Preis vierteljährig 1 st- 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 st. 27 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition : Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Hießen. Nr. IS. Samstag den 21. Januar 1871. Brodprcife vorn 21. bis 27. Januar 1871, nach eigener Erklärung der Bäcker: 4 Pfund qcmiscktes Brod 21 kr. 2 Pfund gemischte« Brod 10’/5 kr. 4 Pfund Roqgenbrod 18 fr. 2 Pfund Roggenbrov 9 fr. AmtlichcrTheil. L e f a ii n t in a ch u n g. Bezüglich der Ausführung des Bundesgesetzes vom 11. Juni 1870, betreffend: Das Urheberrecht an Schriftwerken, Abbildungen, hat das Bundeskanzler-Amt folgende Instruction erlassen: - " 1. Nach 8- 58 Absatz und 5 des Gesetzes vom 11. Juni 1870, betreffend das Urheberrecht an Schriftwerken rc. (Bundesgesetzblatt Seite 339), dürfen die beim Inkrafttreten dieses Gesetzes vorhandenen, bisher rechtmäßig angefertiaten Vorrichtungen, wie formen, Platten, Steine, Stereotypabgüsse rc. auch fernerhin zur Anfertigung ron Exemplaren benutzt werden, selbst wcz^n ihre Herstellung nach dem Gesetze vom 11. Juni 1870 untersagt ist; die Vorrichtungen müssen aber amtlich mit einem Stempel versehen werden. 4 z Wer sich daher im Besitze derartiger Vorrichtungen befindet und dieselben noch ferner zur Herstellung von Exemplaren benutzen will, hat die Vorrichiungen biS zum 81. Mar; 1871 einschließlich der Polizeibehörde seines Wohnortes vorzulcgen. 2. Die Polizeibehörde stellt ein genaues Verzeichmß der ihr vorgelegten Vorrichtungen nach dem anliegenden Formular A. auf und bedruckt die Vorrichtungen demnächst mit ihrem.Aienststempel. Cb die Herstellung der Vorrichtungen nach der bisherigen Gesetzgebung erlaubt war, hat die Polizeibehörde nicht zu prüfen; dagegen hat dieselbe die Stempelung zu rerweigern, wenn sie ermittelt, daß die Vorrichtungen erst nach dem I. Januar 1871 hergestellt worden sind. $. 3. Das Verzeichnis (§. 2) wird bis zum 30. April 1871 von der Polizeibehörde un die zuständige (Zentralbehörde des betreffenden Bundesstaats im Geschästswege kingercicht und von der Letzteren aufbewahrt. Einer Anzeige, daß bei der Polizeibehörde Vorrichtungen lur Abstempelung überhaupt nicht oorgelegt worden seien, bedarf es nicht. $. 4. Nach §. 58, Absatz 2 und 5 des Gesetzes vom 11. Juni 1870, dürfen die beim Inkrafttreten dieses Gesetzes vorhandenen Exemplare, deren Her/tcUuni nach der bisherigen Gesetzgebung gestattet war, auch fernerhin verbreitet werden, selbst wenn ihre Herstellung nach dem gegenwärtigen Gesetze untersagt ist, die betreffenden Exemplare von Schriftwerken müssen aber mit einem amtlichen Stempel versehen werden. Wer sich daher im Besitze derartiger Exemplare von Schriftwerken befindet, hat dieselben biS zum 31. Marz 1871 einschließlich der Polizeibehörde seines Wohnortes vorzulcgen. $. 5. Tie Polizeibehörde stellt ein genaues Vcrzeichniß der ihr vorgelegtcn Exemplare nach dem anliegenden Formulare B. auf und bedruckt demnächst jedes einzelne Exemplar mit ihrem Dienststempel. Die Bestimmungen im § 2, Absatz 2, und im $• 3 dieser Instruction finden auch auf die Abstempelung der Exemplare von Schriftwerken Anwendung. Eine Abstempelung der Exemplare von Abbildungen und musikalischen Kompositionen finden nicht statt 6. Für die Jnventarisirung und Abstempelung der Vorrichtungen und Exemplare werden Kosten nicht erhoben. — Die im Kreise Gießen ansässigen Geschäftsleute werden aufgefordert, ihre bisher rechtmäßig angefcrtigten Vorrichtungen (Formen, Platten, Steine, Stereotypad- güsfe :c.), sofern sie solche fernerhin zur Anfertigung von Exemplaren benutzen wollen, längstens bis zum 31. März d. I der Grobherzoglichen Polizei-Verwaltung dahier Behufs der Abstempelung derselben vorzulegen. In derselben Frist müssen auch die in 4 obiger Instruction erwähnten Exemplar.' von Schriftwerken der Großhcrzoglichcn Polizei-Verwaltung, zur Abstempelung vorgclegt werden. Gießen, den 11. Januar 1871. Grobherzogliches Krcisamt Gießen. In Verhinderung des Kreisraths: Kekule, Kreisassessor. Politischer T h e i l. 20. Januar. Ueber die Lage in Frankreich bemerkt die Wochenschrift „Im neuen Reich":i „Man hat wiederholt gesagt, und die Franzosen selbst sind davon überzeugt, daß die Truppen der Republik sich bester schlagen, als die alten regulären des Kaiser- reichs. Das ist, so allgemein behauptet, ein Unsinn. Aber die Verwendung der Menschenkrast duich die französischen Organisakeure ist mit der steigenden Roth härter, schonungsloser, barbarischer geworden, und in dem Volk selbst hat die Angstloge Frankreichs das Gefühl weit verbreitet, daß der Mann sich seinem Lande schuldig sei. Die Mehrzahl der zusammengerafften Haufen schlägt sich unsicher, wie bei jungen taktisch unfertigen Truppen natürlich. Aber in den neuen Heeren der Republik kämpft auch ein neues Element, die begeisterte Jugend Frankreichs; neben vielem Gesindel und gepreßten Landleutcn steht die Dlülhe des fron-- zösischen Volkes, fast unseren Einjahrig-Freiwilligen vergleichbar. Dieses Neue giebt den französischen Angriffen zuweilen eine Kraft, Energie und Zähigkeit, welche sehr achtungewerth sind. Es werden für riesen Krieg unnütze Opfer — denn sie vermögen das Endresultat nicht ändern — kaum auszuhaltcn fein. Aber sie legen uns, wenn wir an die Zukunft denken, Zweieilei nahe. Zuerst ist un- läugbar, daß die zahlreichen Söhne gebildeter und einflußreicher Familien, welche unter dem Banner der Republik fechten, sich auch als Republikaner fühlen lernen, im Gegensatz zum' früheren Heer und zum Kaiserreich. Deshalb vermindert die längere Dauer des Krieges die Aussichten der Rapolecnircu oder einer ankeren Familie auf Restauration. Die Republik mag unsägliches Elend über Frankreich dringen, sic hat einen gewissen Vortheil vor monarchisch,m Regiment: sie wird nicht in gleicher Weise unpopulär, wie eine geschlagene Dynastie. Ihre Führer wögen sich schnell abnutzen, Gambetta mag als ein verlogener Schwadroneur all- gemeinem Hasse verfallen — was uns übrigens bei dem Charakter der Franzosen unwahrscheinlich dünkt —, die Republik findet schnell neue Togeehelden, und sie giebt der Jugend bei allen Leiden die behagliche Empfindung, daß jeder Einzelne ein solcher Held werden kann. Deshalb ist wahrscheinlich, daß es längerer Unordnung im Frieden und gesteigerter Consuston in Verwaltung und Finanz bc* dürfen wird, um die Franzosen zu einer Restauration der Monarchie zu bringen Wie bedeutsam das für unsere künftige Stellung zu Frankreich sein muß, bedarf keiner Ausführung. Ferner aber ist durch diesen Kriegsdienst der gebildeten Jugend den Franzosen die Möglichkeit gegeben, von dem bisherigen Söldnerheer zu allgemeiner Dienstpflicht berauszustcigen. Diese Einrichtung würde — wenn cs gelänge, sie festzuhalten, was allerdings zweifelhaft ist — ganz leise und unmcrk- lich das Heer, den Idealismus der Ration, die Politik uniformen. Menschenblut wird werthvollcr, die Familiengesühle werden in ganz neuer Weise zu einer Eon- trcle der Staatspolitik herang^zogen, die gebilketen und besitzenden Classen Höpen .plötzlich auf, als Zuschauer in der Arena zu sitzen und ihre Gladiatoren für den frivolen Ruhm Frankreichs zu verwenden; nicht mehr die Journalisten, Advocaten und Priester Frankreichs werden über Krieg und Frieden erkennen, sondern die Väter, welche ihre Söhne beim Heere haben. Jedes Heer aus allgemeiner Dienstpflicht macht das Volk zugleich kriegölüchtig und friedlich, und die Politiker vorsichtig und mäßig. Diese segensreichen Wirkungen nürden auch in Frankreich ein- lrcten, trotz der krankhaften Eitelkeit, trotz der Unfreiheit des Individuums gegenüber den Tagesstimmungen, trotz allem Haß und Schmerz über verlorenes Landgebiet. Und deshalb setzen wir mit einer Theilnahme, in welcher sich nicht allein feindselige Empfindungen regen, auf eie neuen Heere an der Loire und Rhone. Möglich, daß gerade aus ihnen die Garantie für einen dauerhaften Frieden der beiden großen Rationen heraufwächst." Der durch die D'Smarck'sche Rote angeregte Austausch freundschaftlicher Gesinnungen zwischen dem deutschen und dem österreichischen Cabinet hat sowohl die russische Diplomatie wie die ru'sische TageSprcffc ganz verstimmt und zugleich ihr Vertrauen zu der bcvorstehendiN Londoner Cenferenz erschüttert. Ein Petersburger Blatt, das zu den russischen diplomatischen Kreisen in vertraulichen Beziehungen steht, gibt dieser Verstimmung Ausdruck, indem es sich in Bezug auf die Londoner Eonferenz also äußert: „Wir haben unsere Meinung bereits dahin ausgesprochen, daß Rußland auf der Confcrenz mehr Feinde als Freunde finden wird, und aus diesem Grunde hegen wir st.nke Zweifel an der glücklichen Erledigung drr PontuS-Angelegenheitrn, besonders seitdem Preußen sich so entschieden für die Annähtrung an Oesterreich ausgesprochen hat. Aber die Ccnfc- rrnz wird wenigstens zergen, welche politischtN Eombinationen sich nach beendigtem deutsch - französischem Kriege i.ntcr den europäischen Staaten bilden werden. Richt ohne Besürchtung sehen wir der Conserenz entgegen." „Le Drapcau" bringt eine Reihe von Berichtigungen gegen französische und schweizerische ZkitungScorrespondenzen über Wilhelmshöhe. Ohne auf das Geschwätz dieser B'richterstatter weiter einzugeden, wollen wir wenigstens dicjeni- gen Punkte ausheben, die sich auf Persönlichkeiten beziehen. Nach dem ,.Dra- pcau" geht der Kaiser nicht Arm in Ann mit Conneau und mit General Douay spazieren, ersterer hält sich seit Monaten in England auf, letzterer ist in Bonn und „war in Kassel" «den so wenig wie General Ladmirault jemals in Kassel war. Die Mar,chälle Le Boeuf und Eanrvbert kamen nur einiMl*dahin. Die Briese drr Kaiserin von England treffen mit der Post ein und General Froffard, der in Köln ist und jungst nur 24 Stunden in Wilhelmshöhe war, wurde niemals mit diesen Eorresponkenzen beauftragt. Rvuber war niemals in Kassel und hat noch weniger eine Unterredung mit Herrn v. ThUc daselbst gehabt. Pietri, der frühere Pvlizeipiäsect, ist alleidings auf Wilhelmshöhe gewesen, aber wer er Herr Hubaine Bulgarien gefaßt machen. n. v., liegt liegt Kriegsnachrichte Verlustliste. 1. Netter * Regiment. Gefecht bei Chaumont am 6. Januar Gardechcvauxleger Johannes Dietrich von der L.ibfchw., Gefecht bei Bannes am 7. Januar 1871. Gefreiter Math. Seb. Mergel, 4. Schw., aus Klein-Krotzenburg, tobt; Garoechev. Ph. Herm. Bogt, 4. Schw., aus Lich, vermiet. Putrou llengtfecht bei Sennely am 8. Jan. 1871. Chevauxleger Anion Mayer, v. 0. Leibschwadron, aus Darmstadt, vermißt. PalrouiUengcfecht bei Sully am 9. Jan. 1871. 3"bs Groß aus U.berach, I. v., Schuß durch die linke Seite, dajelast; Chevauxleger Joh. Georg Dotzcrd, v. d. 4. Schwadron, aus Stockhausen, öinuifet. 2. Reirer-Regiment. Patrouillengkfecht bei Briare nach Ouzouer am 9. Jan. Corpora! Casp. Joh. Joc. Gresser aus Heppenheim, 1. v., Schuß durch die rechte Hand, liegt in Orleans; Chevauxleger (einj. Frc.w.) Carl Jordis aus Darmstadt, schwer verw., Schuß durch die Brust uno an dessen Folgen in der Nacht vom 9. auf 10. Jan. gestorben. Gefecht bei Ouzouer am 10. Jan. 1871. Chevauxleger Wilh. P.tec MuU r aus Bingenheim, 4. Schw., vermißt; Chevauxleger Peter Herge aus Schn»pp-nhausen, 4. Schw., vermißt. Corporul J.coo J der aus Nieder-E chvach, 4. Schw., l. v., Prellschuß am r. Bein, befind^ sich bei der Schwadron. 2. Infanterie-Regiment. Patrouillengefeat bei Briare am 7. Jan. 1871. Corpora! Wilh. EU.r von der 3. Compagnie, aus Dorn-Dürkheim, schwer v., Schuß in die Brust, liegt im Laz. Briare. Chevauxleger Sevast. Maurer, v. d. 4. Schwadron, aus Schwabsburg, l. t., Schuß in den Oberschenkel und in linke Schulter, liegt im Lazarett) Orleans: 1. Jäger-Butaillon (3. Compagnie). Gefecht bei Bannes am 7. Iin. 1871. Gardejägcr Seb. Greb von Raemuht, schwer verw., Schaß durch den Hals, im Laz. Orleans; „ Jacob Koch aus Nieder-Klingen, l. v., Schuß durch den l. Fuß, liegt Dd|elbll; 1871. aus Groß-Lüder, im fönifll. p-euß. jtreis Fulca, l. v. durch Prelljchuß am r. Unterfc^cnfel, bifxneet sich bei feiner Schwadron. „ 3uq. Knell aus Frankenhaufcn, l. Bayonnetstich, befindet sich bei brr Compagnie; Corpora! Hrr.n. Botz aus Selln od, vermißt; Gardejag r Conrad Kale fleisch, aus Unt r-Svrg, vermißt; „ Heiniich Diegel aus G-oß Kurven, vermißt. 3. Jdsanterie-Neg MiNt. Gefecht bei Jedes am 10. Jan. 1871. Gefreiter Joh. Lönenhaupt von der 2. (Souip., aus Groß-Rohrheirn, todi, Schub durch den Kopf. Darmstadt, 18. Jan. Das gestern ausgegcbene Regierungsblatt Nr 2 enthatt: I. Großhe.zvgliches Edikt, die Mitglieder des StaatSrathS für 1871 betreff nd: jMle uufcrrorbinlliche Mttglud-r des StaatSrathS für das Jahr 1871 sind berufen: 1) der rouflicbe G>heimrraia Dr. Rinck Freiherr von Starck; 2) der Praukent .er ÜDer.hiT.c nal - Dmctcn Dr. (»olv.uann; 3) der Präsident des Doe.Ciniiilor u . 0 .fl.igirr; 4) der Präsiden, des Hv'gerichts der Provinz Starkrn- bur9 Or. Jlr>i; 5) der £ necier des Ooerappcllat ons- und EassationSgerichis Eleve,»..rnio Dr. wuUr.; 6| cer Min tirrialraty S»l -ermacher; 7J der Mini- neruli.tü A.e. err von Siodeufie.n; 8) der OoeroppeUa,ii>n0. und EassativnS- 0 rid>,e> alb Dr. H.llwg.v«; 9J ter M nisterialrath Fächer. Ii. 't'.t unr oaedung, Cie Ausführung der Gewerbe - Ordnung vom 21 3uni lb69 in den Provinzen Starkenburg und Rheinhessen betreffend. ‘I Für die nach den früheren Grundsätzen zu behandelnden Pensionen sind für 100 fl. Naturalien 115 fl. zu vergüten; sodann beträgt der na» der Verordnung vom 13. Oktober 1840 und dem Tarif vom 22. September 1868, ,u leistende Zusatz für Holz von 100 fl. Pension 1 fl. 7 fr. IV. Bekanntmachung Großherzogtichen Kriegsministeriums, die Freiherrlich von Weyherische Eleonorenstiftung betreffend. Aus der Freiherrlich von Wephrnfchen Eleonorenstiftung ist eine Pension (u vergeben. Es werden daher alle Diejenigen, weiche auf Grund der Aller- vöchsten Verordnung vom 19. Januar 1848 (Regierungsblatt Nr. 3) um t>,efe Pension nachfuchen wollen und nicht bereits früher um eine solche eingekommen ■ine, aufgesordert, innerhalb 4 Wochen von dem Erscheinen der gegenwärtigen Bekanntmachung im Regirrungsblatte an, ihre Gesuche bei dem Kriegsministerium einzugeben. V. Bekanntmachung, die Verkündigung gerichtlicher Anzeigen in der Provinz Rheinhessen btlrrff.nc. 1 Ii. Großherzogliches Bezirksgericht Alzey hat in feiner Generalversammlung 8. Decemder v. I. in Gemäßheit der Allerhöchsten Verordnung vom 12. Z'nuar 1852 die „Wormser Zeitung" als dasjenige in der Provinz Rheinhessen erscheinende Zeitungsblatt bezeichnet, durch welches die in dem Bezirke des ge- nannten Gerichts nothwendig werdenden, im Art. 1 der gedachten Verordnung ausgeführten gerichtlichen Anzeigen für die Dauer des Jahres 1871 zu verkünden sind, und hat dieser Beschluß die nach Art 2 der erwähnten Verordnung erforderliche Genehmigung des Grvßperzoglichen Ministers der Justiz erlang,. VI. Concurrenzerösfnung: Erledigt sind: die evangelische Pfarr- stelle zu Lindenfels, im Dekanate Lindenfels, mit einem Gehalte von 1072 fl. 20 fr.; die vierte evangelische Schulstelle zu Arheilgen, im Kreise Darmstadt, mit einem Gehalte von 300 fl. excl. des May'jchen Legats und einer Vergütung von 40 fl. für Heizung des Schullokais; die erste evangelische Gemeinvisvulstelle zu Schorn heim, im Kreise Oppenheim, mit einem Gehalte von 445 fl. 37 fr., wo- ucn vorerst 75 fl. abzugeden sind; die dritte evangelische Schulstelle zu König, im Kreise Neustadt, mit einem Gehalt von 300 fl.; das Präfentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grasen zu Erbach-Schönberg zu; die evangelische Schulstelle zu Pieitersheim, im Kreise Alzey, mit welcher ein Gehalt von 300 fl. nebfl einer Vergütung von 30 fl für Heizung des Schullokais verbunden ist; die evangelische Schulstelle zu Waschenbach, im Kreise Darmstadt, mit einem Gehalt non 300 fl. 4 fr. nebst 11 fl. für Heizung de« Schullokais, excl. des May'tchen Legats; die fünfte evangelische Schulstelle zu Pfungstadt, im Kreise Darmstadt, mit einem Gehalt von 300 fl. ' VII. Gestorben: am 18. November 1870 der evang. Schullehrer Balz zu Heppenheim; am 1. December der pensionirte Schullehrer Bonn zu Burkhards; ■ am 4. December der evang. Pfarrer Stock zu Seligenstadt. I , , ehrerbietiger Zustimmung und freudigem Danke begrüßen wir die ierhebenden Worte Ew. Majestät, welche, durchwebt van Nachdem durch Artikel 80 der Verfassung des deutschen Bunde« die am 21. J ini 1869 für den Norddeutschen Bund erlassene Gewerbe-Ordnung mit dem 1. Januar 1871 auch in den südlich des Mains gelegenen Theilen des Groß- herzogtbums eingefuhrt worden ist, wird die zur Ausführung derselben erlassene Verordnung vom 1. November 1869 — Regierungsblatt Nr. 53 — mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner königlichen Hoheit des Großh.rzoas auf diese Landes- theile ausgedehnt. III. Bekanntmachung Großherzoglicher Oberrechnungskammer, die Vergütung für die in 1871 in Geld zu berichtigenden BesolvungS- und Pensions- Naturalien betreffend. Auf den in 1870 auf den Frachtmärkten zu Mainz vorgekommenen Frucht- verkäufen, welche nach der Verordnung vom 10. December 1857 der vorgenannten Vergütung zur Grundlage dienen, ergeben sich als Durchschnittspreise eines Malters von: 8251 Malter Waizen . . . 12 fl. 11 kr. 31392 „ Korn ... 9 fl. 45 kr. 87 „ Gerste ... 7 fl. 44 kr. 776 „ Hafer ... 5 fl 49 kr., woraus sich der Werth von 100 fl. Naturalien auf 2ü9 fl. 1 kr. berechnet. In den Städten Darmstadt und Gießen, aus welchen nach der vorerwähnten Verordnung die Fruchtverkäufe gleichfalls zu berücksichtigen sind, wurden in 1870 feine Fruchte zu Markt gebracht. Hiernach kommen für 1871 hinsichtlich der- l'N'gen Besoldungen und Pensionen, auf welche die ungezogene Verordnung An- wendung findet, die Beträge von resp. 175 fl., 150 fl. und 125 fl. in Berechnung. von Florenz, noch Herr Paul de Cassagnac sind daselbst gesehen worden. Der Kaiser hat ouch keinen Crebit in Frankfurt eröffnet und niemals englische Bank- billetS, die er von London bezogen haben sollte, ausgegeben. Aus Konstantinopil wird unterm 14. telegravhirt: Das Regierungsorgan „Haik" sagt Angesichts der Conferenz: Rußlands Verlangen sei billig und könne die Türkei nie gefährden, weil die türkische Flotte der russischen stets gewachsen sein würde. Die Conferenz werde außer der Donaufrage keine andere berühren. Die bulgarische Kirchenfrage macht noch immer viel von sich reden. Nachdem es evident wurde, daß die Zusammenberufung eines ökumenischen Gönnte doch im Werke sei, überreichte die bulgarische gemischte Commission, welche seit Jahr und Tag in Konstantinopel tagt, einen sehr energischen Protest dem Großoezler mit der entschiedenen Erklärung, sich keinem Concilsbeschlusse unterwerfen zu wollen. Erstens, sagen die Delegirten, sind nie Conctte zur Erlebt- gung von Fragen, die rein administrativer Natur sind, zusammengetreten; es waren im Ganzen 7 solcher Lersammlungen (in den Jahren 325 und 783) die aber insgesammt sich mit Definirung von Dogmen befaßten, nie aber mit Verwaltungsgegcnständen. Sodann wird dem Coucil sicher der Patriarch präsidiren, uno da dasselbe zum größten Theile aus griechischen Prälaten besteht, uns terrorisiren. Selbst die paar slaviichen Bischöfe, die anwesend sein werben, werben aus Furcht, Beranlassung zu einem Schisma zu geben, nicht für unsere gerechte Sache stimmen können. »Die bulgarische Kirchenfrage lst für unsere Nation durch den bekannten kaiserl. Ferman definitiv und unveränderlich gelöst, und wir werden nie zugeben, daß wer immer uns die durch jenen Act zuruckge- gebknen Rechte wieder raube." Das ist wohl eine enlschiebcne Sprache, die auf die Enischtießungen der Pforte einen gewissen Einfluß oueüben cüifte. Wahr- schein.ich wird trotz ter russischen Bemühungen ras Concil nicht zu Stande kommen; sollte dies aber doch geschehe, |o kann man sich auf ernste Unruhen in f Telegraphische Depeschen. + Berlin, 19. Jan. Der Aorcß-Entwurf des preußischen Abgeordnetenhauses lautet: Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster Kaiser! Allergnädigster König und Herr! Ew. Majestät Allerhöchste Botschaft, welche dem deutschen Volke die Erneuerung und Uebernabme der deutschen Kaiserwürde vcrkündet, hat das preußische Abgeordnetenhcius fr urig begrüßt, voll Dank gegen Gottes gnädige Führung, welche Ew. Majestät die Wieberhersiellung des Deutschen Reiches beschieden hat. Auf den Ruf Ew. Majestät werden sich bald die Abgeordneten Deutschlands im Reichstage versammeln. Wir halten fest an der Hoffnung, daß auch die V.r- irehr des Stammes, dessen Södne, dem patriotischen Rufe ihres Königs folgend, in Besiegung des Feindes wetteiferten mit den übrigen deutschen Stämmen an Anstrengung und Tapferkeit, uns nicht fehlen werben bei der friedlichen Arbeit des Nat onal-ParlamentS. Als Frucht uno Preis des gewaltigen, an den edtlsten Opfern reichen Krieges, der unter Ew. Majeflät ruhmvoller Führung mit Niederwerfung und Erschöpfung des Feindes menschlicher Voraussicht nach feinem Ende nahet, ist unserem Vater- lande, nach mächtigem Ringen und Kämpfen der ganzen Geneiation, die politische Einheit und die einer großen Nation würdige Stellung zu Theil geworden. Nicht Deutschland hat den Kamps gesucht; ihm ist es nicht zu thun um Demuthrgung seines besiegten Nachbars; Deutschland wird jederzeit bereit sein die Waffen nieterzulegen, sobald ihm durch den Wiedererwerb in Zeiten der Un- einigkeit und Schwäche verlorener Grenzlande mit natürlich und künstlichen Boll- we ken Schutz vor erneuerten Angriffen geährt ist. Gesichert gegen Frankreich, wird Deutschland die beste Bürgschaft bilden für einen dauernden europäischen Frieden. r ' ;**,**» ijnf* .tl Hltf* .u ruMt,ronl WM . j. WNU-' , taitii ^,n/ c n5 «i. »i! ttn? I«j0 Bombaidtment I Guß ttr ®ttolhrum Anis v» 'Li'lzlitktr «n fid) zu b tegonnen ivuikt. sMtMgkdörigta ® im biingin. Am 14. ß-nd Ddtoni 117, tot Dil „Zoutnol un lit Bttlkttkt rer ©erJii/Hung hl 0) Badische fl. 35 Loose 60' 8 Oestr. fi. 250 v. 1854 70 V* 20 Frankenst. 9 31—32 Bl »It 95 95 s. S. S. k. k. k. k. fr. fr. fr. k. 8. k. 8. k. 8. k. 8. k. 8. k. 8. k. 8. m. 8. 1. s. Amsterdam Augsburg Berlin Bremen Cöln Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto Disoonto 45 44 Prioritäten. öster. Stsb.-Prior. 56 öst. s. Lombard 467/g Livorneser 313/* Toscaner 497/g Elisabeth.-Prior. 75'/» 997/8 105 88 Vg 1047/8 88 1047/g c jjStirrr Jülf ig?url»orti; Actien. Frankf. Bank 129'/g Frankf. Vereins-Kasse 100'/z Darmst. Bankact. 317 Wien Bankaction 706 ।. 111 ien 130' ? Actlen. Oest. Creditact. 238 q öetr F. St. E B Lombard. Bahn 178 Offleiello militärische Stachrichten. Aus einem Telegramm Sr. Majestät des Kaisers und des Königs Ihre Majestät die Kaiserin-Königin entnommen: Die Pfarrgeschäfte für diese Woche (vom 22. bis 28. Zanuar) besorgt Pfarrer Dr. Seel. v. ©oben. Dor Paris am 19. Ausfall bedeuten- oon 2 bis 24 Stücke spülend, mit und ohne Glocken und Trommel, Easlagnetten, Himmelüstimrnen, Mandolinen zu en-gros-Preiten. empfiehlt (1647) Georg Scbnfer, Uhrenhandlung. (ittr. — Seit letzten Sonntag sind keine Tauben mehr in Paris angekommen. — bin Detachement Mobiler hat das Eis aufgebrochen, welches das Kanonenboot Varey und seine sieben Escortschiffe an einem bedrohten Puncte zurückhielt. Unsere kleine Escadrille ist jetzt vor einem Handstreich in Sicherheit gebracht. — Mehrere Kaufleute und Industrielle, von der Regierung autorisirt, haben sich in dem Ballon „Monge", der von ihnen gemicthet worden war, von hier entfernt. Dtcscr kolossale AeroStat erhob sich zur Nachtzeit, unter der Führung des Seemanns Versailles., 19. Jan. Ich kehre soeben von einem Ausfall- 3°/0 3% 3<>° 5% ä% 154'/2 Engi. Sovor. 11 55—59 Russ. Imper. 9 47»—49 Dollar in Gold 2 27—28 Seift tu ul jrrtiW * ( r^hslNig» tti mtü t* ul (»1»«’' Xm» ' ... Brt«t 185Hr Prioritätsloose l860r Loose 77 Vg 186 lr n 114'/, Braunschweiger 17 Stadt Madrid 217/g xn v rrralKrUeislung - 5 rfiltuig rom 12. i Ht fiwi| Abeulhkffti • i tortdampfer Ordre zum Abfegeln erholten. Ihre Fahrt wird wahrscheinlich nordwärts nach Cherbourg gehen, um die Truppen des dortigen Lagers beschleunigter nach St. Malo zu bringen, von wo RenncS mit der Eisenbahn in drei Stunden erreicht wird. A Brüssel, 15. Jan. Der Prinz Achilles Murat ist, von London kommend, in Blüffel eingetroffen. Man sagt in wohlunterrichteten Kreisen, daß seine Reise mit einer Erneuerung der bonopartistischen Intriguen in Verbindung steht. Der Prinz hatte lange Eonferenzen mit Granier de Cassagnac und wird sich vahrscheinlich nach Wilhelm-Höhe begeben. A Brüssel, 19. Ian. Der „Etoile belge" meldet aus Lille, daß der Präfect des Norddepartements, Legrand, von Gambetta abgesetzt wurde, weil er sich ge- »eigert hat, die vom Martialgerichtshof ausgesprochenen Todc-urtheile zu unter- ztichnen und auszusühren. A Brüssel, 19. Jan. Der „Etoile belge" bringt eine Depesche aus Vlandain vom 18. ds.: Die Armee des Generals Faidberbe ist am Montag in ?>ns (einem Dorfe auf der Straße von Cambrai nach Peronne) 17 Kilometer wn Bapaume angekommen. Gestern Morgen hat ein Gefecht zwischen den Vorposten stattgefunven. Die Preußen haben sich vor der Uebermacht zurückgezogen. Hesttrn Abend waren die Preußen unweit Bapaume und in der Umgegend von Arras signalisirt. Nach ArraS ist Befehl ergangen, das Etsenbahnmaterial nach 8ille zu flüchten. Die Franzosen haben St. Quentin wieder besitzt. A BalencienneS, 18. Ian. Der Präsident der municipalen Commission oidnet auf Befehl des Generals Faidherbe die Unterwaffersetzung der Umgebung ttr Statt an und fordert die Einwohner aus, Vorsichtsmaßregeln zu treffen. — Die Bank von Lille hat mit der französischen Bank die Vereinbarung getroffen, tcß an all.n öffentlichen ZahlungSstellen, ihre Circulativnsnvten gegen Noten der Ithttren B mk ausgewechselt werden können. A London, 16. Jan. Au- Havre wird der „Time-" gemeldet: Carnot Devaltements der Seine Jnserieur und zum außerordent- 49 fr., 1 ,r- Meinet. % V7. ■ '° '«10 ; ! ö ror^una Aa. <■ ic.' 121 fl h- m 8t. ‘^Trhoatn .n 8 „ 4'/r 0/0 1jährige 92 n 4O/o 1 jährige 85'/? Würtemb. 4VzU/o Obi. 84'/, Baden 4'/,o/0Obl. 0. E. L. 91 Oesterr. Silberrente 5 >'/* n Papierrente 47 n 5°'q M. steuert'. — gemeiner s Holzvcrsteiqenmq. Vermrethungen Vermischte Anzeigen. 194) Ein braves Dienstmädchen kann Georg Dörr, Kirchenplatz. Stecken 04 Lltlchn-: - Wir mni Betreffen! Wii, den (4965) I. G- D- Bap st. zu Bedingungen werden 3 - 250/o 9 T-rgwaaren, als: . , Ckacaladc, Arrac, X Z 6m> MUMM fj hei Anxioncen x Specerei -, Material- Eiergemüse- y und Eierfuppennudeln. und 3 Fürbwsarcn - Handlung von Champignons Emil Fischbach X BlockchocoLade. Mixed - Mickles. in § Würfelzucker. -