Preis vierteljährig 1 ß- 12 fr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. Oitlmm Anzeiger. Erscheint täglich, mit A«se nähme Montags. Expedition: Canzletberg Lit. B. Rr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kießen. Nr. IS. Mittwoch dm 18. Jamm 1871. Amtlicher T h e i l. Giehen i am 13. Januar 1871. «etreflmd: Vacante Krankenwärterftellen in der Grobherzoglichen Landes-Irrenanstalt. Das Grotzherzogliche KrrisamI Girssen an dir Grofihkr^ogiichrn Dürgermeilierrirn drs Krrises. Nach einer Mittheilunq der Großherzoglichen Direction dec Landes-Irrenanstalt zu Heppenheim sind in der genannten Anstalt gegenwärtig mehrere Krankenwärterstesteu zu besetzen. Der Jahrgehalt beträgt neben freier Station und kleineren Emolumenten, 150 fl. baar und wird vorzugsweise auf unverhetrathete kräftige Männer von 23 bis 35 Jahren, die sich durch sittlich s Benehmen, Anstelligkeit und gefälliges Aeu^jL auKzrichnen und genügende Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen besitzen, reflectirt. Sie wEe^bre^lttgehörigen Ihrer Gemeinden, die zur Uebernahme dieser Stellen genetgt sein könnten, hierauf mit dem Anfügen aufmerksam machen, daß Anmeldungen nebst Zeugnissen zunächst brieflich an die Direction der Landes-Irrenanstalt zu richten sind. Dr. G o l d m a n n. Politischer T h e i l. 17. Januar. Die „Provinzial-Correspondenz" schreibt über das republikanische Frankreich und die Londoner Conferenz: „Nach den Waffenstillstantsverhandlungen, welche Graf Bismarck im September vor. I. mit dem Pariser Minister Jules Favre gepflogen hatte, wurde Seitens der republikanischen Negierung behauptet: Graf Bismarck hobt die Absicht geäußert, Frankreich zu einer Macht zweiten Ranges herabzudrücken. Eine solche oder ähnliche Aeußerung war nun, wie sich bald ergab, von Gras Bismarck keineswegs gethan worden. Es war virlmehr nur die völlig unberechtigte Auffassung der französischen Regierung selber, daß Frankreich, wenn ihm irgend eine Landabtretung zugemuthet werde, von seinem Range als Weltmacht hcrabsteige. Was aber die deutsche Politik nicht gefordert und nicht erstrebt hatte, das hat Frankreich sich selber angethan: die republikanische Regierung, welche sich aus eigener Macht eingesetzt hat, unter dem Vorwande, Frankreich zu retten, hat das unglückliche Land so tief zerrüttet und zu solcher politischen Ohnmacht gebracht, daß dasselbe fürs Erste auf jeden Einfluß gegenüber den Weltereignissen verzichten muß. Hiervon giebt das Verhalten der jetzigen Machthaber in Frankreich in Bezug auf die bevorstehende Conserenz über dir An gelegenheit des schwarzen Meeres Ziugniß. Die Aufforderungen zu der Conferenz, welche demnächst in London stattfinden soll, sind Seitens der englischen Regierung ergangen und auch an die gegenwärtige französische Negierung in Paris gelangt. Diese schie Mannschaft Abends in der Suppe. Doch hiermit noch nicht genug, entdeckte ein Unteroffizier fast zu gleicher Zeit ein Kohlenbecken mit glimmenden Kohlen unter dem Bette, offenbar tn der Absicht dahin gestellt, die projectirte Vergiftung durch Erstickung zu vollenden. In Blois wurde der Musketier Ameran 3. Eomp. 4. Infanterieregiments in seinem Quartier erstochen gesunden. Strenge Untersuchung gegen die Hausleute ist eingelcitet. Ueber den gegenwärtigen Bestand der Pariser Vertheidigungs-Armee giebt ein Pariser Corresponbent des „Daily Telegraph" folgende Nachrichten: Die in Paris vorhandene bewaffnete Macht beträgt Alles in Allem 525,000 Mann und wird in drei Armeen gethetlt. I. Armee. General Thomas. 300,000 Mann; Nationalgarden und sedentäre Nationalgarben. Ein Theil der ersteren, in neuformirten Regimentern zusammengestellt, ist auch für den Gebrauch im freien Felde bestimmt, hat aber nur 5 Batterien und keine Cavallerie; die Garde sedentaire besetzt die Posten der Stadt und Vie Wälle der Stadt-Enceinte; die städtische Garve versieht den Polizci- dir'nst. Die Bekleidung ist dem Blieben überlassen, als Unifvrmabzeichen sind jedoch ein Käppi mit rother Cocarde, blaue Pantalons mit rothen Streifen vor- gcschrieden. II. Armee. General Ducrot. 150,000 Mann reguläre Truppen und Mobil- gardcn mit 80 Feld- und Mitrailleusen-Battericn, sowie mit 2 CavallerieRegi- mcntern. Sie soll durch Verstärkungen, muthmaßlich durch die bei der 1. Armee ausgesonderten Kriegsbataillone, auf 200,000 Mann gebracht werben und campirt außerhalb der Stadt. Die 2. Armee besteht aus brei Armeecorps, von denen die Verben ersteren je brei, das letztere zwei Divisionrn haben. III. Armee. General Vinoy für die Besetzung der Forts bestimmt, ist 70,000 Mann stark, und aus den Depot-Bataillonen der früheren kaiserlichen Garde (welche in die Garde-Marme eingereiht sind und ihre früheren GalonS verloren haben), einigen Linien-Bataillonen, den früheren Stadt-Sergeanten, Gendarmen rc. zusammengesetzt. Die 3. Armee zerfällt in 7 Divisionen, von denen jedoch die 2. Dioision unter dem Viceadmiral be la Ronciere aus dem Verbände dieses Corps inzwischen ausgetreten und selbstständig geworden ist. Diese Division bildet die Besatzung von St. Denis und wirb auch zu Ausfällen benutzt, wie dies bei dem letzten Ausfall gegen le Vourget am 21. vor. M. der Fall gewesen ist. Die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit aller dieser Mannschaften ist natürlich eine höchst verschiedene. Das luxemburgische „Wort" meldet, baß eine Abtheilung luxemburgischer Jäger nach der Grenze nahe Longwy abgegangen ist, um das Gebiet des Groß- herzogtbums gegen den Uebertritt der kriegführenden Truppen zu vertheidigen. Versailles, 12. Jan. (Depesche der Times.) Das Bombardement war von 2 Uhr Nachts bis heute Nachmittag 2 Uhr ungemein heftig. Ein Regen von Granaten fiel auf Paris, wo verschiedene kleine und große Feuersbrünste stattfanben. Einige Positionen von Clamart und Meudon wurden von den Preußen besetzt. Die Franzosen machen kleine Ausfälle und überraschten gestern ein bayerisches Piket in einer Redoute bei Clamart, wurden aber zurückgeworfen. Sie haben unmaskirte neue Batterien. Die Böschungen der Forts, ebenso die Schieß- scharten haben stark gelitten, aber die Replis feuern noch ununterbrochen. Vor dem Valerien find große Truppenmassen ausgestellt. Das deutsche Feuer wird immer stärker und wirksamer. Havre, 14. Jan. 500 Mann preußische Truppen sind gestern wieder in Dieppe eingetroffen. Ueber bas bereits bekannte Gefecht bei Bourneville wird berichtet, baß sich die französischen Truppen nach Demselben auf Formetot und Conteville zurückgezogen haben. Satire, 14. Jan. Die Preußen kamen heute nach Fäcamp. Ile, 14 Jan. Die Preußen uwgehen, wie eS heißt, den rechten französischen Flügel und bedrohen Cambrai; auch werben einige Scharmützel gemeldet. v Berlin, 12. Jan. In Bezug auf die Beschäftigung der Kriegsgefangenen hat das Kriegsministerium eine Circularoerfügung erlassen, durch welche die Com- mandanturen angewiesen werten, auf Anfertigung von Handarbeiten in den Wohnräumen der Kriegsgefangenen selbst Bedacht zu nehmen, da die Winterkälte und die große Stärke der meisten Depots der Arbeit im Freien ungewöhnliche Schwierigkeiten bereiten. Es soll dabei zunächst auf die voraussichtlich mehrfach' vorhandenen individuellen Kunstfertigkeiten Rücksicht genommen, den Handwerkern die Ausübung ihres Handwerks möglich gemacht, und für bas nöthige Material u. f. w. Sorge getragen werden. Zur Deckung der dadurch entstehenden Kosten und zur Erzielung eines Arbeitslohnes für die Kriegsgefangenen muß die Verwerthung ihrer Arbeiten erstrebt werden, doch ist dabei zu vermeiden, daß die Privatindustrie durch die billigere Gefangenenarbeit geschädigt werte. Mit Rücksicht hierauf werden mehrere beschränkende Maßregeln in Vorschlag gebracht. Als geeignete Beschäftigung werden empfohlen die Anfertigung von Fluß- und See-Fischernetzen, Strohmatten, Decken und Schuhen aus Tuchabfällen, welche von den Handwerks- stättcn bec Truppentheile zu requiriren fein würden, von Holzschn tzereien, Carton- nagen, Couverts u. f. w. Um die Arbeitslust der Gefangenen anzuspornen, wird die bisher gültige Verpflichtung einer unentgeltlichen Arbeitsleistung von 5 Stunden beseitigt, und der volle Reingewinn aus dem Erlös der Arbeiten den Gefangenen zu Gute kommen, sei es, baß ihre materielle Lage dadurch verbessert oder ein Sparpfenniq für sie angesammelt werde. Vorgeschlagen wirb speciell die Anschaffung von Unterrichtsmitteln und von Tabak, der von einem Theil Der Gefangenen zu Cigarren verarbeitet werden könnte. Der Gewinn ist unter sämmt- l che Mannschaften gleichmäßig zu vertheilen, ob dieselben bei den betreffenden Arbeiten, im inneren Dienst oder bei Arbeiten im Freien beschäftigt werben. Doch ist nicht ausgeschlossen, baß diejenigen Leute, welche durch eine besondere Kunstfertigkeit hervorragend werthvolle Albeiten liefern, eine Extrazulage vorweg bekommen. Zur vorschußweisen Beschaffung von Materialien u. s. w. sind dem Kriegsministenum Privatmittel in Aussicht gestellt worben, aus welchen jedem Ge- fangenenvepot eine gewisse Summe ä Fonds perdus übergeben werben soll. Sollte »la,i n B- ÄrWI'“ l”'. m6 f» 31,1 *?!•>" V ,beil vollM"' , u lt 6t i»-r ,,n !*«..** «ist»« «”l,r gch-N ± ’l« M 61,1 b i a(j (|( gabt äijpptnitigi, Itä°M $rtM * 1 2 3 4 örWl, I3> Pt Iilt)»iitl unt ai AchsM dtr Sriiffel, W M tcrfelbe Die « AM v‘ vril dasselbe eas land sei ter Aind einmal mhr Megg Kopenhagen, däniHen Einung gtrnM Elllaning bunte unaa^tbratbl London, 14. W 1 Uht statt. NttzlI, 13. Bis jetzt ist leint Q + Berlin, 1 Ytlsönlich Ätnmnij dm MWttiuiz 6t btiiatt Dit Dtut^i Iviedtr begonnen, i noih unbifannt △ Bordeau M ta, gegen 6 gegen die/ ^lgeganzen zu seit Ei ist zu Sebölftrunq om « M dit Re st * in MW lonnlt. !ich ' »>" *tÄÄ? ■'s ' e*^i; ÄL" “ 13 a0(® 525,000 ■^tmn w |(6la- . .' " 51 i-aifn/rrn iu, ■ 1 Ul ibtr nur .:. t« , . "»"it'che, finö rrt’fa btteistv vor, '" ^a*-fl uvk Nohil. /; - ^v^kne Nkgi. 1. tratt ’ Sfr^B '4>t (impirl lffu•'•*■ *• ttntn dir ? Miemf, jß tfT rrv kaiserlichen „ w hipn« Mnl @(n, w*Wwi< ton trnrn !-t »ei tfi Vrrdande cn ii Lit^t L^ifion ;Üti Nr rn N ter gall ge- N^u chäftr» ift uQtir« rV.tif iBrcebarglfttT i tH itfrtrt tti Trotz' tfi p wrtcntigen. ' .1 trihrffarnf rar im heftz. 6ia Argrv -- grejf frifrtlrimlh nrtn Tca ttn Jtrafyt ♦'n gfjmi ttn i ..-ligicrfcn. Eit I ttafi tir 6*itj» . . rz'ssprechm. Vor r t| trtiitc 8«! wirb ,, ;ff irjmi riekrr in v fkärnrriflr wild i «f Äcractct unt elltt tti ttchtlir fr«»* tzchnwvht! 9t# nrrft«6* . ,tfrt 1 „ ,ir*(8 ’ s.i t» rl,)i ritfic«' ’.J ,g t(U fflcH' , ggirrlittt •» "Jüu e*ij *! W* . «attriila-1' ®‘ ’* #oici °°t j« * , <. s^l ÖafW' d »irD •' .di 5 618*' • *1 L W t t’M "Jtffft CtCT ' 4 tit 8fl# , I • \ (a xtt fich eine Derwerthung der Arbeiten nicht in au-reichendem Masze bewirken lassen, so darf diese Summe auch im direkten Interesse der Gefangenen, z. B. zur An- fertigung von Gegenständen zu ihrem eigenen Gebrauch verwendet werden. — Der Minister des Innern hat bereits die Landräthe der betreffenden Kreise angewiesen, die Commandanturen rc. mit Rath und That in dieser Angelegenheit zu unterstützen, und der Handelsminister bat sich an die betheiligten Bezirksregierungen mit dem Ersuchen gewendet, den Commandanturen hinsichtlich der den Gelvcrbtreibenden in beschränktem Maße einzuräumenden Befugniß, Kriegsgefangene in den Depots auf ihre Rechnung zu beschäftigen, sowie hinsichtlich der für die Arbeiten zu suchenden Absatzwege an die Hand zu gehen, mit dem Bemerken, daß im Interesse der inländischen Industrie die Beschäftigung der Gefangenen in solchen Arbeiten zu suchen sei, in welchen den heimischen Arbeitern keine nachtheilige Concurrenz geschaffen werde. v Ingolstadt, 10. Jan. Gestern wurde hier wieder ein standrechtliches Ur- theil vollzogen, und zwar an dem Sergeanten eines Turco-Regiments Namens Gombault, der sich an einem Posten und einem Unteroffizier thätlich vergriffen hatte. Er war ein geborener Pariser, ein echter „Gamin", erst 23 Jahre alt, der schon öfter wegen excessiven Benehmens bestraft und wegen zweimaligen Fluchtversuchs unter die für die unbotmäßigsten Gefangenen errichtete Strascompagnie gesteckt worden war. Er nahm fein Urtheil ruhig hin, verfärbte sich nur etwas, als der Stab über ihn gebrochen wurde, commandilte selbst Feuer und war, als die Salve krachte, augenblicklich todt. Die Exeeution fand auf der Fronte Pappenheim, Punkt Nr. 50, statt. — Gegenwärtig befinden sich ungefähr 10,000 französische Gefangene hier. (Fr. I.) Dresden, 13. Jan. Das „Dresdner Journal" meldet: Auf der österreichischen Staatseisenbahn in Bodenbach beginnt der Verkehr für geschlossene Züge wieder morgen, der Kohlentransport bereits heute. Brüssel, 13. Jan. Die Blätter veröffentlichen ein Schreiben des Marquis de Talhouet und anderer ehemaligen Deputaten. Dieselben protestiren gegen die Auflösung der Generalräthe. Brüssel, 14. Jan. Die Blätter erwähnen eines Briefes Bancels, in welchem derselbe Die Einberufung einer Nationalversammlung verlangt. Rustschuk, 12. Jan. Die Bulgaren sind gegen Rußland sehr aufgebracht, weil dasselbe das Concil befürwortet. Die bulgarischen Blätter erklären, Rußland sei der Fdnd der Bulgaren und aller Freiheit Feind; sie werden nicht einmal mehr Meßgewänder und Kirchenbücher von Rußland annehmen. . (Presse.) Kopenhagen, 12. Jan. Der norddeutsche Bundesgesandte theilte der dänischen Regierung officiell mit, daß die deutscherseits beim Anfänge des Krieges gemachte Erklärung, nach welcher die französischen Handelsschiffe ohne Contre- bande unaufgebracht bleiben sollen, vom 10. Februar an aufgehoben ist. London, 14. Jan. Die erste Sitzung der Conserenz findet am 17. Januar um 1 Uhr statt. Neapel, 13. Jan. Heute hat ein Ausbruch des Vesuvs stattgefunden. Bis jetzt ist keine Gefahr vorhanden. (T. N.) Telegraphische Depeschen. 4- Berlin, 16. Jan. Lord Loftus und mehrere andere Diplomaten nahmen persönlich Kcnrnniß von französischen Kugeln mit gehacktem Blei, d'.e ihnen auf dem Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten gezeigt wurden. + Bern, 16. Jan. Gestern große Schlacht zwischen Höricourt und Mont- böliard. Die Deutschen haben Croix und Delle geräumt. Heute hat die Schlacht wieder begonnen, man bemerkt einen Brand mehr rechts gegen Belfort. Resultat noch unbekannt. △ Bordeaux, 15. Jan. Die Legitimisten der Dendee und Bretagne haben sich beeilt, gegen die Auflösung der Generalräthe zu protestiren, doch scheint ihre Haltung gegen diese Maßregel mehr aus ihrer Antipathie gegen die Republik her- torgegangen zu sein, als daß sie dabei Den Interessen des Landes Rechnung ge- tragen. Es ist zu wünschen, daß, um die Verwirrung nicht noch zu vermehren, die Bevölkerung gegen diese Agitationen indifferent bleibt. Man versichert übrigens, daß die Regierung geneigt sei, die Bildung von Dcpartemental-Commissionen nicht in Ausführung zu bringen. Es wäre dies das Weiseste, was sie thun könnte. + Brüssel, 16. Jan. Aus Arlon wird gemeldet, daß die Deutschen gestern die Eisenbahnbrücke über den ChierS zwischen Longwy und Arlon gesprengt haben. DaS hier eingetroffene „Journal officiell" vom 13. ds. veröffentlicht ein Rundschreiben Favre'S, welches Die Gründe darlegt, die Frankreich veranlaßt hätten, den von England, Oesterreich, Italien und Der Türkei ausgesprochenen Wünschen bezüglich Der Theilnahme an der Conferenz nachzugeben. Gleichzeitig werden die Moti^ entwickelt, welche den Minister in dem gegenwärtig bombardirten Paris zurüökhdlten. Das Rundschreiben, aus welchem die unveränderte Beibehaltung des bisherigen Regierungsprogramms hervorgeht, schließt: Sobald ich einen Geleilschein habe und die Situation von Paris es gestattet, werde ich nach London gehen. A Brüssel, 16. Jan. Die aus London eingetroffene „Union" enthält einen Protest des Grafen Chamborb vom 7. d. gegen da« Bombardement „de ma bonne ville de Paris“. — Die „Jndep." meldet unter’m 14. d., daß Graf Apponyi die Friedensfrage auf Der Conferenz in Anregung bringen werDe. Graf Bismarck habe, als Das österr.-ungar. Cabinet Diesen Entschluß in Versailles zu erkennen gab, keinesfalls Einwände gemacht. A Brüssel, 16. Jan. Um 1l/2 Uhr Nachmittags empfing Der „Etoile beige" eine Ballondepesche aus Paris, wonach sich Jule« Favre zum Besuche Der Conferenz bereit erklärt, sobald da« ganze Stadttheile verheerende Bombardement eingestellt werde. Officielle militärische Nachrichten. Versailles., Den 16. Januar. Der Königin Augusta in Berlin. General v. Werder ist gestern von Bourbaki mit 4 Corps in seiner Position vor Belfort bei Monlbeliard und Chagey angegriffen worden und hat in einem 6-stündigen Kampfe alle Angriffe abgeschlagen, so daß an keiner Stelle der Feind die Stellungen durchbrach. Verlust nur 3—400 Mann, hauptsächlich Artilleriekampf. Bei le Mans ist die Zahl der Gefangenen auf 20,000 gestiegen während des Rückzuges des Feindes nach Alencon nördlich und Laval westlich, auch noch fortwährend Kriegsmaterial und Vorräthe erbeutet, sowie 4 Locomotiven und 400 Waggons. Wilhelm. Versailles, 16. Jan. Vor Paris trat der Feind auf der Süd-Front mit neuen Batterien auf, deren Feuer jedoch erfolgreich bekämpft wurde. Diesseitiger Verlust 2 Offiziere und 7 Mann, von Podbiclsky. Versailles.) 16. Jan. Am 15. Jan. hatte Major v. K öppen vom 77. Regiment bei Marac, nordwestlich Langres., ein 1 ^stündiges Gefecht gegen etwa 1000 Mobilgarden, welche unter Verlust von 1 Fahne in wilder Flucht auf Langres geworfen wurden. Die bis heute vorliegenden Berichte der 2. Armee beziffern unfern Gesammt-Verlust an Todten und Verwundeten in den siegreichen Kämpfen vom 5. bis 12. d. M. auf 177 Offiziere und 3203 Mann. Dem Feinde wurden bis jetzt über 22,000 unverwundete Gefangene, 2 Fahnen, 19 Geschütze, über 1000 beladene Fahrzeuge, und außerdem eine Menge von Waffen, Munition und Armee-Material abgenommen. Vor Paris dauert das Feuer unserer Batterien in wirksamer Weise und mit geringen Verlusten fort. v. Podbielsky. Borseooachrkhteo. 14. Januar 1871. Preus». 4'/2u o Oblig. 907/fl Frankl". 3* 2°/o Obi. 81 Nass. 41/2% Obi. 91 */4 Kurheas. 4% „ 825/s Gr. Hees. 5% Obi. 100 „ » 4°/o „ 93'/. n » 3'/2O/o , - Bayer. 5% « 97'/g „ 4'/2% 1jährige 91'/, „ 4O/o 1jährige 853'. Würtemb. 4*/, % Obi. 903/. Baden 4'/,o/0Obl. c. E. L. 91 Gestern Silberrente 54% „ Papierrente 467/8 „ 5°/o M. steuerf. — Amerik. Bonds I881r 95s/g n „ 1882r 953/g „ „ 1885r 94 V8 „ 1887r 95 Spanier, neuest. 3% 30'/g Aetien. Frankf. Bank 129 */g Franks. Vereins-Kasse 10ls/g Darmst. Bankact. 317*/, Wien Bankactien 703 Galizien 227 Aetien. Gest. Creditact. 238'/, 50/0 östr. F. St. E. B. 363 Lombard. Bahn 178 Lud wigsh.-Bexbach 159 Maxbahn 1087/g Bayer. Ostbahn 124 Hess. Ludwigsb.-Act. 132'/. Alsenzbahn-Actien 85'/. Oberhessen „ 66*/. Prioritäten. 3% Öster. Stsb.-Prior. 56 3°/0 öst. s. Lombard 47 30/q Livorneser 3I3/. 50/0 Toscaner 493/. 5% Elisabeth.-Prior. 75'/, do. II. Emiss. 751/, Anlelieimloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 63s/8 Nassau 25 fl. 393/. 40,q bayr. Präm.-Anl. 107 Ansbacher 7 fl. 11'/, 4% badische Loose 1063/o Badische fl. 35 Loose 59 Oestr. fl. 250 v. 1854 703/8 1858r Prioritätsloose 1553/. 1860r Loose 77'/. 1864r n 114’/8 Braunschweiger 17 Stadt Madrid 22'/^ Wechsel. Amsterdam k. S. 100'/4 Augsburg k. S. 997/8 Berlin k. S. 105 Bremen k. S. 967 g Cöln k. 8. 1047/g Hamburg k. S. 88‘ 4 Leipzig k. S. 1O47/9 London k. S. 118’ t Lyon k. 8. — Paris k. S. — Wien k. 8. 95% ditto m. 8. — ditto 1. 8. — Disconto 3'/,% G. Geldsorten. Pr. Cassen-Sch. 1 447,&-45'/g Sachs. n — Div. Cassen-A. — Pr. Friedrdor 9 58'/,—59'/, Pistolen . . 9 46—48 „ doppelte 9 48—50 Holl. fl. 10 St. 9 54—56 Ducaten . . 5 37—39 20 Frankenst. 9 32—33 Engi. Soven 11 55—59 Russ. Impen 9 47 — 49 Dollar in Gold 2 27-28 Allgemeiner Anzeiger. Besondere Bekanntmachung. Betreffend: Die Reichstaqswaklen. 154) Mit Bezug auf das Ausschreiben Großh. Kreisamt vom 9. d. Mts. in Nr. 10 des Anzeigers wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis; gebracht, daß die Listen über die Stimmberechtigten bei der obigen Wahl von Donnerstag den 19. I. Mts. an bis zum Donnerstag den 26. l. Mts., Abends, zu Jedermanns Einsicht auf dem Nathhause offen liegen und daß Einsprachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit derselben während der Offenlegungsfrist bei Vermeidung des Ausschluffes bei der Bürgermeisterei vorzubringen sind. , Zugleich diene den Wählern zur Nachricht, daß bei der demnächst stattfindenden Wahl die Stadt Gießen in folgende Wahlbezirke zerfällt, nämlich: Erster Wahlbezirk: die Einwohner in Lit. A. Wahlvorsteher: Bürgermeister Bogt. Stellvertreter: Gemeinderath Haustein. Wahllokal: Rathhans. Zweiter „ die Einwohner in Lit. V. „ Gemeinderath Keller. „ M Nicker. „ ^chulhaus in der Schulstraße. Dritter „ die Einwohner in Lit. C- und E-, sowie des Schiffenbergs. Wahlvorsteher: Beigeordneter Felsing. Stellvertreter: Gemeinderath Rosenberg. Wahllokal: Realschulgebäude. Vierter „ die Einwohner in Lit. D. Wahlvorsteher: Gemeinderath Bücking. Stellvertreter: Gemeinderath Nagel. Wahllokal: ^chulbauS m der Neustadt. Gießeu, deu 16. Jauuar 1871. Groscherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. r S ck n. 171 bis zu 20 srr. W- 5 - 25% und Emil Fischbach Blockchocolade in Würfelzucker Reisstärke. Fruchtmiirkte. Jan. -Ledacrion. Druck uub Verlag der Brübl'sckert Univ.-Druckerei (Fr. Ehr- Pietsch) in Gießen. und Mehlpreise in verflogener Woche von nachbenannten Orten und en, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Holzart: Buchen Eicken 241 984 Gießen Alsfeld Grünberg Lauterback Mainz empfiehlt sich einem geehrten Publikum bestens. Giessen (Seltersweg) Scheidholz 275 I. Cl. 1 II. „ Neuerwall, 50; Leipzigerstrahse, 46 ; Steinenberg. 29; Stadt, Neuer Markt, 11; Markt, 17, Königshaus ; Kronprinzstrasse, 1 B ; Elsassergasse, 1 ; Obere Grabenstrasse, 13; Place du Molard, 2. 20—30 Fuß Länge, rc. geeignet. Stockholz e i 82 Reisholz 228 Hamburg, Berlin, Basel, Wien, Leipzig, Stuttgart, Zürich, St. Gallon, Genf, JEd» Und, Hofconditor. Julienne, (getrocknete Franzosensuppenkräuter). 165) Am 10- d. Mts.. Abends, wurde auf dem Wege von der Mäusburg bis zum Seltersthor ein gefütterter grauer Glace- Handschuh verloren. Dem Wiederbringer eine Belohnung bei der Exped. d. Bltts. 169) Es ckerdcn gesucht für das acade- mi)che Hospital ein gesetztes Frauenzimmer als Köchin und für die medicinische Klinik eine tüchtige Wärterin. Solche, welche mit den geeigneten Zeugnissen versehen sind, werden aufgefordert, sich so bald als möglich zum sofortigen Eintritt zu melden. Vermischte Anzeigen. 100) Eine Werkstätte, oder ein Local, das sich zu einer solchen eignet, sofort zu miethen gesucht von Anfang der Versteigerung Morgens präcis 9>/2 Uhr. Zusammenkunft im Holzschlag bei den ersten Holznummern. Eichelsdorf, am 9. Januar 1871. Grobherzogliche Oberförsterei Eichelsdorf. Heyer. e n n h o l z. Prügelholz. 164) Unwahren Gerüchten zufolge benachrichtige ich das hiesige Publikum, daß ick bereits seit 1864 als Leichenfrau verpflichtet bin und nach wie vor das Aus- und Ankleiden der Leichen besorge. Wittwe Sturm, vormals Friedrich Haßler Wittwe, Neuenweg B. 181. Nadelholz: 141 in Schichten von zu Baumpfählen 61) Häckselmaschinen, Dickwurjmühlen, Oelkuchen- brecher der verschiedensten neuesten Conüruction, stets vorräthig bei Georg stenzel (Maschinenfabrik.) HAASENSTEIM VOGLER Zeitungs-Annoncen-Expedition.) in Frankfurt am Main, grosse Gallusstrasse 1, im 1. Stock. 2 Fuß Länge, i Farbwgarcn - Handlung von X Rosinen, Eorinthen, | X Mandeln, Citronen, ! o Citronat, Orangeat, ! X gestoßenen Zimmer und ! X gestoßene Raffinade. Rettig-Bonbons von Joh. Pl). Wagner & Comp. ein Main; empfiehlt Carl Münch, (166) am Kreuz. t e 53 s Regenmantel, mit und ohne Capuzen, empfing heute wieder in großer Auswahl und empfehle solche zu den bekannten billigen Preisen. S. Schellen berg, Univ.- Instrumentenmacher, Seltersweg. 14. 14. 14. Merhrstischr Gesellschaft für Natur- und Hrilliniidr. Generalversammlung Mittwoch den 18. Januar 1871. Tagesordnung: i) Berichterstattung. 2) Nechnungsablage. 3) Vortrag des Herrn Prof. Zoppritz über den Golfstrom. 4) Nach der Sitzung freie Vereinigung im Einhorn. (171) Hraehtbrisfe für die Main--Wefer-, Cöln-Mndener und Oderhesstiche Eisenbahn, sowie sä' amtliche ollEtlichen #ys»rmiil.. > - - ChaulM die wii/tyn im Nam" vrr M virkbld Akftkt likh i|i W SM ttS uni sändlich £ kaum zu glauben, trog! hab n, bei en I vorauSgesetzl Mrn können. 3n aut-re fremtet Dö.kcr Die Welt kennt «c grunfmd), die avg bei unferrn Gegnein den ßeh aus tee I fubrung, wie frauzc Willig bei uns zvg haben bevbaehtct un lichkeit zu paaren to I ^mgsgebrauej) bcm k die mtjehr hmetle und zum Sedutze de Auch ter größten u dir Thalsache zu re bharakier gegeben Schon m mhmen hallen, dl tje sonderen Abin W ""i'achteten, unftrt ^arkuwtnistr vidnge und rohr j . ersch, Mhazh i™ M4n(n 3, M Imin n,m Pstit , U»t« Umffänt d'i franiöfifd !W®r, «hier I ßinijt $r "w ""d toerttn g(fr N dir e—1— — 1 — —,— — — — — — 1 5 — — — — —