Preis vierteljährig 1 fl. 12 fr. ntt Bringer lohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. lMmr Erscheint täglich, mit Aus- nähme Montags. Expedition: Canzleiberg Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen. Str. 137. Dienstag den 11. Juli 1871. Bestellungen auf den Gießener Anzeiger au* ■MMWMMMBMMMMMMaMMMMMMIBMMMMl ............................................... 10. Juli. Mas schreibt uns aus Berlin vom 7. Juli: Die eigentliche Ursache der bedauerlichen Excesse in Königshütte ist nunmehr vollständig constatirt; es ist kein Zweifel mehr darüber erlaubt, daß die Clerikalen die katholischen Arbeiter gegen die evangelischen Obcrbeamten der Bergwerkshütte und die evangelische Bevölkerung der Stadt aufgehetzt und den Arbeitern das Bewußtsein beigebracht haben, daß ihre katholische Religion in Gefahr ist und sie Von den evangelischen Beamten nicht die Fürsorge für ihr materielles Wohl zu erwarten haben, worauf sie den vollsten Anspruch erheben zu können vermeinen. Wenngleich nun die preußische Regierung nicht für den Fanatismus der Clerikalen verantwortlich gemacht werden kann, so darf doch nicht geleugnet werden, daß das preußische Cultusministerium sich ganz andere Aufgaben gestellt hat, als diejenige, den Hetzereien der Clerikalen gegen die „Ungläubigen" cntgegenzu- treten, den Aberglauben und religiösen Fanatismus durch die Aufklärung der niederen Volksklaffeu zu bekämpfen. Ganz im Gegenthei! hat Herr v. Mühler den Bestrebungen, die sich in der Presse, Vereinen und der Volksvertretung kundgcgeben haben, der kirchlichen Orthodoxie, der katholischen wie der evangelis-chen, mit den Waffen der Vernunft und einer gesunden Volksbildung entgegenznarbeiten, nicht nur nicht begünstigt, sondern entschieden bekämpft. Nicht nur im Rheinland und Westfalen, sondern auch in den polnischen LandeStheilcn, in Posen, Westpreußen und Oberschlesien, wo die Katholiken mit de» Feinden des deutschen Reichs gemeinschaftliche Lvache machen, hat mrn den Unglauben, den Mange! an kirchlicher Gesinnung mehr in's Auge gefaßt, als die Consequenz-n, die sich naturgemäß aus den clerikalen Bestrebungen nach und noch entwickeln mußten. Ware es möglich gewesen, daß die CentrumSfraction im Reichstage in solcher Stärke sich zeigte, wenn man von vorn herein dahin gestrebt hätte, den Clerikalen anstatt sie für sogenannte konservative Zwecke benutzen zu wollen, den Boden unter den Füßen zu entziehen? Die clerikalen Wahlen sind nur durch die Umtriebe der Ultramoutanen, durch die Erzeugung eines wissentlichen Jrrthums bei den Massen, des Jrrthums nämlich, daß der protestantische Staat Preußen auf Die Bedrückung der Katholiken ausginge, möglich geworden. Dieser Jrrthum hätte nie erzeugt werden können, wenn die Regierung diejenigen zur Rechenschaft gezogen, welche auf der Kanzel und im Beichtstuhl ihr Amt dazu mißbrauchten, anstatt Toleranz und Humanität, Haß und Erbitterung gegen die Evangelischen hervorzurufen. Vor allem aber würden die Ultramontanen keinen Eingang gefunden haben bei den Massen, wenn letztere auf der Schule eine Erziehung und Bildung genossen hätten, welche auf die Anregung einer vernünftigen Weltanschauung, auf die Beseitigung herrschender Vorurtheile gerichtet gewesen, und die nicht ihre Ausgabe darin gesucht hätte, blinden Glauben und unbedingte Unterwürfigkeit untre die Lehren und Vorschriften des katholischen Clerus zu predigen. Eine solche Erziehung kann selbstverständlich nur durch die vollständige Treu- nung der Kirche von der Schule erreicht werden. Wann endlich werden alle Parteien, die liberalen wie die konservativen, ihre Anstrengungen dahin vereinigen und verdoppeln, diese erste und vornehmste Forderung kategorisch an die Regierung zu stellen! Ohne ihre Gewährung ist fortan kein innerer Friede und kein wahrer Fortschritt möglich. Jetzt endlich wird man in den betreffenden Kreisen hoffentlich erkannt haben, daß die Passivität der Regierung gegenüber der clerikalen Agitation ein Fehler war, heute wird man wissen, daß es endlich eine Nothwendigkeit ist, Herrn v. Mühler die Entlassung zu geben. Indessen genügt diese Entlassung nicht, sondern handelt es sich viemrhr darum, das gesummte Unterrichts- und BlldungS- wesen auf ganz andere Grundlagen zu stellen. Der Reichskanzler Fürst Bismarck hat dem Componisten der „Wacht am Rhein", Karl Wilhelm, der sich zur Zeit in dem thüringischen Kaltwasserbade Elgersburg befindet, eine Ehrengabe von 1000 Thlr. zugewandt und dieselbe mit einem Schreiben begleitet, das wir aus der „Cref. Zkg." mittheilen, wie folgt: An Herrn Musikoirector Karl Wilhelm, Wohlgeb. zu Schmalkalden. Berlin, 23. Juni 1871. Sie haben durch die Composition von Max Schneckenberger's Gedicht „Die Wacht am Rhein" dem deutschen Volke ein Lied gegeben, welches mit der Geschichte des eben beendeten Krieges untrennbar verwachsen ist. Entstanden zu einer Zeit, wo die deutschen Rheinlande in ähnlicher Weise wie vor einem Jahre von Frankreich bedroht erschienen, bat „Die Wacht am Rhein" ein Menschenalter später, als die Drohung sich verwirklichte, in der begeisterten Entschlossenheit, mit welcher unser Volk den ihm aufgedrungenen Kampf ausgenommen und bestanden hat, ihren vollen Anklang gefunden. Ihr Verdienst, Herr Musikdirector, ist es, unserer letzten großen Erhebung die Volksweise geboten zu haben, welche daheim, wte im Felde dem nationalen Gemeingefühle zum Ausdruck gedient hat. Ich folge mit Vergnügen einer mir von dem geschäft-führenden Ausschuß des deutschen Sängerbundes gewordenen Anregung, indem ich der Anerkennung, welche Ihnen von allen Setten zu Theil geworden ist, auch dadurch Ausdruck gebe, daß ich Sie bitte, die Summe von Eintausend Thalern aus dem Dispositionsfond des Reichskanzleramts zu nehmen. Ich hoffe, daß es mir möglich sein wird, Ihnen alljährlich den gleichen Betrag anbieten zu können. Die Reich-Hauptkasse ist angewiesen, Ihnen die für das laufende Jahr bestimmte Summe alsbald gegen Quittung auszuzahlen. Der Reichskanzler, s. Bismarck. Mögen die deutschen Männergesangvereine, Liedertafeln, Musikkapellen rc. diesem leuchtenden Beispiele nachfolgen und durch Veranstaltung von Concerten zur .Karl-Wilhelm-Stiftung", deren Hauptausschuß bekanntlich in Crefeld seinen Sitz hat, nach Kräften beisteuern. t Wie man hört, soll, wenn die Verhältnisse dort sich nicht anders gestalten, bei dem nächst zusammentreteuden Reichstag- eine Verlängerung des für Elsaß- Lothrinqen b stimmten Provisoriums beantragt werden. Von den die M.litärleistungen betreffenden Gesetzen sollen in Elsaß Lothringen vorläufig diejenigen cingeführt werden, welche bereits im ganzen Reiche Geltung haben, also die Bestimmungen über Kriegslcistungen, Quartierleistungen, Vorspann und Flurbeschädigung. Die deutsche Bundesregierung hat sich zwar an den Schritten betheiligt, welche zur Erforschung der Thätigkeit der Internationale, rhrcr Stärke und ihrer Verbindungen nothwendig sind; indessen wird dieselbe von allen poliAilichcn Maßregln gegen dieselbe abstehcn und das freie Vereinsrecht den Mitgliedern der Jnternation le keineswegs verkümmern, — womit auch gar nichts bewirkt werden toüiDe. Auf sämmtlichen deutschen Kirchhöfen sollem dem Andenken der im letzten Kriege gefallenen Helden gewidmete Kreuze aufgestellt werden. Eine Gesellschaft, die jetzt in der Bildung begriffen ist, wird die Ausführung dieses Projekts in die Hand nehmen. Der Jahrcscongreß der soci'aldemokratischen Arbeiterpartei für Deutschland findet diesmal in Dresden am 15. und 16. Juli statt. Die Ernennung des Grafen Golochowski zum Statthalter von Galizien in das unlängst vom Reichskanzler Beust dargelegte System Der österreichischen Friedenspolitik eine gewaltige Bresche schießen, denn Golochowski ist, wie uns von guter Seite versichert wird, ein notorischer Ruffenfeind und Verfechter der Ansicht, daß Oesterreich die Mission habe, die ehemaligen gesummten polnischen Landes- kbeile unter seinen Scepter zu vereinigen, weil cs hierdurch allein dir Fähigkeit gewönne, das ihm gefährliche russische Übergewicht zu brechen und seine Existenz auf sicherere Grundlagen zu stellen. Die vom französischen Finanzmin'ster Ponyer-Quertier geplante und von Thiers portirte schutzzöllncrische Politik scheint denn doch nicht allen kompetenten Kreisen in Frankreich zuzusagen, und die bessere Einsicht hat selbst in der National- v rsammlung Platz gegriffen, wie dies aus der Thatsache hervorgeht, daß 160 Deputirte sich zu einem frcihändlerischen Club constituirten. Es ist nicht gut möglich, daß sich die Politiker und Staatswirthe Frankreichs auf die Dauer der auf die allgemeinsten Erfahrungen gestützten Erkenntniß verschließen, wonach nicht die Steigerung, sondern die Herabsetzung der Zölle zu einer Verwehrung der Zoll- Einnahmen führt. Die Deutschen in Kalifornien haben im Ganzen die bedeutende Summe von 130,253 Dollars zum Besten der deutschen Soldaten und ihren Angehörigen gesammelt. San Francisco allein hat von der Summe über 118,000 Dollars beigetragen, während 11,493 Dollars im Innern des Staates zusammenkamen. Nach einem Telegramm aus Bombay wäre der Bürgerkrieg tu Afghanistan wirklich zu Ende; denn cs besagt, daß der Vicekönig von Indien die Aussöhnung zwischen Jakub Khan und seinem Vater, dem Emir Schir Ali, durch seine Vermittlung zuwege gebracht hat. Der König von Birmah hat für das Innere seines Landes den Freihandel eingesührt. i Berlin, 7. Juli. Das Befinden Sr. Maj. des Kaisers bessert sich von Tag zu Tag; die letzte Nacht verlief unter kräftigendem Schlaf, die rheumatischen Schmerzen sind geringer, das Allgemeinbefinden gut. Heute Vormittag nahm der König die gewöhnlichen militärischen Vorträge entgegen, empfing darauf den Wirkl. Geh. Rath v. Balan und hörte den Vortrag des General-Adjutanten, General- lieutenant v. TreSckow. Später hielt der Staatssecretär v. Thiele und der Unter- StaatSsccretär Lehnert Sr. Maj. Vortrag. Das deutsche Central-Comite der Vereine für die Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger hat der von den Mitgliedern stark benutzten Badesaison wegcii seine regelmäßigen Wochensitzungen bis zum 16. August ausgesetzt; bis zu dieser Zeit vertritt General v. Derendahl das Präsidium. — Für die Tagesordnung des Vereinstages zu Nürnberg hat daö Central * Comite folgende beide Themata vorgeschlagen: 1) Austausch über die Erfahrungen, über die Leistungen der deutschen Vereine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger während des letzten Krieges auf dem Kriegsschauplätze und im Jnlande, namentlich in Bezug auf die Vercinsorganisation, auf die Pflegerinnen und das männliche Hilfspersonal, die Sanitätszüge, die Verein-lozarethe und die Vcrein-depots. 2) Erwägung der Mittel zur Sicherung einer fortdauernden und gedeihlichen Friedensthätigkeit der deutschen Vereine und ihrer Bereitschaft für einen künftigen Krieg, mit besonderer Beziehung aus die diessälligen Resolutionen der Berliner internationalen Conferenz vom 27. April 1869 und auf die im letzten Kriege ^°^ren.' 8 »Sen • ) Frütag btn 1 Nachmittags !as Heugras dof t g des 5 Weimar jictenb versteigert r M. \3 Liese am Hamm IO „ daselbst, .18 „ Mischen t der Lahn, Ä „ daselbst, 31 „ daselbst. Dn, den 9. Juli 1 Fr. Müller, c ■) Dienstag dm 1 Nachmittag« n in dem Hause de istian Petri auf d iltene Mobilien, W :c. gegen haare fl ingert werden, üchen, dm 6. Juli k Dienstag den 1: Abends 8 soi im Caf6 Ebel Kladderadatsch, ; Oung, lieber Land Modenwelt, 1 uMMung, West ^rstelgert. httsteizerunz ii Dberförstei 0 Künftigen Monte . Morgens mmWrictMönchn M Weidenseeeck u ^k"d, nochmals ui LKen-Baui W65 Cubihuß, 'MeTannenchau !. Dann werden ! den 18 M Wellen Tannm-'-r Fürstliche ( 1>^Eig !| ■ ^enhcimerg.^ l*Bä SSL *• sii«, i'1 « in den gärten, gemmUr, । üjefaniitMf । ,* $ormitt”85J Lid d-m unW,d LWi C-»>mr Utpiert öfft”1*1* 1 iW. ®h'?.u f&e»* iw» ffli« Steje ein Sben 9- Suli 1 in der Nacht mit dem Dampfer „Victoria und Albert" nach England ab. alles Merkwürdige aufmerksam zu machen. 1887r 96% Spanier, neuest. 3% 31% „ 1223/4 1864r Braunschweiger 18 Vs Stadt Florenz 82% gemachten Erfahrungen. — Hofrath und Professor der Rechte, Dr. v. Held in l Würzburg und der Dr. Brinkmann in Berlin haben es übernommen, dre Debatte , über diese Themata einzuleiten. Das schon erwähnte Projekt einer hier abzuhalteuden europäischen Zoll- ' conferenz behufs möglichster Unifikation der Tarife ist von großer Tragweite. Die i Einladungen zu dieser Conferenz dürften noch im Herbste dieses Jahres für die i ersten Monate von 1872 erfolgen. Man will vermuthen, daß bei diesem Anlasse i zuerst der Eintritt Dänemarks in den Zollverein, welcher aber erst im Jahre 1875 möglich sein würde, zur Sprache kommen wird. f Berlin, 7. Juli. Der deutsche Journalistentag, dessen Wirksamkeit nach außen hin bisher eine sehr bescheidene war, tritt morgen abermals in Breslau zusammen. Die Gelegenheit, ein gutes Werk für die Zeitungspresse zu thun, so- wohl in geschäftlicher Beziehung wie in Sachen der allgemeinen Volksbildung, ist diesmal so günstig wie noch nie; der deutsche Journalistentag könnte den heilsamsten Einfluß auf die Frage der Preßfreiheit ausüben, wenn er sich über ein gemeinsames Vergehen in Bezug auf die Besprechung dieser Angelegenheit zu verständigen vermöchte. Wenn Beispielsweise alle diejenigen Abgeordneten, welche auf dem Reichstage wie in den Volksvertretungen der Einzelstaaten nicht für die unbedingteste Freiheit der Presse stimmen, also für den Wegfall der Consiscationen, für die Aufhebung der Cautionspflicht u. s. w., als Feinde der Freiheit gemeinsam und energisch bekämpft, ihrer Wiederwahl entgegengetreten würde, so mußten die Regierungen bald andere Seiten aufziehen, denn die Abgeordneten würden eine starke Pression auf die letztere auSüben müssen, um sich auf ihren Sitzen behaupten zu können. Die Freiheit der Presse, der Gradmesser der öffentlichen Freiheit im Staate überhaupt und die unerläßliche Voraussetzung für die Erschaffung eines menschenwürdigen Daseins, ist die erste und vornehmste Forderung, welche immer wieder von Neuem in den Vordergrund der politischen DiScusston gestellt werden muß; dieser Pflicht hat sich zumal die Tagesliteratur bisher viel zu wenig unterzogen, und doch ist gerade für sie die unbeschränkteste Preßfreiheit eine Existenzfrage. Ebenso müßten sich die Vertreter sämmtlicher liberalen Zeitungen darüber einigen, in Zukunft keine officiösen Mittheilungen mehr aus dem Berliner Preß- dureau aufzunehmen; die liberale Presse kann nur gewinnen, wenn sie sich ferner nicht mehr zum Mundstück der Argumente und Dementis ofsiciöser Correspondenten hergiebt, die leider nur zu oft auf Kosten der Wahrheit für die jeweilige Anschauung in den Regierungskreisen Propaganda machen. Die Sache der Freiheit würde wesentlich gewinnen, wenn es der Regierung benommen wird, durch ihre Correspondenten scheinbar regierungsfreundliche Essais in äußerlich unabhängige Blätter einzuschmuggeln, um hinterher diese Mtttheilungen als unbefangene Stimmen entschieden liberaler Organe in conseroativen Zeitungen abzudrucken, zum Beweise dafür, wie die Ansicht der Regierung in dieser oder jener Angelegenheit auch von den Liberalen getheilt werde. So wird z. B. die „Magdeburgische Zeitung" London, 5. Juli. Das Kriegsarsenal von Woolwich hat wieder einmal Hohe Gäste gesehen. Der Exkaiser Napoleon und der kaiserliche Prinz statteten ihm einen längeren Besuch ab. Während gewöhnliche Sterbliche am Eingänge zu diesen heiligen Hallen allerlei unbequeme Förmlichkeiten durchzumachen haben, um dann unter Bedeckung eines Polizisten in das Innere geführt zu werden, blieb dem ehemaligen Kaiser der Franzosen und seinem Sohne jedwede Förmlichkeit erspart, bis auf die Bücklinge der Behörden und der militärischen Erfinder, welche sich's nicht nehmen ließen, den hohen Besuch selbst zu empfangen und auf erlegen. Paris, 8. Juli. Parent, welcher speciell mit der Niederbrennung des Börsenquartiers beauftragt war, wurde heute auf der Straße verhaftet. — Schneegans, Deputirter des Niederrheins, hat nach noch ungedruckten Documenten eine Schrift: „Le Siege de Strassbourg“ herausgegeben. — Man spricht davon, die Schiffs- diviston im Pacific noch durch vier Dampferavifo's zu verstärken, da bei den zu erwartenden großen Transporten von Verurtheilten eine doppelte Ueberwachung der Küsten von Neucaledonten nöthig ist. △ London, 8. Juli. Der „Daily Telegraph" meldet: Unter den kommunistischen Gefangenen in der Orangerie zu Versailles sind die Blattern ausgebrochen und werden daher die Gefangenen nach Fontainebleau gebracht. — Man versichert mit aller Bestimmtheit, Pyat befinde sich noch in Paris. gezogen. Antwerpen, 6. Juli. Der deutsche Consul Kind, an der Spitze der in Antwerpen ansässigen Deutschen, empfing den Kronprinzen und die Kronprinzessin von Preußen und begrüßte sie im Namen seiner Landsleute. Der Prinz antwortete in sehr freundlicher Weise. Der Kronprinz und die Kronprinzessin gingen zu solchen Manövern sehr häufig benutzt. Breslau, 5. Juli. Der Schles. Ztg. geht zur Beleuchtung der Vorgänge in Königshütte von dort nachstehende Mittheilung zu: „Nachdem jetzt die Seitens eines Theils der Bergarbeiter der Königsgrube dem Minister für Handel und Gewerbe gegen die Verwaltung der KönrgSgrube eingereichte Beschwerdeschrift bekannt geworden ist, tritt nunmehr die religiös-politische Tendenz, wenn auch weniger der Arbeiter selbst, so doch der Männer, die hinter ihnen standen, klar zu Tage. Außer Erhöhung der Gedinge und Erniedrigung der Communalfteuern verlangen die Arbeiter in der besagten Beschwerdeschrift, daß der FiScuS, „der doch an und für sich neutral, d. h! in katholischen Gegenden katholisch, in evangelischen evangelisch sei", nicht nur bei den Anstellungen der Grubenbeamten die Katholiken mehr berücksichtige, sondern namentlich auch bei der Bestimmung der durch ihn zu ernennenden Stadtverordneten stet- mindesten- die Hälfte aus solchen Katholiken wähle, die die Gemeinde auch dafür anerkenne. (!) Schließlich möge noch darauf aufmerksam gemacht sein, daß laut eine- von Herrn Miarla, dem Redakteur der polnischen Zeitschrift „Katolik" unterschriebenen und veröffentlichten Aufrufs vom 27. Juni in dem sogenannten katholischen Casino schon am Sonntag den 25. Juni darüber abgestimmt worden ist, ob man sich bei den zu erwartenden Excessen zu Aetien. Frankf. Bank 137 Frankf. Vereins-Kasee 105% Darmst. Bankact. 362% Wien Bankactien 741 Galizien 237% Telegraphische Depeschen. A Frankfurt a. M., 9. Juli. Der Kaiser kam heute Morgen 8 Uhr von Berlin hier an und hielt eine Ansprache an die vor den Bahnhöfen aufgestellten Garnisonstruppen (81. Regiment und 5. rheinisches Dragonerregiment), worin er ihre Tapferkeit belobte, und fuhr hierauf durch die vom gestrigen Einzuge noch estlich geschmückte Stabt, überall vom Publikum freudig begrüßt. Die Abfahrt erfolgte 83/4 Uhr mit der Taunu-bahn nach Wiesbaden. Paris, 7. Juli. Perrot de Chenelles ist mit der Untersuchung gegen die Individuen beauftragt, welche unter der Commune sich die Functionen von Polizei» Commissären angemaßt haben. Ungefähr 150 Angeklagte sind in den Händen der Polizei. Die Debois berechnen die Zahl der bis jetzt gefangen genommenen In» surgenten auf 31,000. A Paris, 7. Juli. Wie verlautet, wird gegen Ende dieses Monats oder Anfangs August die Stadt Paris eine Anleihe contrahiren, um den Anforderungen zu genügen, welche die Wiederherstellung ihrer zerstörten Gebäude, die Entschädigungen an die Hausbesitzer und ihre nicht unbeträchtlichen Rückstände ihr auf» befürchtet. In Neuilly wurden auch wieder mehrere föderalistische Offiziere ein- ist nb Annoncen - Bureau Tli. Dietrich & Comp. in Cassel. 1) Wir besorgen Annoncen in alle hiesigen und auswärtigen Zeitungen, Journale, Coursbücher etc. 2) In jedem Falle berechnen wir nur die Orlglnal-Torlf-Prelse und notiren weder Porto noch sonstige durch Vervielfältigung des Manu- scripts und Correspondenz entstehende Spesen. 3) lieber jede Insertion liefern wir auf Wunsch die betreffenden Belege. 4) Bei grösseren Aufträgen und oftmals wiederholten Insertionen schreiben wir einen angemessenen Rabatt gut. 5) Für Annahme von Offerten auf durch uns erlassene Annoncen berechnen wir keinerlei Gebühren. 6) Vorherige Kostenanschläge werden bereitwilligst ertheilt. 7) Unser neuester correctester Insertionstarif steht gratis und franco zu Diensten. Th. Dietrich & Comp., Annoncen-Dureau für fämmtlidje in- und ausländische Zeitungen. Geldsorten. Pr. Cassen-Soh. 1 44%-45% Sachs. „ — Div. Cassen-A. — Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 43—44 „ doppelte 9 44—46 Holl. fl. lOSt. 9 54—56 Dncaten . . 5 35—36 20 Frankenst. 9 22—23 Engi. Sover. 11 55—56 Rusa. Imper. 9 43—45 Dollar in Gold 2 25—26 Actieii. Oest. Creditact. 273% 5O/o östr. F. St. E. B. 391% Lombard. Bahn 166% Ludwigsh.-Bexbach 183% Maxbahn 124% Bayer. Ostbahn 130 Hess. Ludwigsb.-Act. 155 Rhein-Nahebahn-Act. 37% Oberhessen „ 74 Prioritäten« 30/0 öster. Stsb.-Prior. 57% 30/0 öst. s. Lombard 73% 30/g Livorneser 32% 50/0 Toscaner 51% 5% Eliaabeth.-Prior. 78 do. II. Emiss. 76___________ Änleheiwloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 66 Nassau 25 fl. 38% 4O/o bayr. Präm.-Anl. 109 Ansbacher 7 fl. 12 40/0 badische Loose 108 Badische fl. 35 Loose 65% Oestr. fl. 250 v. 1854 75% 1858r Prioritätsloose 168 1860r Loose 82% betheiligen habe oder nicht." Königshütte, 4. Juli. Die Arbeiten in der König-grübe sind bereits wieder vollständig belegt. Die Förderung hat nahezu khre alte Höhe erreicht. Weitere T y Unruhen sind nicht vorgekommen. (Schl. Z ) } '< ZI Mühlhausen, 1. Juli. Die Bevölkerung von Mühlausen fährt fort, ihrer ’ ' wi Abneigung gegen die neuen Verhältnisse einen eben so überflüssigen als oft kin- 41 dischen Ausdruck zu geben. Wenn die preußische Militärmusik durch die Straßen I zieht, fliegen augenblicklich die Fenster zu. Militär - Concerte, welche von Seiten 1 der Beamten einzurichten versucht wurden, scheiterten an der Absonderung der Civilbewohner. Bedenklicher gestaltet sich dieses Demonstriren, wenn z. B. auf Me der Strecke Altkirchen-Mühlhausen Militärzüge mit Steinen beworfen werben. So “ Ull ist vorgestern einem heimkehrenden pommer'schen Soldaten ein Thetl des Gebisses ' Ä durch einen in den Zug fliegenden Stein ausgeschlagen worden. — Seitens der \ schweizer Bevölkerung ist gegenwärtig ein lebhafter Schmuggelhandel im Gange. I- 7M Es wird versucht, sowohl nach dem Elsaß als nach Frankreich von der Schweiz ; ^au- Waaren zu schwärzen. Flintenschüsse werden jetzt schon häufig zwischen Grenz- - <>?solbaten und Paschern gewechselt, und es scheint fast, als wollten sich die schweizer Schmuggler zu förmlichen Banden heranbilden. Paris 5. Juli. Heinrich V. befindet sich seit zwei Tagen in Frankreich, 1 |8 nämlich auf seinem Schloß Chambord. Besondere Freude hatte er bei seiner An» $ V. kauft nicht, da dieselbe mit der Wahl des republikanischen Candidaten Quinot in 1 dem Departement (Jndre-et-Loire) zusammenfiel. — Der Kaiser von Brasilien, : Ed" jetzt noch in England ist, hat ein Hotel in Pari- miethen lassen, wo er einige 7 9tC( Zeit zubringen und auch einem Diner beiwohnen wird, welches Thiers ihm zu Ehren geben will. — Delescluze soll nicht tobt, sondern in dem Anzuge eine- i ----Fiacrekutscher- entkommen sein. — Einer der Hauptanhänger der Commune, der General (früher Journalist) Roger (er befehligte in St. Quen), wurde gestern J. bei seiner Schwester, welche in der Rue Notredame des VictoireS wohnt, verhaftet. Er war ihm gelungen, aus Pari- zu entkommen. Da er aber nicht genug Geld Ag i mit sich genommen hatte, so war er zurückgekommen. Der Concierge erkannte und Jrx. denuncirte ihn. Er wollte zuerst seine Person verläugnen, gab dann aber später 199—vor, daß er der Commune gezwungen gedient habe. Man fand nur 3 Franken frfft bei ihm. — Die Verhaftungen der zweideutigen Frauenzimmer dauern fort. In Belleville, La Billette und Montmartre wird auch fortwährend stark verhaftet. Die Zahl der Personen, die man täglich dort feftnimmt, beträgt 150 bi- 200. Jene Viertel werden fortwährend von Reiterpatrouillen durchstreift, da man neue Excesse!, Borsennachrichten. 8. Juli 1871. Preuss. 4%°. .j Oblig. 97 Frankf. 3%% Obi. 82 Nass. 4% o,o Obi. 96% Kurhess. 4% „ 86 % Gr. Hess. 5% Obi. 102 „ „ 40/0 „ 92% „ r 3%% „ - Bayer. 5% n 100% n 4%% 1jährige 99 - 40/0 1jährige 92% Würtemb. 4%% Obi. 96% Baden 4%% Obi. c. E. L. 96% Oesterr. Silberrente 56% „ Papierrente 48 % w 5% M. eteuerf. — Amerik. Bonds 1881r 99 „ , 1882r 96% . „ 1885r 96% Wecltisei« Amsterdam k. S. 99% Augsburg k. S. 997/8 Berlin k. S. 105% Bremen k. S. 96% Brüssel k. s. 93% Hamburg k. s. 87% Leipzig k. s. 93 London k. s. 118 Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94 Wien k. 8. 95% ditto m. S. — ditto 1. S. --- Disconto 3%% G. Wh ,rinl aut. J S'ngra fr einmal toten ^^gangx « hb«, u tottttn, 1 Echter, ° unb auf 8 Uhr ton mfflefteOien i worin er "juge noch He Abfahrt gegen die eon Polizei. Hänteo Ott lwtaerr 3n- loiats oder sorderungen : Entfchäoi« Oe ihr auf» tet Vörfen« EchneeganS, ine tzchrift: die Schift« bei den zu tblltvachung rolllaunifli- ln-gebrochen ib versichert »ci« S. 99% 8. W'i & 103« < & 96:/g S. 93' 2 & 873/4 8. 93 8. 118 8. - 8. 94 S. WVs S. - 8. - •rteii. 1 U’ g"45 - lp‘ "" S58-b9 S 43-44 9 44-46 9 54-56 b 35-36 9 22-23 1155- 9 43-45 325-26 «.•2 Versteigerungen. .^8) Dienstag den 11. Juli d. I-, Nachmittags 2 Uhr, hfl auf dahiesiaem Rathhause der den Erben Wilhelm Gravelius dahier gehörige: ;i«t Nr. lUKlftr. 2... 135 Acker, zehntfrer, Laggarten, in den hintersten Schreß- gärten, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 6. Juli 1871. In Auftrag: Semmler, Ortsgerichtsmann. Bekanntmachung. 2927) Montag den 17. d. Mts-, J Vormittags 10 Uhr, iofleii bei dem unterzeichneten Post-Amte circa 3'/2 Gentner alte Dienstbücher und ticnstpapicre öffentlich an den Meistbieten- W versteigert werden- Die Verkaufsbe- kmaungen, wie die zu verweigernden Pariere, können bis dahin täglich bei der «rterzeichneten Stelle einaesehen werden. Gießen, den 9. Juli 1871. Post - Amt. L o ch m a n n. Feilgebotenes. | MMtlpMur, pr- Topf 18 und 6 kr., bei Ernst Hermes. 2913) Feinsten ungar. TafelgrieS empfiehlt Emil Fischbach, Seltersweg. 2930) Portland (?erneut, (friche Sendung, Stukkatur-GypS, \ empfiehlt Emil Pistor. Neue Matjes-Häringe empfehlen I. A. Busch Söhne. (2371) Aufgepatztt 2928) Meinen geehrten Kunden in Gießen und Umgegend die ergebenste Anzeige, daß ich den bevorstehenden Markt wieder mit einem großen Lager von Leinwand und Bettzeug besuchen und wieder staunend billig verkaufen werde. Die geehrten Damen ersuche ich, ihre etwaigeu Einkäufe Vormittags bewerkstelligen zu wollen, da Nachmittags der Andrang zu groß ist. Adolph Hensel, Fabrikant, aus dem Königreich Sachsen. 163 = e ®s 2802) Cine freundliche Wohnung (auf Wunsch mit Stallung) ist anderweit zu enthält: Milehverkauf. sucht wird ein mit den nöthigen Sckulkenntnissen die Lehre ge- >. d. Bltts. | 2929) Georg Schä-ser, Uhrenhandlung. Vermischte Anzeigen. 2937) Schilf-Heu zum Verpacken en bei E P i t t h a n Hamburg» Berlin, Basel, Wien, Leipzig, Stuttgart, Zürich, St. Gallen, Genf, am Hamm, daselbst, zwischen der Mühlbach und der Lahn, daselbst, 2935) Für ein braves Mädchen ist rine Stelle bei der Strickmaschine offen. I. 21. Busch Söhne. versehener junger Mann in 1 sucht. Näheres bei der Exped 2933) Ein Hausknecht wird unter günstigen Bedingungen zum 15. August gesucht- Von wem? sagt die Exped. d. Bltts Der Münzthurm. Ein vaterländischer Roman von Georg Hiltl. (Fortsetzung.) — Des heiligen römischen Reiches Reißausarmee. Zu dem Bilde von A. Rößler: Der Soldat der guten alten Zeit. — Aus dem Leben des Herzogs Leopold Friedrich von Anhalt- Von G- Böttger. — Zur französischen Kriegsliteratur. Von einem Elsässer. — Die Friedensbotschaft. Nach dem Gemälde von H. Salentin. — Am Familientische : Wie steht es mit dem Hermannsdenkmal? — Mein Papagei Rosa. Mit Illustration von H. Leutemann. Zu Bestellungen empfehlen sich die Ferber'sche Univ.-Buchhhandlung, E- Heinemann, I. Ricker. Leipzigerstrasse, 46 ; Steinenberg, 29; x Stadt, Neuer Markt, 11; Markt, 17, Königshaus; Kronffrftitstrasse, 1 B; Elsassergasse, 1 ; Obere Grabenstrasse, 13; Place du Molard, 2. 2220) Zn dem früher Loo s'schen -Höfchen, Neustadt Lit. D. Nr. 219, ist zu jeder Tageszeit frische Milch, Rahm und Dickmilch z» haben. : von der Anglo-Swiss Condensed Milk Comp. in Cham ; tmOCllUuC Mllly (Schweiz), pr. Büchse 42 fr., empfiehlt ' 7 v Emil Fischbach, Seltersweg. 2936) Ich habe 2 gute Zithern und 1 Guitarre, sowie stets gute Zithersaiten, zu verkaufen; auch ertheile ich Unterricht im Zitherspielen. Joh. Lerch, Hautboist, Sonnenstraße, bei Herrn H. Bepler, Tapezier. □ftlftr. 268 Wiese 248 „ 278 „ BAASENSTEIN& VOGLER Zeitungs-Annoncen-Expedition, in Frankfurt am Main, Verkauf von MgemMen. 2889) Schweizer- und Rhein-Ansichten, sowie Porträts von ^>hen Männern, mit schweren Goldrahmen eingefaßt und fertig zum Aushängen, sind billig zu haben auf dem Gießener Bahnhof. Zinßerscher Garten. Donnerstag den 1 3. Juli: Abonnements-Concert, 2921) Freitag den 14. Jun, Nachmittags 3 Uhr, oll das Heugras von den zum Schulden- iejen des L. 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W« die L" i'd'« @rr«M in jet • Ä b^rke von 682 fÄS ?* 3ult 187! iä*. se«> hn * 6 vom 1 T/ ®q ilt 6e nt ’rt< So[8< M ‘“'Ä;