Preis vierteljährig 1 fl- 12 fr- mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl- 27 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition : Canz letberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Hießen. Nr. 3. Mittwoch den 4. Januar 1871. Einladung jiim Abonnement “O auf den Gießener Anzeiger. Derselbe 'erscheint täglich, mit Ausnahme Montags, und beträgt der Abonnementspreis in der Stadt Gießen vierteljährlich 1 fl. 12 fr. frei in s Hauö geliefert. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt auch im I. Quartal 1871 zusenden und jen Abonnementsbetrag wie früher durch Quittung erheben lassen. Diejenigen, welche, del^Anzeiger Abends bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben zu 1 fl. pro Quartal. Für alle außerhalb Gießen wohnenden Abonnenten beträgt der vierteljährige Abonnementspreis 1 fl. 27 fr. incl. Postaufschlags. Dieselben können mir bei der Post oder den Landpostboten abonniren. Damit wir nun in den Stand gesetzt sind, die Auflage des Blattes bestimmen zu können, ersuchen wir Alle, welche auf den Gießener Anzeiger noch abonniren wollen, dies sofort jetzt bei der ihnen zunächst gelegenen Postanstalt oder den Landpostboten zu thun, da wir uns sonst nicht verbindlich machen können, vollständige Exemplare zu liefern. Die Rcdaction. 3. Januar. In dem am 31.Detember ausgegebenen 51. Stück des Buntes-Gesetzblattes des Norddeutschen Buntes ist die mit den Großherzogthümern Bad«n und Hessen vereinbarte Verfassung des Deutschen Bundes publicirt. Der Eingang derselben lautet: Se. Majestät der König von Preußen im Namen des Norddeutschen Bundes, Se. König!. Hoheit der Großherzog von Baden und Se. König!. Hoheit der Großherzog von Hessen und bei Rhein für d«e südlich vom Main belegcnen Theilr des Großherzogthums Hessen schließen einen ewigen Bund zum Schutze des Bundes- I gedietes und des innerhalb desselben gültigen Rechtes, so wie zur Pflege der Wohlfahrt des deutschen Volkes. Dieser Bund wird den Namen Deutsches Reich sichren und wird nachstehende Verfassung haben. Die Verfassung selbst, so weit dieselbe von der Verfassung de- Norddeutschen Bundes abwcicht, haben wir bereits mitgetheilt, weßhalb wir hier nur den später abgeänderten Artikel 11 abdrucken. Derselbe lautet: Art. 11. Das Präsidium des Bundes steht dem Könige von Preußen zu, welcher den Namen Deutscher Kaiser führt. Der Kaiser hat das Reich völkerrechtlich zu vertreten, im Namen des Reiches Krieg zu erklären und Frieden zu schließen, Bündnisse und andere Vrrträge nut fremden Staaten einzugehen, Gesandte zu beglaubigen und zu empfangen. Zur Erklärung des Krieges im Namen des Bundes ist die Zustimmung des BundeSrath'S erforderlich, es fei denn, daß ein Angriff auf das Bundesgebiet oder dessen Küsten erfolgt. In so weit die Verträge mit fremden Staaten sich auf solche Gegenstände beziehen, welche nach Art. 4 in den Bereich der Bundesgesetzgebung gehören, ist zu ihrem Abschluß die Zustimmung des Bundesrathes und zu ihrer Gültigkeit die Genehmigung des Reichstages erforderlich. Das Generalpostamt macht bekannt, daß auch für die in Frankreich befindlichen deutschen Eivilbeamten Packereien mit Ausrüstung-- und Bekleidung-gegen ständen zur Beförderung mit der Post in der Zeit vom 14. Januar bis zum Abend des 21. Januar 1871 bei fämmtl'chcn Postanstalten angenommen werden. Die Annahme dieser Päckcreien erfolgt unter den in der Bekanntmachung vom 11. December angegebenen, für Sendungen mit AuSrüstungS- und Bekleidunge- gegenständen an die in Frankreich stehenden Offiziere und Militärbeamten vor^ geschriebenen Bedingungen (Gewicht bis zu 12 Pfd., Frankirungszwang, Adresse per aufgeklebte Eorrcspondenzkarte u. |. w.) Die Adresse muß außer Nr Bezeichnung des Adressaten noch die Angabe des Bestimmungsortes enthalten. Bis zum 1. Januar sind, wie das Generalpostamt mittheilt, an unsere Truppen im Felde 1,390,770 Zeitungs-Exemplare befördert worden, und zwar 572,220 bei den Feldpostanstalten in Frankreich abonnirte und 818,550 direct per Post unter Eouvcrt oder Band zugesandtc. Bei dem preußischen Zeitungscomptoir ist ein besonderes Bureau für den Feldpost - Zcitungsbetrieb eingerichtet. Von den im Posttebitswege durch Vermittelung des Zeitungscomptoirs bezogenen Armeeverlust, listen sind 76,000 Exemplare versandt. Ueber die Betreibung unterbliebener Bundeswechselstempelabgabc hat der preußische Finanzminister im Einverständniß mit dem Juftizmimstcr folgende Entscheidung getroffen: Wenn bei den Gerichten wechselstempelpflichtige Wechsel vorkommen, welche noch nicht versteuert sind, so ist in Betreff der Nachbringung der Steuer ebenso zu verfahren, wie wenn eine nach dem preußischen Stempelgesetz nstempelpflichtige Privaturkunde ohne den erforderlichen Stempel bei Gericht ein- taerfiA; ivir* d. h. es ist seitens des Gerichts die Nachbringung eines Stempels ■yfiatura zu v^langen und nöthigenfalls zu erzwingen, das nachgebrachte Stempel- Ancterial aber zu der Urkunde zu cassiren. Diese Verpflichtung der Gerichte ergiebt sich aus $ 20 v.s Bundesgesetzes vom 10. Juni 1869. Die Verpflichtung der Gerichte, die nachträgliche Versteuerung eines noch unversteuerten Wechsels zu fordern, ist nicht etwa ein Ausfluß der Befugniß zur Festsetzung der Stempelstrafe, iiber welche in den 18 und 21 jenes Bundesgesitzes disponirt ist, sondern >on letzterer durchaus unabhängig. Diese Verpflichtung ist vielmehr ein Ausfluß 'er ihnen übertragenen Thcilnahme an der allgemeinen Aussicht über die Beobachtung der Stempelgesetze und der ihnen auferlegten besonderen Verpflichtung, auf die Befolgung der Stcmpelgtsctze zu halten. Die patriotische „Pfälzer Zeitung" sagt, das bekannte Wort von ThirrS copirend, „die patriotische Partei habe, nachdem auch nur ein namhafter Bruch- lheil derselben gegen Bayern- Eintritt in den deutschen VertheidigungSkrieg stimmte, n'cht mehr das Recht, auch nur einen einzigen Fehler zu begehen." Eine Zurückweisung der Bündnißverträge wäre ein Selbstmord.der patriotischen Partei. Ferner constatirt die „Pf. Z.", daß in der Pfalz, ganz abgeseh n von der absolut un- meclirpen Lage, in welche dieselbe durch Ablehnung der Verträge gebracht würde, über die Nothwendigkeit der Annahme auch unter den nicht zur Fortschrittspartei Neigenden, so gut wie Einstimmigkeit herrsche. Aus Breslau meldet die Kreuzzeitung: „Nach sicherer Mittheilung hat der Curator der königlichen Universität dahier die katholisch-theologische Facultät zu einer Erklärung, bezw. Rechtfertigung aufgefordert, aus welchen Gründen die nach den FacultätS-Statuten unzulässige Jrnmediat-Correspondenz (directe Eorre- spondenz) der Facultät mit dem Fürstbischof eingetreten fei." Don London aus verbreitet man die Nachricht, dem norddeutschen Botschafter sei die bestimmte Instruction zugegangen, in der PontuSsrage sich England anzuschließen und bei allen die Donaumündungen berührenden Punkten der Eonferenz die Interessen Oesterreichs nach Möglichkeit zu wahren. Es liegt auf der Hand, eaß diese Mittheilung aus Kreisen stammt, die bemüht sind, Pieußen von vornherein eine bestimmte Parteiftellung in der PontuSsrage anzudichten, ebe die DiS- cussion der Frage noch eröffnet wird, hauptsächlich um Preußen bei Rußland zu verdächtigen. Aber dieser Schachzug ist gar zu plump. Denn es ist doch mehr als naiv, vorauSzusetzcn, Preußen könne den Grafen Bernstorff angewiesen haben, sich dem Vorgehen Englands anzuschließen, während man ja noch gar nicht dieses Vorgehen kennt. Was die Donaumündungen betrifft, so ist in der Londoner Nachricht dabei von Wahrung des österreichischen Interesses die Rete, offenbar gleichfalls darauf berechnet, Rußlands Argwohn zu erwecken. Es ist selbstver- stündlich, daß Deutschland das österreichische Interesse an den Donaumündungen wahren wird, denn dieses ist ja zugleich das deutsche Interesse. Es wird aber da nicht viel zu wahren fein, denn weder auf Seiten ter Pforte, noch auf der Rußlands ist die Absicht vorhanden, das deutsche Interesse in der Donausrage zu beeinträchtigen. Einem jeden ZeitungSleser werden noch die sehr heftigen Klagen im Ge- dächtniß sein, welche zur Zeit der Austreibung der Deutschen auS Frankreich und speciell aus Paris gegen den nordamerikanischen Gesandten, unter dessen Schutz sie bei der Abreise des norddeutschen Gesandten gestellt werden, laui geworden sind. Es liegt uns jetzt der Wortlaut der Botschaft des Präsidenten Grant an den Senat und das Repräsentantenhaus zu Washington vom 5. v. M. vor, und heißt iS in dem Passus, welcher den Krieg in Europa behandelt, wörtlich : „Bald nachdem der jetzt im Gange befindliche Krieg in Europa ausgebrochen war, ist darum gebeten worden, daß der Gesandte der Vereinigten Staaten in Paris die in Frankreich ansässigen Norddeutschen unter seinen Schutz icbme. Es wurden Instructionen an den Gesandten erlassen, worin ter ange- üchte Schutz gewährt wurde.....Die Aufgabe war eine schwierige, denn sie erforderte sowohl eine beständige und harte Arbeit, als auch Geduld, Klugheit und richtiges Urtheil. Sie ist zur vollständigen Zufiiedenheit der Regierung und, wie mir osficiell mitgetheilt wird, zur nicht minderen Zufriedenheit der Re- gierung des Norddeutschen Bundes gelöst worden." Der Berliner Eorrefpondent der „Elberf. Ztg." bemerkt hierzu: Diese vsficielle Erklärung des Präsidenten Grant steht in direktem Widerspruch mit allem, was s. Z. über das Verhalten des Herrn Washburnc berichtet wurde, und da der Präsident auf eine osfitielle Mittheilung unserer Regierung Bezug nimmt, so erscheint es uns sehr wünschens- werih, daß eine, wenigstens officiöse Erklärung dieses W derspruches erfolgt. (Post.) Die russischen Aerzte, welche sich im Auslände befinden, sind daselbst in olgcnder Weise vertheilt: In Toul befinden sich 4, in Epernay 7 (darunter 4, welche mit dem Grafen SabarSki aus Warschau gekoniinen sind), unter pcrsön- licher Leitung de- Professors Hübbenet; in Vitry le Francais 1; in CoulommierS i ; bei Orleans 1; in Corbeil bei Paris 1; in ChalonS 1; beim ersten bayerischen Corps der Armee des Kronprinzen bei Paris 1; bei den Ambulanten der sächsischen Armee 2 und in Neuwied i. Von den Aerzten, welche die Ministerien de- Kriege- und der Marine entsendet haben, befinoen sich 2 in den Coblenzer Lazarethen, i bei Parts im Sanitätsdienst de- 5. Armeecorps und 1 bei tot. Marie aux ChöncS bei Meudon; über den Aufenthalt der beiden übrigen sucht man jetzt Auskunft zu erhalten. Kriegsnachrichten. Darmstadt, 2. Januar. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen nachstehende- Telegramm: Orleans, 1. Januar 1871, 12,Ubr 47 Min. Zweites Infanterie- Regiment, zweite- Reiter-Regiment und reitende Batterie unter General von Rantzau gestern bei Bonny,*) südöstlich, gegen überlegenen Feind im Gefechte. Hauptmann Weber todt. Lieutenant- Haupt und Schaeg und etwa 50 Mann verwundet. Ludwig, Prinz von Hessen. *) Auf dem rechten Loire-Ufer, li/z Meilen südöstlich von Briare. Berlin, 31. Dec. Der Staats-Anzeiger bespricht die Besetzung des Mont Avron, wodurch für die Offensive ein wichtiges Terrain gewonnen sei, und erklärt, bei der Wahl der Angriffssront auf die Hauptstadt werden lediglich militärische Rücksichten maßgebend sein, zunächst aber werde eS die Aufgabe sein, die kaum gewonnene Position den diesseitigen Zwecken entsprechend defensiv einzurichten und offensiv zu armiren. AuS den Hauptquartieren in Versailles wird der „Nat.-Ztg." vom 27 December geschrieben: „Während die Fort- Tag und Nacht hindurch eine lebhafte Kanonade unterhalten, tritt die Frage des Bombardement immer mehr in den Vordergrund. Die DiScussion über die Ausfälle, die man als ge- wiffenhaftester Berichterstatter nicht alle aufzählen kann, ist verstummt und gestern bildete den Mittelpunct jeglicher Conversation das zur Seeschlange gewordene Bombardement. Ich bin in der Lage, Ihnen heute mittheilen zu können, daß die große Majorität de -General stades sich nun entschieden für den sofortigen Beginn der Beschießung erklärt hat und ihre dcs- fallsigen Gutachten dem Könige in einem Promemoria überreicht hat. Obgleich in dem gestern stattgefundenen Kriegsconseil der König sein letzte- entscheidende- Votum noch bis morgen reservirt hat, halt man die Angelegenheit in den höchsten Kreisen für erledigt und giebt mit Bestimmtheit Den 30. oder 31. December als den Tag an, an welchem das von der Armee längst ersehnte Unternehmen in Scene gehen soll. Vereinzelte autoritäre Stimmen können sich zwar unter den heute obwaltenden Verhältnissen noch immer nicht bekehren; dennoch scheinen die Acten diesmal geschloffen zu sein und man wird unter allen Umständen die eiserne Nothwcndigkeit walten lassen. Unsere Kriegführung kann sich nicht mehr für die ewige Untätigkeit unserer Cernirung-armee begeistern, man scheint die Idee einer bloßen Aushungerung, mit deren Ende eine große Anzahl unserer Truppen aufgerieben sein würde, definitiv aufgegeben zu haben. Die Kriegsgeschichte wird dereinst die heroischen Anstrengungen unserer Armee, die in den 3j/2 Monaten der Belagerung von Paris alle Angriffe des Feinde- unter der ungünstigsten Constellation zurückgewiesen hat, aus ihren denkwürdigsten Ruhmesblättern verzeichnen. Unsere Artillerie hat mit Todesverachtung unter den Granaten der feindlichen Forts in den letzten sechs Wochen die Batterien gebaut und die Com- munication-wege zwischen den einzelnen Batterien geebnet. Wie ich aus guter Quelle vernehme, wird beabsichtigt, auf die Fort- Jssy, VanoreS und Montrouge das Bombardement zu eröffnen. Von den 600 Geschützen, die jetzt im Artillerieparke zu Villa Coublay aufgepflanzt stehen, werden am ersten Tage der Beschießung 90—92 Feldgeschütze, zum großen Theil 24-Pfünder, zur Verwendung kommen, auch mehrere von Den neu angekommenen Mörsern, deren jede- Geschoß lj/2 Centner hat. In demselben Augenblicke, wo der Befehl zum Beginn des Bom- bardennnts das Cabinet des König- verläßt, werden die Geschütze von Villa Coublay nach der PostirungSlinie sofort befördert werden. Wenn man bis jetzt gezögert hatte, mit dem Bombardement zu beginnen, so hatte die- seinen Hauptgrund in der oft besprochenen mangelnden Munition, welche jetzt zur Genüge herbeigeschafft wurde. Unsere Geschütze werden angestellten Untersuchungen zufolge 7 —8000 Schritte Distance Tragweite haben und höhere Jngenieuroffiziere versicherten mir gestern, daß wir von unseren Positionen aus, die wir vor den Forts Jffy, Danvrc- und Montrouge einnehmen, einen Theil von Pari« selbst werden erreichen können. Bevor das Bombardement ins Werk gesetzt sein wird, wird dem KriegSgebrauche gemäß da- Hauptquartier einen Parlamentär nach Paris senden, der die Ucbergabe der Stadt noch einmal von Trochu verlangen und im verneinenden Falle den General mit unseren Intentionen vertraut machen wird. Die schwere Verantwortung fällt auf die jeweiligen Dictatoren Frankreichs zurück, die alle friedlichen Vorschläge der deutschen Regierung mit Hohn zuruckgewiefen haben. „Daily New-" erfährt, daß am 27. d. durch die bei Raincy aufgestellten Batterien 12 Bomben in Paris hineingeschleuvert wurden. Die Franzosen versuchen neue Batterien auf der Ebene zwischen Cournal und Drancy in der Richtung au Le Bourgtt zu errichten. Chaumont, 29. Dec. Es ist wahrhaft nichtswürdig von den Franzosen und erwickt eie gerechte Erbitterung unserer Truppen, daß das heimliche Zerstören der Eisenbahnen, damit die Züge verunglücken, so häufig geschieht. So ist die Eisenbahn von Chaumont nach TroyeS nun schon drei Mal in der Weise zerstört worden, daß die Schienen abgerissen und sodann so locker wieder aufgelegt wurden, daß man die Zerstörung nicht sehen konnte. Es geschah dies auch wieder am 24. Dec. bei Bricon, nicht weit von hier, wobei ein ganzer Militärzug mit 500 Mann aus dem Geleise gerieth. Kaum war dies geschehen, als ein im Walde verborgener Haufen von FranctireurS herbei stürzte, um die Soldaten gefangen zu nehmen. Glücklicher Weise hatten die braven Landwehrmänner weiter keinen Schaden gelitten, sammelten sich schnell und empfingen die anstürmenden FranctireurS nun mit einigen so wohl gezielten Salven, daß diese schnell mit Hinterlassung von Todten und Verwundeten die Flucht ergriffen. Boncourt, 31. Dec. Zahlreiche deutsche Truppen marschiren durch Delle nach Montb^liard. Zehntausend Franzosen marschirten von St. Hypolyte auf Pont de Roide. Ein Gefecht entspann sich zwischen Herimoncourt und Vandon- court. Die Einwohner flüchten die Mobilien und Pferde. Bern, 31. Dee. Wie dem „Berner Bund" au- Pruntrut vom heutigen Tage gemeldet wird, sind neue deutsche Truppen vor Belfort eingetroffen. General Tre-kow war am 29. Dec. auf einer Reeoguo-cirung in Delle angekommen. Bei Grandvillar- errichten die deutschen Truppen Verschanzungen. Darmstadt, 1- Januar. Seine Königliche Hoheit Der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 28. December den KreiSrath des Kreises Offenbach Julius Rinck Freiherrn von Starck zum Krcisrath des Kreises Gießen und zum Provinzial-Director der Provinzial-Direction Oberhessen zu ernennen. Brüssel, 31. Dec. Wie der „Jndependance" aus Lyon vom 28. d. gemeldet wird, ist der Oberst Getier seinen in der Schlacht bei Nuit« erhaltenen Wunden erlegen — Anläßlich der Ermordung Arnaud's haben bereits etwa 60 Verhaftungen stattgefunden. Jeder Legion der mobilisirten Nationalgarde wird eine Compagnie Scharfschützen beigegeben. Marseille, 30. Dec. (Aus indirektem Wege.) Die Municipalität hat beschlossen, die Stadt sobald als möglich in VertheidigungSzuftand zu versetzen. Telegraphische Depeschen. A Paris, 30. Dec. (per Ballonpost.) Die Regierung erklärt, daß die Räumung des Avron eine Nolhwendigkeit gewesen sei. Die Kälte ist sehr heftig. A Limoges, 28. Dec. Die „Dsfence nationale" tbeilt den nachstehenden Brief aus Bourges mit: Bei einem in der Nähe von Aubigny gefangenen höheren preußischen Offizier wurde ein FeldzugSplan der preußischen Armee, von dem wir nachstehende Details geben, gefunden. Der Plan der feindlichen Armee ist von Orleans nach Bourges zu marschiren, für welches die KriegScontribution, sowie die RequisitionSorte der Umgegend schon angegeben ist. Ein Theil der Armee sollte auf Tours marschiren und sich Gambetta's bemächtigen, der Düsseldorf als Aufenthalt angeriefen bekäme. Das Gros der Armee sollte hierauf nach Nevers und von oa seinen Marsch oircct auf Lyon sortsetzen, wo ein großer Widerstand und wahrscheinlich eine Schlacht erwartet wird. Während dessen würde Pari- capituliren. Der König von Preußen hatte den Plan, dort eine militärische Rc- gierung zu errichten, an der Trochu Theil nehmen würde, und diese Regierung erhielte den speciellen Auftrag, unter dem Schutz der deutschen Heere eine Constituante zu nominiren, mit welcher Der Frieden vereinbart würde. A Brüssel, 2. Jan. Man meldet der „Jlidep.": General Faidherbe hat seine Lagerstellung bei Vitry aufgegeben. Unter seinen Truppen herrscht die größte Demoralisation; namentlich mußten 300 Mobilgarden aus der Gegend von Hagclbrück als warnende- Beispiel nach Cherburg geschickt werden. A Brüssel, 2. Jan. Seit dem 31. Dec. Abend- sind keine telegraphischen Nachrichten mehr au- Madrid eingetroffen. + London, 1. Jan. Einer Mittheilung des auswärtigen Amtes zufolge ist der Zusammentritt der Conferenz um wenige Tage verschoben worden, um da- Eintreffen Favres und Die Instructionen für mehrere andere Bevollmächtigte abzuwarten. Ein Pekinger Telegramm des englischen Vertreters vom 16. December meldet vollständige Ruhe in den Hafenplatzen. A London, 1. Jan. Fondsbörse flauesten- für Spanier auf Prims Todesnachricht in Madrider Privatdepeschen. Spanierbaisse seit gestern 7/8 Procent. A London, 2. Jan. In officiösen Kreisen verlautet, die orientalische Corr* serenz werde bis zum Eintreffen Favre's vertagt. Man hegt die Hoffnung, daß es den neutralen Mächten mittlerweile gelingen werde, die Erweiterung der Conferenz zu einem Friedenskongreß anzubahncn. Bitte an alle edle Menschen in Stadt und Land, insbesondere an die liebe deutsche Jugend. Der anerkannte Wohtthätigkcit-sinn der Deutschen Nation gipfelt sich in dem gegenwärtigen heiligen Kriege in seinem Culiminationspuncte. Alle Völkerschaften de- ganzen Erdenrundes rühmen diesen hochherzigen Wohlthätigkeit-sinn gegen Freund und Feind als Cardinaltugenv der Deutschen, und selbst unsere gegenwärtigen Feinde, die Franzosen, anerkennen mit Bewunderung diese barmherzige Samariterliebe. Im edelsten Wetteifer bemühen sich Deutschlands hochherzige Frauen und Jungfrauen, Männer und Jünglinge die Wunden unserer Helden mit liebender Hand zu verbinden und in dankbarer Erinnerung alles aufzubieten, Deutschlands Heldensöhnen in ihrem Berufe zur Rettung deutscher Ehre und Freiheit ihr schweres Loos zu erleichtern. Ehre allen diesen wackeren Wohlthätern! Und wie wir Alle unsere tapferen Krieger nicht vergessen und in der Liebe gegen unsere deutschen Heldensöhne nicht erlahmen, sondern ausharren wollen bis zum ehrenvollsten Frieden, so wollen wir auch derer nicht vergessen, die ungebeten und anspruchslos uns schützen gegen Milliarden kleiner, zerstörender und gefräßiger Feinde, gegen welche alle unsere Macht und Waffen nichts auszurichten vermögen. Es sind dies die insectenvertilgenden Vögel. Laut und lauter erschallt von Jahr zu Jahr die Klage der Land- und Forstwirthe gegen Die Heber* handnahme de- Insektenfraßes. Alle angewandten Muhen und alle empfohlenen Mittel waren nicht im Stande, diese zerstörenden Feinde in Garten, Feld und Wald nachhaltig zu vernichten. Mit der constatirten Abnahme der Vögel steigert sich die Zunahme der Jnsectm auf das Bedenklichste. Es ist deshalb die Aufgabe Aller, insbesondere aber Der Land- und Forstwirthe, diese unsere anspruchslosen Alliirtcn nach Kräften zu schützen und zu pflegen, damit der bedenklichen Zerstörungswuth dieser oft unsichtbaren Feinde ein „Halt" geboten werde. Die deutschen Regierungen aber würden sich sehr verdient machen, die „zum Schutze der insectenvertilgenden Vögel bestehenden Gesetze" aufs Neue einzuschärfen und die hier und da unzureichenden zu ergänzen. Durch Die außerordentliche Strenge des heurigen Winters sind unsere Freunde und Wohlthäter in namenloser Noth. Denn Eis und Schnee bedecket Flur und Wald und die armen Vögelein frieren und hungern. Deshalb edle, deutsche Nation! Gedenket in den strengen Wintertagen auch dieser unserer Wohlthäter Erbarmet Euch der Hilflosen und gönnt ihnen von Den Ueberrejteti Eurer Mahlzeiten und von Dem Ertrage Eurer Felder. Eine Hand voll Körner oder Brod- samen auf einer von Schnee befreiten Stelle des Gartens, Feldes oder Hofes, werden viele von einem qualvollen Hungertode retten und sie werden es lohnen mit reicher Liebe. Und ist der rauhe Despot Winter durch den jungen liebe* athmenden Frühling beflegt und vertrieben, Dann werden aus toufcnD und abertausend Kehlen Die lieblichsten Dankeslieder aus allen Hecken und Büschen, au- hoher blauer Lnft und blüthenumwallenden Bäumen erschallen, Denn: Liebe heißt ihr Singen, Liebe überall; Liebe heißt ihr Schwingen, Lieb' erfüllt Das All." Ettingshausen, im December 1870. H. Peter. Allgemeiner Anzeiger. 6243) Bei allen Buchhändlern und Buchbindern ist zu haben: Hessischer Hausfreund GuMv-Adolss-Kalcnder mit der illustrirten Kriegsgeschichte, j mit zahlreichen Bildern. ^reis mit Warktverzeichnis; nur je 8 Kreuzer. Der „Darmstädter Anzeiger" sagt von diesen Kalendern: beide Volkskalender sind lehr- und unterhaltungsreich, patriotisch und populär, hübsch illuitrirt und spottbillig. __ 6397) Holz und Braunkohlen verkauft Heinrich Sauer, Neuenweg 134. 6376) Süße Valencia-Orangen empfehlen I. A. Busch Söhn e. Feilgebotenes. 14) Fcinstk Katharina Pflaumen cm- vstcbt Emil Fischbach, 9 Selterswcg. | Mein Tuch und Bukskin Lager, billigen und festen Preise-n, empfehle bestens Ludwig Lang, Marktstraße 25, vis-ä-vis dem Kaufmann Herrn Emil Pistor. Besondere Bekanntmachung. 16t Heinrich Moll hat da? seither unter der Firma „Heinrich M°U ,u Nll.nkors <■ 6. ßba." betriebene Handels- aMäft freiwillig ausgcgebcn, und ist m W? davon der dchsallsige Eintrag .m Kirmenregister heute gelöscht worden. Eichen, den 13. Derembcr 1870. Grotzhcrzogliches Landgericht Gießen. Bötticher. - Angriff der tidimi auf Weißenburg. 23) Ein neuer zweispänniger Schlitten mit Fußsack ist billig zu verkaufen. Louis Senner, Sattler. 24) Rwd Fuder Kornstroh zu verkaufen. Braubach & Kuhl- 6380) Ein kleiner Steinkohlen-Ofen mit Rohr ist billig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 6173) Die Handlung der Z. A. empfiehlt: fiqucurc: Creme de Vanille, „ Mokka. „ Mose, „ Thee, „ „ Cwrvy, Parfait d’amour, Anisette de Bordeaux, Maraschiuo, Kirschwasser, Hamburger Bitter, d’Absynlhe, Weine: Champagner, Mousscux, Malaga, Tvkaycr, Rothen Erlauer, Oberingelheimcr, Rüdesheimer, Niersteiner, Dürkheimer, Wachenhcimer, Bodenheimer. 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Rach einer Farbenskizze von R. Hartmann m Berlin von H. Leutemann. — Auf unseren Vorposten vor Paris. Von Ludwig Pietsch I. ter und Blüthen: Die Kämpfe nm Brie und Vtlliers. — Einiges über den Aberglauben des deutschen Soldaten im Kriege. Von einem preußischen £lftct,c£ den ersten Tagen des Krieges. Mit Illustration: Der Bürgermeister von Riedselz und sein Sohn im Verb ör Nach der Natur aufgenommen von Prof. P. Thumann. — Die deutschen Kinder- — Die Europa. — Em Sohn sucht Bermiethuuften. 4008) Eine neu eingerichtete Wohnung mit 3 Zimmern, Vorplatz, großem Boden, Aussicht in das Freie, ist zu vermiethen. Ein großes Zimmer davon kann allenfalls möbUrt abgeg-bkn 26) In Lit- E- Nr. 78 in der Univer- sitätsstraße ist ein möblirtes Zimmer mit dabinet zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Näheres eine Treppe hoch- JMb ** '. -* srr. k. k. 8. Zi/rQ/o G. -25% ^LU1 Marburg gehend : rArcnr»Av»r»i»«. .r Main - Weser - Eisenbahn Personenzu; Von Frankfurt ankommend: Nach F rank für t abgehend? Güterzug I. H.in.IV. Cl. LIL-UI.IV.C1. 7 1035 Köln - Giessener Eisenbahn 6'5 8-iu Mhcrhcssische Eisenhalmen. 8 k. k. k. k. k. k. k. 8. 8. 8. Nachm. 440 vorm. 1123 Vorm. 5'5 Nachts 248 Nachts 124' Vorm. 1023 Börsenuachrichlcu. 2. Januar 1871. Nachts 228 Nachm. 350 abgehend: Abds. 745 Actien. Frankf. Bank 129 Frankf. Vereins-Kasse 1015/. Darmät. Bankact. 310 Wien Bankactien 692 Galizien 227 I. II. III. CI. Vorm. 758 105 9678 10478 88V4 Preuss. 4'/z0 g Oblig. 90 Frankf. 3'/20/0 Obi. 79% Nass. 41/2 o q Obi. 91 Kurhess. 4«% „ 82% Gr. Hess. 5% Obi. 100% Schnellzug I. II- III. CI. Nach Lauterbach V"m. Nachm. 8" 1ö8 Güterzug II. III. Cl. Nachm. 254 Personenzug I. II. III. Cl. I II. III. Cl. Vorm. 521 Personenzug I. II. III. Cl. Nachm. 426 Vorm. 825 Schnellzug I. II. III. Cl. Abds. 7o9 Vorm. 1131 Personenzug I. II. III. Cl. Abds. 8 Vorm. 743 Personenzug I. II. III. Cl. Nachm. 430 Personenzug I- II. III. Cl. Abds. 659 Personenzug I. II. III. Cl. Mittags 12 Courierzug 1. 11. in. ci. Nachts 1245 Personenzug I II. III. CI. Nachm. 445 Güterzug II. UI. Q Nachrri. 340 Güterzug I. II. III. Ci Personenzuo- I. II- III. Cl. Personenzug I. II. III. Cl. Vorm. 1146 Courierzug I. II. III. Cl. Personenzug I. II. HI. Cl. Vorm. 1121 Schnellzug I II. III. Cl. Abds. 73i Güterzug II. III. Cl. Vorm. 926 Güterzug I. II. III. CI, Abds. 1053 Schnellzug I. II. III. CI. Vorm. 833 Actien. Oest. Creditact. 234'/2 5°/o östr. F; St. E. B. 362% Lombard. Bahn 172% Lud wigsh.-Bexbach 159 Maxbahn 108 Bayer. Ostbahn 122% Hess. Ludwigsb.-Act. 131 Alsenzbahn-Actien 85% Oberhessen „ 66 Localzug I. II. III. IV. । Abds. 740 „ Xon Deutz (Köln) ankommend? Fersonenzug Personenzug 8. — 8. — S. 95% 8. — Courierzug I. II. Cl. Vorm. 8'7 Personenzug 1. II III. Cl. Nachm. 416 Vorm. 825 Schnellzug I. II. III. Cl. Abds. 723 Courierzug I. II. Cl. Güterzug I. II. III. Cl. Abds. 11'3 Eilzug Personenzug I. II. III. Cl. LILIII.IV. Cl. Abds. Abds. 1 Augsburg Berlin Bremen Cöln Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto Disconto Güterzug I. II. III. CI. Schnellzug I. II. III. Cl. Abds. 731 k. 8. 100% u S. 997/g 8. I01 Prioritäten. on/o ö.ster-Stsb.-Prior. 55% 3% öst. 8. Lombard 453/8 3% Livorneser 31/58 5% Toscaner 49% 5°/o Elisabeth.-Prior. 75 % do. II. Emiss. 75% 1047/ k. S. 119 nit h?' * II madlt Ste,. Ls iß n” f»tn Staate ® (alitn, nur tai dm W für« im W sich wtgtn vortiegt Dti bei (ömaiantifltn U Srivis tintf $ (omptUnjtn (int daihttn iooipUb ttichrr Zchrislivc btn kann. Die Paris' 27. Nrtmbtr gi stich habe nur > Irtibtn. Diese P MthklkiM) tt' 2k WanntM in P lich Iraner auch vicsaial idit baj Vie schleunig hort dingung tie Lon SBiro tit britisch dttka (einen Zve Aus vie vc die sranjößiche N dm, bu tnglijd ttit man aus vei üu- den jiingii v m - Nfo4?Tni, prompt und exact befördert durch »Ofßccigncttn erfolgreichsten Zeitungen lillhulf Mossr, n. Annoiicon-Expedition, 45 Stil, Frankfurt a. M., 3eil 45 m t r , gegenüber der Post, ' Berlin, Hambura, München Niirnl,-.^ m 12 ■g gehend? Cl. <*el» ^?^ ?r,' 3 vermehren. Erfahrungsmakia K8.V * -- reS fAS-sttW. äs»“ >• «'»■ m zu sichern, loll vom 1. qufi c. nn npffia» • ?ett es thunlich und nöthia ist Ct4.^CCDn,man^irunfl- wie solches durch *; 15 h/r tJc” '"kernen Verkehr das Recht auch noch fernerhin in Geltnng bleiben wird dahin ^^en°rdnung gewährt ist und e'"» Depesche, welche nach einem die imic?i)nl6 ss ‘ ."jrbe"’ baß der Aufgeber fdirfnf mf' blC ^°rtheile der Rccommandation auf ttmttne^u ^legraphengebietcs LS •" .1.1« «.«.4.. .in,.« sich-nbm correcte Ucbermittelung er vorzuasweise für nnthm^s-0 r ..^CIeFöpf)Cnorbnunfl)/ deren Bwecf erfüllen könne, zu unterstrichen = b 0 ?nIt; bnmit die Depesche ihren1 ^lberErmittelung Vtv Wortzaisl, abweichend ronden e Wo?t7c. Lird Telegraphenordnung, doppelt gemblt Abstimmungen des Äfssrj*“*** 6^uHlten Gebühren zurückgezahlt werden 3 0 R"l"matkon die für die Depesche - -■ —■ Der Bundeskanzler. Im Auftrage: D e l b r ü ck. Nach Cassel abgehend : Güterzug " II. III. CI. . Jon Lauterbich ankommend: Gemischte Zuge mit Personen-Beförderung I. II HI Cl V°tinn- Vorm. Abds. ’ ’ __O 1115 720 \on 0 ein h a usen ankommend : 1°05?’ Nachm. Abds. -------1^1___7'5 hUr TOn Nid Vorm. 650 p„ -N"011 Deutz (KöJnJ ai.gehendT , u “ '■ ‘7?CL SESR& 615 ÖT- M1‘tass