Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kieszen. Nr. 23'i Sonntag den 8. Oktober 1871 Eichetnt täglich, mit Ausnahme Montag-. Expedition: Canzletberg Bit B. Nr. 1 PrnS -lerieitährtg 1 fi. 12 fr. mÜ '^ngerlohn. Durch die Poft bezogen viertelt',h^iq > fl. 27 H. '“»«baltuitto 4’ SrölL 8 -Ainnic 4) |8> i 6) daß er die Erziehung der Jugend durch geistliche Dressur, durch Ertodtuna der W-rhrdeilsli-bc, durch Ncinichiung gkwissenhaftrr Selbst,hätigkcit, durch seluvische Untrrwerfung unter die Autorität der Hierarchie verdirbt und dadurch die Entwicklung der Charakter- und Gristrsbrldung der Nation und der Individuen schwer schädigt, 7) dass er den Aberglauben sörtert und die Schwache der Menschen zur Der- meh ung feiner R-ichthüm-r und zur Befriedigung seiner Herrschsucht frevel- hast ausbeutet, 8) daß die BereinSsreihett und die Freiheit religiöser Genossenschaften nur info- jbfnb 6 W- ,asa' 6;it J“® rrte Zimmer für bä •nnirtben. blicbes Familimlozi; n'r ’ofort zu bezieh r. 18L 7. Oktober. t Die nächste ReichstagSsession würde nur von sehr kurzer Dauer sein, wenn lediglich diejenigen Gegenstände zur Beratbung kämen, welche die „Provinzial* Corresponbenz" nnkündigte, denn wenn auch die Berathung des RcichshaushaltS- etatS diesmal eine größere Ausdehnung und Bedeutung gegen früher gewinnen wird, so werden doch die übrigen Vorlagen, die Münzresorm, die Erhöhung der Gehälter der Reichsbeamten, die Errichtung eines Kri'gsschatzes rc. unzweifelhaft im Sinne der Regierung und ohne erhebliche Zwischenfälle erledigt werden. Wir können uns aber unmöglich dem Gedanken hingebcn, daß die Volksvertretung mit der Genehmigung der Regierungsvorlage ihre Arbeit für abgeschlossen halten sollte. Die kirchlichen Wirren, die Beschränkungen ter Presse, die Eisenbahnunfälle, der sociale Noihstand, Alles das sind Dinge, meinen wir, über welche der Reichstag nicht zur Tagesordnung schreiten kann, will er nicht der Meinung Derjenigen Vorschub leisten, welche schon seit geraumer Zeit gewohnt sind, diese hohe Körperschaft lediglich als eine Vertretung der Neichen zu betrachten. Zn Bezug auf die Fragen, die auf religiösem Gebiete neuerdings entstanden sind, muß der Reichstag schon aus dem Btdürfniß der Sicherheit des Staates heraus sich für kompetent "klären, diejenigen Gesetze und Einrichtungen zu beschließen, welche geeignet sind, jedweder Störung des inncren Friedens vorzubeugen. Dazu rechnen wir vor Allem rin allgemeines Verbot des Jesuitenordens, dle Einführung der obligatorischen Civilehe und die Trennung der Schule von der Kirche, denn Alles das sind Forderungen, deren Erfüllung nicht der Gesitzgebung der Einzelstaaten allein überlassen werden darf. Die Umtriebe der Elerikalea beschränken sich nicht auf den kinen oder den andern der deutschen Bundesstaaten, sie sind vielmehr gegen die Freiheit und Sicherheit des gemeinsamen deutschen Reiches gerichtet und man kann ihnen daher nur daun wirksam begegnen, wenn man sie vom internationalen Standpunkte aus bekämpft. In Bezug auf die Beschränkungen der Presse haben wir uns schon wiederholt dahin ausgesprochen, daß der Reichstag diese Ai.gelegcn- hcit nicht bis zur Frühjahrs- bezw. Somwersefsion verschleppen lass-n darf. Was die Eisenbahnunfälle anlangt, so wird e ne gemeinsame Verwaltung der Eisen- bahnen von Seiten des Reichs hoffentlich als tm dringendes Betiufniß unerkannt werden. Die sociale Frage endlich wird vollends gar nicht von der Tagesordnung abgefetzt werden können. Wir dürfen zwar nicht erwarten, daß der Reichstag sociale Probleme löst, allein verlangen können wir, daß er die nöthigen Vorkehrungen trifft, wo es sich um die Befriedigung eines wirklichen Bedürfnisses zur Abhilfe schreiender Uebelstände handelt, und vor Allem wäre in dieser Beziehung zu wünschen, daß im Bundeskanzleramt eine eigene Abtheilung für die Prüfung d" socialen Zustände im deutschen Reiche niedergesetzt wird, Das würde in allen Schichten der Bevölkerung wenigstens als ein bescheidener Anfang aus der Bahn einer gefunden Entwickelung unserer socialen Verhältnisse betrachtet werden. Der Entschluß der bayerischen Negierung, ihre Gesandtschaften im AuSlande, und namentlich die in Paris und London bisher bestandenen, aufhören zu lassen, hat die bei dem Erlaß der Verfassung gehegte Zuversicht, daß die Erhaltung des GesandtfchaftSrcchtes für die Souveräne der Einzelstaaten die Einheit der diplomatischen Vertretung nicht lange verhindern und schon in der Kostcnsrage ihre baldige Lösung finden werde, vollständig bewährt. WaS Bayern hierbei angebt, bemerkt die „K. Z " dazu, so dürste wohl schon der etwaigen Substitution wegen ein bayerischer Diplomat als ein Mitglied der künftigen deutschen Botschaft in Paris sungiren. Aber es ist sicherlich von Bedeutung, daß gerade in Paris eine besondere Gesandtschaft auch des größten Mittelstaates neben der deutschen künftig nicht mehr existiren soll, wie die Aeußerungen officiöfer Stimmen von München aus zu dieser Voraussetzung nunmehr berechtigen. Dies müßte, wie man glauben sollte, auch die Gegenseltigkeit bedingen, und Frankreich kann sich zu der Wieder- besetzung des französischen GesandtenpostenS in München nicht ermutyigt fühlen. Dasselbe Verfahren wird dann sicherlich auch den anderen deutschen Hosen gegenüber beobachtet werden, und Niemand wird darüber Klage führen, daß sogenannte Mißverständnisse, wie die Polemik zwischen dem Herzog von Gramont und dem Herrn v. St. Ballier sie an das Licht gezog n hot, in Zukunft unmöglich fein werden. Für die Information der französischen Negierung in deutsch'« Angelegenheiten wird es genügen, wenn sie darüber unterrichtet ist, wie es in Berlin steht, wo die übrigen deutschen Staaten ja in dem diplomatischen Ausschüsse eine Ber- tretung haben. Was die Aufrechthaltung der deutschen Botschaften angebt, so hatten auch osficiöse Stimmen Argumente für den zuerst beabsichtigten Wegfall derselben angeführt, die jetzt von liberalen Organen gegen die Aufrecht.rhaltung lki Erinnerung gebracht werden. Der Entscheid an hoher Stelle sollte deswegen bekanntlich zu Gunsten dieser Posten ausgefallen sein, weil Preußen erst vor weni- ßen 3df?rtn auf die Errichtung von Botschaften in Paris und London hingemirkt habe. Jetzt existirt eine solche bekanntlich in London und ist in Österreich durch Clt Reciprecität unerläßlich geworden. Bon Petersburg, wo es bis jetzt nur eine Gesandtschaft gab, haben Z-itungSnachrtchten eine ähnliche Absicht angc- kündigt, worauf dann, wenn dies richtig, auch Rußland in Berlin folgen würde, -öei den Großmächten würde es dann fein Bewenden haben. Die Bonapartisten, welche jetzt alle ihre Hebel gegen Herrn Thiers ansetzen, ilidrs Zimmer mt. : Wbel, ist zu vb r.n Realschüler aü Stcüpar, rn Menwetzer The. Stübchen ist » :nb «r. 133. 3) daß derselbe seit seiner Wiederherstellung durch den Papst Pius VII. (Bulle vom August 1814) wie vor seiner Aufhebung durch den Papst Clemens XIV. (Breve vom 21. Juli 1773) nach einheitlichem Plane daran arveitet, die mittelalterliche Hinschaft ter römischen Hierarchie über die Geister zu erneuern und zu verschärfen, und die Oberhoheit des römischen Papstes Uber die Fürsten und Völker wieder aufzurtchten, daß der Jesuitenorden der gelammten weltlichen GeisteS-Eultur, dem modernen Recht und der bürgerlichen und politischen Freiheit den Krieg erklärt hat (Päpstliche Encyclica vom 8. Dec. 1864) und die reUgiöS-sittliche Entwick- lung der Menschheit zu hindern sich anstrengt, 5) daß er den Frieden der Familie stört und untergräbt, die für den Bestand und die Entwicklung des deutschen Ruches unerläßliche Gleichberechtigung der Coufessionen bedroht und bei jeder Gelegenheit die Rechte des deutschen Pro- testautismus anfeindet, tragen um nur tiefen zu stürzen, ein- gewiss- Sympathie für Herrn Gumb-tt- zur Schau. In diesem Sinne schreibt der „Ordre": Di- .Constitution" hat Recht. Herr Garnbrtta ist der einzige Mann, welchen die Revolution h-rvorgrbrocht hat. Mit allen seimn Fehlern, mit allen feinen Gewaltthategkeiten flößt er uns von einer Seite Sym- pa h,e -,n : er war Fean.ofe bis zum Wahnflnn. Glaubt aber die „Constitution" daß Frankreich die Prastventfchaft des Herrn Gambetta annehmen würde? st» diesem Falle haben wir nichts zu sagen, denn wir verneigen uns vor dem National- wellen, w- cher unser Princep ist Welche Wahl bl-ibt aber im entgegengesetzten ttrt ist? n°4 ubr'g, sobald Herr Thier« mit seinem Versuche g-stz-j. ... ®fr ^eilige ®,u^* hat neuestens beim auswärtigen Ministerium in Wien über d.e Hendernisse Beschme.de gesühet, resp. Protest erhoben, welche der Ver" kündtgung ter au« dem ocum-nisch-n Concck hervorgegange-.en Dogma bereitet wurden, und hat Gras Beust daraus einfach entgegnet, baß er seinerseits zunächst “”tn „,n*a8 b°be, den Gegenstand zu discutiren, sondern daß er da« betreffende Schriftstück zur Kcnntniß der beiden Ministerpräsidenten gebracht. I. Betreffend das Dogma^der päpstlichen Unfehlbarkeit. Insofern die von dem Vatieanischrn Coneil 1870 beschlossene Unfehlbarkeit 6« Papstes lediglich den Sinn hat, innerhalb der katholischen Kirche die absolute Autorität de« Papstes zu begründen, enthält sich der Prot-stantenver-in jeder Meinungsäußerung darüber. * 2. Insofern aber das neue römische Dogma dazu dienen soll, im Sinne der Jesuiten. ’ ‘ a* Die Souveränetat des modernen Staates überhaupt und des deutschen Reiches, sowie der deuischen Staaten insbesondere anzugreifen' b. den conslssionellen Frieden in Deutschland zu gefährden; c. die Geistes- und Gewissensfreiheit und unsere ganze Cultur zu bedrohen- ***** Aschen Protestanten und das ganze deutsche Volk veranlaßt und ver- pst.chtet, dieser Bedrohung des Staates, des Friedens und des modernen Geistes- lebens entschieden entgegen zu treten, und auf Beseitigung dieser ernsten Gefahren entschlossen und sorgsam hinzuwirken. x II. Bezüglich des Jesuitenordens. In Anbetracht 1) doß der Jesuitenorden durchweg aus Mitgliedern besteht, welche ihrer Familie, der bürgerlichen G-s-Vsch.st und ihrem Vaterlande entfremdet find und un^ bedingt den Befehlen ihrer römischen Obern gehorchen, 2) daß der Jesuitenorden kein Verein ist von freien Individuen, sondern ein streng dlScipUnirter geistlicher Heercskörper unter Osfizieren und einem Obergeneral, Barmstadt, 5. Oetober. Die heutigen Verhandlungen des Protestantentaas wurden mit einer Predigt des Oberhofprediger Schwarz von Gotha eröffnet, worauf um 11 y2 Uhr die DtScufsion über den 1. Gegenstand der Tagesordnung: „Ueber die Stellung des deutschen ProteftantenvereinS gegenüber dem Vorgehen Roms", begann. Es wurden folgende Resolutionen gedruckt unter der Versammlung vertheilt: ö Stamilit, welche dev m uebl, sucht 75 Wbchen, welch Arbeiten erfahren fl tu hat Näheres M etene.^toet BefteÄWAgett auf deu ©ktcuer Muzeigex Abonnenten, weiche den Anzeiger bei der Erpedition abdolen laffen, erhalten vcnselben für das IV Quartal 1871 i n i». —.in-r-r,,„ ....— — — »u ■' blhrtfg Zimmer n : Vit. D. 9h-. 61. •nvV’.t. Nr. 82 ft Zimmerchen zu dr: l t-e non meiner Zungen. -ddar bei unmöblirte Zimvm ’a0t die bxpeditioi n Nebenbause ist ni fülle Familie zu nr- । Cctobn zu bezielm. idlick t Kröll .^uard Slraä'schin nlofiis ru oermiethn. at i;. Nr. 3 ist Itr mietben- redenderlh- Wat- • gelegen, ist tu w . Z. Nr-108 Ww SHI 11 Beerdigte. in vk fl. kr. V1203 109 16'/r 69 Grabgarten daselbst, V1204 Ütz i 493 672 56 48'/2 27 49 45 52 er., der Vergebung von Straßenbauarbeiten. 4209) Die zur Erbauung eines Thcils der Wilhclmstraße auf dein Seltersbcrg erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, als: Lii 2/? Den 30. September. Franz Georg Theodor Emil Konrad Noll, Bürger und Seilermeister dahier, alt 53 I. 10 M. 29 T-, gestorben den 28. September. Den 2. Oct ob er. Eleonore Louise Schlegel, geb- Steuerwald, Ehefrau des Bürgers zu Pntzsch, preußische Provinz Sachsen, und Schlossers auf der Eöln-Gießener Bahn dahier, Karl Ludwig Schlegel, alt 30 I. 5 M. 16 T-, gestorben den 30. September. Denselben. Christian Daniel Demuth, Weißbinder, des verstorbenen Bürgers und Weißbindermeisters, Heinrich Demuth, ehelich lediger Sohn, alt 29 I. 25 T, gestorben den 1 October. Den 5. Octo b er. Ernst Karl Ludwig Schad, des Bürgers zu Nauheim, Kreis Groß-Gerau, und Lademeisters auf der Main-Weser-Bahn dahier, Johannes Schad, Verfteigc r n n g. 4263) Dienstag den 10. October, Montag den 9. October l. I., Vormittags 8 Uhr, auf dem Nathhause durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben. Gießen, den 5. October 1871. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen- V o fl t dem Reichensand verschiedenes Hausgeräthe, besonders ein Schreibpult, eine Copirpresse, eine eiserne und zwei hölzerne Pumpen, ein Schleifstein, grünere und kleinere Fässer, eine Waschbütte rc. meistbiet.nd versteigert werden. Gießen, den 2. October 1871. In Auftrag: Semmler, Ortsgerichtsmann. Erd- und Planirarbeit, einschl. des Erdtransports, veranschl. zu.......... Steinbrecherlohn, veranschl. zu Steinfuhrlohn, „ „ Kieslie-erung, „ „ Chaussir- und Handarbeit, veranschlagt zu...... Pflasterarbeit, veranschlagt zu Aufbruch von alter Chausfirung und Pflasterung, einschl. des Materialtransports, veranschlagt zu....... werden nach Beendigung der von der Königl. Etappen - Jnspection anberanmten Ver- . fitriyvuuiß, lassen wir noch folgende ^Gegenstände in der Küche der bisherigen '' Militär-Speisehalle gegen gleich baare ! Zahlung versteigern: 1061 146 478 122 2 große Bretterverschläge, gutes Bett- werk, Küchen - Handtücher, Schürzen, 8 Teppiche, eine Parthie blecherne Eimer und Schüsseln, Löffel, Bütten, Züber und sonstiges Kücheugeräthe; eine neue Decimalwaage mit Gewichten, Lampen u. s. w. Z i n st e r & Katz. Versteigerungen. Bekanntmachung. 4177) Am Dienstag, den 10. October Vormittags von 10 Uhr ab, Gr.ißherzoglichen Bürgermeistereien werden ergebenst ersucht, dies auf geeignete Weise in den Gemeinden bekannt zu machen, da sich obige Gegenstände für ländliche Wnth- schaiten besonders eignen. Gießen, den 4. October 1871. Königliche Etappen - Jnspection. _____________v. Randow. Jahren. Denselben gegen Johannes Schweitzer von Nieder-MooS, wegen schweren Diebstahls, auf Gefängniß von 6 Monaten und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer eines JahreS. Am 3. October gegen Christen Hartmetz ans Danbr ngen , wegen fahrlässiger 'Tödtung (wie bereits in Nr. 232 dies. Bl. erwähnt) auf Geiängnißst'afe von 2’/2 Jahien. Am 4. Oclober gegen Marie, Karl Nothch Ehefrau von Nieder-Florstadt, wegen Urkundenfälschung, auf Gekängniß von 4 Wochen. Denselben gegen Friedrich Wiegand von Bönstadt, wegen Urkundenfälschung auf Gefängniß von 8 Tagen. Den 5. October gegen Heinrich Schwarz von Ruttershausen, wegen Verbrechen gegen die Sittlichke't, auf Zuchthausstrafe von 2 Jahren. Dense den gegen Georg Konrad von Schotten, w-'gen Meineids, auf Zuchthausstrafe von 1 Jabr und 3 Monaten, an welcher jedoch die von dem 5. Juli bis zum heutigen Tage erlittene Untersuchungshaft in Abzug zu bringen ist; weiter wurde er der bürgeilichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren für verlustig und für unfähig erklärt, fernerhin als Zeuge oder Sachver- ständiger eidlich vernommen zu werden. Conrad halte nämlich am 5. Juli d. I. vor dem Schwurgerichtshof dieser Provinz in der Anklaqesache gegen Adam Rockemer von Schotten wegen Körperverletzung, die damals mit Frei- svrechung endete, wider besseres Wissen falsches Zeugniß abgelegt und dieses mittelst GideSablcistung als wahr bekräftigt. Am 6. October gegen Heinrich Altenburg III. von Hainchen, wegen Meineids, auf Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten, sowie Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren. Außerdem wurde derselbe für unfähig erklärt, fernerhin als Zeuge oder Sachverständiger eidlich vernommen zu werden. Bezüglich des der Verleitung zum Meineid angeklaqten Adolf Crispens von Lindheim, wurde, nachdem das Verdict der Geschwornen auf „Nichtschulvig" ging, Freisprechung erkannt. Den Schlug der gegenwärtigen Quartals-Sitzung bildet die Verhandlung bezw. Abur- theilung folgender Anklagen: Den 9. October, Vormitt. 9 Uhr, gegen Georg Jacob von Geilshausen, wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit; Vertheid.: Gr. Hofg. Ädv. Lauer. Denseib n. Nachmitt. 2 Uhr, gegen Ludwig Weimar und Heinrich Weimar von Gießen, wegen Dervorthe lunq der Gläubiaer und Wechselfälschunq; (Contumacialsache). Den 10. October , Vorm tt. 8 11 br, gegen Johannes Stiehl von Merzhausen, Königl. Preuß. Amtsgericht Z egenhain, wegen Meineids; Vertheid.: Gr. Hokg.-Adv. Dr. Dittmar'. Auszug aus den Kirchenbücher» der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. ätopulirte. Den 3 0. September. Ludwig Auflust Philipp Trapp, Werkmeister an der Oberhessischen Bahn dahier, des Großh.^Justizraths, Karl Moritz Emanuel Trapp dahier, ehelicher Sohn; und Marie Wilhelmine Bücking, des verstorbenen Großh. Landrichters zu Butzbach, Karl Bücking, eheliche Tochter. Getaufte. Local-Notizen. Gießen, den 7. Oktober. In der abgelaufenen Woche hat der Schwurgerichtshof der Provinz Oberheffen vom IV. Quartal l I. folgende E.kenntniffe erlassen und zwar: Am 2. October gegen Heinrich Kimpck von Liederbach, wegen schweren Diebstahls, auf Zuchthausstrafe von 2>/z Jahren und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Versailles, 5. Oct. Pouycr-Quertier ist gestern Abend nach Berlin ab- gereist. ___________________________________________________________ 14205) R-u-rM.S sollen auf dem hiesigen Bahnhofe, in bisherigen Militär-Speisehalle ca. 100 hölzerne Tische, 160 hölzerne Bänke, 110 hölzerne Fleischbretter, 900 Speisenäpfe von Blech, 15 Hängelampen und 40 Blecheimer öffentlich meistbietend gegen sofortige ba re Zahlung versteigert werden, wozu Kauflustige hiermit eingeladen werden. — Die «öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden, und kann dieselbe durch Vermittlung des Wilh. Schmoll in der Neustadt jederzeit eingesehen werden. Gießen, den 29. September 1871. Grobherzogliches Ortsgericht Gießen. Jughardt. sollen wohnungsveränderungshalber dem Hause des Herrn Carl Schreiber auf 4182) Dienstag den 10. October d. I., Nachmittags 2 Uhr, 4111) Montag den 9. October, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die zu dem Nachlasse der Heinrich Schäfer Eheleute ge- - - hörige Hofraithe in der Stockhausgasse, alsi'fteiaenum Flur Nr. UlKlftr. a - - 57 Hofraithe in der Stockhaus gasse, weit |U Recht bestehen, als Vereine und Genossenschaften die Staat-- und Rechtsordnung achten und sich derselben unterordnen spricht der deutsche Prot^ntenverein seine Ueberzeugung auS: Die Sicherheit drr Rechtsordnung und der Autorität der Gesetze und der Staatsgewalt, die Wohl- fahrt der bürgerlichen Gesellschaft, die Wahrung des confesstonellen Friedens und der Schutz der Geistegsreiheit und Geistcscultur erfordern das staatliche Verbot des Jesuitenordens in Deutschland; und betrachten es als eine ernste Pflicht der deutschen Protestanten und der ganzen deutschen Nation: mit aller Kraft dah,n zu wirken, daß jede Wirksamkeit in Schule und Klrche den Angehörigen und Asst- Hirten des Jesuitenordens verschlossen werde. Die Begründung dieser Thesen unternahm der zum Referenten vom Aus- schuß bestellte Greimerath Dr. Bluntschli von Heidelberg. Er erblickt in der Verkündigung des Dogmas der Unfehlbarkeit ein Wiederausnehmen des allen Strebens der Päpste nach der Weltherrschaft, dieseSmal hervorgerufen durch die Machinationen des Jesuitenordens, der, vermittelst des von ihm abhängigen Papstes, die Welt zu beherrschen beabsichtige. Er unterwirft die Wirksamkeit dieses Ordens einer längeren Kritck, als deren R sultat sich ihm die Notwendigkeit eines Verbotes desselben ergievt. Am Schlüsse seines zweistündigen Vortrags berührt Redner den Einwand, die Jesuiten stünden als religiöse Genossenschaft unter dem Schutz.- des DreinSgesetzeS. Er erwidere hierauf, daß jedes Recht, das der Einzelne fü, sich in Anspruch nehme, durch die allgemeine Rechtsordnung bedingt sei; so könne sich der Sklavenhändler nie auf seine persönliche Freiheit berufen, die ihm verkümmert werde, wenn man ihm den Betrieb seines Gewerbes untersage. Er halte es daher für gerechtfertigt, wenn man an die Reichsregierung das Verlangen eines Verbots des Jesuitenordens stelle, wozu dieser ein seit dem Eintritt der süddeutschen Staaten in das Reich in die Reichsverfassung aufgevommcner §. , welche- die DeretnSgesetzgebung unter die Gewalt des Reichs stelle, die Macht an die WmweMeigerung. 4089) Donnerstag den 12. October, Nachmittags 3 Uhr, werden in Auftrag des Herrn W- F. Jäger und der Frau K. Birkenstock Wtw, geb. Stein, in Frankfurt a. M-, von Letzterer weczen Geschäftsaufgabe, nachverzeichnete, bestens gehaltene , Rhein- u. Pfälzer-Weine, als vtrWei 4211) Seit ftcrauir hauptsächlich Morgens, Wdjleiinung, ich ba Uitbene ärztliche Mtei -Hebens. Nach dem ) Flaschen des $. A. NW M j bin ich nun von dieser öift befreit und empfel tichen Fällen gnnj an Wbe sofort hilft. Hornburg a. Har- & ss- Tu'tho W aütm ächt bei । ör. Biel in vom Ausschuß vorgeschlagenen Resolutionen. Darmstadt, 6. Oct. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben aller, gnädigst geruht:^ am 11. September dem Odermedicinalrath Wüst aus Anlaß dessen am 6. d. M. stattsindenden 50-jährigen Diensijubiläums das R tterkreuz 1. Klasse des LudewigS-OrdenS zu verleihen; am 6. October dem Landgerichte- actuar bei dem Landgerichte Schotten Earl Friedrich Ludwig Alexander S.llhnm in Anerkennung seiner fünfzigjährigen, mit Eifer und Treue geleisteten Dienste, das Ritterkreuz 2. Klaffe des LudewigS-OrdenS zu verleihen geruht. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben heu*e Vormittag 11 Uhr dem bisher am hiesigen Hofe beglaubigten Königlich Bayerischen außerordentlichen Gesandten unD, bevollmächtigten Minister Freiherrn von Thüngen, bebufs U-bergabe seines y.» Chiffre X. 3lt5 all die ÄtltlOtl- cete-Kjrpefteliow von f — Stück 1862r, — „ 1859r, — „ 1858r, — „ . 1857r ; 14 9"lin ,i. ______________ 4265) Den ehemals Nenker'schen Fel- 4206) ßroet noch gut erhaltene Unifor- senfeller an bei Haidt, auch zur Anlage men von einem Einjährigen, sowie ein!eines Mauersteinbruchs geeignet, habe ich Helm und eine Mütze, sind zu verkaufen, zu verkaufen oder vorn 1. Januar 1872 an Lit. D. Nr. 54, 3. Stock. lzu verrniethen.I Bepfus. ferner 2 Oxhoft, ’,2 und ‘/4 Obrn 1868r Affenthaler Nothwein im Saale w3«t Harmonie", große Bockeichemrer Straße Nr. 9 in Frankfurt a. M., öffentlich an den Meistbietenden versteinert. I. Ruttmann, beeid gter Ausrufer. Proben werden Dienstag den 10. und Mittwoch den 11. October, Vormittags von 10 bis 12 Ubr, und Nachmittags von 3 bis 5 Ubr, in dem Keller, Langffraße 23, und bei der Versteigerung verabreicht. ~ ttf) O CJ = Or4 g i al >/2 , (50 r 31 „ V4 v v 1'^ V Bestellungen nimmt Herr Club- cinsenden.(24 X ) bitte fldtfborc Dame ans der französi eben Schweiz fuebt Pension, resp. Aufnahme in einer feingebildeten, so^ Üben Familie, ivobei Gelegenheit für sie zur Vervollkonimnung in der deutschen, und coent. für die Töchter des Hauses in der franz. Eonversation. Frauco:Offerten unter U. B 304 besorgt die Annoncen Expedition von Haascnstein S* Vogler in Frankfurt a. M. (4257) 4218) Schlafstellen für Arbeiter bei I Jean Retter, Seltcröweg. 4180) Ein vollständiges Logis mit Laden und Keller ist zu vermiethen und sogleich M beziehen in Lit. A. dir. 100.____________ 4247) Neue Anlage Lit. C. Nr. 28 in der dritten Etage sind zwei Zimmer, mit ober ohne Möbel, sofort zu vermiethen. 4238) Zwei schöne unmöblirte Zimmer zu vermieden. Wo? sagt die Expedition bieses Blattes. _________________________ 4266- Zwei kleine Wohnungen an ruhige Leute zu vermiethen. Marktstraße D. 29. 4131) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen bei H. Rudolph Wittwe. 3094) In meinem Hause ist noch eine Etage mit 2 Manfardeil - Stuben zu Der miethen und sofort zu beziehen. __________________ Gabriel. 4245) Bei Ed. 011mann in der ^d)lof?= gaffe ist ein möblirtes Zimmer zu vermutben 533) (Siii neues Haus ist ganz oder auch getrennt sogleich zu ver inieth''n b'l Dr. Königer. 3994) Ein möblirtes Zimmer zu ver- I miethen. Wallthor Lit. A. Nr. 152. 3874) Ein großes und ein kleines Fa millenlogis, sowie ein möblirtes Zimmer mit Eabinet, zu vermiethen bei . Heinrich Sauer, 1 yteueiuveg Nr. 134. | Turnverein. Generalversammlung Dienstag den 10. October, 8 Ubr Abends, im Darmstädter Haus. Tagesordnung: Antrag auf Abänderung des §. 12 der Statuten, die Aufnahme in den Verein betreffend. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet ________________________Der V 0 rstan d- 4261) Für ein hiesiges bedeutendes Geschäft, welches sich noch sehr ans- dehnen ließe, wird ein Theilnehmer mit 20,000 ft. gesucht. Offerten beliebe man unter Chiffre A. S. an die Cxped. d. Bltts. gelangen zu lassen.______________ 4065) Ein mit den nö tigen Vorkennt- nissen versehener junger Mann kann in einem hiesigen Fabrikgeschäft als Lehrling ein treten. Selbstgeschriebene Offerten sind bei b-r Erv'd. d. Bltts. alnvgebeiL 4205) Neue russ. Sardinen empstehlt Emil Fischbach, ______________Seltersweg. s Krantfässer, siwie alle in dieses Fach einschlagende Küferwaaren, sind in großer Auswahl stets vorräthig bei W- Kohler mann, Küfer, Neustadt D- 156. 4213) Mein Lager in Rührer Steinkohlen, Braunkohlen und Holz bringe; in empfehlende Erinnerung. G- Unverzagt. 3828) Zwei gute (Klaviere in Auftrag billig zu verkaufen; einzusehen bei I. Rothenberger, __________Linbcnplatz._______ 4231) Ein gutes Zugpferd ist zu verkaufen bei Ehr. Sples, Neuenweg. 4226) Mehrere Gentner Heu sind zu verkaufen. Näheres zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 3 8 5 & ® § ETTT. cri U. 283. Gießen, 1. October 1871. fiien (4259) 4 bis Sentiur und werden Prämien von 1 Thlr. nnd 2 Thlr. Fahrten pr. Monat bezahlt. Tanz-Anterricht 4255) Küche und Hausarbeit vertraut, wird Anlage C. 31.) Neoacnon, Druck und Verlag her Brüh Aschen Unio.- Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Hochachtungsvoll Wilhelm Wenzel. ' - * ■ -..... «!*?** «ir glauben iUni ,D eines jjL, Jjj 7» Mtrlal ^paetisiische 9U* ■ chiaüen «d? 4250) Mein bereits schon angekündigter Tanz-Cursus beginnt für die Damen Montag den 9. d. Mts, um 7 Uhr, und für die Herren Mittwoch bett 11. d. Mts., um 8 Uhr Abends, im Saale des Gasthofs zum Eiihorn. Anmeldungen beliebe man in meiner Wohnung, bei Herrn G g. Herbert vor dem Neustädter Thor, vorher zu machen. Carl Putsch I I 4242) Heute, Samstag Abend: Mehelsuppe in der Wirtschaft am Philcr- sophenwald. 4216) Ein braves Mädchen, mit Kü^he und Hausarbeit vertraut, wird gegen guten Lohn au miethen gesucht. Näheres bei Herrn Adolf Homberg er in der Neustadt. Nur für Bucbbandlungs-i Reisende. 4256) Das bei mir erschienene Werk: »Der bairische Jäger" geht vvrrüglich. Mehrere Touren sind noch frei. Aus Anfragen Näheres: Fcieärich Sri;eil, l. in Frankfurt a. M. Grundcapital...........fl. Prämien und Zinsen-Einnahme 1870 . . . „ Gesammtreserven..........„ der Gesellschaft „Einigkeit" im Saale des „Gasthofs zum Einhorn-" Der Vorstand. 4243) Laufmädchen gesucht. Von wein? sagt die Exped. d. Bllts. GcschwisttrHollierg. 4164) Von heute an befindet sich unser Geschäft Kreuz Lil. 1 Nr. I.