Preis vierteljährig 1 ft 12 fr. nrff Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 ft 27 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition: Canzletberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Archen. Kr. Z7. Mittwoch den 8. März 1871« * werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B-1, als auch ., Freitag den 10. und Samstag den 11. b' Z-sta"M°n. eoi bcr Großherzoglichen Departements-Ersatz-Eommission im Bezirk der L (49.) Infanterie-Brigade jedesmal von 8 Uhr Bormittags an in dem Nathhanssaale zu Gi-sten zu gestellen Donnerltag den 0. M n r; o. die durch die Kreis-Ersatz-Commission für dauernd unbrauchbar erklärten Militärpflichtigen; die zur Ersatz-Reserve 11. Clafle und zur Ersatz-Reserve 1. Classe designirten Militärpfl'.chtlgen; die von den Truppentheilen vor beendeter Dienstzeit entlassenen Soldaten; die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen. Freitag den 1 ()♦ März d. I. i'ö ^ie vorzugsweise und pnmo loco emzustellenden ^)lllltalpfllchtlgen, die für brauchbar erklärten im laufenden Jahre zur Loosung zugelasseucu Militärpflichtigen bis znr Loosungs-S.nmmer 8/. Samstag den 11. Mär; d. I. die für brauchbar erklärten im laufenden Jahre zur Loosung zugelassenen Militärpflichtigen von Loosungs-Nnmmei^8t^ an. Die Disvonibcln aus den Jahren 1870 und 1869 haben nicht zu erscheinen. Ebenso haben nicht zu erscheinen die von der Kreis Ersatz Commission wegen augenfälliger körperlicher Gebrechen für unbrauchbar erklärten und wegen zeitiger Dienstunfahlgkeit, Korperschwache, Kleinheit -c. zmuckgestelltcn Mi i- iärpflichtigm.^ gtecIamQt.onen Et()0(len morden sind, so haben diejenigen F-milicnglieder, welche reclamiren und diejenigen, nm deren Arbeitsunfähigkeit es sich ' »■ «*". - •«**............ ....... ch. w i w» * n- SÄ' Ä«.?« <»"- —— -°- »*«1 i"* <" I"" <«•“* •BFwÄÄS LLS.z.,0......... M M« W» K e f 11 l 6, .^reivassessor. _____________ Die Errungenschaften des nunmehr beendigten Krieges schon heute in ihrer ganzen Größe zu würdigen, Ist kaum möglich; erst spätere Geschlechter werden die Segnungen des so ruhmreich erlittenen Friedens ganz und voll erkennen. In der That müssen die Folgen dieser jüngsten knegenlchen Ereignisse, welche alle bisherigen preußisch-deutschen Actionen an Großartigkeit der Mittel wie des Erfolges weit überstrahlen, schon jetzt als so ungeheuer bezeichnet werden, daß mit dem gegenwärtigen Friedensschlüsse eine neue Aera tm Leben der Völker beginnen wird. Durch diesen letzten Krieg ist nicht nur Deutschland die mächtigste Nation in Europa geworden, auch die deutsche Nationalität ist zu einer so immensen Geltung gelangt, daß die Umwälzungen noch nicht abzusehen sind, welche die noty-- wendige Consequenz dieser gesteigerten Geltung fein werden. 3n Oesterreich ven- tilirt man die Frage ganz offen, wann die Deutschen ihre Nationalität über ihr Oesterreicherthum setzen werden, und in Rußland hat der Respect und vre Furch vor dem Deutschthum eine solche Höhe erreicht, daß die Richtung der zukünftigen Politik dadurch wahrscheinlich bestimmt werden wird. So friedliebend auch das deutsche Volk sein mag und so sehr unsere Staatsmänner die Empfindlichkeiten anderer Nationen auch schonen mögen, Deutschland wird unfreiwillig dahin gedrängt werden, an den Geschicken der europäischen Staaten, der Welt überhaupt, einen Antheil zu nehmen, der nahezu crn entschet- dender genannt werden muß. Die alte bisherige Staatenordnung ist umgestoßen, nachdem die beiden Kaiserreiche des Abendlandes, Oesterreich und Frankreich, ihrer früheren Machtstellung in Europa entledigt find; mit Rußland ist eine Verstand!- nung erschwert, England hat an Macht und Einstuß zu sehr Einbuße erlitten, als daß mit ihm zu rechnen wäre, so daß Deutschland eher zu den Vereinigten Staaten in engere Beziehungen treten könnte, als zu den europäischen Contmentalstaaten. Die Zeiten der sogenannten Großstaaten, Staaten zweiten und dritten Ranges, scheint überhaupt dahin zu sein; entscheidenden Antheil an den Welt- angelegenheiten werden von jetzt ab nur noch Weltmächte ausübcn können. Deutschland ist durch den gegenwärtigen Krieg eine solche Weltmacht geworden und wird sich aus dieser Höhe zu behaupten wissen, aber nicht durch den Druck, den eü aus dte übrigen Völker ausübt, sondern durch den moralischen Einfluß, den es aus die Welt äußern, durch den Schutz und Schirm, den es den Völkern, zumal den minder mächtigen, zu Theil werden lassen wirb. Die neue Grenze zwischen Deutschland und Frankreich ist in der Weise gezogen, daß im Norden Longwp bei Frankreich verbleibt, im südlichen Elsaß dagegen nur ein kleiner Landstrich für Frankreich abgeschi.itten, so daß die Grenzlinie bis Delle führt, das noch Deutschland zugetheilt ist. Deutschland hat in runder Summe 1,600,000 Einwohner durch diese neue Abtretung gewonnen, zählt mithin jetzt im Ganzen über 40 Millionen, während Frankreich jetzt nur noch 36i/z Millionen Einwohner hat. Am Anfänge des vorigen Jahrhunderts hatte Frankreich 19 Millionen Einwohner, während Preußen 2 Millionen zählte. Der Antheil Bayerns an der KriegSenlschävigung wird nach Allem, was man hört, reichlich bemessen sein, wenn auch über die Einzelheiten verschiedene Angaben coursiren. Prooinzialstände werden sich in Elsaß und Lothringen nicht so- gleich Herstellen lassen. Die Einrichtung des Landes wird den nächsten Reichstag voraussichtlich in eingehender Weise beschäftigen. Die in Basel erscheinende Schweizer Grenzpost gibt folgenden Stellen aus einer badischen Eorrespondenz Raum: Es ist keine Geheimniß, daß jede deutsche Uniform, die sich durch die Straßen von Basel bewegt, ein Gefolge von Schreiern hinter sich zu haben pflegt, welche ihr fleißiges Studium tenventiöser Blätter durch tue Rufe: „Preußischer Chaib", „schlagt in todt, den Hund", und dergleichen Freundlichkeiten zu bezeugen sucht. Wir wissen, daß die badische Gens- v'armerie seit Monaten angewiesen ist, ihren Verkehr mit den Behörden von Basel durch den Posten in Richen, statt wie früher in Basel selbst zu besorgen, weil man es nicht ferner angemessen sand, sic solchen Rohheiten auszusetzen ... So lange der bessere Theil der Bevölkerung und die Behörden nicht die Macht haben, solchen Unfug adzustellen, hat man kein Recht, empfindlich zu sein. Es ist gewiß stark genug, daß keine deutsche Uniform ohne öffentliche Beleidigung durch den Pöbel von dem Centralbahnhofe bis zum badischen Bahnhofe in Basel gelangen kann. Darmstadt, 4. März. Hofgerichtsadvokat Johann Wilhelm Hoffmann ist im Stadt- und Landoezirk mit großer Majorität in den Reichstag gewählt. Berlin, 4. März. Die „Kreuzzeitung" schreibt: Nach uns zugehenden Mittheilungen dürste der Kaiser nächster Tage Versailles verlassen und nach vorläufiger Annahme in circa 8 Tagen hierher zurückkehren. Die „Kreuzztg." bestätigt, daß Prinz Friedrich Karl den Oberbefehl über die OccupationStruppen in Frankreich erhält und in Rheims residiren wird. Berlin, 4. März. Der Text der Friedens-Präliminar.en ist wie folgt: Art. 1. Frankreich verzichtet zu Gunsten des Deutschen Reiches auf alle seine Rechte und Besitztitel auf die Landstriche östlich von der nachstehend be- zeichnetenGränze: Die Scheidungslmie beginnt an der Nordwestgränze des Can- tonS von Cattenom gegen das Großherzogthum Luxemburg, folgt nach Süden den westlichen Gränzen der Cantone von Cattenom und Thionville, Durchschneidet den Canton von Briey längs der Westgränze der Gemeinden von Montois, La Montagne und Noncourt, sowie der östlichen Gränzen der Gemeinden St. Marie aux Ebenes, St. Ail, Habouville, berührt die Gränze des Cantons von Gorze, welchen sie durchschneidet längs der Gemeinvegränzen von Vionville, Bouxieres und Onville, folgt der südwestsichen, resp. der südlichen Gränze des Arrondissements von Chateau-Salins bis zur Gemeinde von Pettoncourt, von welcher sie Vie westliche und südliche Gränze umfaßt, um dann weiter dem Kamm der Berge zwischen der Seille und dem Monsel bis zur Gränze des Arrondissements von Sarrebourg zu folgen bis im Süden von Garde. Die Scheidungslinie folgt weiter der Gränze dieses Arrondissements bis zu der Gemeinde von Tanconville, welche sie an der Nordgränze erreicht. Von dort folgt sie dem Kamme des Gebirges zwischen den Quellen der weißen Saar und der Vezouze bis zur Gränze des Cantons von Schirmeck, geht längs der Westgränze dieses Cantons, umfaßt die Gemeinden von Saales, Bruche, Calroy, La Roche, Plaine, Ranrupt, Saul- xures und St. Blaix und Blaix la Roche des Cantons von Saales und geht zusammen mit Der westlichen Gränze des Departements des Nieder- und Ober- rheins bis zum Canton von Belfort, dessen Gränze sie folgt. Die Commission wird die Vertheilung des Bodens und der Capitalien leiten, welche bisher gemeinschaftlichen Distrikten angehörten, die nun getrennt werden. Bei etwaigen Meinungsverschiedenheiten über die Ausführungöbcstim- mungen betreffs Der Gränze holen Die Commissionsmitgliever Die Entscheidung der respectivea Regierungen ein. Vorstehende Gränze ist auf zwei Exemplaren der Berliner Generalstabskarte mit grüner Farbe verzeichnet. Die angegebene Gränzlinie erfuhr mit Uebereinstimmung der contrahirenden Theile folgende Abänderungen : Im ehemaligen Moseldepartement werden Marie aux Chenes und Vionville an Deutschland abgetreten. Dagegen werden Stadt und Festungswerke Belfort mit später festzusetzendem Rayon bei Frankreich verbleiben. Art. 2. Frankreich bezahlt Dem deutschen Kaiser 5 Milliarden Franco, mindestens 1 Milliarde wird 1871 bezahlt, Der Rest im Laufe dreier Jahre von der Ratification gegenwärtigen Vertrages ab. Art. 3. Die Räumung Der occupirten Gebiete beginnt nach der Ratist- cation Seitens der Nationalversammlung. Unmittelbar nach der Rat-.fication verlassen die deutschen Truppen daS Inner: der Stadt Paris, sowie die am linken Seineufer gelegenen Fons. Sie räumen in möglichst kurzer Frist, Die im EinverstänDniß Der Militärbehörden beider Länder festzustellen ist, Die Departements Calvados, Orne, Sarthe, Eure et Loire, Loiret, Loir et Cher, Indre et Loire, Jonne gänzlich und Die Departements Seine Jnfsrieure, Eure, Seine et Oise, Seine et Marne, Aube, Cote d'Or bis zum linken Seineufer. — Die Franzosen ziehen sich gleichzeitig hinter Oie Loire zurück, welche sie vor der Unter- zeichnung dcS Definitiven Friedensvertrageg nicht üverschreilen dürsen. Ausgenommen hiervon sind Die Garnison von Paris, die 40,000 Mann nicht üben schreiten darf, und Die zur Sicherheit Der festen Plätze unerläßlichen Garnisonen. Die Räumung Der zwischen Dem rechten Seineufer und Der Ostgrenze gelegenen Departements wird Seitens Der Deutschen schrittweise nach Der Ratification Des Definitiven Frieeensverlrages und Der Zahlung Der ersten halben Milliarde erfolgen. Die Räumung beginnt bei Den Paris zunächst gelegenen Departements und wird je nach bewirkter Zahlung fortgesetzt. Nach Der ersten Zahlung Der bauen JmharDe findet Die Räumung folgender Departements statt: Somme, Qlse, Der Tyerle Der Departements Seine inferieure, Seine et Oise und Seine et ^-curne, welche auf Dem rechten Seineufer gelegen sinD, sowie desjenigen Theils des Departcmknts Seine mit den Forts, welcher auf Dem rechten Seineufer ge- legen t)i. Jta$ von zwei Milliarden umfaßt die Occupation nur noch Die Departements Marne, ArDennes, Haute-Marne, Meuse, Voöges, Meurthe, sowie die Festung Belfort mit Den Gebieten, Die als Pfand für Die rückständigen drei Milliarden Dienen. ö Die deutschen Truppen in diesen Dkpartements dürfen 50,000 Munn nicht übersteigen. Es bleibt dem Kaiser überlassen, an Stelle Der Terntorial-Garantie eine finanzielle Garantie treten zu lassen, wenn dieselbe französischerse.ts unter ausntchenden «öeDmgungen angeboten wird. Für die drei Milliarden, deren Zahlung verschoben ist, werden 5 pCt. Zinsen vom Ratificationstage an gezahlt. Art. 4. Die Deutschen Truppm werDen in Den occupirten Departements alle Requisitionen unterlassen, Dagegen werDen sie auf französische Kosten unter- halten, und zwar nach einem mit der Deutschen Militär-Intendantur zu treffenden Einvernehmen. Art. 5. Die Interessen Der Einwohner in Den abgetretenen Gebieten werDen in allem, was Handel und Privatrecht anzeht, möglichst günstig geregelt, sobald Die Bedingungen Des Definitiven Friedens festgestellt worden. Hierzu wird ein Zeitraum festgesetzt, in welchem diese Bewohner besondere Erleichterung bezüglich der Circulation ihrer Handelserzeugniffe genießen sollen. Die deutsche Regierung wird Der ungehinderten Auswanderung Der Einwohner Der abgetretenen Gebietstheile nichts in Den Weg stellen. Auch wird Dieselbe Den Einwohnern gegenüber keine Maßregel ergreifen Dürfen, welche Die Person oder Das Eigen- thum derselben antaften. Art. 6. Die Kriegsgefangenen, welche nicht bereits ausgewechselt sind, werDen unverzüglich nach Der Ratification zurückgegeben. Um Den Transport Der Gefangenen zu beschleunigen wird Die französische Regierung zur Disposition Der deutschen Behörden im Innern DeutschlanDs einen Theil Des Fahrmaterials ihrer Eisenbahnen stellen und zwar in durch besondere Verabredung festzustellender Ausdehnung, sowie zu denjenigen Preisen, welche in Frankreich von Der französischen Regierung für Militärtransporte gezahlt werden. Art. 7. Die Eröffnung Der Verhandlungen über Den Definitiven Frieden, welcher auf Den Grundlagen Der gegenwärtigen Präliminarien abzuschiießen ist, wirD in Brüssel unverzüglich nach Der Ratification Der letzteren durch Die Ratio- nalversammlung unD Den deutschen Kaiser stattfinden. Art. 8. Nach dem Abschluß und Der Ratification Des Definitiven Friedens- Vertrages wird die Administration Der Departement, welche noch von Den Deutschen Truppen besetzt bleiben sollen, Den französischen Behörden wieder übergeben. Letztere sollen gehalten fein, Befehlen, welche die Commandanten Der Deutschen Truppen im Interesse Der Sicherheit, Des Unterhaltes unD Der VertheiDigung ihrer Truppen ertheilen zu müssen glauben, Folge za leisten. In Den occupirten Departements wird Die Erhebung Der Steuern nach Der Ratification Der Prä- liminarien für französische Rechnung und mittelst französischer Beamten bewirkt werden. Art. 9. Gegenwärtiger Vertrag kann Der Deutschen MilitärbehörDe keinerlei Recht auf Gebietstheile, welche von ihr unbesetzt sind, gewähren. Art. 10. Gegenwärtige Präliminarien werden Der Ratification des Kaisers und Der französischen Nationalversammlung unterbreitet werden. Versailles, Den 26. Febr. Folgen Die Unterschriften. Der Vertrag ist äbgefchlossen zwischen Dem Grafen Bismarck unD Den Drei süddeutschen Ministern einerseits und Thiers unD Favre andererseits. Kassel, 2. März. Louis Napoleon ist vollständig reisefertig; feine Sachen sind gepackt, alle Embleme und Abzeichen, welche auf Die kaiserliche Würde Bezug nehmen, von den Gegenständen entfernt worden. Als Kaiser der Franzosen ist er in Wilhelmshöhe eingezogen; als einfacher Privatmann wird er Das Schloß verlassen, sobald Der Friedensvcrtrag ratificirt ist. Stuttgart, 1. März. Der deutsche Kaiser hat, Dem Württembergischen Staatsanzeiger zufolge, von den Wünschen geleitet, Daß Der König von Württemberg in Erinnerung Der treuen Waffenbrüderschaft, welche Die Truppen in dieser ernsten und erfolgreichen Zeit verband, in ein näheres Verhältniß zu seiner Armee trete, Denselben zum Chef Des ersten rheinischen Infanterieregiments Nr. 21 ernannt, dessen Inhaber früher König Wilhelm war. Schwerin, 2. März. Der Großherzog hat eine Stiftung für mecklen- burgtsche Invaliden, ohne UnterschicD, ob Dieselben mecklenburgischen oder fremden Truppentheilen angehören, errichtet. Diese Stiftung hat vorzugsweise den Zweck, Invaliden mit einer ersten Aussteuer dehuss Uebernahme eines Geschäftes zu vcr- sehen. Der Großherzog bewilligt hierzu aus eigenen Mitteln 20,000 Thaler und eine gleiche Summe aus Den Fonds Der Militärverwaltung. Die Annahme von Privatbeitiägen zu diesem Zwecke ist Vorbehalten. Bern, 3. März. In Morges (am Genfer See) brach gestern Abend in dem mit schweizerischer unD französischer Munition angefüllten Arsenal Feuer aus und ist die Munition Der internirten Franzosen in Die Luft gesprengt. Die Ma- gazine Des Arsenals sind verbrannt. Schaden beträchtlich, viele VerwunDete und ToDte. (Schw. M.) Wien, 4. März. Die Wiener amtliche Zeitung veröffentlicht in ihrer Sonn- tagsnummer eine kaiserliche Entschließung, wonach das Linien-Jnfanterieregiment Nr. 34 Die Bezeichnung „Wilhelm L, Deutscher Kaiser und König von Preußen, Nr. 34'; das Limen-Jnfanterieregiment Nr. 20 Die Bezeichnung „Friedrich Wü- Helm, Kronprinz des deutschen Reichs und Kronprinz von Preußen Nr 20" erhalten soll. w den Brüssel, 3. März. Das „Journal de Bruxelles" meldet: „Ein französischer Oonst vom Generalstab des Generals Faidherbe ist hier eingeiroffen, um über die Bedingung Der Rückkehr Der in Belgien internirten französischen Sollen zu unterhandeln. Die Rückkehr wird stattfinden, sobald Die belgische Regierung officiell von Der Ratification Der Friedenspräliminarien unterrichtet sein wird. Umfassende Vorkehrungen für Den Transport werden getroffen." Innsbruck, 4. März. Anläßlich Der Deutschen Friedensfeier fatiD gestern AbenD ein imposanter Fackelzug statt. Burger zogen mit Fahnen, Musik, unter Sorantnit eines Gesang-.erems Durch Die Straßen. Unzählige Böllerschüsse tour- Den gelost, auf Den Bergen brannten FreuDenseuer. Jtonbmt, März. Reutcr's Bureau meldet: Die von Den Londoner Blättern veröffentlichten Telegramme, wonach Die nur teilweise Besetzung von Paris das Resultat der Intervention Englands sei, sind unbegründet. England hat nur in Der GeidentschadigungSfrage einen Einfluß auSzuüben versucht. m» car^' 1 Eris Du peuple veröffentlicht einen Artikel, welcher rum Bürgerkrieg aufrr.zt unD zwar Die ärmeren Classen gegen Die Reichen. Ders-Ib- \D Aic im 13. BrronDiffenicn! ist mit Kanonen öesetzi, Da« 8. ArronDiffement bat einen BertheiDignugsausschuß gewählt unD läßt Die 43drr^aotn. °urü> ---chilDwachen bewachen. Kanonen unD Flintenkugeln gibt e« in Munitionsmagazinen; bemächtigen wir uns Derselben. 'st "och im Zunehmen; bei Landercau sind 500 Menschen mit Dem Verscharren Der Cadaoer beschäftigt. s t. ^El-graphische Depeschen. al ^nnrbnidcn, 6. Marz. Aus Versailles, 3. März, wird berichtet: Heute Bormittag 11 Uhr fanD auf Longchamps an Derselben Stelle wie vorgestern große Parade Des GarDecorps statt, wozu Der Kaiser sich uyi 10 Uhr von Versailles Ihnen, lvel erfennung- in W * immer Hingt«' anreihkN. vollzogene" w (»(» "6l WlM »' Pousche Heimalh-" Aaifres w wetötn. △ W* % tenven lr Mniftkpl! 1 scher Sieg Heftigste di Dir Staat seines A-nti + $ gestört »er haben, Die Militärbehö ihrer Hut \ Bataillone republikanis |ii haben fi Von 7 Uhr Abe Die Versal verursachter eine Dankt Wort Engi Verlesung I schallen vor schlageö, I vmvvrsen. Praseclen deaux trn Verantivo nur nach würde. 2 Elsaß und Hektaren d vagung ne Anklageskan Weg cer E Spaltung i Pyai noch in Bl Mitgliedttr essen des Q sein soll. A5 Artikel. 3, l'chen @inD WtB. Eg ganze l ^Parteiische l«? «tu« S'^lin Th, nicht» * 8ür W ojn, j u|en S» m. Hnbei ESN "i begeben hatte. Nach dem Vorbeimarsch hielt der Kaiser an die versammelten Commanveure folgende Anrede: „Sie werden mit Mir fühlen, meine Herren, unter welchen Eindrücken Ich heute das Gardecorps wieder gesehen, nachdem es sich mit einem Heldenmuthe ge- schlagen, der Meine höchste Anerkennung verdient, und die Ich Mich gedrungen fühle, gerade hier Ihnen auszusprechen. Mit Schmerz vermisse Ich viele Tapfere in ihren Reihen; denn solche Thaten, solche Erfolge verlangen Opfer. Wie Ich immer vom Gardecorps erwartet, hat es auch diesmal das Beispiel in Tapferkeit, Hingebung, Ausdauer gegeben, aber die ganze Armee hat auch unter einander gewetteifert in Leistungen, die nicht allein den ruhmreichsten in der Geschichte sich anreihen, sondern uns auch zu einem Ziele geführt haben, welches durch den gestern vollzogenen ehrenvollen FriedenSschlutz für alle Zeiten in der Geschichte unseres Vaterlandes fortleben wird. Daher gebührt dieser heldenmüthigen Armee und Ihnen, meine Herren, insbesondere Mein tiefgefühlter Dank und Meine volle An- erkennung. Vergessen wir aber nicht, daß wir Alle der Vorsehung unseren Dank schulden, welche gewollt, baß wir das Werkzeug sein durften, um so große welt- historische Ereignisse herbeizuführen. Leben Sie wohl bis zum Wieverschen in der Heimath." /X Berlin, 5. März. Der „StaatSanzeigcr" bringt eine Verordnung des Kaisers von gestern, wonach die Aus- und Durchfuhrverbote sofort ausgehoben werden. △ Wien, 5. März. Die heute erfolgte Confiscation der „Neuen Freien Presse" erregte die größte Sensation und übte auf die Börse einen nicht unbedeu- tenden Einfluß. Der Grund der Confiscation liegt in der Enthüllung über Ministerpläne und parlamentarische Abwehr. △ Graz, 6. März Der Statthalter hat das öffentliche Abhalten deutscher Siegesfeste in Steiermark verboten. Die Regierungszeitung kritisirl aufs Heftigste Vie Absichten dleser Sicgesfeierllchkeiten. /X Bern, 6. März. Der Director der Handelsbank, Muralt, ist flüchtig. Der Staatskassier Eggimann, welcher mit ihm Beziehungen haben soll, wurde seines Amtes enthoben. Eine Untersuchung ist eingeleitet. 4- Paris, 5. März, Mittags. Alles laßt hoffen, daß die Ruhe nicht wird gestört werden. Mehrere Bataillone Nationatgarde wollen die Kanonen wieder- haben, die am Montag vom Wagramplatze weggenommen worden sind. Die Militärbehörde hat ihnen geantwortet, daß sie dieselben noch einige Tage unter ihrer Hut halten wolle. Die Barrikaden sind fast überall verschwunden. Mehrere Bataillone haben einen Protest unterschrieben gegen das Treiben des angeblichen republikanischen Central-Comite's der Nationalgarde, baS Vie Bevölkerung gehetzt zu haben scheint. Von heute ab geht Die Post täglich zweimal, um 9 Uhr Vormittags unv 7 Uhr Abends, nach England und Belgien ab. 4- Bordeaux, 4. März. Picard kehrt heute Abend nach Paris zurück. Die Versammlung ward um 2 Uhr 40 Mia. eröffnet; die Ereignisse von Paris verursachten viele Bewegung im Saale. Ducuin verlangt, die Versammlung solle eine Dankbezeigung an Die Bevölkerungen von Belgien unD England richten. Das Wort England veranlaßt bittere Aeußerungen, die an Heftigkeit wachsen vei tu Verlesung des Vorschlages. Die Rufe Nein! Nein! in Bezug auf England er- schallen von allen Seiten; ein Deputirter rcclamirt gegen die Verlesung des Vorschlages, ehe derselbe zuvor Dem Präsidenten vorgelegt sei. Der Vorschlag wird verworfen. Ein Deputirter giebt sein Erstaunen zu erkennen, daß noch keine neue Präsecten ernannt worden. Er verlangt, Daß alle von der Delegation von Bordeaux ernannten Präsecten vom Amte abtreten. Picaro antwortet, inDern er die Verantwortlichkeit unD Handlungsfreiheit für Die R gierung beansprucht, welche nur nach der persönlicyen Berechtigung der gegenwärtigen Präfecten urtheilen würde. Mehrere Deputirte bringen einen Vorschlag ein, Den Einwohnern von Elsaß und Lothringen, welche französisch bleiben wollen, in Algerien 100,000 Hectaren der besten Ländereien zu verleihen. Die Commission wird dieses in Erwägung nehmen. Ein Deputirter verlangt, daß die Delegation von Bordeaux in Anklagestand versetzt werde. Jules Simon ersucht Die Kammer, nicht auf Den Weg cer Beschuldigungen und Anklagen einzugehen, wodurch nur Unruhe und Spaltung ins Land gebracht werden würde. Pyat unv Malon sind gestern Abend nach Paris abgereist, Rochefort bleibt noch in Bordeaux; die Deputieren von Elsaß haben eine Commission -von vier Mitgliedern ernannt zur Vertheidigung der politischen und commerciellen Inter- essen des Elsasses, welche zu Brüssel während Der Friedensverhandlungen anwesend sein soll. Die dazu Gewählten sinv Tacharv, Hartmann, Saglio und Borsch. /X Bordeaux, 5. März. Der „Moniteur" publicirt einen inspirirten Leit- artikel. In demselben heißt es: Das ganze Frankreich ist noch unter Dem schmerzlichen Eindrücke des großen Opfers, welches ihm die schweren Ereignisse auferlcgt haben. Es muß jetzt Die unverzeihlichen Fehler der unklugen Politik büßen, welcher das ganze Unglück, das Frankreich jetzt überwältigt, zuzuschreiben ist. Die spätere unparteiische Geschichte wird Frankreich die Schuld seines unerklärlichen Zusammen- bruches abnehmen, wenn sie schildert, wie Der so lange bestehende Traum, Vaö linke Nheinufer zurückzuerobern, in Wirklichkeit zum Verlust des Elsasses und des größten Theils der ostfranzösischen Festungen führen mußte; aber die Stunde ist noch nicht gekommen, den Schuldigen Die Verantwortlichkeit zuzuschreiben, die sie trifft. Für Den Augenblick müssen wir oas uns bereitete Schicksal ohne Illusion und ohne Entmuthigung annehmen und wie Der größte Bürger, der jetzt an der Spitze unserer Regierung steht, nur an die Rettung Frankreichs denken, damit wir die Wunden des Landes heilen, seine Ruinen wieder aufbauen, uw die große Nation zu bleiben, wie wir mit Recht uns nannten. Wir müssen vereint bleiben, unsere Zeit nicht mit unfruchtbaren Streitigkeiten virlieren; wir müssen auf alle Träumereien verzichten und uns nur an Der Wirklichkeit halten. Die Regierung legte dem Parlamente einen Vorschlag vor, eine Commission zur Untersuchung der KriegScontracte zu ernennen. + Bordeaux, 5. März. Der Moniteur spricht von beunruhigenden Gerüchten aus Paris und sagt: „Die Wahrheit ist, daß eine sehr große Erregung an verschiedenen Orten des rechten Seine-Ufers und in Den Stadtvierteln Belle- Ville und Montmartre herrscht; wir müssen aber hinzufügen, daß aus verschil denen pariser Depeschen, deren letzte von 6 Uhr Abends datirt ist, klar hervor geht, daß, Dank den ergriffenen Vorsichtsmaßregeln nirgends ein Zusammenstoj erfolgt ist. Man ist fest überzeugt, daß die Gemüther sich wieder beruhige, werden." General Bourbaki ist in voller Genesung. Die von Der Regierung verfügte Unterdrückung Der Privat-Telegraphie hat auf das Seinc-Departernent keine Anwendung. A Bordeaux, 6. März. In Den Journalen wird seitens Der Finanzkreise Dringend verlangt, daß über Die Lage Der französischen Bank eine besondere Veröffentlichung gegeben werde. Die Situation derselben war am t. September, dem Tage von Sedan: Baarvorrath 850 Millionen, Portefeuille 1440 Mill., Banknoten (Notes) 1730 Mill., Depositen 848 Mill. Man will über die Veränderungen, welche durch die Regierung der nationalen Vertbeicigung herbeigesührt wurden, Kenntniß erhallen, und zieht Die Wahrheit der Ungewißheit vor. 4- London, 6. März. Eine TimeS'Depesche ans Versailles vom 5. März sagt: Die deutschen Truppen haben bereits begonnen, vertragsmäßig das zu räumende Gebiet zu verlassen. Der Kaiser soll sich im Laufe dieser Woche nach FerriereS begeben und auf seiner Fahrt Die sächsischen, bayerischen und toürttem- dergischen Truppen besichtigen. Man glaubt, Die Räumung des Mont Valerien sei bis zum 7. März, die des linken Seineufers bis zum 19. vollendet. Dasselbe Blatt meldet aus Paris: Die mobilen Nationalgarden werden am Montag beginnen, die Stadt zu verlassen. 4- London, 6. März. Es verlautet, Napoleon werde bald in Chiselhurft eintrtffcn. Spanier, neuest. 3% 30 4O/o 3V2°/o Börsennaclidchlen. 6. März 1871. Actien. Frankf. Bank 133 */4 Frankf. Vereine-Kasse 1O43/« Darmst. Bankact. 328 Wien Bankactien 694 Galizien 2373/4 Bayer. 5% „ — n 4‘/20/0 1jährige 96 „ 40/g 1jährige 89>/2 Wiirtemb. 41/2ü/o Obi. 94’/< Baden 4‘/2°/o obL °- E- L- 94 Oesterr. Silberrenle 5)3/4 „ Papierrente 481/g n 50/0 M. Amerik. Bonds Preuss. 4'/20 ü Oblig. 94*/4 Frankf. 31/2''/q Obi. 81 Nass. 4i/2o 0 Obi. 94^ Kurhess. 4% „ 853/4 Gr. Hess. 5% Obi. lUi7/e steuerf. — 1881r 100V8 1882r 96Vs 1885r 96% 1887r 96% Actien. Oest. Creditact. 2431,2 5% östr. F. St. E. B. 365 Lombard. Bahn 163 Vs Ludwigsh.-Bexbach 169 Maxbahn IIOV4 Bayer. Ostbahn 126 Hess. Ludwigsb.-Act. 112 Alsenzbahn-Actien 851 4 Oberhessen „ 69 */2 Wechsel. Amsterdam k. 8. 100*/q Augsburg k. S. 997/s Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 97 Cöln k. 8. 104% Hamburg k. S. 88*/4 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 9 41/2 Wien k. 8. 95Vs ditto m. 8. — ditto 1. 8. — Dis conto 31 2% G. Prioritäten. 3% öster. Stsb.-Prior. 55% 3°/q öst. s. Lombard 73 3% Livorneser 315/s 5°/q Toscaner 50l/z 5% Elisabeth.-Prior. 77 do. II. Emiss. 76 Goldborten. Pr. Gassen-Sch. 1 447/f>-451/6 Sachs. „ — Div. Cassen-A. — Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 45—47 „ doppelte 9 48—50 Holl. fl. 10 St. 9 54—56 Ducaten . . 5 35—37 20 Frankenst. 9 26f 2—271/z Engi. Sover. 11 55—59 Rass. Imper. 9 43—48 Dollar in Gold 2 27—28 AnlelieiiBlooBe. Kurh. 40 Thlr. Loose 641/2 Nassau 25 fl. 38‘/2 4% bayr. Präm.-Anl. 108 Vj Ansbacher 7 fl. 12 40/0 badische Loose 108 Badische fl. 35 Loose 61 Oestr. fl. 250 v. 1854 70 1858r Prioritätsloose 157 1860r Loose 773/8 1864r n 1171/2 Braunschweiger 16 74 Stadt Madrid 2P/8 hiTuiimmiiiiiw 1 wmwtt TTnrrr.iiT~i7ir v. lieber Land und Illeer. Allgemeine Jllnstnrtc Zeitung, herausgegeben von F. W. Hackländer, bietet in wöchentlich erscheinenden reich illustrirten Nummern von je 2>/r bis 3 größt Folio-Bogcn für nur Linen Maler vierteljährlich über 130 der prachtvollsten Vilder und den Inhalt von mindestens IO Rlnnandänden der ersten lebenden Schrisistesser. Bei baldiger Bestellung können noch die Nummern von Anfang des Hahr- j gcings — 1. October 1870 bis dahin 1871 — nachgeliefert werden. (.745) I Alle Postämter und Buchbandlungen nehmen Bestellungen an. Allgemeiner Anzeiger« Besondere Bekanntmachung. 754) Im Firmen-Negistcr des unterzeich veten Gerichts sind heute folgende Einträge vollzogen worden: 1) Die Inhaber der Firma: „Emmclius OOW^XXXX£ Chocolade, Arrac, 8 Rum, Cognac, § Punschessenze, Malaga,x Madeira, Sherry, X Kirschwasser und feinsteT holländische Liqucure. x Extrafein. Birnengelec.8 Italienische Maronen, x Champignons, 8 Trüffeln, Sardines 0 a Fliuile, Caviar, X Mixed-Pickles. 8 Condensirte Milch vonx der Anglo-Swiss conäensedX Milk - Comp. in Cham X (Schweiz). v Bade-, Fenster- und X Pferdeschwämme v Brünellen, X Tafelmandeln, O Tafelrosinen. x XXXXXXXXXXXXXXXX® Vermiethungen. 755) Eine aus 5 Piecen bestehende Familienwohnung ist zu ver- miethen bei Professor Noack. Auch können 1—2 möblirte Zimmer an einen einzelnen Herrn vermiethet werden. 662) In meinem Nebenhause ist der mittlere Stock, bestehend aus 5 Zimmern, Küche und allen Bequemlichkeiten, vonHerrn Gymnasial-Lehrer Dr. Schmidt bewohnt, riebst einem Stück Garten zu vermiethen und den 1. Juni zu beziehen. H. Becker, Neue Anlage. 758) In Lit. C. Nr. 231 in der Kaplans- gasse ist der untere Stock zu vermiethen. 749) Ein möbtirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Wittwe Eimer, Löwengaste. Vermischte Anzeigen. 759) Es wird für den 25. März ein braves Dienstmädchen gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. 766) Drei möblirte Zimmer für zwei einzelne Herren werden gesucht von Fr. Berg, Wolkengasse. 767) Eine zuverlässige Amme sucht Stelle. Näheres bei der Exped. d. Bltts. s Lehrstelle. Frankfurt a. M. 748) Einem jungen Mädchen aus achtbarer Familie ist Gelegenheit geboten, das Putz- und Lingeriegeschäft gründlich zu erlernen; gegen entsprechende Vergütung wird Kost und Wohnung im Hause gegeben. Franco-Offerten unter V. N. 3 poste restante Frankfurt a. M- 746) Ein braves Dienstmädchen wird gesucht- Näheres bei der Exped- d. Bltts. 765) Bei Gebr. Kaufmann (Seifenfabrik) ist ein Regenschirm stehen geblieben. Der Eigenthümer kann solchen gegen Erstattung der Jnseratgebühren daselbst in Empfang nehmen. Strohhüte werden zum Waschen, Färben u. Fa^on- niren angenommen. (760) Wilhelmine Fuhr. 764) Meine Handschuh-Wascherei in allm Farben bringe ich in empfehlende Erinnerung. Caroline Hartmann, __Hintergasse A. 35. 762) Ein Medaillon mit Photographie ist gefunden worden und kann bei Kasernenwärter Büttner in Empfang genommen werden. 757) Ein Laufmädchen wird sofort gesucht. Bei wem? sagt d. Exped. d. Bltls. 747) Eine gebrauchte Hobelbank wird zu kaufen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.____ Alle Brüche heilbar! 18) Bei der Expedition d. Blattes kann jederzeit die Schrift eines berühmten Brucharztes mit Belehrung und vielen hundert Zeugnissen gratis in Empfang genommen werden, welche sichere Anleitung giebt, daß Unterleibsbrüche mit Gewißheit geheilt wer- den können._______________________________ 752) Eine perfecte Köchin, gesetzten Alters, welche sich auch der Hausarbeit unterzieht, wird auf sofort gesucht von L. Busch Wittwe. 751) Schneidergcsellen finden dauernde Beschäftigung bei Georg Leib. 726) Ein tüchtiges Mädchen, welches kochen und die Hausarbeit versehen kann, wird auf Ostern gesucht. Zu erfragen bei ,der Exped. d. Bltts. Renten- und Lebensversicherungs-Anstalt zu Darmstadt. 587) Wir haben den Herrn Lehrer Wilhelm Blum zu Groß-Buseck zum Agenten unserer Anstalt ernannt. Von demselben werden Statuten und Prospecte unentgeltlich verabfolgt und Aufschlüsse bereitwillig ertheilt. Darmstadt, am 18. Februar 1871. Die Direction. Heute, Mittwoch den 8. März: Indischer Kunstgenuilde-Sslon. Erste Abtheilung. Täglich neue Ausstellungen der rühmlichst bekannten Charles sehen Stereoskopen. Zweite Abtheilung. Die Mono-Riesen-Stereoskopie. Dritte Abtheilung. Die Geheimnisse van Landon, Paris und Berlin. Vierte Abtheilung. Reise durch die schönsten Gegenden der Welt. Fünfte Abtheilung. Das Panorama enthält die neuesten Schlachten vom Jahre 1870, die Schlacht von Weißenburg, Wörth, Mars-la-tour und Sedan, die Gefangennahme von Kaiser Napoleon HL, sowie Paris im Belagerungszustand, sämmtliches Militair sieht man in voller Bewegung avaneiren und reteriren. Sechste Abtheilung. Die Weltausstellung in London und Paris. Siebente Abtheilung. Der Sturz der Eisenbahn bei Weißlingen, am 13. September 1868. Achte Abtheilung. Die Erschießung des Kaisers Maximililln bei Oueretaro, nebst seinem feierlichen Leichenzng. Dasselbe enthält auch: Die weltberühmte Somnambule, die jeder Person das kleinste Geheimniß offenbaren kann; sowie den Riesen-Kondor, Königs-Adler genannt, mißt 16 Fuß in seiner Breite, und noch verschiedene seltene Exemplare von Vögeln. Eintrittspreis 6 kr. die Person. Kinder zahlen nur die Hälfte. Geöffnet täglich von Vormittags 11 bis Abends 10 Uhr. Der Schauplatz befindet sich in Oswald's Garten. (718) A. Weiand aus Leudroth. 8 Renten- und Lebensverstcherungs-Anstatt zu Darmstadt. I. Versicherung steigender Renten, auf Gleichberechtigung und Erbverbrüde- rung beruhend, wobei volle Einlagen von 100 fl., sowie in den jüngeren Altersklassen Theileinlagen von 10 bis 60 fl. und Nachzahlungen von 5 fl. an zulässig sind. Die jährliche Rente einer vollen Einlage kann bis zu 150 fl. anwachsen. II. Lebensversicherung, und zwar die Versicherung sowohl von Kapitalien auf den Todes- und Lebensfall, und zu Au ssta ttung en, als auch von Leibrenten, Wittw enpensionen u. s. w. Die Versicherungsbeiträge sind gering und der Versicherte ist zu keinerlei Nachzahlung verpflichtet. Außer der rechnungsmäßigen, noch um 10 pCt. verstärkten und vollständig sicher gestellten Prämien Reserve ist das bedeutende, in steter Zunahme begriffene, Rentenkapitalvermögen für alle aus dem Lebensversicherungsgeschäft entstehende Verbindlichkeiten der Anstalt haftbar. Versicherungsanträge werden entgegengcnommen, Statuten und Prospecte unentgeltlich verabfolgt, sowie Aufschlüsse bereitwillig ertheilt von dem Agenten der Anstalt Lehrer Wilhelm Blum zu Groß-Buseck. Verein der Gustav Adolph Stiftung. Im Vertrauen, daß die Liebe, die so reich ist und so viele Opfer für das theure Vaterland gebracht hat, ohne darum ärmer zu werden, auch noch ein Scherflein für unsre armen und bedrängten Glaubensgenossen übrig habe und daß wir alle in der dankbaren Freude über den uns geschenkten Frieden gerne an das Wort gedenken: „Vergesset der Armen nickt, ro.nn ihr den fröhlichen Tag habt!" zeigen wir unfern lieben und werthen Vereinsmitgliedern hiermit an, daß wir die Einsammlung in diesem Jahre unmöglich unterlassen können. Der Anforderungen sind zwar viele in dieser Zeit, aber die Gaben haben auch ihren doppelten Werth. Wir haben deshalb den Kirchendiener Knoll mit dem Einsammeln der Gaben beauftragt und begleiten ihn mit dem Zuspruch des Verwaltungsraths auf seinen Weg: „Greifen Sie ohne Säumen und im Vertrauen auf die Macht evangelischer Liebe die Sammlung an. Wir sind dessen in guter Zuversicht, es wird nicht vergeblich sein." Der Vorstand: G- Landmann. Dr. Hesse. Dr. Seel. Dr. Zimmermann. Dornseiff. Haustein. 3 - 23% No Er Jarnitz hei Annoncen. I Bekanntmachungen aller Art I befördert prompt in sämmtliche deutsche und ausländische Zeitungen, Lokalblätter und Fach-Zeitschriften mit 5—25% Kosten-Ersparniß die Annoncen-Expedition von E. Schlotte in Bremen. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.