M ' Vrbig. Preis riectrljährig 1 ff. 12 fr. nlt Bringer lohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 ff. 27 ft. Gießener Anzcigkr. Erscheint täglich, mit Äuft» nähme Montags. Expedition: Lanzleiberg Ltt. B. Nr. 1. cert 'ltt, IIS, Ch°r, Lrchch :l- V. Thom« esangvereins. Woche in Umza^ Publikum dahür i . Micklcr. e. ^tdnmmß des allo fntel. Gedicht m für dir GarteM il eines „MaMm' - tbtr Erzählun- rc> rhaukes. Lon Wm ibcim: Altes B"- ' k,M von 21 tn. Lilttarische M und die btllWv Zr tau. Von Mirai. «| - Vermißte SoM } tjiufttnifjuin Liebt» iterg in Ctraßlutz - ricitastrn. il^Riudklier uii ollamttiche te, am aMrii .ses Zahl roifin: fdjitimnitii lf®1 ojifflü *rlT von 10 1 »»12t i. k»’> * kn. •iitJjtit fkstgH offen lies'- -2(1 - f nrrid- Uiii- preis Anzeige- und Amlsötall für den Kreis Kießen. Rr. 1»9. Dmlnnftlig dro 13. Juli 1871. Bestellungen auf de» Gießener Anzeiger fS■■agaaJia!iatga-^^•, t Die Internationale. Es hieße mit blindem Dptimiemud über ein haltloses Seil tanzen, wollte man der im Laufe der Jahre gewaltig angewachsenen Vereinigung, welche sich unter dem Sammelbegriff „Internationale Arbeiter-Association" zusammenfaßt, mit derjenigen Gleichgültigkeit entgegentreten, welche einzelne Blätter aufstecken, indem sie im Vertrauen auf die trefflich bewährte „Wacht am Rhein" und die Stärke des staatlichen Armes dieser Gesellschaft, die als ultimo ratio allerdings immer die Kraft des Armes und der Faust in die Wagfchaale werfen müßte, jede Bedeutung abzufprechen suchen. Zur Kennzeichnung der Gefahr für die Gesellschaft, welche in dieser inter- nationalen Verbrüderung liegt, bedarf es nur eines Hinweises auf die Gräuel- thaten der Pariser Commune, auf den blinden Fanatismus, der den Anhängern dieser neuen socialen Lehre von den raffinirten Führern eingeimpft wird, und auf den blinden Gehorsam, der diese gesellschaftsstürmenden Proletarier auszeichnet. Eine Vereinigung, die so fest orgauisirt ist, die ihre Zweige über die ganze Welt verbreitet, deren Irrlehren in allen Ländern Wurzel zu fassen suchen, bietet eine nicht zu unterschätzende Gefahr für das Gemeinwesen, nicht nur durch den direkten Angriff gegen den ruhigen Besitz der Staatsbürger und den Geist der socialen Ordnung, sondern auch durch daS Gift, welches sie den Anbetern des von ihr hochgehaltenen goldenen Kalbes einfloßt, durch den Geist der Unzufriedenheit, in welcher sie die leicht erregbaren und urtheilsgeschwächten Arbeitsklasscn zu erhalten weiß. Eine Opposition gegen Einschleppung dieser communistischen Seuche ist daher sehr wohl am Platze, und auch Deutschland wird auf der Wacht bleiben muffen, wenngleich der wohl ausgebildete politische Verstand und die Urtheilskraft seines Volkes bisher das beste Bollwerk dagegen gewesen. Seltsam, daß trotzdem gerade ein Deutscher der Association ihre Tendenz und Organisation gegeben. Der unmittelbare Anlaß zur Gründung der internationalen Arbeiter-Associa- Hon war bekanntlich die letzte polnische Insurrection. Die Londoner Arbeite, hatten eine Deputation an Lord Palmerston geschickt, mit einer Adresse, worin sie ihn aufforderten, für Polen einzuschreiten. Sie erließen gleichzeitig einen Aufruf an die Pariser Arbeiter, und so wurde denn am 28. September 1864 auf einem Meeting in St. Martino Hall und unter Theilnahme von Engländern, Deutschen, Franzosen, Polen und Italienern die Basis zu einer Vereinigung gelegt, die unter den Auspicien des alten Wühlers Karl Marx auf den Congressen zu Genf im September 1866 und zu Lausanne im September 1867 bald jene feste Gestalt und Organisation erhielt, die fie heute besitzt. Wie bestehend die Grundsätze der Internationale sind, beweist die ungeheure Ausbreitung, welche dieselbe mit der Zeit gewonnen. Unter ihren Fittigen und ihren Tendenzen, die dahin gehen, Regierungen, Einzelstaaten, Religionen, Grund- eigenthümer k. in dem einen Wort: „Herrschaft der Arbeit" aufgehen zu lassen, sammeln sich alle die Schaaren, die in der Fluth socialer Verirrung einen festen Punkt finden in der Kriegserklärung gegen das Kapital, das sie, nöthigenfalls mit Gewalt, unter die Herrschaft des Proletariats bringen wollen. Daß der Staat die Pflicht hat, die Roth und das Elend der ärmeren Klassen zu lindern, haben wir wiederholt hervorgehoben, ebenso hat er aber auch die Pflicht, das Wohl der ruhigen Staatsbürger und damit fein eigenes Wohl durch die Umsturzpläne dieser radikalen Narren nicht stören zu lassen. Den fruchtbarsten Boden findet die Gesellschaft in Frankreich; in Deutschland hat sie sich noch nicht eingenistrt. In England haben sich der internationalen Arbeiterassociation seit dem Beschluß des Congreffes der Gewerbevereine zu Sheffield im Jahr 1866 ungefähr 50 Gewerbevereine mit ihren Zweiggefellschaften im vereinigten Königreich angeschlossen; darunter Arbeitergruppen, z. B. 30,000 Erdarbeiter an den Eisenbahnen, die bisher sich nie, weder an Gewerbevereincn noch anderen Bewegungen, betheiligt hatten. In Irland befindet sich eine Section zu Dublin. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika beschloß am 20. Aug. 1866 der föderale Arbeitercongreß zu Chicago, mit der internationalen Association sich zum gemeinsamen Wirken zu verbinden. Seitdem steht der Londoner Generalrath in Corresvondenz mit der allgemeinen nationalen Arbeiterassociation in den Ver- einigten Staaten. In Frankreich sind die direkt und ausschließlich mit London torrespondirenden Gruppen sehr zahlreich. Es bestehen Sektionen zu Paris, Rouen, Lyon, Marseille, Bordeaux, Lille, Roubaix, Argentan (Drne), Caen, Digne (Basses-Alpes), Fleurieux (für Saone), Fuveau (BoucheS-du-Rhone), FlerS (Drne), Granville (Manche) Harcourt, Thierry (Calvados), Havre, Lisieux, Neuville (für Saone), ^"ies, Neufchateau (DoSgeS), Orleans, CretS (Bouches du-Nhone), Villefranche (Rhone), Vienne (Isere) u. s. w. BemerkenSwerth ist, daß auch mehrere fron* jösische Landgemeinden der Association beigetreten sind. In den französischen Colonien existirt eine Gruppe in Algier und eine in Guadeloupe. 3n Belgien sind die Hauptsttze der Association zu Brüssel, Lüttich, VervierS vnd Louvain. Unter den Kohlen- und Etsenarbeitern hat in diesem Jahr ein Maffenblitritt stattgefunden. In Holland existtren zwei Sectionen zu Rotterdam inO Amsterdam. Ja Spanien eine Sektion zu Barcelona. — In Italien die au- 600 Ar- beitergesellschaften bestehende allgemeine Arbeitcrassociation, mit dem Hauptsttz zu Neapel und Mailand, zur internationalen Association in demselben Karte!, wie die Gewerbevereine in England und die nationale Arbeiteraffociation in den Vereinigten Staaten. Außerdem existiren besondere Gruppen der internationalen Association in Genua und Bologna. In der Schweiz hat feit der Genfer Arbeitseinstellung ein Moffenbeitritt von Arbeitern stattgefunden. Hauptgruppen finden sich in den Städten der Cantone Basel, Bern, wo auch Landgemeinden in den villages de la montagne des Bois beigetreten sind, Genf, hier allein zählt die Gesellschaft in der Stadt Genf über 6000 Mitglieder, Canton Neuschatel, Canton de Veaux, Canton Zürich, der schweizer Grütliverein und verschiedene deutsche Arbeiterbildungsvereine der Schweiz sind der Association affilürt. In Deutschland existiren mehrere Gruppen. Doch erklären die meisten dieser Gesellschaften, trotz ihrer Svmpathien aus Mangel an gesetzlicher Autorisation officiell nicht beitreten zu können. Die Verbindung mit Deutschland ist daher noch mangelhaft. t Die Münzreform wird einen Theil der Tagesordnung für den Ende August in Lübeck zusammentretenden volkswirthschaftlichen Congreß bilden und gleicherweise den Reichstag in seiner Herbstsession in hervorragendem Maße beschäftigen. Darin wird Jeder, auch bei einer etwaigen Meinungsverschiedenheit über die verschiedenen aufgetauchten Reformprojectc übereinstimwen, daß die bisherige bunte Abwechselung der deutschen Werthzeichen, wie fie dem bisherigen zu- sammengeflicktcn Zustande Deutschlands conform war, in Zukunft nicht mehr bestehen bleiben kann, sondern mit der Wiederherstellung des einigen deutschen Reichs auch die Einheit im Münzwesen eine unabweisbare Nothwendigkeit geworden ist. An Vorschlägen, die verschiedenen Münzschattirungen, den Bremischen Goldthaler, den Hamburger Schilling, den norddeutschen Thaler, den rheinischen Gulden unter einen Hut zu bringen und für ganz Deutschland ein neues Einheitssystem zu schaffen, fehlt es nicht, doch laufen die Politiker und Volkswirthe in Betreff des Grundprincips, nämlich, welche Art des Münzsystems an Stelle der jetzt bestehen- den, aber mit seltener Einmüthigkeit verworfenen Silberwährung, zu adoptiren sei, noch himmelweit auseinander. Der für die Münzreform gebildeten Reichstags- Commission bat Minister Delbrück das Project zur provisorischen Emission von Zehn- und Fünfthaler-Goldmünzen vorgelegt, er hat aber damit ganz und gar nicht reuissirt. Trotz der auf Elsaß und Lothringen zu nehmenden Rücksichten hat auch die früher stark ventilirte Frage der Aneignung des französischen GoldfrancS» systemS, welches in dem Abgeordneten Ludwig Bamberger einen eifrigen Vorkämpfer gefunden, jetzt augenscheinlich jeden Boden verloren. Am stärksten ist diejenige Partei vertreten, welche für Aeceptirung des Goldguldensystems, das auch den Elsässern und Lothringern etwas leicht Faßbares ist, in die Schranken tritt und ihre Anhänger sowohl aus Norddeutschland, wie aus Süddeutschland recrutirt. Neben einigen anderen Projecten steht ihr als hauptsächlichster Gegner die Coterie entgegen, welche dem Signal des „Deutschen Handelsblattes", Organ des Handels- tagsausschusses, folgt, und ein System vorbringen wird, welches auf Goldmünzen gegründet ist, aber den Thaler als „Scheidemünze" in sich aufnehmen kann und aufnehmen soll. Voraussichtlich werden zum Kampfe um feie Münzreform im Reichstage nur diese beiden Faktoren, der Goldgulden und der Silbcrthaler, in die Schranken treten und der Reichstag wird das pro und contra sehr aufmerksam zu prüfen haben, wenn er nicht einen Abklatsch der Wiener Münzreform vom Jahre 1857 bieten und Deutschland statt mit einem absolut einheitlichen System mit einem buntgeflickten Lappen beglücken will. Die badischen Offiziere haben am 6. d. M. dem deutschen Kaiser nach Maßgabe der Militärconvention den Fahneneid geleistet. lieber den Zeitpunkt der Entlassung des CultuSministerS v. Mühler, dessen Rücktritt endlich als gesichert betrachtet werden darf, ist noch immer keine endgiltige Entscheidung getroffen worden, weil es absolut nicht gelingen will, in den betreff. Kreisen eine Verständigung über den zukünftigen Träger des CultuSportefeuille'S herbeizuführen. Der bayerische Hof ist mit dem Reichskanzler in Unterhandlung getreten wegen eines bestimmten Vorgehens gegen die klerikale Partei im Allgemeinen und dem aufsässigen bayerischen Episcopat im Besonderen. Man versichert uns an unterrichteter Stelle, daß diese Unterhandlungen schon in den nächsten Tagen werden zum Abschluß gebracht werden. Bevor der Bundesrath auseinandergeht, wird er noch über gewisse Maßregeln berathen, welche gegen die socialdemokratischen Agitationen getroffen werden sollen. Mehrere Regierungen, darunter die sächsische, haben auf die Gefährlichkeit jener Agitationen für die deutsche Staatenordnung hingewiesen und ein gemeinsames Vorgehen der deutschen Bundesregierungen befürwortet. Gießt», 10. Juli. Der von dem Professor Dernburg in Halle abgelehnte Ruf nach Tübingen soll nun an den hiesigen ordentlichen Professor der juristischen Fakultät, Dr. Bülow, gekommen sein. Darmstadt, 8. Juli. Der Stadt Lich war nach Abschluß der Militär- convention vom Jahre 1867 eine Garnison in Aussicht gestellt worden. Später verwirklichte sich dieses Projcct nicht, unv das 1. Iägerbataillon, dem Lich als Garnison angewiesen werden sollte, wurde nach Gießen verlegt. Der Stadt Lich Waren hierdurch Kosten erwachsen, welche sich auf 1630 fl. belaufen. Die Stadt machte daher Entschädigungsansprüche an den Staat. Nach einem heute gefaßten Beschluß der zweiten Kammer ist dieser Betrag der Start Lich zu vergüten. Die Kammer erledigt hierauf die Rccommunication des anderen Hauses über das Con- solivationsgesetz, sowie diejenige über das NeichSgesctz, betr. den UntcrstützungS- Wohnsitz. Es verdient bemerkt zu werken, daß die Kammer, entgegen den Beschlüssen der ersten Kammer, den früher von ihr aufgestellten Grundsatz aufrecht erhält: „Die Kosten der öffentlichen Armenpflege gehören zu den GemeindeauSgaben dritter Classe." Ebenso bestand die Kammer darauf, entgegen dem verminenden Beschlüsse der ersten Kammer, „daß die Vorsteher milder Stiftungen gehalten sein sollen, den Armencommissionrn aus Verlangen Auskunft über gewährte Unter- stützungcn zu enheilen." Bezüglich des ElnführungSgesitzeS des Strafgesetzbuchs des norddeutschen Bundes. so weit sich dasselbe auf die Pol'zeistrafgefttzglbung be- zieht, ergeben sich keine Differenzen zwischen den beiden Kammern. Die Hinaus- gäbe des Gesetz s, welche die Regierung veranstalten will, soll, nach den Beschlüssen der Kammern, als keine officielle angesehen werden. Die Kammer gab hierauf ihre Zustimmung zu dem Antrag der Abgg. Keil, Wodsak und Zimmer, die Re- gierung zu ersuchen, die zum Ankauf und Wiederverkauf von Zuchtstuten für die Iihre 1870 unv 1871 vorgesehenen Mittel den lanvwirthschaftlichen Provinzial- V reinen als Zuschuß zu ihrer Dotation zuzuwenden. Der Antrag des Abg. Dernburg: „den Schulamtsaspiranten, welche sich in der mobilen Armee befanden, den ihnen für die Dauer des Krieges entgangenen Gehalt aut der Staatskasse zu vergüten", wurde gegen 11 Stimmen abgelehnt; dagegen soll den Verheiratheten, wie die Kammer beschloß, eine solche Vergütung gewährt werden. — Von der Bundesregierung wird demnächst an Hessen die Summe von 85,000 Thalern behufs Unterstützung hulfsbeLürftiger Landwehrmänner und Reservisten ausbczahlt werden, wie durch den in der heutigen Sitzung der Kammer anwesenden Ministerial- rath v. Lehmann mi'tgethcilt wurde. Hierdurch erledigt sich ein hierauf bezüglicher Antrag der A"gg. Finck, Goldmann unv Hallwachs. Unter den neuen Eingaben, welche heute eingebracht wurden, erwähnen wir eine Anforderung der Regierung im Betrage von 13,900 fl. behufs Erhöhung der Dotation der polytechnischen Schule, sowie einen Antrag des Abg. Kraft , durch welchen die Kammer ersucht wirv, Verwahrung cinzulegcn gegen die Berathung des Budgets von 1872 auf 1875 auf diesem Landtag. Die Kammer vertagte sich hierauf auf unbestimmte Zeit. Darmstadt, 10. Juli. Seine Großherzogliche Hoheit der Prinz Carl und Ihre Königliche Hoheit die Fräu Prinzessin Car! haben dem Commandcur des 4. Infanterie-Regiments die Summe von 1000 fl. mit der Bestimmung gnä- digst zu überweisen geruht, daß aus den Zinsen dieses Capital- an etwa zwei, dem Regiment im Andenken verbleibenden Tagen Unterstützungen an bedürftige Unteroffiziere und Mannschaften des Regiments nach dem Ermessen des jeweiligen RegimentS-Commandcurs vertheilt werden sollen. Se. Königliche Hoheit der Großh.rzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 7. d. MtS. mit Allergnävigstem Danke diese patriotische unv segensreiche Stiftung und in dessen Folge weiter zu genehmigen geruht, daß die Zinsen des StiftungS-Capitals an den zu VertheilungStagen vorgeschlagenen Geburtstagen der höchsten Geber, am 23. April und 18. Juni jeven Jahres zu den bestimmungsmäßigen Unterstützungen verwendet werden. Darmstadt, 11. Juli. Bei der am 7. l. MtS. stattgefundenen Wahl eines Abgeoronrten für den 12. Wahlbezirk wurde an Stelle des seitherigen Abgeordneten, Oikonomieraths Dr. Krämer, der Großherzogl. Bürgermeister Keil zu Melbach mit 16 Stimmen zum LandtagSabgeoreneten gewählt. 11 Stimmen fielen auf den Großy. Provinzialvirector Freiherrn v. Starck zu Gießen, 1 Stimme auf Heinrich Bausch zu Nieder - Wöllstavt. Darmstadt, 11. Juli. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst ÄU.ryöHster Entschließung vom 29. v. Mrs. den Obersteuerrath Ottmar Göring zum vortragenden Rath in dem Ministerium der Finanzen unter Verleihung des Charakters als Geh. Finanzrath zu ernennen, und mittelst Allerhöchster Entschließung vom 1. l. M. den Oberzoll.Iaspector des Hauptzollamts Gießen Carl Müller zum Rath bei der Ober-Steaer-Direction mit dem Amtsutel als „Ober- steuerratd" zu befördern geruht. Ems, 9. Juli. Im Gefolge des Kaisers Wilhelm befindet sich u. A. General v. Povbielski, nach Hrn. v. Roon bekanntlich die wichtigste Persönlichkeit im Kriegsministerium. Die Zahl der in ErnS befindlichen Kursremven beträgt jetzt gegen 8000. Noch nie hat Ems eine so glänzende Saison gehabt. — Morgen wird der ä teste Sohn des Khidive von Aegypten mit großem Gefolge hier er- wartet unv wirv verselbe in den „Vier Thürmen" sein Absteigequartier nehmen. In der nächsten Woche werden große Festlichkeiten, Balle, Coneerte rc., stattfinden; u. A. auch ein großes Concert von Prof-ssor August Wilhelms zum Besten der deutschen Invalivenst^ftung. Ems, 10. 3 di. Wie verlautet, wird der Kaiser dieser Tage Revue über die Besatzung von Coblenz, die gestern unter rauschendem Empfang dort einzog, halten. Der Kaiser von Rußland wirv zur Begrüßung ves Kaisers wieder auf zwei Tage hierherkommen. Auch der König von Bayern, der König von Sachsen und der König von Württemberg werden hier erwartet. Ein österreichischer Cc>- binets-Courier mit einem eigenhändigen Schreiben des Kaisers von Oesterreich soll soeben hier eingetroffen sein. Die Beziehungen zu Ocst.rreich sinv überhaupt die besten und wird man bald Interessantes darüber hören. In gutunterrichteten Kreisen bört man, daß nach abermaliger Bezahlung einer größeren Summe der Kriegsschuld die deutschen Truppen höchstens bis Mette August Frankreich gänzlich räumen werden. Die Verhandlungen darüber sind im Gange. Berlin, 10. Juli. Se. Majestät der Kaiser hüt sich am Sonnabend Abend 9 Uhr von hier nach Ems begeben, jedoch nicht, wie ursprünglich beabsichtigt war, über Hannover, sondern über Kassel unv Frankfurt. In Frankfurt traf Se. Ma- jestät Morgens 8-^ Uhr auf Vem Main-Weser-Bahnhofe ein, infp cirte die Garnison und sctz-e um 9 Uhr die Reise nach Wiesbaden fort, wo der Kaiser um 10 Uhr onlangte, begrüßt von dem Prinzen Karl, den Spitzen der Behörden und einer zahlloftn Volksmenge. Der Kaiser fuhr durch die festlich geschmückte Stadt in schloß und nahm um 12 Uhr lie Parade über die dortige Garnison ab, wobei er den Offizieren unv Solvaten für ihre Leistungen im Felde seinen Dank aussprach. Nach vem Diner beim Prinzen Karl setzte Se. Majestät die Reise nach Ems fort unv traf dort unter dem Jubel einer zahlreichen Menschenmenge um 83/i Uhr ein, am Bahnhofe begrüßt von dm dort anwesenden fürstlichen Personen und den Spitzen der Behörden. Abends war die festlich geschmückte Stadt und vie umliegenven Höhen brillant beleuchtet. Der im October v. I. durch den Krieg verhinderte VereinStag der deutschen Vereine zur Pfl ge im Felde verwundeter und erkrankter Krieger wird in diesem Jahre, und zwar in der zweiten Hälfte des Monats October, zu Nürnberg ab- gehalten werden. Eine nähere Mittheilung darüber behält sich das Central-Comite noch vor. Berlin, 10. Juli. Seit geraumer Zeit kommen vielfach Geldsendungen von Frankreich hier an, sie beziehen sich aber nicht auf die eigentliche Kriegsschuld. Da vie Verpflegung der Occupations - Armee größtenteils von Deutschland aus geschehen muß; so gehen auch die Verpflegungsgelver, die Frankreich zahlt, hier, resp. in München und Stuttgart ein. Zu ihrem eigenen Schaden sträuben sich die französischen Kaufleute, mit den deutschen Lieferanten Geschäfte zu wachen und darum bleibt nichts übrig, als die Hasptvorräthe von Deutschland und dem deutschen Hinterlande zu beziehen. Sehr bedeutende Quantitäten Mehl, Hülsenfrüchte und Fleisch kommen von österreichischen Großhändlern an die deutschen Lieferanten. Breslau, 10. Juli. Die Berathungen des Iournalistentages wurden heute Nachmittag 3 Uhr geschlossen, nachdem die Tagesordnung erledigt war. Sonnemann dankte in einer Schlußrede besonders dem Localcomite für den Empfang des Iournalistentages. In den Ausschuß wurden gewählt : Schlesische Zeitung, BreS- lauer Zeitung, Morgen - Zeitung, Frankfurter Journal, Frankfurter Ze tung, Dossische Zeitung, Volks-Zeitung, Deutsche Allgemeine Zeitung, Neue Freie Presse, Presse, Wanderer, Wiener Tageblatt, Neue Badckche Landes-Zeitung, Schwäbischer Merkur, Elbcrftlver Zeitung. Als nächster Vorort wurven vorgeschlagen: Nürnberg, Mannheim, Hamburg und Straßburg. Der Beschluß wurde Vorbehalten. Dmlach bei Karlsruhe, 7. Juli. Diesen Morgen nach 9 Uhr entgleiste der mit bayerischen Soldaten angefüllte Zug nächst der hiesigen Pfiazbrüae und sind vier Wagen heradgeworfen worden, wobei es einen Todten und mehrere Verwundete gegeben hat. Einem Manne wurden die Füße abgefahren. Ein weiterer Mann fehlt bis jetzt noch, und ist man nicht gewiß, ob derselbe unter einen Wagen oder in die Pfinz geschleudert wurde. Ursache dieses Unglückes soll ein Bremswagen gewesen fein. Hannover, 10. Juli. Am Samstag Abend stießen in Folge falscher Weichenstellung vreffens Lehrte zwei Güterzüge zusammen; die beiden Maschinen wurden beschädigt und sechs Wagen zertrümmert. Menschenleben sind nicht zu beklagen. (Z. f- N.) Crimmitschau, 8. Juli. Heute wurde der Redacteur des (socialdemvkrati- schen) „Bürger- und BauernfreundS" wegen eines Artikels, betitelt: „Die 10 Gebote im Reich der Gottesfurcht unD frommen Sitte", den er aus dem „Dresdner Bolksboten" abgedruckt, verhaftet. (N. C.) Straßburg, 10. Juli. In Saarburg fand man, wie vem „Niederrh. Kur." berichtet wird, gestern früh nahe der Stadt auf einer Matte, in welcher noch Tags zuvor geheut worden war, einen feit mehreren Tagen schon vermißten bayerischen Soldaten, welcher mit seinem auf dem Rückmarsch befindlichen Truppen- theil hier Rasttag gehalten hatte, mit halbdurchschnittenem Halse anscheinend todt. Es wurde in ihm noch Leben entdeckt und nach langen Versuchen kehrte endlich da- Bewußtsein zurück; doch ist er noch nicht im Stande, zu sprechen. Wie ist dieser seit Tagen vermißte Mann an eine Stelle gekommen, auf welcher noch gestern bis zum späten Abend Leute unausgesetzt thätig waren? Die Kräfte des Mannes haben sich so weit wreder eingestellt, daß er zwei Leute in blauen Blouscn schriftlich als Diejenigen hat bezeichnen können, welche ihn so zugerichtet haben. Bald wird auch der weitere Schleier sich lüften und alsdann wird das Gesetz die Schuldigen zu treffen wissen. Paris, 9. Juli. Der „Soir" theilt mit, daß man sich im Marineministerium angelegentlich mit dem Projeet einer Colonisation von Neukaledonien beschäftigt. Diese Insel besitzt schon 2500 Deportirte, welche durch die mit ihren Familien dorthin zu deportirenden Föderirten vermehrt werden könnten. Je nach ihrem Betragen würden dieselben größere oder kleinere Parcellen Land erhalten. Neu- calevonien, welches alle Bedingungen des Klimas und der Fruchtbarkeit in sich vereinigt, dürfte sich besonders für eine derartige Bestimmung eignen. Es würde außerdem den Vorthcil gegen Cayenne haben, daß eine Flucht von dort fast zu den Unmöglichkeiten gehört. Paris, 10. Juli. Anläßlich des jüngsten Manifestes des Grafen Cham- bord haben zahlreiche legitimistifche Provinzialblätter eine Erklärung veröffentlicht, in welcher das Festhalten an der Trikolore betont wird. Diese Erklärung soll von hervorragenden legitimistischen Mitgliedern der Nationalversammlung auSgchen und vom „Club des RefervoireS" (von der Rechten) principiell gebilligt worden sein. Der „Agence Havas" zufolge betrachtet sich die legitimistifche Fract-on der Nationalversammlung in Folge dieses Zwischenfall« für aufgelöst. Die Mitglieder derselben würden sich der Partei der gemäßigten Republikaner oder den Orleanisten anschließen. Wien, 8. Juli. Der „Allgem. Ztg." schreibt man von hier: Sicherem Vern.hmen nach stehen Seitens der preußischen Regierung in kürzester Frist sehr bedeutsame Entschließungen in Bezug auf ihre Stellung zum Unseh'.barkeitSdogma oder vielmehr zu den aus diesem Dogma für das staatliche Leben zu ziehenden praktischen Consequenzen bevor. Gerüchtweise aber verlautet, daß das Berliner Cabinet zunächst mit Wien einen vertraulichen Ideen - Austausch über die Frage angeregt hat, inwiefern es etwa angezeigt erscheinen könne, einer augenscheinlich für alle Regierungen gemeinsamen Gefahr gegenüber sich im Grundsatz über die Mittel einer gemeinsamen Abwehr derselben zu verständigen. Wien, 10. Juli. In hiesigen unterrichteten Kreisen ist von angeblich von Berlin mit dem hiesigen Cabinet angeknüpften Unterhandlungen wegen Modifikationen des Art. 5 des Prager Friedens nichts bekannt. Telegraphische Depeschen. △ Stuttgart, 11. Juli, Morgens. Die Errichtung einer Notenbank wurde mit 76 gegen 3 Stimmen genehmigt. Wenn der Gewinn der Notenbank 5 pCt. übersteigt, so erhält von diesem Ueberschuß der Staat j/3 und die Acrio- Inäre %. Die Regierung wird sorgen, daß Vas Publikum ebenfalls Aktien erhält. -stau bt|üd)l, und Die No tingtsthev. A Nist Achilles, die 450 Plätze zur einer ähnlichen + Londo einen dichten Rt Der Pliu tinente abgereist. A Londo gibt die Hälsic dir NM b Mischin $ + W heute aus Utla ihn der erste E a S”-' + Pans, 6,1 ä1 n wifin 8»6a” p/ MM» 13 a W' Arbeiten bald 01 fa Gewerbe un fi* bemüht, das baten. Qualität der « A W die ZMadr rom" AMn Darmstadt lchnete sich beute fdntt Anstlichk.it iW -o» * ^'kg-schuld. 1 ^Aaich ^«i(b M Ütäubtn ,Q,U ju wachkn 4l!Bb und ttm Än. B die teutfijjcn 1 a'Mtkll heute tiai- Sonne* ,c Empfang de- Z'"nng, B„S. l'u"tt Ze tung, «' Niue Freie ^n'rs.Zntrng, l wurden tor* Der Brsihluh 1 U)r entgleiste Pstnzbrüae und it Lkhrere Dn. i- Ein treiterrr ter einen Wagen soll em Brcn>6« alscher Weichen- ischinen »orten hl zu beklagen. ^ccialt(motTQti* t: „Die 10 Te- tein „Dre-dner .Nieterrh. fiur." n welcher noch schon vermitzten 'lichen Truppen- nscheinenb tobt. n kehrte endlich -rchen. Wie ist \\ welcher noch Der Aeä'lr de» L blauen B'.ousen ivaerichiel haben, rr das Lesttz die Ikarinministtrivv cnt(R beschästigt. t ihren #JDI,^n 3t nach ih"« trbM •* idtbitfrit li W 61 *« tcn teil WI* I ®* 6»«' iij l< 6‘"i,u,i E .IM yW *' 1 iud'fi«’ ji«Ulf»' ""' V“' 1« 6Wtl» LrnN-t- ?£*■* L, Die S--S' K 6:e △ Paris, 10. Juli. Ja ganz Paris hat Vie Austreibung der Miethrr begonnen. Die armen Leute, welche in dieser Weise ohne Obdach auf VaS Pflaster gesetzt worden sind, rufen die Intervention der Maire- und Friedensrichter an, welche indessen nichts weiter als die Toleranz der HauSeigenthümer anrufen können. So stehen hauptsächlich die Dinge in der Mairie des Boulevard Voltaire. D»e Austreibungen in diesem Viertel sind besonders zahlreich. Wir vernehmen ander- r5;ts, daß sich die Seinepräfectur sehr ernst mit dieser dringenden Frage beschäftigt und sie in irgend einer Weise definitiv lösen wird. + Paris, 10. Juli. Der „Messager von Paris" sagt: Die deutsche Regierung hat unserem Minister der auswärtigen Angelegenheiten in officieller Weise zu wissen gethan, daß sie beschlossen habe, die Occupation der besetzten Departements nicht eher zu beendigen, als bis die im Vertrage von Frankfurt stlpultrten IVi Milliarden vollständig ausbezahlt sein wurden. /X Parts, 10. Juli. Die Enquete-Commission über das Budget hat ihre Arbeiten bald geendigt. Es bleibt ihr nur noch übrig, den Besteuerung-Vorschlag für Gewerbe und Rohprodukte zu prüfen. Die Mitglieder der Commission Haber, sich bemüht, das Interesse des Budgets mit dem der Gewerbetreibenden zu vereinbaren. Nach den letzten Mittheilungen würde die Hohe der Steuer sich nach der Qualität der Stoffe richten. △ Paris 11. Juli. Der Prinz Napoleon soll von dem Mannemtnister die Zurückgabe des vor dem 4. September v. I. mit der Jacht „Le Prince Jerome" verbundenen Dampskanonenboots verlangt haben. Admiral Pothuün soll diese» Ansinnen des Prinzen zur Begutachtung vorgclegt worden sein. △ Fontainebleau, io. Juni. Die Prinzen von Orleans haben Fontaine, bleau besucht, das von der Occupation fast gar nicht gelitten hat. Der Herzog und die Herzogin von Chartres haben alle Plätze des Schlosses und Partee etngc[eben.^ , Juli. Zu den Sitzungen des dritten Krieg-rathes von Versailles, die in den ersten Tagen dieser Woche beginnen sollen, sind der Presse 450 Plätze zur Disposition gestellt. Es war noch niemals der Fall, daß man zu einer ähnlichen Verhandlung eine solche Anzahl von Journalisten vereinigt sah. + London, 11. Juli. Die Heerschau im Lager von Aldershot ward durch einen dichten Regen, der 24 Stunden anhielt, beeinträchtigt. Der Prinz von Wales ist nebst Gemahlin und Kmvern nach dem Eon- tinente abgereist. v _ . .. △ London, H. Juli. Der „Standard" meldet au» Paris: Die Stadl gibt die Hälfte de» Geldes zur Wiederherstellung der Brandzerstörungen wahrend der Herrschaft der Commune. — Mit Tunis werden Verwicklungen erwartet. — In politischen Kreisen w-rd die Sache der Legitimisten als hoffnungslos betrachtet. + Petersburg, 10. Juli. Der hiesige deutsche Gesandte, Prinz Reuß, t|i heute auf Urlaub nach Deutschland abgereist. Wahrend seiner Abwesenheit vertritt ihn der erste Secretär, Baron Pfuel. Vermischtes. Darmstadt, 9. Juli. An dem Bahnübergang in der unmittelbaren Nähe der Eisengießerei ereignete sich beute Nachmittag ein gräßliche« Unglück. Der Weichenwärter Krastel, ein weaen seiner Pünktlichkeit im Dienste van seinen Vorgesetzten geschätzter, nn Priralleben allseitig beliebter Mann, wurve von einer Maschine gepackt und in mehrere Stücke zerrissen. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und ein Kind und ist dieses Unglück um so mebr zu beklagen, als es keineswegs etwa in Folge einer Dienstvernach'.ässigung eingetreten ist. (M.-Z.) erlittene Untersuchungshaft bereits verbüßt — in Abzug zu bringen find, sowie zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren verurtheilt. Denselben wurde Peter Wern.r von Queckborn wegen Fälschung von Privaturkunden mit einer Gefängnißst-afe von 3 Wachen belegt. Am 4. Juli wurde Peter Heß aus Heldenbergen, weil er sich zur Nachtzeit in einen gehörig umschlossenen Honaum eingeschlichen und daselbst mittelst Elnsieigen aus dem unter der Scheuer befindlichen Keller circa 74 Pfund Kartoffeln entwendet, fick auch TagS darauf aus einem WirthSlocal ein Paar waschlederne Handschuhe rechtswidrig zugeeignet hatte, in eine Gefängniß- strafe von 3% Monaten verurtheilt. Denselben wurde gegen Werner Hedrich aus Lauterbach wegen einfachen Diebstahls im vierten Rückfall, eine Gefängnißstrafe von 1 Jahr, sowie der Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren erkannt. Am 5. Juli wurde Adam Rockemer aus Schotten von der gegen ihn wegen Körperverletzung erhobenen Anklage nachdem ihn die Gefchwornen dteserhalb für nicht schuldig erklärt hatten, freigesprochen. Am 6. Juli wurden wegen öffentlicher Ehrenkränkung verurtheilt: 1) Eduard Lind, un* ehelicher Sohn der Elise Appel zu Gießen, in eine Gefängnißstrafe von 5 Wochen, 2) Georg Lind, unehelicher Sohn der Elise Appel in Gießen, in eine solche von 3 Wochen. Am 7. Juli, wurden wegen eines schweren und eines einfachen Diebstahls verurtheilt: 1) Andreas Müller von Ilbeshausen, in eine Zuchthausstrafe von 2*/z Jahren, zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren und zur Stellung unter Polizeiaufsicht, 2) Kaspar Flach aus Jreirn-Steinau, in ei re gleiche Strafe von 2% Jahren zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren und zur Stellung unter polizeiliche Aufsicht. Am 8. Juli wurde Ludwig Schmidt aus Friedberg wegen eincS schweren und eines einfachen Diebstahls, in eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jabren anSgesv-ochen. Den 10. Juli wurde Johannes Zinqenhain aus Meiches wegen der an seinem Vater begangenen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg, in eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren ver- urlheiit. Börsennachrichten. 11. Juli 1871. Preues. 4%% Oblig. 97 Fraukf. 3%<% Obi. 82'/4 Nass. 4%% Obi. 9G% Kurhess. 4% „ 87 Gr. Hess. 50/0 Obi. 102 „ „ 40/0 „ 921/4 „ n 31/8o/o , - Bayer. 50/0 „ 100% „ 4'/2°/o 1 jährige 98‘/2 „ 40/o 1jährige 92 Würtemb. 41/2% Obi. 971/8 Baden 4‘/2o/o Obi. 0. E. L. 961/2 Oesterr. Silberrente 56% „ Papierrente 477/a „ 5°/q M. steuerf. — Amerik. Bonds 1881r 991/* „ n 1882r 96% „ n 1885r 965/s „ n 1887r 963ö Spanier, neuest. 3% 31% Aetien. Frankf. Pink 137 Franks. Vereins-Kasse 1081/4 Darmst. Bankact. 367 Wien Barkactien 736 Galizien 236% Aellen. Oest. Creditact. 2693/< 5% östr. F. St. E. B. 388Ve Lombard. Bahn 165% Ludwigsh.-Bexbach 183 Maxbahn 125>/^ Bayer. Ostbahn 130 Hess. Ludwigsb.-Act. 155 Rhein-Nahebahn-Act. 38 Oberhessen „ 74_____ Prioritäten. 30/0 oster. Stsb.-Prior. 571 4 3°/0 öst. s. Lombard 731/2 30/0 Livorneser 325/a 5°/0 Toscaner 5 l5/s 5% Elieabcth.-Prior. 78 do. II. Ernis». 76 1% ecii*ri. Amsterdam k. 8. 993/g Augsburg k. 8. 99% Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 96% Brüssel k. 8. 93% Hamburg L 8. 87% Leipzig k. 8. 93 London k. 8. 118% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94 Wien k. 8. 95 ditto m. 8. — ditto 1. 8. — Diaconto 3%% G. Geldeorten. Pr. Cassen-Soh. 1 41%-45% Sachs. „ — Div. Cassen-A. — Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 43—44 „ doppelte 9 44—46 Holl. fl. 108t. 9 54-56 Ducaten . . 5 35—36 20 Frankens!. 9 20—21 Engi. Sover. 11 55—56 Rass. Imper. 9 43—45 Dollar in Gold 2 25-26 Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 65 */s Nassau 25 fl. 39 40/0 bayr. Präm.-Anl. 109 Ansbacher 7 fl. 12 4% badische Loose 108 Badische fl. 35 Loose 66 Oestr. fl. 253 v. 1854 753/4 1858r Prioritätsloose 165 1860r Loose 82>/a 1864r n 12374 Braunschweiger 181/g Stadt Florenz 82’/4 Local-Notizen. ffiieficn 11 Juli. Der Schwurgerichtshof der Provinz Oberhessen vom III. Quartal I. I. l,at in Folge stattgehabter öffentlicher Verhandlungen die nachbemerktcn Erkenntnisse er. la^ortland Cement, s friche Sendung, Stukkatnr-GypS, s empfiehlt Emil Pi stör. HoUäirdiscke» Käse, pr. Pfund 24 kr, empfiehlt (2924) Chr. Wallenfels. 1 Georg Petri ill Gießen (Dkiirnircfl), empfiehlt fein reichhaltiges Lager von Parfäinerie- und Toilette. Artchelu, Galanterie- und Portefeuille-Waareu einem geehrten Publi- kum bestens. 2945) Tapeten und Borden in der reichhaltigsten Auswahl und zu den billigsten Preisen bei Th. Brü^k. | Mein Tuch - und Bukskin-Lager, zu billigen und festen Preisen, empfehle bestens. Ludwig Lang, t Marktstraße 25, vis-a-vis dem Kaufmann Herrn Emil Pi stör. 2602) Leinene Kragen, Manschetten, Chemisetten, Knaben-Kragen von 28 Centim. 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