d OjHtner Atytigcr. Anzeige- und Amlsölali für den Kreis Hießen. Rr. 61. Sonntag den 12. März 1871« * werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg D-1, als auch Bestellungen auf den «Vreßerrer Mnzergee bei allen Post-Expeditionen und den Land-Poftboten entgegen genommm. Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lassen, erhalten denselben für den Monat März zu 2V kr. in schamloser Weise zu beleidigen. Die Stimmen mehren sich, die das offen bekennen, und es laut aussprechen, daß in der Annäherung an Deutschland das einzige Heil für Italien zu suchen sei. Wir freuen uns dieser beginnenden Sinnesänderung; das aber möge man tn Italien wohl beherzigen, daß unser Vertrauen aus den politischen Charakter und die Zuverlässigkeit der italienischen Nation zu tief erschüttert ist, um durch einige sympathische Zeitungsartikel sofort wieder hergestellt zu werden. Frankreich und Italien. Die Italiener baden es Frankreich gegen, übn wahrend des jetzt zum Abschluß gebrachten Krieges an den wärmsten Sym- vathiebereugungen nicht fehlen lassen; sie haben mit großer Herzlichkeit das Unglück ihres Verbündeten von 1859 beklagt und bemitleidet, aber sie haben durchaus kein Bedenken getragen, sich dasselbe bestens zu Nutze zu machen. Die Besitznahme und Einverleibung Roms war eine schwere Beleidigung für Frankreich und als solche ist sie denn auch von den Franzosen empfunden worden, nicht bloß von den Clerikalen, sondern auch von denjenigen Parteien (mir nehmen nur die republikanischen Ultras aus), denen die päpstliche Sache an sich sehr gleichgültig ist, die den Sturz der weltlichen Macht des Papstthums wohl selbst als einen Fortschritt begrüßen. Auch wer vom kirchlichen Standpunkt aus gegen die Annexion Roms durchaus Nichts einzuweudcn hat, kann cs sich doch nicht verhehlen, daß die römische Frage grade für Frankreich auch eine politische Seite hat. Nicht nur, daß Frankreichs Ehre durch den Schritt der italienischen Regierung compromittirt ist, sondern die Staatsmänner der alten Schule (und in der auswärtigen Politik hat die alte Tradition durch alle Revolutionen bin- d^ch ihre Autorität fast unangefochten behauptet) legen grundsätzlich der Vollendung des italienischen Einheitswirkcns so viel Hindernisse in den Weg, als in ihren Kräften steht; sie haben von Alters her die Zerrissenheit Italiens als eine der Grundlagen der französischen Macht angesehen, und sie betrachten jetzt, nachdem zu ihrem großen Mißvergnügen der Einheitsdrang der Italiener im Uebngen seine Ziele erreicht hat, Rom als den Punkt, an dem Frankreich Italien sistzu- halten hat. Die völlige Verschmelzung des dem Papste bis zum Oktober vorigen Jahres gebliebenen Besitzthums mit dem Königreich Italien würde der sranzösi- scheu Einmischungspolitik Vie letzte Handhabe entziehen, und diese Handhabe fahren zu lassen, sind die Leiter der französischen Politik selbst in der gegenwärtigen bedrängten Lage ihres L-upeS offenbar wenig geneigt. Die Italiener sind sich denn auch von Anfang an der für die Zukunft ihnen von Frankreich her drohenden Gefahr bewußt gewesen, und sie wurden, tttnn sie, ohne sich selbst in Unkosten zu setzen und in bedenkliche Abenteuer ein- zulaffen, Frankreichs Verzeihung für ihr keckes Benehmen durch reelle -Lttnjb lkistungen während des Krieges sich hätten erkaufen können, nicht unterlassen haben, dies zu thun. Aber Italien befand sich — das sahen seine Staatsmänner »ie das italienische Volk sehr wohl ein — durchaus nicht in der Lage, Frank- reich in wirksamer Weise durch Thaten zu unterstützen. Es blieb also nur der Versuch übrig, Frankreich durch schöne Worte zu beschwichtigen. Das kostete Nichts, und viklleicht — so rechnete man — macht die generöse Gesinnung der Italiener aus die generöse französische Nation, die sich ja immer gern bat Weihrauch streuen lassen, einen versöhnlichen Eindruck. Dieser politische Calcül - die Italiener thun sich bekanntlich etwas darauf zu Gute, ein Volk von feinen und verschlagenen Politikern zu sein — hat offenbar mehr noch als das Mitgefühl mit den Leiden des Brudervolkes die Haltung der italienischen Presse wahrend des Krieges bestimmt. Mußten nicht die Schmähungen gegen die nordischen Barbaren, die Frankreich zerstückeln wollten, in den Franzosen ein Gefühl wohl- thuender Befriedigung Hervorrufen? , Aber leider befand sich Frankreich in einer Lage, in der ihm mit Redensarten , mochten sie auch noch so vortrefflich aus den französischen Geschmack be- rechnet sein, wenig gedient war. Frankreich verlangte bewaffneten Beistand; gegen eine Hilfssendung von 200,000 Mann würde es sich vielleicht entschlossen haben, für alle Zeiten den Schleier des Vergessens über die italienischen Misse- lhaten zu breiten. Aber gegen die Zumuthung wirksamer Hilfe lehnte sich der gesunde Menschenverstand der Italiener denn doch auf. Garibaldi und einige hundert Freiwillige mochten der Republik zu Hilfe eilen; es war dem italienischen Ministerium sogar erwünscht, daß sie in Frankreich und nicht in Italien ihre unruhige Thatenlust zu befriedigen suchten; aber von einer Unterstützung durch italienische Regimenter konnte selbstverständlich nicht die Rebe sein, seit die Aussichten aus eine große JnterventionScoalition, an der Italien mit einiger Sicherheit sich hätte betheiligen können, in Rauch verflogen waren. So muß sich denn Italien sitzt am Schluffe des Krieges sagen, daß es ohne jeden Nutzen für sich das deutsche Nationalgefühl auf die unwürdigste Weise heleidigt hat. An der Spitze Frankreichs steht Thiers, der unversöhnlichste Feind les einheitlichen Italiens. Die conservativrn Elemente, auf die Thiers zunächst sch zu stützen hat, theilen seine Antipathien gegen die italienische Einheitsbe- vegung in vollstem Maße; und es läßt sich nicht bezweifeln, daß Vie neue fran- jöslsche Regierung, soweit sie sich überhaupt gegenwärtig um fremde Angelegen^ Herten bekümmern kann, ihre Blicke vorzugsweise auf Rom richten wird. Nach dieser Richtung hin ziehen Thiers seine eigenen Neigungen, unv treiben ihn die leidenschaftlichen Wünsche des CleruS, den er für sich gewinnen muß, um seinen Beistand den Legitimisten zu entziehen. An Anwendung von Gewaltmaßregeln kann er für jetzt natürlich nicht denken, aber alle Künste der Diplomatie wirb er aufbieten, um bie Italiener bafür zu strafen, baß sie Frankreich zum Trotze sich in den Besitz ihrer Hauptstadt gesetzt haben. Italien sieht der Zukunft sorgenvoll entgegen. Man fängt an einzusehen, baß e« eine unsinnige Politik war, den uneigennützigen Verbündeten von lobb Mit Bezug auf die Art und Weise des Einzuges der deutschen Truppen in Paris, die hier unv da in der, verschiedensten Weise beurtheilt worben ist, entnehmen wir der „Prov.-Corr." 'Folgendes: „Unser Hauptquartier hätte, bei der jetzigen Lage der Dinge, möglicher Weise auf die Besetzung von Paris überhaupt keinen Werth mehr gelegt, wenn nicht die Kundgebungen aus der Hauptstadt den Einzug zu einer Nothwcndigkeit gemacht hätten. Thatsächlich konnte die Besitzung von Paris unseren Erfolgen unv unserem Waffenruhm Nichts mehr hinzufügen ; nachdem die Forts von unseren Truppen besetzt unv dadurch die Stadt vollständig in unsere Gewalt gegeben war, konnte es uns in militärischer Beziehung völlig gleichgiltig sein, ob wir die Stadt selbst besetzt hauen oder nicht. Bei den tief zerrütteten und völlig haltlosen inneren Zustänben ober konnte eine eigentliche und dauernde Besetzung der Stadt wenig Reiz für unsere Armee hqbcn, welche leicht hätte in die Lüge kommen fvnmn , an Stelle Der ohnmächtigen französischen Regierungsgewalten den Pöbel der Hauptstadt zu zügeln. Un- fere braven Truppen hatten bafferes verdient, als daß sie am Schluffe eines bei- spiellos ruhmreichen Feldzuges in die inneren Kämpfe der Hauptstadt verwickelt oder zum Polizeidienst gegenüber gewissen Schichten der pariser Bevölkerung Da.un gebraucht werden |ollen. Im Interesse unseres Heeres selber war daher eine längere Besetzung von Paris keineswegs wünschenSwerth. Wäre sic als wünschenswerth anerkannt worden, so würde sie auch begehrt und gewiß ebenso- wenig verweigert worden sein, wie uns Straßburg und Metz verweigert werben konnten. Nachbem jedoch die jüngsten übermüthigen unv herausfordernden Kunv- gedungen seitens der Pariser Den Beweis geliefert hatten, baß sie die Beweg- gründe unserer Zurückhaltung nicht zu würdigen verstanden, daß sie unsere Mäßigung nur mit Hohn und Trotz erwiderten und sich für die Zukunft den Wahn in Betreff der Unverletzlichkeit ihrer Stadt von Neuem zurecht machten, da kam es unserem Hauptquartier daraus an, diese Einbildung thatsächlich zu wiederlegen und wenigstens vurch einen vorübergehenden Eintritt unserer Truppen in die Hauptstadt sestzustcllen, daß die Macht hierzu uns nimmer bestritten werden konnte, und daß es nur unser freier Wille war, wenn wir davon so mäßigen unv kurzen Gebrauch gemacht haben. Die Kriegsgeschichte wird die Thatsache richtig würdigen, daß die deutschen Truppen alle Forts um Paris besitzt und die Armee Der Stadt entwaffnet hatten, und daß der deutsche Kaiser eine Heerschau seiner Krieger im boulogner Wäldchen an den Thoren von Paris hielt ebenso wird aber bie Gefchichte auch bie politischen unv sittlichen Grünbe würdigen, aus welchen der Kaiser aus einer längeren Besetzung Der Hauptstadt seitens seiner braven Truppen nicht bestand. , Der „Köln. Ztg." wird aus Luxemburg vom 4. März geschrieben: Seit Thiers uns lausen und an Preußen verschenken wollte, bloß um sein Metz zu retten, wissen unsere Franequillons nicht mehr, zu welchem Heiligen sic beten sollen. Wir wissen nun, was wir Frankreich werth sind; aber was uns Frankreich noch kosten wird, das wissen wir noch nicht. Vermuthlich noch mehr, als Thiers für uns geben wollte. Doch unsere Fransquillons trösten sich wie jener Themseschiffer mit dem philosophischen Spruche: „'Mhat is donc cant be helped; Letter luck next time!“ Aber Spaß bei Seite: wir steuern bereits wieder mit vollen Segeln vcm deutschen Fahrwasser zu. Die letzte neuliche Ordensverleihung liefert schon allein den Beweis dazu. Sogar unser „Wort für Wahrheit und Recht steht sich schon nach Dem geschickten Steuermanne um, der es mit heiler Haut zwischen den Klippen und Untiefen durchlootsen möge, wohin es auf seiner zu eifrigen ^ngD auf „ketzerische" Fahrzeuge gerathen ist. Auf Frankreich ist für jetzt nicht zu rech, ncn. Der Graf von Chambord hat zwar wieder Hoffnung, aber der Gras von Paris hat deren noch mehr. Kurz, auch das „Wort" weiß nicht mehr, zu welchem Heiligen seine Zuflucht nehmen! Zwar ist Belgien noch da. Aber die letzte Rede des Herrn Berge in der belgischen Kammer gibt gar Vieles zu denken. Und bann ist Belgien so flt.n unv schwach dem starken „Preussen" gegenüber. Ach wenn wir doch nur neutral bleiben und unsere Souveranetal unter einem der Kirche ergebenen Fürsten behalten bürsten! Doch baran ist kaum mehr zu denken, nachbem uns Freunb Thiers bcn Fusstrttt versetzt hat. Der Berichterstatter ves „Dail, Telegraph", welcher sonst viele Spmpathtc für Pix Franzosen unb bie Pariser hat, schildert den Abend des Tages, an welchem bie Deutschen bie Hauptstadt räumten, in folgender Weise: „Es war eine prächtige Nacht. Heller Mondschein, verbunden mit der Gasbeleuchtung, bie zum ersten Male seit Monaten ben Parisern wieder strahlte, hatte -ine grosse Menschen- mcnae hcrvorgclockt. Die Trottoirs waren von einer dichten Masse belebt unb Zeitungen fanben reichlichen Absatz, haupisächltch um der Nolirungen ber Renten k. 0- ^kr Cassationshof hat die Verfolgung gegen dcn Engländer Noel wegen der Affaire von Marathon eingestellt. Englands Andringen ist in diesem Puncte befriedigt, aber es fordert noch beharrlich und energisch die ’lfphtH nn bod SB™ .öffn* h. (T___° ~ ,UQBe: rath »,Z°bk 6aare d N @eoenfrQ^ «w, Deo i Infanterie^ den 4. M°rz- Den t herzoglichen $ den 4. Marz Dens nen Bürgers 4. März. Dens Bad Nauheir alt 32 1.1' Denr Groß-Bufeck, Dens verstorbenen gestorben bei Den Zwillingsbri Hannes Dm willen und wegen der Anzeigen über die am nächsten Tage angekündigten Theater- Vorstellungen. Jedermann plauderte, lachte und befand sich anscheinend in der angenehmsten Stimmung, aber kein Wort war von Krieg und Frieden und den schweren Bedingungen für den letzteren zu hören, noch waren Vie gefährlichen Straßenpolitiker, die sonst an allen Ecken kleine Parlamente um sich versammeln, zu sehen. Sänger krächzten, Bettler machten Angriffe auf vie Menge und an allen Ecken stand die Reserve von Krüppeln bereit. Liniensoldaten stolzirten in voller Uniform mit ihrem besten Medaillenschwucke, aber ohne Waffen in der Mitte der Straße umher, Nationalgardisten machten sich in angelegentlicher Unterhaltung auf dem Trottoir mit ihren Säbeln breit. In den Cafes war kein Eindringen möglich und Reihen von Stühlen streckten sich vor denselben bis an dem fünften oder sechsten Hause rechts und links entlang aus. Alle Laven, welche Luxus- gegenstände feil bieten, standen offen und wir gingen zu Le Filleul aus dem Boulevard des Italiens, um für einen Freund einen Blumenstrauß zu erstehen. Madame Filleul hat keine schlechte Saison gehabt, sie hat für eine todte Saison ein recht erträgliches Geschäft in Todtenkränzen und vergleichen gemacht, und ich muß faßen, sie sah durchaus nicht niedergeschlagen wegen des Verlustes von Elsaß und Lothringen aus. Man speiste, man trank, man rauchte, man spielte Domino und Karten, Kinder sangen wie sonst anstößige Lieder und Damen von jener Claffe, die in letzter Zeit unsichtbar geworden war, gingen wie früher in voller Gesellschaftstoilette, um in Nr. 16 des Cafe Anglais ihr Souper zu nehmen. Dabei drängten sich betrunkene Mobile und Börfenspeculanten in Menge umher, kurz, kein Jahrmarkt könnte lärmender, kein zu Scherz und Lustbarkeit versammelter Volkshaufe sorgloser sein. Und mitten in diesem Gewühle traf ich einen Freund aus dem Elsaß, einen Mann, der nicht gerade weinerlicher Natur ist, aber die Hellen Thränen liefen ihm vie Wangen herab, als er sprach: „Sie sind geschla- gen, beraubt und mißhandelt worden, sie haben Frankreich zu Grunde gerichtet, seine besten Provinzen eingebüßt und mich der Verbannung überliefert, und jetzt freut sich diese Canaille der eigenen Erniedrigung". So war es in der That; so trug vas große Pariser Volk, über dessen „bewunderungswerthe Haltung" so viel Aufhebens gemacht wird, seine bittere Demüthigung. Ich habe selten eine lustigere Pracht auf den Boulevards gesehen." Die „Times" sieht sich auch nachträglich zu dem Geständniß veranlaßt, es sei beinahe unzweifelhaft, daß, falls vie Deutschen nicht in Paris eingezogen wären, die republikanischen Schreier alsbald erklärt haben würden, Paris sei nicht genommen worden, und die Barbarenhorden seien durch ihre Furcht vor den helben- müthigen Parisern abgehalten worven, einen Fuß in die Stadt zu setzen. Ja, im Weiteren äußert das leitende Blatt die Ueberzeugung, die nicht von den Deutschen besetzten Stadttheile würden sich in vergleichen Prahlereien ergehen. Die Moral, welche aus diesen und so vielen ähnlichen Erscheinungen abgeleitet wird, ist die, daß Frankreich um jeden Preis über die kleine Rotte, welche sich ohne die mindeste Berechtigung die Herrschaft über ihre Mitbürger anmaße, indem sie bei jeder Gelegenheit gegen Ordnung und Gesetz sich erhebe, Herr werden müsse. In früheren Artikeln hat die „Times" zu demselben Ende und namentlich auch mit Hinweisung auf die Vereinigten Staaten angerathen, den Sitz der Regierung und der Landesvertretung an einen kleinen Ort zu verlegen, wo das stürmische An- dringen der rohen Masse keinen nachtheiligen Einfluß auf die Berathungen und die Geschicke der Nation haben könne. Mehrere englische Blätter bringen eine anscheinend von Chiselhurst herrührende Mittheilung folgenden Inhalts: Vorbereitungen wurden am verwichenen Sonnabend in Chiselhurst für die unverzüglich zu erwartende Ankunft des Exkaisers Napoleon gemacht. Trotz der Gerüchte von einem augenblicklichen Gutskaufe des Kaisers in Böhmen für den Exkaiser wird in Chiselhurst mit Bestimmtheit be- hauptet, er werde sich in einigen Tagen in Camden House bei der Kaiserin ein- finven, (wenn er es nicht bereits gethan hat) und vorderhand wenigstens seinen Aufenthalt in England nehmen. Die Kaiserin und der kaiserliche Prinz machen häufig ohne irgend welche Begleitung längere Spaziergänge unv erregen bei dem Landvolke schon kaum wehr Aufmerksamkeit. Prinz Arthur reitet gelegentlich von Woolwich hinüber, um den hohen Verbannten seinen Besuch zu machen. Nach Wiener Berichten ist es nunmehr gelungen, die Donauangelegenheit zu ordnen. Vorbehältlich der nachträglichen Zustimmung Frankreichs, die aller- dings für das ganze Werk der Conferenz noch aussteht, ist man im Princip über drei Puncte einig geworden, die entweder als Separatprotocoll dem Hauptinstru- ment rm Anhang hinzugefügt oder möglicherweise dem Vertrag zur Regelung der Pontusfrage eingefügt werden. In Dem einen wie in vcm andern Falle werden sie doch als Aequivalent für die Aufhebung der Neutralisation des schwarzen Meeres zu gelten haben. Diese Drei Puncte besagen im Wesentlichen: 1) Die europäischen Donaucommisston bleibt nocy wettere zwölf Jahre in Wirksamkeit, und zwar nach wie vor für den unteren Stromtheil, bis Jsaktscha oder auch bis Braila. Der Zeitraum von zwölf Jahren wurde gewählt, weil bis dahin davon der Commission contrahirte Anlehen gedeckt sein wird; England hatte sechs- unbzwanzig Jahre vorgeschlagen. 2) Oesterreich-Ungarn kann die Stromcorrectio- nen in der Strecke des Eisernen Thores vornehmen; für diesen Fall wird die Bestimmung des Artikel 15 des Pariser Vertrags in Betreff der freien Schifffahrt insoweit außer Wirksamkeit gesetzt, als ohne Unterschied der Nationalität von allen : Schiffen ein localer Zoll erhoben werden kann, der aber dadurch sich wieder ausgleicht, daß die Taxe für die Lichterschiffe auszufallen hat. 3) Die Bestimmung Pariser Vertrages, der zufolge jede Signaturmacht berechtigt ist, zwei leichte Kriegsschiffe an den Donaumündungen stationiren zu lassen, bleibt in Kraft, und damit die Neutralisirung der Mündungen. . △ Florenz, 9. Marz. General Bixio ist in einer militärischen Mission nach der Schweiz abgeretst. Der „Internationale" dementirt alle Gerüchte über eine Spannung zwischen Italien und Frankreich. M u 9. März. Die „Opinione" erklärt die von mehreren Blättern verbreitete Nachricht der König von Italien habe ein Schreiben an Den Deut- fdjen Kaiser bezüglich der Fnedensbedingungen gerichtet, für grundlos. 4- Florenz, 9_ Marz. Die Königin von Spanien hat sich gestern Abends «°n Onegt.a noch Spanien e.ngeschifft. Di- Kammer hat heute die V-rhand. lungen über das päpstliche Garanticgcsetz wieder ausgenommen. △ L»lchl>rcst, 9. März. Der nordamcrikanische Consul hat dem Fürsten «on Rumänien ,n feierlicher Audienz ein Schreiben des Präsidenten Grant über, reicht, in welchem derselbe erklärt, daß er Namens der Republik die Interessen der Israeliten energisch vertreten werde. Französische Offiziere drangen bewaffnet in den Saal. Einer todt und einer schwer verwundet. Von schweizerischen Offizieren und Soldaten wurden mehrere durch Steinwürfe verwundet. Die Lage ist ernst. + Wien, 8. März. Der hiesige russische Gesandte Novikow dementirt die Existenz einer rusfisch-preußischen Allianz. △ Brünn, 9. März. Der hiesige Bürgermeister verweigerte in einer Zu- f$rift an die Landesfinanzdirection die halbjährige Steuereintreibung, die Behörde ' muffe ihren Auftrag zur Eintreibung der Steuern gesetzlich begründen. △ Paris, 9. März. Man versichert, daß Graf Palikao Thiers seine Dienste angeboten habe, die natürlich abgelehnt worden seien. Der „Soir" schlägt vor, in Betreff der während des Kriegs fällig gewor- denen Wechsel und anderen Zahlungen das Beispiel der Vereinigten Staaten nach dem Secessionskriege nachzuahmen. Der Congreß habe damals ein Gesetz erlassen, wonach alle nothleidenden Forderungen in 12monatlichen Raten gezahlt werden konnten, mit Vergütung von 5 pCt. Zinsen pro Anno. 4- Bordeaux, 8. März. National-Versammlung. Thiers gibt, auf die Finanzrede Germains antwortend, die Summe der Ausgaben, welche der Krieg außerhalb Paris gekostet hat, auf über 1100 Mill. an. Tolain beantragt die Aufhebung aller Die Vereinsfreiheit beschränkenden Gesetze. Das Bureau, das die algerischen Mandate zu prüfen gehabt, beantragt, Die Wahl Garibaldi's für ungültig zu erklären, da die Grundbedingung der französischen Nationalität nicht erfüllt sei. Gambetta's Wahl wird für gültig erklärt. Victor Hugo ruft: "Frankreich hat in Europa nur Trägheit gesunden. Nicht eine Macht, nicht eine Stimme hat sich erhoben. Nur ein Mann ist eingetreten. Dieser Mann hatte einen Gedanken und ein Schwert. Sein Gedanke hat ein Volk und sein Schwert ein anderes befreit. Garibaldi ist von allen Generalen, die für Frank- reich gekämpft, der einzige, Der nicht besiegt wurde." Der Redner wird unter- brochen Große Aufregung. Victor Hugo erklärt mitten im Lärm, daß er sein Mandat mederlege. Ein Deputirter auf der Rechten sagt: „Bevor man abur- tbeilt, ob Garibaldi wählbar ist, müssen die Thatsachen untersucht werden, welche das Unglück herbeigeführt haben." Neue leidenschaftliche Aufregung im Saale, per Präsident fragt, ob Victor Hugo darauf bestehe, fein Mandat niederzulegen. Hugo bejaht die Frage und verläßt trotzig Den Saal. Die Worte, die er dabei umfloßt, gehen im allgemeinen Lärm verloren. Ein auf die Tribüne gestiegener Deputirter erinnert an Ducrot's Worte: „Ich kehre nach Paris zurück entweder todt oder als Sieger!" Ducrot, der noch lebt, antwortet: „Ich überlasse den- tenigen, die ich befehligt habe, es, mich zu vertheidigen!" Sodann erinnert er Daran, daß eine Depesche Gambetta's dem General Garibaldi Untätigkeit vor- geworfen habe, und sagt, man müsse wissen, ob Garibaldi gekommen sei, um für Frankreich oder vielmehr für die allgemeine Republik zu kämpfen. Leflü läßt der Tapferkeit Ducrot's alle Gerechtigkeit widerfahren. Langlais richtet eine kräftige Mahnung an die Einigkeit der Parteien im Interesse des Landes, wirst den De° putirten Excesse der politischen Leidenschaft vor und meint, es würde klug von der Versammlung sein, die Wahl Garibaldi's für gültig zu erklären. Es wird entschieden, das Bureau über die endgültigen Beschlüsse zu befragen. Die Versammlung gehr zur Berathung der Wählbarkeit Der Präfecten über. △ Bordeaux, 9. März, Mittags. Assemblee. Die UebersiedelungScommis. sion hat ihren Rapport vorgelegt, Dessen Berichterstatter ganz allein in Der Com- m « n für Fontainebleau ausgesprochen hatte. ThierS Drängt, Daß Die Com- mifüon noch heute ihren Beschluß Der Versammlung vorlege. △ Bordeaux, 9. März, 5 Uhr 20 Min. Nachmittags. Die UebersieDelungs- commifsion schlägt Der Versammlung Fontainebleau vor. ThierS besteht auf Versailles. Die DiScusston wird auf morgen vertagt. o-c. .< △ Bordeaux, 9. März. Der „Moniteur" meldet in feinem nichtamtlichen fcnnfet QU* 3CrfCP 6* 61 Der Graf von Paris daselbst eingetros- ,,, △ Havre, 9. März. Die Deutschen räumen Calvados und das ganze linke ! Ufer der Seine und Eure. i △ London, 9. März. In Der Londoner Fondsbörse circulirt ein Protest gegen die neue russische Anleihe vor Schluß Der Conferenz. △ London, 10. März. Die „Times" meldet aus Paris vom 9. März. Die Matrosen versuchten Die rothe Flagge von Der Julisäule herabzunehmen, wur- Den aber von Den Ruhestörern gefangen genommen unD die rothe Fahne wieder aufgepflanzt. Der Bastillenplatz wird von 8 Bataillonen der Nationalgarde bewacht. Drei mit Waffen und Munition beladene Wagen wurden von den Meuterern geplündert und dabei 2 Mobilgardisten, welche die Wagen vertheidiaten, verwundet. v ö ' rU ernennen, um Vorschläge zu machen, in welcher Moltke'« nm Anerkennung Der hohen VerDienste Bismarck's UND A Zürich iaUTCn$‘,T)rel,anLu?f*relK "" bcitT 51u3l?Ttf f6„nne UI in oi-l-m Punkt- d-sn-dtgt, aber -S fordert noch beharrlich "und energisch die Be 853) Mvi findet die Holz und 5 vinzialiArr den statt i Vorhaus bi mit cingelat Gießen, d Großhe, 850) Mont 9 sollen in de, Herren- u. $ jüge, Henrdi Mait, verst Gießen, d Großhe _ Sen Holzverji ?69) Monta ur • 5 S ’? dem (3 n!terN, i, Vüigttt 73 " k, WL. । tz «1« v\ A-li« i Stecke, U Wellen fe fe EN bet Mei w 6,lnl«litlti( 5J'ä getoor, ?!w'« Mi ’'f'« «12 Wt ttertj *■ Nti, ?' d» Ätit. «ntrajt ti| mW| fjj, Mtftät nid); Hugo ruft: Nh nify ?»f« 5olf und ftii i{ für graof. ’ Vitt untrr« CJ6 er [di r man nbur> verdkn, vklih! 'S im "iedNjulegkii. die er dcki nt gestiegntr 'nick rntwrttr überlch tn. in erinnert er hätigkcit W. 1 sei, um fii lägt (e t eint fräfti:, virfl dtn litte flug ei en. S< »L i. Die An- Local-Notiz. Gieße«, 11. März. Nachdem in den letzten Tagen schon verschiedene Trupps von Ge, sangen en unsere Stadt verließen, zogen heute Morgen '/zll Uhr circa 100 Mann Vlsäßer jubelnd und singend vom Brande nach dem Bahnhof zu. (Siner, den die Heimkehr besonders freute, siellte sich auf den Kanzlciberg hin und rief, seine Mütze schwenkend, in acht schwäbischem Dialekt: Jetzt gihn mer heim. Auszug ans den Kirchenbüchern der Stadt Gießen, a. Evangelische Gemeinde. K o p u l i r t e. Den 5. März. Ludwig Emil Martin Andreas Löber, Bürger und Heitzer an der Main-Weser-Bahn dahier, des verstorbenen Bürgers und Schuhmachermeisters, Heinrich Löber, ehelicher Sohn; und Christiane Louise Klingelmeyer, des verstorbenen Rüraers und Schneidermeisters, Balthasar Klingelmeyer, eheliche Tochter. Denselben. Karl Jacob Schmidt, Bürger und Bierbrauer dahier, des Burgers und Cchuhmachermeisters zu Brunzenberg, Königreich Württemberg, Friedrich Schmidt, ehelicher Sohn' und Marie Mathilde Katharine Henriette Schwan, des verstorbenen Bürgers und Fuhrmanns, Georg Wilhelm Schwan, eheliche Tochter. Getaufte. Den 4 März. Dem Hauptmann im II. Grobherzoglichen Infanterie-Regiment, Georg Christian Riedel, eine Tochter, Elisabeth, geboren den 4. December. ^Den 5. März. Dem Bürger zu Braunschweig und Schlossermeister dahier, Germann Ulrich, eine Tochter, Emilie Karoline Friedericke, geboren den 6. Februar. , $ Denselben. Dem Bürger und Telegraphenarbeiter, Wilhelm Schmall, em Sohn, Heinrich Eduard Christian, geboren den 12. Februar. Den 7. März. Dem Grotzherzoglichen Steuercontroleur, Johannes Dern dahier ein Zwillingssohn, Arnold Friedrich Wilhelm, geboren den 5. März. V Den 9. März Dem Bürger und Schlosser auf der Mam-Weser-Bahn, Adolf Christian Moog, ein Sohn, Martin Georg, geboren den 24. Februar. , ' D ens e 16 en. Dem Bürger und Kaufmann, Wilhelm Llebrich, em Sohn, Friedrich Wilhelm, geboren den 28. Januar. Beerdigte. Den 5. März Nanny Meta Stieler, des Hauptmanns im II. Großherzoglicken Infanterie-Regiment, Ludwig Stieler, eheliche Zwillingstochter, alt 10 M- 7 T-, gestorben den 4- Wilhelm Martin Lipp, Musketier im Ersatzbataillon II. Großherzoglichen Infanterie-Regiments, aus Lindheim, Kreis Büdingen, eit 20 I., gestorben den en Sophie Karoline Heiland, geborene Frutig, Wittwe des verstorbenen Bürgers und Canzlisten, Wilhelm Heiland, alt 68 I- 5 M. 5 T., gestorben den 4. eI&en Barbara Babel, geborene Oestreich, Ehefrau des Bürgers zu Bad Nauheim und Schlossers auf der Main-Weser-Bahn dahier, Hartmann Babel, alt 32 <^. 1 M 1 T., gestorben den 5. März. Den 7. März. Katharine Rau, des Seifensieders dahier, Heinrich Rau, aus Groß-Buseck, eheliche Tochter, alt 1 M. 18 T-, gestorben den 4. März. Denselben. Marie Christine Lomse Korndorfer, geborene Oeyer, Wittwe des verstorbenen Bürgers und Schriftsetzers, Wilhelm Korndörfer, alt 56 I. 9 M- 3 T-, gestorbm^den ö^Mmz A^ld Friedrich Wilhelm Dern und ein ungetauft verstorbener Hwillingsbruder desselben, eheliche Söhne des Großherzoglichen Steuercontroleurs, Johannes Dern, alt 2 T-, gestorben den 7. März. Den 9. März. Wilhelm Friedrich Weber, Musketier im königlich preußischen 29. Infanterie-Regiment, aus Bissenberg, Kreis Wetzlar, alt 24 I. 9M. IT-, gestorben den 7. März. b. Katholische Gemeinde. Zur Nachricht. In Folge einer bischöflichen Versügung wird am Sonntag den 12. März, Vormittags 9y2 Uhr, in hiesiger Kirche ein Hochamt mit Te Deum, zur Danksagung für die Wiederherstellung des Friedens, und am Montag den 13. März, Vormittags 9 Uhr, ein Requiem für die in dem Kriege Gefallenen gehalten werden. Rady, Pfarrer. Beerdigte. Den 3- März. Anna Elisabeth Singer, eheliche Tochter des Großherzoglichen Lazareth-Jnspectors, z- Z- in Orleans, Johann Baptist Singer, alt 13 I. 8 T-, gestorben den 2. März. Denselben. Johannes Müller aus Holzhausen, Kreis Bürbach, alt 64 I., gestorben den 27. Februar. Den 10. März. August Stalz aus Zezzenfeld, Kreis Siegen, alt 21 I., gestorben den 8. März. Börsennachrichten. 10. März 1871. Actlen. Wechsel. Oest. Creditact. 246 Amsterdam k. S. 1001/4 5% östr. F. St. E. B. 3681/r Augsburg k. S. 997/s Lombard. Bahn 166 Berlin k. S. 105 Ludwigsh.-Bexbach 169 Bremen k. S. 97 Maxbahn 111 */2 Cöln k. S. 104% Bayer. Ostbahn 129 Hamburg k. S. 881/4 Hess. Ludwigsb.-Aot. 142 Leipzig k. S. 105 Alsenzbahn-Actien 851/4 London k. S. 1193/4 Oberhessen n 70 Lyon k. S. — Prioritäten. k. S. 943/8 3O/o öster. Stsb.-Prior. 553/s Wien k. S. 951/2 3O/o öst. s. Lombard 73 ^tto m. S. — 30/0 Livorneser 317/a ditto 1. 8. 5°/o Toecaner 51 Disconto 31/2% G._______ 5% Elisabeth.-Prior. 78 Cleltlsorten. do. II. Emiss. 76t/a_________pr. Cassen-Soh. 1 44’/8-45i/8 Anlehensloose. Sachs. „ — Kurh. 40 Thlr. Loose 64V2 Div. Cassen-A. — Nassau 25 fl. 37*/4 Pr.Friedrdor 9 58i/2—59‘/a 40/0 bayr. Präm.-Anl. 1073/4 Pistolen . . 9 45—47 Ansbacher 7 fl. 12i/8 „ doppelte 9 48—50 40/0 badische Loose 108 Holl. fl. 10 St. 9 54—56 Badische fl. 35 Loose 60 Ducaten . . 5 35—37 Oestr. fl. 250 v. 1854 70 20 Frankenst. 9 27—28 1858r Prioritätsloose 158 Engi. Sover. 11 55—59 1860r Loose 775/Q Buss. Imper. 9 43—48 1864r n 1163/4 Dollar in Gold 2 27-28 Braunschweiger 163/< Stadt Madrid 217/8 Preus/- 41/zv/o Oblig. 943/4 Frankf. 3i/2°/o Obi. 815/s Nass. 4y2o/o Obi. 94i/4 Kurhess. 4°/q „ 851/4 Gr. Hess. 5% Obi. 101% n n 40/0 „ 931/2 n n 31/,0/l) n ~ Bayer. 50/0 „ — „ 4‘/2 % 1jährige 96V8 n 40/o 1jährige 903/8 Wiirtemb. 4*/a% Obi. 947/s Baden 4l/io/o Obi. 0. E. L. 94^ 4 Oesterr. Silberrente 553/g „ Papierrente 473/4 „ 50/0 M. steuerf. — Amerik. Bonds 1881r 100 „ n 1882r 961/2 „ n 1885r 96 n „ 1887r 9610 Spanier, neuest. 3% 295/e Actlen. Frankf. Bank 1333/< Frankf. Vereins-Kasse 1043/4 Darmst. Bankact. 328 Wien Bankactien 691 Galizien 237 fungScowmis. in dn Coe» :afc tu Öif [btrfttbeiungl- W auf Hi- nichtanMn lbß tingehef- a< ganze link t ein PM o 9. Räq itbmtn. Dm1 z^ne wHa cnalgafb >on rtn W vrlthtidiM- 4t von W -if ntpablit1'11 tE-nfmarltt Ifltmbl« vtlcheS W in ®etreff N Ed ri(4- * i« w1,11 Sbr«®* 9ril Siri««1' I < 8 ®raBt initreffen fltgfn cil Allgemeiner Anzeiger. Versteigerungen. 853) Montag den 27. März d. I., Vormittags 11 Uhr, findet die Vergebung des Jahrbedarfs an Holz und Braunkohlen für das hiesige Pro- vinzial-Arresthaus an den Weniystnehmen- den statt und werden Steiglustige in das Vorhaus des Prooinzial-Arrcsthauses hiermit eingeladen. Gießen, den 8- März 1871. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. __Muhl, Stadtrichter.________ 850) Montag den 13. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem früheren Pfandhause dahier Herren- u Damenkleider, Betttücher, Ueber- züge, Hemden, 1 Muff, 1 Stola rc. meistbietend versteigert werden. Gießen, den 9. März 1871. Grobherzogliches Ortsgericht Gießen S e m m l e r, Ortsgerichtsmann. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 769) Montag den 13. März 1871, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde. District Unterhaag , nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 123/4 Stecken Eichen-Scheidholz, 50V4 ,, Prügelholz, 73 „ „ Stockholz, 2065 Wellen „ Reisholz, 98*/4 Stecken Nadel-Prügelholz, 24V2 „ „ Stockholz, 305 Wellen „ Neisholz, 1 Stecken Birken-Prügelholz, 30 Wellen „ Reisholz. Die Zusammenkunft ist auf der Schiffen- 'rger Chaussee, an der 2. Schneiße. Gegm vorschriftsmäßige Bürgschaft wird £ lhlunasfrist bis 1. Juli d. I. gestattet. Die Großh. Bürgermeistereien der um- li( (enden Orte werden ersucht, dies in ihren G( neinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 7. März 1871. Grotzherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _____Vogt._____________ 834) Dienstag den 14 März sollen im Hause des Georg Stieber in der Marktstraße: Möbel, Bettung und sonstiger Hausrath nebst einer guten Zither, gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Die Gegenstände können Vormittags von 10 bis 12 Uhr eingesehen werden. H 0 lzverkaus. 852) Freitag den 17. März d. I. sollen im sog. Brächter Privatwalde bei Damm, 3/4 Stunden von der Station Fronhausen entfernt: 65 Eichen - Stämme von 8 bis 41 Fuß Länge und 14 bis 30 Zoll mittlerem Durchmesser, 3500 Cubikf. enthaltend, meistbietend verkauft werden. Die Herren Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Damm, den 9. März 1871. Der Bürgermeister: ______________ Spies-______ Bau- und Werkholz-Verkauf. 851) Freitag den 17. März d. I., von Morgens 10 Uhr an, sollen in dem Oberwalgerner Gemcindc- walde, Schlag Hageseide: 70 Stück Eichen-Bau- und Werkholz- Stämme von 15 bis 30 Zoll Durchmesser und 15 bis 40 Fuß Länge meistbietend versteigert werden. Die Herren Bürgermeister werden mit dem Erbieten zu Gegendiensten ersucht, dieses in ihren Gemeinden rechtzeitig bekannt machen zu lassen. Oberwalgern, am 9. Mär^ 1871. ___________Hepperling, Bürgermeister. Bauholz - Versteigerung. 854) Donnerstag den 16. März Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Londoner Gemeindewalde, Distrikt Rückenstall: 10 Eichen-Stämmc von 7 bis 13 Zoll mittlerem Durchmesser und bis zu 40 Fuß Länge, zusammen 211 Cubikfuß enthaltend, 228 Kiefern- und Lärchen-Stämme von 6 bis 141/2 Zoll mittlerem Durchmesser und bis zu 70 Fuß Länge, zusammen 9564 Cubikfuß enthaltend, an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im DistrictRücken- stall, am Wege von Nordeck nach Wermertshausen. Londorf, den 10. März 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Londorf. _____________Weber.__ Versteigerung. 855) Donnerstag den 16. März, Vormiitagö 10 Uhr, -werden im „Hessischen Hof" zu Butzbach: 1 fehlerfreies gutes Zugpferd, 8 Jahre alt,, 1 einspännige Chaise, 2 Pferdegeschirre, 2 Pferdetepviche, 1 Wagen, 1 Pflug, 1 Egge, 1 Häckselbank meistbietend versteigert. Berichtigung. 874) Die auf nächsten Montag 2 Uhr anberaumte Versteigerung von Grundstücken des Herrn Hofrath Jhering auf dem Seltersberg betrifft nicht den Garten, sondern 1) die Wiese nördlich und 2) das Ackerland südlich des Gartens. Feilgebotenes. 860) Frische Schellfische bei _________I. A. Busch Söhne. 627) Toiletterr-Seise in großer Auswahl, Haaröle und Parfüms in eleganter Verpackung empfiehlt Karl Fuhr, __________________ am Kirchenplatz. 815) Die rühmlichst bekannte Erbswurst, pr. Pfund 21 fr., ist zu haben bei , Metzger Karl Malkomesius, \____________Neuenweg.__ 820) Stroh, Dickwurzeln, Spreu und Hammelwolle zu verkaufen bei _____________Ehr. Vogt, Kirchenplatz. 804) Portland-Cemcut, frische Waare, empfiehlt Emil Pist 0 r. «FUNDEN UND MIT DEM BESTEN ERFOLG ANGEWENDET VON [der BERÜHMTEN GEBURTSHELFERIN &. PROMOVIRJEN ooctorin FRAU PROF. HEIDENREICH oft v SIEBOLD* 458) Dieser Zwieback, welcher die Muttermilch vollständig erseht, ist in stets frischer Waare vorräthig in Paqueten ä 10 fr. oder 3 Sgr. in Gießen bei Julius Wallach, am Marft. Zur gefälligen Beachtung. 806) Havanna-Ausschuß, pr. Mille 32 fl., pr. Stück 2 fr., eine gute Ambalema-Cigarre (Handarbeit) pr. Mille 16 fl., pr. Stück 1 fr., empfehlen (806) I, A. Busch Söhne. 527) BundeSfahncn, dreifarbig, nach neuester Verfügung, mit oder ohne Germania, waschächt. Auch Transparente, sowie Sachen zur Illumination, empfiehlt Bonner Fahnenfabrik in Bonn a. Rh. 861) Schellfische sind wieder angekom- men bei_______Bäcker Vogt, Wallthor. 841) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen bei___________Bäcker Kuhn am Kreuz. 859) Mehrere Canarienvö'gel (Hähnchen) sind käuflich abzugcben. Tiefenweg Lit. C. Nr. 145._________________________ Strickmaschinen. 778) Die erwartete feine Strickmaschine für baumwollene Garne ist jetzt auch eingetroffen und werden alle in dieses Fach einschlagende Arbeiten angeferligt. den hierzu nöthigen Garnen halten mir stets ein gut affortirteS Lager und werden sowohl wollene wie auch baumwollene Strümpfe angestrickt. ____________ I. A. Busch Söhne. 5HST Für drei Thaler "WS versende ich ein Mittel, den Trinkenden das Trinken zu entwöhnen. Auch heile ich sicher und schnell, selbst in den schwersten Fällen, 8KS* Fallsucht, Bleichsucht, Wassersucht, Kopfschmerzen, Taubheit, Aussatz (Fleckten), Krämpfe, Bettnässen, ferner auch !<$- Geschlechtskrankheiten , als: Selbstbefleckung, weißer Fluß rc. lieber 1000 geheilt. (206) J. O. Grone, Ahaus (Westfalen ) 816) Eine Kaute Mist ist zu verkaufen Neuenweg Lit. B. Nr. 194. 873) Bux ist zu verkaufen bei ___________________Louis Scheid. 750) Mein Acker bei der Pulvermühle ist nt verpachten nun fertigen Aus grab en zu Backsteine. H. Becker, Neue Anlage. Restle s Kindermehl (farine lacteel als Ersatz der Muttermilch. Haupt-Niederlage für Oberhessen zu Gießen in derHLrsch- apo^theke von l>r. Hempel. Preis der Schachtel, ä ein Pfund, fünfundvierzig Kreuzer. (876) 61) Häckselmaschinen, Dickwurzmühlen, Oelkuchen- brecher der verschiedensten neuesten Construction, stets vorräthig bei Georg Renzel lMaschinenfabrik.) § Mein Tuch und Bukskin-Lager, zu billigen und festen Preisen, empfehle bestens. Ludwig Lang, Marktstraße 25, vis-ä-vis dem Kaufmann Herrn Emil Pistor. 564) Unterzeichneter empfiehlt seinen Vor-> rath in fertigen Grabsteinen, Denkmälern, Grabeinfassungen um einzelne Gräber und Familiengrüften in Marmor, Granit, Sandsteinen und allen sonstigen Steingattungen; auch werden selbige noch Muster und Zeichnung schnell und pünktlich angefertigt. Adam Kalbfleisch, Steinmetz, Neuenweger Thor B- 150. 629) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen im Dar m stad ter Haus. 877) Bei allen und jeden Erkältungskrankheiten, wie Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Hustenreiz, Auswurf, Brustschmerzen, Lungenleiden, ist der Mayer'sche weihe Brust-Syrup ein unfehlbares sicheres Hausmittel Stets ächt bei Fr. Bieler, am Kreuz, in Gießen. Heuverkauf. 856) 150 Ctr- Heu, vorzüglichster Qualität, nebst 6 Fuder Haferstroh, sind zu verkaufen. Auskunft ertheilt Jacob *5)1 tiV l er zu Nieder-Gemünden._______________ 864) Ein Häuschen, welches seither in meiner Bocksteinfabrik benutzt worden, ist auf den Abbruch zu verkaufen. ___________Jacob Wißner, Ziegler. 866) Meinen Garten am Leigesterner Weg bin ich Willens zu verkaufen oder zu verpachten_______Ph. Stückrath Wittwe. 836) Ein am Wismarer Weg gelegener Garten ist zu verkaufen oder auch zu verpachten. Näheres bei Carl August Faber, Marktplatz. 831) Ein am Riegelpfad gelegener Garten, mit guten Obstbäumen bepflanzt, ein Viertel Morgen haltend, sowie ein Trieboiertel, ist auf mehrere Jahre zu verpachten. Näheres Seltersweg C. 188. Vermiethnngen. 680) Ein Logis von 3 Zimmern und sonstigem Zugehör ist zu vermiethen bei _____________K- Gerlipp, Kirchenplatz. 869) In meinem Vorderhause ist eine Mansarden - Wohnung, bestehend aus 4 Zimmern, Küche, Magd- und Bodenkammer, Wasserleitung und allen Bequemlichkeiten, von Fräulein Windecker bewohnt, zu vermiethen. H. Becker, Neue Anlage. 533) Em neues Haus ist ganz oder auch getrennt sogleich zu ver- miethen bei Dr. Königer. 858) In meinem Hause am Zinßer'- schen Garten ist die untere Etage und ein Theil der Mansarde zu vermiethen. __W- Gaquoin. 782) Ein Familienlogis ist zu vermie- then in Lit. A. Nr. 130, Asterweg. 837) Ein großes und ein kleines Logis ist zu vermiethen bei Schmied Unverzagt. 828) Eine Stube mit Cabinet, Küche und Zugehor ift an eine kleine stille Familie zu vermiethen bei Christian Jung (Neuenweg.) 868) In meinem Seitenbau ist ein klei- nes Logis, bestehend aus 3 Zimmern Küche, Keller, sofort zu vermiethen. _____________H- Becker, Neue Anlage. 758) In Lit- C- Nr. 231 in der Kaplans- gasse ist der untere Stock zu vermiethen. 863) Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen in Lit. C- Nr. 159, Löwengasse. 867) In meinem Nebenhause ist der von Herrn Windecker bewohnte untere Stock, bestehend aus 5 Zimmern, Küche, Magd- und Bodenkammer nebst allen Bequemlichkeiten, zu vermiethen und den 1. August, auf Verlangen auch früher, zu beziehen. _____________H Becker, Neue Anlage. 805) Ein schönes Zimmer ohne Möbel in der Alicenstraße zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.___________ 865) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen in der K a tz e n st e i n’ schen Besitzung vor dem Afterweg. _____________ 872) In meinem neu eingerichteten Hause in der Löwengasse ist bis zum 15. Mai ein Familienlogis zu vermiethen. Th. Vogt- 870) Vom 1. Juni l. I. ist der untere Stock des Hauses Lit. A- Nr. 158 vor dem Wallthor, bestehend aus 6—7 Zinn, ern mit Zubehör, sowie ein Stück Garten, zu vermiethen. Vermischte Anzeigen. Consum-Verein. 857) Wegen Einstellung des Markengeschäftes müssen alle noch etwa umlaufenden Marken sofort oder spätestens bis zum 31. März bei der Kasse eingelöst werden, mit welchem Termine alle Marken werihlos werden. Die Auszahlung der Dividende erfolgt vom 2. April an, worüber weitere Bckannt- mackmng demnächst erfolgt. Filz-, Stroh- u. Scidcnhlite jeder Art, werden gewaschen, gefärbt, neu fa