Sougon »oriai. r: 4 Pfund 32 fr ' a QiJ "«i WHi«. PrviS vierteljährig 1 st. 12 ft. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 st. 27 fr Gichemr KyeM Erscheint täglich, mit Ausnahme MontagS. Expedition: Ean-leiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 189. ______________Donnerstag den 17. August ' t§7i^ Bestellungen auf den Gießener Anzeiger L°L"WSL-!,'SLÄÄX-ä:* ^riGravelott Ubr, tm aale habet tbrleuit' !» 5 111)1: „ist) 2niSN 16. August. Um Vie Höhe des während des deutsch.franzöflschen Krieges zu Verlust gegangenen Eisenbahnmaterials zu ermitteln, ist am 10. d. in Frankreich unv in Belgien eine allgemeine Zählung des gesamwten vorhandenen Eisenbahn-Fahr- und Deckmaterials, welcher Bahn dasselbe auch angehöre, vorgenommen worden. Auf den dringenden Wunsch der französischen Ostbahn und belgischen Staatsbahn, sowie mehrerer deutscher Bahnen hatte die geschästsführende Direction des Vereins die sämmtlichen dem Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen angehörigen Eisenbahnverwaltungen ersucht, sich dieser Maßregel in Bezug auf ihre Linien anzu- schließen, die Zählung aller auf denselben am 10. d. M., Mittags 12 Uhr, be- ßndlichen Wagen unv Ver Wagenvecken bewirken uuv ihr den Rapport baldigst mittheilen zu wollen. ' Das Buch des Generals Chanzy über die Operationen ver französischen . Westarmee scheint eine Reihe interessanter Aufklärungen über Vie französische Kriegführung ver Gambetta'schen Epoche bringen zu wollen. Der „Temps" veröffent- lichte kürzlich ein Eapitel vieseS Buches, bas unter Anverem Vie in vem Zeitraum vom 24. December bis 7. Januar zwischen Chanzy, Gambetta unv Trochu ge- wechselte ofsicielle Correspondenz enthält. Daraus geht zunächst hervor, daß ver famose Feldzugsplan, dem schließlich die Armee Bourbakl's zum Opfer fiel, aus- schließliches Product des Herrn Gambetta ist, der alle von Chanzy und Trochu dagegen erhobenen Einwendungen nicht gelten lassen wollte. Namentlich General Chanzy will bis zum letzten Augenblicke gegen Gambetta'- Plan protestier unv seinen Widerspruch mit dem Hinweis auf die Thatsache begründet haben, daß Paris nur noch für 15 Tage Lebensmittel habe, die Rettung also selbst bei vollständigem Gelingen des Gambetta'schen Planes zu spät kommen würbe. Aus dem vorliegenden Capitel ersehen wir ferner, daß Chanzy am 2. Januar einen eigenen Plan in Vorschlag gebracht hatte. Nach seinem Vorschläge sollten die drei noch im Felde stehenden französischen Armeen sich gegen Paris concentriren und dem General Trochu bei einem Ausfall die Hand bieten. Er hoffte dabei ein doppeltes Resultat zu erreichen: die Deutschen gleichzeitig von drei Seiten zu bedrohen unv sie vamit zu einer FrontveränVerung zu zwingen, Vie andererseits Ver Pariser Garnison Vie Möglichkeit böte, mit einiger Aussicht auf Erfolg einen Vorstoß gegen Vie veut- s6>cn Linien zu versuchen. Zu viesem Zwecke schlug General Chanzy vor, Vie Westarmee von der Sarthelinie an die Eure vorzuschieben, mit dem linken Flügel nach Evreux und dem rechten nach Chartres. Die bretonischen Reserven deckten seine Communicationslinien zwischen Chartres und der Loire, das 15. Corps sollte in Vierzon bleiben, um Orleans zu beobachten, die Mobilen von Cherbourg endlich sollten den linken Flügel der zweiten Armee zwischen Evreux und Rouen stützen. Die erste Armee, welche Gambetta auScrsehen hatte, den von ihm gefaßten Plan auszuführen, würde, anstatt sich nach Osten zu entfernen, sich über Chatillon für t vor. Es sind allerdings sehr viele gefallen, aber die Beute war so groß, J lkr Pfervebestand innerhalb der Armee nach dem Kriege zahlreicher war, wie ■ 11 beginne des Feldzuges. Total abgenutzt sind die Uniformen der Mannschaften, t 8 neue seit lange hab-rn beschafft werden müssen. Allein nach der Capitulu- j Y von Metz gelangte die Armeeverwaltung zu so umfassenden Quantitäten fran- L Mcher Tuche, daß der Verlust, der durch rasche Abnutzung der Uniformen ent* *flnCtn war, reichlich durch die erbeuteten Borräthe ersetzt ist. Auch der Sieg bei ‘Ulan« führte uns erhebliche Tuchmassen zu. Am meisten fallen ins Gewicht Ausgaben für die Ernährung der Armee. Obwohl sie den ganzen Feldzug Wur^ in Feindes Land stand, hat sie sich, bis auf unbedeutende Requisitionen, IfhgioncgemeiDbe: Mn. (31$ umpeubanthing rci t des Herrn Lack«. I. Vilbort unterzeichnet war, demselben Ehrenmanne, der im Jahre 1866 in so hervorragender Weise die Gastfreundschaft unserer Staatsmänner und Heerführer genossen, demselben Vilbort, der nach dem böhmischen Kriege nicht müDc wurde, den Rothen Aolerorden zu sollicrtiren, was er mündlich wie schriftlich gethan; demselben Vilbort, der — zwischen seine Stellung beim „Siccle" und den preußischen Orden gestellt — schließlich in einem offenen Briefe die Annahme der erbettelten Auszeichnung verweigerte, nicht ohne gleichzeitig in einem privatim an den Grafen v. d. Goltz, damaligen preußischen Botschafter m Paris, gerichteten devoten Schreiben dessen Verzeihung für diese öffentliche Ablehnung nachgesucht zu haben; demselben Vilbort, der in den Jahren 1867 und 1868 Mitarbeiter und Correjpondent verschiedener deutscher Zeitungen war und dem es selbst später niemals au Lust gemangelt, diese Mitarbeiterschaft wieder aufzunehmen, wenn man sie nur gewünscht hätte u. s. w. Was aber das Schönste an der Sache, ist, daß Herr Vilbort, der angeblich von nationalem Haß getragene Schriftsteller, gar kein Franzose, sondern ein geborener Niederländer ist, so daß ihm sein Deutschenhaß für oen Moment nur als milchende Kuh dient, die ihn mit Butter, Brod und Fleisch versorgt. (K.Z.) Die Waldbrände am Oststrande von Algerien dauern fort. Von Algier sind 5000 Mann nach Bona geschickt worden, um die branvstifterischen Stämme zu züchtigen. Ja der Provinz Algier ist die Ruhe wieder hergestellt. Glaubwürdigen Nachrichten aus Caprera zufolge ist Garibaldi wieder sehr leidend, so daß er nicht einmal das Zimmer verlassen kann. Frankfurt, 15. August. Wie wir hören, sind Verhandlungen mit Hannover und Leipzig wegen Abhaltung des Schützenfestes im Jahre 1872 angeknüpft. f Berlin, 14. August. Die verschiedenen Behörden lassen nicht ab, ihr Augenmerk fort und fort auf die Maßregeln zu richten, welche dem Herannahen der Cholera entgegengesetzt werden müssen. Die hiesige Garnison-Verwaltung richtet angesichts der drohenden Gefahr bereits Cholera-Lazarethe ein. Man versichert von verschiedenen Seiten, daß mindestens vier Fünftel derjenigen Summen, welche der Finanzminister zur Bildung des PensionS- und Jn- validenfonoS von der KricgS-Contribution in Empfang nimmt, Hypothekarisch werden angelegt werden. Es bestehen hierüber altere gesetzliche Vorschriften, welche für den auf Preuß-n entfallenden Antheil ohne Weiteres in Kraft treten. t Berlin, 14. August. Obwohl die Maurerarbeit thatsächlich an mehreren Stellen wieder ausgenommen worden ist, bleibt doch die Majorität der Berliner Maurer nach wie vor auf dem Boden der Resolution stehen, wonach kein Geselle auf irgend einem Bau arbeiten darf. Nach und nach haben inzwischen, wie gesagt, viele der Feiernden die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder ausgenommen, Andere sich zu gleichem erboten und zugleich beschlossen, an alle Fachgenossen ein Circular zu übersenden, in welchem sie, Zwecks einer allgemeinen Statistik des Strikes über die von ihnen vor Ausbruch desselben, sowie augenblicklich beschäftigten Arbeiter Auskunft zu geben haben. Auch ein Fragebogen ist allen Fachgenoffen zugestellt worben, auf welchem dieselben über bestimmte Vorkommnisse bei dem diesmaligen Strike, namentlich über ungesetzliche Handlungen und Beeinflussungen der Gesellen, auch über die Frage, ob die strikenden Gesellen die vereinbarte ober ge- setzmäßige Kündigung innegehalten haben, Auskunft zu ertheilen haben. Dies Material soll bann als Grundlage zu einer Petition wegen Beschränkung der Coalitionsfreiheit benutzt werden. — UebrigcnS hat der HanbelSminister im Hinblick auf d efe und andere, jetzt so scharf hervortretenden Differenzen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in einem unterm 31. Juli d. I. ergangenen Erlaß wiederholt den Wunsch ausgesprochen, daß Der Gedanke, die Schlichtung von Differenzen über die gewerblichen Arbeitsverhältnisse schiedsrichterlichen, zu gleichen Theilen aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetzten Organen anzuvertrauen, auch seitens der Behörden in seiner ganzen Bedeutung gewürdigt werden möge. t Berlin, 14. August. Die Arbeitseinstellung der Maurergesellen ist zwar auch heute noch nicht ganz beendet, aber sie geht mit Riesenschritten ihrem Ende entgegen. In der gestrigen Sonntagsversammlung versicherten zwar die Haupt- wortsührer noch hoch und theuer, binnen vier bis fünf Tagen würden die Meister ganz gewiß zum Nachgeben gezwungen sein durch ein ganz neues Geheimmittel, welches das Gesellen-Comite erfunden habe; thatsächlich ist jedoch die Zahl der Strikenden bereits auf die Hälfte zusammengeschmolzen, und es steht zu erwarten, daß mit Ende dieser Woche der Strike faktisch zu den überwundenen Standpunkten zählt. Leider scheint jetzt den Meistern die bisher bewahrte Mäßigung abhanden zu kommen, denn eifrig sammeln sie das Material aus den Erfahrungen der letzten Wochen, um eine Petition an das Bundeskanzleramt wegen Beschränkung Der Coalitionsfreiheit zu begründen. . — Als ob sich eine Erscheinung Der politischen Zeitströmung einfach hinwegdekretiren ließe! Nicht bekämpfen, benutzen muß man derlei Ereignisse, denn nichts ist grundfalscher, als die heutige, an und für sich berechtigte und naturgemäße Arbeiterbeweguug als eine Zufälligkeit oder gar als ein küustüches Getriebe aufzufassen. Berlin, 15. August. Nach der „Spener'fchen Zeitung" nehmen die Frankfurter Friedensverhandlungen keine erfreuliche Wendung. Frankreich habe nur Wünsche, biete aber kein Aequivalent. Die Verhandlungen gerathen ins Stocken; möglicherweise werden sie abgebrochen weroen. Deutschland würde Dann mit voller Ruhe den Franzosen Zeit lassen, zur Besinnung zu kommen, um die Wiederaufnahme oer Verhandlungen durch entsprechende Anerbietungen zu ermöglichen. München, 15. August, 2 Uhr 20 Min. Fürst Bismarck ist nebst Gemahlin und Tochter hier eingetroffen und in dem Hotel „Zu Den vier Jahreszeiten" ab- gestiegen. München, 15. August. Fürst Bismarck stattete bald nach seiner Ankunft dem Justiz, uno Cultu-minister v. Lutz einen längeren Besuch ab. Köln, 13. August. Weil die Cholera in dem östlichen Theil unseres Staates (in Königsberg und Elbing) ausgebrochen und eine weitere Verbreitung wahrscheinlich ist, denkt man schon am Niederrhein an Vorsichtsmaßregeln. So deS- inficirt bereits die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft die Aborte der Station, und die gemeinderäthliche Commission wird morgen über Die von Der StaDt zu treffenden Anordnungen in Berathung treten. Insterburg, 10. August. Die erste Cholera-Erkrankung ist hier, wie die „Bromb. Ztg." meldet, gestern ärztlich constatirt worden. Straßburg, 11. August. Aus Dem Unterelsaß geht Dem „Niederr. Kur." eine Correspondenz zu, welche bittere Beschwerde führt über das Treiben Der Aus-! wauderungsagenteu. Als besonders hervorstechendes Factum wird angeführt, daß^ einer armen Wittwe Der älteste Sohn, 17 Jahre alt, ohne ihr Wissen und unbekannt durch wen, abspenstig gemacht und nach Afrika in ein Zuavenregiment geschickt sei. Der Correspondent knüpft hieran folgende Betrachtung: Was haben nun die Werber bewirkt? Frankreich zählt einen Soldaten mehr, aber eine arme Wittwe und vier Waisen seufzen im tiefsten ElenDe. Vermuthlich hätte dieser Sohn in einigen Jahren Der deutschen Wehrpflicht Genüge leisten müssen; aber dis Dorthin wäre auch wieder eine andere Stütze h^rangewachsen und das arme Weib hörte heute nicht hülflos ihre armen Kinder um Brod schreien! Paris, 12. August. Unter Den EntschädigungSforDerungen, die an die hiesige deutsche Gesandtschaft gelangt sind, siguriren mitunter recht seltsame Artikel. Siebzehn Jungfrauen aus Strelitz haben sich hierher gewandt, um siebzehn fran- zöstsche Offiziere für internationale Thaten der Minne zur Rechenschaft zu ziehen. Acht von Den siebzehn Patriotinnen gehören Den sogenannten besseren StänDen an. Da Die „Recherche de la paternitö“ in Frankreich nicht gestalter ist, so fehlt jede Aussicht auf Erfolg dieser Reclamationen, abgesehen Davon, daß derartige „Beschädigungen" wohl im Frankfurter Frieden nicht berücksichtigt worden sind. Das Verhalten gewisser deutscher Damen während des letzten Kriege- ist hinlänglich gebrandmarkt worden. Mich dünkt indeß, die züchtigen Strelitzerinnen verdienen ein specielles Hoch! Darf es uns wunDern, wenn die Franzosen Über Die Deutsche Frauenwelt Apercus loslassen, die uns Die Röthe der Scham in die Wangen treiben? Ich beantrage, in künftigen Fällen den Strelitzern nur Schwerverwundete anzuvertrauen und die Halbwegsgeheilten sofort wegzuschaffen. Was soll'- geben, wenn Seelitz einmal ein Paar Regimenter Turko's bekömmt? Wir sind Der germanischen Race doch einigen Respect schuldig. (Frkft. Journ.) Paris, 14 Aug. In Versailles glaubt man allgemein an eine allseitige Verständigung Der verschiedenen Parteien Über die Verlängerung Der ThierS'schen Vollmacht. Das Gerücht, daß Larcy abtreten werde, bestätigt sich nicht. Das Londoner Couiite der Internationale hat Den in Den englischen Städten als Flüchtlinge sich aufhaltenden Mitgliedern Der Pariser Commune die Mittheilung gemacht, daß sie von Der englischen Regierung als politische Flüchtlinge angesehen und nicht ausgelieiert werden würden. Wien, 15. August. Die „Presse" schreibt: Mit Dem Fürsten Bismarck treffen in Gastein Die Legationsräthe v. Keudell und Bucher, sowie ein Theil Der Cabinetskanzler aus Berlin ein. Graf Beust hat gleichfalls feinen diplomatischen Slab verstärkt und dürste man der Anwesenheit des Grafen Andraffy in Gastein entgegensetzen. Dieses Aufgebot eines größeren Apparates läßt darauf schließen, daß es sich um mehr als um Den bloßen Austausch von Höflichkeitsbezeugungen handeln wird. In wieweit ein in diplomatischen Kreisen cursirenbeS Gerücht von förmlichen Stipulationen über eine gemeinsame Politik in allen Fragen, welche Den europäischen Frieden zu trüben drohen, begründet ist, will Die „Presse" vorläufig dahingestellt fein lassen. An unmittelbarem aktuellem Anlaß hierzu fehlt es nicht, dafür haben Die rumänischen Kammern gesorgt, Deren bekannter Beschluß für Die französischen und russischen Jntriguen einen bequemen, ohne ZauDern be- nutzten Anknüpfungspunkt geboten hat. Athen. 11. August. Der neue Gesandte für Petersburg, Buduris, ist auf s-inen Posten abzereist. Die hiesigen Zeitünge i äußern sich sehr unzufrieden Darüber, daß der König so lange außer Landes bleibt. Florenz, 13. Aug. Die Aushebung Der Rekruten in Rom geht, wie von dort berichtet wird, ohne alle Störung vor sich. — Zur Verhütung Der Einschleppung Der Cholera sind seitens der Regierung alle möglichen Vorsichtsmaßregeln aetroffen worDen. Nom, 12. August. Aus Dem Vatican verlautet, es sei Der Wille des Papstes, daß in Malta Das eventuelle Conclave abgehalten werde. (Pr.) Kopenhagen, 14. Aug. Durch ministerielle Verfügung wurden Die gesetzlichen Maßregeln gegen Einschleppung Der Cholera von Der Secseite gegenüber allen von Königsberg fommenDen Schiffen in Kraft gesetzt. Constantinopel, 11. August. In Damaskus ist Die Cholera ausgebrochen. Vermischtes. Handel und Gewerbe. * ISUlgetneine Unfallversicherungsbank in Leipzig.) Durch das Gesetz vom 7. Juni 1871, betreffend die Verbindlichkeit zum Schadenersatz für die bei dem Betriebe von Eisenbahnen, Bergwerken?c. herbeigeführten Todtungen und Körperverletzungen, sind Bestimmungen von großer volkSwlrthschaftlicher Bedeutung in dem deutschen Reiche zur Geltung gekommen. Dat Gesetz bestimmt in §. 1 : Wenn bei dem Betriebe einer Eisenbahn ein Mensch getödtet oder körperlich verletzt wird, so haftet der Betriebsunternehmer für den dadurch entstandenen Schaden, sofern er nicht beweist, daß der Unfall durch höhere Gewalt oder durch eigene- Verschulden del Getödtrten oder Verletzten verursacht ist. §. 2 lautet: Wer ein Bergwerk, einen Steinbruch, eine Grkiberei (Grube) oder eine Fabrik betreibt, haftet, wenn ein Bevollmächtigter oder ein Repräsentant oder eine zur Leitung oder Beaufsichtigung des Betriebe- oder der Arbeiter angenommene Person durch ein Verschulden in Ausführung der Dienstverrichtungen den Tod oder die Körperverletzung eines Menschen herbeigeführt hat, für den dadurch entstandenen Schaden. Diese Bestimmungen find von einschneidender Wirkung in zweifacher Richtung: in Beziehung auf den ju Entschädigenden und in Beziehung auf denjenigen, welcher die Entschädigung zu leisten hat. Ueber die wohlthätige Wirkung des Gesetzes für den Arbeiterstand, überhaupt für die der Gefahr Ausgesetzten, wird kaum ein Zweifel sein. Beim größten Grad der Sorgfalt bleibt immer noch eine Zahl von Unglücksfällen übrig, die man im Leben zwar „verschuldet" nennt, die aber im statistischen Sinn unvermeidlich sind , und weder die vorsorglichsten Anordnungen der Unternehmer oder Arbeitgeber, noch die Vorsicht der Arbeiter selbst vermögen es zu v^bindern, daß fast täglich Töd- tungcn oder Verletzungen durch gewaltsame äußere Ursachen sich ereignen. Beinahe jede Zeitung liefert einen Beleg dafür, mit welch auffallender Regelmäßigkeit solche Unglücksfälle sich ereignen. Es liegt auch in der Natur der Sache, daß sich dieselben in demselben Maße vermchren, tu welchem die Entwicklung der deutschen Industrie fortschreitet und damit die Zahl der in berfeÜM beschäftigten Personen sich vermehrt. Namentlich seitdem an Stelle deS Kleingewerbes mehr und mehr die Großindustrie tritt und Maschinen eingeführt werden, stellt sich heraus, daß die Zahl der Unglücksfälle sich vergrößert. Tritt nun ein solche- beklagenswerthes Unglück ein. so sollen die Betroffenen nicht angewiesen sein auf den guten Willen des Arbeitgebers und Unternehmers, oder gar wie bis jetzt häufig und bei größeren Unglücksfällen beinahe ausschließlich der Fall war, aus die öffentliche Mildthätigkeit oder auf die Unterstützung der vielleicht armen Gemeinde, foiibet» gerecht und billig ist, wenn derjenige entschädigen muß, in dessen Diensten das Unglück geschehe« ist. Ist so das Gesetz von größtem Interesse und von Vortheii für diejenigen, welche auf Eisenbahnen oder in Fabriken u. s. w. Beschädigung erlitten haben, so stellt sich die Sache ander- vorn Standpunkt des Unternehmers. Dieser kann trotz aller angewandten Vorsicht im einzelnen Fall äußerst hart betroffen werden durch die Entschädigungöpfficht. Es können sich wiederholt Unfällt von so großem Umfange ereignen, daß die Mittel deS Unternehmers zur Deckung seiner Ersatzver- btndlichkelten nicht ausreichen. Sollte aber das Unglück auch nicht einen solch bedeutenden Uwifang erreichen, daß der Unternehmer finanziell ruinirt ist, so können insbesondere bei kleineren Geschäften mir weniger großartigem Betrieb schon kleinere Unglücksfäll« mit vielleicht wenigen l Verunglückten hinreichen, einen höchst störenden Einfluß auf die Vermögens- inSbesondere'die Betriebskapital - Verhältnisse auszuüben. AuS diesen Gründen müßte den Unternehmer daS neue !ReichSgesetz mit Sorge erfüllen, wenn es nicht möglich wäre, die dem Einzelnen erwachsenden oft K? ar besondere Bo Qchntliche W Nachdem licht der Provinz C mögen des flüchng { klürers und Rechne I ich in Lang-Göns |j Metten Concurs jlminßtnunb Ansp Een in dem auf I Monlag den: , Äormit waumten £erm Mcht anjumelbei M geltend zu m unter dem Nechitzu SWemtretendmA Jn dem Tnrwrr Priorität der an s Nilberung Mubigerausschu tols verhandelt, ?eljucht werden i inenden Glaul Ntimirter, ¥ i" 6tm( fo Men, ben 12 Muhl, —Zadtnchw. WH ^ßnetn zur besf 15. w 5555!5^^, eÄ“ ijf * u [1 Wir*,r *n («** Die Grundlage dc Ebarftil der M post mimei Un na* WJ W WJ Fab^ ' s,sabnu ch Die A S. W* c.: Uri- uiiD Dthut LMMnehimr « M k-- fabriten, so-"-flU Ijr tie Arbeiter vti Betrieb-persona ,0 hallen haben, bi ^iiahrenklaisen hab MakoaMN sdami 5) Die Venvallun Aemaltunzssoiten Belhältniß Der M' unk Beim lrutschtand. Die^ ßlchen Sank find (jinjelnen auf । hchflichtgeie-eS er Ländlich ein Unit Wien nun bitft f a) Tchtigfiit der ' V u A erheblichen Lasten und schweren Verbindlichkeiten auf gemeinsame Schultern zu wälzen und gemein-«Kreise zu einer regen Betbeiliauna nminlnff.n m?.™ r. v . , • <. k , sch-ft'ich Zu tragen um durch die The.lung derselben ein richtiges Maß für oen Einzelnen zu er- und allein durch dasInteresse svndem auch - und ni r Ei " T*” 6M langen. Dies geschieht durch die Versicherung. Sie schützt den Unternehmer vor der Gefahr, in welche keine großen Kalasiravben ru WrrfLn sur kleinere Unternehmungen, einem Jahr vielleicht keine, im nächsten aber eine seine Kräfte übersteigende Entschädigung leisten diaem sinantiellem Ruin bevrobt finh vL* durch UngluckSsalle nicht mit vollstan- zu müssen, und wenn irgendwo, so gilt hier: vereinte Kraft macht stark. Von düsin Gesichts- ^Zweck!n/u dienen den\ kaum nennenSwerthen Geldopfern punkten ausgehend, ist denn bereits am 29. Juni eine allgemeine Unfallversicherungsbank in Leipzig lindern und die' vaterländische Industrie'ru forÜ\n Unvollkommenheit unv menschliches Glend zu konsiituirt worden, deren Zweck nach S. 2 der Statuten b-ll-bk h..ß ßrf. smu.u.L» vmcuunoi|tyc jnouiute zu fordern. Wechsel, Oberhessen 79% 1. 31V/o G. Biercmlil'llr, Di ulf i* ffflfl1 n Haufen Kuhmist ist >>, vei- kaufen in Vit. A. Nr. 132. Ä ;::;S irtia! °n», di- ao tit |tani Ä,u Jy °°'d>° im. »"“itniMin ^anpftn iibtr 6jt 11 , 0tbta, 011 6« tir j(I, MiSehverkauf. 319ft) Durch Ncrände- rung des $abrtc»plon» ist nunmehr täglich, Normit- ituftS halb 9 Uhr ». ÄlbendS r.rt H« •*» * ,iil S'’1«®?. 5 .1 riet elf11 • » »n: »u 1 N* I*1 CH« 6" «ff« Ä' Strickmaschinen 3159) Außer der Anfcrtianna aller iur Darstellung dunkler Biere (Doppelbiere), «"*7SX1S SÄ’ Itet ^trumpfe iverbeii auch solche Preislisten und Proben stehen zur Ver- — 2', r • ' c jJfüßunß. Sperislität. 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Bonds 188 Ir 101 % „ 1882r 96% r „ 1885r 96% n „ 1887r J7 Spanier, neuest. 3% 31% Besondere Bekanntmachungen Qeffentliche Aufforderung. 3436) Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Provinz Ooerhessen über das Vermögen des flüchtig gewordenen, — früheren Lebrers und Rechners der Spar- und Leih- kasse in Lang-Göns — Georg Zeiß den fsrmellen Concurs erkannt hat, sind For^ derungen und Ansprüche aller Art an denselben in dem auf Montag den 16 October d. I., Vorinittags 9 Uhr, anberaumten Termine bei unterzeichnetem Gericht anzumelden, auch etwaige Vorzugsrechte geltend zu machen und zu begründen, unter dem Rechtsnachtheile des stillschweigend eintretenden Ausschlusses von der Masse. In dem Termme soll über Liquidität und Priorität der angeueldeten Forderungen, über Versilberung der Masse, Wahl eines Gläubigerausschusses und eines Massecura- tors verhandelt, auch nochmals die Güte versucht werden und werden alle nicht erscheinenden Gläubiger, die durch einen gehörig legitimirten Bevollmächtigten nicht vertreten sind, den Beschlüssen der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger, auch bezüglich eines zu Stande kommenden Arrangements, beitretend erachtet. Gießen, den 12. August 1871. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Scriba, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. 3446) Es wird hiermit den betreffenden Steigerern zur Kenntniß gebracht, daß die Versteigerung des Hafers auf der Wetdwiese in der Gemarkung Gießen genehmigt worden ist. Gießen, den 15. August 1871. Großherzogliches Rentamt Gießen. In Verh. des Rentamtmanns: Roth, Finanz-Accessist. 3423) Donnerstag den 17. und Freitag den 18. d. Mts., jedesmal Morgens 8 Uhr, soll die Erndte von den zu dem Nachlaß der Heinrich Schäfer Eheleute gehörigen Grundstücken, bestehend in Waizen, Korn, Gerste, Hafer, Wicken und Erbsen, bei den Grundstücken versteigert werden, mit dem Bemerken, daß der Anfang am ersten Tage im Neustädter und Wallpförter Feld, Zusammenkunft am Neustädter Thor, und am zweiten Tage im Selterspförter und Neuenweger Feld, Zusammenkunft am Bahnhäus- chen beim Langensteeg, gemacht wird. Gießen, den 14. August 1871. Großherzogliches Ortsgcricht Gießen. _____________Iugh ardt. 3444) Freitag den 18. l. Mts., Morgens 9 Uhr, soll auf hiesiger Bürgermeisterei ein abgängiger gut gehaltener Gemeiude-Fasselochse öffentlich versteigert werden. Alt-Buseck, am 16. August 1871. Großherzogllche Bürgermeisterei Alt-Buseck. Wagenbach. 3451) Eine gebrauchte Hand-Räh- maschine (W i l l c o x A G i b b s) mit £rit% gestell ist sehr billig zu verkaufen bei A. Guntrum. 3399) eingemachte Gurken bei I. A. 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Weidengasse B. 96.____________________________________ 3440) Vor dem Seltersthor Lit. C. Nr. 39 sind zwei möblirte Zimmer, das eine mit Cabinet, zu vermiethen und alsbald beziehbar. 3202) Ein kleines Logis zu vermiethen. Neuenweg 134. 3438) Zwei Familienwohnungen sind zu vermiethen und sogleich beziehbar bei Schmied Unverzagt. 3437) Ein möblirtes Mansarden-Zimmer nebst Cabinet ist zu vermiethen bei Louis Busch Wittwe. Vermischte Anzeigen. 3401) Für den Bau der Wasserleitung zu Frankfurt a. M. werden tüchtige Maurer und Erdarbeiter gesucht. Dieselben finden bei hohen Accordsätzen dauernde Arbeit auf zwei Jahre, und ist für ihre Unterbringung an Ort und Stelle gesorgt. Anmeldungen in beliebiger Anzahl auf dem Bauplatz an der Friedberger Warte bei Frankfurt a. M- (61,Vin.) 3442) Am Sonntag den 13. ' August blieb auf dem Staufen- . berg ein brauner Jagdhund zu- Zcil 45. Strichburg, München, Nürnberg, Berlin, Wien, Prag, Hamburg, Zürich. Tlafolhft wird Jedermann Rath ertheilt, welche Zeitungen für jeden einzelnen Fall sich als erfolgreich erwiesen haben: 71-1 Toi werden alle Annoncen sorgfältig abgefaßt und für einen augenfälligen Druck hergerichtet; MrtfolhTt kosten die Inserate nur dasselbe, wie in den Zeitungs-Expeditionen , da dieses Institut als Central-Stelle „Liederkranx.“ 3445) Sonntag den 20. d. Mts.: Par- thie auf den Schiffenberg. Abgang um 2Vr Uhr vom Neuenweger Thor aus. Der Vorstand. ßgT Alle Brüche heilbar! 18) Bei der Expedition d. Blattes kann jederzeit die Schrift eines berühmten Brucharztes mir Belehrung und vielen hundert Zeugnissen gratis in Empfang genommen werden, welche sichere Anleitung giebt, daß Unterleibsbrüche mit Gewißheit geheilt werden können. 3426) Es wird sogleich ein junges Mädchen zu leichten häuslichen Arbeiten für die Tagesstunden gegen gute Bezahlung gesucht. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 3428) Ein Paar braune und weiße Perrückentauben sind entflyhen. Dem Bringer eine gute Belohnung. Marktstraße D. 214. 3432) Es wird ein ordentliches Dienstmädchen gegen guten Lohn sofort gesucht. _____________Turnlehrer Rübsamen. ”(1366) T'wvö“ Ml 01* Ein Gut. ein Haus, Hotel rc. vllH V kaufen ober verkaufen, pachten oder verpachten will, Ml01* einen Posten zu besetzen hat WH oder einen solchen sucht, Mlrr wgend etwas in eine beliebige l Anzahl von Zeitungen einzurücken beabsichtigt, wende sich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse, G officiellen Agenten sämmtlicher Zeitun- g gen des In- und Auslandes, Frankfurt a. M. M. M- sJJt. 2 Frnchtmarkte. Ang. Walzen. Korn. Gerste. Spelz. Auf denF'Mlt^ Hafer. Auf dem Markt Mt^ preis Auf dem Markt Mit-- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Marft Mit.- preis Marft preis verk. fl. fr. ! auf-! gef.; verk.) auf- gef. 1 f verk. fl» fr. -jnv | ,1 verf. fl. fr. auf- gef- 1 , । oerf. fl. fr. Gießen _ M. M. 30 90?. M. M. M. VJf. M. M- M. Alsfeld 12. 8 7 12 4 4 11- 13 8 5 10 Grünberg 12. — 57 13 12 83 1041 _ 50 7 17 — __ _ _ 52 5 30 Lauterbach 12. 14 9 13 5 19 —!— 4 3 7 30 — _ __ _ 3 1 6 30 Mainz 11. — 158 11 54 162 10 8 8 6 19 — — — — 8 5 5