Gichmer Anzeiger aöi ticn- Frcitag den 16. Juni Ne. 13 sonst gleichen Verhältnissen jedesmal den Vorzug erhalten. llthorstrch 3) 4) tf und 6t, Jett Pm Prei- ^iecteljährig 1 ft. 12 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Zur Zucht taugliche, im Besitz von Privaten befindliche 1—2jährige Bullen und zwar: a. Wenn dieselben vom Bewerber aus eigener Kuh gezüchtet sind, von 15—25 fl.; b. wenn dieselben vom Bewerber gekauft, aufgezogen und mindestens ein halbes Jahr im Besitze desselben sind, von 10—20 fl. Die besten im Besitze von Gemeinden oder Gemeindebullenhaltern befindlichen, nicht über 3 Jahre alten Zuchtbullen, von 10—15 fl., welche den Bullenhaltern zu Gute kommen sollen. Rinder von 2—3 Jahren, die entweder sichtbar trächtig sind, oder erst kürzlich gekalbt haben, und zwar: a. Solche, die vom Bewerber aus eigener Kuh gezüchtet sind, von 15—25 fl.. und ilags, Ä1 rtn Wechsel-! Qi’tn, l'i'iiti Moohingtn beginnende toi hiesig» hiermit zu nschaflltchkt ung voi rhnköfei Ml M. 5. von -en t ter Han- ? daS ollcü ^stzesahr Viehpreisvertheilungen gl faubadj und Vilbel in 1871 betr. Die diesjährigen Viehpreisvertheilungen werden zu Laubach ain 4. Juli und zu Vilbel am 12. Juli abgehalten werden; es werden auf jeder derselben 500 fl. zu Preisen und Wegvergütungen zur Verwendung kommen. Es können Preise erhalten: 1) Ausgezeichnete Fohlen, mit Ausnahme von Saugfohlen und zwar: a. Solche, die vom Bewerber aus eigener Stute gezüchtet worden sind, von 15—25 fl.; b. solche, die vom Bewerber gekauft, aufgezogen und mindestens 1 Jahr im Besitze desselben sind, von 10—20 fl. 1871. Den wegen Betheiligung an dem Züricher Scandal verurthcilten französischen Offizieren ist das rciz.nd gelegen? Schloß Uster als Gefängniß angewiesen; diese Annehmlichkeit genügte ihnen aber nicht und sie Ließen sich noch „Gesellschaftsdamen" von Puris kommen; einige schweizer Blätter haben gegen diesen Unfug protestirt und die Herren Franzosen sind nun so naiv, d^n Zeitungen einen öffentlichen Protest zu senden, in welchem sie ihr Erstaunen über die rigorose Auffassung der Sache auesprechen und erklären, daß jene Damen, aus Paris vertrieben, nach französischer Sitte lediglich aus Patriotismus zu ihnen gekommen seien, getrieben „durch den patriotischen Zug des französischen H.rzcnö, welches in allen Zeiten der Grund der edelsten Tyaten gewesen ist." Aus Oesterreich wird gemeldet: Nach Schluß der Reichsrathssession wird Graf Hohenwart definitiv zum Ministerpräsidenten ernannt werden, und steht sowohl seine Berufung, als die des Dr. Habietinek in's Herrenhaus bevor. Am 7., am Tage des ersten parlamcntarischrn Sieges des Ministeriums, wurde Graf Hohenwart sogleich nach Schluß der Sitzung von der Aristokratie und anderen Persönlichkeiten beglückwünscht. ' Da- „Pesther Amtsblatt" veröffentlicht die Enthebung des Justizministers Horvath und die Ernennung Bitto's. Ucber die Stimmung in Nom schreibt der römische Correspondcnt der „Pall Mall Gazette : Die schrecklichen Ereignisse in Pari- haben einen schmerzlichen Eindruck in Nom gemacht, was indessen mehr von der Bevölkerung als vom Vatikan gilt, da am Letzteren Orte die Ansicht herrscht, die Reaktion sei unvermerd- lich. Selbst der Tod des Erzbischofs von Paris hat wenig Bewegung unter den Prälaten > cd Hofes gemacht, und die Jesuiten reden von der Sache als einer Züchtigung des Himmels wegen der vom Erzbischöfe beim Eoncil gemachten Opposition. Kurz, man gibt sich im Vatikan der Ueberzeugung hin, daß die Pariser Gräuel der päpstlichen Sache nur nützen können, und aus diesem Grunde sieht man sie nicht mit dem Abscheu an, den man sonst wohl erwarten dürfte. Seit Absendung der Encyclica hat Antonelli keine weiteren politischen Schritte unternommen. Er hält sich an die Maxime Napoleon'- 111.: inertia sapientia. Auf Fragen hinsichtlich seiner Absichten mit Bezug auf Italien antwortet er aus- Erschetnt täglich, mit Ausnahme MontagS. Expedition: Lanzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsötatt für den Kreis Hießen Diejenigen Fohlen, von denen durch Bürgermeistereibescheinigung nachgewiesen ist, daß sie bis zum Alter von 2‘lz Jahren noch nicht eingespannt worden sind, sollen unter e‘“n ...... “ 2) Bestellungen etof den Gießener Anzeiger Ä61,6 15. Juni. Das „Frankfurter Journal" schreibt: Während wir von Tag zu Tag vergebens darauf gewartet und jetzt die Hoffnung nahezu aufgegrbtn haben, daß die bayerische Negierung durch energische Schritte gegen die Verkünder des Unfehlbar- keitsdogmas ihr Wort wahr machen werde, haben die in München versammelt gewesenen katholischen Gelehrten den in sie gesetzten Erwartungen reichlich ent- sprechen und ein große-, zeitgemäßes Wort über die römischen Anmaßungen zu reden gewagt. Wir muthen diesen Männern, die in ihren kirchlichen Anschauungen alt geworden sind, nicht zu, daß sie in jedem Stücke den freieren religiösen Begriffen unserer Zeit Rechnung tragen sollen, wissen uch die Berechtigung einer konservativen Richtung vollkommen zu würdigen. Wenn die von ihmn erlassene Erklärung es also vermeidet, den Bruch mit dcr katholischen Kirche als solcher offen zu proclamiren, so verstehen wir das nicht nur, sondern wir müssen es sogar anerkennen. Höchst erfreulich und anerkennen-werth ist es nun aber, daß (L den Muth gefunden haben, auf den eigentlichen Krebsschaden, auf die Wurzel des Uebel- mit klaren Worten hinzuweisen. Los von Rom! das ist die Losung, auf welche die Erklärung in ihrem wesentlichsten Theile hinau-läust. Die Gründung von Nationalkirchen, zu welcher Frankreich schon einmal einen Anlauf genommen, welche der edle Wessenberg erstrebte, sie ist jetzt auch von der Blüthe der deutschen katholisch.theologischen Wissenschaft, voran ein solcher Alles überragender Name wie Döllinger, auf die Fahne geschrieben worden. Da- ist der springende Punkt, um den es sich handelt. Mit dem Katholicismus können Eultur, Fortschritt und nationale Entwicklung sich vertragen — mit Nom nicht. Wir dürfen hoffen, daß diese Ueberzeugung, bisher schon von der großen Mehrzahl aller gebildeten deutschen Katholiken gctheilt, jetzt auch unter die Massen der katholischen Bevölkerung dringen, und daß die Nachwirkung unsere- nationalen Aufschwunges ihr kräftig zu Hilfe kommen werde. Freilich ist e-, wenn die hiermit eingelettcte Bewegung eine nachhaltige sein soll, auch durchaus nothwendig, daß jetzt die Regierungen ihre Pflicht thun und offene Stellung nehmen. Kein Interesse ist zur Zeit wich- figer und drängender, als daß der Staat die altkatholische Bewegung sanctionire und ihr, wo e- nöthig ist, zu Hilfe komme. rMung oii irr! König 1 ärzMr f • iu Berlin. L die Mtig'fi di der Mr nunicirtcr. - u(T- Geditii Ginßtfanb' asten. ienstemr ööi shauscn naö pr Zuni vi; erhalten H ; Monale fi ' mit 2 Mv ' oppMane iDtrflüW hen, Zöllner, iien verseh ms wird M Sellersbrfi b. solche, die vom Bewerber angekauft, aufgezogen und mindestens ein halbem Jahr im Besitze desselben sind, von 10—20 fl. Das schönste Rind erhält außerdem ein Halsband mit Glocke. 5) Ausgezeichnet schöne Schafböcke bis zu 10 fl. — Bezüglich dieser muß das Schurgewicht von letzter Schur angegeben werden; auch wird bei der Prämiirung Rücksicht daraus genommen, ob die Böcke Reinvieh oder Schmiervieb sind und bei sonst gleichen Verhältnissen dem Reinvieh der Vorzug gegeben werden. 6) Zuchtschwcine reiner englischer oder englischer Bastardracen jeden Geschlechtes und mindestens y2 Jahr alt, die aus dem Bewerber eigenthümlich gehöriger Zuchtsau gezogen sind, von 5—10 fl. Es kann nur wirklich preiswürdiges Vieh prämlirt werden. Eigenthümcrn von solchem, denen wegen zu starker Concurrenz eine Prämie nicht zuerkannt werden konnte, erhalten auf Verlangen, wenn sie 2 Stunden und weiter hergekommen sind, eine Wegenlschädigung von 24 kr. für einen Bullen und von 12 kr. für ein Fohlen, ein Rind, einen Bock oder ein Loos von mehreren Böcken, und ein Schwein oder ein Loos von mehreren Schweinen für jede Stunde Wegentfernung. Die Musterung des Viehes beginnt Vormittags 8 Uhr. Alle Bewerber haben Bescheinigungen (auf stempelfrciem Papier) darüber beizubri- gen, daß das zur Preisbewcrbung vorgeführte Thier den in der pos. 1 bis 6 incl. angegebenen Anforderungen entspricht, widrigenfalls sie bei der Prämiirung nicht berücksichtigt werden können. Die Preisbewerbung ist für alle Kreise der Provinz Oberhessen frei und an keinen Bezirk gebunden. — Thiere, welche bei einer früheren Preisvertheilung bereits einen Preis erhalten haben, können auf einen weiteren Preis nicht mehr Anspruch machen. Sämmtliches vorgeführte Rindvieh wird durch die betr. Experten in 3 Abtheilungen aufgestellt werden; diese sind: l. Schweizer, Englische und größere Niederung^schläge, II. Vogelsberger Vieh und III. Kreuzungsvieh. Die einer Abtheilung angehörigen Thiere concurriren unter sich um Prämien, und es bleibt den Experten überlassen, die vorräthigen Mittel auf die einzelnen Abteilungen je nach dem Maße der Beschickung und der Zahl der preiswürdigen Thiere zu vertheilcn; ein erster Preis aber soll in jede Abtheilung fallen, insofern em wirklich preiswürdiges Thier in derselben vorgeführt ist; die Abtheilung, in die die Glocke mit Halsband entfällt, wird bei der Verkeilung der Preise zuerst vorgeführt. Die Experten werden vom Ausschuß des Provinzialvereins ernannt, und zwar drei für Prämiirung von Fohlen, Schafböcken und Schweinen, drei für die von Bullen und drei für die von Rindern. In der Regel sollen zu Prämien für Fohlen, Schafböcke und Schweine 150 fl., für Bullen 150 fl. und für Rinder 200 fl. verwendet werden; Ausnahmen hiervon sind den Experten nach dem Maße der Beschickung der einzelnen Abtheilungen gestattet, und Ueberschüsse aus einer Kategorie können in die anderen übertragen werden. Indem der Unterzeichnete Vorstehendes zur öffentlichen Kenntniß bringt, ladet er zugleich die Vereinsmitglieder, sowie alle Freunde der Landwirthschaft, zu zahlreicher Theilnahme an dieser Preisvertheilung ein. Wesentlich könnte das Interesse an derselben erhöht werden, wenn, unabhängig von der Preisvertheilung, schönes Vieh und interessante Gegenstände der landwirthschaftlichen Industrie zur Ansicht ausgestellt würden. Laubach, den 1. Mai 1871. Der Präsident des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen: , Otto, Graf zu Zolins-Lau bach. kann m a os . 4 * . . (Hess. Volksbl.) 4) .1 Hilft (lut, 14. juni. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 11. d. M. geruht, den General der In- fanterie, Prinzen Alexander von Hessen, Großherzogliche Hoheit, zum General der Cavallene zu ernennen. ru 0. Juni. Der „Wächter" erzählt die nachstehende skandalöse Geschichte: Gestern kamen heimkehrende Mannschaften vom Regiment Königin Augusta hier durch. Der Grenadier, Reservist Herzog aus Winkelshütten bei Borgholzhausen, sah seine aus der Heimath hergekommenen Verwandten, Schwester, Schwager und deren Kinder auf dem Perron stehen und sprang ohne Erlaubniß aus dem Wagen, um dieselben nach so 'langer Trennung auf Tod und Leben zu begrüßen. Während die Kinder ihrem Onkel das eben mitgebrachte Packetchen überreichten, spreng der Hauptmann v. Falkenstein aus dem Wagen und ohrfeigte den Reservisten zu verschiedenen Malen vor dem gesammten Publikum und in Gegenwart seiner entsetzten Verwandten. München, 12. Juni. Auf die Beschwerde der Erlanger Altkaiholiken wegen der gegen bre Unterzeichner der Münchener Adresse allgemein ausgesprochenen Exkommunikation hat das erzbischöfliche Generalvicariat zu Bamberg erwidert daß es geneigt sei, anzunehmen, sie hätten bei der Unterzeichnung der Münchener Adresse die Kenntniß des kirchlichen Willens nicht gehabt und seien deshalb für ihre Person der Exkommunikation noch nicht verfallen, daß aber, wenn sie bei ihrem Ungehorsam verharren und sich nicht förmlich unterwerfen, sie als wirklich der Exkommunikation verfallen betrachten werde. Kaiserslautern, 11. Juni. Gestern wurde hier einem Unterzeichner der Dollinger-Adresse die kirchliche Trauung verweigert. Die Civilehe war der sofort betretene Ausweg. Berlin, 13. Juni^ Deutscher Reichstag. Um 12'/» Uhr eröffnete Prä- Iven, Dr. Simson die heutige 55. Plenarsitzung mit kurzen geschäftlichen MU- m<.3Cn‘ Wahl von 3 Mitgliedern zur Bundesschulden.Commission ist auf die -ilogg. v. Benda, Dr. Friedenthal und Hagen gefallen. genehmig/ ^"'Eär-PensionSgesctz wird bei der Schlußabstimmung fast einstimmig Besonder 2534) Der nach Daubrin Strecke Chaus, fahrbar. All-Buseck, ^herzoglich weichend, und selbst die Cardinäle, welche ihn wegen ihrer Schwierigkeiten in diesem Punkte zu Rathe ziehe», erhalten die Antwort, daß er den Gang der Er- eignisse abwarte. So entzieht er sich der Verantwortlichkeit, sich zu einer bestimmten Politik anheischig zu machen. Msgr. Chigi hat in Versailles mittlerweile noch keine Antwort auf das Gesuch um ein französisches Protektorat erhalten und die französische Negierung zeigt in ihren Verhandlungen ein gewisse Wankelmüthigkeit, die übrigens mit ihrem provisorischen Charakter zusammenhängt. Die gesammte Mannschaft des auf dem Marsfelde d'Annibale bei Rocca dl Papa nächst Rom errichteten Uebungslagers hat den Befehl erhalten, vom 15. d. an in fortwährender Marschbereitschaft zu stehen, um, falls in Rom Unruhen auS- brechen sollten, dahin abgchen zu können. Der „GauloiS" erinnert daran, daß nunmehr, nach geschlossenem Frieden, der Rückkehr der Deutschen nach Frankreich nichts mehr in den Weg gelegt werden kann und daß der Negierung nur mehr kraft des Gesetzes vom 2. December 1849 das Recht zusteht, jeden Ausländer, der die Sicherheit des Staats conspiriren würde, auszuweisen. Der „Gaulois" fügt hinzu: An uns Franzosen, Kaufleuten, Industriellen rc. ist es, von nun an aufmerksame Pölizei zu üben und nicht mehr in unsere Häuser, Werkstätten, Fabriken Ausländer zuzulassen, welche zunächst einmal unsere Landsleute um einen Theil ihrer Arbeit und ihres Gewinnes bringen, außerdem aber im Innern unseres Landes Regimenter von Spionen bilden, die stets bereit sind, uns zu verkaufen, nachdem sie von unserem Gelde gelebt haben. Der „Grand Orient", die Hauptloge der französischen Freimaurerei, hat nun am 29. Mai an alle Logen Frankreichs ein Circulär erlassen, worin er im Namen des Ordens und auf Grund vielfacher Beschwerden französischer und auswärtiger Freimaurer seinen am 29. April schon gegen die communefreundlichen Acte einer Anzahl wirklicher und vorgeblicher Freimaurer erhobenen Protest wieder- holt und verstärkt. Die meisten dieser Demonstranten, versichert der Vorstand des „Grand Orient", hätten nicht zu dem Verbände der französischen Freimaurerei gehört. / Dem Vernehmen nach hat Rußland in Konstantinopel erklären lassen, daß es, nachdem ihm im Schwarzen Meere seine souveränen Befugnisse voll zurückgegeben worden und es nicht länger unter dem Zwange einer demüthigenden Verpflichtung stehe, vollständig bereit sei, sich mit der Pforte über eine Reihe von Beschränkungen zu verständigen, mittels deren jeder Theil dem andern die Bürgschaft gebe, daß seine Actionsfreiheit nicht aggressiven Zwecken dienen werde, son- dern daß, nachdem das Princip dieser Actionsfreiheit gewahrt worden, der aufrichtige Wunsch vorhanden sei, selbst den Verdacht aggressiver Tendenzen nicht auf. kommen zu lassen. Darmstadt, 12. Juni. Aus Mannheim wird uns geschrieben, daß nach officiellen Angaben des dortigen Etappencommandos an das städtische Quartieramt der Einmarsch der hessischen Division am 16., 17. und 18. d. M. in Mannheim erfolgt, und zwar werden in der Stadt und Umgebung an genannten Tagen be- quartirt die 4 Jnfanterieregimenter, 2 Jägerbataillone, 6 Batterien, 4MunitwnS- colonnen, 1 Pionniercompagnie, 2 Provtantcolonnen, 6 Feldlazarett, 1 Train- abtheilung mit SanitätSabtheilung und Pferdedepot. Man erwartet in Mannheim an den drei Tagen einen außerordentlichen Menfcheuzufluß, da z. B. jetzt schon in Gasthöfen so zahlreiche Anmeldungen auf Zimmer eingelaufen sind, daß es schwer sein dürfte, in solchen noch Unterkunft zu finden. (Hess. Volksbl.) Darmstadt, 13. Juni. Die hessischen Bevollmächtigten Oberst und Brigade- commandeur v. Lynker und Oberkriegsrath Niepoth haben sich am Samstag nochmals zu weiteren Verhandlungen über die Militärconvention nach Berlin begeben. lassen. Da aber zur Zeit die Eivzellandtage nicht versammelt sind, so trat an die Reichsregierung die Nöthigung heran, den Regierungen, welche das Bedürfnis fühlten, die Mittel vorschußweise zu gewähren. Daß die ganze Kriegscontribution zu Bundeözwecken verwendet wird, halten die verbündeten Regierungen eben nicht für rathsam; sie erachten cs für angezeigt, eine gewisse Summe derselben unter die einzelnen Regierungen zu Gunsten ihrer specieven LandeSzwecke zu vertheilen. Die Regierungen legen ein ganz besonderrS Gewicht darauf, daß alle Klassen des Reservestandes, ohne Scheidung nach Rangstufen, bedacht werden, denn alle Theile des Heeres wetteiferten in Hingebung für'S Vaterland. (Bravo!) Die Reserve- offizierc namentlich befinden sich oft in minder günstiger Vermögenslage, sie gehören zum größeren Theile dem Baugewerkstande, dem Handel, der Industrie an, sie wurden alle durch den Krieg für den Augenblick erwerbslos. Ich empfehle Ihnen, behandeln Sie diese Vorlage mit demselben Wohlwollen, welches Sie früher der gleichen Angelegenheit entgegenbrachtcn. Ich erwähne noch, daß ich das Bedürfniß mit der Vorlage nicht für erschöpft halte, aber eben weil einzelne Regierungen dasselbe bestreiten, hat der Gesetzentwurf die gegenwärtige lockerere Fassung erhalten. (Bravo!) v. Hennig beantragt die Ueberweisung der Vorlage an eine besondere Com- misston von 14 Mitgliedern und zwar in Verbindung mit der anderen Dotations- Vorlage. — v. Lenthe dagegen, aus zeitlichen Gründen sowohl, da es wünschens- werth sei, baß das Gesetz in drei Tagen perfect werde, als auch, weil kein inne- rer Zusammenhang zwischen beiden Vorlagen besteht, die eine werde überall mit ungetheilter Freude begrüßt, bei der anderen sei das mindestens zweifelhaft. — Dr. Löwe gegen jede Verschleppung der Angelegenheit. — Die Abgg. v. Brauchitsch und v. Benda sprechen für, v. Mallinckrodt gegen die Commission. — v. Bunsen bedauert, daß bei der ersten Lesung regelmäßig sofort die Commissionsfrage in den Vordergrund trete, während doch die Besprechung über das Princip der Vorlage weit dringender sei. — Fürst Bismarck. Die verbündeten Regierungen haben ihre Ansicht über den ursprünglichen Antrag des Vorredners keineswegs geändert, sie halten ihn heute noch für praktisch unausführbar; daß aber irgend etwas in dieser Richtung geschehen müsse, wurde von den Regierungen schon in Versailles, lange vor Berufung des Reichstages, anerkannt. Die Schwierigkeit der Aus- führung verzögerte allein die Vorlage; ich wünsche daher, daß Sie den schleunig, sten Weg zur Erledigung derselben einschlagen. — Dr. Völk. Die Herren, welche die Vorlage au eine Commission überweisen wollen, thun es nicht dieses Gesetzes wegen, sondern wegen der Dotationsvorlage für die Generale und ich kann mir wohl einen Zusammenhang zwischen beiden Vorlagen denken, denn beide betreffen Dotationen. Aber hier muß schleunigst geholfen werden und deshalb will ich nicht das Schicksal dieses Gesetzes an das des andern knüpfen. Es ist in der That bedauerlich, daß das Dotationsgesetz für die Generale, das durchaus nicht pressirt, jetzt noch am Schluffe der Session und unter dem Eindrücke der Vorgänge um und her eingebracht wird; ich will es gerade nicht behaupten, aber es könnte doch so scheinen, als sollte das eine Gesetz durch das andere durchgebracht werden Greifen wir nur nicht zu tief in die Milliarden hinein, wir könnten am Ende sonst in die Lage kommen, zwingende Verpflichtungen nicht erfüllen zu können. Ich bitte Sie, verweisen Sie bas Gesetz nicht an eine Commission. — Das Haus beschließt dem gemäß. Letzter Gegenstand der Tagesordnung ist die erste Lesung des Gesetzes, betreffend die Verleihung von Dotationen in Anerkennung hervorragender, im letzten Kriege erworbener Verdienste. — Fürst Bismarck. Die Tendenz beider Gesetze ist übereinstimmend, das eine betrifft eine Unterstützung, das andere einen Act k. Frei- giebigkett, um dessen Gewährung Se. Majestät Ihre Unterstützung erbittet. Es ist ein seltener und mit den conftitutionellen Doktrinen nicht ganz zu vereinbaren- ber Fall, die Person Sr. Maj. des Kaisers hier in die Debatte zu ziehen: ich will dies deshalb auch nur indirekt thun. Stellen Sie sich die Frage, wie die Dinge hätten anders verlaufen können; denken Sie, baß der jetzige Krieg, der wie eine schwarze Wolke ein halbes Jahrhundert lang am Horizont stand, einen weniger entschlossenen Monarchen aus dem mächtigsten der deutschen Throne sand denken Sie, daß der Krieg dann verschoben wurde, bis der Feind Bundesgenossen fand. Wrm verdanken wir, daß die Mittel zum Kriege da waren, daß der Moment, zum Angriff und zur Niederwerfung des Feindes richtig erfaßt und nickt verzögert wurde? Wir verdanken es der Entschlossenheit unseres Monarchen! Und wenn nun der an Jahren und Ehren reiche Monarch, der ohne Zaudern seine ruhmvolle Existenz einsetzte für das Vaterland, wenn er dann aus dem sieare cken Kampfe heimkehrt und fragt: wem verdanken wir den Sieg, den Schutz unserer Landes vor der Verwüstung durch den Feind? ja, wenn darüber hinaus mit Gotte- Hilfe das lang ersehnte Ziel der Einigung Deutschlands erreicht wird, der deutfckc Kaiser wieder aufsteht und zurückkehrt in einer Macht, der größten in ganz Europa ” FVt ^in Herzensbedurfniß sein, die tapferen Heerführer, die ihm sc getreulich beigestanden in dem großen, schweren Werke, königlich zu belohnen1 Die 2abferfeit als solche ist allerdings nicht zu belohnen, sie ist Gemeingut aller deutfchen Soldaten; aber die Belohnung der intelligenten Heerführer, die den königlichen Willen zur That machten, muß ein Bedürfniß der Dankbarkeit für ten Kaiser sein. Ich will nicht von den Nützlichkeitsgründen sprechen, die für die $orla0e anzufuhren sind; auch bei uns kann jedweder Soldat vermöge der Gleich- heit vor dem Gesetze zu den höchsten Ehrenposten gelangen. Vergessen Sie eimki Augenblick die Stellung eines geldbewilligenden Abgeordneten: geben Sie Sr Ä«>* Dr. Löwe hält u bei aller Bewunderung der Erfolge de« alorreicken mit den const.tutionellen Grundsätzen nicht -erträglich, ein specrelle- SertrTueK wtnm für den Kaiser zu fordern und zu geben. Die wahre Belohnung der Heer, fuhrer muß in dem Bewußtsein bestehen, baß sie das in ste aeseute Vertrauen Kaiser» bethatigten. Nicht abkaufen soll man diese Ehre. (Oho! rechts.) Außer diesen Prtticipiellen habe er auch noch schwere politische Bedenken; er wolle nichl Dotationen den Ehrgeiz der Soldaten, nicht da« Ueberwiegen des $od “gfaa * Ubtt eCn bürgerlichen Staat befördern. Er sei prineipiell gegen die Nw $)35) Das "genannten Schochen Mflr. 1228 Miefe otio 844 " 1600 " 1000 ' "LdK-ch 387 ®'(e 978 u 8®* 780 " 411 " 995 ,975 '* «« Ltz HÄ» ®lc6en, 8lnflebMaebeJnnr»nrEcfun8 tc8 ®p^c6 übcr bie Gehrung m Beihilfen an Ö "türl Sv” Re^rve und Landwehr nimmt zuerst das Wort Worte Ihr erIaube mir über Vorlage nur wenige erläuternde hat sich schon ftüber^T^ v m,t Dcn d" Vorlage zu Grunde liegenden Prineipien berantrak tv, , behängt, als die Frage in einer anderen Gestalt an Sie Bedürfniß vorliegt 'welches"^^'"^" finC 6Cr 6(16 Wer ^»dingS ein Regierungen sind dahe ^d ^"?' V“™ Landern vorherrscht; bei einzelnen einer febi einaebenve» f 8 0cn blc Vorlage ausgetaucht, und es bedurfte den kann VT “”' ttic das vorhandene Bedürfniß befriedigt wer. Bundesstaaten, wo dasselbe nicht vorhanden, Opfer aufzue.« legen. Deshalb glaubte man, die Sache ganz den Einzelregie ungen üb - >b- Di« Sii°°A M “»7 tl mir» w. $ Dolf«’"1'1 Mo1,4 ? ' D°i H- tert* 1 fctit Toaß vkS Müig an 3d, fühle UM unt Dienße u: gläapd, fttut W titnln ganz Blitz nur von w gervestti! W ersehen gclvef Den M V ihn M für ohne diese Ar hi» Dan! uni mbtttlHiche auf Mein Wo -er Slllvt $o Lttölai Vorftclluntz ho Publikum, fo) milthet, oaß i unc tie 3n|iri Wien, «ach ttnjltr mährische mit Linz, i aus Alllatz Df achufordttn, und Arbeilerhi tungen wnden Paris, mini(ter Pouyi Wahlen vertag Verde ein Ti des sianMch Lasker für Ueberweisung an eine Commission. Er bedauere die Auslassung des Abg. Löwe gegen die Vorlage, ohne dieselbe näber 1866 gaben wir die Dotationen als Nationaldank' und nicht ß L k wurde ein solches Verfahren, selbst von den freieilen k <■ =.? ? n flnb der Deutung fähig, Geld aber nijt Darum bin tationen als „Ehrengaben" zu verkleinern, daß sie diesen Cbar^kter ^?,?' Einzelregterungen zu aber-1 Innung für Tapferkeit zu ertheilen ist das deutsche Ä nie fldgebi^ genug. - ?fn nidji !'rf(lbtn unk, 1 Nm d„ Llt mftrtx. flb ft*, “n, ^,'WchIr drlkhrs Lie oj)' datz i* . toci1 einzrliie lrtW lodertrt lonbere GOöl. fn ^otationj, I td ^ünslhegz. ' kein inne. te überall mit >»eifelhch. _ ■ v- Brauihitsy Vi Bunsen "'rage in P ter Aorlazr . 1« haben i(r! geäntert, ß end etwas h ’n DirsaiK knt der U den schleuing, Herren, wch tiefes Gesetze, ich kann ui: beide betresst! erill ich nich in der Tha! i a'cht pressert Vorgänge iia er es kennt« I bracht werben. | «en am Ente « können. H - Ta< Nf Sese-es, beer, im ittyt» en besetze iA i Act k. ssrri- nbittet. E« i verriadaren' i jirhen; i- aze, wie die e Krieg, der ßand, einen Lbrone fand, unWgtnofitn aj der $lo* gr und nicht archev! W audrrv stink •m siegreichen rchutz unseres L- mit Gelles der reutschr ganzSE «, tie tfa I« |Q beiohnen« emtingut «1« w, »» °!' agfiarlnl !«' i, rii fif ,[il. ttr @1^' L eii«°» t S. ex »• fk) Ter mittlere Stock meines Hauses ■ nllhprmait ... ... ' ver- P25I2J)CV Einige gewandte Jungen von 14 auf einige Tage für. den dteue Matjes-Harinqe empfehlen I. A. Busch Söhn e. (2371) £• 1^2) Junge Leute von 14 bis 18 fahren fanden Arbeit in der Lampenfabrik von ___________Niüller Wer ohn lt in die gesetzlich Gießen, den 1 ÄS w^nne5 einiße 2Meitcrl .__E. Loos, Lackirer. I Zweigvcreiii des Alicc-Fraucn- Vereins. denselben in Vit. E. Nr 87 "vor en Se"' tersthor abzugeben. guten Zeugnissen versehenes Niadchen für Küche und Haus wird auf A°b--nni zu nucthen gesucht. Seltersberg n J -F mittUr.e ?t°ck meines Hauses 2536) Ein brauner Kinderschleier ift „',7 ist anderweit zu vermiethen und im August, loren worden. Mau bittet hpn/fr obcr °"ck> lcbon früher. 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Hülfsvcreins für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde. 2461) Eine Familienwohnung mit Ru- wn rc- • behor un zweiten Stock meines Hauses ist .Ä ?ini°e ße»ai zu venniethen und Anfangs August zu be- „ x 3S5rSl ®.?'ben — ruhen. Bierbrauer Weller, Wolkengasse. dichte Arbeit gesucht von Deutsche National-Lotterie, Loostn^/b,i,tr^E'N' durch die unterzeichneten Vercinsvorstände bafiier oerfonftm ÄffÄS"Ä‘Tä"'a " "W „ 5285: 10 Hefte Noten, ' U49L " LLck «rüne Borbge, 2521) Ein an der Hauptstraße hiesiger gelegenes Wohnhaus mit Laden ist »?nSr,6«UnJ !6kn Bedingungen zu verkaufen. 3caheres bei der Expcd. d. Bltts. Ber9ki»ieEhriAgsrr. h„P39) Tin Samilienlofli§ zu vermi-then o» Daniel Rühl, am Rathhaus. 2510) Ein Familienlogis im mittleren mit „rr o memandergehenden Zimmern m•Lcö?em Zubehör bestehend, ist zu ver- rniethen und Anfangs September zu beziehen tn Lit. E. Seltersberg Nr. 41, ■ Nebenhaus. b 2515) Ein Junge kann in die Lehre treten • auch können Früh- und Spätpflanren abgegeben werden bei s . Andreas Bärrn, Schreiner Reustädler Thor. _____________________"?ch New-York, Baltimore, Netb-Orleaas 2540) Snuntag den 4. -luni ist ruf FranctSco, Brasilien, Australien, Westindien t ^(!n ffiege von Ar Kirche bis in die Neustadt Dampfschiffen des Norddeutschen Lloyd über Bremen 'der 6e= ®«SKterhtWlt S»ooß von einem Amerikanischen Packet-Actien-Gesellscha t über Hamburg sowie' üb r § ^Iloren^worden Man bittet, Antwerpen, Liverpool, Rotterdam, Grimsby ev Hav?e. ^afen Wechsel zum Tagesconrse, direct gezogen' auf alle arökeren Ilkas. — Commission, Spedition, Jncasso, Auszablunaen schäften, Vollmachten rc. besorgt prompt und billigst ® ' nnf^i Erb- (ll)91)Chr. Wallenfels jun. 2434) Eine Familienwohnung ist zu ver- mtethen und am 1. Juli beziehbar bei _____________ Bauaufseher Schmidt. 2395) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet Zu vermiethen Seltersweg Nr. 61.. . 2070) In günstiger Lgge der Stadt ist r.l?lcVa£en Mit Cabinet zu vermiethen und baldlgft zu beziehen. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. Ves-mischts Anzeigen ___________ Sinti Gulden Belohnnnn Cigovrenmochev^! ä ÄÄRSÄsm# weg bis zum Wall,höre eine MVcrschau^!..9?^ere§ unter C. N. 172 | Rkpp°en°""' im H"-l zum Haase.,sUn » ©pX'W's’r «"n?” ’ -----------------------------lfurt ° M. (2470) r .... ,, mit jeder Post befördere ich, die meiner Annoncen-Expedition rur Nern,itts,,,i„ aufgegebenen Inserate, ohne Anrechnung von Prodis^o ' ?r