Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition: Canzletberg Ltt. B. Nr. 1. Preis detttliäßrig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Vost bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. m all- q;'? 2t wir itt. Hott 29' '."jF^Joub bti$ar v. j i-kunosikaten aus! i'Ll‘r' da 3?eto| da 9rf(J ‘ tr ^rude von ä ubunfl90ru|. ßsboifn von SnInZ bk', ^mh. jJ fS tost nit bernitt fl tfldfr. nwttblen sich Univ.-r)uchhhE Ricker. ift aui oifiim MM preisen ;i i tzinlnnsSpreis!. (IHK 8. If Hinein, Ir-^MeIs«s ,atute. nburger-, iinchl t Kompagnie» onis, ßr. , Bohnen, ■fr, li)(. ffb, amüif. WgU'k'» ffll fgl‘ Nr. 91. Donncrstllfl kn 20. April isti. »PirWIBlIIII |lliIMlBlMgfitMgMMMBBLllllBMMPiyilffllII ,| tbIIITTT«^ Bestell»ngcii auf Ben (Siegener Anreger L'L'SKS Abonnenten, welche den Anzeiger bei ver Expedition abholen lassen, erhalten denselben für 1 fl. pr. Quartal. Amtlicher Th ei l. Mrttwo6) bcn 26. d.M. -Nachmittags l/2 Uhr, wirb m dem Gasthof zur Traube in Darmstadt zu Ehren des Herrn Ur. Kramer, welcher ganz m der Kurze Darmstadt verlassen wird, ein Festessen stattfinden. Diejenigen Mitglieder des landwrrthschaftlichen Gießen, welche an dem Essen theilnehmen wollen, werden ersucht, dies dem Unterzeichneten spätestens bis zum 21. d. M. mitzutbeilen- Gießen, den iS. April 1871. In Erledigung der Stellen des 1. und 2. Directors des Bezirks-Vereins Gießen. Haberkorn, Mitglied des Ausschusses. Oeconomierath Bezirks-Vereins Politischer Theiß. M. Der Gesetzentwurf, betriffend die Pensionirung und Versorgung Der Mi- litärpersonen des Ruchsheeres und Der Marine, sowie die Unterstützung der Hinterbliebenen solcher Personen, muß als ein entschiedener Fortschritt begrüßt werden. Der Grundsatz, daß alle Diejenigen, welche dem Staate langjährige Dunste geleistet oder in diesem Dienste Durch Verwundungen oder Beschädigungen erwerbs- unsähig geworden, Anspruch auf Unterstützung von Seiten des Staats haben, ist in Bezug auf alle MUitärpersonen und Militä'rbeamte des deutschen Heeres vollständig durchgeführt. Offiziere und ihre Angehörigen werden in diesem Falle vom Staate ausreichend versorgt, Wittwen von gefallenen oder im Felde erkrankten und in Folge dieser Erkrankung binnen Jahresfrist nach dem Tage ocr Demobilmach-ung verstorbenen Offiziere erhalten neben der Pension aus der M'litärwitrwencasse als Beihilfe aus Reichsmitteln 500 bis 300 Thaler abwärts, und jedes Kind jährlich 50 Thaler. Was nun die Versorgung der Militärpersoncn der Unterklassen, sowie deren Hinterbliebenen anlangt, so zerfallen Die Pensionen in 5 Klassen für jede Rangstufe, und zwar betragen sie: 1) für die Feldwebel der 1. Klaffe 14 Thlr., 2 Klasse 11 Thlr., 3. Klasse 9 Thlr., 4. Klaffe 7 Thlr., 5. Klasse 5 Thlr., — für Sergeanten: 12, 9, 7, 5 und 4 Thlr., — für Unteroffiziere: 11, 8, 6, 4 und 3 Thlr., — für Gemeine: 10, 7, 5, 3 und 2 Thlr. Was endlich dieWitt- wen und Waisen der Unterbeamten, welche im Kriege gebl'eben, oder an den erlittenen Verwundungen verstorben sind, angeht, so erhalten aus Reichsmitteln die Wittwe vom Feldwebel 9 Thlr. monatlich, von Sergeanten und Unteroffizieren monatlich 7 Thlr., die der Gemeinen monatlich 5 Thlr. Für jedes Kind wird bis zum vollendeten 15. Lebensjahre eine Erziehungsbeihilfe von 3V2 Thlr. mo^ natlich gewährt. Man sieht, daß die Pensionen diefir Unterbeamten und deren Hinterbliebenen dürftig bemessen sind und der Privatwvhlthätigkeit noch ein weites Feld gegeben ist. Indessen ist doch immerhin den Anforderungen der Gerechtigkeit und Humanität von Seiten des Staats, wenn auch in mäßiger Weise, Genüge geleistet. Rur einen Vorwurf haben wir dem Gesetzentwurf zu machen, den nämlich, daß ferne rückwirkende Kraft sich auf die Tbetlnebmer an dem deutsch-französischen Kriege beschränkt. Es scheint uns eine Pflicht des Reichstage^ zu sein, mit Energie darauf hinzuarbciten, daß auch die Tbeilnchmer an dem d.utsch-österreichischen Kriege von 1866 dcr Wohlthateu di.ses Gesetzes tbrilhasiig werden, sind doch die Erfolge des letzten Krieges nur die Consequcnz des mit so großen Opfern uno Anstrengungen geführten Krieges von 1866; auch reichen die Mittel, welche die franzc- fische Kriegsentschädigung gewährt, um dic in dieser Beziehung durch Gerechtigkeit und Humanität gebotenen Anforderungen zu erfüllen. Die „Wormser Zeitung" erfährt aus Darmstadt vom 15. April, daß der Oberst und Brigadecommandeur von Lynker und Obcrkriegerath Niepoth sich dieser Tage nach Berlin begeben werden, um in Gemeinschaft mit dem hessischen Gesandten LegationSrath Hofmann Verhandlungen mit den Bundeöbehorden wegen Neusormat'on des hessischen ContingentS zu pflegen." Es ist bestimmt worden, daß den während des letzten Krieges in französische Kriegsgefangenschaft geralhenen Offizieren und Beamten das vor ter Gefangen- nähme zuständig gewesene Gehalt auch für die Zrit der Gefangenschaft, event. über den Etat gewährt werden soll, sofern das Benehmen der Betreffenden als vorwurfsfrei zu erachten ist. Ebenso soll denjenigen Mannschaften, wUche nach ter Bescheinigung ihrer Vorgesetzten unverschuldet, wie in Folge von Verwund: ng oder Krankheit, in Kr'cgSgesarginschaft geriethen, für die Zeit der letzteren ihre chargenmäßige Löhnung bewilligt werden. Die Einwohner der Stadt Wimpffen haben eine Eingabe an den Reichskanzler Fürsten Bismarck gerichtet, worin dieselben Abschrift einer Vorstellung an tas hessische Ministerium des Innern, um Ueberlassung an Württemberg oder Baden, am liebsten an ersteres, mit der Bitte um Unterstützung ihres Gesuchs der der hessischen Regierung mittheilen. In militärischen Kreisen beschäftigt mqn sich lebhaft mit der Zukunft Der Militaretablissemen s in den neuerworbenen ehemals französischen Landestheilen. Es scheint, daß deren Aufgabe beschlossen ist, da die Uebersührung ihres bisherigen Inhalts nach den rückwärtigen deutschen Festungen sich in voller Ausführung befindet. Die Mittheilungen über die in den Arsenalen von Straßburg und Metz gefundenen Waffenbestände übertreffen jede Vorstellung. In Straßburg allein sind mehrere hunderttausend Säbel, Kürassier- und Dragonrrpallasche, Faschinenmesser und 10» bis 12,000 vollständige Brust- und Rückcnkürasse, wie 150,000 Gewehre, Earabincr, Pistolen und außerdem viele hundert Geschütze, Mörser rc. gefunden worden. Bedeutender noch stellt sich die Siegesbeute von Metz. Die Militär- werk'iätten hier wie dort sollen fast Den doppelten Umfang ter großen preußischen Artilleriewerkstätten in Spandau besitzen. Die Truppenconcentration vor Versailles nimmt einen stetigen Fortgang und aus dem Verlauf Der seitherigen Operationen, sowie den neuesten MelDungen zu Fol -.? läßt sich mit Sicherheit darauf schlirßen, daß Die französische Regierung erst .«lle ihre Kräfte sammeln will, um dann unter Mac Mahon einen entscheidenden Hauptfchlag gegen die Jnfurrection zu führen. Inzwischen dauert der Kamps vor Paris in unveränderter Weise fort; beide Parteien schreiben sich Siege zu, ohne jedoch thatsächliche Erfolge constatiren zu können; die Versicherungen der Commune, daß alle Angriffe der Versailler Soldateska mit bestem Erfolge abgeschlagen sind und daß diese überhaupt ihre Positionen nur schwach verteidigen, finden — nach einer Der „InDep." zugegangenen Privaicorrcspondenz — in Paris selbst wenig Glauben, weil man Dort Die Flunkerei des Generalstabs der Commune genügend kennen gelernt hat. Von Versailles ars werden diese Nachrichten für mehr als übertrieben geschildert und nicht nur Die angeblichen Siege, fonDern auch die von dcr Commune' gemeldeten Kumpfe kategorisch als reine Erfindung bezeichnet. Jedenfalls ist die völlige Niederlage des Aufstandes nur noch eine Frage Der Zeit; Durd) die leicht gewordene Unterdrückung der Erhebungsversuche in den Provinzen M* der Commune jede Hoffnung auf SuccurS benommen, und sie wird voraussichtlich nur noch einige konvulsivische Anstrengungen machen, um die Tage ihrer Macht zu verlängern. Doch die Aussichten auf Erfolg schwinden immer mehr; Denn täglich treffen zur Verstärkung Mac Mahon's tausende von Gefangenen aus deutschen Festungen in Frankreich ein; alle technischen Truppen stellen sich dem Par- lamente zur Verfügung; Die Armee kann nöthigenfalls und in kürzester Zeit auf 200,000 Mann gebracht werden. Diesen Streitkräften stehen die demoralisirten Nationalgarden gegenüber, die inmitten einer Bevölkerung leben, die sich nach Ruhe fchnt und bei Der sich durch die Abschneidung aller Verbindungen bald empfindlicher Mangel an Lebensmitteln einstellen dürste. Der schließliche Ausgang der Pariser Revolution kann unter diesen Umständen wohl nicht zweifelhaft sein. Trotz der Zerrüttung Der französischen Zustände beschäftigen sich die franzö- fischen Finanzmänner und speciellen Publicisten schon jetzt eifrig mit Den bevor- stchendcn hohen Dcficits in Dem französischen BuDgct und Den Mitteln der Deckung. Ein Artikel von Victor Bonnet in Dem Hefte Der „Revue Des Deux Mondes" vom 1. April widerräth die Ernmifston Dauernder Renten, womit das Kaiserreich so freigebig gewesen sei. Nach dem Beispiele Am.rckaS, das Schatzbons emittirt habe, Die je nach Dcm Stande der Finanzen in fünf oder zwanzig Jahren eingelöst werDen konnten, räth Der Verfasser zu einer ähnlichen Anleihe von zehn zu fünfundzwanzig oder D.eißig Jahren, Die also entweder in zehn Jahren oder in fünfundzwanzig bis dreißig zu tilgen fet In dieser Weife solle vor Allem die erste Milliarde an Preußen bezahlt werden. Dann werde sich der Credit Frankreichs wieder gehoben haben und Frankreich werde durch eine neue Anleihe zu 5 pCt. feine eigenen Kriegskosten, sowie Das Deficit Des laufenden Budgets Decken können. Nach dieser dreifachen Operation werd'- man c'ödann der Aufgabe, die weiteren vier Milliarden an Preußen zu zahlen, näher treten und dieselbe lösen können. Das schon telegraphisch gemeldete Dccret Der Commune, welches Die Zerstörung Der Vendomesäulc anbcfiehlt, lautet wörtlich: „In Erwägung, daß die kaiserliche Säule der Placc-Vendome ein Monument der Barbarei, ein Symbol brutaler Gewalt und falschen Ruhmes, eine Bekräftigung des Militarismus, eine Verneinung des internationalen Rechtes, eine permanente Insulte für Die Besiegten seitens Des Siegers, ein beständiger Angriff gegen eines Der großen Principien der französischen Republik, Die Brüderlichkeit, lft, — decretirt: Einziger Artikel. Die Säule Der Place Dendomc wird zerstört. Paris, 12. April 1871. Die Commune von Paris." Die Pariser Commune hat auf den Bericht der Ligue Republicaine mit Nein geantwortet: „Ganz Paris hat sich zur Vertheidigung seiner Rechte zu erheben." Wer „ganz Paris" ist, weiß man; wer die Stadthausregierung aber ist, weiß man auch: Felix Pyat. Welche Sprache die Jnsurrection führt, mag Rochefort's Mot d'Ordre lehren, worin man dem Chef der Executive folgendes Ultimatum stellt: „Er (ThierS) liefere uns Binoy, Gallifet, Favre, Picard und Mac Mahon aus, welche, je zu Zweien zusammengeketlet, bis zum Rond Point der Champs Elysees desiliren. Die Sohne, Frauen, Vater und Brüder der von den Bomben dieser Preußen vom anderen Seineufer getöbteten Nationalgarvcn sollen alsdann dort zusammenberusen werden und um 12 Uhr weniger ein Viertel sollen ihnen die Gefangenen mit der ausdrücklichen Weisung auSgeliesert werden, daß sie mit denselben machen können, was ihnen gefällt. Und wenn sie ihre Gefangenen befreien, um sie im Triumphe nach dem Stadthause zu führen, so verpflichten wir uns, daß wir sie nicht daran verhindern werden. Dies ist unser Ultimatum. Wir sind überzeugt, daß Paris die Waffen niederlegen wird, so bald Thiers es anzunehmen erklärt." Und es giebt noch Leute, welche wähnen, ThierS kenne und wolle mit diesen Leuten ernstlich unterhandeln! Uebrigens zahlt das Siecle mit einigem Rechte den Versaillern den Vorwurf zurück, daß die Pariser nichts thäten, um sich die Föderalisten vom Halse zu schaffen: Diejenigen Pariser, welche vor der Erneute flohen und Paris Preis gegeben, haben kein Recht, die Pariser, welche blieben, anzuklagen. „Le Soir" sucht Thiers und die Negierung gegen diesen Vorwurf in Schutz zu nehmen: Thiers habe der Nationalgarde es durch Maueranschlag auf die Seele gebunden, daß in ihren Händen die Sicherheit von Paris ruhe; die Bourgeoisie habe aber, obwohl sie den triftigsten Grund zur Niederhaltung der Erneute gehabt, sich nicht gerührt; der Generalmarsch sei geschlagen worden, aber man sei nicht gekommen, das habe dann die Erneute ermuthigt. Die wichtigste Nachricht des Tages vom Kriegsschauplatz vor den Mauern von Paris ist die heute von der Londoner „Times" gebrachte Depesche, wonach Mac Mahon die Umzingelung von Asnieres bewerkstelligt habe. Hier ist das Hauptquartier des General Dombrowski, von hier aus bedrohte derselbe durch seine Flankenstellung den rechten Flügel der Versailler Truppen, von hier aus will derselbe, wie die Pariser Commune gestern berichtete, in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag den Coup ausgeführt haben, der ihn in Neuilly in den Besitz der Häuser in der Nähe der dortigen Kirche brachte und 400 Mann der Versailler Truppen zur Ergebung zwang. Ein Versailler Bericht bezeichnete letztere Behauptung als unbegründet, während Dombrowski selbst in feinem Bericht meldet, daß er noch in jener Nacht die Wiederaufnahme der Offensive von feiten dec Re- gierungStruppen erwartete. Die nächsten Depeschen werden und darüber Aufschluß geben, ob es die Annäherung der Mac Mahon'schen Truppen war, was ihn zu dieser Erwartung bewog. Eine sehr vernünftige Ansicht über Englands zukünftige auswärtige Politik hat neulich bas Parlamentsmitglied für Bristol, Mr. S. Morley, ein Anhänger der sogenannten Manchesterschule, ausgedrückt. Auf einer Soiree des liberalen Arbeitervereins in Stroud, bei der auch mehrere andere Parlamentsmitglieder zu- gegen waren, sagte er nämlich, nachdem er das Verhalten der Regierung im letzten Kriege gebilligt: — „Ich würde mich freuen, wenn morgen England anzeigte, daß es sich von jedem Vertrage, dessen Thcilnehmer es ist, lossagt. Ich bin gegen unser immerwährendes Einmischen in die Angelegenheiten anderer Länder, denn ich glaube, es ist Zeit, daß wir uns um unsere eigenen Sachen bekümmern. Die Mission dieses Landes ist meinem Ermessen nach eher eine moralische als eine militärische, und ich werde mich an keinem Versuche betheiligen, der darauf hinausläuft, hier zu Lande ein mit den großen militärischen Nationen concurrirenves Militärsystem herzustellen. Wir würden geschlagen werden, wenn wir es versuchten." Große Sorge — so schreit der Berichterstatter der „Pall Mall Gazette" in Rom — empfindet man im Vatikan bezüglich des Kampfes in Frankreich, obschon der innere Cirkel glaubt, daß das Ringen in der Niederlage der Commun. und der Wiederherstellung der Monarchie enden werde. Da der römische Hof seine Mittheilungen von Leuten erhält, welche durchaus mit der Lage des Landes vertraut sind und die Strömung der öffentlichen Meinung zu beuttheilen verstehen, so mag dieser Schluß eine richtige Beurtheilung der augenblicklichen Verhältnisse darstellen. Den Papst macht die Ungewißheit über den Ausgang der Dinge in Frankreich sowohl wie seine eigene unbestimmte Situation sehr unruhig. Vor einigen Tagen bemerkte er einem Besucher hierüber unter Anderem Folgendes: Viele rathen mir, Rom zu verlassen, aber wohin soll ich mich wenden? Es ist keine unter den katholischen Mächten, die nicht nach einiger Zeit meine Gegenwart als eine Quelle von Verlegenheiten ansehen würde, so daß ich von Land zu Lande wandern müßte, und es ist schwer für einen alten Mann, sich zu einem Wanderleben zu entschließen. Mit dem 13. April hat bas bisher mit fast unumschränkter Macht im Könige reich Polen waltende Organisationscomite zu sunctioniren aufgehört. In dem vom 5. April datirten Ukas, der die Auflösung dieser Centralbehörde anordnet, wird den Mitgliedern der kaiserliche Dank für ihre treue Pflichterfüllung ausgesprochen und zugleich bestimmt, daß alle das Königreich Polen betreffende Angelegenheiten unter die unmittelbare Verwaltung der Ministerien in Petersburg über- gehen mit alleiniger Ausnahme des Gerichtswesens, das bis zur Durchführung der Justizreorganisution der Canzlei des Statthalters untergeordnet werden soll. Darmstadt, 18. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 17. April den Provinzial-Dircctor der Provinzial-Di- recrion Starkenburg und KreiSrath des Kreises Darmstadt Dr. Theodor Goldmann zum Präsidenten des landwirthschaftlichen Vereins der Provinz Starkenburg und in Verbindung hiermit zum Präsidenten der Centralstelle für die Land- wirthschaft und die landwirthschaftlichen Vereine zu ernennen. M. Berlin, 15. April. Die Gesammteinnahme des Central-Comite's der deutschen Vereine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger betrug nach der letzten Abrechnung vom 31. März ca. 3,972,422 Thlr. 23 Sgr. 7 Pf., wovon o62,517 Thlr. 22 Sgr. 7 Pf. für die deutsche Wllhelmsstiftung bestimmt sind, welche sich die Unterstützung der Invaliden sowie der Hinterbliebenen gefallener Krieger zur Aufgabe stellt. Bis zum 12. April hat sich die Gesammteinnahme des Centralsormte s aus 4,221,323 Thlr. erhöht, wovon etwa der vierte Theil von Deutschen aus Amerika eingesendet wurde. Die fernere Einsendung von Bei- trägen ist dringend Wünschenswerth, da bei der großen Zahl der noch in Pflege befindlichen Kranken und Verwundeten die Thätigkeit der freiwilligen Krankenpflege fortdauernd einen sehr ausgedehnten Wixkungkreis hat; nicht minder ist eine gesteigerte Vorsorge für die Invaliden und die Hinterbliebenen nothwendig. Die Ziehung der vom Centralcomite arrangirten Nationallotterie findet Anfangs nächsten Monats statt. Die parlamentarischen Abende beim Fürsten Bismarck nehmen heute ihren Anfang uno finden an allen Sonnabenden bis zum 6. Mai statt. M. Berlin, 17. April. Deutscher Reichstag. Die heutige 16. Plenarsitzung war im Hause selbst wie auf den Tribünen sehr stark besucht. Am Tische des Bundesraths Fürst Bismarck, Minister Delbrück, v. Lutz, v. Pfretzschner u. a. Auf der Tagesordnung stehen: 1) Interpellation des Grafen Luxburg (Neustadt a. S.) wegen der handelspolitischen Stellung von Elsaß-Lothringen. Der Interpellant begründet seine Anfrage mit der völlig unhaltbaren Stellung der neuen Provinz gegenüber Frankreich sowohl wie dem Zollverein. Wie wichtig eine schleunige endgiltige Regelung der Zollgrenze sei, erhelle am besten aus dem Umstande, daß Elsaß allein 2,117,000 Spindeln und 350,000 Webstühle beschäftigt, während im ganzen Zollverein nur 1,760,000 Spindeln und 48,000 Webstühle vorhanden sind. Bei seiner jüngsten amtlichen Anwesenheit im Elsaß (Interpellant ist Präfect vom Niederrhein) sei er vielfach aus die beregten Uebelstände aufmerksam gemacht worden, die er deshalb hier zur Sprache bringe. — Minister Delbrück. Dem Bundesrathe seien diese Uebelstände ebenfalls nicht entgangen, er habe sich mehrfach mit Abstellung derselben beschäftigt und hoffe noch im Laufe dieser Woche eine dies bezügliche Vorlage an das Haus gelangen zu lassen. Das jetzige Verfahren der französischen Regierung bei der Zollabfertigung stehe dem Art. 5 des Präliminarfriedens entgegen. 2) Wablprüfungen. Die fünfte Abtheilung hat sich mehrfach mit der Wähl des Advokaten Dr. Schüttinger im fünften oberfränkischen Wahlkreis (Bamberg) beschäftigt und ist mit 24 gegen 12 Stimmen zu dem Beschluß gekommen , die Ungiltigkeit der Wahl beim Plenum zu beantragen. Anlaß dazu geben mehrfache Unregelmäßigkeiten bei der Wahl, namentlich aber die Vorgänge in den Wahlbezirken Trunstadt und Oberhaid. Augenscheinlich ist die Wählerliste von Trunstadt gefälscht; am Wahltage sind Wähler in dieselbe nachgetragen, wie durch Zeugenaussage feststeht, trotzdem aber sind diese Nachträge vom Bürgermeister ^armbach schon am 2. und 25. Februar attestirt. Da die Wählerliste aber ein zur Prüfung der Mahl unumgänglich nothwendiges Dokument ist, so beantragt die Abtheilung die Ungiltigkeit des ganzen Wahlaktes. In Oberhaid hat der Pfarrer Keck in — nach Ansicht der Abtheilung — unzulässiger Weise für die Wahl des Dr. Schüttinger agitirt. Am Wahltage empfahl er von der Kanzel herab die Wahl Schüttinger's, dann verfügte er sich vor das Wahllokal, wo zwischen ihm und dem als Wahlkommissar fungirrnden Bürgermeister es zu heftigem Streite kam, der sogar zu tumultuarischen Scenen ausarteie. Ein solcher Mißbrauch der klerikalen Amtsgewalt mache die Wahl zu einer unfreien, o. h. ungiltigen. In beiden Wahlbezirken sind für Schüttmger 294 Stimmen abgegeben, nach deren Abzug dem angeblich Gewählten noch 30 Stimmen an der absoluten Majorität fehlen, und aus diesen Gründen witd die Ungültigkeit der Wahl beantragt. — Frhr. v. Unruhe-Bomst refcrirt sehr ausführlich über die Verhandlungen der Abtheilung. — Schels (Reunburg v. W) plaidirt für Giltigkeit der Wahl. Es sei weder nachgewiesen, daß die Agitation des Pfarrers eine ungesetzliche war, noch daß sie irgend welchen Druck auf den freien Willen der Wähler aueübie. — v. Ohlimb (Minden) aus denselben Gründen gegen den Antrag der Abtheilung. — Dr. Wehrenpfennig (Fritzlar). Es handelt sich nicht darum, ob die Agitation in dem Sinne ungesetzlich war, daß man ihr mit einem Strafgesetzbuch-Paragraphen beikommen kann, sondern ob durch dieselbe die Freiheit der Wahl beeinflußt wurde. Wie oft ist schon eine durch den ungehörigen Einfluß des Landraths zu Stande gekommene Wahl eassirt worden, ohne daß der Landrath dem Strafrichter überantwortet werden konnte. In solchem Falle müsse sich das Haus als Geschwornengericht constituiren. — Dr. Schmid (Aichacb) glaubt nicht an die Unfehlbarkeit des Klerus, Wahlen in seinem Sinne zu Stande zu bringen (große Heiterkeit) , aber Niemand könne dem Klerus die Berechtigung absprechen, mit dem benöthigren Anstande politische Fragen von der Kanzel herab zu erörtern, namentliche solche, welche das Interesse der Kirche di- rect berühren, wie die Wahl eines Abgeordneten. (Hört, hört! links.) Die Gerechtigkeit erfordere die Gilligkeitöerklärung der Mahl. — Pfarrer Kraushold (Bayreutb). Das hier Gehörte könne seine Ueberzeugung nicht erschüttern, daß die Agitation des Pfarrers Beck die Wahl zu einer unfreien, d. h. ungiltigen gemacht habe. Juristische Erwägungen sind hier nicht am Orte. Man kann zu- gcben, daß der Geistliche berechtigt ist, von der Kanzel herab auf die Wichtigkeit eines politischen Actes ausmerksam macht, aber dann darf er seine subjektive Meinung damit nicht vermischen. Wenn der Pfarrer nun gar nach der Predigt die Zettel für seinen Candidaten vertheilt, so ist eine solche Gemeinde nicht mehr frei (Widerspruch der Katholiken), denn der Pfarrer hat die Mittel in der Hand, der Gemeinde dies spüren zu lassen. Wenn Sie (die Katholiken) wirklich die Interessen d»r katholischen Kirche vertreten wwllen, so hätten Sie alle Ursache, solchen Ungehörigkeiten entgegenzutreten. (Bravo links!) — v. Rohr (Greifs- wald). Wenn irgendwo ein Wähler gegen das Wahlgesetz verstößt, so darf daS keinen Grund abgeben, dem ganzen Wahlkreis das Wahlrecht zu nehmen. — v. Leute (Hannover). Das Haus möge auch heute seinem alten Grundsatz treu blechen, um bann die Wabl für ungültig zu erklären, wenn gesetzliche Gründe dafür vorhanden sind. — Fischer (Augsburg). Durch die Casstrung der Wahl müsse das Haus den Anfang zur Abschaffung des Mißbrauchs der Kanzel zu Gunsten politischer Zwecke machen. — Darauf wird die Ungültigkeit der Wahl mit geringer Majorität ausgesprochen. Ebenfalls mit geringer Majorität wird die Wahl des Grafen von Pückler im neunten Breslauer Wahlkreis (Schweidnitz-Stringau) wegen der ungehörigen Agitation des dortigen Landratyes für ungültig erklärt. Schluß 4y4 Uhr. Nächste Sitzung morgen 12 Uhr. Tagesordnung: Nest der heutigen. Berlin, 17. April. Der Antrag von Bewilligung von Diäten ist heute von der Fortschrittspartei im Reichstage eingebracht worden. Berlin, 16. April. Mit Spannung sieht man dem Ausgange des Kampfes entgegen, dec nach den letzten Telegrammen gestern Nachmittag wieder mit erneuter Heftigkeit vor Paris begonnen hat. Alle Berichte stimmen darin überein, daß trotz der langsamen Fortschritte der Versailler Truppen die Emeute keinen langen Bestand mehr haben kann. Die Bonapartisten sind dadurch in einiger wrä'l*1' * Mud, 3 * ■i iliiii«» 40U w srjiWt-. ' MM * ii( Wdlil JU ß> i“' M'ch- d" J' ii Meit N , Mtzettchnrn Flösser Duon, 1 .Wnhagtl \* wj ver d tssin ver Deutschs deut sogar ein bare Wtemng wir», M der Le Allie Mr ange als dänische Deutschen Reiches z iu freuen — welch Sriijjel/ 16 ZM Plater, hrt Verhalten VlS Dren;, v heult in Familien Mrgen trn Graf ' sMr ves deutsche Constantinol Schrkiben des Sui Rach einer 1 eine öomission a garen unk Grieche! sch ck hebel in Küche ju verhüten, L Paris, worin fr tarkgte. die Mrir/ln nicht im vollstanv! £in hartMger K Hfc Truppen fm Verden von de Dommen und es W» TW», n 18,009 Slmti an » .MW Wfttiott Wh, einigtn äuatl m«. $lt Stl ‘Nun t 6wlt btü -r i„ ,lrMt n>ort>en [t &tie K* N-M. J W dar,«? • in 2M, n ‘'St«"’3 Stu 2"' M M««« Nurn f‘i i»l iber i| j W »4”'# >> b-,. t,ä,«nt« (tin. i @IW -Uri" rt"° 'm 8-njt« 'wtttii» fi„t. ’ft Vtaiett tcn lrtym-tt Cflbtui. D,«i ßch mehr, dieser Woche Lae jetzige Der. de° An. 5 des ebrsach mit ter M Wahlkreis e° Beschlutz ge. ”■ Anlaß tazu :r ^e Vorzange 1 t'e Wahlerliße l^getragkli, wie Ze »oai Bürger, tie Wählerliße cctnncnl ist, sy ■ 3n Oberhaiv jMsiger Weise W er von tee bas Wahllokal, rzerveiKer es \i ausartele. ; ,u einer unirra, j r 294 Elimm 30 eiimmtn an Dir Ungültigftit I luSiührlicb M I 8.) ipkitirt sm I cn des Psarrert f tn freien Willen Gründen gegen Es Hantel! sich man ihr mit tittch tieselbe die urch den vngehö' k molken, ohne nie. Zn solchem — Ir. Schmit in seinem Sinne rr® Mus Dir Qiagen von der ctr Kirche di« tt'. im».) » in« Rt«W" ä^ititni, t-i t. I). Mjiltij® it nr M- fani i1' tu Titnzl"! !t feine fubi«liel nJ4 ter Jrrtiji ,nnM nidit Mil in ttrN'j tfer.) ?“ L..°- «** : M> (** jCjt, ft t«f W Uu« l'giei. «' W-" ? Li#* |((crtn«»8: Vitt.» * Verlegenheit, daß sie des äußeren Anstandes wegen gegen die Insurrektion sein beschießen die neue Versailler Batterie auf dem südlichen Abhange des Mont Va- müssen, während es doch ihren Interessen entspricht, daß der Aufstand sich noch lerien, 1300 Meter von der Citadelle, die Batterie der Porte Maillot beschießt eine Zeitlang hinschleppe und die Ordnungspartei nicht allzuschnell mit eigenen die von Courbevoie, welche das Feuer erwidert. Das Quartier der TerneS leidet Kräften siege. Die Leute wollen noch immer nicht erkennen, daß die Ereignisse stark. Das Hauptquartier Dombrowskis ist noch in Asnieres, aber es liegen ihren vorgezcicbneten Weg zu gehen und sich nicht nach den Wünschen interesstrter augenblicklich dort wenige Föderalisten, da die Posten um das Holz und die Parteien zu richten pflegen. Brücke von Neuilly stark besetzt sind. Um den Besitz der Brücke wird fortwährend Versailles, 16. April. Heute hat sich nichts von Bedeutung auf dem gestritten. Kriegsschauplätze ereignet; nur zwischen den Vorposten wurden einige Flinten- △ Paris, 17. April. Die „Union republicaine für die Rechte von Paris" schliffe in'S Blaue hinein gewechselt. Die Regierungstruppen hatten nur einen bat ihr Bureau constiluirt. Es besteht aus drei Mitgliedern, von welchen Eines Verwundeten. Die Behauptung der Organe der Commune, Dombrowski hnbc Präsident ist. Die gewählten Mitglieder sind: Charles Floquet, D. Villeneuve zu Neuilly 400 Gefangen- gemacht, wird, als jeglicher Begründung entbehrend, und Loiffeau-Pinson. Secretaire: Andre, Lefevre und G. Bambert. Schatzmeister bezeichnet. Bonvalet. Versailles, 17. April. Eine Depesche der Regierung rechtfertigt das bis- /X Versailles, 17. April. Aus Orleans wird berichtet, daß sich die Arbeiter berige Verhalten der Negierung. Dasselbe bezwecke, abzuwarten bis genügende der Compagnie Orleans dort der Abfahrt der für Versailles bestimmten gepanzer- Streitkräite vorhanden, um den Widerstand ziemlich unblutig zu bekämpfen und ten Eisenbahnwagen widersetzt haben. Es sei beinahe zu einem Conflict mit den den Rebellen Zeit zur Besinnung zu lassen. Die Negierung beabsichtige nicht, Truppen gefommen. Dem Zureden ves Generalcommandanten der Subdivision die Republik zu stürzen, vielmehr nur den Bürgerkrieg zu beendigen, die Orv- war schließlich es gelungen, die Arbeiter zu beschwichtigen. Die Eisenbahn wurde nung, den Crevil, die Arbeit herzustellen und Vie Kriegskosten zu bezahlen, da- auf eine lange Strecke militärisch besetzt und die Wa^en konnten fahren. Eine mit d'e Deutschen das Land verlassen. Die Depesche wiederholt die Ansicherung Oepesche des Gaulois zeigte die Abreise dreier Individuen von London, denen der Verzeihung für Alle, welche die Waffen niederlegen. Die Depesche erklärt schlimme Absichten unterlegt worden. Diese Individuen, deren Zweck die Ermor- schließlich, die Insurgenten gäben jeden Kanonenschuß für einen Kampf aus, düng des Prinzen von Orleans gewesen sein soll, sind auf Befehl des ProcuratorS in Wahrheit jedoch fei die Situation seit einer Reihe von Tagen unverändert, der Republik verhaftet. _ Eingetroffenen Nachrichten zufolge haben sich die Truppen der Regierung des △ Versailles, 17. April. Die Municipalwahlen sind auf den 30. d. fest- SchloffeS Brcon, des wichtigen, Asnieres beherrschenden Punktes, bemächtigt. gesetzt. — Die Truppen der Negierung haben heute angeblich das Beconschloß, Kopenhagen, 14. April. Aus Kairo ist die schreckliche Kunde einge- welches Asmöres beherrscht, eingenommen. — Die „Daily N Ws" b uchten aus laufen, daß der dänische Consul daselbst am 22. v. M. nicht allein an dem Fest- Paris vom 17. b.: Nach Berichten aus Versailles ist die Nachricht von einer essen der Deutschen zur Feier des Geburtstages ihres Kaisers Theil nahm, son- Plünderung der Häuser von Gallifet und Thiers und Anderer unrichtig. ES dern sogar ein Hoch auf die deutsche Armee ausbrachte. Darob natürlich furcht- seien nur Dokumente weggenommen worden. bare Erbitterung im nationalen Lager, welche auch dadurch nicht beschwichtigt △ Sedan, 17. Avril. Ein preußisches Truppeneorps von 30—40,000 wird, daß der Betreffende ein Deutscher von Geburt ist unv der bekannten Fa- Mann, welches aus dem Rückmarsch, hat hier auf. höheren Befehl Halt gemacht milie Müller angehört. Herr Müller ist allerdings tn einer recht bedenklichen und vor der Festung ein Lager bezogen. Lage; als dänischer Consul ist er verpflichtet, sich über die Machtstellung des A London, 18. April. Die „Times" meldet aus Paris vom 17. d., daß Deutschen Reiches zu ärgern, als Deutscher hat er alle Veranlassung, sich darüber noch immer mit der Errichtung von Barrikaden in Belleville und Menilmontant zu freuen — welchem Gefühle soll er den Vorzug geben? fortgefahren werde. Diese Barrikaden sollen zur Vertheidigung gegen die Re- Brüssel, 16. April. Die „Independance" veröffentlicht einen Brief dcS gierungstruppen dienen, sobald sie einzudringen versuchen. — Die Föverirten haben Grafen Platcr, worin derselbe erklärt, daß die Polen jede Verantwortlichkeit für Neuilly bis zur Peronnestraße, jenseits der Kirche, wenige Schritte bis zur Brücke, das Verhalten des Platzcommandanten von Paris ablehnen müßten. genommen. Die Versailler halten die Brücke noch besetzt. Das Feuer dauert Florenz, 16. April. Der österreichische Gesandte Baron v. Kübeck ist beständig fort. — In St. Denis erklärte ein preußischer Stabsoffizier, Preußen heute in Familienangelezenheitkn von hier abgereist. — Der König hat diesen werde nicht gestatten, daß die Commune den Sieg erlange. Für den Fall, daß Morgen den Grafen Brassier de St. Simon, welcher seine Akkreditive als Ge- die Commune die Oberhand gewinne, werde Preußen sofort interveniren und die sandter des deutschen Kaisers überreichte, in besonderer Audienz empfangen. zuständige Negierung einsetzen. * Constantinopel, 14. April. Essad Pascha ist mit einem eigenhändigen 4- London, 18. April. Pariser Telegramme melden: Die Commune nahm Schreiben des Sultans an den Kaiser von Deutschland nach Berlin abgereist. den Jndustriepalast in Beschlag. Eine preußische Okkupation von Paris von St. Nach einer längeren Unterredung mit dem Patriarchen ernannte Aali Pascha Denis aus wird als unwahrscheinlich bezeichnet. Dic Versailler Regierung besitzt eine Commission aus zwei Bulgaren und zwei Griechen, um zwischen den Bul- die verfallene Abschlazssumme und verzögert die Zahlung nur, weil dann die garen und Griechen in der Kirchenfrage eine Versöhnung zu erwirken. Ignatiew deutschen Truppen bis RheimS zurückgezogen würden. Die Preußen haben ihre setzt alle Hebel in Bewegung, um einen Abfall der Bulgaren von der orthodoxen Position bis Aubervillicrs vorgerückt. Kirche zu verhüten. (W. Pr.) A Wien, 18. April. Der hiesige amerikanische Gesandte Say ist nach * Constantinopel versetzt worden. A WidN, 17. April. Der Kaiser Franz Josef ist von seiner Reise nach Telegraphische Depeschen. △ Paris, 16. April, Abends. Cluscret hielt in der Commune eine Rede, worin er darlcgte, daß durch festes Vertrauen und eine energische Offensivergreifung die Föverirten den endlichen Sieg erringen würden. — Die Föverirten sind noch nicht im vollstänvigen Besitz von Neuilly, indem noch immer um die Neuillybrücke ein hartnäckiger Kampf stattfinvet. Die auf der Jalte-Jnsel eingeschloffenen Versailler Truppen sind wirklich in der letzten Nacht gruppenweise von da entflohen. Es werden von der Versailler Regierung starke Truppenzusammenziehungen vor genommen und es wird daher ein Gesammtangriff derselben erwartet. Die preu- ßisch'N Truppen, nachdem die Jkltervention angezeigt, ziehen Verstärkungen von 18,000 Mann an sich und bewegen sich nach Creteil, Sussy en Brie. In Parts alle Lebensmittelpteise steigend. △ Paris, 17. April. Ein Befehl der Commune ordnet an, daß feine Requisition mehr gemacht werden dürfe ohne Autorisation der Kriegsdelegation. In einigen Quartieren von Paris hat der Verkauf von Pferdefleisch wieder begonnen. Die Straße Morny, welche nach dem 4. September den Namen Mac Mahon erhalten batte, ist neuerdings in Straße der Commune umgetauft worden. Emile Pereire befindet sich außerhalb Paris. Isaac Pereire ist geblieben, doch wohnt er nicht in seinem Hotel. In letzterem hat letzthin durch Nationalgarven eine große Weinrequisition stattgefunven. Auf Dombrowski wurde geschossen, die Blätter der Commune melden, daß der Thäter, ein Verrückter, in ein Irrenhaus verbracht worden sei. 4- Paris, 17. April, 8 Uhr Morgens. Cluser-t meldet vom gelingen Tage, die päpstlichen Zuaven, Vie in die Gefechtslinie gekommen, seien in der Kirche von Neuilly umzingelt worden und ein erbitterter Kampf, Mann gegen Mann, sei darauf gefolgt; schließlich sei Vie Fahne der Commune auf Der Kirchc aufgehißt worden. Dombrowski meldet von gestern Nachmittag 3 Uhr: „Wir halten das ganze neue Quartier besetzt; wir haben Drei Barrikaden, Die Fahne Der päpstlichen Zuaven unD die Fahne Der Linien-Jnfanterie genommen. Der Geist Der Truppen ist gut, die Nationalgarve macht Fortschritte und zeigt viel Eifer und Muth. + Paris, 17. April, 6 Uhr Abends. Das Ergcbniß der gestrigen Wah- len gilt in 13 Arrondissements als Niederlage für Die Commune. In 4 Arron- dissements nur haben einige Candidaten Das nötbige Achtel Der in Den Listen stellenden Wähler erhalten, in allen übrigen wurde kein Candivat mit Der nvthigen Stimmenzahl gewählt. Menotti Garibaldi erhielt 6076 Stimmen. Das Journal Officiel meldet, daß einige Nationalgarden des 248. Ba- laillons gewagt hätten, gestern in die belgische Gesandtschaft einzudringen. sei sofort eine Untersuchung eröffnet worden; einige Gardisten seien bereits verhaftet worden, andere würden es noch werden. Die Commune hat ein Kriegsgericht von 6 Mitgliedern eingesetzt; Die TodeSurtheile Dieses Gerichts sind zur Bestätigung dem Executivausschusse vorzulegen. Heute ward ein ununterbrochener Kanonendonner von Neuilly und Ternes vernommen, Der sich Paris zu nähern scheint. Point-Vu-Jour und Trocadero Tyrol wieder zurückgekthrt. A Florenz, 16. April. Die „Internationale" meldet aus Rom, daß Cardinal Antonelli Demnächst die projectirte Rundreise an alle europäische Höfe antreten werde. A Madrid, 16. April. Dem Herzog Montpensicr, sowie den Generalen, welche auf den Balearen internirt waren, ist die Rückkehr nach Madrid gestattet. A Bucharcst, 17. April. Der neue rumänische Vertreter in Constantinopel setzte mit dem türkischen Großvezier alle Maßregeln fest für Den Fall, daß eine Occupation Rumäniens durch türkische Truppen nothwendig erscheine. A Constantinopel, 15. April. Der päpstliche Legat Franchini ist hier angekommen und von Seiten Der Geistlichkeit empfangen worden. Borsenuachricliten. ls. April 1871 Freust 41/2° (9in nach Lich am Lumpenmannsbrunnen. fehr hiffr-iS,, 1515) Mehrere Tausend Erbsenrciser sind zu verkaufen bei Th. Rantenstrauch, an der Schoor. 1565) Papier - Manschetten , Dor- Chemisctts und Kragen für Herren und Damen, letztere mit Umschlagecken, frisch angekommen bei Ph. Schlatter. L SÄÄrÄ* - — Berfouf.ii. d-r j«e, gteenlugn sehr mich Michi,«, um schürf, beizurüumeu, zu Eiufauftprriseu zu Eine Parfhie Klridrrstoffe, »esieteud iu L„str-, Bar«g-mch MonsseN.., rmpfchfr bed-uttud uulerm Eiufuustpnisr. -----------------------------------Aetjf. Vitfciefmeeis. 9,ei>aCtiCn' ®rui »Nb Verlag der Brühl'schm Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. -------------------------~ A. 92t Kefteü« Wkgen W angedroh Gieße« 23 si. 30 I tm großer öauptfd Die Eigenthi Hier zu iSunsten Gießen, der Dem Gene Feldpojlpalfeten n, zu nmoglid)tn. 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