gewähr, bie tfrteu »erben MiO Sti 2.200 0,914 ' 1,475 ' ,n schnell Unb Preis l^erretjährig 1 ft 12 ft. mit Bringetlohn. Durch dje Post bezogen vierteljährig t st. 27 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Äu» nähme MontagS. Expedition: Canzleiberg ßiL B. Nr. 1 Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kielen. Ne. 217. Dienstag den 19. September 1871. Amtl icher T heil. 15,000 n« voraus H» Brludjl. bet (3910) stuhmachkl N. Wendel. uit dnen ciraf: >cl, Echloßgasse. : '.«eivandleMchm aüm -edniMM, Zeitlich erlernen bei -teidemalhem, Straften ht icbt i für wat SM: H- Ztmll .Jranfnmn W , irirb (in biai.i (bnm Dßm Land^ n wem? sagt die Seiten eriainem- Wtifltm Eintritt" n (^tb. b. W ,7 nid Montag den rböfclbfH, * taäA ü 8Ä, ü r-mst-'»7 i»P« uni w’ ffauW Bekanntmachun g. H. C. Bingmann zu Ach hat die seither für die Hauptagenrur Joseph Strigler's Wittwe in Mainz geführte Unteragentur zur Beförderung vou Auswanderer« niedergelegt. Ansprüche an denselben aus seiner deßsallsigen Geschäftsführung sind daher binnen sechs Monaten vom ersten Erscheinen dieser Bekanntmachung in der Darmstädter Zeitung an gerichtlich geltend zu machen und hierorts anzuzeigen, widrigenfalls die gestellte Caution nur für die aus der Uebernahme einer anderweitigen Unteragentur entspringenden Verbindlichkeiten des H. C- Bingmann als haftbar betrachtet wird. Gießen, den 11. August 1871. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. S t a r ck. (3523) Polit i f ch 18. September. f Mehrere Blätter wollen aus vem Umstande, daß keine Allianz zwischen Oesterreich und Deutschland abgeschlossen, folgern, daß überall nur ein JdcenauS- tausch zwischen den leitenden Staatsmännern in den beiden Neichen stattgcfunven und daher die Zusammenkünfte in Gastein und Salzburg keineswegs die Bedeutung hätten, welche man ihnen fast von allen Seiten zulege. Indessen, wer birgt uns denn dafür, daß keine Allianz zu Stande gekommen? Ist es denn durchaus nöthig, daß der Inhalt des Allianzvertrags nach seinem Abschlüsse sofort Jedermann zur Kenntniß gebracht wird, und hat nicht die klare Kenntniß der Gemeinsamkeit der Interessen der beiden contrahirenden Staaten einen ungleich höheren Werth als ein paragraphirter Allianzvertrag? Endlich hat man behauptet, die Schwankungen in der inneren österreichischen Politik und die reactionäre Richtung der letztem ständen einem dauernden Bündnisse zwischen Oesterreich und Deutschland als ein bedeutendes Hinderniß entgegen, so darf wohl darauf hin- gewiesen werden, daß, welche Richtung auch immerhin in Oesterreich die Oberhand habe, Vie Allianz Deutschlands mit Oesterreich eine Existenzfrage für letzteres unter dcn heutigen Verhältnissen ist. Oesterreich wird fortan die europäische Politik der deutschen Bundesregierung mit aller Energie unterstützen, nicht blos, weil Deutsche land den Frieden will, sondern weil es die Ueberzeugung erlangt hat, daß Deutsch land die Fortexistenz und Integrität Oesterreichs als ein deutsches und europäisches Interesse anerkannt. Deutschland zieht aber uti6 der Allianz mit Oesterreich den enormen Vortheil, daß der „französische Rachekrieg" nicht bloö auf eine Reihe von Jahren h-nauSgeschoben wird, sondern daß er überhaupt unmöglich wird. Mag also nun ein förmlicher Allianzvertrag zu Stande gekommen fein oder nicht — die Begegnung in Salzburg bleibt immer ein weltgeschichtliches Erciguiß. Denn wenn anderthalb Millionen Streiter nach einer bestimmten Richtung hin zu Erreichung positiver Zwecke im gegebenen Falle in Bewegung gesetzt werden können, so haben die darauf hinztelenden eventuellen Vorbereitungen schon eine unabsehbare Tragweite. Jedenfalls ist die Machtstellung der europäischen Staaten auf lange Jahre hinaus in Gastein und Salzburg entschieden. Die Bedeutung der Salzburger Zusammenkunft kann selbstverständlich nur in der Befestigung des europäischen Friedens gesucht werden, in der Verhinderung einer Friedensstörung von Seiten Frankreichs. Man kann auch noch weit.r gehen und behaupten, daß die Spitze dieser Begegnung nicht blos gegen Frankreich, fon- Vern auch gegen Rußland gerichtet sei, was insofern richtig ist, als noch vicfc letztere Macht ihre orientalischen Plane auf Jahrzehnte hinaus vertagen müßte, wenn Deutschland und Oesterreich entschlossen sino, in den europäiscyen Fragen zusammenzugehen. Völlig verkehrt ist aber die Annahme, die soeialistifche Bewegung unserer Tage könnte durch die Abmachungen oder Besprechungen in Gastein irgend beeinflußt werden, die der Regelung der socialen Frage gegolten häuen. Es darf vielmehr mit Bestimmtheit behauptet werden, daß Fürst Bismarck und Graf Beust sich wohl im Allgemeinen der Gefahren des Socialismus bewußt sind, indessen den politischen Zuständen dieses Welttheils immer doch noch eine weit größere Aufmerksamkeit zuwenden, als der socialen Bewegung, welche sie als eine „beachtenswerthe Erscheinung", eventuell als eine Gefahr, aber doch keineswegs als eine weltgeschichtliche, die innere und auswärtige Politik der auswärtigen Staaten vorzugsweise bestimmende Bewegung betrachten. Man darf also durchaus nicht auf einen besonderen Eifer jener Staatsmänner schließen, den Socialismus als einen berechtigten Factor anzuerkennen, mit ihm unter allen Umständen zu rechten und den Staatsgewalten die Punkte in den Forderungen des Socialismus zu bezeichnen, die als annehmbar von Seiten des Staats betrachtet werden können. Es ist also noch gar kein Operationsplan weder von Setten Oesterreichs noch von Seiten Deutschlands weder gegenüber der „Internationalen", noch gegenüber der socialen Bewegung überhaupt angenommen. Unsere Regierungen sehen überhaupt noch nicht klar in dieser Sache, die ihnen im Allgemeinen nocb zu neu erscheint, um sich für em bestimmtes Vorgehen nach der einen ober andern Richtung entscheiden zu können. Die meisten unserer Staatsmänner reden noch mit Achselzucken von Socialismus und bekennen ganz offen, daß ihnen die Forderungen desselben unklar seien; höchstens führen sie die Bewegung auf die allgemeine Unzufriedenheit der niederen Stände mit ihrer materiellen Lage, auf den Materialismus unserer Zeit u. f. w. zurück. Sie sind größtentheils unfähig, eine richtige Diagnose in der socialen Frage zu stellen und können daher auch bie Mittel nicht kennen, mit welchen man den socialen Nothstand zu beseitigen hat. er T h e i l. General v. Manteuffel wird sein Hauptquartier demnächst nach Nancy verlegen. Wie man hört, ist zwischen dem Armee-Intendanten Engelhardt und dem französischen Jntendantur-Delegirten in Compicgne ein Abkommen getroffen, wel- cheS der französischen Regierung schon vom 1. Oktober o. I. ab Vie Besugniß zuerkennt, die noch in Frankreich verbleibenden deutschen Besatzungstruppen auf eigene Rechnung mit den festgesetzten Nahrungsmitteln zu versorgen, während im AusführungSvertrage zu den Friedenspräliminarien der Termin zu dieser Vergünstigung bekanntlich erst zum 1. Januar 1872 festgesetzt war. In Folge dieser Aenverung müßten Vie Verträge mit Vem Lieferantenconsortium, welches die Verköstigung in Generalentreprise genommen hatte, vom 1. October ab aufgehoben werden. lieber die Wahlen und überhaupt über die traurige Lage Oesterreichs schreibt die „Zeitung für Norbdeutschland": „In erster Linie hat sich die Negierung durch ihre ganze Politik wie durch einzelne Mißhandlungen die einzige Nationalität, in welcher der Reichsgedanke lebendig war, Vie veutsche, gründlich entfremdet. Die deutsch-österreichische Presse athmet einen grimmigen Haß gegen das Ministerium Hohenwart, und man muß gestehen, daß sich in dem eben beendeten Wahlkampfe vie ob ihres Phäakenthums verschrieenen Deutsch-Oesterreicher, erschreckt durch Vie drohende Gefahr, zu bisher nie gekannter Energie aufgerafft und tapfer um den Sieg gerungen, daß sie Drohungen wie Schmeicheleien der Negierung mannhaft widerstanden haben. Ja, es bewahrheitet sich jetzt sogar, was wir an dieser Stelle schon oft als Folge der Hohenwart'schen Politik vorhergesagt, daß nämlich die Deutschen, sich ganz auf den Standpunkt der übrigen Nationalitäten stellend, dcn Neichsgevanken in den Hintergrund treten lassen und nur noch an den Schutz und bas Interesse ihres eigenen Hauses denken werden. Offen spricht es ein großer Thcil der liberalen Presse aus, daß man von den anderen Nationalitäten hinreichend gelernt habe, wie der Regierung Concessionen abzutrotzen seien. Man werde, wo es irgend thunlich sei, aus Landtagen und Abgeordnetenhaus en mässe austreten, um verfassungsfeindliche Beschlüsse zu hindern oder wenigstens die Regierung in Verlegenheit zu bringen, und so lange nicht mehr mitspielen, bis man seinen Willen durchgesetzt habe. Nun wird freilich den Deutsch-Oesterreichern vielfach vorgehalten, baß cs ihrer nicht würbig sei, den Czechen und Polen nachzuahmen, aber bei näherer Betrachtung stellt sich ihr Grimm und ihr Uederdruß doch als ziemlich natürlich heraus. Sie seh. n in den slavischen und romanischen Provinzen ihre StammeSgenoffen in wirklich feindseliger, erbarmungsloser Weise der rohen, nichtdeutschen Majorität überantwortet, so daß z. B. die 600,000 Deutschen in Mähren durch weniger Abgeordnete tm Reichörathc vertreten fein werden, als die verlumpte Einwohnerschaft der dünn bevölkerten Bukowina und Dalmatiens. Sie sehen vernichtet und den Slaven preisgegeben, was deutscher Fleiß und deutsche Eultur im Osten geschaffen: die Universität zu Lemberg und zahlreiche von ihren StammeSgenoffen gegründete städtische Schulanstalten. Und alles das vollzog sich nicht durch die natürliche Schwerkraft der Nationalitäten, sondern mittels eines kaltblütig angelegten, konsequent durchgeführten Planes der Regierung, in welch r sie nun ihren nationalen Erbfeind erblicken.... Allerdings, nun, nachdem cs einmal mit Vem Dualismus nicht weiter gehen will, muß man sich, um dem Chaos zu entrinnen, an ein anderes Experiment wagen, und dasselbe soll dieses Mal offenbar in der Durchsührung des Föderalismus bestehen. Hiervon aber kann man wohl sagen, daß noch nie ein gefährlicheres Experiment unter gefährlicheren Umständen an dem österreichischen Staatskörper vorgenommen wurde. Mißlingt das gegenwärtige Experiment, das man wohl als einen letzten Versuch bezeichnen darf, so wird sich Oesterreich in größerer Zerrüttung als jemals befinden. Es wird feine Feinde im eigenen Haufe gekräftigt und alle die Stützen, welche Veutsche Eultur in slavischen Boven gesenkt, vernichtet, ven Reichsgedanken allenthalben ausgerottet finden, und was dann bleibt, ist nichts mehr als das graue Elend des Absolutismus. Aber selbst dieser ist kaum mehr denkbar, Venn zum Regieren braucht man Geld, und wer wird, selbst jetzt schon, noch während der föderalistischen Periode, einer österreichischen Regierung Crebit schenken wollen, die mit ihren fleißigsten, wohlhabendsten und civilisirtesten Untertanen, dcn Deutschen, gänzlich zerfallen ist und deren verfassungsmäßiger Garantieen für ihre Anleihen entbehrt?" Wir fürchten, diefe Schilderung der Lage des Reiches ist ziemlich treu. Die deutschen Feudalen, welche die verfassungSfeindlichen Slaven seither unterstützt und die Schwierigkeiten der früheren verfassungstreuen Regierung vermehrt haben, werben wahrscheinlich in nicht ferner Zeit ihre Verblendung bereuen. Don der Hohen Salve, einem der besuchtesten Aussichtspunkte bet Kufstein in Tyrol, wird dem „Grünberger Wochenblatt" Folgendes mttgetheilt: An die Nedaction des „Grünberger Wochenblattes" hier. Grünberg, den 9. September 1871. Als ich am 30. August früh am Morgen die hohe Salve befliegen hatte, fand ich die ziemlich zahlreiche Gesellschaft, mit nur einigen Aus- nahmen aus Bayern und anderen Angehörigen des Deutschen Reiches bestehend, in lebhafter Erregung über folgenden Vorfall, der am 29. August gegen Abend sich ereignet hatte: Unter dem Incognito eines Grafen Kleßheim hatte am 29. August Erzherzog Ludwig von Oesterreich (Bruder des gegenwärtigen Kaisers) in Begleitung des Grafen Pachta die Hohe Salve bestiegen. Hier hing in der Wirthsstube des auf der Höhe belegenen Gasthauses, rechts neben der Eingangs- thür, in einfachem Rahmen da- Brustbild des deutschen Kaisers, Königs Wtlhl.m von Preußen. Dieses verlangte der hohe Besucher käuflich von der Wirtbin zu erwerben; anfänglich abschläglich beschiedcn, gelang es ihm dennoch, das Bild für 5 Gulden zu erkaufen, worauf er es aus dem Rahmen löste und auf dem großen offenen Kochherde der Gasthausküche verbrannte. Im Fremdenbuche fand ich die Namen Graf Kleßheim und Graf Pachta eingetragen und ferner in einem poetischen Erguß, den ich abschriftlich beilege, den Thatbestand verzeichnet. Letzterer lautet: „Wundervoll hast Du geichaffen, o Gott, unsere Erde, die Welten! — Nirgends erhebt sich der Stolz, Liebe nur athmet Dein Werk! — Tauchte nicht gestern ins Meer der unendlichen Berge die Sonne, — Bergend bescheiden ihr Licht, daß sich könnt' zeigen der Mond? — Wie nun so mächtig das Staunen ob gleichen Schaffens der Menschen, — daß Graf Kleßheim erkauft hier um fünf Gulden das Bild — Meines erhabenen Kaisers, Deutschlands leuchtende Sonne, — Und es in FeuerSgluth senkt, wechselnd hier immer das Licht!" Wirthsstube zur Hohen Salve, 30. August 1871. I. Bövl, königlich bayerischer Eisenbahn- Osficial. Für die Wahrheit des hier Mitgetheilten bin ich event. bereit, mit meinem Namen einzustehcn, und überlasse Ihnen, ob und in welcher Weise Sie diese Mittheilung in Ihr Blatt auszunehmen für geeignet finden. Achtungsvoll Robert Eichmann. Wir fanden die Sache neulich schon in österreichischen Blättern kurz erwähnt, auch ward uns selbst darüber geschrieben, wir mochten aber nichts davon veröffentlichen. Da die obige Mittheilung mit solcher Bestimmtheit auftritt, so haben wir den Bericht hier wicdergeg^bcn, in der Hoffnung und mit dem Wunsche, daß eine Widerlegung nicht ausbleiben möge. (K.Z.) Die „Times" äußert ihre Befriedigung über die beschleunigte Räumung des französischen Gebiets durch die deutschen Truppen. „Die Sache, bemerkt fk legt Zeugniß ab von der inneren Kraft Frankreichs und gereicht gleichzeitig den deutschen wi den französischen Unterhändlern sehr zum Verdienste. Die Deutschen haben mit ebenso großer Klugheit als Großmuth sich geneigt erwiesen, den Gefühlen und Interessen der Franzosen Rechnung zu tragen, indem sie nicht auf dem Buchstaben des Vertrages bestanden, so lange seine Garantien im Wesentlichen erfüllt wurden. In dem Verhältniß, wie sich die deutschen Truppen zurückziehen, wird das Land wieder seine alten Gewohnheiten und sein Geschäft aufnehmen und die Regierung wird im gleichen Verhältniß an Stetigkeit gewinnen." Die Vereinbarungen in Gastein und Salzburg werden von der „Times" als die naturgemäße Folge eines entscheidenden Krieges bezeichnet. Preußen habe seine Ziele erreicht und werde nun im richtigen Laufe der Dinge conservativ, d. h. darauf bedacht sein, den Frieden zu erhalten, um seine Errungenschaften zu sichern. Ein Gleiches müsse von Italien gesagt werden, und Oesterreich habe die Gedanken an die Vergangenheit aufgegeben, um sich in die Verhältnisse zu schicken und sich herzlich mit den beiden anderen Staaten hinsichtlich einer Politik zu einigen, welche momentan durch die gemeinsamen Interessen geboten sei. Im Weiteren beleuchtet das leitende Blatt die neugeschaffene Lage und sagt im Wesentlichen: „Gegen das große Princip des Friedens als solches ist natürlicherweise nichts einzuwenden, allem Frieden heißt bei einer Uebereinkunft wie die jetzige nur die gewaltsame Aufrechterhaltung des Status quo, und man muß deshalb erwägen, was dieser letztere bedeutet. Es würben keine Bündnisse für Aufrechterhaltung des Friedens nöthig fein, wenn alle Staaten gleichmäßig mit der Stellung zu- frieden wären, in welcher sie der Abschluß des jüngsten Krieges gelassen hat. Im gegenwärtigen Falle könnte man es sich kaum verhehlen, daß der Zweck, welchen die erste der drei verhandelnden Mächte auf jeden Fall wenigstens verfolgte, als sie die heilige Tripelallianz, so weit dieselbe überhaupt Gestalt angenommen hat, vereinbarte, darauf hinauslief, dem erbitterten Frankreich Nachgiebigkeit und Gefügigkeit auszuerlegen. Gleichzeitig aber kommt auch Oesterreichs Bekehrung von seiner früheren Unruhe zur Beruhigung und Zufriedenheit zum Ausdruck. Bei diesem lltzteren Prozesse handelte es sich auf beiden Seiten, bei Preußen so« wohl wie Oesterreich, um Geben und Nehmen. Oesterreich mußte sein Trachten nach Einfluß in Deutschland aufgeben und Preußen mußte dem Gedanken entsagen, die deutschen Provinzen der österreichischen Monarchie anzulocken. Aus beiden Seiten scheinen diese nothwendigen Grundbedingungen ehrlich angenommen worden zu sein, und in den Augen englischer Staatsmänner liegt hierin das wichtigste Z cl des Bündnisses, da dasselbe den Frieden Mitteleuropas sichert. Die besten Interessen drr Civilisation würden wahrscheinlich durch treue Anhänglichkeit an eine Vereinbarung, welche jede von beiden Mächten in ihrem besonderen Machtbereiche das Entgegenkommen und die Freundschaft der anderen sichern würde, gefördert werden. Zwischen Ost und West ist hinlänglicher Raum für beide. Wenn man übrigens alles dieses fcsthält unt) unräumt, dann bleibt noch die Frage offen, welche Politik Frankreich unter den neuen Verhältnissen einschlagen wird und welche Gegenyolitik von seinen Gegnern angenommen werden dürfte. Es wirb noch un- vergessen fein, daß die Verträge von 1815 fast den einzigen Zweck hatten, Frank, reich nieverzuhalten, und daß sic trotz alledem vor den Augen der Jetztzeit zcr- rissen wurden, allerdings nach einem langjährigen Frieden. Glücklicherweise ist nun die Uebereinfunft von Gastein und Salzburg keine gegen Frankreich gerichtete heilige Allianz, allein sie läuft doch auf eine klare Anerkennung des von Preußen namentlich auf Grundlage französischer Verluste und Demüthigungen eingenommenen Ranges durch Oesterreich und Italien hinaus. Es muß Frankreich tief kranken, -u finden, baß zwei Mächte, auf deren Sympathien und Inter ssen es bauen zu dürfen glaubte, eng mit dem Feinde verbunden sind. Der Gedanke mag unzwufel- haft einstweilen den Frieden sichern, allein er wird nicht dazu beitragen, die Mißstimmung der Ration zu mildern." Daß der neue Bund in eine Bahn der Reaktion einlenken könne, wie ehemals die heilige Allianz, glaubt die „Times" schon deshalb nicht annehmen zu dürfen, weil Oesterreich sowohl wie Italien m t großer! Entschiedenheit auf dem Pfave des Liberalismus sortschrcite. Die ; schließt mit den Worten: „Was uns aubetrifft, so können wir nur sagen, daß jede Sicherheit des europäischen Friedens England angenehm sein muß." Darmstadt, 15. September. An Stelle des kürzlich verstorbenen Geheim- raths Zimmermann ist CabinetScaffedirector Winter zum CabinetSdirector ernannt worden. — Aus zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß man an hiesigem Hofe zwar die Militärconvention alsbald ratificiren, aber in Bezug auf Versetzungen ic. den preußischer Seits gestellten Anforderungen nicht nachkommen wollte und deshalb bis jetzt die Ratification des Kaisers nicht erfolgte; doch sollen die Anstände nunmehr beseitigt fein. Braunsberg, 10. September. Heute Morgen um 8 Uhr begab sich Dr. Wollmann, von zwei Eollegen begleitet, zur hiesigen Pfarrkirche, um die Messe zu hören. Schon am Tage vorher wollte man mit Bestimmtheit wissen, daß der Fanatismus des Pöbels aufgestachelt fei, um Wollmann mit roher Gewalt von der Kirche fcrnzuhalten, refp. aus derfelven hinauszustoßen. Es wurden zwei dunkle Persönlichkeiten bezeichnet, die bestellt feien , zu diesem Zwecke, mit Stöcken bewaffnet, an den beiden Kirchenthüren Wache zu halten. Doch gelangte Wollmann unangefochten bis in die Rathsherrenstühle. Nicht lange währte es, so trat der Küster Spohn an ihn heran und sagte: „Herr Wollmann! Der Herr Domherr läßt Sie bitten, Sie möchten so gütig sein, die Kirche zu verlassen." Herr Wollmann antwortete in fester und ruhiger Stimme: „Sagen Sie dem Herrn Domherrn , ich würde das nicht thvn." Beneficiat Dietrich celebrirte dann in Woll- mann's Anwesenheit die Messe toejter bis nach der Priester - Communion , brach Dann ab und entfernte sich von dem Altäre. Die Lichter wurden ausgelöscht und die Laien, welche schon an der Communionbank niedergekniet waren, um des Abendmahl zu empfangen, mußten warten, bis Herr Wollmann sich entfernt hatte. Die Kirche war für Vie bezeichnete Zeit ungewöhnlich stark besucht, ohne Zweifel, weil man allgemein einen ähnlichen Vorgang vermuthtt hatte. Als Wollmann die Kirche verließ, machten die anständiger aussehenden Leute ehrerbietig Platz; vor ver Kirche blieben die vor ihm Gehenden stehen und grüßten mit ostensibler Hochachtung. Nur ein verkommen ausgehendes Individuum sagte, als Wollmann vor- überging, aasspeiend: „Pfui! schmutziges Subject". Das noch zurückgebliebene Volk, darunter viele Frauen, sammelte sich vor der Kirche und gab laut seine Entrüstung kund über vaS Verfahren der Geistlichkeit gegen den pflichttreuen Priester. Da nun Herr Wollmann weder provociren noch auch Anlaß zu Störungen öffentlicher Andacht geben will, so wird er die Messe in der hiesigen Pfarrkirche künftig nicht mehr besuchen. (Elb. Anz.) Paris, 16. September. Der „Agence Havas" wird aus Versailles ge- meldet: Thiers wirb sich heute in die mit der Prüfung des Vertrages über Elsaß- Lothringen beauftragte Commission begeben. Man hofft, daß eine Vereinbarung erzielt werden wird. Sollte sich die DiScusston zu sehr in die Länge ziehen, wirb heute Abend oder morgen eine Extrasitzung gehalten. — Hier eingegaugenen Nach- richten zufolge wurde gestern in Lyon und St. Etienne die Nationalgarve durch Maueranschlag aufgefordert, binnen 48 Stunden die Waffen abzuliefern. Depeschen von heute morgen constatiren, daß in den genannten Stävten vollkommene Ruhe herrsche. Paris, 16. September. Nach dem „Journal osficiel" ist Kolb - Bernard und nicht, wie zuerst gemeldet, Buffet, zum Präsidenten der mit der Prüfung de- Vertrages, betreffend Elsaß-Loihringen, bttrauttn Commission ernannt worden. Zum Secretär derselben wurde Leurent gewählt. Paris, 16. September. Wie versichert wird, haben vier Bureaux für Genehmigung des Vertrags, betreffend Elsaß-Lothringen, gestimmt, sieben Bureaux dagegen, während andere vier Bureaux Modificationen verlangen. Das „Journal des Debats" meint, es fehlten die Garantien für genaue Ausführung des Vertrages, und fürchtet, die Industrie Deutschlands wie die der Schweiz würde von der im Elsaß geöffneten Pforte Nutzen ziehen. Um den Vertrag annehmbar zu machen, müßte die vollständige Räumung des französischen Territoriums stipulirt werden. Landwirthfch aftliches. (Mitgetheilt von der höheren landwirthfchafilichen Lehranstalt in WormS.) WormS, 14. September. Ernteergebnisse. Die von Bartholomy Etienne in Marseille über Frankreichs neueste Ernteergebnisse gesammelten Berichte lauten ungünstig; cd ist eine sehr gute Ernte in 3 , eine gute in 23, eine erträgliche in 19, eine mittelmäßige in 34, eine schlechte in 9 Departements unt eine sehr schlechte in dem Departement Eure-et-Loire gemacht worden. DaS Erträgniß Franl- reichs an Weizen b.trug im Jahre 1868 , wo cd wohl die höchste Ziffer erreichte, 116,783,000 HectolitreS; im Jahre 1869 ging es auf 107,941,000 HectolitreS zurück, und die Zister von 1870 ist noch nicht festgestellt. Für das laufende Jahr schätzt der Fachmann, Herr Baral, ft<£ maß Mittheilung der allgemeinen deutschen landwirthschastlrchen Zeitung bad Erträgniß auf nric 10,04 HectolitreS per Hectare, was im Ganzen eine Quantität von 78,523,000 HectolitreS ergeben wurde. Da nun das Bedürfniß des Landes sich in der Regel auf 100 bis 110 Millionen HectolitreS beläuft, so wäre ein Deficit von wenigstens 22 Millionen HectolitreS zu decken. — Die Mitlheilungen FleischhammS, Brüssel, sprechen sich über die Erträgnisse in Belgien fort* dauernd recht günstig aus, doch gehen die Meinungen hinsichtlich der Qualität sehr auseinander, insbesondere soll die MehlanSdeute bed Weizens in einem schlechten Verhältnisse stehen zu beit verlockend schönen Aussehen ber Körner. Auch die holländischen Nachrichten lauten gut, selbst betreffs der Qualität. AuS Posen wird berichtet, daß die sämmtlichen Halmfrüchte einen reichlichen Ertrag an Stroh ergeben, der Körnerertrag des Roggens aber nur dem vorjährigen gleich- zust.llen sei; Weizen ergab eine gute Mlttelernte, jcdoch fei die Qualität in Folge oeS starker Lagerns und plötzlichen Reifens nicht befonbeid. Gerste, obwohl etwas gelb, erzielte ein gutiS Resultat; Hafer sei vorzüglich. — Der Berliner Wochenbericht vom 8. September, wie ihn die eben angeführte Zeitung mittheilt, sagt: „Die Beurtheilung der Ernte ist in der letzten Woche keine andere geworden, und hat bad sich mehr uno mehr cousolidirende Bewußtsein einer In England, Frankreich, Ungarn und Rußland defecten und in den übrigen europäischen Staaten nicht übermäßig großen Ernte der Hauptbrodfcüchte, im Verein mit den mehr moverirten, aber keineswegs verstummten Klagen über Kartoffeln, zu einer Coujunetur im Getreidehandel geführt, vot der sich heute noch nicht sagen läßt, ob sie ihren Eulmiuationdpunkt bereits erreicht haben wirt. D.e Gefammtütuation, parteilos betrachtet, muß jedoch noch als recht unsicher betrachtet werden, denn unläugbar ist die Speculatton diesmal gewaltig anticipirend vorgeschritten. Die Bewegung in Getreide ist überall zu einer Zeit eing treten, wo die Speicher mehr oder weniger gut gefüllt sind, während sie zur Aufnahme des neuen Einschütts leer sein müßten ferner deckt der Eonsua ‘ überall nur von Hand zu Mund seinen Bedarf und ist eine Waarenbewegung, wie wir sie sonst । um diese Zeit gewohnt zu sein pstegten, noch nirgends erkennbar. — JrdenfallS muß der definitive 'Ausfall der Kartoffelernte abgewartet werden, bevor festzustellen ist, ob und wie viel Portiom» {an Menschennahumg fehlen und ob und von wo sie ergänzt werden müssen. Für Weizen invess«» {durfte diese Frage b.reitS jetzt reif fein und kann nach Lage der Einten wohl angenommen werden, daß billige Prciie für bad ganze Jahr kaum vorübergehend in'S Auge zu fassen sind, obwohl auch hierfür weder Englands noch Frankreichs Notirungen in Einklang mit unseren jetzigen Preise» zu bringen sind. ,, Saat Methoden und Ernteergebnisse. Während noch vor 10—15 Jahre» «h Aetlei Prtnkf. Brok 1393 Frankf. Vereine-Ka DfflMt. Bankact. 3 Wien Bankaktien 1 Galizien 247% | ^Äzitniff-101 f 0,1 i " S-ti ij .urch du im Hi-tl Jtennl" 8i,,n Sn-1 ItirftDiiaciir 16. September ► «obLl , 4°/o * ; , M > Bayer. 5% ’ 40/0 Ij'M Würtemb. Baden 41/»% Öbl. Oesterr- Silberren Papierrent ■ ’ 5% M. ete ‘ imerik. Bonds 1B „ 18' ; , 18- Spanier, neuest. 3^ Terstei M) Dienstag den Nachmit pH aus dahiesigem 'Än Hendt uub lch, Mr. Qftlfr. 'Ito Ä) Hi ‘Iw 211 'i%9 3 £ „ V970 - i offentlid) mchbie Wen, den IS Gwßherzogl Semmle 3906) Dien Men in bei; p Siiiber, z Tag, j 1 Fohlen offen Bemerkt Gilt ift. Gießen, i W » J * * M - 8/fflflrb 7 Prüfung tet uanni werten. i'i ßtrfdiOtt g(. agti über Girier SirrinbariiDj ngi zithki, out jigangtntn Nch necalgM M ibjUlitfmL Du tun PCÖlDtlilt iiuaej ftt Tt- , (tbm 8uttaur Lat „Journal ibrung t(< Lif Lhrnj eiirtt WH jg «»rh»bak |u nicncml Mirt ®it w’, >•* ,,„l ii ‘ 10 c.» ■>? , ,.i" ”“1, ,ti,l , 4Ul 9^ cd W*-' -l( fit r ?* t m8,# 'wi ?°°" u» °i! In, t’,9«b ß» D, 7"*,; K tag «L tot ,t,n i®k gab laut (eine ebttrtatn Jhkjfrr. Bicrnngen W. ^nkinhr kllllftig £ond.) 8 y itrid®^ , r,i WWJU ■ 110 «‘W® ' , „u 11 ttd» " m *4'* W c.e a®, jlrfr t* U jjrft1 * WL Empfehlung der Reihen- oder Drillsaat mit einer ganzen Reihe von Gründen gegen dieselbe gekämpft wurde, hat sie durch die zähe Ausdauer Eisbeins, der unablässig belehrend und ermunternd in dieser Richtung wirkte, bereits auch im Kreise deS mittelgroßen Grundbesitzes zahlreiche Freunde und Anhänger gefunden. Wie sehr auch in dieser Beziehung das Beispiel ermunternd wirkt, lehren die Verhältnisse im Kreise Worms, wo sich die Zahl der neueren Drillmaschinen innerhalb einiger Jahre ganz auffallend vermehrt hat und fortwährend in der Vermehrung begriffen ist, wiewohl meistens nur mittelgroße Parcellen bewirthschaftet werden. Um aber auch andere Gegenden wenig' stenö zu ermuntern, ist eS im Interesse der allgemeinen Förderung der Landwirthschaft nothwendig, fortwährend durch die Lehre crmuuternd zu wirken. Von diesem Gesichtspunkte aus dürfte es gerade jetzt, im Hinblicke auf die demnächst beginnende Weizensaat, zeitgemäß sein, von den Ver- suchsresulraten Kenntniß zu geben, welche durch vormalige Studirende der höheren landwirthschaft- ltchen Lehranstalt in WormS gewonnen worden sind. Sieben dieser Herren, in verschiedenen Abenden wohnend und wirthschaftcnd, batten eö im Herbste 1870 unternommen, einzelne in je gleichen Eigenschaften stehende Parcellen halb breitwürsig, halb reihig mit der Drillmaschine zu besäen. Sie haben nun ihre Crgebnißberichte erstattet, aus denen wir auözüglich mittheilen, daß der Mengenertrag des gedrillten Weizens in allen Fällen größer war, als der deS nicht gedrillten, und daß der von der Drillsaat gewonnene Weizen im Durchschnitte der 7 Proben ein specifischeS Gewicht (nach dem Nicholson scheu Areometer) von 1,312 besaß, während daS specifische Gewicht des nicht gedrillten Weizens im Durchschnitte nur 1,152 betrug. Borsennachrichten. 16. September 1871. Preuss. 41/2 O/o Oblig. 99 Vz Frankf. 31/»0/0 Odl. 83l/2 Nass. 4l/zO/o Obi. 97i/8 Kurhess. 4% „ 92 Gr. Hess. 5% Obi. 1031/4 » „ 40/0 n 96 n » 3V,0/0 „ 91V. Bayer. 5% « 1003/. n 41/2% 1jährige 99 „ 40/g 1jährige 933/8 Würtemb. 4-Va °/o Obi. 985/s Baden 4V2% Obi. o. E. L. 98* */2 Oesterr. Silberrente 58 l/g „ Papierrente 493/8 n 50/0 M. steuerf. — Amerik. Bonds 1881r 100Vs „ „ 1882r 953/g „ 1885r 955/s ff n 1887r 953/4 Spanier, neuest. 3% 32 V. Actien. Frankf. Bank 1393/4 Frankf. Vereins-Kasse HO3/. Darmst. Bankaot. 390 Wien Bankactien 750 Galizien 2473/. Actien. Oest. Creditact. 2843/. 50/g östr. F. St. E. B. 3643/. Lombard. Bahn 183V1 Ludwigsh.-Berbauh 1883/. Maxbahn 133l/2 Bayer. Ostbahn 1341/« Hess. Lndwigsb.-Act. 156*/2 Rhein-Nahebahn-Aot. 44 Oberhessen „ 79 V8 Prioritäten. 3O/o öster. Stsb.-Prior. 58 3°/0 öst. s. Lombard 753/8 30/0 Livomeser 341/. 50/0 Tosoaner 53 50/g Elisabeth.-Prior. 79 V2 do. H. Emiss. 785/a________ Äöieliengioose. Kurh. 40 Thlr. Loose 67 Nassau 25 fL 41 1/4 4O/o bayr. Präm.-Anl. 114 Ansbacher 7 fl. 1 l5/e 40/g badische Loose Hl3/. Badische fl. 35 Loose 69 V2 Oestr. fl. 250 v. 1854 763 . 1858r Prioritätsloose 179V2 1860r Loose 853/8 1864r „ 1331/2 Braunschweiger 183/8 Stadt Florenz 833/. Wechsel. Amsterdam k. 8. 98 Augsburg k. 8. 993/4 Berlin k. 8. 105 Bremen k. 3. 943/4 Brüssel k. 8. 9N/8 Hamburg k. 3. 86 V8 Leipzig k. 3. 105 London k. 3. 116 Lyon k. 8. 91 Paris k. 8. 911/g Wien k. 8. 98 ditto m. 8. — ditto Disoonto 1. 8. - 4 0/g Geldsorten. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 571/2—58Vr Pistolen . . 9 38—40 „ doppelte 9 38—40 Holl. fl. lOSt. 9 53—55 Ducaten . . 5 33—35 20 Frankenst. 9 141/2—151/2 Engi. Sover. 11 42—44 Russ. Imper. 9 32 — 34 Dollar in Gold 2 23—24 Annoncen - Bureau TI». Dietrich & Comp. in Cassel. 1) Wir besorgen Annoncen in alle hiesigen und auswärtigen Zeitungen, | Journale, Coursbücher etc. 2) In jedem Falle berechnen wir nur die Original-Tarif-Preise und | notiren weder Porto noch sonstige durch Vervielfältigung de? Manu- scripts und Correspondenz entstehende Spesen. 3) lieber jede Insertion liefern wir auf Wunsch die betreffenden Belege. 4) Bei grösseren Aufträgen und oftmals wiederholten Insertionen schreiben wir . einen angemessenen Rabatt gut. 5) Für Annahme von Offerten auf durch uns erlassene Annoncen berechnen wir keinerlei Gebühren. 6) Vorherige Kostenanschläge werden bereitwilligst ertheilt. 7) Unser neuester correctester Insertionstarif steht gratis und franco zu Diensten. TA. fiiefrieft äf Cotnp., Annoncen-Bureau für sämmtliche in- und ausländische Zeitungen. " 7.' nfr».r—^ni .i i-jwgyn Wir halten bei Vorkommen sowohl für größere wie kleinere Aufträge unser ([entral-tiiufdu für Siifcnitr bestens empfohlen. Die uns übergebenen Annoncen werden sofort direct an die betr. Zeitungs-Expeditionen befördert und nur zu den Originalprcisen der Zeitungs-Expeditionen berechnet. Kostenvoranschläge gratis und umgehend. Größere, umfangreiche Aufträge nach Vereinbarung zu möglichst günstigen Beoingungen, Belege gratis und Uebersendung derselben nebst Rechnung franco. Alieger'schc Buch-, Papier - und Landkartcn-Handlung Frankfurt a M., Domplatz Nr. 8. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt. Allgemeiner Anzeiger Versteigerungen. 3515) Dienstag den 3. October d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die dem Valentin Heerdt uud Ehefrau gehörige Hof- raithe, als: Flur Nr. HlKlftr. i;qv. 20 Hofraithe auf dem Asterweg, flieht 131/2 kr. Rente, 1 qq0 27 Grabgarten daselbst, 1 qrq 3 Hofraum mit Stall, 1,9-0 — Hofraum (Miststätte) das., öffentlich meistbietend versteigert werden. Giesien, den 19. August 1871. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Semmler, Ortsgerichtsmann. 3947) Dienstag den 26. September d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Forstmeister v. Buseck'schen Hause auf dem Seltersberg gut gehaltene Mobilien, bestehend in Canapee's, Tischen, worunter ein voaler, sowie einer mit Einlage für 18 Personen, Commoden, Stühlen, Bettladen, Bettwerk, Haus- und Küchen- geräthen, einem Flaschengerüst re., meistbietend versteigert werden. Bemerkt wird, daß Morgens vorher die Möbel eingesehen werden können. Gießen, den 18. September 1871. In Auftrag: Semmler, Ortsgerichtsmann. Das Schuldenwosen des Chr. Jughard HL dahier betreffend. 3906) Dienstag den 19. September, Vormittags 9 Uhr, werden in dem Hause des Chr. Jughard III. am Wallthor dahier 15 Rinder, 2 junge Faffelochsen und 1 Mutter kalb, und an dem- selben Tag, Nachmittags 2 Uhr, am Brand dahier 5 Pferde uud 1 Fohlen öffentlich versteigert. Bemerkt wird, daß mit erfolgtem Zuschlag die Genehmigung ertheilt ist. Gießen, den 14. September 1871. Der Massecurator: M. Pilger. FettgeboteneÄ. 3949) Carbolsäure, Eisenvitriol und Chlorkalk zur Desinfect'on empfiehlt C. Fr. Semmler. Neue englische Bückinge zum Nohessen sind cingetroffen. (3574) I. A. Busch Söhne. Unfehlbares Universal- und Geheimmittel gegen die Trunksucht! 3950) Personen beiderlei Geschlechts, die zsich de-n Trünke ergeben haben, werden, ohne daß sie es merken, von diesem Laster unfehlbar befreit. Frankfurt a. O-, Stiftstr. Nr. 14. Puschel. 3822) Zwei fast noch neue Uniformen mit einem Mantel und Säbel, von einem ' Einjährigen, sind billig abzugeben. Bei j wem? sagt die Exped. d- Bltts. EinmachlMge. 3293) IZestragou, ä la ravigölte, feinste Weinessige empfehlen I. A- Busch Söhne. Neue Gewichte, Geschäfts- und Hauö- haltungö Waagen aller Art, Häckselmaschinen, Rübcnfchneider, Wasser- und Iauchepnmpen (3955) bei Emil Pi stör 3785) In schönster Lage Gießens, in der Nähe der Stadt, ist ein neuerbautes zweistöckiges Wohnhaus, mit angrenzendem Platze zur Anlage eines Gartens,, aus freier Hand billig zu verkaufen. Das Haus würde |fid) vorzüglich zu einer Restauration eignen. Schri tliche Anfragen (verschlossen) bittet Iman bei der Expcd. d. Bltts. abzugeben. Handdreschmaschinen! 3933) Wir offenren Handdreschmaschinen ^aus der Fabrik des Herrn H. Lanz in Mann- heim ä 88 fl., 95 fl. uud 100 fl. pr. Stück. Mit Strohschüttler ü 21 fl. pr. Stück mehr. Flick 8? Kröll. ■0" Läger in acht italienischen Teigwaaren, als: Maccaroni, Dcrmiccllis und Suppenteige. Eicrgcmüse- und Eiersuppennudeln. _ Julienne« (getrocknete Franzosen- suppenkrüuter). Blockchocolade. Würfelzucker. Rosinen, Eorinthen, Mandeln, Eitronen, Citronat, Orangeat, gestoßenen.'Zimmet und gestoßene Raffinade. Neisstärke. 6197) Die Specerei -. Material- und Farbwaaren - Handlung von Einil Fischbach in Giessen (Seltersweg) empfiehlt sich einem geehrten Publikum bestens. Thee, BaniUe, Chocolade, Arrac, Rum, Cognac, Punschcssenze, Malaga, Madeira, Sherry, Ktrschwafier und feinste holländische Liqucure. Extrascin. Birucngelec. Italienische Maronen. Champignons, Trüffeln, Sardlnes a IMmlle. Caviar, Mixed-Picklcö. Condcnfirte Milch von der Anglo-Swiss Condensed Milk - Comp. in Cham (Schweiz). Bade-, Fenster- und Pfcrdcschwämme. Brünellen, Tafclmandcln, Tafelrofinen. Restle s Kindermehl (farine lactee) als Ersaß der Muilermilch. Haupt- SNcdcrlage sür «berhesscn zu Gießen tit der Hirschapotl)et e von EBr. Heu,Pcl. Preis der Schachtel per comptant fünfundvierzig Kreuzer. (3917) Msikwcrkc nnb Spicldoscn von 2 bis 24 Stücke spielend, mit und ohne Glocken und Trommel, Castagnetten, Himmelsstiimnen, Mandolinen zu vn-geos-Preisen, empfiehlt (2587) (^-eorg Schäfer, Uhrenhandlung. Chocolade in Vanille, Gesundheits- und Gewüy- Chocolade aus der Fabrik der Herren Joh. PH. Warner in Mainz und Franz Stollwerck Lf Söhne in Eöln. Block-Chocolade und Cacao. Die rühmlichst bekannten Rettig- und Malz-Bonbons in Schachteln und Paqueten, gegen Husten und Heiserkeit. Feinste Sorten von Reis- und Weizen-Stärke. 3398) Die Handlung der I. A. Kusch Söhne empfiehlt bestens: Die feinsten Thee's, wie Pecco mit Blüthen, Souchon, Congou, Imperial. Kaffee: wohlschmeckenden Java, ä Pfund „ Ceylon, ä „ X H ff a ff X ff ff ” ff X ff _ " H feinen gelben «affee, ä „ X ff ff ff “ ff Würfelzucker, Raffinade und Melis. 32 fr. 36 „ 3957) Das Haus der I. Rothenberger Wittwe in der Kaplansgasse ist freiwillig zu verkaufen. Kaufliebhaber wollen sich bei mir melden. Heinemann Hermann. Hauslehrer gesucht. Iu erfragen bei der Exped. d. Bltts. (3910) Vermischungen. 3823) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet,! in der Mansarde, ist zu vermiethen und kann sofort bezogen werden bei I. A. Busch Söhne. 3954) Eine Wohnung von 3 Zimmern, Cabinet u. s. w., ist an eine stille Familie zu vermiethen. Emil Pi stör. 3619) Eine Wohnung im Vorderhause, sowie Lagerraum, zu vermiethen. Ernst Pitthan. 3951) Ein freundliches möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen in Lit. A. Nr. 99.______________________________________ 3295) In Lit. E- Nr. 78, Universitätsstraße, ist der dritte Stock, bestehend in 2 Zimmern, 2 Cabineten rc., zu vermiethen und den 1. November, auf Verlangen auch früher, beziehbar. 3836) Im Hause der Fr. Vogt's Erben, vis-ä-vis der Brandgasse, ist ein Logis zu vermiethen. Näheres im Hause selbst. 3905) Das von S. Neutlinger im Ferber'schcn Hause auf dem Lindenplatz seither bewohnte Logis ist zu vermiethen und sofort zu beziehen. Näheres bei Ju- lius Roth.________________________ 3729) An eine stille Familie ist eine Wohnung zu vermiethen bei L. Baer, Wallthorstraße. 3765) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Kanzleiberg Lit. B. Nr. 67. 3937) Die mittlere Wohnung meines Hauses ist pr. Anfang November zu vermiethen. Heinr. Kaess. 3525) Zwei möblirte Zimmer für das nächste Semester zu vermiethen. Neuenweg Lit. B. Nr. 194. Vsrmisckts Anzeigen Mifswnssest. 3901) Die Decanate Gießen und Groß- Linden beabsichtigen, Mittwoch den 20. September ein Missionsfest in Groß-Buscck zu halten. Anfang des Morgen - Gottesdienstes um 10 Uhr. Missionär Strobel hat zugesagt zu kommen. Die Decane: Land mann. Strack. 1 Zur Vertretung für Gießen wird ein bei der Eisenbahn bekannter Agent gesucht; derselbe kann sich durch wenigstündige Arbeit während des Monats einen fixirten annehmbaren Verdienst schaffen. — Adressen befördert sub JE. 7622 die Annoncen-Expedition von Rudolf Moffe in Berlin. (C. 442/9) 3958) Man sucht für eine Restauration zu sofortigem Eintritt ein Büffetmädchen gesetzten Alters. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 3877) Auf Michaeli wird ein braves Dienstmädchen, am liebsten vom Lande, zu miethen gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. 3156) Ein williger Junge für Hausarbeit und Ausgänge gesucht von __________________________Ph. Uhl. Am 1. October beginnt der neue Jahrgang und das neue Abonnement des Daheim, deutsches Familienblatt mit Illustrationen. Wöchentlich eine Nummer, alle drei Wochen ein Heft mit vielen Illustrationen. Preis vierteljährlich 18 Sgr. (1 Fl. 3 Kr.) Durch alle Buchhandlungen und Postanstalten zu beziehen. Zu Bestellungen empfehlen sich: dieFerber'sche Universitäts-Buchhandlung, E. Heinemann, I. Nicker. Flechtenkranke und Brustleidende heilt Dr. Iochhetm in Darmstadt, Lud- wigsplatz. (2478) HAASENSTEfN&VOGLER Zeitungs-Annoncen-Expedition, in Frankfurt am Main, grosse Galhisstrasse 1, im 1. Stock. ftcuerwall, 50 ; Leipzigerstrasse, 46 ; Steinenberg, 29; Stadt, Neuer Markt, 11 ; Markt, 17, Königshaus; Kronprinzstrasse, 1 B; Elsassergasse, 1 ; Obere Grabenstrasse, 13; Place du Molard, 2. Hamburg, Berlin, Basel, Wien, Leipzig, Stuttgart, Zürich, St. Gallon, Genf, Einladung. 3952) Zu dem am Laubhütten-Felle, als den 7. October, im Schützengarten zu Wetzlar stattfindenden Balle werden alle Freunde, denen aus Versehen keine Einladung zugegangen, ergebenst eilige- laden vom Comit^. 1 sl. 12 kr. fi Den fei im JV. Ouatta f Dir Vock Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. -ülich gcmcht tvk t Mittel erhält, i» | ohnmächtigen H in Böhmen i Czechrn. Du i qtdwd)tt Syai M ist Mz MA ^inntn M DrntzchseinUi Mto feierlichem und Naturpräparate, worunter sich besonders hervorhebt die zerlegbare anatomische Venus von Medici, welche gänzlich zerlegt und wissenschaftlich erläutert wird. Nur erwachsene Herren haben Zutritt. — Entree 12 kr. Zu zahlreichem Besuche ladet freundlichst ein Düringer. auf kurze Dauer mein wissenschaftliches, ethnologisches, pathologisches und anatomisches Museum aufgestellt habe. Das Museum enthält über 400 Kunst- F/ii ,9 e t< m C/ir. fittrinyei im Mivald'schen Garten. t’clir-Siillitut und Pensionat für Mädchen in Jugenheim an der Bergstraße von Maria EitzkiilmM. Jährlicher Pensions Preis 4100 st. 3832) Das Institut, welches vollständig Unterricht in allen Wissenschaften, in Musik, Handarbeiten rc. ertheilt, erzieht Mädchen von 6 Jahren bis zur Reife. Die herrliche Lage des Ortes am schönsten Theile der Bergstraße gestattet viel Bewegung in freier Lust und eine in jeder Hinsicht rationelle Pflege der Gesundheit aller Zöglinge. Zeugnisse von Autoritäten, Prospekte und Referenzen von angesehenen Familien stehen zu Dienst. Die Vorsteherin: Maria Cihrnsirrger. Wohnungs - Veränderung. 3923) Von heute an wohne ich in dem Markus Engel'- schen Hause, vis-ä-vis meiner früheren Wohnung in der Löwengaffe. Gießen, den 16. September 1871. Charlotte Loos, Hebamme. Einladung zum Abonnemeut auf die Hessischen WlkskMer (Landcszkitnilg) in D a r m ft a d t. Preis: vierteljährlich 1 st., mit Postausschlag 1 st. 27 Kr. Auflage 400. Darmstadt, im September 1871. Die Erpedition der Hessische» Volksblätter lLandeözeitung.) Für al!« Mtftlitn fönni UaUeS lefiimm gelegen! a liefern._______ Wohnuugs - Veränderung. 3943) Meinen geehrten Kunden die ergebene Nachricht, daß ich meine seitherige Wohnung verlassen habe und nun in dem Hause des Herrn Drechsler Möhl, Marktstraße Lit. D. Nr. 220, wohne. — Auch bringe ich hiermit mein Geschäft m empfehlende Erinnerung und bitte um geneigten Zuspruch. Heinrich Hornfeck, Schuhmacher, vormals Heinrich Hanitsch. fr ZusWMnfaffl \« Gefahr für di ?g preiszutzkben starcicher soll zl !■' Ulin die Cjkchen föf deuffchfm Bo! Ischls Jiönign 'f’n iS in der nölt Aschen dkm bru lu,r* tit D.ntschk 1011 Nkulm itiiro •iWUli, Spraj ht Rach, p(r j 'M daß L"? i'J 'Mlliliiiri MlWnng d„ ■' «t-n fflillflt Jültrtf Snali" iUtooi g 1 di, unb hn M«it Dkl-t ftj, •« «?.«» d!id,,b ife Sn" 9,( tatu. 3945) Einem hochgeehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich nur .? Einladung pim Abonnement auf die Frankfurter Presse, j Erscheint 2 Mal täglich (in 2i/2 Folio - Bogen). Abonnementsprcis r pro Quartal hier in Frankfurt a. M. 2 Gulden (ohne Bringerlohn.) Auswärts tritt der Postaufschlag nud das Postbestellgeld hinzu. Die „Frankfurter Presse," das einzige Blatt nationaler Tendenz in Frankfurt, erfreut sich eines fortdauernden Aufschwungs und großer Verbreitung in ganz Süddeutschland. Dem Handelstheil wird besondere Aufmerksamkeit und Pflege gewidmet. Vollständiges Coursblatt. Prompte Börsen- und Produetenberichte aus allen Hauptplähen. Vcrloosungslisten Der „Frankfurter Presse" wird ein tägliches belletristisches Beiblatt unter dem Titel „Museum" beigegeben. Die Expedition der „Frankfurter Presse."