Prct« vierteljährig 1 fl- 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit nähme Montag-. Expedition: Canz leiberg ßtt B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen. Nr. 1« Donnerstag den 12. Januar 1871". Amtlicher T h e i l. Die Reichstags wallen betreffend ....... """" ... -« «.f* ST* * *♦= * ** - •** ew*; Zweiter „ . „ „ „ B 3?.riVer " " w „ „ C. und E., sowie des Schiffenberqs. Vierter „ „ „ d. ©ie selbstständigen Gemarkungen werden für die Rcichstazswahl in folgender Weise den Bürgermeistereien anaeschlosten ■ Heibertshausen zu Daubringcn, Arnsburg zu Eberstadt, Schiffenberg zu Gießen (dritter Wahlbezirk), Hof Albach, Kolnbausen und Mühlsachsen zu Lich, Friedelhausen zu Staufenberg. nnram 8 . "ad)foI9enbeT Uebersicht ergibt sich, wer als Wahlvorsteber, beziehungsweise Stellvertreter zu fungiren hat und in welchem Local die Wahl Drb.s Nr- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 Gemeinden. Albach . . . ......... Allendorf a. d. Lahn....... Allendorf a. b. Lba........ Alt-Buseck........... Annerob........... Bersrod mit Winnerob..... Beuern............ Burkhardsfelden ........ Daubringcn mit Heibertshausen . . . Dorf-Gill........... Eberftadt mit Arnsburg..... Ettingshausen......... Garbenteich .......... 1 erster Bez. Gießen mit Schiffenberg • * i vimci ii , ' vierter „ Groß-Buseck ......... Groß -Linben......... Grüningen .......... Hattenrod .......... Hausen............ Heuchelheim.......... Holzheim........... Klein-Linben ......... Lang-Göns.......... Leihgestern .......... Lich mit Kolnhausen, Hof Albach unb Mühlsachsen........ Lollar ............ Mainzlar........... Münster........... Nieber-Bessingen........ Ober-Bessingen......... Ober-Hörgern......... Oppenrod .......... Reiskirchen.......... Röbgen ........... Ruttershausen mit Kirchberg .... Staufenberg mit Friebelhausen . . . Steinbach ......... Treis a. b. Lba......... Trohe ............ Watzenborn mit Steinberg .... Wieseck ........... Hießen, den 9. Januar 1871. W ahlvorsteher. Bürgermeister Balser ...... „ Volk....... ,, Wagner...... w Wagenbach..... M Groß....... „ Böcher ...... „ Otto....... „ Arnold...... „ Hämmerle..... Gemeinberath Marstn Knopper Bürgermeister Görlack...... „ Sommer...... w Schwarz ..... v Vogt....... Gemeinberath Keller ...... Beigeorbneter Fel sing...... Gemeinberath Bücking...... Bürgermeister Wagner...... „ Menges . . ... . „ Leidich ...... „ Menge!...... Gemeinberath Lubwig Dern . . . Bürgermeister Jung ...... ,, Jäger ...... ,, Weigel...... Gemeinberechner Dern...... Bürgermeister Johannes Heß V. . . „ Helm ...... „ Geißler...... „ Vogel ...... „ Heß ....... „ Roth....... h Serth ...... h Alles ...... „ Weis ...... „ Jünger...... „ Jnberthal..... „ Klinke!...... « Vogel ...... „ Horn ...... „ Berghöfer..... „ Schwarz ..... u Schäfer...... „ Lang ....... Großherzogliches Kreisa Stellvertreter. Beigeorbneter Lenz ....... n Gümbel...... * Wallenfels..... „ Hofmann ..... „ Engelhard..... Gemeinberath Hch. Debus..... Eonrab Arnolb II. . Beigeorbneter Johannes Albach IV. Schäfer...... Gemeinberath Phil Schmitt .... Beigeorbneter Weil....... w Opper....... Gemeinberath Jacob Walbott V. . . i/ «öonfftin •••••« „ Ricker....... „ Rosenberg ..... m Karl Nagel..... Beigeorbneter Althaus...... „ Zörb....... „ Bingel ...... Gemeinberath Hch. Petri IV..... „ Gg Schmanbt . . . Beigeorbneter Kröck....... t, Laux ....... „ Theis....... Gemeinberath Ant Weil IV..... Gemeinberechner Walbschmitt .... Gemeinberath Eonr Jhring .... » Hch. Schabeck III . . . Beigeorbneter Klingelhöfer-..... „ Gontrum...... „ Weiß....... „ Serth....... Gemeinberechncr Helmes..... Beigeorbneter Weller....... „ Stumpf...... n Hahn....... u Schön....... w Fischer....... w Nicolaus...... ft Daoper...... Gemeinberath Johannes Hammel III. . Beigeorbneter Jung....... „ Müller....... mt Gießen. Wahlloeale. Schulhaus. Gemeindehaus. Erstes Schulhaus. .Gemeinbehaus. Schulhaus in Bersrob. Gemeinbehaus. Schulhaus. Gemeinbehaus. Rathhaus. SchulhauS in der Schulstraße. Realschulgebäube. Echulhaus in ber Neuftabt. Erstes Schulhaus. Gemeindehaus. Schulhaus. Gemeindehaus. Rathhaus. Gemeinbehaus. Schulhaus. Gemeinbehaus. Schulhaus. Gemeinbehaus. Schulhaus. Gemeinbehaus. Bürgermeistereibureau. Gemeinbehaus. i, In Verhinderung dcS Kreisraths : Kekule, äkreisassessor. . t s ... _ ,r Gießen. am 9. Januar 1871. Srireflenü: Die Reichtagswahlen. Dao G r o st h r r s o g l i ch r K r t i ö a m t Girstrn an bir Großher^oglichen Bürgermeistereirn des Kreises. Die vorstehende Bekanntmachung, nach welcher Sie sich bemessen werden, wollen Sie in Ihren Gemeinden unverzüglich auf ortsübliche Weise publiciren und wie geschehen binnen 2 Tagen berichten. Die zu Wahlvorstehern und deren Stellvertretern Ernannten werden Sie von der Ernennung sofort benachrichtigen und denselben empfehlen, sich mit ^^""deswahlgeseh vom 31. Mai 1869 (Bundesgesetzblatt Nr. 17 von 1869) und dem Wahlreglement vom 28. Mai 1870 (Bundesgesetzblatt Nr. 17 von 1870) bekannt zu machen. Sodann bemerken wir Ihnen noch Folgendes: 1) Die Wählerlisten, welche nach Maßgabe unseres Auüschreibens vom 7. l. Mts. ausgestellt sein müssen, sind unfehlbar von Donnerstag den 19. L MtS. an bis zum Donnerstag den 26. l. MtS., Abends, zu Jedermanns Einsicht aus dem Gemeindehaus, beziehungsweise im Bürgermeisterei-Local offenzulegen. 2) Diese Offenlegung ist Montag den 16. und Mittwoch den iS. l. MtS. in ortsüblicher Weise unter dem Anfügen bekannt zu machen, daß Einsprachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Listen während der Offenlegungsfrist bei Vermeidung des Ausschlusses bei Ihnen vorzubringen seien. 3) Die Entscheidung über solche Einsprachen steht, wenn die Erinnerungen nicht sofort von Ihnen für begründet erachtet werden, uns zu. Da wir bei deren Ertheilnng an bestimmte Frist gebunden sind, so haben Sie in vorkommenden Fallen die betreffenden Akten uns nach Ablauf der Reclamationsfrist ungesäuwt vorzulegen. 4) Im Falle einer Berichtigung der Wählerliste sind die Gründe der Streichungen und Nachtragungen am Rande der Llste unter Angabe des Datums von Ihnen kurz anzumerken. In Verhinderung des Krelsraths: K e k u l e , Kreisassessor. Gießen, am 9. Januar 1871. Betreffend: Die Reichstagswahlen. e . t gas Eratzherzogliche Krcisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Grnningen, Hausen, Klein-Linden, Sich, Rieder-Bessingen, Ober-Bessingen und Ruttershausen. Wir erinnern Sie wiederholt an Erledigung der Verfügung vom 20. December 1870 binnen 21 Stunden bei Meidung von 2 ff. Strafe. In Verhinderung des Kreisraths: Kekule, Kreisassessor. Betreffend: Die Führung der Handelsregister, in specie Einträge der im Jahre 1870 hinzugüommenen Gewerbtreibenden. r r Das Großhcrzogliche Stadtgericht an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Bezirks. Gießen, am 8. Januar 1871. Gießen Sie wollen uns ein, auf Grund der einem jeden von Ihnen von dem Großherzoglichen Steuercommissariate zukommenden Liste der Gewerbtreibenden Ihrer Gemeinden zu fertigendes Verzeichniß über Diejenigen, welche sich im Zahre 1870 neu etablirt oder ihr bereits bestandenes Gewerbe, insbesondere durch Handelsbetrieb erweitert haben, mit Angabe der Art des Gewerbes eines jeden Einzelnen, baldigst vorlegen, um etwa nöthig scheinende Einträge in das Handelsregister vollziehen zu können. M u h l. Politischer T h e i l. 11. Januar. Wann die Conferenz, die zu London über die russische Kündigung der Pontus- Convention entscheiden soll, zusamaieatritt, w-rd immer ungewisser. Es bestätigt si-, daß JuleS Fivre Paris nicht v rlaffen will, und so lanjc über die Wahl eines andern Vertreters Frankreichs nichts entschieden ist, wird die Conferenz vertagt bleiben, ohne daß man angeben könnt', aus wie lange. Ueber die Gründe, die JuleS Favre zum Verbleiben in Paris bestimm n, lauten die Nachrichtn sehr verschieden. So wird aus Bordeaux der „Daily News" von ihrem Dortigen Correfpondenten geschrieben: „Obwohl Herr JuleS Favre eine Zusicherung vom preußischen Hofe empfangen, daß er einen Geleitsschein haben könne, um nach London zu reisen, so sind die damit verbundenen Bedingungen nicht derartig, um angenommen werden zu können. Ich höre, daß akan ihm nicht gestattet, nach Bordeaux zu kommen, und daß er sein Eyrenwort geben soll, nach beendigter Mission nach Paris zurückzukehren. Es wäre eines franchsi schen Bevollmächtigten nicht würdig, sich irgend solchen Bedingungen zu unterwerfen. ES ist noch fraglich, ob die Conferenz, die, um auf Frankreich zu warten, verschoben worden, überhaupt zusammentreten wird. Die Ansicht, daß Frankreich durch Absendung eines Bevollmächtigten nichts Gutes entsprießen könne, falls seine Regierung nicht anerkannt sei, greift täglich mehr um sich. Ich habe Grund zur Vermuthung, baß wenn JuleS Favre nach London gehen sollte, auch Gambetta sich dorthin begeben wird." Die „Wiener Abendpost", den jüngsten Artikel der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" reproducirend, constatirt mit aufrichtiger Befriedigung, daß die politische Haltung, welche die österreichisch-ungarische Monarchie gegenüber der neuen Gestaltung der Verhältnisse in Deutschland angenommen, in den deutschen Preßorganen ohne Unterschied der Partei volle Würdigung und rückhaltlose Anerkennung findet. Mit seltener Uebereinstimmung (sagt die „Abendpost") knüpfen diese Organe an die freundschaftliche Annäherung Preußens und Oesterreichs die Hoffnung auf die friedliche Consolibirung der europäischen Verhältnisse. Die „Abendpost" begleitet diese Erwartung mit den besten Wünschen für deren Erfüllung und begrüßt die in den Blättern des großen deutschen Vaterlandes sich kundgebende Sympathie für Oesterreich-Ungarn mit freudiger Genugthuung. Die „Abendpost" bedauert die Versuche gewisser österreichischer Preßorgane, Die freundlichen Schritte des Wiener Cabinets als Scheinacte darzustellen und weist derlei tendenziöse Verdächtigungen auf das Entschiedenste zurück. Allen gegenteiligen Nachrichten gegenüber kann Die „C. S." die bestimmte Versicherung geben, daß Graf Bismarck sich in der PontuS-Angelegenheit noc keiner Seite hin irgend wie gesunden, daß er sich vielmehr vollkommen freie Hand behalten hat. Schon der Umstand, daß er den Zusammentritt der Conferenz zur Regelung der Angelegenheit vorgeschlagen, mußte ihm diese Haltung als die richtige anzeigen. Sämmtliche czechische Blätter leiten aus der den Tyrolern gewährten Con- cession die Nothwendigkeit des Zugeständnisses eines böhmischen Nationalheeres ab. „Wenn die kleine Grafschaft Tyrol eine Landesarmee besitze, sagen sie, könne sie auch dem Königreich Böhmen nicht verweigert werden. Böhmen habe heute bereits czechische Soldaten, welche von der herrschenden Bewegung mit ergriffen und vom slavischen Geiste erfüllt seien. Hierin sei ein großer Fortschritt geschehen. Wenn sich Die Ereignisse von 1848 und 1849 wiederholen sollten, so würde die Haltung der czechischen SolDaten eine andere als damals fein." Aus Konstantinopel den 31. December wird gemeldet: Ein hiesiges Witzblatt wurde wegen unehrerbietigen Artikels über Den Kaiser von Rußland auf zwei Monate suöpendirt. Der Vicekönig von Aegypten bot der Pforte 20,000 Mann zur Unterdrückung des Aufstandes in Jemen an. Kriegsnachrichten. Gießen, io. Jan. Es geht uns von befreundeter Hand nachträglich ein Feldpostbrief zu, worin das Gefecht bei Bonny beschrieben wird. Es heißt darin unter Anderem: „Ich will Euch in Eile ein paar Zeilen schreiben, was mir beinahe nicht mehr möglich gewesen wäre. Das 2. hessische Infanterie- Regiment, 1 Batterie Artillerie und 1 ChevauxlegerS-Regiment bildeten ein Detachement. Die Franzosen griffen unS in einer Stärke von 12,000 Mann an. Dinier uns waren keine Truppen. Wir standen wie eine Mauer und schossen noch auf 15 Schritte, aber Die Uebermacht war zu groß; unser linker Flügel wurde umgangen und wir wären alle in Gefangenschaft geraden, wenn wir nicht ein urchtbares Schnellfeuer nnterhalten hätten. Wir zogen uns dann 11/2 Stunden zurück, wo Die 18. D-vision eintreffen soll, wie man spricht, und wir wollen den Franzosen Dann .wieder etwas eintränken. Hauptmann Weber wurde verwundet, wir mußten ihn am 31. December zurücklaffen. Als wir am 1. Januar vor- rürfien, fanden wir ihn, die Augen ausgestochen, die Flechsen verschnitten und ausgezogen (!). Einer unserer braven Hessen fiel über einen zerstörten, auf Der Erde liegenden Telegraphendraht, Die Franzosen waren 15 Schritte hinter uns, er bat um Pardon, streckte sein Gewehr, aber es half nichts, sie stachen ihn zusammen. Verwundete, welche wir nicht mitnehmen konnten, haben sie vermetzelt. Ich versichere Euch, es geschahen Gräuelthaten über Gräuelthaten. Der große Wolf ist auch verwundet, jedoch sehr leicht, wir haben ihn mitgeführt. Lieutenant Schaeg und Oberlieutenant Haupt sind jetzt zum zweitenmal verwunvei. Ich bin, Gott sei Dank, durchgekommen. Wir haben in 5 Tagen an Todten, Verwundeten und Gefangenen 70 Mann Verlust. Dies war eine Neujahrsnacht und ein NeujahrStag, welche mir ewig im Gedächtniß bleiben." Ans Versailles vom 3. Januar erhält die „Daily News" folgende Mit- theilungen über Die Wirkungen des Bombardements vor Paris: „Die gegenwärtige Lage der Dinge von Paris ist sehr bedrohlich für Die Franzosen. ES ist klar, Daß wir in eine Periode thätiger Operationen gegen Die Außenwerke getreten sind. Gewalt soll mit Hungersnoth concurrtren in Dem deutschen Programm für Januar. Der Verlust von Mont Avron und die zum Schweigen gebrachten östlichen Forts lassen Dem General Trochu wenig Hoffnung auf seine schwere Artillerie ; auf jeden Fall sind die Deutschen in dem Glauben bestärkt, Daß sie in einem Artilleriezweikampf siegen, und in anderen Plätzen leicht dasselbe thun können, was im Mont Avron geschehen. Werden die Außenwerke genommen und die Forts zum Schweigen gebracht, so zerstört dies, obwohl es nicht zu einer sofortigen Ucbergabe führen Dürfte, jede Möglichkeit erfolgreicher Ausfälle. Außerdem würde ein solches Ereigniß die Belagerer bei gutem Muth erhalten und die deutsche öffentliche Meinung befriedigen. Ich höre, daß deutsche Spekulanten Vorbereitungen für Den Fall Der Stadt treffen und Daß in Den Hospitälern in Der UmrunDe von Paris Extrabetten bereit gehalten werden, als ob De-; Schluß, kampf über kurz oder lang erwartet werde. Man glaubt, Die Franzosen werden wahrscheinlich ien Angriff auf die Außenwerke durch einen letzten großen Ausfall rächen und mit einem Theil Der Armee an mehreren Punkten auszubrechen versuchen. Unter Solchen, Die am besten unterrichtet sind, mache sich Der Eindruck geltend, daß sie nie geringere Aussicht auf Erfolg hatten als jetzt. Die Deutschen sind der Ansicht, daß das Ende bald kommen müsse, und ihre Lebensmittelzufuhren werden zur Hand fein, um Die erschöpften Märkte Der Stadt, wenn dieselbe fällt, zu füllen. Wie man sagt, sinD für Privatrechnungen Schafheerden nach Dem Westen unterwegs. Trotz Allem, was die preußische Regierung für Die Pariser thun mag, wird sich ein große- Feld für da- Privatgeschäft eröffnen. Man muß jetzt eine Pause in Den Kriegsoperationen in Den Provinzen erwarten, Da Moltke wahrscheinlich Den Truppen Befehle erteilen wird, während das Ende Der großen Belagerung herbeigeführt wirD, in Der Defensive zu verharren." Mit der unseren osficicllen Berichten eigenthümlichen Einfachheit und Kürze meldet der Generalquartiermeister von PodbielSky da« Eintreten in eines der wichtigsten Stadien des ganzen Krieges: „Im Lauf der Nacht wurde die Stadt Paris von Den Diesseitigen Batterien stärker beschossen." Das Bombardement der Stadt Paris hat also begonnen und zwar nicht erst am 8. Jan., sondern schon am 5. D. M. Arn 5. d. erschien, wie eine Korrespondenz des „Schw. M." meldet, der amerikanische Generalconsul Oberst Reed, um Klage über Den nicht anponcirterr Beginn de- Bombardement- zu führen. Nach Mittheilung desselben Blattes hatten Die Bayern bereits am 6. Jan. Brandraketen nach Paris geworfen und einige Häuser Der Vorstadt Vaugirard in Brand gesteckt. Auch am 8. Januar sah man von Versailles aus, wie die unten folgende Depesche der „Times" zeigt, Häuser u 187t Meldung öoh U« 187!. 9. Jan. Die Regicrunq hat die Aufhebung der Blokade l t fmi: H ■ Vll X*** ***** , -< r Sim 9. stieß General v. Werder bei seinem Bormarsche auf » 3 r stellung zu gewinnen sind. Da. 30stündige Bombardenunt hat tieft satzung von über 3000 kriegsgefangen, n sieht überall nur Ruinen. 55 Personen, von Göben. gegen* l Gl ift r t n D v n | CT* inN i>n wurden getödtet, darunter 11, die in einem Keller erstickten. Eine Wittwe mit ihren vier Kindern befindet sich noch in einem Keller. Sie sind alle todt." als wmn l, heute aus beiden Seiten ziemlich schweigsam Aus M^ziöreS meldet man: ,/*,ww • Stadt zu drei vierteln zerstört. Man steht überall nur Ruinen (tkli'B ' n i t» V-1 Telegraphische Depeschen. A Paris, 4. 3an. (pr. Ballon.) Der „Franeais" schreibt: In Folgt de« Mangels an Brennmaterial haben in circa 28 Quartieren von Paris starke Plünderungen auf Holzplätzen flattgefunden. Die Bäume am Ufer der Bilvre und auf dem nicht bebauten Terrain der Straße Puebla blieben nicht verschont. Selbst Telegraphenstangen fielen den Plünderungen zum Opfer. Aus einer Stelle von der Nationalgarde vertrieben, tauchten diese Marodeurs anderwärts wieder auf, um ihr Zerstörungswerk fortzufetzen, tu verursachten Schäden sollen sehr beträchtlich sein. Ferih hat in einer Proklamation angekündigt, daß derartige Vorfälle zukünftig streng unterdrückt würben. △ TotÜoN, 4. Jan. Eine große Anzahl Arbeiter ist beschäftigt, ein Lager Dasselbe ist vorläufig von dem Mobilbataillon von >, ». it r "-ito M her 'br bereits balbigft tiinwA getreiei *»! srrzsamlli für ... ;{b!a*tfn e-* .lUIHIVll ............... U ' , - , O ' • eingriff, wurden mit diesseitigem geringem Verluste in der Linie „t »V S*e,i: P.,CI pari* n d" »* I • W 16 n ® ‘ f. Ni!rt «d die ctilanten akm ia Echlvß- । awrten . t™ iBÜaß 3* s ;* tff ßlirNl» ‘ ' r,i 1 . r.f(£|8e f®' tu i* . yav * k- (4»tr( Br* fr iv .st'rbt Aon -fgutn vnv ;jt ju kiorr It. Avfrr- “ her ’M. TL Versailles, 10. Jan. Am 8. Nachmittags schlug Oberst Dannenberg bei Montbard einen Angriff Garibaldi'schcr Frei- kltettn rin Dt» K?t 12,009 Rann an. '*-• u: ihem not x vni iir nichl rin Mn t1. Staaten : it? t r loHta ten r:rr ttrtt wrrniM, i ei 1. Jaiuar vor* :tt tz'.tchstn en* r betrachten vnlcrsexel die Flanke deS 20. französischen §orpS, nahm den Ort, wenn^ns«- SS? Arülle7i7"°?d1r'Ostfrom"ganz unerwartete Resultate er deutender Stärke sich entwickelnden Gegners, bei dem auch das 18^orps zielen sollte, wem, einige ter nahe oneinanderliegenden starken Fort« uuv ihre Eingriff, wurden nut diesseitigem geringem Verluste in der Linie Zwischenwerke terart zerstört würden, daß st- ohne belangreiche Opfer genommen Villcrscxei_Moimay auS Marne abgewiesen. »eiten könnten, gewärtigen wir die wirkliche Eroberung der von den genanntkn M @enerald Chan.zy wichet, am 9. auf allen Fort« gekrönten Höhen von Romainville »nd M°m,euil.deren Besitz all b g vordringenden Solennen auf le Mans zurück. S Ä Ardenny U< .... «Im. tom «Mt*» gort« ter Ostfront gefeuert wirt, kann schon durch die Nothwendigkcit ausxeichenb Ucbcr lü()0 Gefangene conflatirt, welche bis setzt in ltn|cic Stande erhört werten, tie Jngenieur-Arbeiten auf dem Mont Avron gegen deren Feuer < gnt,. zu schützen. In allen amtlichen Depeschen und anderen offieullen Kunvgrbung.n »on Podbielsky. w>rt bi« zur Stunde da« Wort Bombardement noch immer " >st Vnpenil|-S in ^an Im Lause deS 10. wurde die Bk- »M.4 ®"$,in6 Gründe politischer Natur obwalten. Wir wiffcn dagegen, datz die Rtederkampsung anttvortcte mäßig. Dlefferttger Lerlust IS .Wann, einiger Forts und deren Besitzergreifung einem wirksamen Bombardement vorher- von P 0 V b l e l r gehen mutz, da nur aus diesem Wege geeignete Positionen für die (Äeschutzaus- ^rtn «.«iS in Brand stehen. Von Interesse ist auch folgende Nachricht der Kremi a " Ä. ten Fort- Banvre« und Montrouge auf der Sutsr-nt wurden , „Kreuzz g. • «/Jn und es hat sich herausgestellt, daß bereit« am 5. Kasernen in Bra d «schoffen, bii in den Garten de« Palai« tu b. unsere Granat _e «u{ 6(m linltn Seine-Ufer befindlichen Stadtthetle Lurembourg, ,i„schlu,en. Sie erreichten also nicht nur tie Kreislinie ter äußeren Vouleeart« im Süden, sondern flogen noch eine Strecke weit über fie binlea bi« in die Gegend zwischen den Boulevard- und d.n Setne-Jnseln, ' Svenen da. alte Pari«, tie Citö, sich befindet." Versailles, 8. Jan- (Telegramm der „Time«.") E« wird nicht mehr gefeuert Di- Fort« von Pari« sind beinahe ganz verstummt. E« ist zur Gewiß- hktt geworden, daß die preußischen Kanonen die Stadt mit Leichtigkeit beschießen fbnnen Der vereinigte Staatenconsul, Mr. Reed, hat die Erlaubniß erhalten, ® "ri« \u »erX unt ist hier angekommen. - 2 Uhr Nachmittag«. Da« OTjflUr !st unbestimmt, eher zu Schnee und Regen genetzt. E« hat den Anschein, Häuser in Pari« 'n Flamm-u stünden^ Die ® “J JOr bei Cavalaire zu errichten. Dasselbe ist vorläufig von dem ^ovUtata.Uon von ten ziemlich schweigsam, nur der Ltaterun , v i&nan bezogen und soll 15,000 Mann fassen können. Eine deutsche Batterie hat 14 K g Y , Srüfjel, 10. Jan. Die französische Regierung hat folgende Depeschen der Nacht sehr ost. 8Ueber den Zweck und die Bedeutung der gleich,eitig S'«en alle Fronten von t,eicifty1^tc 6fl ux, 7 gan. Der preußische General v. Werder erhält große Pari« gerichteten Beschießung, sprich, sich der militärische Berichterstatter Bet|1jtfungtn QU< Deutschland und eoneentrirt sich bei Vesoul. Große Bewegun- „Schles. 3-" folgendermaßen au«: .. , h flen deutscher Truppen, 10,000 Mann trafen in Joigny ein, 3000 werden in „Die Aufmerksamkeit de« Belagerten wird durch dieselbe gethe.lt , e« wird 0™ ° ^wartet ihm verwehrt, seine schweren Marinegeschütze und die nach vulen Tausenden von fcjt Auflösung der General- und Arrondiffement«räthe Gentnern zu bemessenden Munition«bestände "»f 'wer bestimmten und sf • „on Mitgli.dern dieser Körperschaften erhoben. kennbaren ÄngriffSfront zu vereinigen, e« »ir# 'bm “u6»r 'n w: Sh01ijreit Bordeaux, 8. Jan. Nach oisteiellen Depeschen an du Präfekten hat schränkt, durch einen großen auf einen Punkt gerichteten ^u-sall du AngnstSwe lflut Bericht einige Pofitionen an der Loire ausgeben muffen, zu zerstören. Infolge der riesenhaften Ausdehnung de« R'NS«alle« von Par ®£n"raf Gerten# den Feind zurückgeworfen habe. Gestern griffen starke und der durch die Forts gebildeten «ußeren Berthe,d,gun i«lime stellt sich ,ed 0 unsere Vorposten in der Umgegend von Vendome an. Be, V.lleporcher einzelne Theil derselben, wie er auch immer für de» sp«,rll-n Angr ff -u-gewa 0 statt. werden möge, als fast gerade Linie bar, und der wesentlichste »ortheil, in welchem Bordeaux, 9. Jan. Die Regierung hat die Aufhebung der Blokade der Regel nach die Uetcrlegenbeit de« Anguss« über du Dertheidtzung veruvr, , französischer Häfen vom Aermelmeere de« nöthigen Kohlentransportes die Möglichkeit einer umfassenden, eoneentrisch ®.'f'e"Penf man’e« ben wegen aufgehob n. „Siede- meldet die Verhaftung des ehemaligen Minister« einzelne Ttzeile de« Befestigung.spstem« kommt tn Wegfall. Wollte man - den " S u au.g p langgestreckten, nur unmerkbar gekrümmten Fronten von Pari« gegenüber versuchen, Brüssel 10. Jan. Da« „Echo du Parlement" schreibt: ,,E« ist schwierig, irgend eine Gruppe von Werken mit den Angriffsbatterien botienformifl gvi u - I Vorstellung über die Dinge zu machen, welche jetzt vor Pari« soffen, so würden stets die Flügel dieser B-ttexul.me dem Feuer d r Nachbarwerk ü« eme S-naue^^ b* gort4 ifi fein Beweis dafür, daß ihre des speciell angegriffenen Theile« in der gefährlichsten Weise erpontr fein. Mag Schweigen gebracht. Von anderer Seite ist es unverständlich zu nun auch bei der weiteren Durchführung de« Angriffes auf bfft'mmte 8 behaupien/daß das Bombartement ihnen keinen Schaden zugefugl. Dail» New« Theile des Ringwalles dieser Vortheil de« Gegner« allerdings nicht vollständig » » glauben, daß feiten« der Belagerten bald ein heftiger Ausfall zu in Wegfall zu bringen fein, so ist er dock, für den Beginn der Operat.onert M J fl® n Ji. ®ie Deutschen seien noch immer damit beschäftigt, große Proviant, die großartige Coneeption einer Umfassung fast de« gefammten, durch du pari anzuhäusen, um die Stabt nach der Uebergabe bamit zu versorgen. Kur», Fort« gebildeten Gürtel« überwunden. Eine Niederkampfung sammtl'cher Forts # 6abe die Hauptstadt nur noch Hülse von Außen zu erwirb inbeß auch keineswez« beabsichtigt, vielmehr bars ' ü ^ütten unb man begreife deshalb, warum Die Armeen Faidherbe'S, Bourbak, - al« erreicht gelten, wenn ber 8e.n6 burd) biefe s b 6 { un0 Chonzy's wieder in bie Offensive überzugehen »ersuchen. eigentlichen Angriffspunkt tn Zweifel erhalten wird, und ®enne« gelingt, l*oiibon, 9. Jan. Bismarck telegraphirte an Bernstorff von Versailles, Nebenwerke der zur weiteren Durchführung be« Angriff« auserjehenen a.y 8 ^anuar. Den Bericht ber deutschen Commandanten bezüglich der versenkten Befestigung derartig im Schach zu halten, baß sie den Sefuhrdeten Nach r ch d ■ „ @ babe pr „och nicht erhalten. Die hauptsächlichsten Thatfacken seeunbiren können. Nicht unmöglich wäre e«, baß man die Wahl de we bekannt Bi-marck bedauere, baß Die brutschen Truppen genvthigt gewesen, Angriff-operationen von den durch tue erste Beschießung erzielten Result . lif4 Schiffe in Beschlag zu nehmen, um eine brohende Gefahr abzuwenben. hängig machte; alle Wahrscheinlichkeit aber spricht das«, das - 8«»berei englische ^Schadenersatz zu; die Regierung bezahle den Werth »f «• •»’ ”• • Februar 1871 endigenden nachträglichen Einzahlungsfrist nicht vollständig nachgekommen ist, verlieren ihre Gültigkeit; die darauf geleisteten Einzahlungen aber, sowie alle Anrechte daraus verfallen zu Gunsten der Gesellschaft. Die Nummern der solchergestalt ungültig gewordenen Interimscerficate werden veröffentlicht. Der Verwaltungsrath ist befugt, neue Interimscertificate für die solchergestalt erloschenen anzufertigen und für Rechnung der Gesellschaft zu verwerthen. Die Besitzer der nachstehend verzeichneten Interimscertificate werden auf die Einhaltung der obigen nachträglichen Einzahlungsfrist um so nachdrücklicher aufmerksam gemacht, als die Ungültigkeit der Interimscertificate , auf welche die vierte und letzte Einzahlung nicht innerhalb dieser Frist* geleistet wird, lediglich mit Ablauf des Endtermins, des 19. Februar 1871, eintritt, ohne dass es erst noch einer ausdrücklichen Ungültigkeits-Erklärung bedarf. Giessen, den 5. Januar 1871. Der Verwaltungsrath : Baron B. r . Erlanger> Ferdinand Fürst zu Fsenburg. Präsident Vice-Präsident. Nummern verzeichniss betrages der Actien, oder von flL 30 Thlr. per Stück rückständig verblieben ist, hiermit aufgefordert, diese rückständige Einzahlung nebst sechs Procent jährlicher Verzugszinsen bei und einer Conventionalstrafe von fünf Procent des Betrages der Einzahlung binnen zwei Monaten nach Ablauf des vorerwähnten Einzahlungs-Termins, mithin der mit der 4. Einzahlung ä 15 % noch rückständigen Interimsscheine der Oberhessischen Eisenbahn-Gesellschaft. Lit. C. ä 5 Actien : Mantelfranzen, Knöpfen rc. empfiehlt_________Z. H. Fuhr. 59) Maronen (süße italienische Kastanien), pr. Pfund 9 fr., empfehlen I A. Busch Söhne. Besondere Bekanntmachung. I 108) Diejenigen, welche noch mit Holz-,! Gras- oder Pachtgeldern von 1870 im Rück«> stände sind, werden ausgefordert, die Zahlung bis rum 24. d. Mts. zu bewirken, da alsdann das gerichtliche Beitreibungsverfahren beginnt. Hungen, den 9. Januar 1871. . __________ Fürstliches Rentamt. Actien der Oberhessischen Eisenbahn-Gesellschaft, auf welche die zum 19. December v. J. aus- ■----emmc. geschriebene vierte 1111(1 letzte Einzahlung von fünfzehn Procent des Nominal- Akademisch r* Gesangverein. Den verehrlichen Mitgliedern zur Nachricht, daß die Proben Donnerstag den 5. d- M, Abends 7 Uhr, in der kleinen Aula bereits begonnen haben. — Anmeldun- den neuer Mitglieder zur Aufnahme bittet man bis zum 15. d. Mts. bei Herrn Musikdirector Mickler persönlich abgeben zu wollen. Der Vor st and. 38) Ein Pferdestall für 3 Pferde ist zu vermiethcn bei__E. Pitthan. 110) Ein Stall nebst Hellboden zu vermie- then bei Wittwe Zutt, Asterweg. 81) In meinem Hause ist ein Familien- logis von 6 Zimmern, 3 Kammern nebst * allem Zugehör zu vermiethcn und vom 28. März an zu beziehen. _______________Frau Advocat Wießell. 97) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen in Lit. C- Nr. 8.__ 26) In Lit- E- Nr- 78 in der Unioer- sitätsstraße ist ein möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen und sogleich zu be- ziehen. Näheres eine Treppe hoch. 5010) Ein Logis von 4 Zimmern, Küche -und 2 Eabineten ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei __________Ehr. Reiber, am Kreuz. 103) Für mein Fabrikgeschäft suche ich zum sofortigen Eintritt einen mit den nothigen Schulkenntnissen versehenen Lehrling. Arnold Müller. 80) Ein unverheiratheter Mann, der mrt Pferden umzugehen versteht, wird zum sofortigen Eintritt gesucht. Nähere Auskunft ertheilt die Exped. d. Bltts. 526. 807. 870. 871. 872. 873. 874. 956. 1094. 1095. 1096. 1317. 1318. 1319. 1389. 1453. 1937. 1938. 2163. 2164. 2249. 2250. 2315. 2321. 2322. 2323. 2324. 3474. 4227. 4228. 4229. 4230. 4231. 4232. 4233. 4234. 4235. 4236. 4237. 4238. 4239. 4240. 4241. 4242. 4243. 4244. 6540. 6857. 7521. 7522. 7523. J ' 3?r. (flr. 597. 598. bl tM Mf den Der lln Weiteres ermatt md seines llrk Gießen, unt; 5 Von den verl eijcden über den i »uv der Industrie, Weit zu seh! en bl Eisenbabnvelltj Einung? 3n go(i zab-n de- Krietens Imen, des Plovia lausende der genan * Dn Äiitg daduich toiil ücht erklärt. Tie drdürsni'ssen, nich i ld)t wt »ii«. ■«OfaUf bi, " "ö Ibrtn ln N ,n -ah« r1" fj„' .4 r-t vK tritt #nK vnt ii »er tUrd, b 'Ur M ’flnorir i-