$Mnn, £ Wittibe «Sunooi rrung, vstadt, ua l<*in. rrt, • owidonä ju ?.rrn Ehst. >gkoff. Ilsücbt) । Berlin. (2970) sooft. Sarantitt, ge- . Februar, H)0 ii s. lv. Üt Gewinne roßte Treffer M 5o; unt 'urt o. M. Unbanittdt« anoab, ,c ffif btn fe ^nikl/rg- •irr die Hafen Lireib Ntcteljöhrig 1 fl- 12 fr. mit Sringerlohn. Durch die Post bezogen vicrteljLs'rtg - st. 37 fr. r Anzeiger. Ertchnnt täglich, mu Lu-» nähme Montags. Expedition: kanzletberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Krr. iso. Sonntag den 6. Anglist 187K. Bestellungen auf den Gießener Anzeiger & bÄÄXÄau* gouverneurS in dem Generalgubernialgebäude Sitzung hält und eine sehr rege Thätigkeit entwickelt. Den eifrigen Nachforschungen dieser (Sununtifton ist es bereits gelungen, vier Knaben im Alter von 12 bis 14 Jahren, zu ermitteln, welche der absichtlichen Brandstiftung thcils durch Zeugen, theilS durch ihr eigims Gcständniß überwiesen sind. Die vier jugendlichen Verbrecher, die den untersten Volksschichten angehören und mehrere Fabrcketablissementö in Brand gesteckt haben, behaupten einstimmig, daß sie von ihnen unbekannten Personen zu den Frcvelthaten bcrcdtet und am Kreuze zu sterven; sein Statthaltcr durfte sich nicht we.gern, ein Krümlein Erde zu beherrschen. Selbst wenn Pius IX. den ganzen Erdkreis beherrschte, so wä? eer Abstand zwischen feinen beiden Gewalten noch unermeßlich und das Pontificak würde das Königthum mit der ganzen Höhe des Unendlichcn überragen. Und wenn er weltlich Taufende von Welten beherifchte, würbe der Abstand nicht schwinden... Es scheint fast, als gebe cs kein Frankreich mehr, als sei das cu-.ch Herrn Thiers r rnichtete Frankreich, das Vaterland der Chlodwige, Caroli Magni und vcs heiligen Ludwig, der Vasall des verfluchten Italiens geworden. Aber das ist alles nur Schein und Zufall. Wir werden dereinst erfahren, daß weder der Papst-König, noch Gott, noch Frankreich von der Liste der Lebenden gestrichen sind." Abonnenten, welche den Anzeiger bet der Erpedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate August und September zu 40 fr. Das „Journal ve Bruxelles" theilt mit, daß eine Versammlung ver Inter- nationalen in Genf gehalten ward, worin 30 Comiles vertreten waren. Es soll beschlossen worden sein, Brüssel, Rom und Madrid zu Versammlungsorten jür die nächsten Operationen zu wählen. Ferner veröffentlicht dasselbe Blakt ein Schriftstück, welches von dem Ccntralcomite in London an alle Comites ccr Internationalen gerichtet worden. Es lautet: In Erwägung, daß man die berühmten Chefs des französisch.socialen Aufstandes, die glücklicherweise schon durch andere ersetzt sind, die eben so brav dem Tode entgegen gehen werden, wenn die Sache oes Proletariats es fordert, ohne Mitleid erwürgt und ohne Gnade gUövltk hat, befehlen wir allen unseren Mitgliedern aller Länder, den Herd des Hasses und der Rache, den wir gegen die Religion, die Autorität, die Reichen und die Bürger angezündet haben, anzufchürcn. Wir ergreifen diese Gelegenheit, um euch zu sagen, daß die Beruhigung weder in unseren Herzen, noch in unseren Geistern ist, und daß unsere socialen Ideen von dem Proletariat ter ganzen Welt von Tag zu Tag besser gewürdigt werden. Bald werden wir zu heftigen und schrecklichen Explosionen unsere Zuflucht nehmen, die eö übernehmen wert'; n, dem bestehenden socialen System ein Ende zu machen, indem sie nöihigenfalls mir dem Beile und der Flinte Alles niederschlagen, was jetzt in der bürgerlichen und religiösen Ordnung aufrecht steht. Ja Moskau nehmen, nach einem B.iefe der „Ostsee-Zeitung", die Feuersbrünste in erschreckender Weise überhand und es ist auffallend, daß vorzugsweise Waaeenniederlagin, Fabriketablissements und große Handelsgeschäfte davon betroffen werden. Dieser Umstand hat den Verdacht erregt, daß die Ursache der täglich größere Dimensionen annehmenden Brandcalamitat böswillige und systematische Brandstiftung ist, und daß die in Moskau stark vertretene socialiflische Partei ihre frevelhafte Hand dabei im Spiele hat. Daß auch die Regierung diesen Verdacht hegt, zeigt die Tyatsache, daß sie zur Ermittlung der Brandstifter eine besondere Commission eingesetzt hat, die täglich unter dem Vorsitz des Generalacht Stunden gearbeitet, und die meisten der deutschen Staaten legen ihr.n Bc- muten gleichfalls nur eine achtstündige, ja oft sogar nur eir.e siebenstündige Arbeit osf, da die Büreaustunoen fast durchgängig von 8 bis 3 Uhr anstehen. Sieht man aber selbst von dem horrenden Widerspruch ab, in den sich der gesetzliche Normalarbeitstag zu der Förderin aller Civilisation, zu der wirthschastlichen Freiheit setzt, so kann die gesetzliche Regulirung Ver Arbeitszeit doch nur für den Großbetrieb erfolgen, ihre unmittelbare Folge müßte die vollständige Ausrottung des Kleinbürgerthums sein, das sich von jeher als die festeste Stütze staatlicher Ord- uung erwies. Dazu kann und darf aber kein Gesetzgeber die Hand bieten, und teshalb ist es mit dem gesetzlichen Normalarbeitstag für alle Zukunft nichts. — Utbrigens wünschen auch die Berliner Maurergesellen, welche heute den Normal- erbeitstag auf ihre Strikefahne schreiben, nichts weniger als die von der „Norvd. Allgem. Ztg." in Aussicht gestellte Jnrervention der Regierung; Ver „Social- tewokrat" erkläre rund heraus, vaß die zehnstünvige Arbeitszeit nicht ras Endziel der Bewegung, sondern nur Mittel zum Zwecke Ver Lohnerhöhung ist. t Wir haben sofort bei dem Eintritt des Grafen Hovenwart in das öfter- ikichische Ministerium die Diagnose gestellt, daß die Erstarkung der veursch-nationalen Partei Vie unmittelbare Folge ccr teutschseindlichen Politik vcs Mener Cabinets sein würde. In cer That hat das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit mit dem deutschen Reiche unter Den Deuifch-Oesterreichern in vem Maße feste Wurzeln g.schlagen, als Vie eigentlichen Absichten bcS Ministeriums Hohenwart immer Deut* sicher hervortreten. Den Plan der österreichischen Regierung, Wien zur unmittcl* baren Reichshauptstadt zu erheben, um es vavurch von vem VerbanVe Der Deutschen Provinzen loSzureißen, hat in Wien der Deutsch-nationalen Partei cincn beveutenven . llraftzuwachs gegeben, unv Vie Führer Der Verfaffungspartei, Vie sich bisher sehr reservin gegenüber ter veutichen Partei hielten, in das Lager der Letzteren geführt. Auch aus Ven übrigen Provinzen Deutfch-Oesterreichs stimmen Die Nachrichten darin üoerein, vaß sich jetzt unter den Deutschen eine Rührigkeit entwickelt, welche lkvenfalls an Energie und Nachhaltigkeit der ^genannten nationalen Opposition sicht nachsteht. Vom Rhein wird in verschievenen Zeitungen gemeldet: Der Erzbischof von Mn hat eine Anzaal ihm ergebener Geistlichen und Laien darüber gehört, ob es uthsam wäre, vor dem Lesen der „Kölnischen Zeitung' oberhirtlich zu warnen. |8®ei Stimmen sprachen sich für die Opportunität Der Maßregel aus, die Mehr- k iühl war dagegen. In Folge davon ist Die Maßregel aufgeschoben worden. Die rücksimtSlosen Antipathien, welche Der Herr v. Rothschild während des 1 ganzen litzten Krieges gegen Preußen zur Schau getragen, lassen es als ganz Wir sind dagegen durchaus anderer Meinung; wir sind der Ansicht, die Gesetzgebung habe sich ebenso wenig mit Der Normirung Der Arbeitszeit, wie mu Der Feststellung Der Löhne zu befassen, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil bei ter kolossalen Verschiedenheit der einzelnen Industrien ein einheitliches Gesetz nach dieser Richtung hin ganz undenkbar ist. Die „Norvd. Allgem. Ztg.^ gibt VieS auch selber zu, invem sie den zehnstündigen Normalarbeitstag für Die Baugewerbe, die Feldarbeit, sowie für alle solche Industrien ausschließt, welche wahrend einer bestimmten Jahreszeit durch klimatische und andere Einflüsse zum Stillstand ver- urtheilt sind. Geht man einen Schritt weiter in dieser Untersuchung, so wird man logischerweise zugeben müssen, daß Die zehnstündige Arbeitszeit auch für alle selche Industrien nicht paßt, welche einen ununterbrochenen Betrieb wählend Des unzweifelhaft erscheinm, vaß vaS Veutfche Generalconsulat in Paris d.esem Chan- «iaiften nicht wieder übertragen werden kann. Jetzt bewirbt sich Herr v. Erlanger Uh diese Stelle. Wie eö heißt, hat jevoch Die preußische Regierung beschlossen, m Bunvesruth carauf zu Dringen, daß nicht wieder eine Mitglied der haute ßnance iaQI P"is die Urheber und Leiter dieses Planes sich hinter schlichten Arbeitern und Kindern, die sie als ihre Werkzeuge vorschieben, versteckten. — Die russische Regierung hat den meisten Mitgliedern des römisch'katholischen Collegiums in Petersburg ihre besondere Zufriedenheit dadurch zu erkennen gegeben, daß sie ihnen nicht blos hohe Orden verliehen, sondern auch ihre Jahresgehalte bedeutend erhöht hat, so daß sie mit den Zulagen ca. 4000 Silberrubel betragen. Die Nachrichten über in der Türkei ausgebrochene Unruhen lauten ernsthafter als gewöhnlich. An diejenigen Dinge, die sich in dem wilden Albanien ereignen, darf man allerdings nicht den Maßstab von Vorgängen in civilisirten Ländern legen. Es scheint indessen, als ob diesmal ein wirklicher, nicht unbedenklicher Ausstand im Gange wäre. Friedberg. Gutem Vernehmen nach ist nunmehr die Eisenbahnlinie Fried' berg-Homburg gesichert und der Bau alsbald bevorstehend. — Auch bezüglich der Linie Alsfeld-Hersfeld, die mit der Bahn Alsfeld-Friedberg in enger Verbindung steht, sollen die Verhandlungen mit einer namhaften Gesellschaft zum Abschluß gediehen sein. (O. A.) München, 1. August. Wir in den großen Städten können mit Gelassenheit zusehen, aber auf dem platten Lande sind Zustände in Folge der kirchlichen Krisis eingetreten, die jedes Recht ins Gegentheil verkehren und einen Terrorismus der geistlichen Gewalt zur Schau stellen, wie er vor Jahrhunderten bestand. Ein großer Grundbesitzer in der Nähe von Passau, der 43 Dienstboten auf seinem Hose hält, wurde von offener Kanzel herab verleumdet, weil sich die „Abend- zeitung" und die „Passauerin" in seinem Hause fand, seinem Gesinde aber wird bei Verlust ihres Seelenheiles angedroht, den Dienst zu verlassen. In welche Lage war der Mann gebracht, besonders nun zur Erntezeit; in welche Gemüths- flimmung werden die dienenden Stände versetzt, wenn man sie vor solche Alter- nativen stellt? Der Gutsbesitzer stellte gerichtliche Klage; und da der Pfarrer ver- urtheilt ward, so ergriff er die Berufung. Allein noch ehe diese erledigt war, wiederholte er dieselben Injurien, und als der Betroffene sich abermals um Zeugen umsah, da war bereits von Seite des Pfarramts gesorgt dafür, daß „Niemand etwas gehört hatte". Die Autorität des Beamten, das Vertrauen in den Arzt, in den Lehrer, kurz in alle öffentlichen Persönlichkeiten wird vom Landclerus systematisch untergraben, wenn die Betreffenden sich nicht bedingungslos in dessen Dienste geben. Man mag noch so sehr vor allzu radikalem Vorgehen warnen, aber das sind Fälle, die rein moralisch betrachtet, eine Abhülfe fordern, und die bayerische Regierung darf dieselben nicht einfach bei Seite legen, wenn sie nicht etwa dasselbe Schicksal verdienen will. (Nat.-Z.) München, 2. August. Die klerikalen Blätter sehen „mit Spannung" den Schritten entgegen, welche der Erzbischof von München-Freising gegenüber der NectorSwahl an der hiesigen Universität thun werde, verhehlen sich aber dabei die peinliche Verlegenheit keineswegs, welche dem Erzbischof durch jene Wahl bereitet worden. „Es liegt allerdings — meint die „Landshuter Zeitung" — der Weg, der zu nehmen wäre, scheinbar ganz klar vorgezeichnet da; allein es ist andererseits auch wieder bei dem Betreten desselben die Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß die theologische Facultät hiesiger Hochschule leicht dabei so geschädigt werden könne, daß cs einem völligen Zugrundegehen so ziemlich gleichkäme, was wieder dem mit reichlichen Mitteln ausgestattcten Georgianum das nämliche Schicksal bereiten würde, und jene Mittel bald sehnsüchtige Liebhaber finden dürften. Das hochwürdige Ordinariat wird freilich zuletzt doch in die Lage kommen, der unerbittlichen Consequenz seiner früheren Beschlüsse nicht entgehen zu können," — d. h. eS wird die gesummte Universität mit dem Kirchenbann belegen müssen, was denn auch die Heißsporne der Ultramontanen, „Vaterland", „Volksbote" u. dergl., völlig am Platze finden. Das „Vaterland" erinnert nebenbei drohend an das Jahr 1847, wo auch die Universität „an der Spitze der Bewegung marschirte", woraus aber dann das Jahr 1848 gefolgt sei, welches „einem bayerischen König die Krone gekostet habe". (F. I.) München, 2. August. Das Ministerium des Innern bereitet einen Erlaß vor, in welchem mit Hinweis auf einen Befehl des Königs Max I. sämmt' lichen StaatSdienern die Mitgliedschaft am Freimaurerbunde untersagt wird. (Presse.) München, 3. August. Die klerikale „Augsburger Postzeitung" glaubt nicht zu irren, wenn sie annimmt, daß Hr. v. Lutz wirklich und endlich auf die Trennung von Kirche und Staat hinsteuere. „Für Hrn. v. Lutz — fährt das citirte Organ wörtlich fort — ist in der That kein anderer Ausweg, als entweder abzudanken, nachdem er einerseits sich zu weit engagirt hat, um mit dem von Hrn. v. Bray befürworteten modus vivendi sich einverstanden erklären zu können, und anderseits die illoyalen mit dem bestehenden Rechte unvereinbaren Begehren der Neuprotestanten nicht gutheißen kann und will — oder durch VerfassungSrevifion Trennung von Kirche und Staat herbeizuführeu, was natürlich jahrelange Vorarbeiten und eine Zweidrlttelmajorität der Kammer erfordert." Landau, 1- August. Wieder haben wir einen Fall von priesterlicher Intoleranz zu registriren. Heute Vormittag fand die Beerdigung des am vorigen Samstag gestorbenen Gerichtsvollziehers Fischer statt. Die katholische Geistlichkeit verweigerte das kirchliche Begräbniß, weil der Verstorbene in Glaubenssachen liberalen Anschauungen huldigte. Auf Wunsch der Angehörigen hielt der protestantische Decan, Herr Gelbert, am Grabe eine kurze Rede, die ebenso tröstlich für die Hinterbliebenen, als herzerfreuend für die überaus zahlreiche Leichenbegleitung war. Die Rede des Herrn Decans gipfelte in dem schönen christlichen Satze: „Wir sind Alle Gottes Kinder!" (Eilbote.) Marienwerder, 31. Juli. Das zu Ehren der aus dem Felde zurückge- kehrten Landwehrmänner und Reservisten projectirte Fest ist aus Mangel an Theil- nahme nicht zu Stande gekommen. (Danz. D.) Aus dem Elsaß, 3. Aug. Die Wahlbctheiligung in Mühlhausen war Null, aber allerdings bei wenig über 700 Stimmen auf etwa, 11,000 Wahlberechtigte winzig genug (mindestens ein Viertel der eingeschriebenen Wähler ist zu einer gültigen Wahl erforderlich). Zu berücksichtigen ist dabei aber immerhin, daß bis zur letzten Stunde Alles aufgeboten wurde, die Wähler von der Urne fern zu halten, und von Seiten der deutschen Verwaltung nicht die aller- mindeste Beeinflussung stattfand. Der bisherige Stadtrath verhielt sich ganz passiv. In einigen Landgemeinden ( 6 ist immer vom Oberrhein die Rede) war die Be. theiligung noch schwächer. D-e Geistlichkeit scheint sich nicht in das Wahlgeschäst gemischt zu haben. Der elsässer Bauer bleibt aber ruhig sitzen, wenn der Pfarrer nicht ruft. Auch fehlt der ultramontanen Geistlichkeit noch ihr früheres Organ, der „Volksbote von Rixheim", durch welchen sie seit Jahren das Volk gänzlich leitete. Das letztere blieb also diesmal bei den Wahlen völlig im Unklaren, was es thun sollte, und dadurch ist im Grunde die Situation überhaupt unklar. — Aus Pfalzburg erfahren wir, daß in dieser kleinen Festung, die bekanntlich einen langen und hartnäckigen Widerstand geleistet hat (man sagt übrigens dort selbst, daß, wenn das am 9. August 1870 begonnene und am 14. August wiederholte Bombardement noch einige Stunden angedauert hätte, die Uebergabe damals schon wahrscheinlich gewesen wäre), in letzter Zeit sich eine rege Bautätigkeit entwickelt hat, um die Schäden der Beschießung zu repariren, und zwar in Folge des Umstandes, daß die Bewohner ihre Entschädigung jetzt gesichert sehen, indem in den letzten Tagen bereits 120,000 Francs an sie ausgezahlt wurden und man auf die Fortsetzung der Zahlungen bis zur Tilgung des auf 1,300,000 Francs taxirten Gesammtschadens vertraut. Auch an den Wiederaufbau der großen katholischen Kirche wird es bald gehen; die Pläne fertigt der Architekt Matuszinsky in Straßburg. Paris, 1. August. Das officielle Blatt schreibt: Nach dem Brande von Paris hatten wir der Reihe nach die Explosion von Vincennes und die Unglücks- falle von Nancy und Bourges. Es ist heute festgestellt, daß in Vincennes und Nancy kein Verbrechen vorliegt. Der Gerichtshof von Bourges hat eine Untersuchung angestellt, 58 Personen vernommen, und man darf hoffen, daß das Feuer auch zufällig entstanden ist. Der „Figaro" kündigte gestern an, die Kathedrale von Perigneux, eine der schönsten von Frankreich, sei ein Raub der Flammen gehörten. Diese Nachricht ist erfunden. In Perigneux brannte nur ein Bretterschuppen nieder, den die Eisenhahn.Gesellschaft von Orleans der neuen Gemeinde St. Martin abgetreten hatte, bis ihre neue Kirche fertig ist. Das Feuer, welches durch Unvorsichtigkeit entstanden war, dauerte nur 15 Minuten. Einige Tage vorher meldeten mehrere Blätter, daß die Kathedrale von Tours abgebrannt. Auch das ist nicht wahr. Wir haben des Unglücks genug, ohne daß es nöthig wäre, durch solche Erfindungen unsere Angst zu vermehren und vielleicht die Idee des Verbrechens in verdorbenen Phantasieen hervorzurufen. Wenn die Journale, welche nur von Scandal leben, fortfahren, falsche Nachrichten zu veröffentlichen und Schreck n zu verbreiten, so wird es Noth thun, dem öffentlichen Gefühle gerecht zu werden und sie vor die Justiz zu stellen. Paris. Die „Liberte" will wissen, daß Thiers vier Hauptgliedern der Rechten, welche ihn aufgefordert, mit der Linken zu brechen und sich der Majorität vollständig anzuschließen, folgende Antwort ertheilt habe: „Meine Herren! Sie wollen sich keine Rechenschaft über die Abstimmung vom 2. Juli ablegen. Die Monarchie ist in Frankreich unmöglich. Der Graf von Chambord hat sie auf- gegeben. Ich thue Ihnen nicht die Beleidigung an, zu glauben, daß Sie auf die Abenteuer des Kaiserreiches zurückkommen wollen. Was die Prinzen von Orleans anvelangt, so habe ich nur Eines zu sagen: Sie haben sie gesehen. Die Linie hat seit fünf Monaten einen politischen Sinn bewiesen, dessen ich sie nicht für fähig gehalten hatte, und der ihr das Recht giebt, an der Regierung des Landes Theil zu nehmen. Meine Herren, ich bin mit ihr!" Die Commission, welche die Handlungen der September - Regierung zu prüfen hat, verlangt auch von dem General Schmitz, Generalstabs-Chef Trochu's, als dieser Gouverneur von Paris war, Ausschlüsse über den 31. October, an welchem Tage sich die Communisten bekanntlich in Besitz des Pariser Stadthauses gesetzt hatten und ein Theil der Regierung in ihre Hände gefallen war. Blanche Costard, welche bekanntlich in dem Bericht über die Contracte, die Magnin abschloß, genannt wurde, hat verlangt, vor der genannten Commission zu erscheinen. Geht dieselbe auf ihr Gesuch ein, so wird es wohl viel Scandal geben. Marseille, 2. August. Telegramme aus Algier haben in Betreff der Jn- surrcction gute Nachrichten gebracht. Alle Insurgenten im Gebiete von Medjana, welche zum Stamme Mokrani's gehören, haben sich unterworfen. Man hofft, in wenigen Tagen den Aufstand als beendigt ansehen zu können. Wien, 3. August. Der Aufruf der Wiener Al'.katholiken ist vom besten Erfolge begleitet. Heber tausend Wiener Familien erklärten bereits ihren Anschluß an Vie Altkatholikengemeinde. Wien, 4. August. Graf Beust trat, im Interesse der österreichischen Besitzer rumänischer Eisenbahn - Obligationen, den Schritten der deutschen Regierung in der Eisenbaynsrage bei. — Die Kaiserzusammenkunft wird zu Ischl statt- sinden. Nom, 30. Juli. Bei den vielfachen Conflicten, welche zwischen der bürgerlichen Behörde und der Geistlichkeit namentlich auf vermögensrechtlichem Gebiete ausgebrochen sind, ist eine Bekanntmachung des interimistischen Präfecten von Interesse, deren energische Sprache beweist, daß unsere Behörde nicht gesonnen ist, in irgend einer Weise über die ihr gesetzlich zustehenden Befugnisse mit sich markten zu lassen. Die betreffende Bekanntmachung sagt ihrer Hauptsache nach Folgendes: „Den gesetzlichen Bestimmungen zufolge haben nur diejenigen Ehen bürgerliche Geltung, welche vor dem Bürgermeister als Beamten des Staates oder seinem Bevollmächtigten abgeschlossen worden sind. In Folge dessen haben diejenigen heirathsfähigen Mädchen, welche durch das Loos oder irgend welches andere Verfahren ausersehen sind, die Unterstützungen für ihre Ausstattung zu genießen, über welche die verschiedenen Verwaltungen wohlthä'tiger Stiftungen in der Stadt Rom uad der Provinz verfügen, um zum Genüsse dieser Unterstützung zu gelangen, die Bescheinigung beizubringen, daß sie die Bedingungen der bürgerlichen Eheschließung erfüllt haben, mit Ausschluß jedes anderen Zeugnisses. Wenn die Verwaltungen der Wohlthätigkeits-Anstalten sich weigern sollten, jene Unterstützung auf die gesetzliche Bescheinigung hin auszuliefern, oder wenn sie die betreffende Mitgift auf Grund irgend welcher anderen ungesetzlichen Zeugnisse überweisen, so machen sie sich eines Actes der Verachtung der Gesetze und der Aufreizung Anderer zu solcher Verachtung schuldig und nöthigen die Obrigkeit zu scharfen Maßregeln. Die Verwaltungen bleiben persönlich haftbar für jede Summe, welche sie entweder gegen das Gesetz auSgehänbigt oder dem Gesetze zum Trotz auszuhändigen sich geweigert haben." (K. Z.) London, 2. August. Laut Nachrichten aus Irland ist der Empfang des Prinzen von Wales seit seiner Ankunft ein enthusiastischer. Die Straßen von Dublin sind mit Fahnen und Blumen decorirt. Constantinopel, 31. Juli. Die „Turquie" wurde wegen ihres heutigen Leitartikels: „Der Islam und der Papst", auf drei Monate suspendirt. (W. Bl.) Sffls SS BÄ nod) »>" anb *uaV,- M der Mld t dir Nachnch - dir Mieth- bii um den in ter i frag- M Helle" unDH-t. drS SlreiteS ttiibtn, unb W „Sommer" ist, ju dämpfen , g° wurden, dir fr juchten, wnrdee welches beut- |'ö stiaße spielten, rilifritdigcnden; Hof vor, mit t seitlichen Aurcnb Waffe die Stra gar nicht unbeti standen, die in allgemein bckann der rothe Fetzen f StB SZ lirf Treck »ki' Ans Den Fl köpf und Schl Bürgers und ( Midjtl, des O Michel, ehelich Den 3. der Oberhess. Babel, eheliche! Berß Den 30 Bahn dahier, i Denfel Emil, geboren Den 31 Christian Heini Denfel tin Sohn, Kai Besondere Die Vergebu der Löb ,3268) Aus M wieder eine l Kch 1» verg dlesesnial nur werden und w Handwerker, bi J’Wft taj tcn™ r-bin« ■“«»ankte t ft Ni: Bi?b,n Am, Ed eine Seit 3192) W soll in Vcr tenhex?s? ®ie 4^. '« ul 9q"W ÄS S:* Er n7b‘" 0TÄ?"‘‘ tjli'"> tt? w". a,hliW« • ltD Trante tOa BaVle U"M k ln 8iat?nnt< 9_fl b-t eine Unter« W M Win an' tir Äatjetraie '• Cer 3Ummen gk. clt nar ein Sretten Ur ntctn Öemrinh *a,8tatr, vklchii -ltr Einige Trz, # fbgebrannt. 8ij (< vekhig wirt,. (Cflit tie 3oee w tu Journale, wdjj l ■ vncMtlichro Btt * M Gcsühle gklch ; ’ Hauplglieklln t» si id sich trr Kojoritil Nnut t'frrfn.1 €11 Juli obkgtn. Tu ;cmbort Hal fit auf- ■ ab«, dog Sie ans I die $nnfo rcn ( d« fit gksth«. Tie tlss« i4 slt mit i tn Akgimog keS ; ■ Tw ßcimilk Hal, »erlangt auch i nein @«Dtrntut i tem Irtzt tu I [;|t halllll unt tin I ■ f -irt, »däu bi- 4 ynitinl wuiti, hV tu'Dr aas i|i i io Vttttff dn Z°' Edikte tcn Mitja«, /; 'n«. »«W-“} jtfrt iß w® brrctil ijrrtliW (T cäerreiihistir r rrutschn W®i rrt t° 31* .r-lchell ter N* .-.wtM» y* * -* eil fl\ ; I rnitia»' 1,1 ' I 2«$»!-* I rtB I '«''${"*’* I " I tii 8'l(t 1 W1 ai aialdrN 4 August, Vormittags 10 Uhr, als: Ctr. Hafer, „ Neis, „ Crbsen, „ Speck, „ Graupen, Faß Spiritus (=1 en. ISO Quart pr. Faß), im Saafe Mir Harmonie, gr. Bockenheimerstraße Nr. 9, öffentlich gegen baare Zahlung an den Meistbietenden versteigert. Frankfurt a. M., im Juli 1871. I. NttttMUUN, beeidigter Ausrufer. Die Besichtigung der Vorräthe kann jeder Zeit bis Montag den 7. August, Nachmittags 6 Uhr, stattfiuden. Nähere Auskunft hierüber wird ertheilt im VcrgantungS- Büreau, Fahrgasse 61. - fr. 39 fl. 3it Handarbeit an Gräben und 46 14 30 37 60 1 123 24 Maurerarbeit, veranschl. Dachdcckcrarbeit, „ Schreinerarbeit, Schlosserarbeit, „ Backofenarbeit, „ Pumpenarbeit, Arbeitsvnsteigennig zu Lollar. 3287) Donnerstag den 10. August, des Vormittags um 9 Uhr, sollen auf dem Rathhause zu Lollar nach stehende Bauarbeiten bind) öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden, als Wegen, veranschlagt zu . • 96 „ — „ Gießen, den 4. August 1871. In Auftrag: Körner, Bezirfsbauaufseher. Fettgebotenes. 3275) Am Wallthor Lit. A. Nr. 158 sind Johannisbeeren von ausgezeichneter Qualität, pr. Schoppen 3 fr., zu haben. 3232) Flaschenbier, ä 6 fr., frei in'S Haus geliefert, bei Georg Dörr, Kirckenplatz. 1443) Gebrauchte Eisenbahnschienen, eiserne Tragbalken, Säulen und fern stige Baugegenstände aus Eisen und Guß empfehlen Flick L Kröll. 3234) Ein fast noch neuer Sessel mit Rohrsitz ist zu verkaufen. 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August, Abends 6 Uhr: Großes Militär-Cvncert, ausaefnhrt von der ganzen Capelle des 8. Jäger - Bataillons zu Wetzlar, unter persönlicher Leitung ihres Dirigenten, Herrn Ohst. Entree ä Person 12 kr. Für Dierwirthe! 3092) Mein Lager von Frankfurter Export - Bier , aus der Brauerei von I. G. Henrich, bringe in empfehlende Erinnerung und bemerke, daß zu gleichem Preise abgebe, als bei directem Bezug. H. Schm all, Lindcnplatz. 3269) Demjenigen fünf Gulden Belohnung, welcher den muthwilligen oder böswilligen Thäter zur gerichtlichen Anzeige und Strafe hiesige Wirthschaft als Kellner gesucht. Zu bringt wegen oft wiederholten Zerstörungen erfragen bei der Exp d. d. Bltts. an meinem Steeg über d-e Wiescck und an!--— Fr. Bieler am Kreuz, in Gießen. > ! 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Aerztliche Anerkennung-! 32E8) Dem Kaufmann Herrn Heer -1 hier bezeuge ich von dem G- A- W- rl May er'schen j weihen Brust-Syrup £ vielfach die besten Erfolge beobachtet zu g haben. Iohannrsbeeren und Himbeeren A-UUlJimiiy») llji» werden noch in größeren Parthien gekauft 3277) Von jetzt an wohne ich in bempon Ed. Lind, Kirchenplatz. Hause bes Herrn Weißbäcker in der-------------------------------------- Wallthorstraße. Zugleich bringe ich meine 328O) Ein Mädchen, welches kochen kann, Lithograph, 'Unpaltiu empfehlende .Er-j sucht auf sofort Stelle. Näheres bei der innerung.S. Reiß, Lithograph. ! Exped. d. Bltts. „Kaisermarsch," „Gefangennahme in Sedan," „Sieges-Einzug in Metz und Paris" 2c.,j ________________________________________ ®.ef?r0 d) ä fe r, | 3270) Ein möblirtes Zimmer ist sofort Uhrenhandlung. zu vermiethen. Neuenweg B- 194. 3252) Grüne leinene Joppen und Sommerröcke von Drell, sowie Hosenträger in großer Auswahl , empfiehlt C. Wenzel. Neue Mntjes-Härinue empfehlen I. A. Busch Söhne. (2371) 3289) Gelbe Johanni-Kartoffeln (sowie Salat-Kartoffeln) pr. ’/2 Meste 24 fr., bei L. Hartmann, in der Schanz. 3021) Das seither von Frau Pfarrer | ♦ ! Kreckmann im Darmstädter Haus be- ist jm Ganzen ober auch ge- ^ennt zu vernuetheu und vom 1. October rung Des Fahrtenplans rtt an zu beziehen. Neue Anlage C. 26. Mr. »«cd. Salzer. GeMsts-EmPschlmg. 3276) Einem geehrten Publikum bringe hiermit meine Wcißzengnähei ei in em pfehlende Erinnerung und bemerke zugleich, daß bei Bestellung auf Leinen- u. Shiriing- Hemden auch auf Verlangen der Stoff dazu gegeben wird- Fanny Reist, wohuhast im Hause des Herrn Weißbäcker, Wallthorstraße. : E* I. Grone >------------ -. .... m Ahaus, Westfalen. I 3177) Im Peppler'schen Vorderhause Die Expedltwn dreies Blattes ist erbötia auf dem Seltersberg ist das Mansarden- Bestellungen entgegen zu nehmen. (2577) logis, bestehend aus 4 Zimmern und 3 Ca- "' ooqqx -----bineten, anderweit zu vernliethen und den ift?u netfUn Ängaffe tiiL 21 B'i3 15' °ctOl,er iU bEik'6en- i 3245) Ein-n^L-brjung-n sucht 3085) Gut gebrannte Backsteine find' 3095) In meinem Nebenhause ist der zu haben bei H. Keck. ‘ mittlere Stock nebst allem Zubehör zu ver- !miethen und sogleich zu beziehen H. Becker. 3291, Ein zuverlässiges Di°nstmädch««,j°'sb°ld °d°r auf Michaeli gegen guhm Lohn welches bürgerlich kochen und womöglich so-ft^ Mtethen ge ucht. Kreuz ut. B- Nr. 111. gleich eintreten kann, wird für eine kleine Ä8tfu<6t 9,äb£rcS M htl CfJpebitionjHAASENSTEIN dc VOGLER _____________ 3272) Seb wobne bei ««‘nng^Annoncen-Expediüon, -M Jin ”5^.8 Än-^istzuver- Herrn Heinr. B e ck e r, ,a™ Ä1 3222) Heebftrübensaamen bei ______• C F. 5 emm (er. Hülst! Rettung! Heilung! sÜ7 All-, welche an ’ 3284) kaufen. Eine Nähmaschine ist zu ver- Näheres bei der Exped. b. Bltts. 3274) legenen Erndte Meinen am Wismarer Weg ge- Garten beabsichtige ich mit der u verkaufen. Fr. Pfeil. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.