Preis rircleijährtg 1 fi. 12 kr. mit Brirrgerlohn. Durch die Vost bezogen vierteliLhrig 1 si. 27 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit «ul» nähme Montags. Expedition: Lanzletbera Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Hießen. Rr. 276. Sonntag den 26. Rovrmbcr ~ ÜSTI? Amtlicher T b e i l. Gießen, am 16. November 1871. Betreffend: Die Aufnahme der Viehstandstabellen für das Jahr 1871. an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. . a ~ . 2B.e_.rceli)e'1 durch die P°st die Formularien für die Aufstellung der Viehstundstabellen ,»stellen und fordern Sie auf, die Ueberstchtcn für « 8 ?ras?8L1, x|er schreiben vom 19^ November 1862 und 16. November 1863 (Nr. 13 des Amtsblattes von 1862 und Sir. 10 des Amtsblattes »on 1863) entsprechend, am 3. Dccember d. I. aufzustellen und bis zu>n 20. December d. I. in doppelter Ausfertigung an uns cinzusenden. Soweit emzelnen Burgermeisterelen besondere Gemarkungen zugewiesen sind, sind für diese getrennte Uebersichten aufzustellen. In Verhinderung des Kreisraths: _______ Kekul 6, Kreisassessor.__________________ Die Abreise des Papstes von Rom ist schon wiederholt für den Eintritt gtwrffer Ereignisse in Aussicht genommen, aber stets, wenn die Ereignisse wirklich eingetreten sind, wieder aufgegeben woroen. Weder das Erscheinen der italienischen Minister, noch deS Königs Victor Emanuel in Rom hat den heiligen Vater aus dem Vatikan zu verscheuchen vermocht. Trotz aller Erklärungen, daß die Würde seiner Stellung dem Papste nicht gestatte, in demselben Mauerring mit dem thronräuberischen Eindringling zu verweilen, begnügte man sich mit drohenden und kräftigen Rechtsverwahrungen. Der Papst protestirte, aber er blieb in seinem „Gefängnisse", obgleich dessen Thore wett genug offen standen, um ihm die in Aussicht genommene Abreise zu gestatten. Man hatte eben durch die Drehungen mit der Abreise des Papstes nur einen Druck auf die italienische Regierung ausüben wollen, um sie von Der Uebersicdelung nach Rom abzuhalten. Die italienische Regierung konnte sich aber in der That durch keinerlei Drohungen von dem zurückhalten lassen, was die gesammte Nation gebieterisch forderte. Der Druck der öffentlichen Meinung war stärker, als der Druck, welchen die Drohungen des Vatikan auf das denselben an sich keineswegs unzugängliche Gemüth des Königs und seiner Minister ausübten. Gegenwärtig nun wird behauptet, der Papst sei entschlossen, Rom an dem Tage zu verlassen, wo das Gesetz über die geistlichen Körperschaften votirt sein werde. Daß die Staatsmänner der Curie auch diesmal zunächst einen Druck auf die Entschlüsse des Ministeriums und des Parlaments auszuüben trachten, ist einleuchtend, und daß sie diesmal durch dieselben wenigstens einen theilweisen Erfolg erzielen und gewisse Modifikationen des Gesetzes durchsetzen werden, ist nicht gerade undenkbar. Indessen werden die Zugeständnisse des Parlaments jedenfalls hinter den Wünschen und Ansprüchen der Curie zurückbleiben, und das Klostergesetz wird, mögen Regierung und Parlament noch so sehr zur Versöhnlichkeit geneigt sein, doch ohne Zweifel Bestimmun, gen enthalten, die der Curie nicht als annehmbar erscheinen werden. Denn gerade in Bezug auf die geistlichen Körperschaften, die ein so wesentliches Glied in dem gegenwärtigen Organismus des KirchenregimentS bilden und dabei einen maßgebenden Einfluß auf die Stimmungen und Entschlüsse der höchsten vatikanischen Kreise ausüben, hält die Curie am zähesten an ihren Ansprüchen fest; und es läßt sich daher kaum bezweifeln, daß man diesmal entschlossen ist, die Drohung mit der Abreise, wenn sie den beabsichtigten Druck auf das Parlament verfehlen sollte, wirklich zur Ausführung zu bringen. Die Ultras der Jesuitenpartei haben ja schon längst, weil sie alle Brücken hinter sich abzubrechen wünschen, in der Thal auf die Abreise des Papstes gedrungen. Sie sehen in derselben den einzigen wirksamen Protest gegen die Maßregeln der italienischen Regierung und zugleich das Mittel, einen Kreuzzug gegen Italien vorzubcreiten. Sie wollen Italien in einen Krieg mit einer fremden Macht verwickeln, weil sie nur von einem Kriege die Wiedereinsetzung des Papstes in seinen vollen weltlichen Bcsitz erwarten; sie wollen die Zertrümmerung des Königreichs Italien, weil dessen Dasein mit dem Dasein des Kirchenstaats in einem unversöhnlichen Widerspruche steht. Dies Ziel kann aber natürlich nur erreicht werden, wenn eine fremde Macht die Sache der Kirche, wie sie dieselbe auffassen, zu der ihrigen macht. Die Staatsmänner des Vatikan haben diesem Drängen lange widerstanden, nicht aus Wohlwollen gegen Italien, sondern aus Rücksicht auf die Weltlage, die den Jesuiten sehr geringe Hoffnungen aus Durchführung ihrer Pläne bietet. Aber er muß doch einmal der Zeitpunkt eintrkten, wo man entweder offen mit diesen Plänen brechen und Italien die Hand zur Versöhnung bieten oder ihnen nachgeben muß. Daß man die Entscheidung für die eine oder andere Eventualität von dem Ausfall des Gesetz über die geistlichen Körperschaften abhängig gemacht hat, ist sehr erklärlich. Denn gerade in Beziehung auf diesen Punkt ist, bei der allgemeinen Ktrchenpolitik, welche die Curie mit Consequenz versolgt, das Interesse der Jesuiten und des obersten Kirchen- regiments identisch. Ein Nachgeben in diesem Punkte würde einem Aufgeben der excentrischen jesuitischen Tendenzen im Kirchenregiment gleichkommen, und zu einem Verz'cht auf ihre überspannten WeltherrschaftSpläne wird sich die Curie in diesem Augenblicke gewiß nicht entschließen. Wir zweifeln daher durchaus nicht, daß der Entschluß, Rom zu verlassen, falls das angegebene Ereigniß eintreten sollte, dies- mal ernst gemeint ist. Eine andere Frage aber ist es, ob man im Stande sein wird, denselben auSzusühren. Nach der Lage der Dinge kann nur Frankreich als Zufluchtsort für den Papst in Aussicht genommen werden. Es kommt den Jesuiten ja nicht darauf an, einen Ort ausfindig zu machen, an dem der Papst in Sicherheit seines geistlichen Amtes walten kann. Wäre es auf weiter nichts abgesehen, so könnte der Papst ja ruhig in Rom bleiben, wo ihm die vollste Freiheit gewährt ist. Das Streben der Jesuiten ist vielmehr, eine fremde Macht, und zwar eine Großmacht, für die Sache des Papstthums zu compromittiren. Und diese Großmacht kann, nachdem das deutsche Reich sich feierlich gegen jede Zumuthung mittelalterlicher Römerzüge verwahrt hat, nur Frankreich sein. Frankreich steht mit Italien auf gespanntem Fuße; wohlwollende Gesinnungen für Italien hegt im Grunde keine der vielen in allen übrigen Beziehungen einander bekämpfenden Parteien. Eine Partei aber ist in Frankreich vorhanden, die nicht allein Italien haßt, sondern auch für die Wiedereinsetzung des Papstes in seine» weltlichen Besitz schwärmt, die den Papst-Köoig auf ihr Banner geschrieben hat und von einem Kreuzzug nach Rom die Wiedergeburt Frankreichs erwartet: die legitimistische Partei. Diese Partei hat zwar sehr geringe Aussichten, zur Herrschaft zu gelangen; aber sie hat gerade Einfluß genug, um mit Unterstützung des CleruS jeder Regierung Verlegenheiten zu bereiten und die allgemeine Verwirrung zu vermehren. Wie viel größer wird ihr Einfluß aber werden, wenn der Papst, Schutz und Hilfe suchend, auf französischem Boden seine Residenz aufgeschlagen hat, wenn die Na- tionalettelkeit durch den Gedanken, daß das Haupt der Kirche sich der Großmuth der ältesten Tochter der Kirche anvertraut hat, täglich neue Nahrung erhält! Die Ueberstedelung des Papstes nach Frankreich würde aber nicht nur einen neuen gefährlichen Zündstoff des Parteihader- in das Land werfen, sie würde auch zu beständigen Conflicten mit Italien führen und die Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen zwischen beiden Ländern ernstlich gefährden. Das Eine wie dal Andere liegt im Jnteresie der Jesuiten, aber keineswegs der französischen Regierung, der der Besuch des Papstes die allerpcinlichsten inneren und äußeren Verwicklungen bereiten würde. Sie würde, von den Beziehungen zu Italien ganz abgesehen, mit den Legitimisten zu rechnen haben, ja sie würde darauf gefaßt sein müsse», daß unter Umständen, wenn es den Clerikalen nicht gelingt, dem Legitimismus durch die Ueberstedelung des Papstes aufzuhelfen, die alten Fäden, welche die Curie mit dem Bonapartismus in früheren Tagen verbanden, wieder ausgenommen werden könnten. Herr Thiers hat also alle Ursache zu wünschen, daß der Papst in Rom bleibe, und es läßt sich kaum daran zweifeln, daß er vorkommendenfalls seine Genehmigung zur Verlegung der päpstlichen Residenz nach Pau in eine Form kleiden wird, die einer Bitte, Frankreich mit einer so überaus gefährlichen Ehre zu verschonen, gleichkommen wird. Und somit würden dann dem Entschlüsse der Curie unter allen Umständen Hindernisse in den Weg treten, deren Ueberwindung eine sehr große Klugheit oder eine sehr große Rücksichtslosigkeit erfordert. Zu der am 19. d. M. stattgehabten Bundesrathssitzung bezüglich des bayerischen Antrages ist noch nachträglich zu erwähnen, daß Fürst Bismarck im Verlauf derselben den Vorsitz übernahm und lebhaft zu Gunsten des Antrags in die Debatte eingriff. Das Referat hatte, wie die „D. A. Z." erfährt, der Bevollmächtigte Braunschweigs, Geheimerath Liebe, übernommen, und die Einwendungen Sachsen- gegen den Antrag waren nicht eine Verwerfung desselben, sondern vielmehr auf eine Ausdehnung gerichtet, die möglicherweise die Eventualität in'S Auge gefaßt hatte, zugleich den social-demokratischen Ausschreitungen wirksam begegnen zu können. Man hielt dies indessen nicht für praktisch und nahm, wie schon gemeldet, den Antrag einstimmig an. — Allem Anschein nach wird die weit überwiegende Ma- jorität des Reichstages bezüglich des genannten Antrages mit dem BundeSrathe darüber einverstanden sein, daß es nothwendig ist, den politischen Agitationen del Clerus, welche in dem deutschen Strafgesetzbuche nicht vorgesehen sind, einen Damm entgegenzusetzen. Aber auch unter denjenigen Mitgliedern, welche das dringende Bedürsniß nicht zugeben mögen, werden manche schon aus dem Grunde für die Vorlage stimmen, weil dem Reichstage hier eine Gelegenheit geboten wird, den Beweis zu führen, daß das Reich im Stande ist, da Hilfe zu schaffen, wo der einzklae Staat mit seiner Gesetzgebung und seinen Verwaltung-Mitteln nicht durch- zudringen vermag. Den 19. Arbeiter dahier, Densell Ludwig lobt, c Densell Johanne Hermi Den 19. dahier, Heinrich will dort rntn'eDer ein Gesetz, da« den Jesuiten gründlich da« Handwerk legt und die Artikel de« Code pönal, die Entweihung der Kanzel zu politischer Agitation betreff.nü, reproductrt, oder gar keine«. Mit dehnbaren Gesctzesphrasen ist nicht dabei zu machen. Mit Stimmeneinhelligkeit wird von der englischen Presse dem Papste abge- rathen, nach Frankreich zu gehen. Neuerdinge ist es der „Daily Telegraph", der sich über den Plan folgendermaßen äußert: Wir glauben gern, daß der Gedanke, die Dinge zur Krisis zu bringen durch eine Abreise von Rom, im Vatikan wieder einmal Anklang gesunden hat. Allein wir zweifeln, ob der Plan zur Ausführung kommt. An erster Stelle ist es allerdings klar, daß Rom sehr gut ohne den Papst zurecht kommen kann, doch ist e« durchaus nicht in gleichem Maße klar, daß der Papst ebensogut ohne Rom fertig werden kann. Unzweifelhaft würde der bejahrte Pontifex, wenn er als Verbannter in ein katholische« Land und besonders nach Frankreich käme, mit all den Ehren empfangen werden, welche seinem hohen Amte als Haupt der Kirche sowohl, wie seinem hohen persönlichen Rufe, seinem hoben Alter und seinem Unglücke gebühren. Wenn er indessen eine große Anzahl Adressen empfangen, eine große Anzahl Audienzen ertheilt und seinen Scgcn an eine große Menge von Besuchern gespendet hätte, dann hätte er doch sein Ziel, im Triumph al« weltlicher Herrscher in seine Hauptstadt zurückzukehren, durchaus nicht weiter gesörderr. Die Tage Peter des Einsiedler« sind vorüber, und wenn schon kein katholischer Fürst Europa'« bereit war, den Papst auf feinem Thron zu halten, als er noch im Besitze desselben war, dann ist eö erst recht unwahrscheinlich, daß irgend eine Macht einen Kreuzzug unternehmen wird, um ihn wieder einzusetzen, wenn er seinen letzten Halt auf italienischem Boden aufgcgeben hat. t Berlin, 23. November. Deutscher Reichstag. 28. Sitzung. Vice-Prä- sident Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst eröffnet die Sitzung um 11^ Uhr. Tische des BundeSrathö: Delbrück, Camphausen, v. Pretzschncr, v. Liebe, Meinecke, In de Die $ nur die sind, welch Jeder Wt Hanshal lci ihm ivohne Soldaten in ft Wer i Ee nöthigen 9i Eintreffen des Die { Geburtstag, ß Gäste bestimmte Wir r W halten, daß Gießen Den 19 Kreis Büdingen Sohn: und Wi des hiesigen Bü Berlin, 24. Nov. Reichstagssitzung. Vicepräsident Fürst Hohenlohe thellt mit, daß Dr. Simson auf ärztlichen Rath das Zimmer hüten müsse. München, 21. November. In den hiesigen liberalen^ Kreisen ist man mit Dr. Michaelis rc. Tagesordnung. 1) Dritte Berathung des Gesetz-EntwurfS, betreffend die Ausprägung der Reichs-Golomünzen. §. 1 wird ohne weitere DiScussion angenommen, ebenso §.2 nach Ablehnung des Rittberg'schen Amendements, betreffend die Herstellung des Groschens. Zu §. 3 liegt ebenfalls ein Rittberg'fchcs Amendement vor, betreffend die Wiederherstellung des 30-Markstücks. Bei der Abstimmung wird das Amendement Graf Rittberg abgelehnt, §. 3 in der in zweiter Lesung beschlossenen Fassung angenommen. §. 4 wird unverändert angenommen, §. 5 mit einem von Dr. Bamberger beantragten Zusatz angenommen, dahin lautend: „Durchmesser, Beschaffenheit und Inschrift der Münze werden vom DundeSrath festgestellt." Im §. 8 werden auf Antrag des Abg. Grumbrecht die Worte: „in Brr- mischen Thaler Gold" umgeändert in: „in Thaler Gold Bremer Rechnung." Die übrigen Paragraphen werden ohne weitere DiScussion angenommen. 2) Erste Lesung de« Gesetzes über die Ergänzung des deutschen Straf, gesetzbuchs (cfr. die gestrige Nummer, die Bestrafung von Geistlichen bei Schmähung von Staatseinrichtungen.) Nachdem v. Lutz. Treitschke, Reichensperger, Fischer und v. Kettelcr über die Vorlage discutirt, wird die Debatte unter Ablehnung des Antrages, die Vorlage Der der Ltadtk gehalten w Künftii worfen ist." , _ Wien, 21. November. Graf Beust wird in den nächsten Tagen von Sr. Maj dem Kaiser in Abschieds - Audienz empfangen werden. Ende dieser Woche begiebt sich der Glas auf seinen neuen Posten nach London, und wird nicht nur in'München, sondern auch in einigen süddeutschen Orten kurzen Aufenthalt nehmen. So viel man hört, gedenkt Graf Beust auf dem Wege nach London Paris nicht zu berühren. Wien, 23. November. Unterrichteterseits wi-d mitgetheilt, daß die Neubildung ees Cabtnets Sonntag vollzogen werden dürfte. Graf Beust reiste Abends nach Salzburg ab. Derselbe wurde am Bahnhofe von einer Anzahl Notabilitäten erwartet. Wien, 24. Nos. Die Morgenblätter melden, daß die Cabinetsbtldung eine vollzogene Thatsache und das neue Ministerium in folgender Weise zusammengesetzt sei: Fürst Adolph Auersperg, Präsidium; Lasser, Inneres; de Prett«, Handel; Banhanö, Ackerbau; Chlumctzky, LandeSvertheidigung; Glaser, Justiz; Stremayr, Cultus; Plener wahrscheinlich Finanzen. Brüssel, 22. November. In der heutigen Sitzung der Kammer entstand eine aufgeregte Debatte wegen des Protestes, welchen Bara gegen die Ernennung DeDecker's, des früheren Administrators der Langrand'fchen Unternehmungen, zum Gouverneur von Limburg erhoben hatte. — Die heutige „Jndependance" berichtet, daß sich während der Kammersitzung große Volksmengen vor dem Gebäude der Kammer versammelten und riefen: „Es lebr 1857! Es lebe Bara! Nieder mit dem Ministerium! Es lebe der König!" Der Bürgermeister verließ den SitzungS- i |aal und versuchte, die Menge zu beschwichtigen, ohne Gehör zu finden. Schließ- tich zerstreuten sich jedoch die Volkshausen und leisteten keinen weiteren Widerstand. Dem „Echo" zufolge zog die Menge nach der Kammersitzung vor den königlichen Palast und verlangte die Entlassung des Ministeriums. Außerdem fanden noch vor dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten lärmende Kundgebungen statt. Um viel gedient. München, 22. November. Pfarrer Hosemann von Tuntenhausen hat auf die gegen ihn jüngst ergangenen Erlasse des erzbischöflichen Ordinariats eine Erklärung veröffentlicht, an deren Schluß er sagt: „Die Entsetzung von der Pfarrpfründe Seitens des erzbischöflichen Ordinariats, d. h. Die Absicht, den Menschen auch in seiner irdischen Ex-stenz zu ver- Nichten — Hungerdogma —, nehme ich mit größter GemüthSruhe hin, bemerke aber, daß, wenn ich auch in den Zeiten jener finstern Barbarei lebte, wo die irdischen Machthaber den geistlichen Potentaten noch Schergendienst leisteten, ich lieber verhungern oder wie immer sterben wollte, als mich als Glied an eine Genossenschaft anschließen, welche die borrente K tzerei lehrt, daß Der Papst unfehlbar ist, nachdem doch die katholische Kirche den Papst factisch für fehlbar erklärt und Püpst>: — Papst Johann XXII. wegen enormer Delikte (Verbrechen) — abgesetzt hat. Amicus mihi Socrates, amicus Plato, sed magis amica veritas." Colmar, 20. November. Der hiesige „Alsacien" schreibt: „Trotz aller Belehrungen und Warnungen Höfen wir gleichwohl, daß viele junge Leute aus Colmar und Der Umgegend beabsichtigen, am Tage vor der allgemeinen Volkszählung sich unsichtbar zu machen und einen Ausflug nach Belfort zu improvistren, um am Tage nach der Volkszählung als zu nichts verpflichtet zu den Ihrigen zurück- zukehren. Wir machen alle diese jungen Leute noch einmal in ihrem eigenen Interesse darauf aufmerksam, daß ein solches Beginnen für sie keinen anderen Zweck haben würde, als daß sie sich unnütze Kost n machen und ihr Geld verthun, während sie bei der Volkszählung, ob momentan abwesend oder nicht, doch als An- w,sende mit in Rechnung werden gestellt werden und denselben Verpflichtungen unterworfen find und bleiben, denen jeder Unterthan des Deutschen Reiches unter- ständigt hätten. Paris, 24. Nov. Bei dem Empfange des chinesischen Gesandten erklärte Thiers: er empfange die Entschuldigung des Kaisers; aber c6 sei außerdem noth- wendig, daß die chinesische Regierung für die Unschuld der Missionäre Zeuguiß ablege; es sei ferner nothwendig, daß sie denselben Achtung beim Volke und den Behörden verschaffe, insbesondere aber dafür sorge, baß unsere diplomatischen und konsularischen Agenten respectirt würden. Dies ist unerläßliche Bedingung, um die Beziehungen zwischen dem Occident und Orient ungestört zu erhalten. ThierS fügt hinzu, er werde die Antwort der französischen Regierung dem Kaiser von China durch den französischen Gesandten in Petting zustellen lassen. Versailles, 23. Nov. In der Angelegenheit der Zerstörung des Thtcrs schen HauscS verurthetlte das Kriegsgericht den Angeklagten Fontaine zu 20 und den Angeklagten Mirault zu 10 Jahren Zwangsarbeit. Die anderen Angeklagten erhielten geringere Strafen. _ , London, 23. November. Der Zustand des Prinzen von Wales ist nach dem Ausspruch der Aerzte nicht gefährlich. Officielle Bulletins werden nicht auS- 1979) tnb bi -U'ten eillin f*nbe in kfoS "eueil slfe« , 'en, Hero[en Ullb i S l ft 1 fr r 4900) Dis Tagen statt ^l( J) im 2) „ 3) <) 5) , 6) 7) 8) " 9) ' 10) " 11 " Robheim" Wlklt, $tl! Ni” !>*; 3-ii« 9 Ich Uniirii«”1” ’ U-d'iS'«' Ä (»tot ' um find von letzte gesucht morden 9V2 Uhr Abends war Alles ruhig. Brüssel, 23. November, 6 Uhr Abends. Die Menge drang in den Hof Am des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten ein; andere Haufen begaben sich vor den königlichen Palast. Die Menge trug Hrn. Rogier im Triumph umher, Delaet und Nvihomb wurden beinahe umgrbracht. Die Bewegung verstärkt sich. Brüssel, 23. November, 10 Uhr Abends. Eine große Menschenmenge durch, zieht zischend und lärmend die Stadt. Die gesummte Gendarmerie- und Polizeimacht ist aufgeboten, da ernstliche Ruhestörungen zu befürchten. Paris, 22. November. GerüchtSweise verlautet, daß Haussuchungen bet hervorragenden Bonapartisten vorgenommen wurden. — Die GeneralrathSwahlen in Algier sind ausnahmslos radikal ausgefallen. — Es wird versichert, baß Pouyer- Quertier und Perier sich betreffs Post- und Telegraphenwesen - Vereinigung ver- von äußerster Wichtigkeit. , rr Wie man sich erinnern wird, bemerkte der preußische Finanzmmifter Camp- i hausen in einer Reichstagssitzung unlängst ganz beiläufig, daß er bereits 3,000 000 , Pfund Sterling der in England untergebrachfen norddeutschen BunbeSanleih? 1 rurückaekaust habe; eine Ankündigung, die von dem Reichstage mit Beifall begrüßt i wu.dk. Nicht denselben Beifall findet sie in England. „Auf dieser Seite des Canals, sagt „Daily News", ist man geneigt, die deutsche Regierung zu tadeln. - Das Geschäft beweist nicht nur, welche Macht Deutschland über Den Geldmarkt hat, sondern erinnert uns auch daran, daß eß diese Macht im Geheimen wirken läßt und uns jeden Tug mit einer Überraschung entgegentreten kann. Unternehmungen dieser Art, sagt man, sollten öffentlich ausgeführt werden. Ohne Zweifel würde die deutsche Regierung sich bei der Finanzwelt größeres Ansehen erwerben, wenn sie offenkundig handelte. Aber eine jede Regierung bebtent sich desjenigen Verfahrens, welches mit ihrem Charakter am meisten im Einkiang steht. In diesem konstitutionellen Lande glauben wir an die Offenkundigkeit; aber Fürst Bismarck ist der Ansicht, daß eine kluge Zurückhaltung oder Geheimhaltung eine Macht ist, die man nicht unterschätzen darf. Für uns ober ist es gut, zeitig zu wissen, caß un|ir Geldmarkt in zwei Monaten 3,600,000 Pfund Sterl. weniger von Deutschland zu erhalten hat, als wir bisher gerechnet hatten." Als ob Herr Lowe, Der Finanzminister des konstitutionellen Englands mit all seiner Oeffent- lichkeit, sich eine Gelegenheit entgehen lassen würbe, auf vortheilhaste unv durchaus kaufmännische Art und Weise Staatsschulden zu tilgen und als ob dos englische Parlament ihm nicht ebenso seinen Beifall für eine günstige Finanzoperation zollen würbe, zumal wenn sie aus einem ausläubischen Markte gemacht wäre! Aoer wenn die englische Finanzwelt nun verbrießlich ist, so kommt Vies daher, daß ihr die Gelegenheit genommen ober vielmehr nicht geboten wurde, in das Gescha't zwischen Käufer und Verkäufer zu interveniren und noch ihren besonderen Schnitt an eine Commission zu verweisen, geschlossen. Der Präsident theilt mit, daß Präsident Dr. Simson sein Amt niedergelegt habe, unv setzt behufs Neuwahl die nächste Sitzung auf heute Abend 8 Uhr an. Schluß 572 Uhr. Berlin, 23. November, Abends. Bei der in Der Abendsitzung des Reichs.'gegeben. tages vorgenommenen Neuwahl eines Präsidenten fielen von 276 abgegebenen Stirn- J London, 23. November. Der Thronerbe zetgt Anfänge etnes typhot kamen 219 auf Dr. Simson. Derselbe war in Der Sitzung nicht anwesend, kann Fiebers; Die Symptome sind indessen nickt heftig. sich daher über Die Annahme Der Wahl erst morgen erklären. ' Petersburg, 23. November. Prinz Friedrich Karl mit Den QJener , Wo es erforderlich ist, sollen die Zähler die HaushaltungSvorstände aus Den nach vielen R.chtnngen hohen We.lh der BolkSjähIungsergebniffe Hinweisen und Ä!;'!i!iÄi.SÄÄ"Ä... «ä™ w- <" * •«»" «*•*• >--»--»> mfn(tftun9 volkSwtrthschastlicher Beziehung deutlich erkennen lassen, will, insofern nicht völlig einverstanden, al« man fürchtet, es werde damit em ftür die Erforschung de« Einflusses örtlicher Schädlichkeiten, auf den Gesundheit«. Gesetz geschaffen, dessen Durchführung auf tu Srössten Schwierigkeiten stoßen und milant der BevöiErung, für die Ermittelung der allgemeinen SterblichkeitSg-setze das in den allermeisten Falle« zur ruhenden Actimtat verurtheilt wurde. Man Int somit auch für di- B-rechung der Tarife der für das öffentlich- Wohl wich, tiuen Lebens-, Wittwen- unD ähnlichen Versicherungsanstalten geben Die Ergebnisse Der Volkszählung eine unentbehrliche Grundlage. Sie gewähren ferner werthvolle Aufschlüsse über Die BeDeutunq Der einzelnen Bevölkerungsklassen im Gesammtleben des Staates unD Über Die gesellschaftlichen Verhältnisse, besonDerS über Den physischen Zustand und Über die Erwerbsfähigkeit Der Einwohner. Für die Zwecke Der Reichsregierung unD Der Staatsverwaltung, für Den öffentlichen Unterricht unD Die konfessionellen Einrichtungen ist Die genaue Feststellung Der Bcvolkerungszahlen § W wit :(in Htn und l?f; Rnn 1 und r «Station •tn «> nid)t 'h# k auf eine 6r, licht» L)rdi. M zu Der. ,n» btmtrft f *8 dir fr« nßrtrn, ich on (int Gr. unfehlbar «Härt und ~ «bgtsttzt las." e| all« Lr« Hf au» Sol* Mfcjtylung »tilhtn, um »rigkn jurüd- eigtutn Zn- »btrtn Zweck itrijurij wfy koch al« An« tlpflichlni'gell Reicht- untre- rzeu von Tr. dieser Woche urc nicht nut Halt nehmen, n Pätit nicht taj die Wen* ft reige IbmM I XcnHIilüM Äing eine faaaicngtftlt etil, Handel; \\ StuoW entband tit Erninmz edmnngev, flDtt" berichirt, m (Bebaute W j' Aitdtt mi* cen Litzanzl' ■m. etiui' ■Ita ßiün|iJI,?' trn koaiglichl« M M-° «;< ijin 8111- M in t« W i» M ) uel)». Dl,ld xft W- . *i,el”9Vhri. 111 l4l\16W* Un „ilriti'»11 }(rr.fi9all8 ♦jS/S ° F »e W rM8”9' ^hieti - 20 •!? it I tril . ui $ 1«»*% <* Molkte, Stichle u. f. w. haben vorgestern ihre Ankunft für vaS Georgfest an- gezeigt. Constantinopel. Fvtma Hanum, älteste Tochter des ägyptischen Prinzen Halim Pascha, ein ganz nach europäischer Sitte erzogenes und hochgcbllvctts, erst zwanzigjähriges Mädchen, ist gestorben. — Der persische Prinz Jl Hani, der längere Zeit auf Besuch in Consiantinopr! war, ist nach Teheran zurückgckchrt und überbringt eine sehr freundliche Botschaft des Sultans an den Schah. — Der 93er- fuch der Curie, sich die birecte und ausschließliche Autorität über die katholischen Unterthanen des Sultans anzueignen, ist als vollkommen gescheitert zu betrachten. Uebrigens erhielt Msgr. Franchi vom Sultan eine kostbare Tabakeose zum Geschenk. — Die 15 „Iornaldjis", welche sich in die Provinzen begeben sollen, um vertrauliche Berichte über die Zustande derselben an den Großvezir zu erstatten, sind von letzterem bereits aus den fähigsten jüngeren Beamten der Ministerien ausgesucht worden. ■■OTTTF^ ......... f !■■■ ■ 11 ■!! ................... !!■■■ H— MBS Kirchliche Anzeige. Der Gottesdienst am 26. November soll Bormittaas in der Stadtkirche und nur Nachmittags in der Friedhofskirche gehalten werden. Künftigen Sonntag den 3. Dccember: Feier des heiligen Abendmahls. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Eichen. Evangelische Gemeinde. K o p u l i r t e. Den 19. November. Adam Weiß, Stahlarbeiter dahier, aus Calbach, Kreis Büdingen, des dasigen Ortsbürgers und Leinwebers, Johannes Weiß, ehelicher Sohn; und Wilhelmine Marie Susanne Julie Georgine Karoline Johannette Goß, des hiesigen Bürgers und Holzmessers, Georg Heinrich Goß, eheliche Tochter. Getaufte. Den 19. November. Dem Ortsbürger zu Allendorf a. v. Lda. und Bahnhofs- arbeiter dahier, Konrad Müller, ein Sohn. Karl Heinrich, geboren den 9. October. Denselben. Dem Ortsbürger in Groß-Buseck und Briefträger dahier, Christian Ludwig Todt, ein Sohn, Wilhelm Philipp Martin, geboren den 14 October. Denselben. Dem Bürger und Kaufmann, Ferdinand Hoffmann, eine Tochter, Johanne Hermine Friederike Luise, geboren den 5 September. Beerdigte Den 19. November. Karl Böß, des Bürgers zu Grünberg und Kaufmanns dahier, Heinrich Ludwig Böß, ehelicher Sohn, alt 2 M 10 T., gestorben den 17. Noo. Den 20. November. Georg Heinrich Cbel, Bürger, Weinhändler und Mitglied des Gemeinderatbs, alt 41 I. 3 M. 4 T, gestorben den 19. November. Denselben. Friedrich Johannes Textor, des hiesigen Bürgers und GastwirthS, Ludwig Textor, ehelicher Sohn, alt 11 M. 16 T-, gestorben den 18. November. Denselben. Ein unehelicher todtgeborner Sohn von auswärts, geboren den 18. November. Den 21. November. Georg Stork, Schneider aus Groß-Nohrhcim, des dasigen Ortsbürgers und Schuhmachermeisters, Ernst Jakob Stork, ehelicher Sohn, alt 25 I. 9 M-, gestorben den 19. November. Den 2 3. November. Friedrich Franz Euler, des hiesigen Bürgers und Schneidmüllers, Philipp Euler, ehelicher Sohn, alt 11 M- 24 T-, gestorben den 21. November. Denselben. Johanne Christine Karoline Auguste Katharine Elisabeth Bogt, des hiesigen Bürgers und Kupferschmieds, Georg Bogt, eheliche Tochter, alt 1 I. 5 M. 29 I-, gestorben den 21. November- Den 24. November. Georg Heinrich Thomas, Bürger und Schmiedmeister, alt 54 I. 9 M-, gestorben den 22. November. Rörsennachrichtcn. 24. November 1871. Aetlen. 50/0 Östr. F. St. E. B. 396 Lombard. Bahn 202 Ludwigsh.-Btixbaoh 1927/g Maxbahn 141 r,/8 Bayer. Ostbahn 145 Rheiu-Nabebahn-Aot. — Hess. Ludwigsb.-Act. 183 Oberhessen „ 80 Vs Prioritäten. 30/0 öster. Stsb.-Prior. 583/s 3°/0 öst. s. Lombard 793/< 30/0 Livorneser 37 5% Tosoaner 57 5% Elisabcth.-Prior. 82 do. LI. Emiss. 791/2 AnleheiislooHe. Kurh. 40 Thlr. Loose 70 Nassau 25 fl. 43 40/g bayr. Präm.-vknl. 1123/< Ansbacher 7 11. 12 40/g badische Loose 1103/4 Badische fl- 35 Loose 70 30/0 Oldenburg, ä 40Thlr. 363/< Oestr. fl. 250 v. 1854 77 1858r Prioritätsloose 187 1860r Loose 873/ß 1864r n 1411/4 Braunschweiger 19*/s' Stadt Florenz 84 Weeheei. Amsterdam k. 8. 991/4 Augsburg k. S. 993,4 Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 96 Brüssel k. 8. 927/fl Hamburg k. 8. 873/s Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 1183/s Lyon k. 8. 91 Vs Paris k. 8. 91 Vs Wien k. 8. 100Vs ditto m. 8. — ditto 1. 8. — Disconto 4 0/0 tieldeiorten. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 40—42 „ doppelte 9 40—42 Holl. fl. 108t. 9 53-55 Ducaten . . 5 34—36 20 Frankenst. 9 181/2—19 Vs Engi. Sover. 11 47—49 Russ. Imper. 9 42 —44 Dollar in Gold 2 24 V2—25 V> PreußS. 4>/zv/o Oblig. 100Vs Frankl. 31/2% Obi. 87 Nass. 41/2% Obi. 981/1 Kurhess. 4% n 92 Gr. Hess. 5% Obi. 103,2 im mm i r m—w« wwwmutynnfrw ANgemeiner Anzeiger Btsvudere Bekanutmachungen. Die Volkszählung im Jahre 1871 betreffend. '’tn den nächsten Tagen wird die uns übertragene Volkszählung ihren Anfang nehmen. Die Haushaltnngsvorständc werden ans den ihnen zum Anssüllen zugcstcllt werdenden Zähluugsllsten ersehen, daß auf der ersten Sette derselben die Anwesenden ausgezeichnet werden sollen und daß auf der letzten Seite nur drejcnigen Abwesende» besonders zn verzc.chnen sind, welche noch zur Haushaltung gehören und die sich nur auf kurze Zeit au» der letztere» entfernt haben. wieder am I. Decembcr Vormittags Anwesende wird in der Haushaltung gezählt hanfgcschriebcn). wo er ferne ^.chlasstelle hat; folglich muß teder Lausbaltungsvorstand atißer seinen eigenen Familicngliedern auch seine Dienstboten und dre bei ihm wohnenden Gesellen, Lehrlinge, sowie die bei ihm wohnenden ledigen Miethslcutc (Accessisten, Stndenten, Schüler, unselbstständige Arbeiter, Kostktudcr, Verwandte «.) nnd die bei ihm einquartirten Soldaten Ausfüllen'der Zählungslisten den Zählnngs-Agenten überlasten muß, wolle dafür sorgen, daß er bei Ankunft des Zählungs-Agenten alle nötbigei, Notizen, (Geburtstag, Confession, Heimath und Staatsangehörigkeit der einznschreibendcn Personen) bei der Hand hat. Wollte man erst beim Eintreffen des Agenten diese Notizen sammeln, so würde das Zählgeschäft in der gesetzten kurze» Frist nicht vollendet werden können. Die Gastwirthe müssen am 1. Dccember früh alle Gäste, die in der letztverflossenen Nacht ui ihren Gasthöfen gewohnt haben, nach Namen, Geburtstag, Confession, Beruf, Heimath und Staatsangehörigkeit genau ausfragen und hiernach die vorgeschricbenen Eiiiträge »i die für die beherbergten Gaste ^d"^Be?voh>icr'der Stadt Gießen das dringende Ersuchen, die am 1. Dccember Vormittags ausgcfüllten Zähllisten so bereit >u halten daß sie vom 1. Dccember Mittags an und an den zwei folgenden Tage» in Empfang genommen werden können. «ä is. w, .Ni. 4900) Die Gerichtstage in Rodheim pro 1871 und 1872 finden an folgenden lagen statt. ^^nat Dccember 1871 den 7., 8. und 9., 2) „ „ Januar 1872 „ 4., 5. „ 6., 3) „ „ F-bruar „ „ 8-, 9. „ 10, 4) „ „ Marz „ N 7., 8. „ 9., 5) ; " April „ „ 11-, 12. „ 13-, 6) „ „ Mai ,, „ 16-, 17- „ 18-, 7) „ „ Junr „ n 13-, 14. „ 15., 8): : Ju« , . ", 12. 3 9) „ „ September „ „ 12., 13. „ 14-, 10) „ „ Octobcr „ ,, 10., 11. „ 12., 11) „ „ November „ „ 7-, 8. „ 9. Nodbeim, am 11- November 1871. m g ' Königliches Amtsgericht, Abtheilung Klingelhöfser. II. kya ri Iben, 15 diverse Bettstellen mit dem dazu l llllflv ' ♦ flci)ötiflen Bettlverk nnb Matratzen, Tische, 4979) Nächsten Montag, den 27. d. Mts I Stühle, 2 Eiskasten, 1 Eismaschine mit und die folgenden Tage, werden auf frei- Zubehör, 500 Flaschen Wein, 100 Flaschen williges Anstehen des Restaurateurs Co- Eognac, 50 Flaschen Abspntb, 100 Flaschen gery im neuen Kurhause dahier abzugs- verschiedene Wqueurc, 25 Fässer, sodann halber öffentlich an den Meistbietenden gegen sämmtliche Haus-, Küchen- und Keller- Baarzahtung versteigert: 2000 verschiedene geräthschaften. Weingläser, 300 Eisgläser, 24 Bierkannen Bad Nauheim, am 19. November 1871. von Glas, 60 Crystallflaschen für Liqueur Großherzogliches Ortsgertcht Bad Nauheim, und Wasser rc., 24 Früchtetetter vckn Glas,__S ch u 11.___________________ 60 Comvotschüsseln, Mund schalen rc. von . Glas, 80 Dutzend Teller. 100 Kaffee- rc. Tassen, Salatiers-, Gemüse- und Fischplat- ’’ .. ten Thee- und Kaffeekannen, 100 kupferne 5022) Eine Brückenwaage, sowie eine Casserolen, 1 feuerfester Cassaschrank, so- Parthie verschiedene Fasi, zu Pfuhl eignend, dann 1 Causseuse, 4 Sessel, 2 Kleider-,^werden, um damit zu raumen, billig abge- 4 Wasch- und 4 Gläserschränke, 3 Commo-^geben- Chr- Wallenfels senior. 1 H Schmall zum Frankfurter Hof empfiehlt nachstehend verzeichnete sehr prciswürdige Weine: p- Hess- Flasche Wachenheimer . - - - — fL 24 Fr. 1/3 12 Fr. Laubenheimer . . . . — „ 36 „ „ — „ Deidesh. Tr.....48 „ „ — „ Rüdesheimer . - 1 „ — „ „ — „ Nothe Weine: Ingelheimer . . . . — „ 48 „ „ — „ Affenthaler . 1 „ — „ „ — „ Bei Bestellung von 5 Flaschen frei in's Haus geliefert. Für 1 Flasche werdet: 9 Fr. unterlegt, welche bei Rückgabe zurück bezahlt werden. 4362) Daö Pelzwaaren- Lager von H. Ri'lbsinnen, MäuSburg Lit. D. 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S Mein Tuch- und BukSkin-Lager für die Winter-Saison, bestens sortirt, bringe ich in em- pfehlende Erinnerung. Preise fest und billig. Ludwig Lang, Marktstraße 25, vis-a-vis dem Kaufmann Herrn Emil Pistor. ! ’ Nascher Ausverkauf!! Nur gegen Baar! 4719) Wegen ganz nahe' bevorstehender Gefchäftsverän- derung bin ich genöthigt, meine fämmtlichen Glas- und Porzclllmwaaren, um rasch damit zu räumen, gänzlich unter dem Preise abzu geben. Besonders bemerken muß ich, daß alle Artikel ganz neu mit modern sind und daß mein Lager von den feinsten Lurusartikeln bik zu den gewöhnlichsten Hallshaltungsgegenständen in dieser Branche Auswahl bietet._______________Karl Fuhr, Kirchenvlatz. 4937) Regenröcke, Moleskinröcke (letztere seh' stark und dick), sowie Gummischuhe, empfiehlt W Lager in ächt italieni- jH schon und deutschen . W Teigwaaren, als: . WMaccaroni, Dermicellis, J W Suppenteige, Eierge- o W müse- und Gicrsuppen- e W nudeln. Parmesan- und v D Euimeiithaler r H Häse. Thee, Vanille, gg Chocolade, Sardellen e W und ß »Gothaer Cervelatwurst. | E Blockchocolade, pr. Pfund 28 kr. s W Würfelzucker. | W Champignons, | gBTriiflelii. Sardine* W ä Fhulle, reiss. ^Sardinen, Cavlar Wund Mixed-Pickles. || Tafelmandeln, E Tafelrostnen, - W Jtal. Haselnüsse. | 4873) Die Specerei -, Material- und Farbwaaren - Handlung von Emil Fischbach in Giessen (Seltersweg) empfiehlt sich einem geehrten Publikum bestens. Große ur.d kleine Rosinen, ausges. große Mandeln, Citronat, Orangeat, ganzen und gestoßenen Ztmmet, gestoßene Raffinade, Citronen, AniSsaamen, Ammonium und Pottasche. Reinschmeckendes Schweineschmalz, pr. Pfund 28 kr- Condensirte Milch. Jtal. Brüncllen, getrocknete Kirschen, Aepfelspalten, ganze Aepfel, Mirabellen, Catharina - Pflaumen und türk. Zwetschen. Reisstärke. Toilette-, Bade-, Fenster- und Pferdefchwämme. Bienenhonig, Zuckersyrup. 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