Wile ft roten und har ,UT I ftjGi-im rüglichsten aro.“ 45. vburg. li-Mindeiier m ollamtlicihei tt, am üJiat If orheei«! it. Mr-WflÜkW iqueure. mburger-, «nehl i (Scmipaftmt- onis, ar, Dobne»' rf6 idöf- W» »(jiflütf« itn, r*1, _ PrrtS vierteljährig 1 fl. 12 fr. nit Bringer lohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsötatt für den Areis Kiefzen. Nr. 138. Mittwoch bcn 12. Juli " 1871. BMM—m—MMMMIMIl BMPOKIgHqamaM— BeftelZANgen auf den Gießsner Anzeiger .................................MM—............ Ä m t l i ch e r T h e i l. Nr. 27 des Reichs-Gesetzblattes des Deutschen Reiches, ausgegeben zu Berlin am 23. Juni 1871, enthält: (Nr. 660.) Gesetz, betreffend den Ersatz von Kriegsschäden und Kriegsleistungen. Vom 14. Juni 1871. (Nr. 661.) Gesetz, betreffend die Entschädigung der deutschen Nhederei. Vom 14. Juni 1871. (Nr. 662.) Gesetz, betreffend die Beschaffung von Betriebsmitteln für die Eisenbabnen in Elsaß und Lothringen. Vom 14. Juni 1871. (Nr. 663 ) Gesetz, betreffend die Gewährung von Beihülfen an die aus Frankreich ausgewiescnen Deutschen. Vom 14. Juni 1871. (Nr- 664.) Gesetz, betreffend d?n Erweiterungsbau für das Dienstgedäude des Reichskanzler-Amtes. Vom 14. Juni 1871. Nr. 28 des Reichs-Gesetzblattes des Deutschen Reiches, ausgegeben zu Berlin am 24 Juni 1871, enthält: (Nr. 665.) Bekanntmachung betreffend die Vorschriften zur Ausführung des Neichsgesetzes vom 8. Juni 1871 über die Jnhaberpaviere mit Prämien. (Nr. 666.) Ernennung von ConsulN und bezm. Viceconsuln des Deutschen Reichs zu Antwerpen, Brussel, Gent, Lüttich und Ostende. (Nr. 667.) Ertheilung lies Exequatur an den Consul der Argentinischen Republik zu Hamburg. Nr. 29 des Reichs-Gesetzblattes des Deutschen Reiches, ausgegeben zu Berlin am 30. Juni 1871, enthält: (Nr. 668.) Bekanntmachung zur Ausführung des Gesetzes, betreffend die Wechselstempelsteuer. Vom 23. Juni 1871. Gießen, den 8. Juli 1871. Großherzogliches Kreisamt Gießen. o. Starck. Politisch 11. Juli. Die Differenzen zwischen der deutschen Regierung und der Regierung in Versailles scheinen immer größere Dimensionen annehmen zu wollen. Die deutsche Bundesregierung hat die Ueberzeugung erlangt, daß von Versailles aus alle Mittel in Bewegung gesetzt werden, um Haß und Aufregung gegen die Deutschen zu erregen, um spätere Actionen schon jetzt vorzubereiten. Es gilt dies ganz besonder- in Bezug auf die Unterstützung der französischen Parte: im Elsaß, die von Versailles direct ihre Weisungen erhält. Unterrichtete Personen behaupten daher, baß, wenn die Dinge so weiter getrieben werden, wie sie jetzt gehen, eine wesentliche Vermehrung der Occupation-armee nothwenbig werden würde. DaS statistische Bureau beschäftigt sich gegenwärtig mit einer Zusammenstellung der Verluste, welche das deutsche Heer im Kriege mit Frankreich erlitten hat. Dabei soll nicht nur das Gesammt - Resultat gegeben werden, sondern auch die Verluste der Heere der einzelnen deutschen Staaten, der einzelnen Regimenter, geordnet nach Chargen u. s. w. Eine andere noch umfangreichere Arbeit deS statistischen Bureaus betrifft die Aufstellung eines Ortsverzeichnisses des preußischen Staates, welches die wiffenSwerthksten Nachrichten über Einwohnerschaft und dergl. enthalten soll. Gegen Mitte dieses Monats werden die größeren Militärtransporte aus Frankreich nach Deutschland beendet sein, und steht zu hoffen, daß von diesem Zeitpunkt ab die P-rsonenzüge auf den Eisenbahnen, namentlich die Courier- und Schnellzüge, wieder mit der früheren Regelmäßigkeit expedirt werden können. Dieser Hoffnung giebt sich auch der Handelsminister in einem Circular an die k. Eisen- bahn-Directionln und Commiffariate hin, die Nothwenbigkeit prompter Durchführung des Fahrplans betonend. Für die Truppen der 4., 6. und 19. Division (welche in Frankerich verbleiben) soll eine außerordentliche Rekruteneinstellung stattfinden und zwar werden in jedes Ersatzbataillon 360 Rekruten Ende Juli und eine gleiche Anzahl Mitte October, in jede Ersatz Escadron zweimal 130 Rekruten, bei den Fußabtheilungen des pommer'schen Feldartillerieregiments Nr. 2, brandenburgischen Nr. 3 und hannoverschen Nr. 10 je 325 Rekruten, in bas pommer'fche, brandenburgische und hannoversche Pionnier-Bataillon je 70 Rekruten Anfang August eingestellt rc. Um dies zu ermöglichen, werden die Ersatz-Bataillone der in Frankreich stehenden Inf.- Regimenter derartig reducirt, baß sie bei Einstellung der ersten Rekrutenquote die Stärke von 682 Köpfen erhalten. Das Gesetzblatt für Elsaß - Lothringen publicirt das Gesetz, betreffend den Betrieb von Bankgeschäften in Elsaß - Lothringen durch die preußische Bank vom 4. Juli 1871. Der §. 2 desselben verordnet, baß für die Organisation und den Geschäftsbetrieb der preußischen Bank die Bankorbnung vom 5. Oktober 1846, das Gesetz vom 7. Mai 1856, ver Erlaß vom 24. Oktober 1864 und das Gesetz vom 24. September 1866 maßgebend sind. Dasselbe amtliche Organ veröffentlicht das Gesetz, betreffend die Giltigkeit der vorjährigen Wahllisten, vom 6. Juli 1871. In denjenigen Gemeinden, in denen die gesetzlich vorgesetzte jährliche Revision der Wahllisten nicht vorschrifts- mäßig stattgefunden hat, sollen darnach die im Jahre 1870 festgestellten Wahllisten bis zur Beendigung der nächsten vorschriftsmäßigen Revision in Kraft bleiben. Neueren Mtttheilungen der belgischen Eisenbahnverwaltung zufolge lehnt die französische Nordbahngesellschaft die Weitersendung nach Paris gerichteter Pocket- sendungen aus Deutschland noch einstweilen ab. Das General - Postamt hat in Folge dessen die Postanstalten angewiesen, derartige Sendungen bis auf Weiteres zur Beförderung nicht anzunehmen. Fast in der gefammten deutschen Presse wird von den freundschaftlichen Beziehungen zwischen Oesterreich und Deutschland gesprochen, aber Niemand vermag e r T h e i r. !zu sagen, worin sie denn eigentlich bestehen? Das einzige, was man zu hören 'befommf, ist: Oesterreich wird keinen Krieg gegen uns beginnen. Aber wird man auch später so denken? Thatsache ist, daß die österreichische Regierung gegen früher bedeutende militärische Anstrengungen macht. Wem diese Rüstungen gelten, das weiß Niemand, Oesterreich selbst nicht, sie können also später gegen Deutschland eben so gut wie gegen jede andere Macht verwendet werden. Es besteht mithin kcine Sicherheit, und bann ist bas Vertrauen auf Oesterreich auch nur ein schein- bare«, trotz aller osficiösen Versicherungen, woraus man übrigens auch in osficiösen Kreisen kein Hehl macht. Durch Erlaß des französischen Finanz-Minister- vom 19. Juni sind Zollämter für Die Ein- und Ausfuhr von Maaren zu Luvignes, Belval, les BroqueS, la Grande-Fosse, Provenchöres, Lubine, Wiffenbach, Raon-l'Etage und Saint-Di6 eröffnet worben. Die für Deutschland so sympathischen Gesinnungen, welche Gras Beust in der Reichsraths - Delegation aussprach, und welche die „Prov.-Corr." jüngst mit so unverkennbarer Freude recapitulirte, sollen, wie man vernimmt, den Fürsten Bismarck veranlaßt haben, ein schmeichelhaftes Schreiben an seinen österreichischungarischen Collegen zu richten. Gießen. In dem Allgemeinen Polizei-Anzeiger veröffentlicht Herr Polizeirath Nooer dahier eine Bekanntmachung über den angeblichen Professor der Magie und Phrenologie Johann Krämer aus Nordheim, welche wir ihres Interessehalber unseren Lesern mittheilen wollen: Bekanntmachung, den angeblichen Professor der Magie und Phrenologie Johann Krämer aus Nordheim betreffend. Sowohl in Zeitungen, als in Polizeiorganen ist in der Neuzeit oft nachgewiesen worben, wie groß der Schaden ist, den sogenannte Wahrsager, Schatzgräber und Zauberer anrichten, allein die wohlgemeinten Warnungen und Belehrungen scheinen noch nicht genügend gewirkt zu haben. Wie groß die Zahl der Leichtgläubigen noch ist, welche sich von dieser Sorte von Gaunern ausbeuten läßt, beweist eine seit 14 Tagen hier eingeleitete Untersuchung gegen Johann Krämer, der sich in Wochenblättern und in Zeitungen, sowie auf Visitenkarten „Professor der Magie und Phrenologie" nennt. Was aus dieser noch nicht beendigten Untersuchung schon jetzt veröffentlicht werden kann, besteht in Folgendem: Als ich Ende April d. I. erfuhr, baß sich ein Zauberkünstler Namens Krämer, von der Freizügigkeit Gebrauch machend, mit Frau und zwei Kindern dahier niedergelassen habe, ließ ich denselben Vorbescheiden, um ihn naher auszusragen. Er erklärte hierbei: Er heiße Johann Krämer, sei im Jahre 1833 zu Nordheim, königl. bayer. Amts Volkach, geboren, sei Taschenspieler und Zauberkünstler, ein Schüler BoSco'S, habe längere Zeit in England, Amerika, in der Schweiz, in Frankreich und Belgien gewohnt, er sei jetzt amerikanischer Bürger, er habe den Krieg gegen die Indianer mitgemacht, in demselben fei er verwundet worden, weshalb er längere Zeit hindurch eine Pension aus Amerika bezogen habe; feine Frau, Marie Sophie Winzenburg, fei aus Nienburg in Hannover. — Auf meine Einwendung: als Taschenspieler könne er sich hier nicht ernähren, weil er im Laufe eines Jahres höchstens ein- bis zweimal Erlaubniß zur Production feiner Taschenspielerkünste erhalten könne, entgegnete er: er wolle sich nicht blos in der hiesigen Stadt ernähren, sondern von hier aus R.'isen machen, während seine Familie hier wohnen solle. — Der Aufforderung: baldigst genügende Legitimationspapiere beizubringen, ist er nicht nachgtkommen. Mein Mißtrauen gegen denselben hat sich sehr bald gerechtfertigt, denn schon nach zwei Monaten sah ich mich veranlaßt, ihn wegen gewerbsmäßiger Wahrsagerei und Betrügerei zu verhaften. Die Zahl der während seines zweimonatlichen hiesigen Aufenthalt- und er kam über Frankfurt, Köln, Amster- gerieth in Bremen abermals in Untersuchung und wurde 11) am 23. Juni 1865 in eine Was / sie ihm aber 10 Gulden zahle, so zaubere er ihn sogleich nach Haus. Ein Mi 1 < § Re th. I stehen die Worte: „Nomen Kokus Actus — Mulus statt der letzteren die Worte: „Oplolumus Gabulu werden Sägewehl oder Blumenstaub und ein vier- An vielen Kleeblättern scheint das vierte Blatt und 10 Gulden Viele erhielten zur ersten Klasse 'ft inb l.b 4) Z' tai 3? bei ') bis 1 Gulden bezahlen müssen. Bei dieser Gelegenheit sucht er seine Opfer noch weiter zu umstricken. Den Meisten schwindelt er vor, wie er gefunden, baß sie Glück im Spiel hätten, daß sie Theil am großen Loos oder doch 3- bis 5000 München, 7. Juli. Wie wir vernehmen, hat der König in Betreff de- Empfange- des Kronprinzen des deutschen Reiches bestimmt: daß der General- aufgeleimt zu sein; wo sollten auch die für das ausgedehnte Geschäft nöthigen abnormen vier blätterigen Kleeblätter alle Herkommen? Von Krämer selbst ist begreiflicher Weise nicht viel zu erfahren; wa- er früher getrieben, sagt er nicht, und die Aufenthaltsorte, in denen er bestraft worden, nannte er nicht. Doch habe ich über seine Vergangenheit das Nachfolgende ermittelt: Johann Krämer, geboren im Jahr 1833 zu Nordheim, königl. baycr. Kreises Volkach, sollte in den Jahre» 1850 bis 1853 in seiner Heimath die Schneiderprofession erlernen. Weil er aber schon in seiner Jugend sich gern müßig umhertrieb und sich lieber mit Kartenschlagen und Pfuschereien in der Medicin beschäftigte, wurde er bestraft: 1) am 23. December 1851 vom K. Landgericht Volkach wegen wiederholten Entlaufen- aus der Lehre und zwecklosen Umherzrehen» mit 16 Stunden Grfängniß; 2) im Jahre 1852 vom K. Landgericht Königshofen wegen Fälschung 4 Tage Grfängniß; 3) am 26. November 1852 vom St B. Landgericht Volkach wegen Entlaufens aus der Lehre, zwecklosen Umher- An den beiden unteren Ecken fraule fräse“, bisweilen auch Copia.“ In diese „Zauberzettel" blätterige- Kleeblatt gelegt. Krämer in den nun folgenden vier Jahren in Amerika und später in Frankreich, in der Schweiz und in Belgien getrieben, weiß man nicht, ohne Zweifel das Handwerk, das er vor- und nachher getrieben hat. Im December 1869 ließ sich Johann Krämer als Professor der Magie und Phrenologie mit Frau und 2 Kindern zu Freiburg im Breisgau nieder. Dort machte er es genau so, wie er es später hier gemacht. Die große Zahl der von ihm in Freiburg Betrogenen ist nicht ermittelt, nur drei derselben haben Anträge auf Untersuchung und Bestrafung gestellt. Eine von diesen, eine in Freiburg dienende Magd, hat vor Gericht auSgesagt: „als Krämer ihr für 30 Kreuzer gewahrsagt, habe derselbe ihr einen „GiückSzettel", in welchem Sägemehl und ein vierblätteriges Kleeblatt gelegen, für 6 Gulden verkauft. Alsdann habe er ihr gesagt, er sehe, daß sie Glück habe, sie solle Lotterie spielen, er werde von einer Kreuzspinne eine Nummer weben lassen, mit der sie das große LooS gewinnen müsse; für das Loos müsse sie 10 Gulden und für seine Reise nach Mannheim weitere 10 Gulden bezahlen und bald darauf ließ er sich „für Etwas, das er au- Straßburg kommen lassen müsse", noch 3 Gulden 30 Kreuzer bezahlen. Dieses Mädchen, das nicht einmal ein LotterielooS erhielt, war also um 30 Gulden — um einen halben Jahreslohn — betrogen. Dem zweiten in Freiburg klagend aufgetretenen Dienstmädchen hatte Krämer vorgefchwindelt: sie leide an der Zehrung, er könne aber das Mittel heilen, wenn sie einen „Glück-zettel" trage, in welchen er ein vierblätteriges Kleeblatt und Sägemehl vom Johannisbaum lege, derselbe koste 13 Gulden, worauf sich das Mädchen um diese Summe prellen ließ. Einen Bäcker zu Freiburg, dem er vorgefchwindelt, er beziehe eine Pension aus Amerika, er besitze Staatspapiere re., wußte er zu bereden, ihm auf kurze Zeit 100 Gulden zu leihen, und bald war der „Herr Professor" verschwunden. Das Großh. Bad. Amtsgericht hat ihn zwar unterm 12. Februar 1870 steckbrieflich verfolgt, allein er wurde nicht gefunden, zumal er und seine Frau iu Freiburg angegeben hatten, sie stammten aus Pforzheim. In der letzten Zeit will Krämer in Belgien ge- wohnt haben, bis er iw April d. I. nach Gießen übersiedelte, wo ihn die längst verdiente Strafe treffen wird. Ob Krämer einige Zeit hindurch auch Taschendieb er et getrieben, wird sich, da er lange in fernen Ländern gelebt, jetzt nicht mehr feststellen lassen. Schon vor vielen Jahren wurde in seiner Heimath angezeigt: es sei einer Wirth-frau ein Guldenstück in dem Moment aus der Tasche entkommen, wo Krämer sie um- faßt und mit den Worten: „ach, wenn ich nur auch eine so schöne Frau hätte!" in die Höhe gehoben habe. Jndeffen wird darauf: ob Krämer den Leuten das Geld mit den Fingerspitzen oder mit seinen Schwindelworten au- der Tasche holt, nicht viel ankommen, so wie so bleibt er ein gemeingefährliche- Subjekt erster Größe, um so mehr, al- e- in der Regel arme Dienstboten, Tagelöhner und wenig bemittelte Leute sind, die er um verhältnißmäßig große Summen — um den Verdienst von Monaten — betrügt. Krämer pflegt gut zu leben und wenn man bedenkt, daß er seit 15—20 Jahren sich und seine Famlie von betrügerisch erworbenem Gelte ernährt hat, so laßt sich ungefähr ermessen, welch immensen Schaden diese- Subjekt angerichtet hat. Krämer ist 38 Jahre alt, kleiner Statur, hat blonde Haare, hohe Stirn, blaugraue Augen, ein ovales, volles Gesicht; er hinkt mit dem rechten Bein, da- (von seiner Kindheit an) kürzer als das linke ist. Diejenigen Behörden, in deren Bezirk Krämer Betrügereien begangen hat, werden ersucht, uns Mittheilungen zu mache», die geeignet sind, vorstehende Gauner-Biographie zu ergänzen. Darmstadt, 9. Juli. Auf Grund eines Gemeinderathsbeschlusse- ist vom 1. Juli 1871 an das Schulgeld in den hiestgen Volksschulen aufgehoben. Mit dieser Maßregel fällt auch die bisher gemachte Unterscheidung zwischen Stadtschulen und Freischulen weg. — Oberpostdirector Dahl, der gegenwärtige Vorstand der hiesigen Oberpostdirectiou, ist zum Oberpostdirector für Karlsruhe bestimmt. Die Veranlassung dieser Versetzung ist die Uebernahme der badischen Posten durch das Reich und hat man Herrn Vahl, der sich bei der Uebernahme und seitherigen Verwaltung der hessischen Post sehr bewährt hat, au- diesem Grund für Karlsruhe bestimmt. Herr Vahl war bei seinen Untergebene» in hohem Grade beliebt und hat sich gleichfalls die Sympathien des Publikums, dessen Wünschen er thunlichst entgegenkam, erworben. Als sein Nachfolger ist Postrath Deiuinger von Karlsruhe ausersehen. Leipzig, 6. Juli. Einem Privatbriefe entnimmt das „Leipziger Tagbl." Folgendes: „Eine scheußliche Mordthat, wie sie wohl kaum noch vorgekommen, wurde in der Nacht vom 25. zum 26. Juni in dem Orte Steinschönau (in Böhmen, östlich von Tetschen) vollbracht, und zwar an einem zur Zeit an Irrsinn leidenden jungen Weibe. Diese Unselige hatte sich in den Kopf gesetzt, daß sie keine- natürlichen Tode- sterben könne und deßwegeu schon einige Male an arme bcdürstige Familienväter das märchenhaft klingende Ersuchen gerichtet, ihr für 100 fl. Münze den Kopf abzuhacken. Endlich hat sich auch ein Mensch gefunden, welcher sich dazu bereit erklärte, und der an besagter Frau gegen Entlohnung von 100 fl. sein Versprechen buchstäblich erfüllte, wozu er sich erst beim Nachbar einen Hackstock ausborgte. So unwahrscheinlich und märchenhaft es auch klingen mag, so gewiß ist es doch geschehen, und zwar durch einen mit Vernunft begabten Menschen. Ich konnte cs nicht über- Herz bringen, mir die Leiche anzusehen, hätte da- aber besser unterlassen, da dieser schauerliche Anblick wohl so schnell nicht aus dem Gedächtnisse zu verwischen ist." geben, aber den Meisten nahm er 7 Gulden 30 Kreuzer ab. nicht einmal ein LotterielooS, Andere erhielten zwar ein solches der Frankfurter Lotterie für eine Extrabezahlung von 4 Gulden, während das Mädchen zahlte 7 Gulden für den „Zauberzettel", der bewirken sollte, daß die ihr vor 2 Jahren in Homburg gestohlenen Kleider wieder herbeikämen. — Ein andere- Mädchen zahlte 8 Gulden 30 Kreuzer für den „Zauberzettel", mittelst dessen Kraft ein auf ihrer Stirn vorhandenes Muttermaal binnen 27 Tagen vertrieben werden sollte. Daran, daß da- Maal nicht wegging, war, nach Angabe des Zauberers, das Mädchen selbst schuld, weil sie mit dritten Personen über die Sache gesprochen hatte. — Einer Frau versprach der Zauberer, ihren auf dem Schlachtfelde stehenden Mann für 10 Gulden nach Hause zu zaubern. — Einer Familie sagte er: wenn sie 15 Gulden zahle, die er in den Künstlerbund abliefern müsse, so wolle er ihren Vater au- der Strafanstalt befreien. — Einem mit Hä- morrhoiden behafteten Schuhmacher gab der „amerikanische Doctor" zwei Sorten Thee für 9 Gulvcn. Die eine Sorte mußte er trinken, auf die andere sich setzen. Daß der Thee keinen Pfennig werth war und daß die Hämorrhoiden nicht weg. gingen, versteht sich von selbst. Die von dem Hexenmeister mit sehr schlechter Schrift geschriebenen, hier au-gegebenen „Glückszettel", deren Zauberkraft Arme reich, Kranke gesund, Gefangene frei und Unglückliche jeder Art glücklich macht und die vor Allem den heirath-lustigen Mädchen reiche und schöne Männer ver- schaffen, lauten wie folgt: „Indurbieda Schursch Rekua Barkua Markua Mul- kablie. Die Immerwährende Liebe und Glück in mein Herz. N. K. d. M.“ hatte, reiste er im März 1864 mit seinem Mädchen nach England, woselbst Krämer — wie er später vor Amt angegeben — mit „Taschenspielerei" viel Geld verdient hat. Am 22. November 1864 ließ er sich zu London mit der Maria Minzenburg trauen. Im März 1865 siedelten Beide wieder nach Bremen über. Er ernährte sich und die Seinen auch jetzt mit Betrug und Kartenschlagen und schon damals verkaufte er „Glückszettel" der oben beschriebenen Art für 5 Thaler. Er 14tägige Gesängnißstrafe verurtheilt. Ehe noch da- Uribeil rechtskräftig wurde, entfloh er — am 1. Juli 1865 — mit Frau und Kind nach Amerika. " Größe" alle Uebel zu beseitigen, alle Wünsche zu befriedigen, folgenden Zeilen nachgewiesen werden wird. Viele mußten ihm für den „Glückszettel" 14, Manche 12 m i ' ugtil frist Gulden gewinnen würden, wenn sie einen von ihm geschriebenen „Glückszettel" 27 Tage lang auf der rechten Brust trügen; er werde von einer Kreuzspinne eine Nummer weben lassen, mit der sie gewinnen müßten u. f. w. Gr forscht die Wünsche und die Beschwerden der Leute aus und weiß als „Zauberer erster wie die- in den Betrogenen ist enorm, sie mag sich in die Hunderte belaufen. Aus Scham melden'zirk-gericht- Würzburg vom 4. December 1862 in eine Gesängnißstrafe von 3 sich die Betrogenen nicht freiwillig, sie müssen polizeilich ermittelt werden und es! Monaten verurtheilt wurde. — Nach Verbüßung dieser Strafe ging Krämer, mit sind bis jetzt 48 betrogene Personen aufgefunden worden. Wanderbuch versehen, in die Fremde und er kam über Frankfurt, Köln, Amster- Der Betrüger lockt Leichtgläubige, am häufigsten Mädchen, die sich gern ver- dam, Verden, Vegesack, Bracke wieder nach Bremen. Nachdem er sich in jenen heirathen, Arme, die reich, Gebrechliche, die gesund werden möchten, zu sich. Aus Gegenden, offenbar von seinen Betrügereien lebend, arbeit-lo- umhergetrieven den Händen, Nägeln und dem Scheitel wahrsagt er ihnen, wofür sie 30 Kreuzer l LooS planmäßig nur 1 Gulden 30 Kreuzer kostet. Hat Jemand den „Glücks- (Zauber-)Zettel" 27 Tage lang getragen und nichts gewonnen, so weiß sich der Zauberer zu helfen, indem er den Unbefriedigten sagt: sie hätten mit einem Dritten Über die Sache gesprochen, was nicht sein dürfe. — Einige Mannspersonen nahmen „Glückszetlel" für 7 Gulden 30 Kreuzer bis 10 Gulden an, weil ihnen eine reiche Hetrath zugesichert worden. Mehrere Mädchen trugen den 7 Gulden 30 Kreuzer kostenden „Glückszettel", weil ihnen im Allgemeinen „Glück Zeitlebens" zugrfichert worden war. — Einem Mädchen, dessen Liebhaber als Soldat in Frank- reich war, sagte der Zauberer: wenn sie ihm 7 Gulvea zahle und sie sich aus einem Kreuzwege electrisiren lasse, so zaubere er ihren Bräutigam nach Hause. — Einer Frau, deren Bruder seit dem Kriege vermißt wird, sagte er: er habe in den Erdspiegel gesehen und gefunden, daß ihr Bruder auf einer einsamen Insel gefangen sei, der müsse noch 10 Jahre lang in der Gefangenschaft bleiben; wenn V' gehens, Führung eines falschen Namens mit 8 Tagen doppelt geschärftem Arrest; j- 4) am 7. December 1852 von demselben Gerichte wegen Entlaufens aus der - Lehre, Betteln- und Kartenschlagen- mit 8 Tagen doppelt geschärftem Arrest; 'V 5) am 11. Januar 1853 wegen heimlichen Entfernens aus Nordheim mit 2 Tagen Arrest; 6) am 2. August 1853 vom Magistrat zu Würzburg wegen arbeitslosen Z< Umhertreiben- und Kartenschlagen- mit 3 Tagen doppelt geschärftem Arrest; 11 7) laut Beschluß bc- K. Landgericht- Ochsenfurt vom 25. Juli 1854 ist Krämer ! wegen Bettelns und Landstreicheus 4 Monate lang in die Strafanstalt Ebrach fllir aufOfuommen worden. Ende der 1850er Jahre hielt sich Krämer in Bremen auf, ' woselbst er die Dienstmagd Maria Sophia Winzenburg aus Nienburg in Han nover kennen lernte. Auch dort schlug Krämer gewerbsmäßig die Karten, weshalb 8) am 6. Juni 1859 mit 24stündigem Gefängniß und Ausweisung aus der Stadt bestraft wurde. Hierauf begab sich Krämer mit feinem Mädchen und deren k 1859 in N enburg geborenen Kinde (Kilian) nach Krämer's Heimath Nordheim. In jener Gegend gab er sich für einen Hcilkünstier aus und nachdem er sehr vielen Leuten für feine angeblichen Wunderkuren viel Geld abge- nommcn hatte, wurde er 9) im Januar 1860 verhaftet und durch Erkenntniß des K. Bezirksgerichts Schweinfurt vom 22. März 1860 wegen Betrugs ersten Grades Zuchthausstrafe von 21/* Jahren verurtheilt, die er in der Strafanstalt Llchtenau verbüßte. Kaum daraus entlassen, ging Krämer im Juli 1862 zu ■ 7$™]^ J8 Burggrumbach und schwindelte demselben vor, daß er seinen 8 ü^r(QUt fcCmr ^Uß^QU*e dreien könne, wenn er ihm (Ärämcr) w. ..................... vtr wcutrui- y Gulden gäbe. Schraut ließ sich um 9 Gulden und gleich darauf noch umladjutant Generallieutenant Graf Rechberg und Rothcnlöwen und der Flügel« 4 Gulden 36 Kreuzer prellen, weshalb Krämer 10) laut Erkenntniß des K. Be-Iadjutant Rittmeister Frhr. v. Stauffenberg den Kronprinzen an der Grenze des + M - w«. ®-'unl »it ii® «7 “ ;uti fano «Ul®1 1 + Sttiltoi, l'n ijhnW Lnil MM tinmt njgeM für ta- :tilgen Modisicattoi ;iD W LobttbeaN + Straßburg iLiVloßhktW von Angtivnie, l>en [ △ Paris, 9. i W Gommiffion I regeln, welche a; 11 s Haden die Wied p Wen, für 2 △ Paris, 1C i K-ir vernehmen, Hirt »erben. Di • i» die Mobilien, j Moitn Franc + Mm, 10. von Thier- hin i Nk füll- er jWbcr Saipsang Strittige launeu.® 'EchMnMtn Jßormtttaai '■ du Lieferung be «n und Sannen - K Garnison-Ven Emission aus dl Mfn Verwaltung Aerungsbedingun, 6' Mi 5| Sw? r?8 " ^Ibst, ’ Mchen 163 ?er Lah 131 ' selbst, ft** «fa IpNi ^en,; Q"btt 0Rli* "WX '«f< »on z mit .Mer- ,n imen f ^ÄrQ®fr A "krdiknt ^itnburg ir krnahttx ’M ?6° m dne a,t’9 Dllrdf, tnfa. Na- 1 ^ünkrfich, 3»tifel das Magie und ltdtk. Dort W dfl von ^n Anträge ’n Freiburg 30 Ärtujer "hl und ein habe er ihr " von einer gflvinnen h Mannheim da» er au» 'Ifn. Diele« 1 Gulden — arg klagend ter Zehrung, in weichen egt, derselbe ließ Sinne out Lmerika, 100 Gulden Lrvhh. Bad. isolgt, allein igebtn hallen, Belgien gf« ihn die längfl xande- zu empfangen unv hierher zu begleiten haben. An den Eiscnbahn-Halt- Rationen haben die Spitzen der (Sivil- und Militärbehörden ihre Aufwartung zu aiachen, und in der Residenz dahier wird das Corlöge den Kronprinzen beim Aussigen aus dem Wagen empfangen und in die Appartements geleiten. Am Tage ttf Truppeneinzuges, den 16. d., ist Nachmittags bei dem König, unv zwar im SiegeSfaal der Residenz, große Tafel zu 240 Gedecken und Abend- Festvorstellung im Hoftheater, dann allgemeine Beleuchtung der Stadt. Zu dieser Beleuchtung, sowie zur Decorirung der Häuser werden schon jetzt in allen Straßen die um- fiffenvsien Vorkehrungen getroffen. (A. Z.) Telegraphische Depeschen. 4- Ems, 9. Iultt Kaiser Wilhelm ist um 8 Uhr heute Abend hier an- gekommen. Eine unabsehbare Volksmenge erwartete ihn auf dem Bahnhof und bereitete ihm einen enthusiastischen Empfang. Die Stadt ist prachtvoll decorirt. Sbeurs fand allgemeine Illumination und bengalische Beleuchtung der Höhen statt. 4- Breslau, 9. Juli. Der Iournalistentag wurde heute eröffnet. Die Bttheiligung war eine sehr zahlreiche. Die Begrüßungsrede des Stadtoerordnetenvorstandes Lent wurde von Sonnemann beantwortet. Sonnemann wurde zum Vorsitzenden ernannt. Ein Entwurf Biedermann's über die Grundlagen eines Paßgesetzes für das deutsche Reich wurde nach mehrstündiger Berathung wit w.nigen Modificationen angenommen. Nachmittags findet Diner statt. Abends wird das Lobetheater besucht werden. 4- Straßburg, 10. Juli. Der Kaiser von Rußland nebst Gemahlin, sowie Dtr Großherzog von Baden, find heute incognito hier eingetroffen und haben die ßlstungSwerke, den zerschossenen Stadttheil und den Münster besichtigt. △ Pltris, 9. Juli, 9% Ufrr Adenos. Die „France" meldet: Die franko- preußische Commission, von Manteuffel präsidirt, ist beauftragt, die Schwierigkeiten tu regeln, welche aus der Occupation der Departements hersorgehen. — Seit biute Haden Vie Wiederherstellungsaroeiten am Palais Elisee begonnen, dasselbe >st zur Residenz für ThierS bestimmt. △ Paris, 10. Juli. Das signaliflrte Anlehen der Stadt Paris wird, Die wir vernehmen, 5- bis 700 Millionen betragen und gegen Ende August imittirt werden. Dieser Tage wurde der Stadt Paris für das CyateletTheater (ebne die Mobilien, Coulissen rc.) von dem Director der Londoner Alhambra 2y3 Millionen Francs geboten. 4- Wien, 10. Juli. Die „Neue freie Presse" veröffentlicht den Wortlaut tt» von Thiers dem Papste kürzlich gesandten Schreibens. In demselben wird tc® Papste, falls er fein Projekt, sich nach Frankreich zu begeben, ausführe, ein glänzender Empfang in Aussicht gestellt, sodann dargelegt, wie Frankreich im In- tenffe der Sache der Ordnung, wie die übrigen Mächte, die Einigung Italien- Habe aeceptiren müssen, und die Besorgniß ausgesprochen, daß das Prestige de- religiösen Charakters des Papstes, falls derselbe den Vatican verließe, eine Verminderung erfahren möchte. Thiers verweist ferner auf die hierdurch zwischen Frankreich und Italien entstehenden Schwierigkeiten unv hebt hervor, daß der Papst in Frankreich nur unter dem allgemeinen Gesetze stehen und dort niemals jene durch die italienische Regierung ihm garantirte Stellung würde einnehmen können. ThierS spricht schließlich die Bereitwilligkeit Frankreichs aus, eine Vermittelung zwischen dem Papste und de» Könige von Italien zu versuchen. + Rom, 9. Juli. Der französische Geschäftsträger bei Oer italienischen Regierung wird heute Abend nach Florenz zurückreisen. — Da- Ipurnal „II Capitole" veröffentlicht einen Erlaß des CardinalvicarS an die Gläubigen, durch welchen denselben das Lesen nichtclerikaler römischer Zeitungen verboten wird. Börsennaclirichteu. 10. Juli 1871. Acllen. Oest. Creditact. 271 50/0 östr. F. St. E. B. 3881/2 Lombard. Bahn 1657/g Lndwigsh.-Bexbach 183 !/2 Maxbahn 125 */2 Bayer. Ostbahn 130 Hess. Ludwigsb.-Act. 155 Rhein-Nahebahn-Act. 37 Oberhessen „ 74i/g Prioritäten. 3y/o öster. Stsb.-Prior. 571/4 30/0 öst. s. Lombard 731/2 3O/o Livorneser 321/4 5°/q Toscaner 513/4 5°/o Elisabeth.-Prior. 78 do. H. Emiss. 76 AnleUeiisloose. Kurh. 40 Tblr. Loose 651/2 Nassau 25 ft. 38 '/2 4% bayr. Präm.-Anl. 109 Ansbacher 7 11. 12 40/0 badische Loose 108 Badische fl. 35 Loose 651/4 Oestr. fl. 250 v. 1854 75% 1858r Prioritätsloose 166 1860r Loose 835/s 1864r n 1233/4 Braunschweiger 181/g Stadt Florenz 823/4 Wechsel. Amsterdam k. S. 993/8 Augsburg k. 8. 997/8 Berlin k. S. 105*/8 Bremen k. 8. 967/e Brüssel k. 8. 93’/g Hamburg k. S. 8?3/4 Leipzig k. 8. 93 London k. 8. 1183/g Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94 Wien k. 8. 953/g ditto m. S. — ditto 1. 8. — Disconto 31/2% G. Preues. 4 */2 0/0 Oblig. 97 Frank f. 31/2% Obi. 82 Nass. 41/2% Obi. 97 Kurhess. 4u/0 „ 86V4 Gr. Hess. 50/0 Obi. 102 „ „ 40/0 „ 921/4 „ n 3Va% n - Bayer. 50/0 „ 1003/4 . „ 41/2 % 1jährige 98 n 40/o 1jährige 921/2 Würtemb. 41/2 0/0 Obi. 97*/8 Baden 41/2% Obi. c. E. L. 961/2 Oesterr. Silberrente 56 V2 „ Papierrente 48 „ 5°/o M. steuerr. — Amorik. Bonds 1881 r 991/« „ „ 1882r 96-V4 „ n 1885r 96 V2 „ n 1887r 961/2 Spanier, neuest. 3% 313/4 Geldsorten. Pr. Cassen-Soh. 1 44-/g-45i,4 Sachs. n — Div. Cassen-A. — Pr. Friedrdor 9 5'L ,,»> i« 14” u •** 5 । I« *■*" Versteigerungen. Lieferung von Steinkohlen und Tannen-Scheidholz. $!893) Künftigen Mittwoch, den 12. d. Mts-, Vormittags 11 Uhr, Dtrb die Lieferung des Bedarfs an Stein- ohlen und Tannen -Ccheidholz pro 1871/?2 ür die Garnison-Verwaltung Gießen mit- clst Soumission auf dem Büreau der unter kichneten Verwaltung vergeben, woselbst iie Lieferungsbedingungen zur Einsicht offen liegen. Gießen, den 6. Juli 1871. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. Kalbfleisch. 6921) Freitag den 14. Juli, Nachmittags 3 Uhr, sill das Heugras von den zum Schulden- sefen des L. Weimar gehörenden Wiesen neistbictend versteigert werden, als: Ofilftr. 268 Wiese am Hamm, 248 „ daselbst, 278 „ zwischen der Mühlbach und der Lahn, 163 , daselbst, 231 , daselbst. Gießen, den 9. Juli 1871. Fr. Müller, Ortsgerichtsmann. Heugras - Versteigerung bei der Stadt Ullendorf a. d. Lda. »943) Donnerstag den 13. Juli l. I., Vormittags 8 Uhr, loll das Heugras von den städtischen Wie- [tit, circa 34 Morgen, öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist in Allendorf selbst, oder auch an der Dörnbachswiese. Allendorf a. d. Lda , am 10. Juli 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Wagner. Feilgebotenes. r.^b2) Fustboden-Anstrich, sowie sämmt- l'cye Farben in Oel, auf's Feinste gerie- ttn Firnisse und alle in das Materialfach «mlchlagende Artikel bei '__Ernst Hermes. ' ^881) Gut gebrannte Feldbrandback' Mine können abgegeben werden bei B. Strauch. 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V Bade-, Fenster- und H Pferdcschwämme. v Brünellen, a Tafelmandeln, Q Tafelrosinen. x xxxxxxxxxxxxxxxx« 2876) Auf der Ziegelhüte zu Steinfurths können zu jeder Zeit Dachziegel, sowie Kalk aller Gattungen, auch Nussensteine und feuer, feste Steine, aber nur auf Bestellungen ver-^ abfolgt, auch von mir auf die Baustelle ge-^ liefert werden. G. Hansult. | 2903) Ein junger Hühnerhund, von guter! Race, 8/4 Jahr alt, ist zu verkaufen. Wo? sagt die Exped d. Bltts. Vermischungen. 2912) Ein kleines möblirtes Zimmer ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei B. Pflichter, _______________________in der Marktstraße. 1738) In Lit. A. Nr 161 vor dem Wall- thor ist im dritten Stock ein möblirteS Zimmer zu vermiethen. 2940) Zwei Zimmer sind, auf Wunsch möblirt, bei Buchbinder Hoff m a n n (Seltersweg) zu vermiethen. 2897) Eine 227 Klftr. haltende Wiese in Wieseck, an der Gänsbach, ist zu verpachten. H. M. JugHardt. 2802) Eine freundliche' Wohnung (auf Wunsch mit Stallung) ist anderweit zu vermiethen bei E. P i t t h a n. 2925) Eine kleine Familienwohnung ift, zu vermiethcn und alsbald beziehbar. Auch kann ein braver Junge in die Lehre treten.! Friedrich Willstrumpf, i Spengler.__________ 2918) Ei^l Nlöblirtes Zimmer mit Ca-^ binet zu vermiethen und sofort zu beziehens Seltersweg C. 82.__; 2939) Zwei ineinandergehende Stuben' sind zu vermiethen in Lit. A. Nr. 130,1 Asterweg. Vermischte Anzeigen i 2947) Ein Dienstmädchen wird sofort gesucht. Zu erfragen bei Frau Schneider, in der Neustadt.____________________________ 2933) Ein Hausknecht wird unter günstigen Bedingungen zum 15. August gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts 2935) Für ein braves Mädchen ist eine Stelle bei der Strickmaschine offen» I. A. Busch Söhne. 2946) Eine Brille ist vor meinem Hause gefunden worden. Der Eigenthümer kann dieselbe bei mir in Empfang nehmen. _______ Balth. Lenz, Restaurateur. 2788) "Ein anständiges Mädchen, das etwas Hausarbeit versteht, wird zu einem Kinde gesucht. Näheres bei der Expedition d. Bltts._______________________________ 2941) Eine freundliche Familienwohnung von 4 bis 5 Zimmern mit Zugehör, zwischen Bahnhof und Seltersthor, oder deren Nähe, zwischen jetzt und 1. October beziehbar, wird auf längere Zeit zu miethen gesucht. Schriftliche Offerten mit Preisangabe befördert die Exped. d. Bltts. unter Nr. 2941. 130 Bergarbeiter werden von der unterzeichneten Grubenver- waltung noch auf ihren Werken zu Ober- Roßbach bei Friedberg eingestellt bei Zusicherung guten Verdienstes. Friedberg, im Juni 1871. Die Verwaltung der Friedberger Bergbau- Gesellschaft- _________________Stifft._________(2732) 2932) Ein Mädchen für Haus und Küche wird für Ende September oder Anfangs October gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. Flcchtenkranke und Brustleidende heilt l>r. Iochheim in Darmstadt, Lud- wigsplatz. (2478) Kr. Bestell» vortheilhaftesten O-, (2948) irv'wn in d Kor» Warzen Gerste Hafer. Erbsen. Spelz. Kartoffeln 'k"j Fruchtmärkte. Juli. preis Markt Markt preis Markt preis fl. fr. fl. fr. st fl- fr. fr. fLjfr. fr. fr. fl. fr- fl. fl. fr. kr- fl. fl. fr. M. M. M. M- M. M. M. M. sm. M. M. M- 9JL M. 20 12 18 1 8. 19 13 21 25 1 7. Auf dein Markt 14 141 16 55 Mit.- preis 5 3 6 20 48 Auf dem Markt 7 8 8 Auf dem Markt o 03 Mit-- preis Gießen Alsfeld Grünberg Lawterbach Mainz Mit.- preis Mff- preis man dn i® unter lt® Sm tttjcnigtn ®lti< Mitpreis Auf dem Markt Aus dem Weit- Markt preis Aus dem Markt Wicken. Auf dem Mb Linsen. Auf dein Mit- 28 1 1 Gg. PH. Fillmann in Gießen, Balth. Seibert in Wieseck, PH. Zimmer in Lich, Rechner Schmidt in Londorf, N Spiegelberger in Butzbach, I. Schweiber in Homburg a. d. 9t- Heineck in Alsfeld, F. Müller in Gladenbach, Geometer Henrich in Lang-Göns, H. Weigel in Biedenkopf. 2 38 7 aalionaltn Sßerbt traten der Paris Citfer neuen socia M blinden Geh Eine Vereinigung mbreitei, deren nicht zu unterfchä Angriff gegen dei Ordnung, sonder hochgeWenen g> welcher sie die 1 len weiß. Eine Oppi sehr wohl um P ungleich der w Durch eine Subscriptionsliste, welche noch in dieser Woche in Umgangs gesetzt wird, erlaubt sich der Concertgeber ein verehrliches Publikum dahier zu! seinem Concerte ergebenst einzuladen. W. Mickler. Lölkes bisher da, ein Deutler der Der unmiiti lioil war btlann '^lten eine Depul anssorderten, m dir Pariser 5 Geling in St. 8'anzvsen, Polei Wcien d bep'ember 1866 neu instrumentirt und bearbeitet von Für die Versicherung von Renten bietet die Gesellschaft die Bedingungen. 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Thomas aus Frankfurt a. M., und des akademischen Gesangvereins. UBtl Organlsatioi Wie bestehe Pin Tendenz, । "S^thümer ic, in wein sich üDe ™ finden in t (^cnA.^oleai ?lr verhol! \ i® Z-h° lit WnIo*,n" . HW** 2283) Indem ich hiermit das verehrliche Publikum zum Abonnement einlade, bemerke ich, daß die Anstatt auch dieses Jahr weseni-! liche Verbesserungen und Erweiterungen erfahren hat. Die Zellenbäder haben nun alle die beliebtere Einrichtung erhalten. Der Schwimmunterricht für Mädchen wird fortgesetzt und bitte um baldige Anmeldungen, damit die Unterrichtszeit festgesedl * werden kann. in der Stadtkirche. Judas Maccabäus, Oratorium in drei Abtheilungen, für Solostimmen, Chor, Orchester und Orgel von Normalgewicht Der Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Uilio. - Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie sammtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am aMrlt. Wohnungs- Veränderung. 2944) Meinen geehrten Kunden hiermit die ergebene Anzeige, daß ich vom Heutigen an mein Geschäft in das Krailing'sch, Haus am Kreuz, Lit. B. Nr. 203, verlegt habe. Gießen, den 12. Juli 1871. Wilhelm Orbig. Die Gartenlaube. Die Nr. 27 bringt folgende Beiträge: Inhalt: Das Geheimniß des alten Karner. Von Emile Mario Vacano. — Großvater und Enkel. Gedicht von Fr. Hofmann. Mit Illustration. Nach dem eigenen Oelgemälde für die Gartenlaubt auf Holz gezeichnet von M. Heeren in Düsseldorf. — Die Flucht eines „Maikäfers" — Die weltverbindende Chiffre. Von S. — Ein Held der Feder. Erzählung von E. Werner. (Fortsetzung.) — Aus der Geschichte eines alten Pfarrhauses. Von Pfarrer Ferdinand Lucius. Mit Illustration: Die Pfarre in Sessenheim: Altes Pfarrhaus — Neues Pfarrhaus — Dorfkirchc. Nach den Origiualskizzen von A. Lambs auf Holz gezeichnet von R- Püttner. — Verkommen und vergessen. Literarische Erinnerung von F. Brunold. — Blätter und Blüthen: Die Kunst und die deutschen Industriellen. Voll C- Reinhardt. — Der Postillon von Lonjumeau. Von Ferdinand Rittinger, Corporal. — Die Wacht am Donaustrand. Gedicht. — Vermißte Soldaten unseres Kriegs. — Nachfrage nach dem weiland deutschen Bundes-Fürstenthum Liechtm- steln. — Indische Schiffhebung nach der Gartenlaube. — Gutenberg in Straßburg — Herr Thomas Braun. — Ein neuer Schwindel. — Kleiner Briefkasten. ZL 8 ff M. M. " Der Schwimmunterricht für Erwachsene und Knaben wie früher, und können auch Kinder, welche noch nicht schwimmen knien sollen, unter meiner Aufsicht baden, sowie solchen, die bereits schwimmen können und sich darin weiter ausbilden wollen, Gelegenheit dazu geboten werden kann. Der Bade, beziehungsweise Schwimmplatz, ist durchaus gefahrlos und für jedes Alter passend eingerichtet Unterrichtsstunden und Badezeit für die Schuljugend sind an Wochentagen Vormittags von 10 bis 12 und Nachmittags von ik bis 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen nur Vormittags von 7 bis 12 Uhr. In diesen Stunden wird gute und strenge Aufsicht geführt, so daß die verehelichen Eltern in jeder Beziehung beruhigt sein können. Nähere Bedingungen sind in der Anstalt zu erfahren, wo auch die Abonnementsliste zur gefälligen Einzeichnung offen liegt. L. Chr. Rübsamen. Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmarkten.