PretS vierteljährig 1 ft 12 fr. mit Brtngerlohn- Durch die Post bezogen vierteljährig 1 ff. 27 fr. Oießemr Aryelger. Erscheint täglich, mit TuS» nähme Montags. Expedition: Canz leib erg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen. Nx. 13D. Sonntag den 18. Jnni 1871« 81616 tiSilf’ d6tt uoch fortwäbrmd sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch . bei allm Post-Expedrttonen und den Land-Postboten entgegen genommen. 17. Juni. t Die Militärconventton mit Hessen ist trotz entgegenstehender Behauptungen nach der früher von uns mitgetheilten Grundlage zum Abschluß gebracht worden. Eine Differenz bestand nur in Bezug auf den Uebertritt der hessischen Offiziere in die preußische Armee analog der Vereinbarung zwischen Preußen und Baden. Die Offiziere treten nicht über und ebenso bleibt die Militärverwaltung dem hessischen Kriegsministerium. Von Deutschen in Böhmen ist an das deutsche Bundeskanzleramt eine eingehende Darstellung der muthmaßlichcn Gestaltung der Verhältnisse in Böhmen eingereicht worden. Auch an den Fürsten Bismarck find in letzter Zeit mehrfache private Schriftstücke, theils anonym, theils mit Unterschriften versehen, in dieser Angelegenheit übergeben. Natürlich sind diese Schriftstücke ad acta gelegt. Man verspürt wenig Lust, sich in die österreichischen VersaffungSstre:tigkeiten einzumengen. Einstweilen werben daher die Deutschen in Oesterreich auf politische Selbsthilfe angewiesen sein. Bekanntlich hält sich eine Deputation von Großindustriellen aus dem Elsaß in Berlin auf, um dem Reichskanzler die dringendsten Wünsche der neuen Provinz an's Herz zu legen. Bei den Audicnzen, welche die Deputirten schon wiederholt bei dem Fürsten Bismarck und dem Minister Delbrück hatten, drückten dieselben insbesondere ba- Verlangen aus, daß die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht' in den Provinzen so wert als möglich hinausgeschoben werde. Ebenso machten sie kein Hehl daraus, daß ihre jungen Landsleute vor Allem darüber beruhigt sein möchten, daß ste bei einem etwa wieder ausbrechenden Kriege zwischen Deutschland und Frankreich nicht im Kumpfe gegen letzteres verwendet werben. Fürst Bismarck gab ihnen, wie der „Pos. Ztg." aus Berlin geschrieben wirb, zur Ant- wort: In düsem Augenblicke könne er über den ersten Punkt noch nichts Positives sogen; was aber ihren zweiten Wunsch anbelangt, so bürsten die elfischen Abgeordneten versichert sein, baß man ihre durch lange Zusammengehörigkeit vollkommen erklärlichen sympathischen Gefühle für Frankreich möglichst schonen werde. Den Republikanern in der französischen Nationalversammlung wirb es inmitten der dynastischen Agitationen doch etwas bang. Legitimisten und Orleans rüsten sich für die Campagne der bevorstehenden Ergänzungswahlen und die Bona- partisten legen einen nicht geringeren Eifer an den Tag. Hoffen doch die letzteren, in den Wahlen wenigstens fünfzig Sitze zu gewinnen. In dieser nicht sehr tröst- reichen Lege haben Mitglieder der Linken der Nationalversammlung zu Pari« ein Manifest erlassen, welches 81 Unterschriften zählt. Nach einer ängstlichen Klage über die Verbreitung von Manifesten, in denen dem Landvolk die Wiederherstellung des ancien rägime in der Nähe gezeigt und die Intervention in die italienischen Angelegenheiten verlangt wird, sprechen ste ihr Bedauern darüber aus, baß durch solche Agitatroncn die sich bereits wieder erhebenden Bonapartisten ermuthigt werden. Ob die Ausdrücke de- Bedauerns, diese Klagen an der Situation etwas ändern werden? Wird die Republik als blcßer Lrchtlöschcr, als ein die Lebens- fragen der Politik blo« erstickende« Provisorium die Gemüther befriedigen und den Fiieven und die Ruhe sichern, nach welcher alle Welt in Frankreich verlangt? Sagen nicht auch die übrigen Parteien von ihren dynastischen Programmen, daß nur mit diesen der geordnete Zustand, welcher die Arbeit belebt, geschaffen werden könne? Mit diesem neuesten Manifest wlrd also nicht viel gesagt sein, noch weniger etwa- bewirkt werden, wenn den Republikanern die Hauptsache, die Majorität, fehlt. Die französische Regierung hat auf die von Florenz au- an sie ergangene officiclle Anzeige, daß der Sitz ter Regierung am 1. Juli nach Rom verlegt werden werde, einfach mit der Mitthcilung geantwortet, daß ihr am königlichen Hofe 'beglaubigter Gesandter bereits die Weisung habe, ihr dorthin zu folgen undj fortgesetzt diejenigen freundschaftlichen Beziehungen zu pflegen, welche so glücklich bisher zwischen den beiden Staaten und Völkern bestanden. Die Speculation der! Curie auf Frankreich ist mithin zunächst und nach dieser Seite hin zu Schanden' geworden. Darmstadt, 15. Juni. Die wiederholten Anstrengungen der hessischen Com- missäre wegen der Reorganisation der hessischen Division, des Obersten v. Lynckcr und des KriegSrathS Niepoth, haben nunmehr doch zu dem am hiesigen Hofe gewünschten Resultate geführt. Nach einem heute au,gegebenen Divisionsbefehle bleiben die Truppentheile in ihrer seitherigen Form b.stehen; da- erste Infanterieregiment und das erste Jägerbataillon werdrn in Darmstadt, das dritte Infanterie- regiment in Offenbach und Worms, das vierte Infanterieregiment und da- zweite Jagerbataillon in Mainz garnisoniren. Die weiteren Truppentheile behalten ihre Garnisonen. (Fr. I.) v Darmstadt, 16. Juni. Dem Vernehmen nach wurden am 14. d. M. die Natificationtn der Militärconvcntion in Berlin beiderseitig ausgetauscht. — Duo 4. Infanterieregiment wird nicht an dem Einzug der hessischen Division Theil nehmen. Zufolge einem Telegramm des General OuarticrmeisterS v. Podbielsky mußte sich gestern Abend bereits ein Bataillon desselben nach feiner neuen Garnison Mainz von Landau au- per Eisenbahn begeben. Heute Abend kommt das ! 2. Bataillon des Regiments in Mainz an und morgen wird das 2. Jägerbataillon dah.n befördert. — Der gestrigen „Darmstädter Zertung" zufolge ist gegen 68 Militär- der DescrtionSprozeß eröffnet. — Heute Morgen werden die letzten französischen Gefangenen, welche sich bisher noch hier aufhieltcn, 300 an der Zahl, in ihre Heimalh besördert. — Der pensionirte Minister v. Dalwigk ist am ver- gungenen Montag nach Livland abgcreist, wo er den Sommer zu verbringen gedenkt. Darmstadt, 16. Juni. Aus glaubwürdiger Quelle vernehmen wir, daß laut Allerhöchster Entschließung Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs die künftigen Garnisonen ter Großherzoglichen Truppen in nachstehender Weise bestimmt worden sink. Der Divisionsstab, die Brigadestäbe, die Großh. Feldartillerie nebst Train rc., da« 2. Infanterie-Regiment, die Cavallerie und sämmtliche Land- wehr-Bezirks-Commantos bleiben ungeändert an denselben Orten, wie seither. Das 1. Infanterie-Regiment und das 1. Jäger.Bataillon kommen nach Darmstadt. Der Rcgimentöstab des 3. Infanterie - Regiments nach Darmstadt, das 1. Bataillon nach Offenbach , das 2. nach Worms. Das 4. Infanterie - Regiment wie das 2. Jäger-B taillon rücken, wie bekannnt, als Garnison in Mainz ein. (D. Z.) Offenbach, 14. Jam. Heute Mittag ist die Ersatzcompagnie des zweiten hessischen Jägerbataillone in ihre neue Garnisonstadt, nach Mainz, abmarschirt. Dieselbe zählt etwa 180 Mann, welche heute in Kelsterbach einquartirt werden und morgen :n njren Bestimmungsort einrüden. Die hiesige Caserne ist indessen im Innern frisch hergcricbltt worden, was zu ver Annahme berechtigt, daß unsere Stadt doch wieder eine Ga.nison erhalten wird. München, 13. Juni. Prinz Luitpold hat 8000 fl., da- ihm zufallende RctablrffemensSgcld, dem deutschen Jnvalldenfond geschenkt. ...-j- Berlin, 14. Juni. Ja Bezug auf die Theilnahme der süddeutschen Könige an dem Einzüge der deutschen Truppen in der deutschen Hauptstadt ist in tiefem Augenblicke noa, nichts entschieden, obwobl von hier au« die äußersten Anstrengungen gemacht werden, die Könige von Bayern und Württemberg dazu zu bewegen, persönlich Mitzuwirken bei der großartigen Siegesfeier. In der Zurückhaltung der beiden Monarchen will man übrigen- hier keineswegs ein Mißtrauen g'gen die Entwickelung der nächsten Zukunft de- deutschen Reiche- erblicken; man glaubt vielmehr den Grund derselben in dem Umstande suchen zu sollen, daß die füddeutschen Könige äußerlich in einer ähnlichen Stellung erscheinen würden, wie die an der Feier bethelllgten kleinen norddeutschen Fürsten; diese Auszeichnung oder vielmehr dieser Unterschied soll aber nach der Ansicht der süddeutschen Di- plomatie bei jeftr Gelegenheit scharf hervortrcten. Die scandalose Geschichte in Bielefeld, die körperliche Mißhandlung eine« Reservisten durch einen Hauptmann v. Falkenstein, ist im Wesentlichen richtig. Die -Lache ist bereits hier anhängig gemacht worden. Wie wir vernehmen, ist von hier au- Befehl ertheilt worden, die Untersuchung zu beschleunigen und über da- Resultat derselben sofort zu berichten. t Berlin, 15. Juni. Noch niemals ist Berlin von einer Festlichkeit dermaßen in Anspruch genommen, wie von dem diesmaligen Truppeneinzuge, zu dem sich die ganze >Ltadt, ohne Ausnahme, rom Palaste bis zur ärmsten Hütte, von dem fassionablen Geheimrathsviertel bis hinaus in die Arbeitervorstädte aufherrlichste schmückt. Das Gedränge in den Straßen war heute schon in den frühesten Morgenstunden so stark, daß Fußgänger nur im langsamsten Schritt vorwärts kommen konnten; in der Siegesstraße und in den in dieselbe einmündenden Straßenzügen war der Wagenverkehr vollständig unterbrochen. Die Anzahl der Fremden, Vie zum Einzüge herbeiströmten, ist auf mindesten- 100,000 zu schätzen. Bei solcher Gelegenheit zeigt sich recht deutlich, wre viel Berlin in feiner Entwicklung hinter andern Städten zurückgeblieben ist. In den Gasthäusern, vom feinsten Hotel ersten Range« bis zur ärmlichsten Ausspannung, war schon Anfang- dieser Woche absolut kein Plätzchen mehr leer. Eine leere Droschke ist ein Naturwunder, Miethwagen, die zu gewöhnlichen Zeiten zu 3—4 Thaler für den ganzen Tag zu haben sind, akkordirten heute nicht ander-, wie mindesten- 2 Thaler pro Stunde. Auch die Lebensmittel sind kolossal im Preise emporgeschnellt; Fleisch ist um 2 bis 3 Sgr. pro Pfund aufgeschlagen, ein Halbweg anständige- Diner kostet 2 bi« 3 Thaler, also gerade das Doppelte des gewöhnlichen Preise-, das Bier ist kaum zu genießen, weil die Brauereien die günstige Gelegenheit zur Absorption de- schlechten Gebräues natürlich nicht unbenutzt vorüberstreichen lassen. Aber all diese Calamitäten vermögen nicht den Festesjubel zu beeinträchtigen. Der eingefleischte Royalist erfreut sich neben dem anragirtestcn Anbeter der Pariser Commune der splendiden Ausstattung, mit welcher die junge Kaiserstadt seine alte Garde begrüßt. Unk in der That, Berlin leistet diesmal Außerordentliches. Seit beinahe einem Menschenalter sah ich alle diese Veranstaltungen, welche Berlin bei feierlichen Gelegenheiten traf, aber niemals etwas AehnlicheS. Ja selbst das Gepränge, welches bei Eröffnung der litzten Pariser Industrieausstellung überwältigend auf mich ein- wirkte, verblaßt vor der Opulenz, in welcher die Einwohner Berlin- diesmal wetteifern, lieber die Einzelheit verweise ich auf meinen morgenden Festbericht. Berlin. Der ht.sige Consul der argentinischen Republik und der Eonsul der Republck Uruguay, rufen in Gemeinschaft mit einem in Hamburg gebildeten (Somite die Hilfe der Deutschen für das Elend in Buenos ° Ayrcs an, wo eine pkstähnltche Epidemie den dritten Theil der auf 40,000 Einwohner zu schätzenden Bevölkerung in Krankheit und Tod gestürzt hat. Die Stadt zählt auch 2139 Deutsche, die während de- französischen Krieges über 8500 Pfo. Sterl. für unsere Verwundeten gesammelt haben. Der entsetzlichen Noth zu steuern, hat das Aeltesten- collegium der Berliner Kaufmannschaft beschlossen, Sammellisten auch auf hiesiger Börse au-zulegen. Berlin, 15. Juni. Deutscher Reichstag. Die heutige 57. Plenarsitzung wird vom Präsidenten Dr. Simson um 10*/4 Uhr eröffnet. — Die erste Nummer der Tagesordnung ist die dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Ge- Währung von Beihilfen an Angehörige der Reserve und Landwehr. Da- Gesetz wird ohne Debatte angenommen. E- folgt die dritte Berathung des Gesetzentwurfs zur Verleihung von Do» tationen für hervorragende, im letzten Krieg erworbene Verdienste. Schulze: Die Vorlage sei nicht als eine Vorlage zu betrachten, welche den Dank der Nation zum Ausdruck bringen solle, sondern als eine reine Finanzfrage. Nur dann, wenn das Geld sicher fei, wenn die Einnahmen gewiß wären, könne man an eine Finanzfrage herantreten. Die Nation dürfte eine solche Summe- nicht bewilligen, sie sei aus den Kinderschuhen heraus: Die Vertreter der Nation hätten nur das Budgetrecht zu wahren, das sei ihre Aufgabe, aber nicht etwa so viel Grld zu bewilligen, was den Reichthum einiger vermehre. — Schröder (Lippstadt). Er habe mit schwerem Herzen gegen die Vorlage gestimmt, aber zwei Gründe hätten ihn dazu getrieben: ersten- mußte er sich sagen, daß die Vorlage keinen Anklang im Volke finde, zweitens mußte er sich an die Beispiele der Geschichte halten, welche beweisen, daß die Herrschaft der Gewalt immer damit anfing, daß die Führer der Armee reich wurden. Die Idee von der Geschichte des Cincinatus bleibt wahr und ein Muster für alle. — Krüger (Hadersleben) spricht gegen die Vorlage, Kiefer mit scharfen Worten gegen die Fortschrittspartei, welche im Volke keine Sympathien mit ihrer Negation erwecken werde, wenigstens bei dem Volke in Süddeutschland nicht. — Dr. Löwe. Er habe jede Parteitactik, jede Polemik vermeiden wollen. Nichts sei ihm ferner gewesen, als eine Verdächtigung derjenigen, die der Vorlage zustimmen. In dem Dankgefühle seien alle einig, seine Partei divergire nur in Betreff der Ausdrucksweise dieses Dankes. Er habe nur die mit dieser Danke-weise verbundenen Gefahren bezeichnen wollen, eine Anklage anderer Parteien verdiene er nicht. — Lasker. Das Gefühl der Versöhnung müsse gerade heute die Versammlung erfüllen; es sei bisher seine möglichste Sorge gewesen, daß im Volke die Meinung nicht erregt werde, al- begänne nach der äußeren Einigung der Streit der Parteien im Innern. Er achte die Gefühle der Opponenten, da dieselben nur in anderer Weise jene großen Männer geehrt wissen wollen. Möge der Streit der Parteien, da- Zufällige, aufgegeben werden, und die Liebe zum Daterlande, das Beständige, das Haus auch heute beseelen. (Bravo!) — Ziegler protestirt gegen die Angriffe des Abg. Kiefer. — Lender motivirt sein Nein. Ein Herzenswunsch des Kaisers dürfe niemals einen Volksvertreter bestimmen, gegen seine Ueberzeugung zu handeln. — Nachdem noch einmal die Vorlage empfohlen, wird das Gesetz mit großer Majorität angenommen. Fürst Bismarck verliest eine k. k. Botschaft, welche die gegenwärtige Sitzung des Reichstages gemäß Artikel 12 der Verfassung auf heute zu schließen befiehlt und die Mitglieder de- Reichstages um 3 Uhr in den Weißen Saal des Residenz- schloffes zufaWmenbkruft. Das Haus nahm die Botschaft stehend entgegen. v. Unruh (Magdeburg), als Referent der Commiffarien für den Parlaments» bau begründet den CommisstonSantrag: „Der Reichstag wolle beschließen, den Reichskanzler aufzufordern, ein interimistisches SitzungSlocal auf dem Grundstücke der Parzellenmanufactur nach dem Plane des Herrn Geh. BaurathS Hitzig so schleunig wie irgend möglich zur Ausführung bringen zu lassen und zu dem Ende für die baldigste Räumung der zu benutzenden Gebäude der Porzeüanmanufactur zu sorgen. Fürst Bismarck glaubt die Zustimmung des Bunde-rathS zu diesem provisorischen Neubau auf dem Grundstücke der Porzellanmanufactur in Aussicht stellen zu können; ein Umbau des Abgeordneten- oder des Herrenhauses werde doch nicht ohne Zustimmung der betreffenden Körperschaft vorgenommeii werden können. Im Uebrigen würde der Neubau bis zur Herbstsession bewerkstelligt werben können und die Summe von ungefähr 170,000 Thlr. nicht übersteigen. Er glaubt im Interesse der Regierungen, wie des Reichstages den CommisstonSantrag empfehlen zu können. Der Antrag wird mit großer Majorität angenommen. Präsident Dr. Simson giebt eine Uebersicht der vollendeten Arbeit. Von Seiten der verbündeten Regierungen sind vorgelegt, 23 Gesetzentwürfe, 2 Verträge und 6 anderweitige Vorlagen, die sämmtlich die Genehmigung des Hauses fanden. Von den Mitgliedern wurden 21 Anträge eingebracht, au- denen 2 Gesetzentwürfe hervorgingen; 7 Interpellationen sind beantwortet worden. An Petitionen gingen 524 Nummern ein; davon sind 291 als zur Erörterung im Plenum nicht geeignet befunden, 22 anonyme ad acta gelegt, 152 erledigt, 59 unerledigt geblieben. Da- Plenum hielt 57, die Commissionen 67, die Abheilungen 138 Sitzungen. v. Franckenberg-Ludwigsdorf. Meine Herren! Wenn auch das Dankgefühl bei uns auch ohne dessen besondere Verlautbarung unverbrüchlich fest steht, so erlaube ich mir dennoch den Vorschlag, eine anderwärts lieb gewonnene Gewohnheit mit dem heutigen Tage auch bei uns einzubringen, nämlich die, am Schlüsse einer Sitzungsperiode dem Herrn Präsidenten unfern gemeinsamen Dank darzubringen. (Bravo!) Da ich der Zustimmung gewiß zu sein glaube, so beginne ich sofort damit und spreche dem Herrn Prästventen unfern wärmsten Dank au- für die abermalige Mühewaltung, deren sich derselbe in einer lang gewordenen SitzungS- Periode unterzogen und mit der er die Geschäfte sicher, kräftig und fördernd geleitet hat, und reihe daran den Wunsch, daß eS ihm vergönnt sein möge, sich an den großen und schönen Erinnerungen noch lange zu erfreuen. (Bravo!) Meine Herren! bethätigen Sie Ihre Zustimmung dadurch, daß Sie sich särruytlich von .Ihren Sitzen erheben. (Das geschieht.) Präsident Dr. Simson. Meine Herren! Die Anerkennung, die mir der eQrwurötge Alterspräsident ausgesprochen, und die Zustimmung, mit der das hohe Haus feine Worte aufnimmt, bewegen mich auf das Tiefste, sie gewähren mir einen reichen, sicher nicht in diesem Maße verdienten Lohn, für eine Mühewaltung, » h r- ^trauen berufen zu sein mir ein hohes Glück und Segen ist.! Nehmen Sie meinen innigsten Dank dafür und für das mir überall bethätigte Wohlwollen auch heute entgegen. Nun, meine Herren, lassen Sie uns mit dem Rufe auseinancergehen, mit dem wir vor jetzt einem Vierteljahr die Arbeiten des ersten Reichstages begonnen haben. Dieser Ruf vergegenwärtigt in einem einzigen Wort den unvergleichlichen, und so Gott will, unvergänglichen Erfolg und! Gewinn der wunderbaren letzten elf Monate, die wir durchlebt haben: der deutsche Kaiser, Se. Maj. der König Wilhelm von Preußen, er lebe hoch! und nochmals hoch! und immer hoch! Die Versammlung stimmt begeistert in den Ruf ein. — Schluß 1 Uhr. Florenz, 14. Juni. Abgeordnetenkammer. Sella legte den Gesetzentwurf, die Gotthardsbahn vor, beifügend, daß er aus der Vorlage (zu deren Gunsten) eine CabinetSfrage mache. Rom, 14. Juni. Im Vatikan hat heute der feierliche Empfang der 65 katholischen Deputationen stattgefunden, worunter die zahlreichste die der Tyroler war. Die Bevölkerung hat sich der Jubiläumsfeier und den Deputationen gegenüber passiv verhalten. — Für da- Cavourmonument wurde in 48 Stunden die erforderliche Summe gezeichnet. Telegraphische Depeschen. + Paris, 15. Juni. Der „Francais" erklärt, der Finanz-Minister habe auf alle anderen Anlethedeckungsmittel verzichtet und werde nur den öffentlichen Credit in Anspruch nehmen. Eine höchst einflußreiche Gruppe hiesiger mit aus- wärtigen verbundener Finanziers überreichte ehegestern ein Memoire an Pouyer- Quertier, worin demselben auPS Dringendste anempfohlen wird, das österreichische seit 1866 adoptirte Finanzsystem, d. h. keine Anleihe, sondern die Benutzung der Banknotenpreffe in Anwendung zu bringen. Die Finanzgruppe Rothschild bekämpft diese Finanzplane. △ Paris, 17. Juni. Das „Journal de Paris" bestätigt, daß die An- lehens-Verhandlungen, namentlich in Folge Zurückhaltung der englischen BanquierS, gescheitert sind. Der Finanzminister müsse das Resultat der Juliwahlcn abwarten und große Cresitgarantien bieten. 4- Versailles, 16. Juni. Die Ausgabe der französischen Anleihe wird sich nur aus zwei Milliarden fünfprocentiger Rente belaufen. 4- London, 16. Juni. Die Comiteberathung des Unterhauses über das Heereereform-Gesetz ist als nahezu erledigt anzusehen. Die Gräfin von Paris gebar ein Mädchen. Louis Napoleon und Eugenie besuchten den Prinzen und die Prinzessin von Wales. . Local-Notizen. Gießen, 15. Juni. (Sitzung des Gemeinderaths.) Anwesend die Herren: Berg, Bücking, Ebel, Felsing, Gail, Haustein, Heß, Körber, Löber, Nagel, Pietsch, Rosenberg, Silbereisen, Wallenfels und Wenzel. 1) Empfang des hiesigen Regiments. Hüttenbefitzer Herr Buderus hatte daS Anerbieten gemacht, zum Gebrauche bei dem festlichen Einzug des Regiments der Stadt mehrere Böller zur Verfügung zu stellen. Der Gemeinderath beschloß, dieses Anerbieten dankend zu acceptiren. 2) Die Wahl der GinschatzungScommission für 1871. CS wurden gewählt: a) in die erste Abtheilung: die Herren Felstng, Gail und Bücking als Gemeinde- rathSmitglieder, sodann die Herren Canzleirath Clemm, Franz Peppler, Advocat Baist, Earl Schwan, Philipp Walther und Andreas Weidig als Steuerzahlende; b) in die zweite Abtheilung: aus dem Gemeinderath die Herren Vogt, Wallenfels, Nagel und Rosenberg, aus der Zahl der Steuerpflichtigen die Herren W. Keller, Friedr. Müller, Ferdinand Hoffmann, Theodor Wortmann, Uhrmacher Leo, Julius Hoch, Wilh. Schmall, Georg Plank und Philipp Krailing. 3) Dem Gesuch des Eonrad Raab von Zett bei Alsfeld um Aufnahme als Bürger zu Gießen wurde willfahrt. 4) Ebenso auch der Bitte deS Posthalters Conrad Krausch in gleichem Betreff. 5) Der Gemeinderath nimmt Kenntniß von einer Verfügung Großherzogl. Kreisamts Gießen, wonach der provisorisch ernannte Schulinspector Herr VigeliuS in dieser Stelle definitiv bestätigt worden ist. 6) Dem Gesuch der Rathsdiener, ihnrn die Remuneration für 1871 jetzt schon auszahlen zu lassen, wurde willfahrt. 7) Der Eintritt des Großherzogl. CanzleirathS Clemm in die Leihe des Wall- pförter JagddistrictS an Stelle des auSgeschtedenen PostcassierS Hoffmann wild vom Gemeinderath gutgeheißen. 8) Der Gemeinderath erließ auf Nachsuchen daS Octroi von dem, auf den Geburtstag Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs durch die Mannschaften des hiesigen ErsatzbataillonS getrunkenen Wein. 9) Der WirthschaftSplan der Stadtwaldungen auf 1872 fand die Billigung des Gemeinderaths. 10) Das Gesuch des Heinrich Weidig und Genossen, ihnen für, in Gießen geschlachtetes und als ungenießbar befundenes Vieh Ersatz aus der Gemetndecaffe zu leisten, wurde abgewiesen. 11) Dem Forftwart Hahn zu Annerod wurde für besondere Dienstleistungen im Interesse der Stadt eine Remuneration von 20 fl. mit dem Bedeuten bewilligt, daß in der, seit 1870 erhöhten Besoldung zugleich die Vergütung für die Beaufsichtigung und Pflege der Wiesen enthalten sei, für die Folge also keine besondere Bewilligung mehr eintreten werde. 12) Bei einer am 17. October v. I. abgehaltenen Holzversteigerung war der Erlös unter dem TarifpreiS geblieben. Der Gemeinderath beschloß dessen ungeachtet, sich für die Genehmigung auszusprechen, weil die Forstbehürde bescheinigt hatte, daß der Erlös dem Werth des, zur Versteigerung gekommenen HolzeS entspreche und eine zweite Versteigerung kein günstigeres Ergebniß geliefert haben würde. 13) Eine freigewordene Pfründe aus der Plock'fchen Stiftung, welche monatlich 4 fl. betrügt, wurde dem Wilhelm Völler zuerkannt. 14) In Bezug auf die von der Oberheffischen Eisenbahn- gesellschast in der Gemarkung Gießen herzuftellenden Wege und Uebergänge war zwischen dem städtischen Baumeister Namens des Gemeinderaths und dem Sectionöingenieur Lippold Namens der erwähnten Gesellschaft ein Uebereinkommen dahin getroffen worden daß die Stadt das Fehlende noch Herstellen läßt und dafür eine Vergütung von 350 fl. erhalt. Dieses Uebereinkommen, welches nach dem Ermessen des Gemeinderaths die städtischen Interessen gehörig sichert, wurde mit Ausnahme eines Punktes genehmigt, gleichzeitig aber auch beschlossen, der 'Eisenbahngesellschaft gegenüber zu erklären, daß sich die Stadt ausdrücklich Vorbehalte, wegen der ohne vorherige Anfrage auf städtischem Waldgrund vorgenommenen Ausgrabungen die entsprechende Schadloshaltung auf jedem ihr beliebigen Wege zu verfolgen. INI, ■■ ■ Auszug aus den Kirchenbüchern der KM Gießen. a. Evangelische Gemeinde. Kopulirte. Den 4. Juni. Johannes Becker, Arbeiter dahier aus Garbenteich des verstorbenen dasigen Ortsbürgers Hubertus Becker, ehelicher Sohn; und Elisabeth Borrü des verstorbenen Ortsbürgers und Schuhmachermeisters zu Saasen, Ludwia Borre' eheliche Tochter. Den 10. Juni. Heinrich Schäfer II., Ortsbürger in Geilshausen und Cigar- renmacher dahier, des Ortsbürgers in Geilshausen, Johann Heinrich Schäfer, ehelicher Sohn; und Marie Elisabeth Schweitzer, Adoptivtochter des Ortsbürgers zu Wiejeck und Bahnwärters an der Main-Weserbahn bei der Badenburg, Konrad Schweitzer. Den 15. Juni. Johann Emil Georg Karl Schultheiß, Bürger, Kürschner und Pelzwaarenhändler dahier, des Bürgers und Kürschners, Konrad Schultheiß, ehelicher Sohn; und Elise Hermine Johannette Keck, des verstorbenen Bürgers und Glasermeisters, Karl Ludwig Keck, eheliche Tochter. Getauft. Den 11. Juni. Dem Bürger in Rockenberg und Assistenten an der Main- Weserbahn, Georg Friedrich Bauer, ein Sohn, Christian Friedrich Wilhelm, geboren den 20. Mai. Beerdigte. Den 13. Juni. Margarethe Höhn aus Ober-Hilbersheim, alt 46 %, gestorben am 11. Juni. Den 14. Juni. Philipp Formhals, ehelicher Sohn des Ortsbürgers in Alt-Buseck und Maschinenputzers auf der Cöln-Gießener Bahn, Heinrich Formhals, alt 4 M- 23 T., gestorben am 12. Juni. Besondere! 2585) 3® ? Zeichneten Genc vollzogen CaüWilhen «'M l b°M 5 ftit dm U.1 Gießen, den Großherjo, öifntli 2513) Alle, i ^Hannes E berg Ansprüche auigesordert, so richte binnen 1 dernsalls sie be Nachlasses kein, Men, den GroßheM Mub! Stadtrici 2584) 3m ' zeichneten Genc trag vollzogen Louis Allmei Lang-Tons wo Orte seit 1. Ai seines Namens ner Ehefrau Ai rrtbeilt. Gießen, den. Großherzok i Msm-Ve * ha 2589) Di-a I « dir tejtel 1 Lbenbernerttem Gietzen, den Grotzherzog 25t$) _9j ^ieh Vers Ml) Mittwoch kN, $or K « dem H Ludwig Weber iu dessen Nach! ffl» bestehend Alaska S öonw "‘fern »ab ®4tn, btn «rchhttjv ____^enur Heugras.! ®l Montag S Ach •Äff“ «s '•> Ä Di, Ä» inÄ'nbeti Ä bfn nb Muf lffftonwrF, ?n ®«nh) ,n9 ter 65 ?tr Tyroler ?tn Segey. vlMrv vir ^'nißkr Hahr n öffentlichell ger mit au«. ,°n Pouyrr. östeneichjskhr Nutzung dtr h>ld bekämpft dir An, tn Sanquttrf, |ltn abwarten nhe Wirb fij lse- über tat ' b'l'sch! iii. _ ’riojffila tti Serj, Sütfing, rf. €ilbmifnt ckllbkßßer Hm deß Rrzimvtt dikseS Annbillu ur 1871. & ii] als ©emtinbt cat M, 6«d )rik Ablbeilmi;: llS d.r Zahl k sdor ÜBorlmini. 3) Ttm tzr- mbt toiHfW 5) Ttr (Stil, woiiach b« rooxtiin \ft. tahlen zu lanen, I ktlhe dlS Wall- I m Gtwrinlnall | ut hn Geburlt- L Eciatzbatailloat : HtSiÜqmig W i r, tn Kitßa | in itM rv-kdt löllogtv im 3®-' l io da, ftit 1870 | btt Ältst» tvl I 12) Sti tim | itifpitii ßtbüt- I ^usprelbtn, wtil | ig grkowmrntn | t hadw wüttt. I 4 ft. beträgt, I firn WW- | it rwlschtn Nll! I 'iPtolb 91amtn< | itt das 5ebltoK | Hebtttivkomwo. fiert, wMt >»a |j ob-bnsttstlli^ D lf rorbrrigt» I ßLadloShalM | hkN. des oei tW $l,n' m unb M xitr e-el'ch" /o iLiesea Ki* *4 «i* Qn b« ®*S, htlini 8^ .. }Jr| Beerdigte. Den 17. Mai. Francois Boudin, Lancier in der 2. Eskadron des französischen 6. Lancier-Regiments, aus Lille, Departement du Nord, alt 25 I., gestorben den 16. Mai. Den 8. Juni. Karoline Hofmann, geborene Stadler, Wittwe des Bürgers und Musikdirectors Heinrich Hofmann, alt 79 I. 11 M., gestorben den 6- Juni. Den 14. Juni. Michael Fornello, aus Turin, Königreich Italien, alt 42 I-, gestorben den 11. Juni Kirchliche Nachricht. Die Feier des Friedens-Dankfestes in der katholischen Kirche dahier wird den 18. Juni, Vormittags 9>/r Uhr, gehalten werden. b. Katholische Gemeinde. Kopulirte. Den 4. Funi. Hermann Klein, Bürger und Geschirrhändler zu Battenberg, Reg.-Bez. Wiesbaden; und Anna Margaretha Fried aus Wohnbach, Kr. Friedberg. Getaufte. Den 21. Mai. Dem Bürger zu Thalheim und Geschirrhändler zu Wetterfeld, =-"» JMÄ’S $*, MM» «°.-M «in Sohn, Wilhilm Christian, geboren den 4. Juni. "__ Allgemeiner Anzeiger. Oeffentliche Aufforderunq. 2513) Alle, welche an den Nachlaß des Johannes Schmaudt IV. von Stetn- berg Ansprüche zu bilden haben werden aufgefordert, solche bei unterzeichnetem Gerichte binnen 14 Tagen anzumelden, andernfalls sie bei gerichtlicher Ordnung des Nachlasses keine Berücksichtigung finden. Gießen, den 11. Sunt 1871. Großherzogliches Stadtgericht Gteßen. Muhl, Stammler, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. 2584) Im Firmen - Register des unterzeichneten Gerichts ist heute folgender Eintrag vollzogen worden: Louis Allmenröder von Wetzlar, letzt zu Lang-Göns wohnhaft, betreibt an letzterem Orte seit 1. August 1870 unter der Firma seines Namens eine Handlung und hat seiner Ehefrau Anna, geb. Orthöfer, Procura ertbeilt. , Gießen, den 15. Ium 1871. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl. Besondere Bekanntmachungen. 2585) Im Firmen - Register des unterzeichneten Gerichts ist heute folgender Eintrag vollzogen worden: , ± Carl Wilhelm Nowack zu Gteßen betretbt daselbst seit 1- Januar 1870 em en Mehlhandel und hat dem Carl Schlüter aus San Franzisko, jetzt in Gteßen wohnhaft, seit dem 11. d. Mts. Procura erthetlt Gießen, den 17. Mai 1871. Großherzogliches Stadtgencht Gießen- Muhl. Waisen-Verpflegungsgelder vom ersten halben Jahre 1871. 2589) Die Pfleger von Waisen werden an die Ausstellung der Quittungen von obenbemerktem Zeitraum erinnert. Gießen, den 14. Juni 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Versteigerungen. 2591) Mittwoch den 21. Juni d. I., Vormittags 9 Uhr, soll in dem Hause des Schlossermeisters Ludwig Weber in der Sonnenstraße das zu dessen Nachlaß gehörige Schlosserwerk- reug, bestehend in 2 Ambosen, 5 Schraubstöcken, Blasbalg, Kloben-Feilen, Hämmern, vorräthigem Eisen rc., meistbietend versteigert werden. Gießen, den 17. Juni 1871. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Semmler, Ortsgerichtsmann. Heugras - Versteigerung bei der Stadt Gießen. 2488) Montag den 19. und Dienstag den 20. Juni d. I., jedesmal von Morgens 9 Uhr an, soll das Heugras von den städtischen Wiesen versteigert werden, und zwar: Montag den 19. Juni von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuenweger Thor, am Fürstenbrunnen, im Wieseckthal und Hegstrauch; Dienstag den 20. Juni von den Ochsenwiesen, den Wiesen im vorderen und hinteren Stolzenmorgen und am Altentisch. ri Die Zusammenkunft ist am ersten Tage am Neüstädter Thor und am zweiten Tage in den Ochsenwiesen. Die Großberzoglichen Bürgermeistereten der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 12. Juni 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Heugras-Vecsteigerungen der Fürstlich Solmsischen Rentei Lich. Gemarkung Lich. 2514) Freitag den 23. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Wiesen, der Peinmühle gegenüber, den Wiesengrund herab bis zum Bleichgarten am Dietert, zusammen 70 Morgen. Zusammenkunft an der Saubrücke, nächst der Peinmühle. Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Nieder-Bcsfingen. Mittwoch den 28. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Hainwiese, Krummwiese, Riedchen, Seewiese, Sautenkor, im Ganzen 136 Morgen. Zusammenkunft zu Mühlsachsen. Gemarkung Burkhardsfelden. Freitag den 30. Juni, Vormittags präcis 9 Uhr, Mönchwiese und Strauchwaldwiese, im Ganzen 67 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese. Die Ausgebote geschehen in Abtheilungen von ein bis zwei Morgen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini l. I. gestattet. I Lich, den 13. Juni 1871. Fürstlich Solmsische Rentei Lich. Kreutzer. Heuqras - Versteiqerung. 2442) Das diesjährige Heugras von den Freiherrlich von Rabenauischen Wiesen und Gärten soll Dienstag den 20. d. Mts. in Abtheilungen an Ort und Stelle versteigert werden: a. Vormittags um 10 Uhr von 14 Morgen in der Gemarkung Alt-Buscck, b. Nachmittags um 1 Uhr von 3 Morgen in der Gemarkung Trohe. Rabenau, am 8. Juni 1871. Der Rentmeister: Schmidt. | Zur Deeoration verkaufe ich meine noch vorräthigen getrockneten Blumen, sowie Kränze und Bouquets, unter Fabrikpreisen. Wilhelmine Fuhr. Für Bierwirthel 2606) Mein Lager in Frankfurter Exportbier bringe hiermit in Erinnerung, mit der Bemerkung, daß Lieferung für das ganze Jahr übernehme und daß der Preis sich nicht höher stellt, als bei direktem Bezug. H. Schmall, ________zum Frankfurter Hof. 2541) Drell - Röcke, Jaqdkittel, grüne Joppen, Comptoir-Röcke ä 3 fl. und Badehosen empfiehlt __C. Wenzel. v Illuminations-Lämpchen für Crystallöl bei Wil-helm Orbig. (2605) Musikwerke und Spieldosen von 2 bis 24 Stücke spielend, mit und ohne Glocken und Trommel, Caftagnetten, Himmelsstimmen, Mandolinen zu en-ssros-Preisen, empfiehlt (2587) Georg Schäfer, Uhrenhandlung. 2602) Leinene Kragen, Manschetten, Chemisetten, Knaben-Kragen von 28 Centim. Halsweite an, sowie sehr schöne fertige Knaben- und Herren-Hemden^tn ^>htrttng und Bielefelder Leinen, Sommer-Unterjacken und -Hosen, Handschuhe, zocken und Badehosen empfiehlt in reicher Auswahl zu billigen Preisen H» Nubsamen. Feilgebotenes. in Lich bei „ Earl E. Wengenroth, „ Earl Lehr, „ Friedr. Söm- niering. H. Hochstätter. Lauterbach Schlitz Gaudernbach Marienberg Hahn Westerburg Gladenbach Marburg K o r n st r o h. 2546) 2 bis 3 Fuder Kornstroh können abgegeben werden bei C. B. Eichelmann, Berstadt bei Hungen. Langsdorf, „ Hungen „ Laubach „ Nidda „ Bellersheim „ Schotten „ Freienseen „ Grünberg „ Großfelda „ Oberseibertenrod bei Hrn. I. L. Stotz, Earl Jost, B. Stern Sohn, A. Breiter, Ang Böning, Gg Kistner, Wilh Schäfer, Hrn. C- Schäfer, G- C Volkmar, A. Fresenius, B. Kahn, Fr. Ferner, S Luftdruck-Apparate aus der Friesischen Maschinenfabrik in Frankfurt a. M., rum Verzapfen von Bier und anderen Getränken, außerordentlich praktisch und den Kohlensäure-Apparaten mit ihrem kostspieligen Betrieb bcdentend vorzuziehen, liefere ich zu Fabrikpreisen und unter Garantie. Kohlensäure - Apparate andere ich mit nur geringen Kosten zum Luftdruckgebrauche iim oder nehme solche tn Tausch an. Äcirl Fuhr, Kirchenplah. WB. Im Betrieb befindliche Apparate können eingesehen werden. 2573) Auswärtige beziehen meine Tapeten und Korden in vollständiger Auswahl nach Musterkarten, und theilweise auf Lager, zu den Original-Fabrik-Preisen (von 7 kr. an pr. Stück) porto- und frachtfrei auf den nachbenannten Plätzen: bei Hrn. Hch. Dietz, H. Klippstein, L. Schneider, 684) Theodor Vranck’sche ANhkk-Bonbons, Vaihingen a/E., ,in noch nicht übertroffenes Mittel gegen Husten, Brustschmerzen, Heiserkeit, HalSbefchwerden empfiehlt in Originglpacketen a 14 und 7 fr. _ (zarl Hoffmann. Zllnminations-Lämpchen sind vorräthig und werden leere auf Bestellung sofort gefüllt. (2542) _________________Wilhelm S cb m a I l. Englische ifldlirtv Thouröhre». 2471) StttS einige loufenb Fuß 3", 4", 6", 9", 12", 15" englische Durchmesser auf Lager JPe Aittlreae* Große Eschenheimergasse 41.Frankfurt a. M. 2603) Lorbeer-Kränze für den Einzug der Truppen, pr. Stück 6 fr., pr. Dutzend 1 fl. 6 kr., empfiehlt H. Rübsamen. 2543) Kinderwagen von 10 bis 20 fl bei E m i l P i st o r. Dr. Gruiter'g Gehör-Del. Sehr wirksam gegen Schwerhörigkeit, Ohrensausen, Ohrenzwang rc., ä Flacon 20 Sgr., bei (2348) Earl Frech. Fußboden - Anltrich. Fustbodenlack, sofort trocknend, Leinölficcatif zum Einölen, Oelfarbcn, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend, sowie alle sonstigen Ingredienzien zum Unstreichen und Wichsen der Fußböden, empfiehlt Emil Fischbach, (2497)__________________Seltersweg. ✓ 2545) Zur Illumination empfehlen Stearinkerzen von 20 kr. pr. Pfund an I. A. Busch Söhne. 2597) 4 — 5 Centner gutes altes Heu, 15 —16 Centner neues Heu, ü 3 fl. 30 kr., verkauft L. Hartmann, Schanz. 2579) Laubachcr Loose werden noch pr. Stück 12 kr. bis zum nächsten Mittwoch verkauft. Moll, Rathsdicncr. Milclwcrkauf. 2220) In dem früher Loo s'schen Höfchen, Reustadt Lit. D. Rr. 21«), ist zu jeder Tageszeit srifchc Milch, Ral,m uud Dickmilch zu haben. 2571) Gartcnmöbel und Garten spritzen empfiehlt I. G. D. Papst. 2582) Gemusterter Gummistoff zu Damen- und Kindersckürzen bei _ Louis Senner, Sattler. 2544) Brücken- und Tafelwaagen, HauShaltilltgSwaagen o h it e G etv t dj t, Waagebalken , n e u e BundeSgewicltte empfiehlt Emil Pi stör. Deutsche Nutionul - Lotterie 14482, Dom 12. 2595) B Gabriel 2416) Ein Laden, Stube nebst stuaebör in nprm Pthon nnk ... . ' ....., V13 UU| ucii -oayuyos ------------” .......... «yvt- am letzten Montag eine goldene Brache mit .. 2580) Ein Schuhmacheraescllc und lchwarzern Stein verloren morden. Der Lehrling werden gesucht von $ Ttl n PY m tr X n a v • rr c • 5>, Georg Meininger. 2583) Ein zuverlässiger Pferdeknecht ui tnnh’irh ttt f* __r. Fuhrmann Schleuning. Nnl Na« Gießcr ft'?' & & (H yitbaClIOn' ®tuif uftb Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. ERD Finder wird gebeten, solche an die Expedi- tlon dieses Blattes abzugeben. Eine gute Belohnung wird zugesichert. 2566) Frau F r a n k, wohnhaft bei Herrn sich im Kochen" btr 2BoIfcngafft' tmW ju vermiethen und sogleich zu beziehen bei Ä. K. Worms. Mitt, etn bnhtngtln bWflchn BWfe ju »'Witflftn fi binknikt firn jtottfrot* iraüjt. 6i, Md)i UnfiJ ” tt»n turd _ Einen geräumigen Felsenkcllcr sich wegen des dabei i dasselbe gegen eine Belohnung in Lit. 6. Nr. 43 auf dem Seltersweg abzugeben. , 2l1!}. Fr^tag Morgen ist in der llschen Kirche, oder von da bis in die 2574) Zur Führung der Haushaltung wird em braves Mädchen in Dienst gesucht Näheres in Lit. D. Nr. 207. a 2J5o) Eiserne feuerfeste Kaffenschranke nach neuester Eonstruction in eleganter Möbelform, für deren Sicherheit garantirt wird, werden zu äußerst biütoen Preisen angtfertigt bei Albert Schnabel, Schlosser, ________________________ in Lich. M 4o8) Dieser Zwieback, welcher die MlutlermilcÄ vouständig ersetzt, ist in stets frischer Waare vorrälhig in Paqueten ä 10 fr. oder 3 Sgr. in Gießen bei Julius Wallach, am Markt. ponisten, mit Orgel.Accompagnement. Anfang Abends 8 Uhr. Ein (von silbergn Die Gii später zu Gm 3ui ©RBen. ausgeführt von der Gießener Musik-Capelle Anfang des ersten Concertes 4 Uhr, des zweiten Concertes 8 Ubr ________________ Entree 6 kr. 2357) Arbeiterinnen gesucht von --- & Patz (Corsettenfabrik) M (M nicht brrechtig (9h Staatsbeamte (Nr (Nr (Nr Bi M 318*21 Holt 55^888* SltB*8BlelEai81o** 2598) Sonntag den 18. Juni: Vermischte Anzeigen. „Gemüthlichkeit." 2601) Mittwoch den 21. Juni- Ausserordentliche Generalversammlung. --------- Der Bo ist and. Philosophenwald. Sonntag den i 8. Juni 1871: I --chÄ > fc'** Ä" Einige möblirte Zimmer zu ner- mietheu bei Alexauder Mayer. 25b3) Ein freundliches Familieulogfs ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. Neuenbauen Lit. B. Nr. 72. 6 2555) Ein zuverlässiges Kindermädchen wird gesucht von B. Katzen stein, ____________________Neuenweg Nr. 139. 2511) Bei mir können einige Arbeiter Beschäftigung finden. ___& 2 oos, Lackirer. Rheinischer Liedersänger. Vorträge ernster und komischer Lieder, klassischer und nioderner Com- ponisten, mit Orgel-Accompagnement. Anfang 4 Uhr. NB. Bei ungünstiger Witterung findet das Concert im Leib'scken Saale statt. 17 ^gls im zweiten Stock, auf Wunsch auch ganz und ein Mansarden-Loais zu vermiethen. S. Seibert erfolg DER BERÜHMTEN CEBL rT y •->*. -cTx?a 6.** FERINÄPROr— MMÄ 2558) Ein mit guten Zeugnissen ver- ehenes Dienstmädchen wiro auf Johanni ___„ Crfra8en bei der kann sogleich in Dienst treten bei flit Nringtt^' Post oeRw _ Bevmiethungen. Selkersweg'^it^E^n^ 3U vermiethen Für drei Thaler -MD versende ich ein Mittel, den Trinkenden das Trinken zu entwöhnen. Auch heile ich sicher und schnell, selbst in dm schwersten Fällen, Fallsucht, Bleichwcht, Wassersucht, Kopfschmerzen, Taubheit, Aussatz (Flechten), Krämpfe, Bettnässen, ferner auch Geschlechts- ivanfOt’iten, als: Selbstbefleckung, weißer Flutz 2C. Ueber 1000 geheilt. (206) J* CJroiie, Ahaus (Westfalen.) 2517) Nächsten Mittwoch, ben 21. >Sm2 inJRöbgen die Feier des Gustav-Adolfs-Festes statt, wozu alle freunde des Vereins freundlichst eingeladen werden. Anfang des Gottesdienstes Morgens 10 Uhr. Ter Kirchenvorstand zu Rödgen. Q 2358) Für ein größeres Specerei- und Landesprodukten-Gelchäft in Frankfurt a. M. wild em Lehrling unter günstigen Bedin- dNs Bl"°ttes.^ ^erC§ der Exped. nung) mit o6er^nl^jj‘'anfä®bcn®%t3Ü”OeI,= Zu! dtene Matjes-Harinqe empfehlen I. A. Busch Söhne. (2371) 2581) Badehaubcn, Schwammbeutel und Bade-Etuis empfiehlt Louis Senner, Sattler. Ostd«»z gu|1 „ * C°mii, Mt». N Ne Hitd ifl [MWeiUty. N ta .1? H-I 1130) In meinem Hause ist ein Famihenlogis von 5 Piegen zu ver- miethcn. Dr. L. Noack. r Auch können daselbst 2 möblirte Zimmer an einen einzelnen Herrn abgegeben werden. 2554) Zwei schöne Familienwohnungen .dem ueu erbauten Hause der Katzen- unh r ^nb 3U vermiethen und baldigst zu beziehen. Hierauf Reflec- tirende wollen sich gefälligst in meine Wohnung bemühen. B. Katzenstein, _______________ Neuenweg Nr. 139. h.finkijr ucl um wegen oes oavei t ’ J wvtl VUH oa vis m Die aroken ^'l°ndes auch zur Anlage eines des Selteiswegs, ein goldenes W- id) unV rtarUyfteinbriict^ eignet, habe ba'llon mit einer Photographie der Eltern, fln KausN^EN Bedigungen zu verkau--^r °ren worden. Der Finder wird gebeten benÄ t,Qbct b-l-°b-n sich mit mir hnft,lf,P n,nFn """ ..... - "" " I- Beyfuß, — - __ Marfkü,-^^ ____ Lony's Bicrkrllcr. • lS-,3«ni 1871: ää'ä! Nyemischer r»edersänger. Äffl* ®“ *" ‘“iBortriee einftn un» kmlschn Sieber, «»Uscher ,,„e Kom -------- —— --- hntitftfn mir ________ Dr. Friedr. Lengils | Birken-Balsam. I Dieser Balsam glättet die 8 im Gesichte enlstandenen S Nunzclu und Blatter-1 narben, giebt ihm eine« jugendliche Gesichtsfarbe, der 8 Haut verleiht er Weiße, Zart-Z heit und Frische, entfernt in» fünefter Zeit Sommersprossen, L Leberflecken, Muttermale, § Nasenröthe, Mitesser und alle D anderen Unreinheiten der Haut, ß Bestreicht man z. B. Abends das 8 Gesicht oder andere Hautstellen« damit, so lösen sich schon am 8 folgenden Morgen fast un-L merkliche Schuppen von derD Haut, die dadurch blendend^ weiß und zart wird. Preis eines Kruges, sammt« Gebrauchsanweisung, 1 Thlr. Depot in Gießen bei Chr. Oppermann, 1 (981) Friseur. Von den durch die unterzeichneten Vereinsvorstände dahier verkauften Loosen der deutschen National-Lottene zum Besten der verwundeten und kranken Krie- 6^, der ^ivaliden des letzigen Kriegs und der Hinterbliebenen der Gefallenen haben bei denn Berlin erfolgten Ziehung folgende Nummern die beigesetzten Gewinne erhalten Loosnummer 14481, Gewinnnummer 4924: mehrere gebundene Bünde u 5285: 10 Hefte Noten, ein Stück grüne Baröge, ein Knäuelhalter und Glas, eine Schaale, ein Tischtuch, ungebleicht, 5 diverse Lithographien, em goldener Schmuck. 2388) In Lit. A.Nr.13, Kirchenplatz, sind zwei gut möblirte Zimmer zu ver- miethen.__ 2510) Ein Familienlogis im mittleren Stock, aus 6 ineinandergehenden Zimmern mit allem Zubehör bestehend, ist zu vermiethen und Anfangs September zu beziehen in Lit. E. Seltersberg Nr. 41, Nebenhaus._______________ 2382) Ein Logis ist zu vermiethen in Lit B. Nr. 90, Neuenbäuen. 2586) In meinem Hause in der Löwengasse ist der mittlere Stock, sowie eine kleine Wohnung im Hinterhause, pr. 1. Juli zu vermiethen. Markus Engel, am Kreuz. s Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Bei gutem Wetter gemeinfchaftliche Excurfion am Sonntag den 18. Juni über Groß-Buseck nach Elim- Äb^HU^mit0“« SÄ“1' bCr °Ber6effif^n t®aBnA Rückkehr 2599) Das Abonnement znm Piftolenschiesten ist wieder eröffnet und liegt die Liste bei mir zur Einzeichnung offen. A. Dicf0re. 2ao«) In meinem Hause < noch eine Gtage mit 2 Mansardcn-Stnben zu ver- E miethen und sofort zu beziehen. Gabriel. 1332) Junge Leute von 14 bis 18 Jahren stnden Arbeit in der Lampenfabrik von Müller