Ad). UR: >u. Ion, Mi Pelt citzmburg, ■oleonlll, in voller Ä 9en, Tcturo, e, ie heu aÄbtnt en. ilt rboerbmde- Httrsflafitn nb- ai- p i f a l i t R ,on Leib- jcrind und smögiM rot ist ba§ au^ dem nett uM- ung das lheM jerfldn für alle in der rt tzedenks: wir uniert in in bielrti (1( m dieser be^alb den KSleittn ihn ,ne Säumen ' W'r stnd rornfti^ Preis vierteljährig 1 fi. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition: Canzleiberg 8lt B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiefen. Nr. 38. Donnerstag den 9. März 1871. Bestellungen auf »en Gießener Aujeiger Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abbolen lassen, erhalten denselben für den Monat März zu 20 kr. Amtliche r T h e i I. Erledigung eines Aiiöschrcibens. Betreffend: Die Verhaftung des Johann Stein von Niederaula. Die in unserem Ausschreiben vom 18 v Mts. verzeichmten 11 Coupons spanischer und 2 Coupons türkischer Staatspapiere im Gesammtwerthe von b t Frs. sind wie sich inzwischen e^eben hat fommt 200 fl. m Banknoten — zu Frankfurt gestohlen worden und werden ihrem rechtmäßigen Eiaen- thumer zur"ckg'geben werden was zur Vermeidung von Bedenken beim Vorkommen der W-rthpapiere hiermit bekannt gemacht wird. Einen zwölften spaiü ch n Coupon, 9 r. 15,591 a 36 Pmster hatte der D-eb vor seiner Verhaftung bereits ausgegeben, welcher sich jetzt in unbekannten wänden befindet ®l^en' d°n 7- März 1871. Großherzogliche Poltzeiverwaltnng. ___________________________________ Nover. Vorladung. Nachdem gegen den im Bereiche der Königlich Preußischen 31. Infanterie-Brigade für das 3. Rheinische ^nfanterie-Neaiment Wr 29 Rekruten Adolph Simon, geboren am 24. April 1848 zu Butzbach, im Kreise Friedberg, später in Gießen sich aufhaltend, — Schirmmacher vcn Pro- fS1l°n.T±| Contumacral-Lerfahren wegen Desertion emgeleitet worden ist wird derselbe hierdurch aufgefordert, sich spätestens in dem auf den ^ni V nn Mllltatr-Arresthause zu seiner Verantwortung auberaumten Termine einzufinden wldngelifallv derselbe nach geschlossener Untersuchung in contumaciam für einen Deserteur erklärt und zu einer Geldbuße von 50 bis 1000 Thaler ^rtheilt Coblenz, den 1. März 1871. noHHBnaHBnnn Königliches Corpsgericht des stellvertretenden General-Commandö's 8. Armee-Corps Politischer T heil. Die Zukunft Frankreichs ist in ein tiefes Dunkel gehüllt; der mit schweren Opfern erkaufte Friede hat das Land sich selbst zurückgegeben, aber Niemand weiß, in welcher Weise und durch welche Mittel die Franzosen die Wunden zu heilen suchen werden, die sie durch ihre schwere Verschuldung sich selber geschlagen haben; Niemand weiß, wem von den vielen Rettern, die sich ihnen bereits angeboten haben und noch anbieten werden, sie ihr Geschick in die Hände legen werden. Es ist kein Mittelpunkt vorhanden, um den die ganze Nation sich schaarcn konnte, keine Partei, keine Person, die das volle Vertrauen des Landes genießt. Frankreich befindet sich am Schlüße des furchtbarsten Krieges in einem Zustande völliger innerer Auflösung; seine Regierung ist provisorisch, feine Verfassung ist provisorisch, und die erste schwere Arbeit, die ihm obliegt, ist, sich erst wieder eine geordnete staatliche Existenz zu schaffen: eine Aufgabe, an der die Franzosen während einer achtzigjährigen Periode innerer Kämpfe schon zu oft gescheitert sind, um sich muthig dem Vertrauen hingeben zu können, daß ihnen die Lösung derselben diesmal besser als in früheren kritischen Augen- blicken gelingen werde. Alle die Elemente, deren Kampf seit dem letzten Jahrzehnt des achtzehnten Jahrhunderts Frankreich zerrüttet hat, erscheinen von Neuem auf der pol'.tischen Bühne; alle Prätendenten, alle Parteien drängen sich vor, um die traurige Lage des Staates für ihre Zwecke, für ihren Vortheil auszubeuten. Sie geben sich Rendezvous auf Dem Boden der Republik, nicht um ihre Kräfte zur Begründung einer maßvollen und kräftigen Regierung zu vereinigen, sondern um die Consoli- dirung einer starken republikanischen Regierung zu verhindern, und auf den Trüm- mein cer Republik den Grund zu ihrer eigenen Herrschaft zu legen. In Der Versammlung zu Bordeaux haben die eonservativen wie sie sich nennen, oder die monarchischen Parteien, wie sie im Lande genannt werden, das Ucbergewicht. Aeußerst schwach vertreten sind unter diesen die Imperialisten: ter Imperialismus ist für jetzt todt, und nur die gröbsten Fehler seiner Gegner lvürden ihn in’ö Leben zurücklufen können. Um so kühner erheben die Legitimisten und Orleanisten das Haupt. Ihre Vereinigung würde die Bildung einer Versammlung unbedingt beherrschenden monarchischen Partei zur Folge haben. £b aber die Bemühungen, eine Fusion der beiden Linien zu Stande zu bringen *7 'N der Art, daß der Graf ChamborD von den Orleans als Haupt der Familie und rechtmäßiger König anerkannt würde und dafür seinerseits den Grafen roa Paris adoptirte -- einen besseren Erfolg haben werden als früher, ist sehr zweifelhaft. Zunächst steht dem die schlecht verhehlte Ungeduld der Orleans ent- Ren. Sodann aber ist wohl zu beachten, daß die Orleans in Frankreich als ^ertretet einer ganz anderen Art von Monarchie gelten, als der Graf von khamboro. Der Graf von Chambord ist die Verkörperung des legitimistischen Pnncips, welches in den Augen der Franzosen gleichbedeutend ist mit dem t>er- Mpen ancien rdglme. Es ist oft behauptet worden, daß die große Mehrzahl m Franzosen monarchisch gesinnt sei und wir halten diese Ansicht für vollkom- mn richtig Aber nicht alle monarchisch Gesinnten sind deshalb Anhänger der Wtimen Monarchie; sehr viele Monarchisten würden vielmehr ohne Bedenken ctr Republik den Vorzug vor einer Wiederherstellung der älteren bourbonistischen 2 r sitben. Und daher würde, sobald die Orleans sich auf die viel geplante yusion nnließen, die Mehrzahl ihrer Anhänger sich von ihnen abwenden, sie vutden darin eine Verleugnung des PrincipS sehen, auf welches die Orleans ihre Ansprüche auf den Thron bisher begründet haben. Eine Fusion der Linien ist daher keineswegs gleichbedeutend mit einer Fusion der Parteien. Und ob unter dem betäubenden Eindruck der neuesten Ereignisse die Abneigung gegen das legitimistifche Princip sich mildern wird, ist mindestens sehr zweifelhaft. Aber trotz dieser Spaltung ist die starke Vertretung der monarchischen Parteien tn der Nationalversammlung eine für die aufrichtigen und maßvollen Republikaner bedenkliche Thatsache, um so bedenklicher, da dieselben von den ra- dicalers Republikanern und Socialisten mit noch größerer Leidenschaft, wie von den Monarchisten bekämpft werden. Sie stehen wie 1849 zwischen zwei Feuern, und ihre ganze Hoffnung beruht darauf, daß die Unmöglichkeit, eine Einigung unter den monarchischen Parteien herbeizuführen, einen Theil der Monarchisten zu der Ueberzeugung bringen wird, daß der aufrichtige Anschluß an die Republik daS einzige Mittel sein dürfte, um das Land vor dem Unheil eines Bürgerkrieges zu bewahren und bas Staatsschiff durch die Klippen der Neaction und Anarchie hindurchzustcuern. Ein anderer sehr bedenklicher Umstand ist der, daß fast alle Staatsmänner von Ruf ihre Kräfte in den früheren Kämpfen abgenutzt haben, daß sie nicht auf ein fruchtbares Wirken, nicht auf glänzende Erfolge, sondern nur auf Niederlagen und Jrrtdümer zurückblicken können. Sie sind ergraut im verderblichsten Parteikampfe; sie alle haben die populären Leidenschaften gehegt, die Frankreich so unheilvoll geworden sind; eines schöpferischen, wahrhaft befreienden Gedankens kann sich keiner von ihnen rühmen. Die Scene ist verändert, aber die handelnden Personen sind dieselben geblieben. Ob auch geistig dieselben? Das ist eben die Frage, um die Frankreichs Geschick sich dreht. Wenn inan sieht, wie durch alle Aeußerungen nicht nur der Presse, sondern auch der Staatsmänner der Gedanke an Rache für die Leiden der Gegenwart durchklingt, so wagt man kaum sich Dem Glauben hinzugeben, daß die Leiter des Staates geläutert aus der gewaltigen Krisis hervorgegangen feien. Will Frankreich feine Kräfte nur sammeln, um das alte Spiel fortzusetzcn, fv eilt es rettungslos Dem Abgrunde zu. Frankreich blickt auf eine in vielen Beziehungen glänzende, aber unheilvolle Vergangenheit zurück: was es heut erleidet, ist das Resultat der Thaten Ludwigs XIV., der Republik, Napoleons, und es ist ein treffendes Wort, welches ein großer deutscher Geschichtsschreiber zu Thiers gesprochen haben soll: „Wir fuhren mir Ludwig XIV. Krieg." Diese Periode eines sinnverwirrenden, alle Kräfte des Landes corrumpirenden Glanzes ist äußerlich mit dem Frieden von Versailles abgeschlossen. Will Frankreich zu neuer Lebenskraft erstarken, so muß es dieselbe auch innerlich zum Abschluß bringen und auf neuen Bahnen, auf denselben Bahnen wie andere Völker die Bedingungen eines neuen, geläuterten Daseins suchen. Frankreich trägt nach wie vor die B.Din- gungen einer glänzenden, reichen Zukunft in sich, und Deutschland wahrlich denkt am wenigsten daran, ihm diese Zukunft zu verkümmern. Aber Frankreich muß feine Rettung nicht, wie ein englische Blatt c« ihm wohlwollend an die Hand stiebt, von einem genialen Jngenieurlieutenant erwarten. Frankreich bedarf "vielmehr eines genialen Staatsmannes, Der mit Tocqueville's Einsicht Die Kraft ver- binDet, in das Treiben Der Parteien rnnthig und entschlossen einzugreifen. Frankreich beDaif Der Einkehr in sich selbst, Der inneren Sammlung unD Fassung: c- beDarf erleuchteter Patrioten, Die durch That und Wort ihm Den Weg zur inneren Sammlung und Läuterung zeigen. Was Frankreich erlitten hat, ist eine t f < $ mr 17 sWestfalens Nr 22 (Dbcrfcbteilcn), Nr. 25 (Rheinisch), Nr. 30 selben nicht, wie sie dies bei ihrem Einzüge gethan, sondern marschirten gerade n i 31 sTbürinaisch), Nr. 47 (Niederschlcsien), Nr. 60 (Brau- unter dem Bogen durch, nachdem die Hindernisse aus dem Wege geräumt, und (Rheinisch), )Vc. Ji (^uringt^j, 1 V die Löcher im Boden ausgefüllt worden waren. Wieste, die Triumphirenden, Mit der Entlassung der Landwehren wird bereits in dieser Woche begon- vor dem Denkmal von Frankreichs Triumphen anlangten, zogen die berittenen nen und zwar kommen zunächst die ältesten Jahrgänge zur Entlassung. Die Offiziere an der Spitze der einzelnen Bataillone auf einen Augenblick die Zugel ncn' u a . 8 r . c-t. tMnrfpn e inen ptnitflpti Blick auf die oben einaemeike ten Sleaesrealüer. einen der Garnisonbataillone erfolgt, sobald dieselben nur irgend dispo- ien 'thc mi ?ib Fe nahmen schen Ar dem quartier s 4) Zr ?at 9? bei Auflösung nibel sind. In Md Regierung der Republik dankt ihnen, sie wird immer auf sie zählen, um zu machen, daß Paris eine der ersten Städte der Welt bleibt. Einen Heldentod, der wohl einzig in diesem für die deutschen Waffen so glorreichen Feldzuge wie in der Geschichte überhaupt stehen dürste, starb der Pre- mierlieutenant im Magdeburgischen Dragonerregiment Nr. 6, Gustav v. Trotha. Er war nach der Schlacht von le Mans mit seiner Escadron zur Verfolgung des Feindes detachirt, griff denselben den 17. Jan. in dem stark besetzten Dorfe Force an, und fiel mitten in der feindlichen Infanterie von 40 Kugeln durchbobrt. Der Kaiser hat das Andenken des tapfern Kriegers, der eines so schönen Heldentodes gestorben, dadurch geehrt, daß er dem Gefallenen noch nachträglich das eiserne Kreuz und den HauptmannScharacter verliehen. Berlin, 6. März, lieber den am 3. März erfolgten Ausmarsch der deut- schen Truppen aus Paris liegen bereits die ausführlichsten Berichte in englischen Blättern vor, denen wir Folgendes entnehmen: Die Besetzung und Räumung von Paris ist ohne Massacre und sogar ohne Blutvergießen vorübergegangen. Der Pöbel hatte sich hinter den Barrieren aufgestellt und gezischt, ein paar Steine wurden geworfen, als der Feind den Rücken gekehrt hatte, der eigenen Regierung wurde mit Revolution gedroht, und selbst jetzt ist es noch eine Frage, wie die Geschütze wieder zu erobern sind, welche die Bewohner von Belleville sich ungeeignet haben; aber die von deutschen Offizieren oft wiederholten Worte haben sich be- Wahrheiten „Keine Furcht! Sie werden sehen, daß diese Leute trotz all ihrer Prahlerei nicht das Mindeste ausführen werden." Die Nacht vom Donnerstag auf den Freitag war in aller Stille verlaufen, zum Theil vielleicht deshalb, weil von dem Abzug der Deutschen im Allgemeinen wenig bekannt war, und so kam es denn auch, daß bei Beginn der Räumung Vie Zahl der Zuschauer noch unbe» deutender war, als beim Einzüge. Erst nach und nach, wie die Kunde sich verbreitete und das klingende Spiel der Mustkcorps sie weit hinauStrug, sammelten dichtere Haufen von Neugierigen sich an, um den Durchzug des Feindes unter dem Arc de Triomphe anzusehen. Schon gegen 6^ Uhr hatten die Besatzungstruppen sich zum Appell versammelt und zogen in vollständiger Marschordnung längs der Nordseite der Avenue veS ChampS Elysees ber. Cavallene und Artillerie gingen vorauf und die Trottoir zu beiden Seiten waren von preußischer und bayerischer Infanterie mit Front nach der Straße zu besetzt. Um 8y4 Uhr setzte dann die Spitze der Colonne — aus bayerischer Infanterie bestehend — sich mit fliegenden Fahnen und klingendem Spiel in Bewegung und eine Viertelstunde später waren die ersten Mannschaften unter dem Triumphbogen durchpassirt. Sie umgingen den- an, warfen einen einzigen Blick auf die oben eingemeißelten Siegesregister, einen Blick zurück auf ihre Leute und dann, indem sie ihre Helme hoch über dem Kopfe chwenkten, gaben sie das Zeichen für ein begeistertes Hurrah; in einer Secunde war jeder Helm in der Luft; die Pferde — an diesen plötzlichen Lärm nicht ge- wöhnt — bäumten sich; die Reiter, von der allgemeinen Aufregung fortgerissen, mit geröthetem Antlitz und blitzenden Augen, schwenkten noch immer ihre Helme, während die Leute ihre Kehlen mit nie enden wollendem Triumphgeschret anstreng- ten. Die Begeisterung war ansteckend, und kein Wunder daher, wenn die Zuschauer wehr Scheu als Groll an den Tag legten. Keine Spottrufe entrangen Im N»ent als W in Winz Sei kein bcllin derselbe i: 18. d. hie zum W Beit in A ' Verl tion an de seine Lerm KndeStrau treten zu 1 aber trotzd unterbleibe) wieder zu ( der SBolfee freuen, wc hW zu D Voll iß Todten w Einheit zu Die Sonntag i vorgeßern taget und läiM A zur to mäßigte M mann" if Wtittoitn Aus dem Felde. Epernay. Dem „Fr. I." meldet man vom l.März: Unsere ziemlich fried- lich gewordene Lage ist durch ein kriegerisches Ereigniß unterbrochen worden. Heute sollte ein Detachement vom 8. Landwehrregiment, aus 42 Mann und 2 Officieren bestehend, die schon vor Abschluß des Waffenstillstandes beigetriebene (Kontribution der Stadt Montmirail von circa 200,000 Fr. über Epernay nach Rheims transportiren. Im Walde zwischen Montmirail und Epernay stürzte das Pferd eines nicht mit Geld beladenen Wagens. Der Zug gerieth ins Stocken und die Colonne trennte sich. Die Offiziere zogen mit je einem geldbeladenen Wagen weiter und nahmen nur 6 Mann zur Bedeckung mit sich, während die übrige Mannschaft zurückblieb. Kaum eine Viertelstunde vom Halteplatz entfernt, wurden sie von einer Franctireurabtheilung überfallen. Der Offizier des ersten Wagens wurde von demselben herabgeschossen; er war gleich todt. Dasselbe Schicksal theilten zwei seiner Begleiter, während rcr dritte durch einen Schuß in den Hals schwer verwundet wurde. Der Offizier des zweiten Wagens war so glücklich, sich mit dem Wagen und seinen drei Mann durch schleunige Flucht zu retten. Sühne für altes und neues Unrecht. Erkennt es dies, dann wird es sich mit seinem Schicksal und seinem Gegner versöhnen. Und dann wird es auch die edlen, kostbaren Güter gewinnen, nach denen es bis jetzt vergebens getrachtet hat. ______________________ > t‘nt Der Nachdem die Franktireurs den Wagen, der circa 130,000 Fr. enthalten haben soll, ausgeplündert hatten, verschwanden sie im Dunkel des Waldes. Soeben rückte eine Compagnie vom 2. Reserve-Jäger-Bataillon zu ihrer Verfolgung aus. Nach dem Abzüge der Deutschen aus Paris wurde folgende Bekanntmachung an den Mauern von Paris angeschlagen: Die deutsche Armee räumte heute Morgen um 11 Uhr die Stadtviertel, in welche sie eingedrungen war. Während ihres Aufenthaltes war die Haltung von Paris über alles Lob erhaben; überall wurden die öffentlichen Orte, die Läden aus freien Stücken geschlossen. Linien- und Nationalgardenabtheilungen bildeten zwischen den deutschen Truppen und ber Bevölkerung provisorische Grenzen, denen sie Achtung verschafften. Die sich selbst überlassenen Occupationstruppen haben begreifen können, daß, wenn das Recht zuweilen durch die Gewalt zu Grunde geht, es nicht so leicht ist, die Geister zu bändigen, und daß die Kriegstortur nicht allein die Welt beherrscht. W.r zollen den Bewohnern der Arrondissements, welche die Anwesenheit der Fremden ertragen haben, ein verdientes Lob; sie haben ihre Mitbürger zurückgekaust, die Stadt vor namenlosem Unglücke bwahrt und Frankreich Belfort gerettet. Die Gemeinderäthe des 8., 16. und 17. Arrondissements haben ihre Pflicht mit ebenso viel Eifer als Selbstverläugnung erfüllt. Paris wird niemals genug Achtung für diese ergebenen Magistratspersonen haben, die es in allen Stunden der Gefahr und des Schmerzes neben sich findet. Die Nk Nunbe l 5uw60] ich ihren Lippen, fein Ausdruck der Befriedigung über den Abzug des Feindes. Das Benehmen des Volkes schien anfänglich ein würdevolles zu sein, aber es war den Deutschen nicht gestattet, diesen Eindruck von den Parisern mit nach Hause zu nehmen. Schon während noch zahlreiche Regimenter unter dem Triumphbogen durchzupassiren hatten, krachte plötzlich ein Schuß. Ein Schauer fuhr durch das versammelte Volk. Aber es war nichts; die Deutschen marschirten ruhig fort. Als aber die lange Colonne ihrem Ende nahe kam, und die Occupation von Paris schon fast vorüber war, begann der Pöbel übermüthig zu werden. Er drängte vorwärts auf eine Schwadron von den 15. Dragonern zu, denen die Aufgabe gestellt worden war, ganz Paris zurückzuhalten, bis die Avenue von dm übrigen deutschen Truppen frei sei. Der Pöbel schrie, schimpfte und pfiff, aber nach dem Triumphgeschrei Der Deutschen klang alles dies sehr erbärmlich, und die paar Dragoner behaupteten Den Grund mit aller Gemüthlichkcit. Sie sprengtet! auf die Volksmaffen zu, und die muthigen Großmäuler stoben auseinander. Inzwischen war Der größere Theil der Nachhut gleichfalls unter Dem Bogen berge- sprengt; eine bloße Handvoll blieb noch übrig, als die Straßenbuben und der Abschaum des Pöbels neuen Muth schöpfte. Das Pfeifen wurde lauter, hie und Da hob Einer, Der sich in sicherer Distance hinter seinen Genossen befand, einen Stein aus und schleuderte ihn, ohne jedoch zu treffen, aber Die Dragoner ließen sich dadurch nicht aus dem Humor bringen, sie patrouillirten im Halbkreise herum, und hielten das Volk zurück. Bald darauf kam ein Wagen mit einigen Offizieren in Jnterimsunisorm aus einer Seitenstraße heran. Die Offiziere sahen so ver- theidigungSlos aus, daß der Pöbel nicht zögerte, sie mit Steinen und Schmutz zu bewerfen; aber ruyig fuhren sie weiter, zwei oder drei Dragoner jagten um den Wagen herum, und als der Wagen durch Den Triumphbogen fuhr, warfen Die Offiziere Der eroberten Stadt Kußhände zu. Einige Minuten, nachdem die letzten feindlichen Truppen aus Sehweite verschwunden waren, kam französische GenS- ^esonde 788) Men@erii ^ogen w , V Die H scheid', y,Qnuar l. fe ^7 veni Berichte des früheren franzöflscktcn Mttttärbevollrnächttgten am preußischen Hofe, Obersten Stoffel, an die französische Regierung über die Schlag, fertigkcit der norddeutschen Armee befindet sich u. a. ein Passus, in welchem er seine Persönlichen Bemerkungen über die politisch- Lage kurz vor Ausbruch des Krieges niederlegt. Veranlaßt durch die direkte Krage des Kaisers Napoleon an ibn welche Ansicht er über die Chancen eines Krieges mit Preußen habe, stellt Oberst Stoffel folgende vier Punkte auf: 1) Der Krieg ist unvermeidlich und von einem unbedeutenden Umstand abhängig; 2) Preußen hat nicht die Absicht, Krankreich anzugreifen, cs wünscht keineswegs den Krieg und wird alles Mögliche thun, um ihn zu vermeiden; 3) ober Preußen hat einen hinreichend klaren Blick um zu erkennen, daß der Krieg, den es nicht wünscht, unfehlbar zum Aus- bruch kommen wird, und es bietet alle feine Kräfte auf, um nicht überrascht zu werden, wenn der verhängnißvolle Zwischenfall eintreten wird; 4) Frankreich hat tttgen [einer Sorglosigkeit. Unbedachtsamkeit und vor allem wegen seiner Unkennt- niß der Lage nicht denselben klaren Blick. — Wie richtig! |aa ft' D Pn»js“11 ,«i» 3"ie 2romm*'n prussiens ■ empereurs die Deutsct W 8rti,ta auMerhc Mag« all und W vir Paris« Eine beDeutungSvolle Erläuterung zu Dem Telegramm Des Kaisers Alexan- Der an Den Kaiser Wilhelm nach Versailles bringt Der brüsseler „Nord." Dieses Den officiellen Kreisen Petersburgs nahestehende Blatt schreibt nämlich: „Der Kaiser hat sich in seiner AntwortSDepesche nicht über einen grausamen uno Frankreich bedrückenden FrieDen, sondern über Den FrieDenSschluß gefreut, Der Dem Blutvergießen, Der Anhäufung von Unheil und Der Zerrissenheit Europas ein Ende machte. Wenn ein Souverän Dazu Das Recht hatte, so ist es sicherlich Der Kaiser Alexander, Der einzige unter allen Regenten Der sechs Großmächte von Europa, welcher während seiner sechszehnjährigen Regierung nie Die Initiative zu einem Krieg ergriff. Er war Der gekrönte Friedensstifter, Dessen persönliche Intervention in Der luxemburger Angelegenheit mittels einer ehrenvollen Trans- action Den DrohenDen Ausbruch eines Conflicts verhinderte und auf Dtefe Weise von Frankreich eine Katastrophe abwendete, die ihm später so verderblich ward, und welche die wiederholten freundlichen Vorstellungen des Petersburger Eabrnets DieseSmal nicht zu beschwören vermochten. Möchten Doch Die Durch Das Unglück ihres Landes geläuterten Gemüther in Frankreich eine nützliche Lehre aus per Vergangenheit ziehen. Nach dem italienischen Kriege und nach Der Annexion von Savoyen und Nizza bereitete sich eine Koalition, Deren Urheber England und Oesterreich waren, gegen Frankreich, Das Der Gegenstand Der Beunruhigung und Der Eifersucht Dieser beiden Mächte geworden. Die Koalition erwartete, um in’« Leben zu treten, nur Die Zusage Der Zurückhaltung Rußlands ab. Die Weigerung De« Kaisers verscheuchte dieses furchtbare Gewitter. Napoleon Ul. constatirte in seiner am 5. November 1863 gehaltenen Thronrede den ihm vom Kaiser Alexander geleisteten ungeheuren Dienst mit Den Worten: „Ich zögere nicht, zu erklären, Daß während des Kriegs in Italien wie gelegentlich der Annexion von Nizza und Savoyen Der Kaiser Alexander mir Die aufrichtigste und cordialst. Unterstützung zu Theil wereen ließ." Wie hat nun der Kaiser Na- poleon Diese aufrichtige und cordiale Unterstützung gelohnt < Im Moment Der polnischen Insurrektion regte er einen Diplomatischen Aufruhr gegen Rußland an. Das Umschlagen Desselben in einen allgemeinen Krieg gegen Den Monarchen zu verhindern, Dem Der Kaiser Napoleon Den frieDlichen Genuß Des Erwerbes seiner Siege zu verDanken hatte, hing nicht mehr von Dem Kaiser Der Franzosen ab. Dagegen hat Die Neutralität Des Kaisers von Rußland jetzt hingereicht, um Den entscheidensten Ereignissen ihren freien Lauf zu lassen und zu gestatten, daß Die ausgedehntesten Modificationen Der europäischen Verhältnisse sich consolidiren können. Frankreich kann heute klar sehen, was Die „entente cordiale“ werth war, Die seit Dem Krimkriege Die Wurzel aller napoleonischen Combinationen ge- wesen und welcher stets Die guten Beziehungen zu Rußland geopfert wurden." Ein berliner Corresponoent Der „Kgsb. H. Ztg." hat berechnet, tote theuer Den Franzosen Das zweite Kaiserreich gekommen ist. Der Krimkrieg hat Die Staatsschuld um mehr als 8 Milliarden Franken vermehrt, Der italienische Krieg fügte dazu 1V2 Milliarden, Die Expedition nach China und Mexiko eine weitere Milliarde, so daß die Gesammtkosten Der kriegerischen Unternehmungen Frankreichs vor 1870 sich ohne llebertreibung auf 11 MilliarDen berechnen lassen. Veranschlagt man nun Die Kosten Des gegenwärtigen Krieges auf 4 bis 5 Milliarden unD rechnet Dazu Die 5 Milliarden Entschäd'gung, welche binnen 3 Jahren an Deutschland gezahlt werden sollen, so findet man, daß Frankreich seine Gloire unter Der Führung Napoleons III. mit runden 20 Milliarden bezahlen muß. Zur Besetzung von Elsaß-Lothringen sind Dem Vernehmen nach vorläufig bestimmt: Die Ulanenregimenter Nr. 4 und 15, Die Dragonerregimenter Nr. 10 und 14 und Die Jnsanterieregimenttr Nr. 5 (Ostpreußen), Nr. 14 (Pommern), lil '«•U 11 “’J in t,! 8«« ’ Mbit« 'n«, t.«„ l”[’ U« ,i'J ^"kgstokim ^iffemeriK, '' !>e hübki dcht unt ln3 erfüll, ’nen W. Dix 1 iu vachiz, || rb der fe, ’ k- Troi^ ■’olgang tti Efe jont ^brt. Du HkldeMkj düS eifcTBt ch ter btiii, n rngüfitzk! aumung t?i ingen. h paar Stein n Rkginüüz ige, wie tu ch angteigiü ben sich K ?? all i|m Danner^; k-hüb, ff> oot so kt noch unh ike sich vtt- üaiutltta i enter tem ingetrupptn läng« ter Oerie ging« ti baperifa« ktzlt Uno tit mit JiffiinM (pater vorn »gingen den- hinell gerat! /räumt, uti uLiphtrendez ie berittenen it die Zügtl egißer, eivei it tem Stopfe rinn 6tcuiH Liv nicfct tg fortgenp ir ibn W [drei anfN wenn btt 36 rüft entränge« ui gtiütK Htm, *5 iferu M: kr tem auer f°hl * glslhiltei r“' tic DtfW* ,8 werten- ’ oin, । vflt wf» 6‘, eie • k°S'" läster, V" Ä- r*’’ d'armerie und Linie heran, und setzte jedem weiteren Nachfolgen des Pöbel- ein Ziel. Nachdem die Truppen Paris verlassen hatten, hielt Kaiser Wilhelm abermals eine Heerschau über etwa 30,000 Mann. Der Kaiser kam nicht nach Paris, wie Viele erwarteten, aber der Kron- prinz fuhr gestern gegen 3 Uhr in einer offenen Equipage die elyseeischen Felder entlang und viele hohe Offiziere ritten mit ihrem Stabe ein. ES war ein Gala- tag für Deutschland von den Thoren der Hauptstadt bis zum Concordienplatze. Prinz Ludwig von Württemberg, der für den Kaiser gehalten wurde, hatte viel vom französischen Pöbel auSzustehen, der einmal sogar den vergeblichen Versuch machte, des Prinzen Vorbeifahrt zu verhindern. Inzwischen hat die Nationalgarde wieder mit ihrem Marschiren und ihrem Trommeln ongefangen. Der allgemeine Ruf heißt jetzt nicht mehr „A bas les Prussiens!“ sondern „Vive la republiquel“ ic. „A bas Thiers, les rois et les empereurs!“ — was in Wirklichkeit nur beißt „Vive Fanarchie!“ Jetzt wo die Deutschen abgezogen sind, wird die wirkliche Drängniß der Pariser beginnen. Am Freitag Morgen wurde ein neues Regiment armirt, um die Ordnung besser aufrechterhalten zu können. Spätere Nachrichten melden, daß Paris am 3. Nachmittags allmälig wieder fein gewohntes Aussehen anzunehmen schien, daß Läden und Cafes auf den Boulevards wieder wie gewöhnlich geöffnet waren, und daß die Pariser die gute Haltung der deutschen OccupationStruppen eingestanden. Darmstadt, 7. März. Dem Vernehmen nach werden das 4. Infanterie- Regiment und das 2. Jäger-Bataillon, welches als solches aufgelöst und jenem als Füsilier-Bataillon zugetheilt werden wird, bei ihrer Rückkehr aus dem Felde in Mainz Garnison erhalten. Berlin, 6. März In Bezug auf die Rückkehr des Kaisers ist zwar noch kein bestimmter Termin angesetzt, doch hält man in hiesigen Hofkreisen dafür, daß derselbe in Gemeinschaft mit dem Kronprinzen und dem Grafen Bismarck am 18. d. hier eintreffen werde. Darnach würde also der RetchSkanzler nicht bis zum Abschluß der Friedensverhandlungen, die doch jedenfalls noch eine längere Zeit in Anspruch nehmen werden, in Brüssel verbleiben. Berlin, 6. März. Mehrere hiesige Geschäftsleute baben sich zu einer Petition an den Reichskanzler vereinigt, in welcher sie den Grafen Bismarck bitten, seine Vermittelung gegen das gerüchtweise gemeldete Projekt einer allgemeinen Landestrauer von längerer Dauer zu Ehren der gefallenen deutschen Krieger ein» treten zu lassen. Wir theilen die geschäftlichen Motive der Petenten nicht, stimmen aber trotzdem mit ihnen in dem Wunsche überein, daß die Landestrauer ganz unterbleiben möge, denn Deutschland, nach langer, langer Erniedrigung endlich wieder zu Ehren gekommen, hat trotz der ungeheuren Opfer, die stets im Andenken des Volkes fortleben werden, allen Grund, sich seiner staatlichen Wiedergeburt zu freuen, während die Anordnung einer Landestrauer von Obrigkeitswegen nur zu leicht zu Mißverständnissen im Auslande Veranlassung geben könnte. Das deutsche Volk ist gemüthsreich genug, um den Ernst oeS Gedächtnisses für die theuren Todten mit der stolzen Freude über die Erhebung der Nation zu harmonischer Einheit zu verklären. Die Rückkehr des Kaisers ist hier bestimmt zum nächsten Sonnabend oder Sonntag in's Auge gefaßt. Der Salon-Reisewagen Sr. Majestät ging bereits vorgestern von hier nach Frankreich ab. Im Bundesrathe ist durch die bedeutend verzögerte Berufung des Reichstages und die bisher erledigte Behandlung der Vorlagen, deren Mehrzahl eine längere Arbeit feilens der Ausschüsse erfordert, gewissermaßen ein? Vertagung bis zur Berufung des Reichstages eingetreten. In Folge dessen sind mehre Bevollmächtigte in die Heimath abgereist. München, 6. März. Nach einer Mittheilunz der „Correspondenz Hoffmann" ist vom Könige angeordnet, daß am künftigen Sonnabend ein Trauer- gottesdienst für die gefallenen Krieger, am Sonntage eine kirchliche Friedcns- feter in fämmtlichen P-arrkirchen des Königreichs stattfinde. Offizielle militärische Nachricht. Ferrieres, 7. März. Seine Majestät der Kaiser und König nahmen heute die Parade des 12. königlich sächsischen, des 1. bayerischen Armee-Corps, sowie der württembergischen Feld-Division auf dem Schlachtfelde bei Villiers ab und verlegten darauf das Hauptquartier nach Ferneres. v. Pod bielsky. Telegraphische Depeschen. A Hamburg, 7. März. OsficielleS Wahlresultat: Roß 5631, Banks 5173, Wolffson 4928 Summen. Als Gegenkandidat war der Lassalleaner Schallmeyer aufgetreten. 4- Bordeaux, 6. März. In der Nationalversammlung brachte Louis Blanc einen Antrag ein, welchen er selbst als schmerzlich, aber unumgänglich bezeichnet; er fordert, daß die Mitglieder der Regierung der Nationalvertheidigung zur Rechenschaft gezogen werden sollen wegen der Weise, in welcher sie seit dem Anfänge der Belagerung von Paris bis zur Kapitulation ihre Gewalt auSgeubt haben. Der Antrag ist von mehreren Mitgliedern der Versammlung mit unterzeichnet. Clemenceau und Tirard unterstützen denselben. DeleScluze beantragt die Anklage, und Verhaftung der Mitglieder der 23er* theidigungsregierung als des Hochverraths schuldig. Ein Deputirter beantragt die Verlegung der Versammlung an einen anderen Ort als Paris. Thiers bittet, über diesen Antrag unverzüglich zu entscheiden. Gambctta ist nach seiner Vaterstadt Cahors abgereist. Changarnier ist sehr leidend. 4- Brüssel, 7. März. Die in Belgien internirten französischen Soldaten werden am 9. und 10. März an die Grenze geführt und von der Eisenbahn unentgeltlich befördert werden. 4- Loudon, 6. März. Unterhaus. Disraeli kündigt eine Interpellation für morgen an: ob der Regierung bekannt fei, daß im vorigen Jahre ein Vertrag zwischen Rußland und Preußen hinsichtlich des Krieges zwischen Frankreich und Preußen unterhandelt wurde, und ob die Regierung im Besitz dieser Nachricht war, als Odo Russell beauftragt war, sich nach Versailles zu begeben, um Bismarck zu consultiren. A London, 7. März. Laut osficieller Mittheilung ist Childers zurückgetreten. Göschen ist zum ersten Lord der Admiralität, StanSfild zum Präsidenten des Armengesetzcollegiums und Boxter zum dritten Lord des Schatzes ernannt. A London, 7. März. Die „Daily News" meldet aus Paris vom 6. d.: Favre und Simon haben ihre Demission angeboten. ThierS bestand daraus, daß sie bis nach dem Ablauf der jetzigen Krisis verbleiben sollten. Die „Times" zeigt in ihrem Cityartikel die für den 14. März bevorstehende Emission einer russischen Anleihe an. — In Paris sind große Massen gefälschtes Papiergeld der Republik in Umlauf. 4- Rom, 7. März. Der Papst hielt ein geheimes Conststorium, in welchem eine von drei Mitgliedern der Gesellschaft Jesu redigirte Allocution zur Verlesung gelangte. Dieselbe enthält einen heftigen Angriff gegen die Urheber der in Rom seit Slptcmber vollzogenen Thatsachen, weist jeden Gedanken einer Annahme der von Italien angebotenen Garantien zurück, beklagt den Krieg zwischen Frankreich und Deutschland und die traurige Lage, in welche Rom versetzt wurde, und gedenkt der stattgehabten Ueberschwemmung Roms. Die Allocution spricht den Dank für die Beweise der Anhänglichkeit seitens der Gläubigen und die Hoffnung auf die göttliche Vorsehung aus. Schließlich werden Ernennungen für mehrere erledigte Bischofssitze verkündigt. Borsenaachrichten. 7. März 1871. Preuss. 41/2°/ü Oblig. 94V4 Frankf. 31/2% Obi. «t3/e Nass. 41/2% Qbl. 943/4 Kurhess. 4% „ 853/i Gr. Hess. 5% Obi. 101 % „ 4% n 931/2 n 31/2% w — Bayer. 5% „ — „ 41/z 0/0 1 jährige 961/4 „ 40/0 1jährige 90‘/4 Würtemb. 4V2 % ObL 870/0 östr. F. St. E. B. 3691/2 -jombard. Bahn 1643/4 Lmdwigsh.-Bexbach 169 tfaxbahn 111 layor. Ostbahn 1261/2 iiess. Ludwigsb.-Act. 142 Llsenzbahn-Actien 851/4 Dberhessen „ 7O'/2 Prioritäten. */o öster. Stsb.-Prior. 553/s Vo öst. s. Lombard 73 */o Livomeser 3PÖ Vo Toscaner 503/| 50/0 Elisabeth.-Prior. 771/2 do. II. Emiss. 76 Anieliensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 641/2 Nassau 25 fl. 38V8 4O/o bayr. Präm.-Anl. 108 Ansbacher 7 fl. 12 40/0 badische Loose 108 Badische fl. 35 Loose 593 4 Oestr. fl. 250 v. 1854 70 1858r Prioritätsloose 1561/2 1860r Loose 78 1864r „ 1171/2 Braunschweiger 163/< Stadt Madrid 217/a WecHeei. Amsterdam k. s. 1001/4 Augsburg k. 8. 997/6 Berlin k. S. 105 Bremen k. S. 97 Cöln k. S. 1047/8 Hamburg k. S. 88I/4 Leipzig k. S. 105 London k. s. 1191/2 Lyon k. S. — Paris k. S. 94i,2 Wien k. s. 951/2 ditto m. s. — ditto 1. s. - Disconto 3W Vo G. Geldsorten. Pr. Cassen-Soh. 1 447/g-45i/8 Sachs. „ — Div. Cassen-A. — Pr. Friedrdor 9 58i/2—59*/2 Pistolen . . 9 45—47 „ doppelte 9 48—50 Holl. fl. IG St. 9 54—56 Ducaten . . 5 35—37 20 Frankenst. 9 27—28 Engi. Sover. 11 55—59 Russ. Imper. 9 43 — 48 Dollar in Gold 2 27—28 Allgemeiner Anzeiger. Besondere Bekanntmachungen. 788) Im Firmen-Register des unterzeichneten Gerichts sind heute folgende Einträge vollzogen morden: 1) Die Inhaber der Firma: „Emmelius 4c Scheid", Namens Earl Emmelius und Louis Scheid zu Gießen, haben mit dem 1. Januar l. I. ihr Cigarren-Fabrikations- Geschäft aufgelöst und ist die Firma erloschen. 2) Louis Scheid zu Gießen betreibt daselbst seit 2. Januar 1. I. eine Cigarren- sabrik mit Handel en gros und hat seiner Ehefrau Louise, gebornen Glöckner, daselbst Procura er heilt, 3) Isaak Hanau zu Gießen als Inhaber der Girina: „Gebrüder Kaufmann" daselbst hat seinem Sohne Eduard Hanau von da am 2. d. Mts. Procura ertheilt. Gießen, den 3. Februar 1871. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. __M uhl, Stadtrichter. B e k a 11 n t m a ch u n g. 792) Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nachbenannte Urkunde, Schuldschein der Sparkasse in Hungen vom 15. Mai 1869 Nr. 3638 über 450 fl. dem Kirchenvorstand zu Dorfgill gehörig, verloren gegangen ist. Der Inhaber derselben wird aufgefordcrt, bis zum 10. Mai d. I., Vormittags 8 Uhr, bei unterzeichneter Gerichtsstelle anzuzeigen, ob er aus deren Besitz Rechte herzuleiten vermöge, als sonst nach fruchtlosem Ablaufe dieser Frist gedachter Schuldschein für kraftlos erklärt und ein, lediglich an der Ger rich.sthüre angehängt werbendes, Amorti- sations-Decret erlassen werden würde. Hungen, den 2. März 1871. Grobherzogliches Landgericht Hungen. l)r. Irle, Pilger, ______Landrichter. Landgerichts-Assessor. 768) Die Ausloosung der Haupt- und Ergänzungs-Geschworenen für das Schwurgericht der Provinz Oberhessen vom zweiten Quartal 1871 soll » Dimstag den 14. März 1871, Vormittags 11 Uhr, in öffentlicher Sitzung GroßherzoglichenHof gerichts in dem Hofgerichtsgebäudc vorgenommen werden. Gießen, am 6. März 1871. Der Präsident Großherzoglichen Hofgerichts der Provinz Oberhessen: Dr. 'Buff. vt. Ebel- Versteigerungen. 412) Donnerstag den 23. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll aus dahiesigem Rathhausc die dem Friedrich Carl Julius Orth und Ehefrau Friedericke, geb. Helm, zustehende film Nr. OJnftr. V1077 6 Hofraithe bei der Kirche öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 7. Februar 1871. Großhcrzogliches Ortsgericht Gießen. ______Semmler, Ortsgerichtsmann. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 769) Montag den 13. März 1871, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Distrikt Unierhaag, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 123/< Stecken Eichen-Scheidholz, 5O‘/4 „ „ Prügelholz, 73 „ „ Stockholz, 2065 Wellen „ Reisholz, 98V4 Stecken 9tadel-Prügelholz, 24% „ Stockholz, 305 Wellen „ Reisholz, 1 Stecken Birken-Prügelholz, 30 Wellen „ Reisholz. Die Zusammenkunft ist auf der Schiffen- berger Chaussee, an der 2. Schneise. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1- Juli V I. gestattet. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 7. März 1871. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ________________Vogt._____________ Holzversttiqerung. 793) Donnerstag den 16. d. M-, von Morgens 10 Uhr an, sollen im hiesigen Gemeindewalde, District Kirschbcrg: 58 Stämme vorzügliches Eichenbauholz, (worunter Stämme von 60 Fuß Länge und bis zu 325Fubikfuß) im Ganzen 5986 Onbikfuß enthaltend, und 7 Buchen Stämme von 429 Cubikfuß, meistbietend versteigert werden, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Roßbach, den 7. März 1871. Der Bürgermeister: F ä u e r b a ch n'fftn I nah n ül|i zu gt ww n Zi n joiL leichü dies« en J n 8 st :r ,'o rhle» ifurf ha u I E rr? he zu >ea eist :d» am ren faj vii iß .bet ivch om. •» Feilgebotenes. Buckskin und Manufaetur- August MontauuS '* ßtfttli Können!' / Ludwig Lang Marktstraße 25, vis-ä Die empfohlen. — Cataloge gratis & franco. (716) Vermischte Anzeigen ihnen re! 11850 jußutc mrganzene Ve WcsetzeS auch mzchhcn seii [um Antritt Annahme abe «1) Häckselmaschinen, Dickwurzmühlen, Oelkuchen- brecher der verschiedensten neuesten Construction, stets vorräthig bei Georg Nenzel sMaschinenfabnk.t iuf bem Sii W 677) Wegen Geschästöveränderung sehe ich mich veranlaßt, mein Tuch waarcn-Lager gänzlich zu Fabrikpreisen auszuverkaufen. Muster werden während dem Ausverkauf nicht ausgegeben. Gießen, den I. März 1871. 766) Drei möblirte Zimmer für zwei einzelne Herren werden gesucht von Fr. Berg, Wolkengasse. Bermiethunge». 717) Ein Zimmer mit Cakünet, möblkrt oder uvmöblirt, ist zu vermiethen. Selters- berg E. 3, im 1. Stock. 743) Mehrere Milchkuuden gesucht bet Dienstmann Müller, Neuenbäuen B. 85. 786) Em weißes Pinscher-Hündchen ist entlaufen. Dem Wiederbringer eine gute Belohnung. Abzuliefern bei _____________Karl Hei l, Dienstmann. E ngels - Stiftung Am 24. März werden die Zinsen der von dem Stadtoorstand zum ehrenden Andenken des Geh. Kirchenraths Dr. Engel gemachten Stiftung an 10 arme und würdige Familien vertheilt. diejenigen Familien, welche sich um dieses Vermächtniß bewerben zu können glauben, wollen sich bis zum 20. März bei den Geistlichen, dem Großh. Bürgermeister, oder den übrigen Mitgliedern des Kirchenvorstandes inelden. Gießen, den 7. März 1871. G. Land mann, Pfarrer. Die Samcnhstndliing „zum ftciucriicn Hans" von Georg Andreas in Frankfurt a. M., Markt 44, hält ihr Lager in allen Gattungen Gemüse-, tandwirthschastlichen-,Wald-LBlumen-Samen en gros & cn detail unter Zusicherung reellster und billigster Bedienung bestens J^d)IUillbC & Maschinenfabrik in Chemnitz, Specialitat für Bierbrauerei-Einrichtungen, vertreten durch Kienze 8t Wehrfritz, Civil - Ingenieure in Cassel, Weserthor Nr. 9, durch welche Pläne, Kostenanschläge ic. bereitwilligst vorgelegt werden. (631) Gesuch eines älteren Frauenzimmers, welches sich der vollständigen Pflege eines kleinen ft in» des, den Tag über, unterziehen kann. Näheres Seltersweg C. 77 im Nebenhaus. Wtzl! M -los tii linun DnH ßchnUvS zn1 Bü o |fo erheblich wtworvtn i|), lBäpern, von Die in Frankreich (fi wi Nw 109,589 Tha die Occupatio erhalten hat, »achlommn t 4 3n der "Arg ter tu ^ensfeier gefj l>oün und (i, Kationen nic Steren Grün sälhlich eine wiikde, unk> g 'm-« vch tg n»ir J1 Eine ar “•"Mlioutti, i Mtoj । A *»' e,;,S II 'Sl ' ‘in a" ®‘«l i llÄ $i § Mein Tuch und Bukskin-Lager, zu billigen und festen Preisen, empfehle bestens. ' 1 f.27 Bekanntmachnn g. Nach 8- 15 der Telegraphenordnung für die Correspondenz auf den Linien des Telegraphen-Vereins rc. von 1868 hat der Aufgeber einer Depesche das Recht, dieselbe zu recommandiren. In diesem Falle wird die Depesche von allen Stationen, welche bei der telegraphischen Beförderung, beziehungsweise Aufnahme mitwirken, vollständig kol- lationirt und die Bestimmungsstation sendet dem Aufgeber telegraphisch, unmittelbar nach der Bestellung an den Adressaten oder nach der Abgabe an die Weiterbeförderungsanstalt, eine Rückmeldung mit genauer Angabe der Zeit, zu welcher die Depesche dem Adressaten, beziehungsweise der Weiterbeförderungsanstalt zugestellt worden ist. Die Einführung der recommandirten Depeschen hatte den Zweck, dem correspon- direnden Publikum ein Mittel zu bieten, die Wahrscheinlichkeit einer correcten Ueber- mittelung seiner Depeschen an den Adressaten, so weit dies bei der Natur der telegraphischen Betriebsmittel überhaupt zu erreichen ist, zu vermehren. Erfahrungsmaßig werden recommandirte Depeschen jedoch nur in sehr geringer Zahl aufgegeben, muth- maßlich weil die Taxe für die Recommandation gleich derjenigen für die eigentliche Depesche ist. Um nun dem correspondirenden Publikum ein ferneres Hülfsmittel zu bieten, sich eine correcte Uebermittelung seiner Depesche, — so weit es thunlich und nöthig ist, — zu sichern, soll vom 1. Juli c. an versuchsweise im internen Verkehr das Recht der Recommandirung, wie solches durch 8- 15 der Telegraphenordnung gewährt ist und auch noch fernerhin in Geltung bleiben wird, dahin erweitert werden, daß der Aufgeber einer Depesche, welche nach einem Orte innerhalb des Norddeutschen Telegraphengebietes gerichtet ist, die Vortheile der Recommandation auf einzelne Theile seiner Depesche beschränken kann, ohne verpflichtet zu sein, gleich das Doppelte der Gechmmttare zu bezahlen. Zu diesem Zweck bat der Aufgeber diejenigen Worte, Zahlen, einzeln stehenden Buchstaben oder Buchstaben-Gruppen (cfr. $.14, 6 der Telegraphenordnung), deren correcte Uebermittelung er vorzugsweise für notwendig hält, damit die Depesche ihren Zweck erfüllen könne, zu unterstreichen. Jedes unterstrichene Wort rc. wird bei der Ermittelung der Wortzahl, abweichend von den allgemeinen Bestimmungen des $. 14, 7 der Telegraphenordnung, doppelt gezählt, dafür jedoch von allen bei der Beförderung refp. Aufnahme der Depesche betheiligten Stationen collationirt werden. L ^Gelangt trotzdem ein solches unterstrichenes Wort rc. entstellt in die Hände des Adressaten, so daß die Depesche nachweislich ihren Zweck nicht hat erfüllen können, so werden deni Aufgeber auf desfallsige rechtzeitige Reclamation die für die Depesche gezahlten Gebühren zurückgezahlt werden. Im Falle der Verstümmelung nicht unterstrichener Worte rc. bei unrecom- mandirten Depeschen werden fortan die Gebühren nicht zurückerstattet. Berlin, bell 13. Juni 1869. Der Bundeskanzler. Im Auftrage: ________________________________________________________D c l b r ü ck. »0 , । Drei Millionen Thater i-Vi3 dem Kaufmann Herrn Em t l P l st or.^ vorhandene reine Ueberfchüsse an die Versicherten vertheilt, was für das Jahr 1871 i eine Dividende von 34 Prozent, für das Jahr 1872 eine solche von 37 Prozent ergibt. Durch eine neue Einrichtung in der Prämienzahlung wird der Zutritt zur Bank wesentlich erleichtert. Lkbensversicherungsbank f. D. in Gotha. 341) Die Geschäftsergebnisse dieser Anstalt im Jahre 1870 waren durchaus günstiger Art. Es sind derselben wiederum 2373 neue Mitglieder mit einer Versicherungssumme von 5,133600 Thlr. beigetreten, wodurch nach Abzug des mäßigen Abgangs die Zahl der Versicherten auf 36,400 Pers., die Versicherungssumme auf 68,100000 Thlr-, der Bankfonds auf ... 17,000000 Thlr. gestiegen ist. Die Einnahme an Prämien und Zinsen betrug etwa 3,150000 Thlr. Für 786 Sterbefälle, einschließlich der wenigen durch die Kriegsversichcrung veranlaßten, waren 1,380,000 Thlr. zu vergüten, — ein Betrag, der wesentlich unter der rechnungsmäßigen Erwartung steht und den Versicherten eine abermalige gute Dividende in Aussicht stellt. In diesem und den nächsten v,er Jahren werden über B L e h v st e l l e. Frankfurt a. M. 748) Einem jungen Mädchen aus achtbarer Familie ist Gelegenheit geboten, das Putz- und Lingeriegeschäft gründlich zu er- lernen ; gegen entsprechende Vergütung wird Kost und Wohnung im Hause gegeben. Franco Offerten unter V. N. 3 poste re- stante Frankfurt a. M._______ m 751) Schncidergesellcn finden dauernde Beschäftigung bei Georg Leib. 629) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen im D a r m st ä d t e r H a u s. 774) Packkisten, große und kleine, sind wegen Mangels an Raum zu verkaufen in Lit. A. Nr. 63. § rr'nithcitfttfl* Qfüttrfl von der Anglo-Swiss Condensed Milk Comp. in Cham fr- (Schweiz), pr. 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