Preis vierteljährig 1 st. 12 Fr. mit Bringerlohn. Durch die Dost bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. Erscheint täglich, mu LuS- nähme Montags. Expedition : Canzleiberg Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Freitag den 3. März Nr. S3 1871. Bestellungen auf den Gießener Anzeiger LLWL "* Abonnenten, welcbe den Anzeiger bet der Erpeditton abboien taffen, erbalten denselben für den Monat Marz zu 20 fr. Nr. 7 des Bundes-Gesetzblattes des Deutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 22. Februar 1871, enthält: (Nr. 614.) Verordnung, betreffend die Ausführung des Gesetzes vom 1. Juni 1870 über die Abgaben von der Flößerei. Vom 19. Februar 1871 (Nr- 615 ) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung der Bevollmächtigten zum Bundesrathe. Vom 20. Februar 1871. Gießen, den 1. März 1871. Großherzogliches KrelSanu Gießen. v. S t a r ck. B e k a n n t m a ch u n g. Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 15. Deccmber v. I. bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Betheiligten, daß die nächsten Prüfungen in folgender Weise vorgenommen werden: Montag den 20. Mar; d I. für diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre 1851 geboren sind. Dienstag den 21. März d. I. für diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre 1852 geboren sind. Donnerstag den 23. März d. I. für diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche in den Jahren 1853 und 1854 geboren, sowie für die Angehörigen eines anderen Staates, welche nach §. 20. der Militä»Ersatz-Jnstruction im Großherzogthnm gestellungspflichtig sind. Die Prüfungen beginnen an jedem Tage Morgens um 8 Uhr in dem „großen Saale des Nathhanses" dahier. Darmstadt, den 7. Februar 1871. Großherzogliche Prüfungskommission für einjährig Freiwillige. Pabst. Strecker. B e k a n n t ui (i ch u n g. Betreffend: Reichstags wählen. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Ermittelung des Erg?bnisseS der am 3. März d. I. abzuhaltendcn Wahl eines Reichstagsabgeocdneten für den I. Wahlkreis des GroßherzoattuunS vbie Kreise Gießen, Grün berg und Nidda umfassend) Dienstag den 7. März, Normittags 9 Uhr, in dem Sitzungssaale des NathhauseS zu Gießen statlfindeu wird und daß der Zutritt zu dem Locale während dieses Actes jedem Wähler offen steht. Gießen, den 25. Februar 1871. Der Wahlcommiffär: v. S t a r ck. ........ I ......... .......- ......... I I— Politischer Th ei l. 2. März. Während die Annahme ter Friedenspräliminarien durch die Versammlung in Bordeaux, wohin am Montag Abend Thiers seine Reise angetreten hat, nur noch tie Frage von ein Paar Etunten ist, sieht man schon mit Spannung aller Orten der zukünftigen Politik der französischen Republik entgegen. Die Arier- ßnnung der jetzigen RegierungSgewalt von Seiten der Mächte ist jetzt erfolgt, in Bordeaux legt man auf die Promptheit, mit welcher dirse Anerkennung er- folgte, großes Gewicht und schmeichelt sich mit dem Gedanken, daß dieselbe de. sonders den von Thiers vertretenen Grundsätzen gelte, welche von den Mächten als genügende Bürgschaft für die Zukunft betrachtet würden. Als liefe Giunlfatze werden von den Anhängern des Herrn Thiers angeführt: „In der auswärtigen Politik Aufrechterhaltung eines nothwendigen Gleich- glwicktes von Europa; in der inneren die Errichtung einer Gewalt, welche, gleichviel unter welcher Form, die Ordnung unter Achtung der Frechen verbürge; Eonscrvativer in Europa, Liberaler in Frankreich, verdanke Thiers dieser Toppel- flkllung die Popularität, die ihm im Innern zujauchze, und die Sympathien, die ihm im Ausland entgegen kämen." Wer aber dir auswärtigen Polit.k des jitzigen Chefs der Executive gefolgt ist, der mied sich erinnern, daß er mit ftj- ttntr Hartnäckigkeit stets verfochten hat: die Nied/rhaltung der Völker Europa'» lrelche nach Einheit stribtcn, die unverwüstliche Skepsis gegen die Befestigung d.r Rutschen und italienischen Nationolbewegung dabei, trotz seines Voltatrianismus das Streben, in Italien den Kirchenstaat und in Frankreich die Scbutzzöllnerci hrzustellm. Wenn die Organe des Chefs der Executive dies „konservativ" nennen, so iß diese Bezeichnung im jetzigen Augenblicke fraglich genug; durch die Schutz- Mnerei sucht er sowohl seinen volkswirthschastlichen „conffrvattven" Ideen eine Cenugthuung zu geben, wie sich den Anhang der nordsranzösischen Fabrikanten iu Ochern, welche mit ihm seit Bestehen des englischen Handelsvertrages gcwütbet haben; zugleich fallen die Führer dieser Agitation im Lager der Cleucalcn in'o Mwicht. Außer der Ernennung des Schvtzzöllners Pouver-Querlier zum Finanzmi- rißer ist die tes Herzogs von Brvglie zum Botschafter in London bezeichnend; Wt(er eifrige „Katholik", jrdoch aus der Schule Montalrmbert's, tritt in London »it dem Titel als Botschastrr der französischen Republik auf, und seine Ernen- vMg soll der englischen Gesellschaft beweisen, daß die französische Republik, um mit rcr „France" zu redrn, „in einem neuen Lichte auftritt", sie benimmt der- selben „den Charakter des Abenteuerlichen, den sie vor der Welt hatte", sie lehrt, „daß die Republik allen Illustrationen, allen Talenten gestattet, ihr zu dienen", und daß sie sich vors-tzt, „nicht Europa durch einander zu bringen, sondern seine Sicherheit und Freiheit zu verbürgen." Talleyre-nd wußte sich auf dem wiener Congreß durch die Dertheidigung des Stichworts der Legitimität e>ne Art von Autorität und einen großen An- thkil an der Leitung der Derhontlungen zu verschaffen; vielleicht möchte Thiers für die nächste Zeit mit dir Parole des Gleichgtwichts uttcn ähnlichen Einfluß auf Europa gewinnen. Jedoch findet dabei der große Unterschied statt, daß wedir leine diplomatische Begabung derjenigen Tallcyrand'S gleich kommen, noch das jetzige Frankreich mit dem vom Jahre 1814 zu vergleichen ist. T'e „France" focht in ihrer Nummer vom 25. Febr. zu beweisen, daß der Feldzug der Deutschen in Frankruch nicht im Geringsten glorreich gewesen sei, da sic „mit einer Million Mann Soldaten über ein Land hergesallen seien, das, Donk der Unsäh gkeit der Regierung, ohne alle Lertheidigung" gewesen sei. Für Frentuich sei „dtr Friede ehrenvoll, da cS der Welt das Beispiel eines hartnäckigtn Widerstandes gegeben bube, für Deutschland |d er cS aber nicht, ra cs olle Rechte dcr Menschheit vul'tzt habe". In einem anderen Artikel führt die France sogar eine erohence Sprache: „Unsere Sieger, nicht zufrieden, uns für die Gegenwart zu ruiniren," so sagt sie, „wollen uns auch noch für die Zukunft berauben. Exaltirte Patrioten behaupten, daß Frankreich gedemüthigt fei. Da« ist es nicht. Wenn in einer nahen Zukunft die Aufregung sich etwas ge- l'gi hat, io wird man sehen, daß man noch sehr wohl seine Eigenschaft als Franzoi.n eingestehen kann. Dagegen wird ein Mann nur mit der Schamröthe auf den Wangen sagen können: „Ich bin ein Deutscher, das heißt: ich gehöre einer Nation von Seeräubern und Spitzbuben an." Wenn Hr. v. Bismarck eine giößrre Gebietsabtretung v rlangte, so könnten wir ftinen Stolz unklugen; wenn der Kaiser Wilhelm darauf bestände, seinen Triumpheinzug tn Parts zu halten, so konnten wir darin seine unheilbare Eitelkeit erkennen; aber wenn wir s.hen, daß sie uns unsere letzten Hülfsquellen wegnehmen wollen, |o haben wir das Recht, sie wegen ihrer Habgier und Raubsucht zu verachten. Herr v. Bismarck ist kl staunt, daß die pariser Presse die Bedingungen nicht natürlich findet, die tr uns dictirt; er findet es außerorde'cklich, daß man von einer Revanche spricht. Und welcher Mann von Hrrz kann ohne Entrüstung die neuen Forde- rungen entgegen nehmen, welche jeden Tag unsere Sieger formuliren? sie mögen sich in Acht nehmen; ein Tropfen reicht hin, damit der bittere Kelch überläuft, den wir leeren sollen, und wer weiß, was sich dann ereignen wird?" Aehnlich Wie die France drücken sich auch viele andere Pariser Blätter aus. Auch ein Brief Trochu's machte in Versailles einen höchst schlimmen Eindruck. Die zwischen dem Grafen Bismarck und Herrn Thiers übereingekommenen Bedingungen sollten am 26. um 3 Ubr ter National-Versammlung vorg-legt werden. Dffi- ctelles war darüber am 25. in Paris noch nicht bekannt. Thiers hatte die Absicht, von der Kammer zu verlangen, daß bas Votum sofort und ohne DiScussion erfolge. Was in Paris großen Scandal erregt hat, war die Stelle der Botschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten, in wrlchcr gesagt wird, daß Deutschland große Aehnlichkeit mit Amerika habe. Die Journale sind ganz wüthend darüber, und selbst das sonst so ruhige DebalS ist ganz außer sich. Sie meinen, Grant habe sich nur so ausgedrückt, weil es eine so große Anzahl Deutscher in Nordamerika gebe und er diesen Rechenschaft tragen und feine Grundsätze verläugnen müsse. Einer Mitiheilung aus Versailles zufolge wird schon jetzt an maßgebender Stelle über die Organisation, Bewaffnung und Unisormiruvg rc. des kaiserlichen Heeres berathen. Die Bewaffnung verbleibt vorläufig bis zur endgültigen Fest- stellung eines gemeinschaftlichen Systems; das norddeutsche Zündnavelgewehr er hält aber die schon vor dem Kriege begonnene, von General Stoffel für so wichtig angesehene Umänderung. Ueber Vie Unisormirung gehen die Ansichten noch sehr auseinander; am praktischsten hat sich der braunschweigische schwarze Waffen- rock erwiesen. Während der preußische Waffcnrock nach wenigen Wochen in Folge von BivouacS und Regen kaum wieder zu erkennen war, genügten beim braunschweigischen wenige Bürstenstriche, um zur Parade bereit zu sein. Der Helm bleibt, wenn er auch wegen seines weithin sichtbaren Glanzes oft zum Verrather und bequemen Abkommen für die feindliche Artillerie wurde, er ist aber nun einmal historisch und für die preußische Armee characteristisch geworden und wird ihn der Kaiser ungern missen; dagegen soll der Beschlag außer zweckmäßigerer Befestigung von dunkler Masse bereitet werden. Das Käppi der sächsischen Jäger bat sich durch die kleidsame Form und große Dauerhaftigkeit und Leichtigkeit sehr bewährt, demnächst die württembergische Mütze. Das auffallende und unpraktische weiße Lederzeug, eine wahre Qual im Krieg und Frie- den, schwindet (endlich!) ganz, eben so die beiden kleinen Patrontaschen der Infanterie, an deren Stelle eine große verschiebbare tritt Die Seitengewehre tragen in Zukunst nur dir Avancirten, die Soldaten haben das Bayonnet in der Scheide. Das Seitengewehr sämmtlicher Osficiere der Infanterie und Jäger wird ein leichter Schlepper, der Degen durch den Rock gesteckt fällt endlich fort. Aus Peking enthalt das Journal de St. Petersbourg höchst pikante Mit- theilungen über den weiteren Verlauf der im Juni vorigen Jahres Statt gehabten Christenmetzkleien in Tientsin. Bekanntlich wurden im October 16 Individuen hingerichter, welche als Theilnebmer an dem Morde der Katholiken bezeichnet waren, und der französische Geschäftsträger hatte es sich nicht nehmen lassen, dieser seinem Linde gewährten Genugthuung anzuwohnen. Wie sich jetzt herausstellt, waren die Hingerichteten jenen Gräuelthaten ganz fremd geblieben; es waren zum Tode verurtheilte Verbrecher, denen man das Geständniß der Mitschuld an jener Metzelet dadurch abkaufte, daß man ihnen versprach, für ihre Familien zu sorgen; es war abgemacht worden, wie viele Verbrecher die Civil- und wie viele die Militärbehörde beizustellen habe. Gleichzeitig fiel aber auch das Haupt eines unschuldigen Studenten, dessen sich der Commanvant von Dagou aus Eifersucht entledigen wollte. Ihre „gemeinschaftliche" Geliebte mußte gegen den Studenten Zcugniß ablegen; die Sache kam jedoch ans Tageslicht und der Commanvant soll nun seines Amtes entsetzt werden. Besser vertraut mit der chinesischen Justiz, hat deßhalb der russische Generalkonsul in Tientsin es verweigert, seine Zustimmung zur Hinrichtung jener vier Chinesen zu geben, welche als die Mörder der damals gefallenen drei Russen von den Behörden bezeichnet werden. Er verlangt namentlich, daß die Schuldigen in seiner Gegenwart verhört werden, was bis jetzt verweigert wurde. Uebrigens ist die nach Frankreich abgesandte Mission, unter Anführung von Tschunhcu aus 27 Personen bestehend, bereits auf dem Wege; sir soll dem „Kaiser" Oer Franzosen Genugthuung bieten für jene Gräuelthaten, die sich aber gleichzeitig nach London und Petersburg begeben ; die Dauer der Reise ist auf 6 Monate festgesetzt. In Schanghai, wo sich die Gesandtschaft aufhiclt, soll der englische Consul den Botschafter auf offener Straße gczwungm haben, seinen Palankin zu verlassen und beim französischen Consul einzukehren, um dort Abbitte zu thun. Die Einheimischen, denen die Mission ohnehin Widerwillen einflößt, freuten sich der Demütigung des Botschafters und prophezeiten ihm noch viel schlimmere Dinge bei seiner Ankunft in Europa. Tientsin soll nächstens ter Sitz des General-Gouverneurs der Provinz Tschili werden, welcher bisher in Baodinfu residirte; es soll dadurch eine gewisse Aufsicht über die Fremden und Einheimischen erzielt werden; der Posten eines Commandanten der drei nördlichen Hafenstädte wird abgeschaft; die Consuln treten in timten Verkehr mit dem General-Gouverneur und die Garnisonen werden in Tientsin und Dagou erheblich vermehrt. Durch einen Brief, den ein Soldat der französischen Ostarmee an das Journal „Le Francais" geschrieben hat, ist die Aufmerkfarnkkit noch einmal auf das Schicksal der verloren gegangenen Fahne des 61. Regiments gelenkt worden. Wir berichteten, daß diese Fahne nicht erobert, sondern unter den L ichen preußischer Soldaten und unter Schwerverwundelen gesunden wurde. Der Finder war ein französischer Soldat. Als der jüngere Garibaldi von der Sache erfuhr, wünschte er die leichien Spiels erworbene Trophäe in seinen Besitz za bringen. Er bot dem französischen Soldaten 200 Franken und eine Stellung als Offizier bet dem Montirungswesen, wenn er die Fahne den Italienern überlasse. Der Franzose wies diefcn Antrag entrüstet zurück und berichtete die ganze Angelegenheit dem französischen Journal, von dem sie veröffentlicht worden ist. Darmstadt, 25. Februar. Schluß des Regierungsblatts Nr. 7. 10) In der Anlage des Reglements treten hinzu: § la. Die Gebühr für Correspondenzkarten beträgt ohne Unterschied der Entfernung pro Stück \ Sgr. bezw. 3 Kr. Unzark.chend franfirte Correspondenzkarten, deren sofortige Rückgabe an den Eintieferer nicht möglich ist, werden wie unzureichend franfirte gewöhnliche Briife behandelt. § XI a. Für die von den Landbriefträgern auf ihren Bestellungsgängen eingesammelten recommandirten Sendungen, Postanweisungen und Sendungen mit Werthangabe kommt, wenn diese Gegenstände zur Weitersendung durch die Postanstalt des Stationsorts des Lanvbriefträ'gers nach einer andern Postanstalt bestimmt sind, außer dem tarifmäßigen Porto- und sonstigen Gebühren eine Nebengebühr von V2 Sgr. bezw. 2 Kr., welche im Voraus entrichtet werden muß, zur Erhebung. 11) Der zweite Absatz des § IV. der Anlage des Reglements erhält folgende Fassung: Für die bei der Abgabe- (Diftributions-) Postanstalt eingelieferten Postanweisungen wird sowohl im Falle der Bestellung durch die Orts- oder Landbriefträger, als auch im Falle der Abholung, ohne Rücksicht auf die Hohe des Betrages, der Satz von 2 Sgr. oder 7 Kr. in An- wenduna gebracht. 12) Der § VIII der Anlage des Reglements erhält folgende Fassung: Für die bei anderen Postanstaiten eingelieferten Verfügungen oder Schreiben mit Behändigungsschcinen (JnsinuationSdocumentcn) werden erhoben: 1) das tarifmäßige Porto für den Hinweg der Verfügung; 2) eine JnsinuationSgebühr von 1 Sgr. bezw. 4 Kr.; 3) das tarifmäßige Porto für die Rücksendung des BehändigungS- fcheineS; 4) von einem Adressaten im Landbestellbezirke bei der Bestellung durch den Landbriefträger außerdem ein Landbriefbestellgelb von j/2 Sgr. bezw. 2 Kr. Für die an Adressaten im Orts- oder Landbestellbezirke der Aufgabe-Postanstalt gerichteten Briefe mit BehändigungSfcheinen (Jnstnuationsdocumenttn) kommen in Ansatz: A. Nach dem Ortsbestellbezirke: 1) die tarifmäßige Bestellgebühr für Briefe im Ortsbestellbezirke der Ausgabe- Postanstalt; 2) eine JnsinuationSgebühr von 1 Sgr. bezw. 4 Kr. B. Nach dem Landbestell bezirke: 1) ein Landbriefbestellgeld von j/2 Sgr. bezw. 2 Kr.; 2) eine JnsinuationSgebühr von 1 Sgr. bezw. 4 Kr. Die Porto-, bezw. sonstigen Beträge für einen Bries mit BehändigungS- schein müssen sämmtlich entweder von dem Absender ober von dem Adressaten entrichtet werden. III. Abwesenbeitserklärung. Durch Urtheil Großherzoglichen Bezirksgerichtes Mainz I. Sektion vom 28. Januar 1871 ist zur Konftatirung der Abwesenheit des Mathias Hinkel, ohne Gewerbe, gebürtig aus Framersheim, za- letzt in Hillesheim wohnhaft gewesen, die im Art. 116 des CivilgefetzbuchS vorgeschriebene Zeugenvernehmung verordnet worden. IV. Namensveränderung. Seine Königliche Hoheit der Großherzoz haben allcrgnädigst geruht: am 27. Januar dem Salomon Jacobi von Klein- Hausen zu gestatten, daß derselbe in Zukunft statt des Vornamens Salomon den Vornamen Moses führe. V. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnävigst geruht: am 25. Januar den von dem Herrn Fürsten zu Nsenburg und Büdingen auf die erledigte Lehrerstelle an dem Gymnasium zu Büdingen prä- fentirten Gymnasiallehramts-Accessisten Dr. Ferdinand Bender von Darmstadt für diese Stelle zu bestätigen; dem Schullehrer Bloch zu Heidelbach die evangelische Schulstelle zu Ober-Breidenbach tm Kreise Alsfeld, — sowie am 28. Januar dem Schullehrer Götz zu Oppenrod die zweite evangelische Schulstelle zu Alsbach im Kreise Bensheim — zu übertragen; am 4. Februar den von dem Königlich Bayerischen Kammerherrn Maximilian Freiherrn von Günderove auf die evangelische Pfarrstelle zu Lehrbach im Dccanate Kirtorf, pra'sentirten PfarramtScandi- daten Eiscnmenger aus Reichelsheim im Kreise Lindenfels, für diese Stelle zu bestätigen, und dem Schullehrer an der siebenten evangelischen Schulstelle zu Pfungstadt Heinrich Hahn, die dritte Schulstelle daselbst zu übertragen; am 8. Februar dem Steueraufseher Plauz die Stelle eines Controleurs bei dem Nebenzollamte I. Classe Alsfeld und Ortseinnehmcrs daselbst zu übertragen. VI. Versetzungen in Oen Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog. haben allergnädigst geruht: am 1. Januar den Hofgartendiener Christian Schnttzspan mit Rücksicht auf seine geschwächte Gesundheit, — am 28. Jan. den Schullehrer Heinrich Pfannmüller zu Lauterbach auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, — am 8. Februar den Schullehrer an der israelitischen Elementarschule zu Angerod, Meyer Bamberger, auf fein Nachsuchen, — an demselben Tage den Brückenwärter bei der Rheinüberfahrt zu Gernsheim, Jakob Grüll, in den Ruhestand zu versetzen. VII. Concurrenzer ösfnungen. Erledigt sind: 1) die zweite evangelische Pfarrftelle zu Michelstadt im Decanate Erbach, mit einem Gehalt von 1061 fl. 56 fr.; dem Herrn Grasen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; 2) die erste evangelische Schulstelle zu Horrweiler, im Kreise Bingen, mit einem Gehalt von 300 fl. und einer Heizungsentschädigung von 35 fl.; 3) die erste evang. Schulstelle zu Beuern im Kreise Gießen, mit einem Gehalt von 476 fl. nebst einer Vergütung von 24 fl. für Heizung des SFuvocals: die in der Concurrcnzausschreibung vom 17. September 1870 Nr. 15 des Regierungsblattes erwähnte Besoldungsabgabe von 50 fl. ist nicht zu entrichten. Berlin, 26. Febr. Durch kaiserliche Verordnung vom 14. Februar ist der Zusammentritt des Reichstages vom 9. auf den 16. März verschoben. Telegraphische Depeschen. 4- London, 28. Febr. Der Times wird aus Versailles vom 27. Februar gemeldet: Außer Thionvitte geht auch Longwy in deutschen Besitz über, Luneville, Nancy und die Festungen der Nordgrenze bleiben bet Frankreich. Prinz Friedrich Karl ist zum General-Gouverneur für die Champagne, mit dem Hauptquartier RheimS, bestimmt. Aus Paris, 27. Febr., wird hierher gemeldet, England habe am Freitag Abend zu Gunsten Frankreichs in Versailles vermittelt und eine Einschränkung der deutschen Militärkundgebung veranlaßt. Laut „Globe" hat -die englische Regierung unterm 17. Februar auf die preußische Beschwerde darüber, daß Gewehre mit britischem Regierungsstempel bei französischen Gefangenen vorgefunden worden seien, die Antwort gegeben, die eng» lisch? Regierung habe vor 1869 Enfielos-Gewehre an Privatfirmen, nicht aber spater, verkauft und der Stempel „Tower 1870" müsse von Privatsabriken herrühren, welche den Towerstempel aufzudrücken pflegen. + Bordeaux, 27. Febr. Die Prinzen des Hauses Orleans haben sich nach Biarritz bcgeb.n. Die Kriegsverwaltung hat die Errichtung von großen Geschütz- Gießereien angeordnet. Die Frankreich durch den Krieg verursachten Kosten betragen bis jetzt 3y2 Milliarden. 4- Bordeaux, 28. Febr. Die öffentliche Sitzung der National-Vcrsamm- lung begann heute um 4y2 Uhr Nachmittags. Inmitten allgemeinen Stillschweigens sagt Thiers: Wir übernahmen die schmerzliche Mission, wir machten alle möglichen Anstrengungen, mit tiefem Bedauern aber müssen wir Ihnen folgenden Gesetzentwurf unterbreiten, wofür wir die Dringlichkeit beantragen: Artikel 1. Die Nationalversammlung, der Nothwcndigkeit weichend und die Verantwortlichkeit zurückweisend, nimmt die in Versailles am 26. Februar unterzeichneten Friedenspräliminarien an. (Hier verlassen Thiers die Kräfte und er ist genöthigt, den Saal zu verlassen. Barthelemy St. Hilatre setzt die Verlesung fort:) Frankreich verzichtet zu Gunsten Deutschlands auf i/5 von Lothringen, darunter Metz und Tdionville, und auf Elsaß ausschließlich Belsort. Artikel 2. Frankreich zahlt 5 Milliarden Francs: eine im Jahre 1871 und den Rest in Frist von 3 Jahren. Artikel 3. Die Räumung des Landes beginnt unmittelbar nach der Ratification des Vertrages, und zwar werden die deutschen Truppen zunächst das Innere von Paris und verschiedene Departements, darunter vorwiegend die west- lichen, räumen. Die Räumung der übrigen Departements erfolgt allmählich nach Zahlung der ersten Milliarde und entsprechend nach Erlegung weiterer Milliarden. Die noch zu zahlenden Summen geben 5 Procent Zinsen, vom RatificationStage beginnend. Artikel 4. Die Deutschen unterlassen alle Requisitionen in den von ihnen besetzten Departements; jedoch werben selbe aus Kosten Frankreichs unterhalten. Artikel 5. Den Einwohnern des annectirten Gebietes wird eine Frist gewährt zur Entscheidung, welcher Nationalität sie angehören wollen. Artikel 6. Die Kriegsgefangenen werden unverweilt zurückgegeben. Artikel 7. Die Eröffnung eigentlicher Friedens-Unterhandlungen erfolgt in Brüssel nach Ratification dieses Vertrages. Artikel 8. Die Verwaltung der occupirten Departements wird an französische Beamte übergeben, jedoch stehen dieselben unter den Befehlen der deutschen Corps- Eommandeure. Artikel 9. Durch gegenwärtigen Vertrag wird jedes Recht auf Häsen oder anderes nicht besetztes Territorium ausgeschlossen. Artikel 10. Der Vertrag soll zur Ratification der Nationalversammlung unterbreitet werden. 4- Paris, 27. Febr. In einer von Thiers, Favre und Picard unterzeich. neten Proelamation an die Einwohner von Paris heißt es: „Die Regierung beruft sich auf euren Patriotismus und eure Weisheit. Ihr habt das Schicksal von Paris und Frankreich in der Hand; cs hängt von euch ab, sie zu retten oder zu verderben. Nach heldenmüthigem Widerstande hat der Hunger uns gezwungen, die Forts dem siegreichen Feinde auszuliefern. Die Armeen haben sich hinter die Loire zurückgezogen. Die Regierung und die Nationalversammlung waren ge- nölhigt, Unterhandlungen zu eröffnen. Während sechs Tagen haben die Unterhändler das Terrain bestritten, und nachdem sie Alles gelhan, was rnenfch icher Weise möglich war, um weniger schädigende Bedingungen zu erlangen, haben sie Präliminarien unterzeichnet, welche dec Versammlung unterbreitet werden sollen. Während der Prüfung und Berathung der Präliminarien hätten ohne die Verlängerung des Waffenstillstandes die Feindseligkeiten unnützes Blutvergießen verursacht. Die Verlängerung des Waffenstillstandes konnte nur verlangt werden auf d'e Bedingung einer theilweisen und kurzen Besetzung einiger Quartiere von Paris. Wenn die Convention nicht respectirt wird, so ist der Waffenstillstand gebrochen und Der Feind, bereits Meister der Forts, würde mit offener Gewalt die ganze Stadt einnehmen. Eure Besitzungen, die Meisterwerke und die Monumente, heute noch durch die Convention gesichert, würden aufhören es zu sein. Das Unglück würde ganz Frankreich treffen und die schrecklichen Verwüstungen des Krieges, die bis jetzt die Loire nicht überschritten, würden sich bis an die Pyrenäen ausdehnen. Es ist somit durchaus wahr, daß es sich um das Heil von Paris und Frankreich handelt. Ahmt nicht den Fehler derjenigen nach, welche vor acht Monaten uns nicht glauben wollten, als wir sie beschworen, den Krieg nicht zu unternehmen, welcher so verderblich sein sollte. Die französische Armee, welche Paris mit so vielem Muthe vertheidigt hat, wird das linke Ufer der Seine besetzen und die loyale Ausführung des neuen Waffenstillstandes sichern; die Nationalgarde wird sich mit ihr vereinen, um die Ordnung in den übrigen Stadttheilen aufrecht zu erhalten. Mögen alle die guten Bürger, die sich vor dem Feinde tapfer bewiesen haben, ihr Ansehen wieder geltend machen und die grausame Lage wird beendigt melden durch den Frieden und die Rückkehr der öffentlichen Wohlfahrt." 4- Pans, 28. Febr., Mittags. Die Aufregung dauert in gewissen Fau- bourgs immer fort. Die Proelamation von Thiers hat eine gute Wirkung her- vorgebracht. Alle Blätter, auch die radicalsten, wie z. B. der „Volksracheschrei", rathen zu Ruhe und Würde. Von morgen ab erscheint kein einziges Blatt mehr, bis die Deutschen wieder hinaus sind. Officielle militärische Nachrichten. Versailles., den 1. März. Der Kaiserin-Königin in Berlin. Soeben kehre ich von Longchamps zurück, wo ich die Truppen des 6., 11. und 1. bayrischen Corps, 30000 Mann, inspicirte, die zuerst Paris besetzen. Die Truppen sahen vortrefflich aus. Die Avantgarde ist um 8 Uhr eingerückt ohne alle und jede Störung. Wilhelm. Versailles., den 1. März. Heute Vormittag 11 Uhr hielten Se. Majestät der Kaiser und König auf der Rennbahn Longchamps am Bois de Boulogne eine Parade über die zum ersten Einmarsch in Paris bestimmten Abtheilungen aller Waffen des 6. und 11. preußischen und 2. bayerischen Armeecorps ab. Nach dem Vorbeimarsch rückten diese Truppen in der Stärke von 30,000 Mann in Paris ein und bezogen in den Champs-Elysees und daran grenzenden Stadtthcilen Quartiere. Der vom schönsten Wetter begünstigte Einzug in die Hauptstadt wurde durch keinen Zwischenfall gestört. v. Podbielsky. Allgemeiner Anzeiger. Besondere Bekanntmachung. R e i ch s t a g s w a h l e n. 698) Die Wahl zum Reichstag findet im ganzen deutschen Reich Freitag den 3. Mär; d. I. statt. Die Wahlhandlung beginnt um 10 Uhr des Vormittags und wird um 6 Uhr des Nachmittags geschloffen. Indem wir dies zur Kenntniß der hiefigen Wähler bringen und zur Betheiligung bei der Wahl an genanntem Tage etnladen, bemerken wir, daß die Abstimmung m vier Wahllokalen, wie folgt, vorgenommen wird, nämlich: a. lm 1. Wahlbezirk die Einwohner in LH. A. Wahlvorsteher: Bürgermeister Vogt. Stellvertreter: Gemeinderath Han stein. Wahllokal: Nachhalls; b. un 2. Wahlbezirk die Einwohner in Lit. B. Wahlvorsteher: Gemeinderath Keller. Stellvertreter: Gemeinderath Nicker. Wahllokal: Schulhans in der Schulstraße. c. im 3. Wahlbezirk die Etnwohner in Lit. C. und E., sowie des Schiffenbergs. ^Wahlvorsteher: Beigeordneter Fel sing. Stellvertreter: Gemeinderath Rosenberg. Wahllokal: Realschulgebäude. d. im 4. Wahlbezirk die Einwohner in Lit. D. Wahlvorsteher: Gememderalh Bücking. Stellvertreter: Gemeinderath Nagel. Wahllokal: Schulhaus in der Neustadt. Gießen, den 24. Februar 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Versteigerungen. 691) Donnerstag den 16. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Nathhausc erboerthei- thungshalber die den Peter Pistor's Erben gehörigen Immobilien: Flur Nr. QJUftr. i/?vU.7v 11 Hofraithe, auf d^e Bach, Vst 3 Hofraum, Miststätte das, V771 to) 13 Grabgarten daselbst, 82 / 26/ioo 159 Acker, zehntfrei, in den Günthersgräben, gibt 36 kr. Rente, m/uj 398 Acker, zehntfrei, am Heegstrauch, stößt auf die Aecker, 3,/ho 312 Ack.r, zehnifrei, am Erdkauter Weg bis an den Giü- ninger Pfad, । ibt 453/4 fr. Rente, 80/35U'3g,s 210 Wiese, zehntfrci, hinter dem Waldbrunnen, gibt 34 kr. Rente, unter den bei der Versteigerung befanut gemacht werdenden Bedingungen, meistbietend versteigert werden. Bemerkt wird, daß in der Hofraithe seit längeren Jahren eine frequente Wäscherei betrieben wird, welche mit übernommen werden kann; ebenso kann in derselben Gerberei und Färbbrei betrieben werden. Gießen, den 1. März 1871. In Auftrag: _________Semmler, Ortsgerichtsmann. Brodlieferung. 685) Montag den 6. März d. I., Vormittags 11 Uhr, wird die Lieferung des Brodes für die Garnison Gießen einichließlich der NriegSgesan- genen, auf das H. Quartal d. I mittelst Soumission vergeben. Die Lieferungsbedingungen liegen auf dem Büreau der Garnisonverwaltung in der Zeughaus-Easerne zur Einsicht offen. Gießen, den 1. März 1871. .Kalbfleisch, Stabsquartiermeister. Hofiversteiqerunq. 687) Montag den 6- Mär, l. I., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Marieustifthwalde, District Sandacker, am Wege von Lich nach Ron- nenroth, am Heu weg anfangend : 37 Stecken Kiefern-Prügelholz, 231/? ., „ Stockholz, 1225 Stuck „ Wellen, 18 „ „ Stämme von 7 bis 8 Boll Durchmesser und 50 Fuß Länge, 500 Stück Kiefern-Stangen von 2'2 bis 5 Zoll Durchmesser und 35 bis 50 Fuß Länge, versteigert werden Lich, den 1. März 1871. Winhet m. FeitgevotcuVs. 690) 100 Ctr. Dickwurzcln und 40 Ctr. Heu sind zu verkaufen bet Friedrich Heß, im Löbei'ichen Hof in der Neustadt. 658) Ananas. eingemachte, Ana- nas-Symp (ui Bowlen), sowie Ili- schof-, Carilinal- und frlaiweiit- essenz, Pnnsckessenz, Malaga, Madeira empfiehlt hiermit bestens __Ed. Lind, Kirchenplatz. h63) Gute Moselweine empfehlen Gebrüder S cbw a n. 681) Sehr guten Limburger Lrafe, Prima-Qualität, das Pfund zu 18 fr., empfiehlt G g. Sch mehl, am Brand. 665) Täglich frische Milch bei __________H. E Iughardt, Marktplatz 1307 Dttlftr. Acker auf der Warth, gegenüber Prof. Ihering's Garten, 900 „ Acker am Krosdorfer Weg, 371 „ Acker am Wismarer Weg, bei der Wollspinnerei, mit Klee besä amt, seither von Müller Weimar mnegehabt, in bestem Zustande, sind auf 4 Jahre zu verpachten. (657) H. Becker, Nene Anlage. bei 61) Häckselmaschinen, Dickwurzmühlen, Oelkuchen- hrecher der verschiedensten neuesten Construction, stets vorrätbig bei Georg Nenzel Maschinenfabrik.) 506) Eine schwere hydraulifcde --Piaffe, ganz in Eisen, steht billig zu verkaufen ei _____________________G g. Nenzel. 5l>7) Ein Billard (fast noch neu) neuester Construction, zu verkaufen. Offerten an „Mainzer Anzeiger" in Mainz sub A. 511. 629) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen im__________Darmstädter Haus. 672) Bei Earl Fischer UI. in Vidi steht ein guter einspänniger Wagen zu verkaufen.___ 097) Mnnen in der Schwarzlach neben der K a tz en st e i n'schen Besitzung gelegenen, 152 Ruthen hallenden Garten, bin ich Willens aus freier Hand zu verkaufen. __________________ August Oeser. 694) Ein Garten am Riegelpfad ist zu verpachten. Näheres bei Andr. Plank Wtttwe auf dem Kreuz.__________________ 688) Ein Acker im Altenfeld ist auf mehrere Jahre zu verpackten bei Römer, Lehrer. Vermiethnugen. 675) Ein Familienlogis, bestehend aus 8 ineinandergehenden Zimmern, Küche, Keller, Holzstall und Bodenraum ist zu ver- miethen und 1. April zu beziehen. PH. Bötz, neben der Gärtnerei von Earl Deines. 178) In einem neuerbauten Hause außerhalb der Stadt ist der mittlere Stock und ein Mansarden-Logis zu vermiethen und alsbald beziehbar. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 669) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Glaser Harz, in der Neustadt. Vermischte Anzeigen 693) Ich ersuche hiermit Denjenigen, der mir das Schild ausgehängt und von meiner Wohnung entfernt bat, solches sofort wieder an Ort und Stelle zu bringen, als ich sonst genöthigt sein würde, gegen denselben, indem er bei der Abnahme des Schildes gesehen worden ist, gerichtliche Klage zu erheben. Ada in Kalbfleisch, Steinmetz. 689) Für einen kleinen Haushalt wird ein anständiges Mädchen gesucht. Auskunft ertheilt eorg Mallomesius in der Neustadt._________________________________ 692) Einen guten Schuhmachergesellen sucht Philipp Becker, Weidgasse. 695) In Lit D. Nr. 39 wird ein Mädchen gesud)t, das kochen kann und alle häuslichen Arbeiten versteht. 696) Ein braves Dienstmädchen wird für 25 März in eine kleine Haushaltung gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 556) Im unteren Riegelpfad wird ein Garten zu pachten gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. 668) Ein braves Kindermädchen wird pesucht I. Noll, Goldarbeiter. 670) Ein junger Mensch kann das Glasergeschäft erlernen bei Glaser Harz, in der Neustadt, in Gießen. Auswanderer nach Amerika befördert wöchentlich vermittelst Dampf- und Segelschiffen bei reeller und billigster Bedienung 3. M. J5djull|ii|; am RathhauS. Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu erth ilen. P. S. Wechsel für Amerika werden zum Tagcsconrse baldigst besorgt. (618) Auf Anregung des deutschen Centralcomitss sollen deßhalb am Wahltage (3. März d.'I.) in allen Wahllokalen des deutschen Reichs, und insbesondere — mit Genehmigung der höchsten Staatsbehöide — auch im Großherzogthnrn Hessen, Sammelbüchsen mit der Aufschrift: Dank der Wähler an die deutschen Krieger ausgestellt und der Ertrag für die Pflege der Verwundeten und Kranken verwendet werden. Wir brauchen wohl kein Wort weiter hmzuzufügen. Wo wir zum erstenmal im neuen deutschen Reich unsere politische Pflicht als Wähler üben, wollen wir auch unsere Pflicht des Dankes erfüllen, jeder nach Vermögen, aber alle freudig und in dem Bewußtsein, daß Alles, was wir auch thuu, hinter dem zurückbleibt, was unsere kämpfenden Brüder dem Vaterland dargebracht haben. Darmstadt, 15. Februar 1871. Der Vorstand des Hülfsvereins im Großherzogthum Hessen für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde. Der Vorsitzende: Der Schriftführer: A. Weber. A. Buchner. An die Wähler! Der nahe bevorstehende Tag, welcher alle deutschen Wähler zu- sammensühlen wird, um die von unseren Heeren auf den Gefilden Frankreichs blutig erkämpfte Einigung der deutschen Stämme und Wiederbegrü'.idung des deutschen Kaiserreichs durch die Wahlen zum ersten deutschen Rcichstage zu besiegeln, erscheint vo zugsweise geeignet, der Fürsorge für Diejenigen zu gedenken, welche in jenem Kampfe Gesundheit und Leben eingesetzt haben und noch jetzt an Wunden oder Krankheit darniederliegen. 686) Trotz einer Erklärung, welcke der Provmzialdirector Herr vp. Gold mann, sowie der Unterzeichnete in einer öffeiulickien Versammlung des hiesigen Hilfsvereins abgegeben hatten, wird hier fortwährend die unwahre Behauptung herumgetragen, als seien die Aerzte des academiscken Hospitals für die Ausbildung von Pflegerinnen aus den Mitteln des hiesigen Localvereins, bezahlt und diese dadurch verkürzt worden. Bei der Hartnäckigkeit, mit welcher diese Unwahrheit festgehalten wird, sehe ich mich, fa wenig ick) sonst auf hier coursirendes Stadtgerede Werlb lege, zu folgender Erklärung veranlaßt: „Vor Beginn des jetzigen Krieges, zu Ostern vorigen Jahres, wurde ich „von Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Ludwig aufgefordert, die Ausbildung „von Pflegerinnen des AlicemVereins in der hiesigen Klinik zu übernehmen. „Ich e, klärte, daß ich, ohne Herrn Professor Seitz gesprochen zu haben, keine „Zusage machen könne und daß mir überlegen müßten, ob es uns erlaubt „sei, von den spärlichen Mitteln des academischen Hospitals etwas zu diesem, „ihm fremden Zwecke zu verwenden. Ihre Königliche Hoheit bemerkten hier- „auf, daß das Ccntralcomitb die Kosten des Unterhalts der Pflegerinnen tragen „werde. Wir gingen darauf auf den Wunsch der Princessin em, und da die „Vorstände der Hospitäler in Mainz, Frankfurt, Darmstadt, für den Unter- „hall der wenigen Pflegerinnen, welche dort ausgebildet worden waren, keine „Entschädigung beansprucht hatten, so verzichteten wir gleichfalls auf dieselbe „so lange die Zahl der uns zugewiesenen nicht 2 — 3 zugleich überstieg Mit „Beginn des Krieges wuchs die Zahl derselben jedoch plötzlich, indem, außer „den jungen Damen, welche von hier eintraten, eine größere Zahl von ver-- „schiedencn Städten, namentlich Darmstadt, Butzbach, Nidda, Nauheim u. s. w. „uns zugewiesen wurden, um theils in den neu errichteten Resei ve-und Vereins- „lazmethen, theils im Felde verwendet zu werden. Die Unterhaltungskosten „derselben, deren wir zu einer Zeit bis zu 28 im Hause hatten, überstieg bei „weitem unsere Mittel und wir waren nicht in der Lage, die Verantwortung „für die Verwendung derselben zu Zwecken, die dem hiesigen Hospitale fremd „waren und nur anderen Anstalten zu Gute kamen, zu übernehmen. Zufolge „einer Mitkheilung, welche ich deshalb an den Geschäflsführer des Eentral- „Comilö's, Herrn Hofgerichtsrath Stieb er gelangen ließ, antwortete mir der- „selbe, daß aus der Kasse, des Central-Comite's in Darmstadt, 1000fl.cn., „nack) Bcdürfniß mehr, hierher geschickt werden sollten, um das academische „Hospital für seine Auslagen zu entschädigen. Den betreffenden Brief habe „ich zu den Acten des hiesigen Localvereins abgegeben. Von de^ genannten „Summe nahmen wir jedoch, mit Zustunmung des hiesigen Local-Comite's „nur 500 fl. und lange nicht so viel, als unsere Auslagen betragen, in An- „spruck. Der Rest floß in die Kasse des hiesigen Localoereins zu anderweitigen „Verwendungen. Jene 500 fl. sind unter dcn Einnahmen des academischen „Hospitals mit dcm UniversitätS-Rentamte, verrechnet worden. Auck) die mit „den Comitv-Vorständen von Butzback, Nauheim, so wie die mit dem hiesigen „Comitö für die Verköstigung rc. von Pflegerinnen vereinbarten Entschädigungen, „haben wir nicht cingefordcrt „Es crgiedt fid) hieraus, daß der hiesige Localoercin für die Ausbildung „refp. den Unterhalt von Pflegerinnen überhaupt Nichts, weder eine außer- „ordentliche Summe, nod) auch nur diejenige, zu der er fid) protokollaiisch „verpflichtet hatte, an uns bezahlt hat, daß ihm im Gegenthcil aus jener „Veranlassung 500 fl. überlassen worden sind, sowie, daß die Aerzte und Vor- „steber der hiesigen Kliniken für ihre Bemühung bei der Ausbildung von „Pflegerinnen and) nur einen Pfennig weder beansprucht noch erhalten haben." W e r n h e r- Zur Frikdcnsfeter. Am Mittwoch Abend haben die Vertreter der größeren hiesigen Vereine — sämmtliche Sänger- und Turnvereine, Feuerwehren ie. — die Veranlassung der Sieges- und Friedensfeicr für Gießen besprochen. Je nach der Tageszeit, zu welcher die erhoffte Depesche eintrifft, soll für denselben, oder für den folgenden Tag durch Anschlag zu einem allgemeinen Fackelzug und gleichzeitiger Illumination tingelnden werden. Der Zug geht, wenn es genehmigt wird, unter dem Geläute sämmtlicher Glocken, vom Wallthor ab über die.Hauptstraße, den Neuenweg, die neue Anlage, del; Seltersweg und durch die Neustadt nach dem Lahn- thor. Vor dem Nathhaus wird ein Choral und das Arndt'sche Vaterlandslied, am Lahuthor „Deutschland über Lilles" gesungen werden. Hierauf Bankett im großen Leib'schcn Saal mit Eintrittsgeld zu Gunsten des Hüfsvereinv. Möge die Feier in Betheiliguug und Verlauf ihrem Gegenstände entsprechen. Redaktion, Truck und Verlai der Brühl'sckcn Untv.-Druckcrci (Fr. Ebr. Pietsch) in Gießen. MDL NkNn | kch hm b 8rr, Politisl Laltndelprep! W atzWgen. Sie itawnWl ab ©leid)« t ti hm 8Ufiorttmi tragen. Ar pr in den Itfltn sollten Atnug ausge Am er Mtjgojl te dkr Sröge: t kmens- ore Oolfetcille t vm; denn 1 tie! log 8U den Orl! die Revolub Alicans irq Hiern.i re>4s, olle L Mchen (?0 vachs trnt.'i ■«Ui Nj tf, c,n könne, hj . Die te Rfltn Po nn Ntn, k Ohr p FS iS tz' Sk.