rechnen haben. Darum legen wir die Waffen nicht nieder, bis wir die Grenze haben, die uns gebührt, weil sie uns nnentbehr- lidi ist und weil sie einst uns schmählich geraubt worden. KriegSnachricht en. lieber die Wirkungen des Bombardements von Paris vernimmt man noch folgende Einzeldeitkn: Am 19. Januar, als der Professor Levasseur feine Vorlesung in dem College de France abhielt, fiel eine Bombe auf die Treppe, die zu seinem Katheder führte. Der Professor bricht ab, und nachdem er sich vergewissert, daß die Bombensplitter Niemand verwundet, sagte er, ohne im mindesten seine Ruhe verloren zu haben, zu seinen Zuhörern: „Wenn es Ihnen nicht unbequem ist, so werde ich die Vorlesung fortsetzen." Am 18. Januar fielen mehrere Bomben auf das Ackerbau- und Handelsministerium, ohne jedoch besonderen Schaden zu thun. Die Preußen schießen auch viel nach dem Haupttelegraphenamt, wo sich bekanntlich die Brieftauben befinden. Besonders stark gelitten haben die Viertel Jtalie, Jardin des Plante« und Pantheon. Viele Häuser wurden beschädigt und die Bewohner ziehen massenhaft fort. Auf den Orleaner Eisenbahnhof fielen auch viele Bomben. Am 17. fiel eine Bombe in die Ställe der Fiakre-Geselljchaft. ES befanden sich dort keine Pferde der Gesellschaft mehr, aber solche, welche der Stadt angehören. Acht wurden getödtet und fünf verwundet. Sehr barmherzig benabm sich eine Bombe, welche in ein Haus der Rue de Conde fiel. Sie schlug in das Dach ein und gelangte bis in den dritten Stock, wo sie am Kamin auf einen gut gepolsterten Sessel, der sich dem Bewohner des betreffenden Appartements gegenüber befand, Platz nahm, ohne zu zerspringen. Weiter als bis aus die Quais der Jsle St. Louis waren die Bomben bis zum 20. nicht gefallen. — Eine neue Sammlung Tuilerienpapiere ist erschienen. Sie enthält eine Note des Generals Le Boeuf, des letzten kaiserlichen Kriegsministers, worin erklärt wird, daß die Kruppschen Kanonen ohne allen Werth sind. Eine Liste enthält die Namen derer, welche vom Kaiser Pensionen erhielten. Unter denselben befinden sich Belmontet, der bekannte kaiserliche Dichter und Deputicte, Castille, Schriftsteller, und Cesena, Redacteur verschiedener Blätter. Nancy, 23. Jan. Die Absicht, oder richtiger gesagt, der Auftrag Garibaldis, Nanry zu entsetzen, gehört durch unsere fortwährenden Siege der letzten vierzehn Tage in das Reich frommer Wünsche. Die früheren Alarmnachrichten mögen der renitenten Bevölkerung Nancy'S nicht wenig Selbstvertrauen eingkflößt Haven, ter einzige Erfolg aber, welcher bisher erzielt wurde, ist die gestern Morgen stattgehabte Sprengung eines Bogens der auf der Route Nancy-Frouard-Tout gelegenen Moselbrücke bei Fontenoy, der dirrcte Verkehr mit Paris ist dadurch für einige Tage gehemmt. Ich sage, nur für einige Tage, denn schon heute in aller Frühe ift eine Eisenbahnfeldabtbeilung mit dem nöthigen Material nach Fontenoy abgegangen, um die zerstörte Brücke wieder herzustellen. Auch die Telegraphen- leitungen, ebenfalls zwischen Frouard und Toul unterbrochen, werden noch heute wieder dem dienstlichen Verkehr übergeben werden können. Gestern Morgen zwischen 3 und 4 Uhr wurden die Besatzungen von Frouard und Pompey olarmirt, weil die Nachricht eingegangen, daß sich Franctireurbanden bei Fontenoy und VlllerS St. Etienne gezeigt haben. Zur Bewachung der Moselbrücke zwischen Liv rdun (7 Kilometer von Frouard entfernt) und Fontenoy, welche Brücke etwa 2 Kilometer von letzterem Orte entfernt ist, waren 50 Mann des Landwehr Bataillons Essen Nr. 57 commandirt. Diese wurden gestern Morgen zwischen 5 und 6 Ubr von einer regulär mit Chassepotgewehren ausgerüsteten Franctireur- Compagnie, 250 Mann stark, angegriffen. Trotz des großen Widerstandes haben sich unsere Landwehrleute brav geschlagen, leider nicht ohne Verlust; ein Feldwebel und circa 12 Mann sind vermißt und 3 Mann verwundet. Der Verlust der Räuberbande, wie unsere Leute die Franctireurhaufen gewöhnlich nennen, ist nicht bekannt, da letztere durch ihre Uebermacht Gelegenheit hatten, ihre Verwundeten und Todten mit fortzuschleppen. Von der Rohheit dieser französischen Räuber danden nur ein Beispiel: Einem erschossenen Landwehrmanne wurde nicht nur die Gurgel durch, sondern auch noch ein Ohr abgeschnirten. Die gestern früh von hier über Frouaid und Toul nach Paris abgehenvenden Post- und Militärzüge mußten wegen Zerstörung der vorgenannten Brücke wieder nach hier zurückkchren. Um die Zerstörung der Moselbrücke bet Frouard zu verhindern, war die Besatzung von Frouard-Pompey in vergangener Nacht in Alarmhäusern consignirt und wird dies auch für die Folge zu geschehen haben. Auch ist der Befehl eipgegangen, das Dorf Fontenoy niederzubrennen, und es ist dies allen Maires der Umgegend zur Nachachtung in vorkommenden Fällen telegraphisch bekannt gemacht worden. Ranzig, 24. Jan. Der „Moniteur du Gouvern. Gen. de Lorraine" enthält solg.noe Bekanntmachung: Se. Majestät der König von Preußen, deutscher Kaiser, verordnet aus Anlaß der Zerstörung der Brücke bei Fontenoy, im Osten von Toul: Das Territorium des Generalgouvernements Lothringen hat eine außerordentliche (Kontribution von zehn Millionen Franken als Geldstrafe zu bezahlen. Dies wird zur Kenntniß des Publikums gebracht, mit dem Anfugen, daß die Art der Repartition später bekannt gemacht und daß die Bezahlung der genannten Summe mit der größten Strenge durchgeführt werden wird. Das Dorf Fontenoy wurde sofort niedergebrannt mit Ausnahme einiger Gebäude, die für die Truppen e,halten wurden. — Ranzig, 23. Jan. Der Generalgouverneur ton Lothringen, G-ncral der Infanterie und Generaladjutant von Bon in. Rach langer Pause wieder einmal ein Lebenszeichen von der Festung Bitsch. Dem „Niedeirhein. Cour." schreibt man von dort vom 20. Januar: „Rach drei Monaten Ruhe hat, wie es scheint, die französische Besatzung es langweilig gefunden, Zwe brücker Bier zu trinken, psälzer Ochsenfleisch zu essen und die von der druttchen Post bezogene „Jndependance belge" zu les.n. Zur Abwechslung hat sie nun in der letzten Nacht einen durch lebhaftes Artilleriefeuer unterttützken Ausfall gemacht, wurde aber von dem bayerischen Observationscorps zurückaeitdlag'N. Verlust noch unbekannt." Bordeaux 24. Jan. Die Preußen haben Tours wieder geräumt. Verlustliste des 2. Infanterie-Regiments in dem Gefecht bei Briare am 14. Januar 1871. 3. Compagnie. Musk tier Jesaias Dinge aus Rendel, l. v., Schuß in die linke Seite, liegt in Ouzour für Loire. m 2heocor Faatz aus Schotten, l. v., Schuß in das linke Oberbein, liegt in Briare. n 3oh. Ph Klössen aus Mühlheim, beim Patrouillengang nach Ouzouer bei Ousson schwer verwundet, konnte derselbe nicht mitgenommen werden. •» Heinrich Carl Leuck aus Wallenhausen, vermißt. 4. Compagnie. „ Sebast. Blöser aus Hartmannshain, l. verw., Schuß in den Fuß, liegt in Ouzouer. 5. Compagnie. Lieutenant August Weimar aus Nidda, schwer verw., Schuß durch den rechte« Oberschenkel, liegt in Orleans. Musketier Louis Seibert aus Hungen, l. v., Streifschuß am Hals, liegt i» Ouzouer. 6. Compagnie. „ Georg Weber aus Lauterbach, vermißt. 7. Compagnie. Corpora! Johann Baptist Krantz aus Bingen, vermißt. Musketier Heinrich Wahl aus Angersbach, vermißt. „ Heinrich Jordan aus etorntüif, vermißt. „ Johann Martin Salzmann aus Laubach, vermißt, (in Gien krank zurückgeblieben). 8. Compagnie. Corpora! Carl Spieß aus Leusel, schwer verw., Schuß durch beide Beine, liegt in Briare. Musketier Johs. Hubeler aus Londorf, schwer verw., Schuß durch die linke Hand, liegt in Orleans. „ Friedrich Feuerbach aus Holzhaulen, schwer verw., Schuß durch den rechten Vorderarm, liegt in Orleans. „ Georg Lotz aus Burgbracht, schw. verw.. Schaß durch den linken Oberschenkel, liegt in Orleans. „ Jacob Adolph aus Unterschwarz, I. verw., Prellschuß am linken Bein, liegt in Orleans. „ Carl Faatz aus Butzbach, tobt, Schuß durch die Brast. „ Ludwig Hofmann aus Schotten, tobt, Sch. in den Unterleib. „ Heinrich Wei! aus Rockenberg, todt, Schuß durch den Kopf. > Berlin, 23. Jan. Die in den letzten Wochen zahlreich vorgekommenen Desertionen kriegsgefangener französischer Offiziere, so wie die Wahrnehmung, daß vom Auslande her der Versuch gemacht wird, auch die in Gefangencndepors befindlichen Mannschaften durch umherreisende Agenten zur Meuterei und Flucht zu veranlaffen, hatten Überall da, wo es erforderlich ist, eine verschärfte Fremden- controle bedingt. Die Polizeibehörden haben namentlich ohne Beengung des Verkehrs die Beaufsichtigung dec wichtigeren Eisenbahnpuncte, sowie der Gasthöfe in der Umgebung der Gefangenendepots zu bewirken. Maßregeln, durch welche harmlose Reisende unnöthigen Belästigungen unterworfen werden würden, sind zu vermeiden, wogegen wider Reisende, welche durch ausländische Sprache oder Erscheinung auffallen, oder sich anderweit verdächtig machen, in Gemäßheit des § 3 deS Bundespaßgesetzes vom 12. October 1867 zu verfahren ist. Sollten dieselben über ihre Identität sich nicht genügend ausweisen können, so ist, bis dies geschehen, deren Festhaltung zu veranlassen. Entwichene französische Gefangene sollen energisch verfolgt und nach idrer Wiederherstellung an dos nächste Militärkommando abgel-efim< ; Dr. ßn‘ "1 , «118^ , «nl i° ‘ «j.ii ictt d>t, 1, 1 ' t/tl fllflW ’ a!uVt "*al Tf * k|Pi uflt« • I 1 , gti >®e . j ?' w|iiM "llS'k Hilft, l-' Telegraphische Depeschen. + Berlin, 27. Jan. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung vom 23. Januar, wodurch die Vornahme der Wahlen zum Reichs- tage auf den 3. März angeordnet und die Einberufung de« Reichstags auf den g März festgesetzt wird. Eine zweite Verordnung beruft den BundeSrath des Deutschen Reichs auf den 20. Februar, eine dritte Verordnung erklärt, daß die Verordnung vom 18. Juli, betreffend die Aufbringung und Wegnahme französischer Handelsschiffe mit dem 10 Februar außer Wirksamkeit trete. 4- Berlin, 27. Jan. In der „Kreuzzeitung" wird mitgetheilt, daß zwar amtliche Bestätigungen der Versailler Verhandlungen nicht vorliegen, daß aber ebensowenig Grund vorhanden sei, um an der Glaubwürdigkeit der Mittheilungen im Allgemeinen zu zweifeln, vielmehr werden einige indirecte Anzeichen als Bestätigung jener Mittheilungen angesehen. Uebrigcns seien amtliche Meldungen über tue gegenwärtigen noch vertraulichen Verhandlungen gewiß noch nicht zu erwarten. Die „Kreujzei-nng" enthält ferner eine Eorrespondenz aus Versailles vom 24. Jan., welche bestätigt, daß Jules Favre am 23. Januar, Nachmittags 5 Uhr, in Versailles eingetroffen ist. Derselbe hatte eine längere Conferenz mit dem Grasen Bismarck, nahm am Diner Theil und wurde dann am Boulevard du Roi ein- quartiert. Graf Bismcnck conserirte Abends 11 Uhr noch mit dem Kaiser. A Dünkirchen, 27. Jan. Der „Mffager du Nord" meldet, daß trotz des von Gambetta erlaffencn AuSweisungSdccreteS, eine Volksversammlung in Cherbourg beschlossen habe, den Prinzen Joinville in die nächste Constituante zu wählen. — Aus Bordeaux wird berichtet, daß die Regierung, angesichts der einmütigen Derurthcilung der Organisirung von Dcpartcmental-Commissionen auf das die Generalrätbe aukbebende Decret Verzicht leiste. △ Abbeville, 26. Jan., Abends. Der Matrose Bkly, welcher am 24. d. Morgens mittelst Ballon aus Paris gestiegen ist, bestand angeblich enorme Ge- fahren durch nach ihm seitens dcS geintes abgeschoffene Kugeln. Er meldet, daß Vo'.kScxc sse stattgefunden haben, so daß das Militär auf die Volkshaufen schießen mußte. Die S tuation werde von Minute zu Minute bedenklicher. A Valcncienncs, 26. Jan. Der „Courier du Nord" schreibt: Die auf einand rfolgenden Nieoerlaaen, welche die drei französischen Heere erlitten, haben dem Gedanken einer Pac.ficatlon, welcher in letzter Zeit mehrfach austauchtk, neue Nahrung gegeben. Aus der Rede Gambetta's zu schließen, scheint indeß die Delegation in Bordeaux diesem Bestreben noch fremd bleiben zu wollen. Welches Motiv den Kriegsminister nach dem Norden geführt, w'ssen die Llller so wenig wie wir. Man hatte geglaubt, daß die Ulsache seiner Reise eine Zusammenkunfl mit Favre sei, allein JuleS Favre bleibt in Parts, da ihm bekanntlich Graf BtS- warck keinen Sauf-conduit ertheilen wollte. + Brüssel, 27. Jan. Aus Paris liegen folgende Nachrichten vom 23. dS vor: Die Regierung hat bestimmt, daß Die Functionen des Obercommando'S der Armee und des Präsidiums der Regierung nationaler Vrrtheidlgung getrennt werden. Ferner werden abgeschafft Der Titel und die Functionen eines Gouverneurs von Paris. General Vmoy ist zum Commandeur en chef Der Armee von Paris ernannt Trochu behält feine bisherige Stellung als Mitglied der Regierung. Die Regierung hat weiter verfügt, daß alle Clubs während der Belagerung geschloffen bleiben. Die Anzahl Der Kriegsgerichte wurDe vermehrt. Die Journale „Reveil" unD „Combat" sind unterdrückt worden. FlourenS wird polizeilich verfolgt. + Brüssel, 27. Jan. Aus Paris trifft durch Ballonbricfe folgende Nach, richt ein: In verflossener Nacht stürmte eine Anzahl Personen das Gefä'ngniß Mazas, befreite FlourenS und Die übrigen das lbst inhaftirtcn politischen Verbrecher, begab sich Dann nach Der Mairie des 20. Arrond ffemenlS, woselbst sie ihr Haupt quartier cin ichtcte und sich 2000 Rationen Brod nebst großen Weinvorräthen bemächtigte. Die Nationalgarde bewirkte die Räumung Der Mairie ohne Blut- vergießen. Um 6y2 Morgens war die Ruhe in Belleville wieder hergestellt. Sonstige Anzeichen von Ruhestörungen nicht vorhanden. Zur Zeit jedoch, wo Die Regierung im Stadthause zusammentrat, um zu berathen, bedeckte sich der Plat vor dem Hotel de Ville mit zahlreichen Menschengruppen. Erne angeblich 150 Mann staike Ablheilung Nationalgarde marschirte auf und schoß auf die dort- stkhende MvbilgatDe. Auf beiden Seiten wurde lebhaft gefeuert Die Ruhestörer schossen namentlich auf Die Fenster des Stadthaules. Das Einschreiten Der Garde republicaine brachte endlich Die Aufrührer zum Weichen. Man zahlt 5 Todtc uno Id Verwundete. Etwa 20 Verhaftungen wurden vorgenommen. — Der Commandaut Der Nationalgarde fordert letztere in einer Proklamation auf, zur Unterdrückung der Erneute kräftigst mit^uwirken. A Brüssel, 27. I IN. Der „Etoile bklgr" theilt aus Bordeaux mit, daß nach den letzten Pariser Nachrichten, der Graf von Biron, von dem acht Angehörige in der Armee dienen, gestorben ist. JuleS DesnoyaS, der jüngste Sohn des Jnstitutsmitglteds Desnoyas, wurde von einem Projectile im Fort Jssv in Stücke zerrissen. — In Bordeaux, wie in allen französischkn Städten Frankreichs, grafsiren epidemische Klankheiten. Ponson du Terrail liegt daselbst schwer krank Darnieder. A Brüssel, 27. Jan. Der Gesammteindruck der bis zum 24. d. vorliegenden Ballonnachuchten ist, daß der sich in Paris vollziehende Zerstörungsproceß mit rapidem Schritt vorwärts g»ht. Eine Briestaubennachricht vom 25. d. an den hi sigen Vorsteher eines ersten BankbaufeS befürchtet das Allerschlimmste, wenn die Kapitulation nicht unmittelbar statlsinde. 4- Bern, 27 Jan Der „Bund" enthält solg'ndeS Telegramm: Pruntrut, 26. Jan. Aus Noiremont ist Die Meldung von starken französischen Truppen- märsch.n auf Der Straße von Morteau nach Maiche eingetroffen. ES wird ein Angriff auf Die preußische Stelle vor Delle von St. Hypolit unD Pont De roide au« erwartet. — General Boffat ist bei Dijon gefallen. 4- London, 26. Jan. Die neue Emission Der Schatzanweisungen Des NorDdeutlchen Bundes hat eine vollständige Ueberzeichnung erzielt. Bei Schluß der Zeichnung wurde 5/g Prämie gezahlt; Die alte Emifsion schloß mit 2^/g. 4- London, 27. Jan. Eine Depesche Der „T mes" aus Versailles vom 25. ds. meldet: Jules Favre ist aus Paris in Versailles wieder angelangt und hat daselbst übernachtet. Heute hatte Favre mit dem Grasen Bismarck eine lange Unterredung. Trochu hat abgedankt. An Stelle desselben comrnandirt Vinoy. Ein Aufstand des Pöbels, welcher unter dem Rufe: „Nach Berlin" mehr Ausfälle verlangte, ist von Den Truppen unterdrückt worden. Officielle militärische Nachricht. Versailles, 27. Januar. General Kettler meldet, daß er am 23. einen Vorstoß in der Richtung auf Dijon gemacht und 5 Offiziere und 150 Mann gefangen genommen habe. Der Fahnenträger des 2. Bataillons, Regiment Nr. 61, ist dabei im Waldgefechte in der Nacht erschossen worden, die Fahne wird vermißt. In der Gegend zwischen Chatillon und Montcreau haben sich feindliche Abtheilungen gezeigt. Vor Paris schweigt gemäß Verabredung seit 11 Uhr in der Nacht vom 26. zum 27. vorläufig beiderseits das Geschützfeuer. von Podbielsky. Local-Notizen. Gießen, 28. Jan. Gestern Abend entstand in b estger Stadt, veranlaßt durch mchrere an hiesige Private gelangte Telegramme, ein blinder Lärm, Paris habe capitulirt. DaS betreff nde auch an und gelangte Bürsentrlegramm lautete: Gerücht, Paris habe capltulirt. UM 4 Uhr seien die Vertrage unterzeichnet worden. Mbg« es sich nur bald b.ftätigen. Auszug aus dru Kirchrnbüchern der Stadt Eichen. a. Evangelische Gemeinde. Kopulirte. Den 22. Januar. Karl Ludwig Schlegel, heimatbsberechtigt zu Poetzsch, Preuß Negierungsbeürks Merseburg, und Schlosser aus der Cölu^Gießener Bahn dahier, des Bürgers und Oeconoinen zu Poetz'ch, Iahann Heinritr Schlegel, ehelicher Sohn; und Eleonore Louise Steuerwald, des Bürgers und Schuhmachermeisters, Philipp Steuerwald, eheliche Tochter. Getaufte. Den 20. Januar. Eleonore Louise Marie, eine uneheliche Tochter aus Frankenberg in Preußen, geboren den 30. December. Den 21. Januar. Dem Oberlieutenant im H. (Hroßherzoglichen Infanterie- Regiment dahier, Ludwig Wilhelm Hoffmann, eine Tochter, Wilhelmine Katharine Karoline Louise, geboren den 17. November. Den 22. Januar. Dem Burger und Bäckermeister, Heinrich Klemmrath, ein Sohn, Karl Heinrich August, geboren den 7. Januar. Denselben. Dem Bürger zu Watzenborn und Schneider dahier, Konrad Hinkler, ein Sohn, Wilhelm Jacob Karl Ludwig, geboren den 21. December. Beerdigte. Den 20- Januar. Anna Rain, geborne Sohl, des Bürgers.zu Lollar und Wagenpuhers aus der Eöln-Gießener Bahn dahier, Kaspar Rain, Ehefrau, alt 62 I. 3 M. 7 T-, gestorben den 19. Januar. Denselben. Anna Katharine Margarethe Karoline Philippine Demutb, des Bürgers und Bürgermeistereigehülsen, Wilhelm Demuh, eheliche Tochter, alt 3 I. 9 M. 23 T-, gestorben den 19. Januar. Den 23. Januar. Gleich nach der Geburt ungetaust verstorbene Zwillinqs- söbne beS Bürgers zu Herzberg am Harze und Feilenhauermeisters dahier, Gustav Rügener, gestorben den 22 Januar. Denselben. Otto Ludwig Zmser, des Bürgers und Eonservators am zoologischen Institute dahier, Georg Zinser, ehelicher Sohn, alt 2 M 10 T., gestorben den 22. Januar Den 27. Januar. Georg Martin Karl Andreas Weidig, Bürger, Küfer und Bierbrauer dahier, alt 33 I. 7 M. 27 T., gestorben den 25. Januar. b. Katholische Gemeinde. Nichts angemeldet. Borsennachrichleu. 27. Januar 1871. Preuss. 45/g „ Papierrente 47Vs „ 5% M. steuert. — Amerik. Bonds 188 Ir 977/e „ n 1882r 953/4 „ „ 1885r 95 »/y „ n lHH7r 95V8 Spanier, neuest. 3% 30 Actieii. Frankf. Bank 129'/, Krankt. Vereins-Kas^e lOO1/^ Darmat. Banknot. 317 Wien Bankactien 697 Galizien 2333 4 Xclien. Oest. Creditact. 241 5% östr. F. St. E. B. 3627 § Lombard. Bahn 177 Ludwigah.-Bexbach 159«/, Maxbahn 108«/, Bayer. Ostbahn 1241/, Hess. Ludwigsb.-Act. 133 Alsenzbahn-Actien 85«/4 Oberhessen n 663, l6 Prioritäten. 3°/0 öster. Stab.-Prior. 4 7 3°,0 Öst. s. Lombard 73 Vs 3° 0 Livorneaer 31 t'/is 5°,0 Toscaner 50 «/8 5% Elisabeth.-Prior. 77 -lo. II. Em iss. All leli ensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 64•/< Nassau 25 fl. 40' 4 40 0 bayr. Präm.-Anl. IO6V4 Ansbacher 7 fl. 1 P/4 4% badische Loose 1063/i Badische fl. 35 Loose 60 Oestr. fl. 250 v. 1851 70>/r 1858r Prioritätsloose 154 1860r Loose 78 1864r n 114 Braunschweiger I67/, Stadt Madrid 217/^ Wechsel. Amsterdam k. S. 100\/8 Augsburg k. S. 997/g Berlin k. S. 105 Bremen k. S. 97 Cöln k. S. 1047/g Hamburg k. S. 88'/4 Leipzig k. S. 1O47 A London k. S. 118'Vis Lyon k. S. — Paris k. 8. — Wien k. 8. 9538 ditto m. 8. — ditto 1. 8. — Disconto 3* / /o 0. Geldsorten. Pr. Cassen-Soh t 447/8-45t/6 Sachs. n — Div. Cassen-A. — Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 46 — 48 „ doppelte 9 48 — 50 Holl, fl 10SL 9 54 — 56 Duetten . . 5 37—39 20 Frankenst^O 31—32 Engi. Sover. 11 55—59 Russ. Imper. 9 47—49 Dollar in Gold 2 27—28 '211’1 fl e m 1111er Anzeiger. Versteigerungen. 245) Montag den 30. d. Ml«., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause das dem Gg. Heinr- Lony gehörende Gelände, unter den alsdann bekannt geinacht werdenden Bedingungen, aus 9 Jahre verpachtet werden: l^Klstr. 912 Acker am Wismarer Weg, über dem Schwalbach'scheil Acker, 624 Acker, auf den LeufertSröder Weg, D-Witr. 914 Acker daselbst, 1212 „ diesseits am Grasweg, 674 Wiese hinter den Schiefzgärten, au der Rodheimer Straße, 472 Acker, auf die kleine Weide, 368 Acker am HasenköppelSweg u. Barresgraben, 903 Acker daselbst, im halben Zehnten, 652 w am Schwarzacker, 1104 „ hinter dem Steinbrunnen, aus dem Stumpfenweg, OJFlftr- 617 Acker daselbst, 580 „ vor dem Weiher, an der Chaussee, 942 Acker zwischen dem Aulweg und dem Leihgesterner Weg, 304 Acker am Altenfeld, auf das Bruch, 1565 „ am Ohlebcrg, vor dem Rö- derweg, 365 Acker daselbst, 1052 Wiese am Sandtauter Weg und Grü- ninger Pfad, 839 Wiese am Altenfeld, vor dem alten Weiber, 160 Acker auf dem Sand, 249 Wiese daselbst, 810 Acker auf der Warthe, auf den Wartbweg, 468 Wiese ohnweit des Schäferbrunnens, 809 Acker in der Lichtenau, an der Steinkaute, gegen die Hobl. Bemerkt wird, daß sich sämmtliches Gelände im besten Zustande befindet Gießen, den 24. Januar 1871. I Kreppet, täglich frisch, bei F. 3 ü I di Wittwe, am Seltersweg. 301) -keftectorenfür Illumination empfiehlt __Karl Fuhr. Z Küfer -Waaren in groß.r Auswahl, als: Wasch- und Badebütten, Zuber, Eimer, Brenken, Butterfässer, Ktibel rc. empfiehlt Wilh. Kd hl ermann, Küfer, Neustadt Lit. D- Nr. 156. 235) Süße Orangen (Mcisina-Frucht), Feinstes Traubengeloe, S t o l l w erck'iche Brust^Bonbons, Blvck-Ehocolade mit Vanille, L ieb i g's Fleisch Extrakt in frischen Sendungen en'pfingen I. A. Busä) Söhne. Jagdverpachtuna. 293) Die der Gemeinde Geilshausen zu- stehende Feld- und Waldjagd soll Mittwoch den 8. Februar L I., von Vormittags 10 Ubr an, auf dem Bureau der unterzeichneten Bürgermeisterei anderweit auf 6 Jahre verpachtet werden. Geilshausen, am 27. Januar 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Geilshausen Wagner. Fellgebotenes. K Buchenholz, trockenes, kleingemachtes, verkauft H. Schmal!, Lindcnplatz. 69) Frische Samen- und Leinkuchen, Kornklete, Waizcnschalcn und Futtermehl billigst zu haben bei I. M. Sckulhof, am Rathhaus. 280) 20 bis 30 Malter gute auserlesene Kartoffeln verkauft Marie Schwan, Neustadt. 278) Feldpostbriefe, mit Eigneren i und Tabak fertig verpackt, sind stets vor- 'räthig bei Georg Dörr, Cigarrenhandlung, । am Kirchenplatz. 234) Frische Eablianen und Schellfische bei I. A. Busä) Söhne. I 142) Täglich frische Kreppeln bei F. Appel Wittwe, Neustadt, am Oswald'schen Garten 205) Lofodinischcn Dorsch-Leberthran (Original Flaschen) in reinster, bester Qualität, empfiehlt Fr. Bieler, am Kreuz. Hausverkauf. 254) Ein dreistöckiges Wohnhaus mit Garten, in schönster Vage der Stadt, ist unter günstigen Bedingungen billig zu verkaufen. Näheres bei der Exp- d. Blatts. K Illumiuntious - Lämpchen billigst bei Georg Petri, Neuenweg. 61) Häckselmaschine«, Dickwurzmühlen, Oelknchen- brecher der verschiedensten neuesten Confiruction, stets vorräthig bei Georg Nenzel l Maschinenfabrik.) § Mein Tuch und BukSkin-Lager, zu billigen und festen Preisen, empfehle bestens. Ludwig Lang, Marktstraße 25, vis-a-vis cem Kaufmann Herrn Emil Pistor. Bermiethungen. 178) In einem neuerbauten Hause außerhalb der Stadt ist der mittlere Stock und ein Mansarden-Logis zu veriniethen und alsbald beziehbar. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 800) Ein Familienlogis, bestehend aus 2 Zimmern und allem Zubehör, ist sogleich zu vermiethen bei CHr. Spies. 261) Vier Mansarden - Zimmer nebst Küche und sonstigem Zugehör, zu einem Familienlogis sich eignend, sind zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei Louis Möser, Wirth, Neuenweg. 271) Zwei bis drei gut möblirte Zimmer sind zu vermiethen bei S- Katzenstein, im Nuss Hof (Neubau.) Bekanntmachung. 303) Alte abgenutzte Pfeide werden von hiesiger Beterinäran- stalt sofort mit 15 bis 20 fl. angekauft durch P h. Körber, Anstalts-Diener. V Herren und Damen, die sich zu verhciratheu wünschen und denen es an der nöthigen Bekanntschaft fehlt, werden passende Partien nachgcwiesen. Reflee- tanten wollen ihre Offerten sub Chiffre „Vertrauen“ zur Weiterbeförderung an das Annoncen-Büreau von Rudolf Glosse in Frankfurt a. M. franco gelangen lassen. Strengste Discretion. (cpL 571,.) Vermischte Anzeigen. 164) Unwahren Gerüchten zufolge benachrichtige ich das hiesige Publikum, daß^ ich bereits seit 1864 als Leichenfrau ver- pflichtet bin und nach wie vor das Aus-! und Ankleiden der Leichen besorge. Wittwe Sturnt, vormals Friedrich Haßler Wittwe, | Neuenweg B. 181. | 294) Ein mit guten Zeugnissen versehe-! ner junger Mann findet dauernde Beschäf-! tigung bei Jean Leyerzapf. 297) Ein zuverlässiger Pferdeknecht kann! gute Stellung erhalten und sogleich eintre- len. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 290) Ein ordentliches Mädchen, das gut kochen kann und sich jeder häuslichen Arbeit unterzieht, wird auf Ostern zu miethen gesucht. Seltersweg Lit. C. Nr. 185 im zweiten Stock. 273) Einen ersten Gehülfen sucht Dr. Reatz, Hofger.-Advoeat. 2<85~ Für drei Thaler % versende ich ein Mittel, den Trinkenden das Trinken zu entwöhnen. Auch heile ich sicher und schnell, selbst in den schwersten Fällen, Fallsuckt, Bleichsucht, Wassersucht, Kopfschmerzen, Taubheit, Aussatz (Flechten), Krämpfe, Bettnässen, ferner auch flCjr Geschlechtskrankheiten , als: Selbstbefleckung, weißer Fluß rc. lieber 1000 geheilt. (206) J. O. Grone, Ahaus (Westfalen.) 296) Dem Herrn Balth. Schwan zu seinem heutigen Geburtsfeste die herzlichsten Glückwünsche. H. H. P. H. 291) Nr. 1 hat den Teppich gewonnen. Egly, Polizeidiener. Verein zur llnterstütznng von Familien ins Feld gezogener Soldaten. 299) Seit unserer letzten Veröffentlichung sind uns an Gaben weiter zuge„angen: 1) von Herrn Prof, von Schlagintweit aus dem Ertrag der Verloosung seines amerikanischen Hirschgeweihes .... 100 fl. 2) von fierrn Louis Lindenstruth in Milwaukie durch Georg Plank...................10 „ 3) von Herrn Prof Oncken aus dem Ertrag seiner im Club gehaltenen Vorlesungen............. 500 „ 4) von den Schülern des hiesigen Gymnasiums aus dem Ertrag der von ihnen gegebenen dramatischen Darstellung . 200 „ Indem wir den Herren Prof, von Schlagintweit, Prof Oncken, sowie den Schülern des hiesigen Gymnasiums für die uns zugewendeten so reichlichen Gaben unseren innigsten Dank aussprechen, beehren wir uns mitzutheilen, daß jetzt 89 Familien mit wöchentlich 139 fl. 30 fr. von uns unterstützt werden und wir mit Hinzurechnung der Extra gaben in Krankheits- und anderen Nothfällen wöchentlich circa 150 fl. bedürfen. Unsere Gesammt-Ausgaben bis heute betragen 2337 fl. 9 fr. Da auch bei einem alsbaldigen Frierensschluß unsere Thätigkeit jedenfalls noch längere Zeit in Anspruch genommen werden wird, ersuchen wir unsere Mitbürger, uns durch weitere Beiträge — welche bei unserem Rechner, Buchhändler Ricker, abzugeben sind — unterstützen zu wollen. DaS Comite. Zum Besten unserer Hessischen Krieger. 288) Sonntag den 8 9. d. Mts.: C o n t e r t des Turn - und Gesangvereins zu Lollar im Vereinslocale. Anfang yräcig 7 Uhr. Der Vorstand. Conccssionirte Privat-EnMndnngs-Anstalt in Mainz. 151) Dieses seit Jahren bestehendes Institut bietet alle Garantie sorgfältiger Behandlung. Geheimniß, billige Bedingungen. Julie Rauch, Direktorin, neuer Stadttheil 14. Walpodenstraße. 220) Für eine größere Privailehranstalt werden für Ostern 5*7 i zwei Lehrer gesucht. Der eine muß den gesammten Unterricht in den neueren Sprachen (französisch und englisch) übernehmen und der Coiiversalwn wenigstens in einer der beiden Sprachen vollkommen mächtig sein. Der andere hat in den Naturwissenschaften, hauptsächlich in Physik und Chemie, zu unterrichten. Offelten mit Angabe der bisherigen Stellungen, des Studiengangs und der äußeren Lebensverhältuisse unter Chiffre F. K. 727 befördert >die Süddeutsche Annoncen-Cxpedition in Stuttgart. I 248) Eine Wittwe von gesetztem Alter, 'aus anständiger Familie, sucht Stelle als > Erzieherin bei Kindern oder als Haushälterin in einem kleinen Haushalt. Franco- Offerten unter Chiffre M. D- befördert die Exped. d. Bltts. Theater in Meßen Montag den 30. Januar 1871: N c ii : Jede» Bandwurm entfernt binnen 3 bis 4 Stunden vollständig, schmerz - und gefahrlos; ebenso sicher beseitigt auch Bleichsucht und Flechten und zwar brieflich Doigt, Arzt zu Erop- penstcdt (Preußen). (224) jBAASENSTEIN & VOGLER i Zeitungs-Annoncen-Expedition^ in Frankfurt am Main, grosse Gallusstrasse 1, im 1. Stock. Todes Anzeige. R 292) Verwandten und Freunden • die schmerzliche Anzeige, daß unser ’• geliebter Gatte, Bruder u. Schwager, Georg Wendig, am 26. Januar, Morgens 9 Uhr, in Folge einer Operation sanft entschlafen ist. Gießen, den 27. Januar 1871. Die trauernde» Hinterbliebenen. Der letzte Jesuit, oder: Maria Ähncha uuii ihr Hof. Jntriguenlnslspiel in 3 Acten. Hierauf: Das Schwert des Damocleö.i de Nolte. Hamburg, Berlin, Basel, Wien, Leipzig, Stuttgart, Zürich, St. Gallen, Genf, Neuerwall, 50 ; Leipzigerstrasse, 46 ; Steinenberg, 29; Stadt, Neuer Markt, 11 ; Markt, 17, Königshaus; Kronprinzstrasse, 1 B ; Elsassergasse, 1 ; Obere Grabenstrasse, 13 ; Place du Molard, 2. Verkäufe und Verpachtungen von Gütern 1 Grnndstnckcn, ^Fabriken 1 Gasthäusern ctr., Licitationen, Gesuche und Offerten jeder Art, Familien-Nachrichten, Engagements etc. betreffende Ankündigungen werden ohne Provision ober Porto-Anrechnung in die für die verschiedenen Zwecke beftgeeignctcn erfolgreichsten Zeitungen prompt und exaet befördert durch Rudolf Molle, Annoncen Expedition, 45 Zeil, Frankfurt a. M., Zeil 45, gegenüber der Post. Berlin, Hamburg, München, Nürnberg, Bremen. Original Preis-Courant und Anschläge gratis und franco. NB. Meine Provision beziehe ich als osficieller Agent von den betreffenden Zeitungen. Alleinige Jnseraten-Pacht: „Fliegende Blätter", „Kladderadatsch," „Figaro." Redaction, Druck und Verlaa der Brühl'fchen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Bestell» OMneiiiei Die Titittl M 25. > 3» Mm " „Tic 6rr> ft# t"n 3‘ hn ^ilulalien als Odtfftsthlsh. stltlli Gcndpont ttrtn die -Mn ßkhr Akmals koislt Trctu btbält nt tit Oktstuvß |u — |mtr Aesmo sich unonrtbB’bo Die eßlklivr Aro vir lins ost gisß die bnilajsuvg t VnölsklllHg ker hmeSmoLt ins Ltüile. Ulbktti vcllhkihiWz tu leinen anttnn E titÜM, wfo »ii in $t;eg oe| ti H im SMmil tttifuaj (ein int tinin tu «1» ti( 8tlijii| tin intiie über) Win linnin M »til t'nifit ^all'ovalgattsn < "ktthaliung ttx s Ucbcij«bt !° Icnnu ™8"'" ‘1*fn ^ntn nictii »Mr in W rin fflMn "‘'»Ml iMn I ! ?t,r M "!* Mun"’ Mn1 i«ä" Wf. LLir K» hi