Nt U q n fi S n <■> *» 3 Gibbs 3. hlungs- ' eh, 57. eßrnL mil Pißn ’lrtn Ar lluiacher. Preis rtecreljährig 1 st. 12 fr. nit Bringer lohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. Erscheint täglich, mit Sus' nähme Montngs. Expedition: Canzletberg Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Ne. 131. Dicnstag ben 4. Inti 1871« Befteilurrgen auf den Gießener Anzeiger bet allen Post-Expeditionen und ben Lan^Postboten entgegen gmommen. A m tlicher Thei l. Gieken, am 30. Juni 1871. Betreffend: Unterstützung bedürftiger Familien der zum Dienst einberufenen Reserve- rc. Mannschaften. Das Grstzyerr«gliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistkreien des Kreises. Wir sind veranlaßt, die Bestimmung unseres Ausschreibens vom 19. September v. I. wiederholt in Erinnerung zu bringen, wonach unverzüglich Anzeige zu erstatten ist, wenn Reservisten, Landwehrmanner und Ersatz-Reservisten, deren Familien aus der Kreiskasse Unterstützung erhalten, aus dem Militärdienst auf unbestimmte Zeit entlassen werden. v. Starck. Politischer T h e i t. icrrt üoxh. Hef, irioenlkn, ■ im glHklu -------------------------- i i Mainz.. tlms.Sehcim-- ^üvodmsncht.. IG bestehend ini n 8 W älchen M Sl'B rS n inil'i t(j f Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Frankreich,! die von dem für Vic Reorganisation ver Armee nieoergesetzten Ausschuß cer |ran< zöfischen Nationalversammlung einstimmig befürwortet ist und von letzterer unzwcifel-! haft beschlossen iqe-den wird, muß in ihren unvermeidlichen Konsequenzen auf Cie zukünftige Gestaltung Europas einen außerordentlichen Einfluß ausüben. Allerdings ist nicht anzunehmen, daß die französische Nation durch Ädop- tirung der allgemeinen Wehrpflicht ihr früheres, zum Nachtheile Europas vcr- vendetes Prestige wieder gewinnen wird, denn dazu wäre die Wiedererwerbung ihrer nunmehr vernichteten Offensivstellung erforderlich, was nach menschlicher Voraussicht bet der Stärke der deutschen Defensive und bei der notorischen Neber» legenheit des veutschrn Heeres nicht gelingen wird; ebenso bleibt es vor der Hand noch sehr fraglich, ob die neue französische Heeresorganisation diejenige Consolivi- rung in Bezug auf die inneren Zustände herbeiführt, die zur Herstellung vcr „wahren Republik" over der „wahren constitutionellen Monarchie" erforderlich ist. Wohl aber wird sie derjenigen Richtung ver französischen Politik als Soutien dienen, die in der Vernichtung der neu gewonnenen Stellung Deutschlands ihre Aufgabe sucht. Wenn wir nun auch augenblicklich von dieser Richtung nichts zu fürchten haben, weil ihr die Mittel fehlen, sich geltend, zu machen, so gestaltet sich jedoch die Sache ganz anders mit dem Momente, in welchem Frankreich wieocr zu einer aktionsfährgkn Macht heranreift. Wenn es richtig ist, daß das deutsche Reich keine Situation in Europa dulden darf, bei Ver Frankreich die Möglichkiit winkt, mit seiner gesummten Volkskraft sich auf uns zu stürzen, währenvvem Rußland die Gelegenheit wahrniaimt, seiner Machtstellung in Europa eine breitere Basis zu geben, Vann kann auch nicht bestritten werden, daß Deutschland darauf ange- wiesen ist, moralische Eroberungen zu machen, und zwar bei Zeiten, Damit ihm die Opfer nicht zu schwer werden, oie es zu seiner Sicherung wie zur Erfüllung seines civilisatorischen Berufs über kurz oder lang bringen muß. Es ist daher die unabweisliche Aufgabe der deutschen Politik, neben ver nationalen Fortentwickelung auch das freiheitliche Element so zu kräftigen, daß wir dadurch eine AttiaktionS- kraft ausüben auf alle die deutschen Stämme, die außerhalb des deutschen Reichs sich noch befinden, welche uns Vie Gewißheit giebt, Vaßwir im Moment Ver Ge- fahr uns ihrer thatkräftigen Unterstützung versichert halten dürfen. Die außerordentlichen Anstrengungen, die jetzt überall in Europa gemacht werden, um bas deutsche Element zu unterdrücken oder bet Seite zu schieben, müssen nothwendig dazu führen, in allen deutschen Stämmen außerhalb des deutschen Kaiserreiche- das deutsch-nationale Bewußtsein bis zu einem Grave zu stärken, daß der deutschen Familie alle ihre Kinder wieve.gegeben werden. In jedem Falle wird die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Frankreich das Gute für Deutschland haben, daß man in allen Kreisen die Einsicht gewinnen wird, wie sehr es noth thut, in jedem Einzelnen die höchste Opferfreudigkeit und Hingebung für dar gemeinsame Vaterland hervorzurufen, und dann nicht nur alle reaktionäre Gelüste weit von sich wegzuwerfen, sondern auch dem deutschen Volke, als der intelligentesten und gesittetsten Nation dieser Welttheils, die meiste Freiheit zu geben. Militär-Convention. (Fortsetzung.) Artikel 19. OWere, Mannschaften, Aerztc und Militärbeamte werden bei demnächst ein- tretender Invalidität nach den jeweilig bestehenden Reich-- oder preußischen Normen pensionirt. Beträgt die so berechnete Pension für Offiziere, Aerzte und Beamte iveniger als diejenige, welche die betreffenden Personen nach den am 1. Jul: 1869 aufgehobenen hessischen Pensionsgesetzen an diesem Tage erworben hatten, so sollen tieselben den letzteren Betrag als Pension erhalten. Für jeden einzelnen soll dieser Betrag auf den erwähnten Zeitpunkt berechnet :unt> darüber von der betreffenden Großherzoglichen- Militärbehörde demnächst ein !namen!tiche- Verzeichniß aufgestellt unv mitgetheilt wcrven. Die Preußische Militärverwaltung j übernimmt in Beziehung auf die am 1. Juli 1869 bereits definitiv angestellten Offiziere, Aerzte und Militärbeamten Vie Verpflichtung, welche nach Art. 2 ves Großherzoglich Hessischen Gesetze- vom 1. Juli 1869, betreffend die Pensionsverhältniffe Ver Offiziere und oberen Militärbeamten (Regieruug-blatt Nr. 29) der Großherzoglich Hessischen Militärverwaltung obliegt. Artikel 20. Die Garnisoneinrichtungen an Gebäuden und Grundstücken verbleiben Hessisches St-atS- beziehungsweise Gemeinveeigenthum unv sind nur als im Nießbrauch der Truppen befindlich anzusehen. Mit dem Nießbrauch übernimmt das Reich die Erhaltungspflicht, die auf den Gcbä'uven ruhenden Lasten, sowie sonstige Vertrags- mäßige Verpflichtungen. Wo ver Besitz auf Miethsverträgen beruht, tritt Vas Reich in vicse ein, was auch für solche zu dem Großherzoglichen HauSvermogen gehörige Gebäude und Grundstücke gilt, welche der Militärverwaltung miethweise überlassen worden sind. Gebäude und Grundstücke, welche für militärische Zwecke entbehrlich werden, gehen an die Domanialverwaltung over an Vie betreff. GarnisonSgemeinde zurück. Artikel 21. Die sämmtlichen vorhandenen Materialbestände für reglementärc Bedürfnisse de- Großherzoglichen Eontingents, als: Bekleidung, Bewaffnung, Munition, Feld- .quipage, Fahrzeuge, Pferde, Utensilien und Proviant, gehen an das Reich über. Dagegen und gegen Uebernahme des Thcils der auf Hessen fallenden Knegskosten- cntschävigung, welcher von Reichswegcn für Wiederherstellung des Kriegsmaterial- bestimmt werden wird, übernimmt die Preußische Militärverwaltung Vie Wiederinstandsetzung des gesammtcn Material-, sowie die Beschaffung der noch fehlenden Gegenstände und Einrichtungen für die erste Ausstattung des Großhcrzoglichen EontingentS. In laufende Lieferungs- und MiethSverträge, welche zur Zeit ver Jnkrafttretung ver gegenwärtigen Convention noch in Geltung sind, tritt die Preußische Militärverwaltung ein; ebenso werden die in der Ausführung begriffenen Bauten und Anlagen für militärische Zwecke von derselben weiter geführt, sofern das Interesse vcr Heeresverwaltung nicht grbicten sollte, davon Abstand zu nehmen. Artikel 22. In Beziehung auf das von Preußen auf das Reich übcrgcgangene Besatzungsrecht in Mainz werden die bisher zwischen Preußen und der Territorialregierung maßgebend gewesenen Bestimmungen auf das Vcrhältniß zwischen dem Reiche und der Territorialregierung Anwendung finden. Artikel 23. Die gegenwärtige Convention bezieht sich nicht auf da- Großherzogliche GenSd'armeriecorps. Dasselbe behält jedoch seinen militärischen Charakter und bleibt der militärischen Gerichtsbarkeit unterworfen. Die Rechte Seiner Königlichen Hoheit des Großherzog- in Beziehung auf Vie militärische Gerichtsbarkeit Ve- GenSd'armeriecorps bleiben in ihrem bisherigen Umfange aufrecht erhalten. Artikel 24. Alle diejenigen auf das ReichSkriegSwcsen bezüglichen Dortheile und Erleich. tcrungen, welche, abgesehen von besonderen Zugeständnissen in Beziehung auf Geld» leistungen in Preußen cingeführt oder einem Staat de- vormaligen Norddeutschen Bundes gewährt sind oder werden, soll « dem Großherzogthum gleichfalls zu Gute kommen. Die Hessischen Staatsangehörigen sollen in allen auf da- Militärwesen sich beziehenden Verhältnissen, so namentlich auch in Betreff der Benutzung der vorhandenen oder noch zu errichtenden militärischen Dildungs- und Erziehungsanstalten den Preußischen Staatsangehörigen völlig gleichgestellt sein. Artikel 25. Vorstehende Großherzoglich Hessischer Seit- unter ausdrücklichem Vorbehalt der einzuholenven Zustimmung ver dortigen Lande-vertretung abgeschlossene Neber- Telegraphische Depeschen. den bezüglichen Ersatz-Trupp-ntheilen zuzuführen, werden diesem Zweck in i re» abe7 für He" und fffoSauf fbr'e ZS 2 n «US- ,-itIg-n CantonnementS.Rapon« dioision-weise gesammelt und sodann im Anschluß -ine Frage der inneres R organisation ^it Rrantr to allein „“"V“0'"' 6a< f‘‘ a» d,e i-tzt laufenden Eis-nbahn. Transport- in Eptrazüg-n zur Beförderung ge> a®ari8 30 W 8*/ Uhr ' £,5,,V. * a? m l-ngen. Außerdem sind bei den Ersatz-Truppen,heile» aller Waffen sofort die in der CharenteinMeUre ? ®"u!“r flB »ie Wähler ttntr früheren kricgSministericllen Bestimmung aufaeführten Kaieaorien. iowre die und e-r ffi,n6 ij.ir.L5 L?’"? d-e20 Jahre der Prosperität Versteig, Masse Main Besondere Bei 2808) Im Firm« Mndtn Gerichts sin itizc vollzogen worbe 1) LvW Bersch ji der Firma sein Manufactur'-ü dem 1. April I ist die Firm löscht worden. 2) Zulius Wallens Theilhaber an i j -I und W. M I ber betriebenen V Mts. aichetr, lmsels von Gies nur noch ^pirituoientabv cpirrtuosenha^ an - mit Ued nnd Passiven Mer der neu Wallensels" ji .. Mng jort. den 30.1 △ London, 1. Juli. Die „Daily News" meldet: Die Versuche von deutscher Seite, besonders Bremens, auf Helgoland Unzufriedenheit gegen die ena- lische Regierung hervorzurufen, sind mißlungen. Die Mißstimmung, welche dort wurde durch die auf Befehl der Negierung erfolgte Aufhebung ber Gerüchtsweise verlautet, daß in Rom beabsichtigt werde, die theologischen Facultäten an sämmtlichen deutschen Hochschulen aufzuheben und abgesonderte Btldungsavstalteu für die Seelenhirten einzuführen, um, dieselben künftig von jeder Berührung mit ber modernen Wissenschaft fern zu halten. Man würde hierbei nur die römische Rechnung ohne den deutschen Wirth gemacht haben. Der Kaiser hat die Rebuction der in Frankreich verbleibenden Bataillone auf die Etat-starke von 802 Manu befohlen. Die über diese Etatsstärke über- schießenden Mannschaften der ältesten Jahrgänge sind behufs Entlassung zunächst einer früheren kriegöministeriellen Bestimmung aufgeführten Kategorien, sowie die Elementar-Schullehrer zur Entlassung zu bringen. Die großen Gaben der Deuischen in Newyork für die Pflege verwundeter und erkran'iter deutscher Krieger haben damit ihren Abschluß erlangt, daß der Rest derselben in einem Goldbarren, gebettet in gediegenem Silber, welcher einen Werth von 12 13,000 Thlr. hat, an das Eentralcomite eingeschickt worden ist. Der amerikanische General Sheridan, welcher sich während des deutsch-^ französischen Krieges im deutschen Hauptquartier befand und welchem von vielen engltschen Zeitungen abfällige Urtheile über die deutschen Truppen in den Mund gelegt wurden, hat Veranlassung genommen, alle diese Nachrichten öffentlich zu desavouiren, „du von ihm nie ein Wort gesprochen, das nicht für den Muth und die gute Führung der deutschen Truppen, sowohl der Offiziere, wie der Mannschaften schmeichelhaft gewesen wäre." Da die Mehrzahl jener Artikel nur des politischen Effects wegen veröffentlicht wurde, und eö zu mühsam sein würde, sie zu berichtigen, so bittet der General seine deutschen Freunde, „deren gute Meinung alle- sei, was er wünsche", nur das zu glauben, was seine Unterschrift trägt. + Florenz, 30. Juni. Dar hiesige diplomatische Corps wird sich fast voll- zahlig bei Gelegenheit des Einzugs des Königs nach Rom begeben. Das Gerücht von der Abrelse des Barons v. Kübeck ist unbegründet; derselbe befindet sich vielmehr noch immer hier. ' + Florenz, 30. Juni. Wie die „Opinione" meldet, soll ein Tbcil deS hohen französischen EleruS dem Papste empfohlen haben, inMorstca ein Asyl zu Stadttheile, Metzaeraaffe Verbindungsbahn. Die Straßen der unteren den eisernen Sten fnn?' ^rU?or 1C1 natürlich überschwemmt, und auch auf wmd?n°ch gelangen. Ein- Anzahl Flotz! tüchtigen lauen gesichert Ebenso °,eler 91titlc «lücklich f-stgeh°lt-n und mit dnfunft jofl ratificirt und es sollen die Ratificationsurkunden so bald als möalich zu Berltn ausgewechselt werden. ö Zu Urkund dessen haben die Bevollmächtigten gegenwärtiqe Convention in zwei Exemplaren unterzeichnet und besiegelt. Berlin, den dreizehnten Juni Ein Tausend acht Hundert ein und siebzig. Karl Hoffmann. Ludwig von Lyncker. Georg Rudolf Niepoth (L eS*) f „ (L s-) (L. S.j Karl von Karczewski. Robert von Puttkamer. (L- S.) (L. 8.) (Fortsetzung folgt.) ©erlitt, 30. Ium. Die Kaiserin hat, wie nach dem Kriege von 1866, auch gegenwärtig durch Vermittlung des evangelischen und des katholischen Feldprobstes der Armee, den evangelischen und katholischen Militärgeistlichen, die sich im Feldzuge besonders ausgezeichnet haben, entsprechende werthvolle Andenken als Zeichen ihrer Anerkennung überreichen lassen. Berlin, 30. Juni. Ein Triumph deutscher Industrie. Am 5. Juli, dem Jahrestage der nordamerikanischen Republik, werden die Amerikaner das großartige Schauspiel haben, den Riagarafall mit dem bengalischen Feuer des Hofapothekers ^^"/"burg beleuchtet zu sehen, welches bei den letzten Illuminationen in B rltn so großes Furore machte. Die Beleuchtung geschieht durch zwei Deutsche, den )^rrkn Glatz und Schenng in Newyork, letzterer ein geborener Berliner. Wie tm Allgemeinen, so auch im Speclellcn, tritt die Nachsucht der „gründe na wn immer greller zu Tage. Als gestern Abend ein Gefangenentransport von Spandau auf dem Hamburger Bahnhof hier eintraf, feuerte einer der Prisonniers em Terzcrol auf einen der BegleitungSmannschaften ab, ohne zu treffen. Die Strafe folgte auf dem Fuße: im Nu hatte der angegriffene Pommer die Zünd- nadel an der Backe und schoß den Angreifer nieder. ^ie bisherige Untersuchung über die Entstehung des Eisenbahnunfalls bet Zschortau hat ergeben, daß in dem verunglückten Zuge keine Wagen der Berlin- Anhaltischen Eisenbahn sich befunden haben. Die Acten sind an den hiesigen Untersuchungsrichter zur Vernehmung des Bahnpersonals abgegeben, welches sich auf dem Zuge befunden hat. m dem Garbe-Train-Bataillon ist hier ein französischer 18 Jahre alter Bursche, Emile Bletry, eiugezogen, dem es in Preußen so gefällt, daß er keine ^gung verspürt, in sein Vaterland zurückzukehren. Von Chateau Thierry ist er Cem Bataillon gefolgt, und hat sich in Frankreich demselben nützlich zu machen gewußt. Derselbe hat bereits ein Unterkommen in der Nachbarschaft gefunden. Der Rücktransport der noch hier befindlichen Kriegsgefangenen wird jetzt ohne Unterbrechung erfolgen. Spandau wird mit dem heutigen Tage von den Franzosen geräumt. Nachdem am Mittwoch mehrere Züge dort internirt gewesener Gefangener hier durchpassirt sind, folgte der letzte Zug mit solchen heute nach. Es/verbleiben nur noch einige Kranke daselbst im Lazareth. t Wir dürfen heute schon als positiv mittheilen, daß der Kaiser von Oester- retch in Ems nicht erscheinen wird. Kaiser Franz Josef ist von den Planen seines Ministers Hohenwart so eingenommen, daß es uns als ganz unmöglich be- zeichnet wird, das Vertrauen des Monarchen in diesen Staatsmann zu erschüttern. Anderseits wird uns versichert, daß in den österreichischen Hofkreise« die Hoffnung oder vielmehr die Zuversicht auf eine baldige Erstarkung Frankreichs bis zu dem Grade der Aktionsfähigkeit immer unverhüllter hervortritt. 3n Verfolg der Verordnung des Reichskanzlers vom 24. d M. sind die norddeutschen Postanstalten unterrn 28. c. auch von dem General-Postamt ange- wiese» worden, vom 1. Juli ab Packete mit und ohne Werthangabe (Geld- und Werthsendungen) auch nach solchen Orten des Elsaß und Lothringens zur Postbeförderung anzunehmen, welche nicht an der Eisenbahn belegen sind. Die deutschen Waffenerfolge haben den meisten europäischen Staaten 23er anlaffung gegeben, ihr Augenmerk auf eine Heeres-Reorganisation nach preußisch- deutschem Muster zu richten und so sehen wir augenblicklich fast alle größeren Staaten mit dieser militärischen Ausgabe beschäftigt. In Rußland ist diese Umbildung als gesichert zu betrachten, während dieselbe in Italien schon zum Abschluß gelangt ist. Letztere unterscheidet sich von der deutschen nur durch die auf vier und bei der Cavallerie unv den Specialwaffm auf fünf Jahre b"rechnete active Dienstzeit. In Belgien sind die Grundzüge des neuen Wehrverfaffungs-Entwurfs bereits festgestellt, in Schweden unv Holland schweben darüber noch die Pourparlers wahrend die Türkei beabsichtigt, ihre schon auf preußischen Einrichtungen basirende Wehrverfassung so weit als irgend thunlich, ganz und gar nach preußisch-deutschem Muster zu reorganisiren. In England scheint die projectirte Nachahmung des preußisch-deutschen Wehrsystems keinen Erfolg zu erlangen, man wird sich dort mit einer Beschränkung des Kaufs der Offizierstellen begnügen. Die französische Commission endlich, welche sich jetzt mit der Heeresreorganisation so eifrig beschäftigt, hat bekanntlich auch bas Princip der allgemeinen Wehrpflicht adoptirt und so werden die deutschen Einrichtungen auch nach Frankreich verpflanzt werden. Wenn hier die Umgestaltung in erster Reihe auf dem Wunsche nach einer Restitution der französischen Gloire zu basiren scheint, so übersehen die französischen Staatslenker im blinden Chauvinismus hierbei nur, daß mindestens zwölf Jahre dazu gehören, um die französische Waffenmacht zu dem ungefähren Umfange der deutsches Streitkräfte zu erheben. , ,, 30; Juni. Gestern Abend hatte die Unterzeichnung auf die An- Ittfce bereit« 4800 Millionen erreicht. Die G-sammtziff-r ist noch nicht bekannt .satter thun sehr erstaunt über den Sevtourf, den die „Nord- deutsche Allgemeine Zeitung" in Berlin Herrn Thier« gemacht, daß er die 8u«. aahpn fur ASp»* iiwb. £tf «h. «..c .l.___ ul. . < 7 . ” r ra’ M'/ 2; 3uli. Vor einer von mehreren Hundert Per- tonen besuchten Versammlung im Saalbau erstattete der Reichstagsabgeordnete Sonnewann Bericht über seine parlamentarische Thätigkeit. Die Rede wurde stark eon 6cn Socialdemokraten am Schluffe der Versammlung erhobene Be chwerbe, Sonnemann habe sich gegen die Socialdemokraten erklärt, wurde von diesem als einfach unbegründet zurückgewiesen. . l.Iuli. Der „Spen^schen Zeitung" zufolge ist bis zur Stunde roch nicht bestimmt, wann die Abfahrt des Kaisers nach Ems erfolgt. Gestern sand fein Vortrag und fein Empfang im Kaiserpalais statt. R A ^stetlde, 2. Juli. Der Kaiser von Deutschland wird im August hierher kommen und sich drei Wochen lang hier verweilen. . △ Brüssel, 2. Juli. Mehrere Blätter melden den baldigen Rücktritt des Ministers des Innern. M- V« ÄM- k, «VV in«;’» Ä‘?Ä Sn i„ * SS'lbat hf)tcn ?erft ^igenLÜ» t1,1*1 m <.-tAÄanS|k1' 5u t 9Za* „Journal des Debats" herrscht hier groüer Gelduberfluß. Der Report der Rente bei der Liquidation betragt 25 Centime«. äKan nimtnt an, Latz beinahe 1 Milliarde der Anleihe schon eingezahlt sei. Die englischen Zttchn-r suchen sich so schnell al« möglich ihrer Antheile zu entledigen. t berDba*lel b'näe8En «ne andere Haltung, da ff- au« dem Resultat der Wahlen großen Gewinn zu ziehen hoffte LJ“IL aUnkr tcn neuerdings Verhafteten befindet sich Sepha, Adzutani Dombrowski«. Es wurden bei demselben wichtige Papiere gefunden Versailles, 30. Juni. Nationalversammlung. Der Präsident sagt: „Wir haben gestern einem schönen Schauspiele beigewohnt, welche« recht daru an. g-tpan war, um die Herzen zu erheben. Wir sahen mit der edlen und kriegerische« Haltung, welche thr eigen ist, die prachtvolle Armee vorüb.rmarschiren, »eiche in "Schaft Cer besetze wieder herstellt- und die Civilisation D,e Versammlung wird mir erlauben, dieselbe für sie zu beglückwünschrn." Frankf. Vereins-Kai Darmst. Bankact, 3; Wien BarJractien 7- dtlizien 239 Frankfurt, 30. Juni. Leider hatte das Hochwasser heute in früher Morgen- stunde auch hier Unglücksfälle im G.folge. Gegen 6 Uhr kam nämlich eine große Mftr. Flöße, auf welchen sich u. A. zwei Personen befanden, von Hanau den herabgetriebcn und legten sich, nachdem die beiden Schiffer sich in einen ^aljn gerettet hatten, theilö vor der Brücke, theils trieben sie durch dieselbe. Der « ^tromc6 Sab ihnen die Richtung auf die rechte Mainseite und so kam hi Flöße vor die Bad.-Anstalt des Herrn Geiger trieben, sich aufthürmten 6» ^^brochcn, das Badcschiff bcsehädigten, die Schwimw-Anstait de« werben n, »alt'-er ^"'^rachen, losriffen und eben so einen Theel der G-rlach'schen Babe-An. bewohnen. 1 rUmmtrlen und sorttneden. — Der Mainpegel zeigt heute 14'10" Rhein " ' SraÄtn83o\3<‘!!1 $u üerfelbcn 3fit V 3"‘ ’ scher Seite, den Staub de« Main«^^ ^ ?3?'uck-np-g-l j-lgie heute um 12 Uhr Mittag« lische Regieru und 12 Fuü 8 Rnti sni, Morgens 9 Uhr, genau 14 Fntz Frankf. geherrscht hat, wu stehen dcrell« auf ft t Die Schiffe oberhalb der Sachsenhäuser Brücke Spielbank erzeugt. Etabttbeile. V-rbrndung-b-hn. — - ,e" 1866,M 'S"»* J*» 8db. " "‘8* 51 3«il, tn au»inatioaei ctrlintr. .6tt -Wt ,ta"l»> öS» eitti i„ en W1* wj n*i iJriifl , een t«"’ .,n < c“' gebens ” .A faf "J di suchen, um in den ersten Tagen des Juli nicht in Rom anwesend zu sein. Der Papst habe jedoch diesem Rathe seine Zustimmung nicht ertheilt. △ Konstantinopel, 30. Juni. Wegen der Absicht der türkischen Regierung, Tunis zu vergewaltigen, droht Confl.ct mit Frankreich. Die Pforte zeigt sich übermüthig und aggressiv. Börsennachrichlen. 1. Juli 1871. Preuss. 4V2°/9 Oblig. 96% Frankf. 3‘/2% Obi. 82 Nas's. 41/« % Obi. 95 Vg Kurhess. 4% „ 861/4 Gr. Hess. 5% Obi. 102V2 • n 40/0 „ 92 „ n 3‘/2°/o n - Bayer. 5% „ 100 */2 „ 4'/2°/o Ijahrige 96 t n 6 er so'« * n- X VN ihr zu jen eiß c ei' zu- am :ren ler- ... DÜ r iß Iber l / \ i ntts oh» ntdi 10m T Sx ählktz rmir ufun Hai u l Äi mm in dd jon> lklchk diesl' »en i’ ch U ckeruas t>i4« j tu al|i zu zc chuhC i in 31 jt bell' ) Gewerbebank. 2814) Ich ersuche die Mitglieder, und namentlich Diejenigen, die den Protest gegen den vom Ausschuß mit 7 gegen 5 Stimmen gestellten Antrag unterschrieben, in der am Mittwoch Abend den 5. Juli d. I. stattfindenden Generalversammlung recht zahlreich erscheinen und den Verhandlungen beiwohnen zu wollen. A. Balser. Frachtfuhrwefen des Backers Christian Iughardt und I. Blitz zu Gießen. 2401) Einem verehrlichen Publikum, insbesondere den hiesigen Herren Fabrikanten, Kaufleuten und Gewerbtreibcnden, diene hiermit zur Nachricht, daß wir von jetzt ab ein gemeinschaftliches Fuhrwesen betreiben und namentlich die Beförderung von Frachtgütern von und nach den hiesigen Bahnhöfen unter Garantie übernehmen. Gleichzeitig empfehlen wir unser Chaifenfuhrwerk und bemerken, daß schon jetzt Frachtfahrten aller Art zu mäßigen Preisen pünktlich und schnell besorgt werden. Aufträge bittet man bei Ehr. Zug Hardt III., Wallthorstraße, abzugeben. 2823) Montag den 3. Juli: der Familie Müller und des Komikers Herrn Bär, bestehend in fünf Damen und drei Herren, in dem Darmstädter» Haus. Anfang 7 Uhr. Entree ä Person 6 fr. NB. Dienstag Abend auf Lorry's Bierkeller. Die Gttvteirlnube. „Die Nr. 26 bringt folgende Beiträge: Ein Held der Feder. Erzählung von E- Werner. (Fortsetzung.) — Die Krankheiten des Haupthaares und ihre ärztliche Behandlung. Von Stabsarzt Dr. I. Pincus, Docent an der Universität zu Berlin. II. — Drei Tage in einem Karthäuserkloster. Von Dr. Magg in Consta,:;. — Im Fort Mon- trouge. Von H. Mit Abbildung: Fort Montrouge am 14. Februar 1871. Nach der Natur ausgenommen von unserem Fcldmaler F. W- Heine. — Erinnerungen aus dem heiligen Kriege. Nr. 7. In französischen Quartieren. IV. Von G- Horn. Mit Illustration: Deutsche Einquartierung im französischen Pfarrhause. Nach seinem Oclgemälde für die Gartcnlaube auf Holz gezeichnet von F. Ortlieb in München. — Die Wiege enies Königs. Von H. P. Mit Abbildung: DasGeburts- haus Friedrich Wilhelm's des Dritten in Potsdanl. Nach der Natur ausgenommen. — Blätter und Blüthen: Zahnoperation unter Schwierigkeiten. Von F. W- Reuß in London. — Die Rüge des Illustrations-Diebstahls — Gcrmania-Grutz den heimkehrenden Siegern. Mit Abbildung: Germania i m S i e g es k r a n z e. Für die Leipziger Friedensfeste modellirt von L. Albrecht. Betau tttmachung. Nach §. 15 der Telegraphenordnung für die Correspondenz tiuf den Linien des Telegpaphen-Vereins rc. von 1868 hat der Aufgeber einer Depesche das Recht, dieselbe zu recommandiren. In diesem Falle wird die Depesche von allen Stationen, welche bei der telegraphischen Beförderung, beziehungsweise Aufnahme mitwirken, vollständig tob latiomrt und die Bestimmungsstation sendet dem Aufgeber telegraphisch, unmittelbar nach der Bestellung an den Adressaten oder nach der Abgabe an die Weiterbeförderungs- austalt, eine Rückmeldung mit genauer Angabe der Zeit, zu welcher die Depesche dem Adressaten, beziehungsweise der Weiterbeförderungsanstalt zugestellt worden ist. -. t D^^?stthrung der recommandirten Depeschen hatte den Hweck, dem ccvrefi)nn# direnden Publikum ein Mittel zu bietey, die Wahrscheinlichkeit einer correcten Ueber- mittelung seiner Depeschen an den Adressaten, so weit dies bei der Natur der telegraphischen Betriebsmittel überhaupt zu erreichen ist, zu vermehren. Erfahrungsmäüia werden recommandirte Depeschen jedoch nur in sehr geringer Zahl aufgegeben, muth- Depesche^st 2a£e fur btc Recommandation gleich derjenigen für die eigentliche Um nun dem correspondirenden Publikum ein ferneres Hülfsmittel zu bieten, sich eine correcte Uebermittelllng seiner Depesche, — so weit es thunlich und nöthig ist, — Zu sichern, soll vom 1. Juli c. an versuchsweise im internen Verkehr das Recht der Recommandirung, wie solches durch §. 15 der Telegraphenordnung gewährt ist und auch noch fernerhin m Geltung bleiben wird, dahin erweitert werden, daß der Aufgeber einer Depesche, welche nach einem Orte innerhalb des Norddeutschen Telegraphengebietes Achtet ist, die Vortheile der Recommandation auf einzelne Theile seiner Depesche beschranken kann, ohne verpflichtet zu sein, gleich das Doppelte der Gejammttare zu bezahlen. _,3U diesem Zweck hat der Aufgeber diejenigen Worte, Zahlen, einzeln stehenden Buchstaben oder Buchstaüen-Gruppen (cfr. §.14, 6 der Telegraphenordnung), deren correcte Uebermittelung er vorzugsweise für notwendig hält, damit die Depesche ihren Zweck erfüllen könne, zu unterstreichen. Jedes unterstrichene Wort rc. wird der der Ermittelung det Wortzahl, abweichend von den allgemeinen Bestimmungen des 3- der Telegraphenordnung, doppelt gezählt, dafür jedoch von allen bei der Beförderung resp. Aufnahme der Depesche beteiligten Stationen collationirt werden, i 3 « Gelangt trotzdem ein solches unterstrichenes Wort rc. entstellt in die Hände des Adressaten, so daß die Depesche nachweislich ihren Zweck nicht hat erfüllen können, so werden dem Aufgeber auf desfallsige rechtzeitige Reclamation die für die Depesche gezahlten Gebühren zurückgezahlt werden. Im Falle der Verstümmelung nicht unterstrichener Worte rc. bei unrecom- mandirten Depeschen werden fortan die Gebühren nicht zurückerstattet. Berlin, den 13. Juni 1869. Der Bundeskanzler. Im Auftrage: _____________________________ Delbrück. Maheimg 55 Die soeben erschienene d?r. 40 K ZN enthält: Unsere Einzugsnummer. — Der Münz- thurm. Ein vaterländischer Roman von Georg Hiltl. (Fortsetzung.) — Des deutschen Heeres Ehrentag in Berlin. Von unferm Berichterftatter Hans Blum. — Am Fami- lientifche: Das Brandenburger Thor in Berlin. Mit der Abbildung desselben. — Eine kleine Kriegstrophäe. — Germania. Gedicht von Gisbert Freiherr v. Vincke. — Soldateneindrücke beim Einzug. Mit sieben Einzugsillustrationen von unserm Specials artisteu H. Lüders. Zu Bestellungen empfehlen sich die Ferber'sche Univ.-Buchhhandlung, E- Heinemann, I. Ricker. ^771) Auswanderungslustige werden auf eine Broschüre über den Staat Michigan, Ver. St. von Nord-Amerika, mit Specialkarte, aufmerksam gemacht, dieselbe wird vom Commissär dieses Staates, M. H. AUardt, Hamburg, Jedem auf Anfrage gratis zugesandt. HAASENSTELN& VOGLER Zeitungs-Annoncen-Expedition, in Frankfurt am Main, grosse Gallusstrasse 1, im 1. Stock. Hamburg, Neuerwall, 50 ; Berlin, Leipzigerstrasse, 46 ; Basel, Steinenberg, 29; Wien, Stadt, Neuer Markt, 11 - Leipzig, Markt, 17, Königshaus Stuttgart, Kronprinzstrasse, 1 B ; Zürich, Elsassergasse, 1 ; St. Gallen, Obere Grabenstrasse, 13 • Genf, Place du Molard, 2. Extra feines Traubengelve, Trüffeln ä la Perigord, Champignons, Mixed-Pickles, Oliven, Brünellen und türkische Pflaumen. 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