$rdl rtecteljLhrig 1 ft 12 fr. jg ® A- /Jm 4 AX, «ärfchünt täglich, mit LuL mit vrtngerlshn. Durch di« A W U fl/O O| ÄF jj -M» Tfil ßlä d F nhme Montags- Witpillil ^IlJOyil. w,‘s^v-- Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hieben. Ne. 136._________________ Donnerstag den 15. Juni 1871* Bestellungen auf den Gießener Anzeige» SXiagfi “* Abonnenten, welche den Anzeiger bet der Erpeditivn abholen lassen, erhalten denselben für den Monat Juni zu 20 fr. Amtlicher T h e i l. Beka n n t m a ch u n g. Die Generalversammlung der Mathildenstiftung für Oberhessen hat beschlossen, für Kleinkinderschulen der Provinz, insbesondere znm Besten der Lehrerinnen, die Summe von 250 fl. zu verwenden. Indem man dieß zur öffentlichen Kenntniß bringt, werden die Vorstände solcher Anstalten welche bei der Vertheilnng berücksichtigt zu werden wünschen, eingeladen, ihre Anmeldung, in welche über Ausdehnung, Mittel und Bedürfnisse der Anstalt'ausführliche Auskunft zu ertheilen wäre, bis zum 20. August d. I. hierher gelangen zu lassen. Gießen, den 10. Juni 1871. Der Vorstand der Mathildenstifkintz für die Provinz Oberhessen. P o i i t i s ch 14. Juni. t Die Heerführer, denen Dotationen gegeben werden sollen, weil sie zum glücklichen Ausgange des Krieges hauptsächlich beigetragen, sind die Generale von Manteuffel, v. Fransccky, v. Kirchbach, v. Gäben, v. Voigt-Rh.ktz unc der bayerische General v. Tann. Außerdem die Generale v. Moltke und v. Roon, letzterer, veil er die nationale Wehrkraft für den vorliegenden Entscheidungskampf gefestigt hat. Von den acht oben genannten Generalen ist einem jeden eine halbe Million Thaler zugedacht, demnach wäre also General v. Manteuffel dem General v. Moltke gleichgistellt. Durch die Vorlage der beiden Dotationsgesetze ist die Hoffnung, daß der Reichstag am nächsten Donnerstag seine jetzige Session beenden werde, wieder illusorisch geworden. Der Schluß steht jetzt frühestens Mitte nächster Woche zu erwarten. Die Allgemeine Zeitung schreibt: Die Kaiserin Augusta hat am 5. Juni durch den Abgesandten des Königs von Sachsen, Generalmajor und Oberstall- meister v. Thielau, die Insignien des königlich sächsischen Sidonien-OrvenS empfangen. In militärischen Kreisen erwartet man, r< werde im Laufe der nächsten Monate in der Verleihung der eisernen Kreuze eine Ausgleichung dahin eintreten, daß mit diesem höchsten Kriegsorden noch viele Gemeine bedacht werden. Das bisherige Verhältniß in der Verleihung war ungleich. Vor dem Friedensschlüsse waren mit dem Kreuze 97 Proc. Offiziere und 3 Proc. Gemeine decorirt worden. In neuester Zeit find von letzteren so viele vorgeschlagen, daß das Vcrhältniß von 90 zu 10 fich ergibt. Die „Opinione nationale" schreibt: Die Budgetcommission hat folgendermaßen die Besoldung der hohen Würdenträger bestimmt: Chef der exekutiven Gewalt 40,000 Franken monatlich, Minister 50,000 Franken jährlich. In d' N Cloaken von Paris sind in den letzten Tagen viele Föderalisten, die fich dort hingeflüchtet hatten, festgenommen worden. Gestern Abend sand man in denselben fünf Leichen, nämlich vier Rittonalgarden mit einem Offizier. Sie waren nicht mehr zu erkennen, da die Natten sie zerfressen hatten. Massen und Munition werden dort noch täglich im Wasser aufgefunoen. Die Kaufleute und Fabrikanten, welche der Commuzze Petroleum und anderen Zündstoff lieferten, sollen jetzt als Mitschuldige bei den Brandstiftungen in Paris verhaftet werden. Wie gemeldet, darf jetzt in ganz Frankreich ohne Ermächtigung der Behörden kein Petroleum «ehr verkauft werden. In Folge dessen sind die Preise des Oels und der Kerzen bedeutend gestiegen. Auch in England sieht man die Verlängerung der Autorität des Hrn. Thier» als das Beste für Frankreich an. „Wenn Hr. ThierS und die Versammlung gegenseitige Nachsicht üben können", sagt die „Times", „scheint die Verlängerung der bestehenden Negierung das weiseste Verfahren zu sein. Möge kein Legitimist glauben, daß sein gesetzlicher König in diesem Augenblick mit Sicherheit zurückkehren könnte. Die Deutschen würden nicht aus dem Lande sein, ohne daß der Glauben vorherrschen würde, daß Heinrich V. in Wirklichkeit von Bismarck zurückgebracht sei, und auf dem üppigen Boden der französischen Leichtgläubigkeit würbe die Fabel um sich greifen, bis sie universal geworden. Die Royalisten mögen sicher sein, daß ein bourbonischer König in jedem Falle die heftigsten Antipathien erregen würde. Haß und Hohn würden sein Loos seitens der gesammten republikanischen Partei sein, die in diesem Falle nicht bloS die Visionen und den Fanatismus der Demokratie bedeuten wird. Er wird auch auf's Höchste die gelehrten und literarischen Claffen, Alle, die beanspruchen, intelligent und vorgeschritten zu sein, gegen sich haben, und die Zungen wie die Federn der Pariser Opposition werden in ihm und seinem Hofe einen unfehlbaren Gegenstand für Kritik und Gespött finden ... Ein Interregnum, benutzt zur Wiederherstellung der Ordnung und Industrie und Abfindung des Feindes, wird — schließt die „Times" — keine verlorene Zeit für die Nation sein." Wie der „Times" geschrieben wird, beklagen sich die Pariser, daß die Ge- schäfte wett langsamer in Gang gerathen, als sie erwartet haben, und daß die e r L h e i I. vielen Fremden, welche nach der Hauptstadt kommen, diese sofort wieder verlassen, so bald sie die Zerstörungen gehörig besichtigt haben. Das Wetter ist abscheulich. Paris hat seine alten Anziehungskräfte noch nicht wledergewounen und ist schrecklich langweilig. Alles Interesse gipfelt in Versailles. Den Bewohnern des zweiten Arrondissements ist die Warnung zugegangcn, daß Jedermann, der seine Waffe nicht abliefert, vor das Kriegsgericht gestellt werden kann. Die Zahl der Communisten, welche zur Internationale und anderen ähnlichen Gesellschaften gehören, wird auf 120,000 geschätzt. Aus den letzten Tagen der Commune wird der „N. fr. Pr." folgendes Detail erzählt: Eine der Li-blingSunterhaltemgen der trauriaen Persönlichkeiten, welche als Gefängnißwärter in MazaS fuugirten, bestand darin, daß sie tim Gefangenen mitten in der Nacht aufweckten, sie in den Hof hinabgehen hießen und eort gegen die Mauer stellten, wie um sie zu erschießen. Eine Laterne war zu ldren Füßen hingestellt und ein Peloton Föverirter gas sich, das Gewehr an die Wange gedrückt, den Anschein, auf sie zu zielen. Einem jungen Jesuiten von Daugirard flößte dieses grausige Spiel so große Furcht ein, daß er daran starb. Ein Verwandter Odilon Delima'S, vom „vengeur", der in MazaS als Ausreißer saß, wurde darüber wahnsinnig. Nach einer Mittheilung des ultramontanen Journals „de Tyd" wird zum Jubelfeste des Papstes am 16. Juni eine Deputation von acht Personen aus den angesehensten niederländischen Familien nach Rom gehen, um dem heiligen Vater eine Adresse der niederländischen Katholiken zu überreichen. Die Adresse und die Unterschriften füllen 12 starke Foliobände. Zugleich ist eine Summe von mehr als 100,000 fl. aus Opfergaben zufammengevracht, welche die Herren ebenfalls überreiche» werde». Darmstadt, 10. Juni. Hinsichtlich der Dccorirung der Residenz bei dem Einzug der hessischen Division liegt nun ein vollständiger Plan vor. Der Einzug der Truppen findet durch das Neckar - Thor statt. Die Stadt läßt dort einen Tuumphbvgen errichten. Auf Kosten der Bewohner werden ebenso Triumphbögen in monumentalem Style am Rhein- und Main-Thor erbaut. In Entfernungen von je hundert Schritt sollen in der Rheinstraße venctianisch? Flaggenmaste auf- gstellt werden. Zwischen diesen erheben sich Fichtenbäume, au welchen vergoldete Schilde mit den Namen der Siege angebracht sind. Guirlanden verbinden Maste und Fichten. In derselben Weise wird der schöne Luisenplatz, die Neckar- und Promenadestraße und der Paradeplatz oecorirt, und cs soll, mit den räumlichen Verhältnissen entsprechenden Abänderungen die Ludwigs- , Ernst- und Alexander- straße m ähnlicher Weise geschmückt werden. Einen sehr malerischen Anblick dürften die engen Straßen der Altstadt varbicten. Um VaS LudwigS-Monumcnt wird die gesummte hessische Kriegsbeute ausgestellt und über den eroberten Geschützen sollen zwei kolossale Dictorlen von Rauch angebracht werden. Der Triumphbogen am Neckar-Thor wird nach dem Plane des StadtbaumeisterS Hechler, diejenigen am Rhein- und Main-Thor nach den Entwürfen des Architekten Hermann Müller von Offenbach ausgeführt. Der Letztere Hal auch die Dccorirung der Straßen der Neustadt bis zur Ernst-Ludwigs-Straße einschließlich übernommen. Darmstadt, 12. Juni. Seine Großherzogliche Hoheit der Prinz Ludwig wird heute zurückerwartet und begiebt sich am 14. mit Ihrer Königs. Hoheit der Frau Prinzessin nach Potsdam, zu ihren Geschwistern dem Kronprinzen und der Frau Kronprinzessin, um von dort aus, der Einladung Sr. Majestät des Kaiser- zufvlge, dem Einzug der Truppen in Berlin beizuwohnen. Seine Großherzogliche Hoheit der Prinz Wilhelm trifft zu gleicher Zeit ein und begiebt sich ebenfalls nach Potsdam. Darmstadt, 13. Juni. Seine Großherzogliche Hoheit Prinz Ludwig ist gestern dahter angekommen und wird morgen früh abreifen, um dem Einzug der Truppen in Berlin beizuwohnen. Darmstadt, 13. Juni. Die gestern erschienene Nr. 19 des Großherzoglicheu Regierungsblattes enthält: I. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, die Steuervergütung bet der Ausfuhr von inländischem Branntwein betreffend. Dieselbe betrifft die! Zurückziehung der die der OrtSeinnehmeret Monsheim ertheilten Befugviß zur Revision und Abfertigung von Branntwein, welcher mit dem Anspruch auf Steuervergütung ausgeführt werden soll. II. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, die Vereinigung der Großherzoglichen Ober-Steuer-Direktion und der Großherzoglichen Ober-Zoll- Direction zu einer Behörde betreffend. III. Bekanntmachung Großh. Commission für Postangelegenheiten: Post- cursveränderungen der Provinz Starkenburg betreffend. IV. Uebersicht der für das Jahr 1871 genehmigten Umlagen zur Be- streitung der Bedürfnisse der israelitischen NeligionSgemeinden des Kreises Worms. V. Uebersicht der für das Jahr 1871 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Alzey. VI. Desgleichen in den Gemeinden des Kreises Lauterbach. VII. Ordensverleihungen. VIII. Ermächtigungen zur Annahme eines fremden Ordens. IX. Ertheilung eiues Erfindung-patentes. X. D i e n st n a ch r i ch i e n. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 19. Mai den Geheimen Obergerichtsrath Arnold Ferdinand Frhrn. Gedult v. Jungenfeld zum Mitgliede der Prüfungs-Commission für das Justiz- und Derwaltungsfach zu ernennen, am 26. Mai den von dem Herrn Fürsten zu SolmS ° Braunfels auf die erste evangeltsche Schulstelle zu Villingen, im Kreise Nidda, präsentirten Schullehrer an der 2. evang. Schule zu Leihgestern, im Kreise Gießen, Heinr. Konrad Repp für diese Stelle zu bestätigen — und an demselben Tage dem Schulamts - Aspiranten Adam Wegerich aus Rimbach, im Kreise Lindenfels, die kath. Schulstelle zu Vendersheim, im Kreise Oppenheim, zu übertragen. XI. Militärdienstnachrichten. XII. Ch a r akter er theilu ng e n. XIII. D ienstentlassungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzig haben allergnävigst geruht: am 24. Mai den Schullehrer an der Gemeindeschuie zu Nieder-Erlenbach, im Kreise Vilbel, Ludwig Göbel von seiner Dienststelle — und den Hospitalverwalter im Hospitale zu Babenhausen, im Kreise Dieburg, Simon Köster von dieser Stelle — zu entlassen. XIV. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Schulstelle zu Etzen-Gesäß, im Kreise Neustadt, mit einem jährlichen Gehalt von 300 fl., die kath. Schulstelle zu Lützel-Wiebelsbach, im Kreise Neustadt, mit einem jährlichen Grhalt von 300 fl. 20 fr., die 1. evang. Schulstelle zu Erzhausen, im Kreise Darmstadt, mit einem jährlichen Gehalt von 347 fl. 3 fr., ausschließlich des Manschen Legates, die 3. kath. Schulstelle zu Abenheim, im Kreise Worms, der Pension nach der bei der rintretenden Pensionirung bekleideten Charge auch in dem Falle bemessen, wenn der Pensionär dieselbe noch kein volles Jahr bekleidet." — §§. 7—46 erleiden nur unbedeutende redaktionelle Aenderungen. — Zu §. 47 (rückwirkende Kraft) unterliegt auf Antrag von Ziegler und v. Bonin einer auf die Pensionen der Hauptleute bezüglichen Modifikation. — §. 49 rechnet der Marine die auf einer in den ostastatischen Gewässern von mehr als 13 Monaten dauernden Dienstzeit bei der Penstonirung doppelt an. v. Winter beantragt die Wiederherstellung der Regierungsvorlage, d. h. statt „europäischer Gewässer" zu sagen „Ost- und Nordsee", Schmidt (Stettin) dagegen wünscht statt der jetzigen beiden ersten Alinea nachstehende Fassung: „Bet Expeditionen der zur kaiserlichen Marine gehörigen Schiffe, welche außerhalb der europäischen Gewässer gehen, wird, wenn zwischen dem Verlassen des letzten europäischen Hafens und der Rückkehr in einen solchen eine anderthalbfache, und wenn diese über 2 Jahre beträgt, doppelt als penflonsberechtigte Dienstzeit angerechnet." Der Antrag Schmidt wird abgelehnt , der v. Winter angenommen. — §. 52 wird dahin amendirt, daß neben den Kindern auch den Eltern und Großeltern verunglückter Schiffsoffiziere rc. die gesetzliche Beihilfe gewährt wird. — §. 62 verordnet die Feststellung der Invalidität und den Grad derselben durch die Militärbehörden; v. Zedlitz beantragt einen Zusatz, wonach eine Re- viston der über die Klassificlrung ergangenen Entscheidung auf Antrag des Pen- stontrten zuläßt. Nach längerer Debatte wird dasselbe in namentlicher Abstimmung mit 146 gegen 114 Stimmen abgelehnt. — §. 96 setzt für die Kinder der im Kriege gefallenen Soldaten eine Erziehungsbeihilfe von 3% Thlr. monatlich dis zum vollendeten 15. Lebensjahre aus. Ludwig beantragt, diese Beihilfe bis zum vollendeten 17. Lebensjahre zu gewähren; das Amendement wird abgelehnt. — Die Aenderungen, soweit solche bei den übrigen Paragraphen beschlossen worden, find nur unbedeutend und rein redaktioneller Natur.' — v. Winter fragt, ob auch diejenigen Unteroffiziere, welche das Gehör vollständig verloren haben, die Verstümmelungszulage erhalten? — Der Bundescommissar verneint dies. — Lasker hofft, daß die Aenderungen, welche das Gesetz erfahren, den gänzlich Tauben trotz der Erklärung des Bundescommissars dieWohlthat der Verstümmelungszulage sichern. Zu dem dritten Bericht der Bundesschulden-Commisston hat das Haus nicht« zu erinnern. Der preußischen Hauptverwaltung der Staatsschulden wird ohne Debatte für die beiden vorliegenden Rechnungen vechargirt. — Das Resultat der darauf vorgenommenen Wahl von drei Mitgliedern der Bundesschulden-Commisston soll morgen Vormittag mitgetheilt werden. Schluß 33/4 Uhr. Nächste Sitzung morgen 11 Uhr. Tagesordnung: die beiden Dotationsgcsetze. Berlin, 12. Juni. Zufolge allerhöchster Bestimmung bezüglich des Einzuges stehen die Truppen am 16. Juni, Vormittags 11 Uhr, auf dem Tempelhofer Felde mit einem Gehalt von 300 fl. Frankfurt a. M., 11. Juni. Die Herren Bevollmächtigten der hier tagenden Nachconferenz entwickeln eine große Thätigkeit, und demnächst werden außerhalb der Conferenz stehende, technische Commissionen sich noch mit der Ordnung und Einrichtung des elsässischen Post- und Eisenbahnwesens, der Speisung der Kanäle rc. beschäftigen. Um die elsässisch-französischen Finanzverhältnisse zu ordnen, sind, dem Vernehmen nach, tu den Conferenzen Regierungsrath Richter aus Düsseldorf (dem Civilgouverneur in Straßburg als ad latus beigegeben), der bayerische Assessor v. Geigel und Baumeister Hagen, beide ebenfalls im Elsaß beschäftigt, herbeigezogen worden. EmS, 11. Juni. Soeben (Abends um 10 Uhr) ist der Kaiser von Rußland mit dem Großfürsten Alexis hier angekommen. Stadt und Berge sind illuminirt. Berlin, 12. Juni. Deutscher Reichstag. Die heutige 54. Plenarsitzung eröffnete Präsident Dr. Simson um 111/4 Uhr mit mehreren geschäftlichen Mittheilungen. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die dritte Lesung des Militär- Pensionsgesetzes , zu welcher wiederum eine lange Reihe von Amendements vorliegen, die jedoch zumeist nur redaktionelle Aenderungen betreffen. Dr. Minckwitz avisirt sein Votum gegen das Gesetz, wenn die Versuche auf noch größere Beschränkungen des Rechtsweges in dritter Lesung glücken sollten. Eine Lockerung der Disciplin im Heere durch Zulassung und Erweiterung des Rechtsweges werde Niemand ernstlich befürchten. — Kottmüller erklärt sich ohne Vorbehalt für die Vorlage, welche der bayerischen Armee für ihre glorreichen Thaten danke. — Frhr. v. Arctin bedauert die Vermischung der Kriegs- und Friedens-Invaliden und stellt sein Votum gegen das Gesetz in Aussicht, falls nicht vom Bundcsrathstische eine beruhigende Erklärung dahin gegeben werde, daß die Hoheitsrechte Bayerns durch die Vorlage nicht beschränkt würden. — Bayerin scher Staatsminister v. Pfretzschner. Nach den Äußerungen des Vorredners halte ich mich für verpflichtet, den Vorwurf zurückzuwelsen, als.hätten die bayerischen Bevollmächtigten im Bunde-rath eine Stellung eingenommen, welche den Bündmß- verträgen zuwiderläuft. Die Haltung der bayerischen Bevollmächtigten ist vollständig vertragsmäßig gewesen. In dem Vertrage vom 23. November v. I. heißt es: Bayern behält seine Militärgesetzgebung, in Organisation, Ausbildung und Gebühren werden seine Normen übereinstimmend mit denen de» Bundes sein. Wäre das Pcnstonsgesetz vor den Verträgen eingeführt worden, so hätte es allerdings nicht von Bayern angenommen werden können. Indessen habe jetzt die bayerische Regierung keinen Anlaß gefunden, gegen das Gesetz ein Votum einzulegen, da dadurch vie bayerischen Invaliden einige Monate laug in eine weniger günstige "age gebracht würden, als die übrigen; dies habe die bayerische Regierung nicht ubers Herz bringen können. Außerdem stehe in den Verträgen, daß eine Gleich- yert in den Gebühren zwischen den bayerischen und den übrigen deutschen Sätzen herrschen solle, also auch in den Pensionssätzen. (Bravo!) . Specialdiscussion wird zur Ueberschrift und zu §. 1 ein Amende- rnu^ ^genommen, welches statt des Ausdruckes „Unterstützung" — kbnft 9imU,n8h‘ fetL 3u §. 2 hat Herz va« in zweit« Lesung bereits abge. qhnfinnirtiHA wieder ausgenommen, welches ausdrücklich bestimmt, daß die aeiüiaen ?a?n Antritt, wenn der Offizier in Folge förperlichen oder daaeaen weil wird. — Kriegsminister v. Roon erklärt sich licber^ Weile C ^"tttonäre Gewalt des Armee-Commandos in fchäd- * ■*-** Penstomrung in Folge von Dienstbeschädigung (§. 3) ein, so wird die Höhe in Aufstellung, an der Spitze 81 französische Adler, Fahnen und Standarten. Den Einmarsch eröffnen alle nicht mobil gewesenen Generale, Stabsoffiziere, geführt von Frldmarschall Wrangel. Hierauf folgen die Offiziere des Kriegsministertums, des Generalstabes, des Hauptquartiers, die Adjutanten, die Generalgouverneure, die anwesenden commandirenden Generale und Generalinspectoren. Dann der Großherzog von Mecklenburg, der Kronprinz von Sachsen, die Generale v. Steinmetz und v. Manteuffel. Dor dem Kaiser Fürst Bismarck, v. Roo» und v. Moltke; hinter dem Kaiser der Kronprinz von Preußen, Prinz Friedrich Karl, die Prinzen und fürstlichen Gäste, endlich die Truppen. Nach Beendigung des Vorbeimarsches erfolgt die Enthüllung des Denkmals Friedrich Wilhelm'- III. unter Glockengeläute und 101 Kanonenschüssen. Berlin, 13. Juni. Der „Reichsanzeiger" publicirt das Gesetz, betreffend die Vereinigung von Elsaß-Lothringeu mit dem deutschen Reiche. J Bern, 8. Juni. Die eidgenössischen Assisen für Benrthellung der an den Züricher Märzereignissen betheiligten Personen sind beendigt. Die Verurtheilung erfolgte Gruppenweise. Wegen Betheiligung am Tvnhall-Krawalle am 9. März wurden drei Personen zu einem Monat Gesängniß und 20 Fr. Geldbuße, eine zu sechs Wochen und 20 Fr., acht zu zwei Monaten und 30 Fr., drei zu drei Monaten und 30 Fr., zwei zu vier Monaten und 45 Fr., und sieben zu sechs Wochen und 20 Fr. verurtheilt. Außerdem haben die an dem Tonhall-Krawalle Betheiligten drei Fünftel der Kosten der Voruntersuchung und der Gerichtskosten, welch* letztere 1000 Fr. betragen, zu zahlen, während die anderen zwei Fünftel auf die an den Vorgängen am 10. und 11. März Betheiligten fallen. Von diesen letzteren wurden endlich drei Personen zu vier Monaten Gefängniß und 30 Fr. Geldbuße verurtheilt, fünf zu fünf Monaten und 40 Fr., eine zu zehn Monaten und 100 Fr., eine zu fünf Monaten und 40 Fr. und eine zu neun Monaten und 80 Francs. Gänzlich freigesprochen wurden sechs Personen. Was die EntschädigungSforderuns des TonhallwirtheS^oetrifft, so wurde dieselbe an das Civilgericht gewiesen, währenl» die Tonhallgesellschaft und die verwundeten Deutschen mit ihren Ansprüchen ab- schlägig beschieden touren. Dresden, 10. Juni. Der Kronprinz von Sachsen ist soeben von Com- piegne hier eingetroffen und wird fick in den nächsten Tagen nach Berlin begeben, um an dem Einzuge der Truppen Theil zu nehmen. Hamburg, 10. Juni. Eine Bekanntmachung des Senates zeigt an, daß der feierliche Empfang der beiden in Hamburg garnifonirenden Bataillone des 76. Infanterieregiments am 17. Juni stattfinden werde und daß dieser Tag als Fest- tag zu behandeln fei, an welchem alle bürgerlichen Geschäfte ruhen. Paris, 8. Juni. Mac Mahon beabsichtigt, wie es heißt, sich in's Privat- leben zurückzuziehen, sobald die Ruhe und Ordnung völlig hergcstellt sein wirv. Oie Tobten sollen in dieser Woche den provisorischen Plätzen, so gut man sie eben weiß und wiederzufinden im Stande ist, entnommen und außerhalb der Stadt ober auf dem Montparnaffekirchhofe in große, tiefe Gruben unter Zuthun von Kalk begraben werden. Dienstag, als ich in Bellcville war, wollte ich einmal in den lieblichen Park Buttes Chaumont eiutreten, um zu sehen, welche Zeichen er int mörderischen Kampfe davon getragen habe, aber die Erlaubniß war nicht zu ermöglichen. Das 94. Regiment lag in der Rue Crimee, hinter dem kleinen Hügel, d.r die protestantische Missionskirche der Billette trägt. Einer der umherspazirenden Offiziere erzählte mir, der Park, will sagen: die Cascaden, Brücken und der Baum- wuchs, habe wenig gelitten, die zahllosen Bomben und Kugeln wären meist in den Rasen und die Wege eingeschlagen, und sei man damit beschäftigt, wie ich auch sehen könnte, de» Park schnellmöglichst wieder in Stand zu setzen, damit er, wie es heiße, Sonntag dem Publikum wieder übergeben werden könne. Mehrere jenseits der üppigen Gebüsche im Süden von uns aufsteigende kleine Rauchsäulen veranlaßten mich, zu fragen, was denn daselbst geschehe, ob in jener Richtung etwa noch brennende Ruinen wären. Der Offizier verneinte es und erbot sich, mit mir hinaus llkien immtt wes Wte W »v Pik, M $icm> di. aif®1 tiiih» i”® l Ictiin mit« |4uu ©WU’11' !chn tiM’"' Bar! »ohl zalkt Sticht H Pt, öden über IM welche da ao Oßhiigel be| Mali sch"" r AjbylltnWprl | |itte und der g m deren Dpi« aber viederi Leivcher biejet M a« LtM Paris, 9. und mit M i m Monchar Stadt noch nich vklchkm Arrondi niiMun wird. 8erM gebrail Direktor W Gei Mdung Lhaude tei seinem Lorhr Sergeret wurde i ianst verlangt, villben, um Lc Oerfailler fallen. Pans, 9. Obgleich viele! i|ütigen Äntheil: |i sein. Bei de tieselben in groß Made de la R iann ßch bewerb BechlllkS, efydbtn tu j, li to Mich ui MirW «malt i|i j(ute ^sondere Be Edicta .®9) Nachdrm JJ.’t'PP Hiüti [ *• Wintrr m auch ten ®«W 8t. »dtkisiidi, lcy eine %, 'S des Jjeu, Wannu^ l°dtt ter im ronatlich bw ilse bis jum dgelehnt. - fcfl toorbtö) J0t ob auf i, die Vkl. - Vaefd jlich Taub« tlungszulag! Haus nicht« i rvird ohm Rrjultat re, rdoung: di. des Einzüge- itlf}oftr Feld! Staodartm jltte, gefühn »lvinißenulvi lzollttrneore, Dann der alt p. StM' d r. MM; Oir $rin^t rbeiivarsche- lodtngtläulc X, betreffend , ter an de» vemchikntz AB 9. Marz bnje, eine ji ju drei Mo- sechs W-tkN ,aUt Sethe,- 'eßcrl/ welch' iftd auf Oie den Wntn. u MW unti 100 - 80 W* ingsfordnvas du. *” n[prnd?tn W' <« «* itrlin M*" itiji’S M« °'«L Lag W b in r'i bi > d S’}0* A »ll*1 I Äerstergevuttgen. ^Heugias-Berslelgeruiigen der Fürst' lich Solmsischen Rentei Sich. Besondere Bekanntmachungen, i Edictalladung. 2529) Nachdem wider den Ersatzreservisten L Classe, Balthasar Wilhelm Philipp Heil, des Großh. tt.Landwehrregiments (I. Bataillon Gießen), geboren am 6- Juni 1847 zu Gießen, Kreis Gießen, l ber Desertionsprozeß eröffnet worden ist, wird derselbe hiermit aufgefordert, zu seinem Truppentheile zurückzukehren, spätestens aber in dem auf Montag den 2. October 1871, Vormittags 10 Uhr, von dem unterzeichneten Gericht anberaumten Termine sich zu gestellen, widrigenfalls die wider ihn eingeleitete Untersuchung geschlossen, er in contumaciam für einen Deserteur erklärt und in eine Geldbuße von 50—1000 Thaler verurtheilt werden wird. Darmstadt, den 5. Juni 1871. Großherzogliches stellvertretende- Divisionsgericht. I- A-: Schenck, Divisionsaudlteur. Oeffentliche Aufforderung. 2513) Alle, welche an den Nachlaß des Johannes Schinandt IV. von Stein, berg Ansprüche zu bilden haben, werden aufgefordert, solche bei unterzeichnetem Gerichte binnen 14 Tagen anznmelden, andernfalls sie bei gerichtlicher Ordnung des Nachlasses keine Berücksichtigung finden. Gießen, den 11. Juni 1871. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Stammler, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. Gemarkung Lich. 2514) Freitag den 23. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Wiesen, der Peinmühle gegenüber, den Wiesengrund herab bis zum Bleichgarten am Dietert, zusammen 70 Morgen. Zusammenkunft an der Saubrücke, nächst der Peinmühle. Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Nicder-Befsingen. Mittwoch den 28. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Hainwiese, Krummwiese, Niedchen, Seewiese, Sautenkor, im Ganzen 136 Morgen. Zusammenkunft zu Mühlsachsen. Gemarkung Burkhardsfelden. Freitag den 30. Juni, Vormittags präcis 9 Uhr, Mönchwiese und Strauchwaldwiese, im Ganzen 67 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese. Die Ausgebote geschehen in Abtheilungen von ein bis zwei Morgen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini l. I. gestattet. Lich, den 13. Juni 1871. Fürstlich Solmstsche Nentei Lich. _________________________Kreutze r.________________ Versteigerung von Werkholz und Schreinerwerkzeug. 2512) Wegen Aufgabe des Geschäfts Infit der Unterzeichnete gegen gleich baare Zahlung Mittwoch den 5. Juli, Vormittags 9 Uhr anfangend, Folgendes versteigern: in die Rue Veracruz zu gehen, welche von Jägerbataillonen besetzt war und dem Publikum zum Passiren nicht frei stand. Es ist dies die hohe, noch sehr häuserarme Straße, welche über die Hügelgrottcn und bekannten Wasserfälle hinwegführt; von hier aus hat man Den lohnendsten Blick über Den ganzen Park. Der Garten war leer, außer von Arbeitern, welche zum Theil mit Wege* und Gartenarbeit beschäftigt waren; was aber mein Auge noch nie gesehen, Das waren drei gewaltige Scheiterhaufen, welche Die hier gesammelten und wieder ausgescharrten Todten mit rother Gluth verzehrten. Ich muß bekennen, Die Menschen, Die dabei deschäftigt^waren und eben mit Den Vorbereitungen zu einem vierten Brandopfer umgingen, erschienen mir, aus Der gerne gesehen und halb in Rauch gehüllt, wie die Jünger Mephistos, und die ganze Scene hatte für mich etwas so Unheimliches, nahezu Grauenhaftes, Daß ich wirklich froh war, Diesen Ort des Schreckens verlassen zu Dürfen, unD fürchte ich, das nie zu vergessen, in Folge dessen mir Der Park wohl -erleidet sein mag. Mein Führer erklärte mir, Daß man immer eine starke Schicht Holz zwischen eine Lage von 6, 8 oder 10 Leichen Der Insurgenten thue, oben über wird Theer gedeckt, in Der Mitte jedoch stehe eine Tonne Petroleum, welche Das Feuer bis zum Ende nähre, worauf Die verkohlten Reste in Die am Osthügel befindlichen Gruben untergeoracht werden. Buttes Ehaumont war vormals schon ein Ort Der Erinnerung, dieweil Daselbst, wo jetzt Der niedliche Sibyllentempel steht, sich ehemals Monsieur De Paris sein Theater ausgesucht hatte und Der ganze Platz, wie Die Ehronik sagt, oft mit Galgen bedeckt war, an Deren Opfer Die garstigen Raubvögel nicht verfehlten, sich gütlich zu thun; jetzt aber wieDerum welche entsetzliche Ereignisse knüpfen sich besonDers für Diejenigen Bewohner dieses Stadttheiles daran, welche einen oder Den anderen ihrer Bekannten oder gar Verwandten Daselbst verloren wissen oder glauben. (K. Z.) Paris, 9. Juni. Ein Blatt theilt mit, daß Das in Der Schweiz verhaftete unD mit Pyat verwechselte JnDividuum Paul Pia, MitglieD Des Centralcornite's Der Nationalgarde ist. Man hegt in Paris die Ueberzeugung, Daß Pyat Die Stadt noch nicht verlassen hat und soll Die Polizei bereits unterrichtet sein, in welchem Arrondissement sich Der Verfasser Des „Chiffoniere" sich wahrscheinlich aushallen wird. Marie DupniS, die Geliebte Rigault's, ist in DaS Zuchthaus in Versailles gebracht worden. Der Bruder Des EommuncmitgliedeS RanvierS war Director des Gefängnisses St. Pelagie und wohnte in Dieser Eigenschaft Der Er- morDung EhauDey's bei. Derselbe hat sich dieser Tage erhängt und zwar, um bei seinem Vorhaben nicht gestört zu werden, in Der Kirche St. Josefs. — Bei Bergertt wurde ein Brief von Pascha! Grousset gefunden, in welchem dieser Auskunft verlangt, an welchem Tage die Deutschen Die Nord- und Ostforts räumen würden, um Vorkehrungen zu treffen, "Damit Die Forts nicht in Die Hande Der Versailler fallen. Paris, 9. Juni. Die Bonapartisten sind in Der letzten Zeit äußerst rührig. Obgleich viele JnDicien vorliegen, Daß iirc Agenten an Der letzten Insurrektion thatigen Äntheil nahmen, so scheint Dieses bis jetzt doch noch nicht amtlich festgestellt zu sein. Bei den nächsten Wahlen, welche am 2. Juli stattfinden sollen, werden dieselben in großer Anzahl als Eandidaten auftreten. Bis jetzt erfährt man, daß Forcade De la Roquttte (früherer Minister), Routzer, Lagueronniere und Hauß- mann sich bewerben. Versailles, 12. Juni. Nationalversammlung. Der Präsident verliest ein Schreiben des Prinzen von Joinville, in welchem derselbe sagt, daß er, gewählt in Der Manche und Der Haute-Marne, sich für Die letztere Wahl entscheiDet. Der Herzog von Ehartres ist gestern hier angekommen, Der Herzog von Aumale ist heute nach England abgereist. Die Idee, Den Sitz Der Regierung und der Nationalversammlung wieder nach Paris zu verlegen, scheint unter Den Deputaten immer mehr Beifall zu finDen. Versailles, 13. Juni. Das „Journal osficiel" veröffentlicht ein Schreiben Thiers' an PicarD, datirt 12. Juni, worin Ersterer fein Bedauern ausspricht, daß Picard die Stelle als Bankgouverneur ausgeschlagen habe, die großen Dienste Picard's hervorhebt und besonders seine Leitung des Finanzwesens während Der Belagerung rühmt. — Die Prinzen von Orleans nahmen am Sonntag an einer Soiröe bei Thiers Theil, aber nicht an Dem vorhergehenden diplomatischen Diner. General Fabrice, welcher am Sonntag Thiers einen Abschiedsbesuch abstattete, war zu letzterem geladen. AttS Marseille, 8. Juni, wird gemeldet: Man versichert, daß heute 500 Petroleusen anfofhmen werden, um über Toulon in Die Strafkolonien abgesanDt zu werden. Neue Verhaftungen haben in Marseille stattgefunden. Wien, 12. Juni. Feldzeugmeister Freiherr v. Gablenz wird Dem deutschen Kaiser anläßlich Der Enthüllungsfeier Des Denkmals Friedrich Wilhelm's III. ein eigenhändiges Glückwunschschreiben des Kaisers von Oesterreich überbringen. Telegraphische Depeschen. △ Paris, 12. Juni, Abende. Dumas, dessen Brief Aufsehen erregte, can- didirt mit Aussicht auf Erfolg für Die Nachwahlen. — Die „Opiniom nationale" melDet, Daß Die kurz vor Der Insurrektion über Verfallzeiten und Miethzins erlassenen Gesetze zurückgezogen unD Durch ausführbarere ersetzt toerDen sollen. — Der wöchentliche CivilstanDsauSweiS zeigt vom 3. bis 9. Juni 1159 Todesfälle (gegen 1058 in Der gleichen Woche des letzten Jahres). Die Präfektur erklärt Den Gesundheitszustand von Paris für befriedigend. Es herrscht keine Epidemie. — Die „Patrie" meldet, daß Die Nationalgarde in ganz Frankreich aufgelöst werden solle. — Der „Francais" theilt mit, daß in Den Pariser Casernen heute ein Erlaß des KriegSministerS General Ciffey verlesen worden ist, nach Dessen Bestimmungen alle unter Gambetta's Verwaltung vollzogenen und gegen die bisher gebräuchlichen AvankementöbeDingungen verstoßenden Ernennungen annullirt sind und man einfach zu Dem Gesetze von 1832 zurückkehren wird. Eine militärische Jury wird zur Regelung Dieser Angelegenheiten zusammentreten. — Die von Dem Reuter- schen Bureau in London gebrachte Nachricht, es seien 150 Fuhrleute erschossen worden, welche große Entrüstung erregt hatte, wird als total unbegründet officiell dcmentirt. — Von Der Pariser Armee werden in einigen Tagen 50,000 Mann nach Lyon abgchen, 50,000 Mann sollen tn Versailles conkcntnrt werden. Börsennacbrkhlen. 13. Juni 1871. Freuds 41/2°9 Oblig. 96l/a Fraukf. Si/zO/u Obi. 821/4 Nass. 41/2° 0 Obi. 951/4 Kurhess. 4% „ 85 V4 Gr. Hess. 5% Obi. 1017/e n , 4% n 921/4 „ » 31/gO/o n - Bayer. 5% „ 101 „ 4‘/2 % 1jährige 971/2 „ 40/g 1jährige 91 Wiirtemb. V/2 % Obi. 963/8 Baden 41/2% Obi. 0. E. L. 95Vs Oesterr. Silberrente 561/4 n Papierrente 48i/2 „ 5u/o M. steuert. — Amerik. Bonds 1881r 99 » n 1882r 96'/, „ „ 1885r 961/4 „ „ 1887r 963/s Spanier, neuest. 3% 317/s AHleii. Frankf. Bank 139i/2 Frankf. Vereins-Kasse HO Darmst. Bankaot. 3601/2 Wien Bankactien 746 Galizien 2371/4 Ictieis. Oest. Creditact. 275 50/g östr. F. St. E. B. 4101/4 Lombard. Bahn 167 Ludwigsh.-Bexbach 180 Maxbahn 124 Bayer. Ostbahn 13l3/4 - Hess. Ludwigsb.-Act. 1531/2 Rhein-Nahebahn-Act. 35 Oberhessen „ 7 41/4 Prioritäten. 30/0 öster. Stsb.-Prior. 571/, 3O/o öst. s. Lombard 78 3% Livorneser 333/8 5° Q Toscaner 52 5% Elisabeth.-Prior. 78 do. II. Emiss. 77 AnleKeuslooae. Kurh. 40 Thlr. Loose 66V4 Nassau 25 fl. 39 4(>/0 bayr. Prära.-Anl. 1083/< Ansbacher 7 fl. 12 40/g badische Loose 1081/4 Badische fl. 35 Loose 64 Oestr. fl. 250 v. 1854 75 1858r Prioritätsloose 164 1860r Loose 813/Q 1864r n 121 Braunschweiger 18i/ti Stadt Florenz 831/2 WeriiHei. Amsterdam k. 8. 993,4 Augsburg k. 8. 99 v8 Berlin k. 8. 105 Bremen lc. 8. 97 Brüssel k S. 94 Hamburg k. S. 873/4 Leipzig k. S. 104 London k. S. 1191/z Lyon k. S. — Paris k. S, 94 Wien k. 8. 96 ditto m. 8. — ditto 1. S. - Disconto 3* 2% 0. Geidsorten. Pr. Cassen-Soh. 1 447/^-451,ö Sächs. „ — Liv. Cassen-A. Pr. 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