PreiS Uerteljthrtg t fl 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 tr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition: Lanzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen. Nr. 1O1. Dienstag den 2. Mai 1871. Bestellungen auf den Gießener Anzeiger bei allen Post-Expeditionen uni den Land-Postboten entgegen genommen. Abonnenten, welche den Anzeiger bet der Erpeditton abholen lassen, erhalten denselben für 1 fl. pr. Quartal. Nachwirkungen des vaticanifchen Concils. Der unmittelbare Eindruck, welchen der den Bestrebungen der Curie so günstige Ausgang det Concils hervorbrachte, entsprach nicht der lebhaften Aufregung und Theilnahme, mit welcher die Angehörigen aller Kirchen, nicht blos der katholischen, dem Verlauf der stürmischen Verhandlungen auf demselben gefolgt waren. Ganz besonders nahm der kirchliche Verfassungskampf, zu dem die Der- Handlungen sich zuspitzten, die öffentliche Aufmerksamkeit in Anspruch. Gerade das Aufwerfen der DerfassungSfrage hatte den gebildeteren und hervorragenden Thcil des EpitcopatS mit Erbitterung gegen Rom erfüllt. Zur Theilnahme an dem Feldzuge gegen Staat und Gesellschaft, dessen Programm im SyllabuS aufgestellt war, hätten die Bischöfe, wenn auch nicht ohne geheime Sorge wegen der in Au- ficht gestellten Conflicte mit der Staatsgewalt, verhältnißmäßig leicht sich bereit finden lassen. Die Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit dagegen brachte sie in Aufregung, weil durch dieselbe ihre Stellung dem Papste gegenüber herabgedrückt und die aristokratische Verfassung der Kirche dem Ideal der Jesuiten entsprechend in eine absolutistisch-bureaucratische verwandelt werden sollte, in der die Bischöfe selbstverständlich nur noch als päpstliche Commiffarien zu fungiren hätten, jedes EinflusseS auf die Gefammtleitung der Kirche beraubt. In den ihnen nach altem Kirchenrecht gebührenden Einfluß sollte als geheimer Staatsrath der Kirche der Jesuitenorden treten, dessen thatsächliche Macht neich Annahme des Unfehlbarkeitsdogmas ein Gegengewicht nicht mehr findet. Nach Annahme der päpstlichen Propositionen durch das Concil fanden sich die dissentirenden Bischöfe rascher, als es von manchen Seiten erwartet war, in die von der Curie ihnen angesonnene Machtverminderung, obwohl die Formlosigkeit der Verhandlungen und der auf sie ausgeübte gewaltsame Druck ihnen hinreichende Veranlassung geboten hätte, vom kanonischen Standpunkte aus gegen die Beschlüsse zu protestiren. Hätten fie sich in ihrer Gesammtheik auf den allkatholischen Stand- punkt gestellt, so wäre ihre Stellung unerschütterlich gewesen, und die Katholiken aller civilisirten Länder würden in ihnen die Regeneration der katholischen Kirche gesehen und ihnen in überwiegender Mehrheit treu zur Seite getreten sein. Aber Jahre lang gewohnt, der Curie in ihrem Kampfe gegen den Staat und die Gesellschaft willenlosen Gehorsam zu leisten, waren sie gelähmt, jetzt, wo es galt, ihre eigenen Rechte gegen die Concilsbeschlüffe zu vertheidigen. Sie unter- warfen sich, und mit ihrer Unterwerfung schien der Sieg der Curie vollendet zu sein. Der Deutsch-französische Krieg nahm bald die Aufmerksamkeit der Welt so ausschließlich in Anspruch, daß man sich um die möglichen Folgen der Concils- beschlösse wenig kümmerte. Im Allgemeinen war man der Ansicht, daß Satzun- gen, die so sehr gegen den Geist des Jahrhunderts und gegen die Vernunft verstießen, nur ein tsdter Buchstabe bleiben würden. Es ist dies eben eine der seltsamen Inkonsequenzen der öffentlichen Meinung, daß sie von der Gewalt des Ultramontanismus sich bald die großartigsten, oft selbst übertriebenen Vorstellungen macht, bald feine Macht bei Weitem unterschätzt, und daher gerade in den entscheidendsten Momenten seiner Entwicklung freien Spielraum läßt. Vor dem Concil zuckte man spottend über die Anmaßungen der Curie die Achseln, statt denselben einen Riegel vorzuschieben; während des Concils, wo man in der That nichts thun konnte, gerieth man in einen Eifer, der der Curie wenig Sorge machte; nach Dem Concil war man wieder in der Stimmung, die Sache auf sich beruhen zu lassen, mit dem stillen Vorbehalte, von Fall zu Fall mit der Curie sich auseinanderzusetzen, eine Methode, der die Curie alle ihre Erfolge verdankt und gegen diese daher durchaus nichts einzuwenden hat. Die Wahlerfolge der ultramontanen Partei und ihr unvorsichtiges, herausforderndes Auftreten im Reichstage haben das deutsche Volk genöthigt, den Concils- beschlüssen wieder seine Aufmerksamkeit zuzuwenden. Wir schlagen es sehr hoch an, daß die einmütigen Beschlüsse der Volksvertretung den Übergriffen des Ultra- montanismus zunächst einen Damm entgegengestellt haben. Aber zum Vorkämpfer in dem geistigen Kampf wieder den Ultramontanismus, der doch allein zu ent- scheidenden, bleibenden Ergebnissen führen kann, ist der Reichstag natürlich nicht berufen. Der Cntscheidungskampf wider die Concilsbefchlüsse muß innerhalb Der Kirche selbst geführt werden; er muß als eine Reaction des katholischen Gewissens gegen Die ultramontane Herrschsucht unD Vergewaltigung erscheinen. Döllinger ist es, Der im Namen Des katholischen Gewissens Verwahrung gegen Die neukatholischen Satzungen eingelegt hat. UnD Döllinger ist wie fein Anderer berufen, in diesem Streite die alte Kirche wider den Neukatholicismus des vatikanischen Concils zu vertreten. Er ist anerkanntermaßen der erste katholische Theologe Der Gegenwart, in kirchengeschichtlichen unD dogmatischen Dingen Die größte Autorität Der katholischen Kirche, unD dabei ein Mann, dessen streng kirchliche Gesinnung höchstens von den Jesuiten, Die ihm schon seit längerer Zeit feindlich gesinnt find, in Zweifel gezogen werden* kann. Diese Eigenschaften erklären den tiefen und peinlichen Eindruck, den sein mannhaftes Auftreten auf die Ultramontanen hervorgebracht hat. Wenn auch von bischöflicher Seite erklärt wird, die Kirche ist da, wo der Papst und die Bischöfe sind, so gibt es doch manchen strengen Katholiken, der sie im Falle des Conflicts zwischen den Bischösen und Dollinger lieber da suchen möchte, wo Döllinger ist. Einen Beweis für Den tiefen Eindruck, Den Döllingers Vorgehen gemacht hat, sehen wir in Der raschen Verhängung Der großen Exkommunikation toiDer Den berühmten Theologen. Sobald» sich Die Fruchtlosigkeit aller Bemühungen, ihn zu einem Widerruf zu bewegen, herausgestellt hatte, mußte mit Entschiedenheit verfahren, mußte er möglichst schnell aus der Kirche ausgeschlossen werden. Ob rS gelingen wird, durch seine Scheidung von der Kirche seinen Einfluß auf die Glieder derselben zu brechen, das ist freilich sehr fraglich. DaS allerdings hat der Erzbischof von München-Freifing erreicht, daß die Pfarrgeistlichkeit von München und mehreren Städten sich gegen Döllinger ausgesprochen hat, und es wird durchaus uicht schwer fallen, ähnliche Kundgebungen in ganz Bayern, ja auch außerhalb Bayerns, hervorzurufen; dazu bedarf es nur eines Winkes von Rom. Auch werden die Pfarrer in dem bayerischen Hochlande und anderen Burgen des Ultramon- tanismus die Gemeinden ohne Mühe davon überzeugen, daß Döllinger ein Ab- trünniger und Ketzer sei. Die gebildete katholische Laienwelt aber wird nicht iv Dem Erzbischof, sondern in dem excommunicirten StiftSprobst den wahren Vertreter Der Kirche sehen; unD nicht etwa vorzugsweise Die freigesinnten, sondern auch Dü streng kirchlichen Elemente, wie ein Blick auf Die zahlreichen an Döllinger gerichteten ZustimmungSadreffen beweist. Welchen Ausgang Die Bewegung nehmen wird, vermag Niemand vorherzu sagen. Daß sie aber die innigste Theilnahme auch der Protestanten verdient, i| unzweifelhaft. Sie ist hcrvorgegangen aus einer mächtigen Regung der religiöse, Ueberzeugung und des deutschen Gewissens.' Und eine Sache, die auf dem Deut schen Gewissen beruht, ist stark. Hoffen wir, daß sie sich auch Diesmal stärke erweisen werde, als die Macht des Papstes und Derjenigen, welche Döllinger Der Dämmen, weil er über das Concil und das in demselben beobachtete Verfahre heute noch eben so denkt, wie vor einem Jahre fie selbst gedacht haben. Die königlich württembergische Felddivision hat von Rheims aus der Dictoric National-Jnvalidenstiftung als Beitrag zu der von dem Kronprinzen des deutsche Reiches begründeten deutschen Jnvalidenstiftung eine Tageslöhnung sämmtliche Unteroffiziere und Mannschaften, sowie die GehaltSrate der Offiziere, Aerzte un Beamten auf einen Tag im Belaufe von mehr als 5000 Gulden übersandt. - Diese hocherfreuliche, wahrhaft patriotische Gabe, welche auf diesem Gebiete i solcher Einmüthigkeit zuerst Der Süden unseres Vaterlandes der gemeinsamen Sack Darbringt, legt Zeugmß ab, daß Diejenigen, die in treuer Waffenbrüderschaft ai Dem Schlachtfclde so glänzend als Eins mit uns sich erprobt haben, ebenso bere sind, ohne Unterschied der Stämme auch in Den Werken Der freien Seldstthätigke und Selbstbestimmung für Da« ganze Deutschland einzutreten. * In der Donnerstagssitzung des Reichstages Debütirte Die „Verfassung' Partei" in Dem Fach Der „ernsten Derfassungsfragen," wie Der Oberregiffeur He Windthorst einem geehrten Publico zu wissen funD that. Titel Des Stücks: „D itio in partes", auSgesührt vom ganzen „Corps des Centrum" mit Soloparthti Der Herren Mayr (Augsburg), Greil unD Windthorst. Das Stück litt Schi! : bruch, Da Das Publikum nach Beendigung Der Soloparthien genug hatte, zisch und die projectirte graziöse Auswanderung nach „Fraction Müller" unterbleib' mußte. — Die Herren sind in der That wenig politisch, sonst würden sie Die - leidige Trennung nicht in Scene setzen wollen bei Sachen, bei Denen sie tot gleichgiltig ist: Dadurch machen sie das ganze Institut verhaßt und stärken l Opposition für die Fälle, wo ihnen vielleicht die Secession höchst erwünscht fe müßte. Am Donnerstag hätten die Herren gewiß warten müssen, bis ihnen den Jnteressirten die Abstimmung verboten wurde, sie thaten es nicht und - blamirten sich als Politiker wie als Verfaffungskenner: Denn, wie Herr Delbn sehr richtig bemerkte, ist die Deckung von Matrikularbeiträgen dis gemeinsam Angelegenheit Des deutschen Reiches und es kommt nicht darauf an, wer J zahlen hat, sondern ob überhaupt das Deutsche Reich zahlen muß; und d muß es als Rechtsnachfolger des norddeutschen Bundes. t Das Organ der Katholiken, Die „Germania", berichtete, wie sch 1 erwähnt, kürzlich über eine Antwort, welche der deutsche Kaiser einer Deputati ; Der Maltasar zu Gunsten DeS heiligen Vaters in Versailles erteilt haben fc ' unD wonach Seitens Des Kaisers Die Aeußerung gefallen wäre: „seine Gesinnung 1 für Den Papst, als dem kirchlichen Oberhaupte seiner katholischen Untertan . seien noch stets dieselben, er sehe in der Occupation Roms einen Gewaltakt, sor 1 eine Anmaßung von Seiten Italiens, und er würde nach Beendigung des Krief in Gemeinschaft mit den anderen Fürsten Schritte Dagegen in Betracht ziehe, • Das katholische Blatt zieht nun hieraus Den Schluß, Daß Die BunD ■ regieruug Durchaus nicht Darauf verzichtet habe, eine Action zu Gunsten des Papf ' einzuleiten und durchzuführen. Das ist nun selbstverständlich lediglich eine Jllusii * Die in den Köpfen Der extremen Uitramontanen spukt, Denn jeder vernünftige Ma weiß, daß Die Deutsche Politik weder heute noch vor zehn Jahren, wo PreusJ unter den ersten der Mächte sich befand, welche da-Königreich Italien anerkannt jemals daran gedacht hat, den Italienern zu verbieten, daß sie Rom zu ih Hauptstadt machen. In Der That, Die römisch-italienische Angelegenheit wäre ( IS X / C £ n *2) ( jermi neid reiträge pro 1869. Dasselbe wird nach kurzer Debatte zwischen den Abgg. Dr. Vawmacher, Frhr. v. Hoverbeck und dem Bundescommissar Geh. Rath Dr. Michaelis ast einstimmig genehmigt. 2) Zweite Lesung des Gesetzes über die Verbindlichkeit zum Schadenersatz ür die bei dem Betriebe von Eisenbahnen, Bergwerken re. herbeigesührten Tödtungen md Körperverletzungen. Zu demselben sind nicht weniger als 50 Amendements ingegangen. Die Debatte wird zunächst über die §§. 1 und 2 eröffnet, welche lach der Regierungsvorlage lauten: „§. 1. Wenn bei dem Betriebe einer Eisen- ahn ein Mensch getödtet oder körperlich verletzt wird, so hastet der Betriebsallgemeine Landrecht adoptire die erstere Bezeichnung. Behalte man aber diese bei, so sei der von ihm beantragte Zusatz unumgänglich nothwendig. Dr. Schwarze (Dresden) gegen das Amendement Schulze. Mit dem Entwürfe betrete man ein ganz neues Gebiet der Gesetzgebung, auf welchem man überall mit der bestehenden Particulargesetzgebung collidire; umsomehr müsse man sich auf das Allernothwendigste beschränken, sich jedenfalls davor hüten, eine Aus- nahmsgesetzgebung für die Arbeiter zu schaffen. Den Ausdruck „unabwendbarer äußerer Zufall" , den der Lasker'sche Antrag in das Gesetz hineinbringen will, bitte er zu Gunsten der Beibehaltung der „höhern Gewalt" abzulehnen, um die Konformität mit dem Handelsgesetzbuch in dieser Beziehung aufrecht zu erhalten. Schulze (Berlin) befürwortet seinen Abänderungsvorschlag. Allerdings würde nach Annahme seines Antrags das Gesetz den Fabrik- und Bergwerksarbeitern sehr zu Gute kommen, aber deshalb dürfe man es doch noch nicht ein AusnahmSgesetz für die Arbeiter nennen. Anderseits werde Niemand in Abrede stellen, daß Bergwerk«- und Fabrikbesitzer in gleichem Maße wie Eisenbahn-Unternehmer für alle bei ihrem Geschäftsbetriebe vorkommenden Beschädigungen verantwortlich sind, so lange sie nicht die Unabwendbarkeit derselben nachweisen können; dieser Grundsatz müsse dem Gesetze als Basis gegeben werden, wie es ja im allgemeinen Leben überall feststehender Grundsatz sei, daß Jeder das Risiko seines Unternehmens trage. Im andern Falle werde ein Beschädigter schwerlich jemals zu seinem Rechte kommen. Bundescommissar Geh. Rath Achenbach. Die verbündeten Regierungen sind von der Ansicht ausgegangen, daß mit dem gegenwärtigen Gesetz kein Rückschritt in dem bestehenden Rechte gemacht werden darf, deshalb nehmen sie in den §. 1 das Princip des preußischen Eisenbahngesetz-s auf. Die Vorlage geht über die einschlägigen englischen Gesetze hinaus, welches den Unternehmer nur subsivorisch verpflichtet, ja sie schärft sogar noch die in dem bestehenden französischen Recht niedergelegten Grundsätze um ein Bedeutendes und geht weiter wie irgend eines der europäischen Gesetze. Der Antrag Schulze legt jedoch den Bergwerken k. geradezu une Unmöglichkeit auf, er verschließt diesen Industrien die Konkurrenz mit dem Auslande, weil der Unternehmer die Summe der etwaigen Haftung auf bas Product legen muß. Dir nächste Folge seiner Annahme würde sein, daß der Weikseigcuthümer sofort alle verheiratheten Arbeiter entläßt, weil deren Kinder seine Haftpflicht bedeutend vergrößern, es würde ein gezwungenes Cölibat unter den Arbeitern Platz greifen. — Redner bittet zum Schluß, der Regierungsvorlage zuzustimmen. Bundesbevollmächtigtcr Geh. Ober-Justizrath Dr. Falk vervollständigt die generellen Argumente des Vorredners durch juristische Momente und empfiehlt ebenfalls die Regierungsvorlage, welche in vieler Beziehung viel präciser wie die i angebrachten Amendements abgefaßt fei. v. Unruh (Magdeburg). Er habe hier zuerst den Gedanken angeregt, die 1 Vortheile, welche das Gesetz für die Arbeiter an den Eisenbahnen statuirt, auch denen in Bergwerken und Fabriken zuzuwenden; jetzt sehe er wohl ein, daß diese Wünsche zur Zeit nicht zu erreichen sind, ohne eine zu große Entlastung der Eisenbahnen oder übermäßige Belastung der übrigen Industrien. — Der „Betrieb" einer Eisenbahn sei ein schwer definirbarer Begriff, über den selbst die Fachmänner nicht ganz einig sind; er beantrage deshalb, statt „Betrieb" zu setzen „bei Be- i förderung auf Eisenbahnen". Dr. Braun gegen alle Amendements. Trotz seiner großen Tragweite genüge der Antrag Schulze nicht, denn als Theil eines Specialgesetzes gehe er zu weit, als definitver Ersatz für das fehlende Obligationenrecht nicht weit genug. Die Vorlage erschöpfe die Materie vollständig, um die cs sich hier handelt, ober sie beschränke sich auch auf dieselbe. v. Schöning (Pyritz). Das vorliegende statistische Material sei so unvollständig, daß er sich nicht entschließen könne, dem Gesetze die vom Abg. Schulze gewünschte Tragweite zu geben. Ruffel (Oldenburg) erklärt sich für die Regierungsvorlage, weil nach den Auslassungen der Bundescommissare das Gesetz mit dem Antrag Schulze nicht perfect zu werden scheine. Damit ist die Debatte geschlossen, und nachdem Lasker und v. Unruh ihre Amendements zurückgezogen, werden der Antrag Schulze und alle übrigen Amen, dements mit großer Majorität abgelehnt und §. 1 der Regierungsvorlage angenommen. Um 3y4 Uhr vertagt sich das Haus bis morgen Vormittag um lO1/3 Uhr. München, 25. April. Dem „Fränkischen Kurier" wird aus Berlin geschrieben : Das Verhalten der baierischen Minister als Reichsbevollmächtigt? zu der vom Abgeordneten Schels der baierischen Regierung ertheilten Rüge in Bezug auf d.e WahlkreiSeintheilung vom November 1869 hat höchst überrascht. Als Herr Schels bei der Discussion über die Hörmann'sche Wahl der baierischen Regierung die gröbsten Vorwürfe über die von ihr beliebte „Wahlgeometrie" machte und alle Welt ein Wort der Entgegnung erwartete, da schwiegen die Herren v. Pfretzschner und v. Schlör. Der functionirende Premier v. Lutz hatte sich schon vorher davon gemacht. Man will eben mit der schwarzen Rotte in gutem Einvernehmen bleiben; denn man bedarf ihrer ja wieder zur Herbstzeit im Landtag. So werden die Ohrfeigen ruhig eingesteckt, die der Unbedeutendsten einer im ganzen Reichstage dem baierischen Gesammtministerium im Angesichte des deutschen Parlaments zu geben sich erdreistete München, 27. April. Professor Huber wiederlegt in einem offenen Schreiben an den Erzbischof von München-Freysing dessen Entgegnungsschreiben vom 18. v., indem er zugleich Punct für Panct die Inkonsequenzen des Erzbischofs bezüglich der Unfehlbarkeitsfrage darlegt. Das Schreiben schließt mit folgenden Worten: „Kann ich angesichts solcher Widersprüche einen Glauben an die Festigkeit und Zuversicht Ihrer dogmatischen Ueberzeugung gewinnen? Muß nicht Jever, der diese schreienden Widersprüche kennen lernt, an Ihrer theologischen Einsicht oder an Ihrer oberhirtlichen Aufrichtigkeit verzweifeln? Drängt sich hier nicht Jedem unwillkürlich die Befürchtung aus, daß ein namenlos frevelhaftes Spiel mit dem religiösen Gewissen der Gläubigen getrieben wird? Wahrhaftig, Sie, der Sie Censuren über die Männer verhängten, welche die alte Lehre der Kirche kennen und für dieselbe muthig Zeugniß geben, hätten besser an Sich selbst Censur geübt und die hohe Würde ntedergelegt, welche Sie in dieser ernsten Zeit nicht zu Ihrem eigenen und auch nicht zum Heil Ihrer Diöcesanen bekleiden. Im Uebrigen verzichte ich auf jede weitere Satisfaktion von Ihrer Seite." London, 25. April. In unserer Hauptstadt spielte sich gestern Nachmittag ein Schauspiel ab, welches an die alte Sage vom Mummelsee erinnerte. Still und geheimnißvoll breitet sich die Fläche in dem entlegenen Gebirgskessel aus; internehmer für den dadurch entstandenen Schaden, sofern er nicht beweist, daß er Unfall durch höhere Gewalt oder durch eigenes Verschulden des Getödteten j der Verletzten verursacht ist. — §. 2. Wer ein Bergwerk, einen Steinbruch, n ine Gräberei (Grube) oder eine Fabrik betreibt, haftet, wenn ein Bevollmäch- -:i igter oder ein Repräsentant oder eine zur Leitung oder Beaufsichtigung des Be- j ciebes oder der Arbeiter angenommene Person durch ein Verschulden in Aus- f Ihrung der Dienstoerrichtungen den Tod oder die Körperverletzung eines Menschen erbeigeführt hat, für den Schaden." — Die wichtigsten der zu §. 1 gestellten lmendements sind folgende: *4 ir ) letzte, in welcher der Grundsatz der Nichtintervention von unserer Politik würde verlassen werden. Wir erfahren übrigens von unterrichteter Seite, daß Seine Majestät der Kaiser sich allerdings sehr ungünstig über die hinterlistige Art und Weise ousge- sprachen hat, in welcher sich die italienische Regierung in den Besitz Roms setzte, jedoch weder eine diplomatische noch gar eine militärische Action zur Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstes in Aussicht stellte, sondern ganz allgemein von Schritten sprach, welche „zur Sicherung der päpstlichen Unabhängigkeit" in Gemeinschaft mit Den übrigen Mächten unternommen werden sollten. > Der Kaiser hat weder die Nothwendigkeit der weltlichen Gewalt des PapflthumS, noch eine Wiederherstellung desselben in irgend welcher Weise betont. * Der schweizer BundeSrath hat den Wunsch ausgesprochen, daß den im Auslande sich aufhaltenden Schweizern auf ihren Antrag der deutsche Konsular- schütz erthcilt werden möge, und unsere Konsuln sind ermächtigt worden, denjenigen Schweizern, welche Den deutschen Konsularschutz nachsuchen, solchen zu gewähren, und zwar auch dann, wenn Die betreffenden Personen bisher unter anderem Schutze gestanden haben. Die spröde Helvetia flüchtet sich also plötzlich unter den Schirm Bismarcks, und dieser nimmt sich auch mit seiner gewohnten Galanterie ihrer an, obwohl die Holde erst vor Kurzem bei dem „Züriputsch" bewiesen hat, daß sie für ihren Kousin im Norden keine allzu große Zärtlichkeit hegt. Jndeß, wer weiß! Was sich neckt, das liebt sich, und vielleicht steht das Herz der Aelplerin für uns in helleren Flammen, als wir glauben. Wenn wir, bei unserer Nicht- intervcntionspolitik beharrend, nach wie vor zurückhaltend gegen sie sind, so thut sie vielleicht noch gar freiwillig, wozu sie bis jetzt von uns gezwungen zu werden fürchtete: sie kommt und macht uns in aller Form eine Liebeserklärung und bittet, in Zukunft an unserer Hand durchs Leben gehen zu dürfen, Eine solche Liaison würde für beide Theile gleich angenehm fein. Wir brauchten uns nicht zu schämen, mit der Schweiz am Arm in Dem europäischen Kontert zu erscheinen, und umgekehrt könnte Diese auf ihren ritterlichen Beschützer stolz sein, um dessen Gunst heute schon die kokettesten Nationen buhlen, und dessen Namen von Pol zu Pol nicht nur mit Achtung, sondern mit Bewunderung genannt wird. * Wie Der Telegraph aus England meldet, erklärte Dort Der Schatzkanzler in Der Sitzung vom 27. v. M., Daß Die Regierung Die Vorlage über Die neuen Steuern unD Steuererhöhungen zurückziehe. Zur Deckung Des Deficits, welches Das Diesjährige englische BuDget aufweist, will die Regierung eine neue Vorlage betreffs Erhöhung der Einkommensteuer um 2 d. pro L. einbringen. Die englische Regierung hat also vor Der allgemeinen Opposition, welche ihre neuen Steuer» projecte fanden, zum Rückzug blasen müssen. Der Sturm begann mit Der Demon- stration gegen Die Zündhölzchensteuer, wobei man es versuchte, Dem Parlament eine Petition en mässe einzureichen. Die Regierung ließ Die Polizei einschreiten und die Ueberreichung Der Petition mit Gewalt zu hindern, was ihr auch gelang. Sie merkte ober, Daß sie sich an Diesen ZünDhölzchen Die Finger verbrannt hatte und verzichtete schon am nächsten Tage, am 25. v. M., auf Die betreffende Vorlage. Dieses Nachgeben von Seiten Der Regierung kann nur dazu Dienen, ihre Gegner zu ermuthigen, unD wenn nicht alle Anzeichen trügen, sind die Tage des Eabinets Gladstone gezählt. t Berlin, 28. April. Deutscher Reichstag. Die heutige 25. Plenarsitzung eröffnete Präsident Dr. Simson mit geschäftlichen Mittheilungen und trat Dann die Leitung an Den ersten Vicepräsidenten Fürst Hohenlohe-Schillingsfürst ab. — Die Kommission für Den Gesetzentwurf, betreffend die privatrechtliche Stellung Der j Vereine, hat sich unter Dem Vorsitze Des Abg. Dr. Völk constituirt, Schriftführer .st Dr. Böhme (Annaberg). — Auf Der Tagesordnung stehen: 1) Dritte Lesung des Gesetzes über die ande,weite Feststellung der Matricular- Schulze (Berlin): an Stelle der §§. 1 und 2 folgenden Paragraphen zu ' tzen: „Wenn beim Betriebe gewerblicher Anlagen, welcher seiner Natur nach mit ; er Gefahr von Tödtung und Körperverletzung verknüpft ist, ein Mensch getödtet H Der körperlich verletzt wird, so haftet der Betriebsunternehmer für den Schaden, rj »fern er nicht beweist, daß Der Unfall durch höhere Gewalt oder eigenes 23er- - hulden des Getödteten oder Verletzten verursacht ist. Zu diesen Anlagen ge- iren namentlich Eisenbahnen, Berg- und Hüttenwerke, Steinbrüche, Gräbereien Drüben) und alle Unternehmungen, in welchen der Dampf als Triebkraft bell 4fct wird, oder erplodirende Stoffe hergestellt oder verarbeitet werden." — Lasker: V» e Worte am Schluffe des Paragraphen „durch höhere Gewalt" rc. zu streichen 1D dafür zu setzen: „durch eigenes Verschulden des Getödteten oder Verletzten - 'br durch unabwendbaren äußern Zufall verursacht ist. Die gefährliche Natur -s Unternehmens ist als ein vom Schadenersatz befreiender Zufall nicht zu bedachten." — Reichensperger (Olpe): dem §. 1 hinzuzufügen: „Der Betriebs» itermhmer hastet insbesondere auch für die durch seine Angestellten und Arbeiter ,r i Gelegenheit ihrer Dienstverrichtungen verursachten Beschädigungen eines ui 'enschen." 11 ^ncn und gegen den Schulze^schen Antrag. Die Natur S Eisenbahnbetriebes , die Allgemeinheit der Benutzung dieses Instituts recht- i 0- ilge vollkommen die Ausnahmestellung, welche Der Entwurf Den Eisenbahnen weise. Nnch-nsperger (Olpe). Die Ersetzung der Worte „höhere Gewalt" durch lnabwendbare äußere Gewalt» sei ein Mißgriff, ein Rückschritt, denn schon das^ s 354) tb Bi -Mai ■ bei wär pH en p8) [e ift | und 57) " m'ethk kill ' foul' W'% tri«’i #?!.*„ s fi'.1 V Mtt W SIM"' PF!’ j>in Lob Lowr, i1 : - «« * . , !«*«* ® Jul rin« 61”al ™ i"*1 ; ultiWH'W' : !, G Mtrkll •/!' : erM.^eN . Men tinm m |w ’• nj wm die Marsch |.g, M km Thl «AWuchei :;i iilie Al . i|tnt SWle sta es jW Kamch, nHä ik Gegner M Mn sich MirMe, wo wi Die Polizei si ’ hitu llagen über n Iiittr würben rauh m, imde von bi Moüit 8m aber,1 M killen unkiiii jing so einem Slur toch mhr gegen bii i chM, bch su i iraiin nun ihren ? Anigsim ein Tr MM; Berncht zä Mainz Skiionä're der H Änbt t>on 91 R jur zochju Nun i sowie zu M Million Thali nin^bauten bewilli + Berlin, 1 General« gabr tr die iidkfi ^er Kommune1 , + Berlin, i'ttung Die bis zu ,, + München i**6rer, welc iöefd W Stellen n ttunnen. '« 6nt. ? «an W man ^ntbarer Kn um dj, "halten. Verding- rgwerk-. ^cht ein ' Abrede "'Unter, gen ver. ^weisen ie es ja r Rißko -verlieh Wn ßnd >« §■ 1 über die bßdonsih en Recht 'ub eines aerken k. oncurrenj lunz auf daß der n Kinder >at unter ztvvrlage ndigt die empfiehlt wie die regt, dir it, auch daß diese ter Eisen- ,/Betrieb" ichmänner „bti Se- -eite gehr er zu ; genug, dt, aber so unvoö- |. Schulze nach tu ilze nicht nah ihre i 8mtn, läge an* OW Berlin ge- chtigt» zu ze in Be* überrascht, baierischen zeowetlit" vtegen die Latz h-"t Rotte in Wil im rvtenciten SnM tn etrri- ttK« fr|bi(4l,l* fC(jen8<« Hi 8* M il'*1 tM^e i üt W UDrtih'ä/ ftd" c'r fit stÜ'ß |xfl(il* ttl.^ . S.S' Nicht Näher zu kommen, sondern zwei Parlamentäre zu senden. Diese werden heute Literarisches. culation vor Mangel geschützt. Den Bürgern von 19 bis 40 Jahren, Vie zum Bezirks sind verhaftet worden. io bei Annoncen. E. Schlotte in Bremen. r Bekanntmachungen aller Art L befördert prompt in sammtltch- deutsche und ausländische Zeitungen, Lokalblätter z und Fach-Zeitschriften mit 3-25»/o Kosten-Ersparnitz dle Annoncen-Expedition von Ab,nb noch anlangen. , Die Nachricht von der Desertion bcr Limcnsolbaten wird dementlrt. + Versailles, 30. April, 8 Udr Morgen«. Zwei Brigraden haben diese Nackt den Park, da« Schloß und den Kirchhof von Jffy genommen. Sie eroberten 8 Kanonen, Munition und machten ungefähr 100 Gefangene. Die Fobenrten halten viele Todt- und B-rwundete. W>r Haden einige Todte und 20 Verwundete. Der Kirchhof von Iss» ist ungefähr 200 Meter vom Fort entfernt, dessen Een- nähme nun nahe bcvorsieht. , A Roucn, 30. April. Der „Nouvelliste" meldet: Die französische Regie, rung lieferte am 27. d. M. in Roucn an da« deutsche Gtncralcommando 36 Mil- lioncn Franc« für die Unterhaltung der deutschen Truppen ab. In den nächsten Tagen werden noch weitere 8 Millionen Nachfolgen. Das „Mot d Ordre ge- steht -in, daß Banvre« sehr beschädigt und Iss» völlig durchsiebt sei von den Gc- schossen der Versailler Truppen. m , ,L , . , + Havre 29. April. Die von hier abgesandten Mumctpalbeamten haben mit der Commune, aber nicht mit Thier« gesprochen. In Cherbourg ist zur Serin Zug Kriegsgefangener au« Deutschland eingetroffen. Die Proviantseurungen auf der Seine nach Pari« sind auf Befehl der Regierung vollständig eingestellt. + Brüssel 29. April. Schwierigkeiten, welche sich wegen der Contributionen und Requisitionen, die seit dem Waffenstillstand- erhoben wurden, ergeben haben, oerzögern die Unterhandlungen der Fiicbensconferenr. i-ch und siehe, die Polizei wurde bei Vene ge^ov-n. uuxu, - Tieg ermuthigt, ^^kn0Dst0Polizci"ich Wbst^ ; Vincm"'derUctor d'er"Bibjiotheque Nationale, ist seiner Functionen enthoben .. Auf dem Themsequai „ in der Nähe ver Station Spanne Cross . aber roaren Vorsichtsmaßregeln getroffen, als fürchtete die N gierung . Telegraphische Depeschen. a Mainz 28. April. Heute fand hier die Generalversammlung der Aktionäre der Hessischen Ludwigsbahn statt. Es wurde die Dertheilung einer Dividende von 9>/2 pC. beschlossen. Der V-rwaltungSrath erhielt dre Ermacht,- auna lur Fortsetzung der Odenwaldbahn in belden Richtungen nach Erbach und ^7nau sowie zur Ausnahme d-r -rsorderlichen Geldmittel. Außerdem wurde -ine Million Thaler für die Herstellung eines Doppelgeleises und für Erwette- Commune empfing gestern eine Deputation ver Pariser Freimaurer, welche die Erklärung abgab, daß, da alle Mittel der Versöhnung mit den Versaillern er- schhpst feien, sie jetzt ihre Fahnen auf den Wällen auspflanzen, und , wenn nur eine einzige Kugel sic träse, gegen den Feind der Commune marsch>ren wollten. Sie habe» auch an dir Freimaurer in den Provinzen einen Ausruf ergehen lassen, sich gegen die Politik Thier«' zu erklären. Mot d'Ordre versichert, Toulouse ft' a v.vi», aber △ Versailles, 29. April. Nationalversammlung. Der Vorschlag, welcher kr-aeln getrostrn, als lurchicik oic -u-g>eruag, oder wenigstens Thiers ermächtigen soll, jedes Departement IN Belagerungszustandzu erklären, Mßnitmiine eine Schreckensherrschaft. AuSer- wurde mit großer Majorität angenommen. Gin Angriff der Insurgenten auf Art von P ft _ . unt) Moulie Piesre und die Batterie zwischen Clamart unv Chatillon wurde zuruckge- * ... . ... rv«. • -i t. ’j-L Ka «sit'vTx «otttnj tfp hnmhrtrhtrt. + Paris, 27. April. Da« Journal der Commune macht bekannt , daß da« Eigenthum ver Ausländer nicht requirirt werden varf. Für alle Mun cipali- täten sinv Ausschüsse eingesetzt worden, deren Aufgabe e« ist, ^affm -inzusmdern und auf Dienstwiverwillige zu fahnden. Eine Meldung de« LebenSmiiiel-CommissarS Militärdienst einberufen sind, ist eine letzte Frist von 24 Stunden gestellt, nach 3ai)iung von ' deren Ablauf sie verhaftet und vor« Kriegsgericht gebracht wcrvcn sollen D e ,» billigen Preisen. tu vollem Aufstande. . ... . + Paris, 28. April. Die Freimaurer werden sich Samstag früh im Ho e 6il Lo vre versammeln und von dort mit wehenden Bannern nach den Stadt, wällen unv den Forts marschiren, um sich daselbst aufzupflanzen.— Die „Patt meldet die Verhaftung des Gouverneurs des Jnvalidendoms, Martimprey. + Paris, 28. April, Abends. Das Gefecht dauerte heute fort, haupstachstch fischen Montrouge und Jffy und Chatillon und Clamart, sowie zwischen AsntereS, o , . fix cin Wanderer in die Einsamkeit und schleudert vorwitzig einenl Eenevillier« und Neuill». Die Versailler machten einen allgemeinen Angriff, b« feuchten Spiegel. Zürnend brausen die Gewässer auf, sie wallen Man ist im Innern der Stadt eifrig mit Dem Bauen der gewaltigen Barriraven da« Gestade unv verschlingen den Störer ihrer Ruhe. Friedlich, in beschäftigt. Die Zufuhren von Lebensmitteln auf den Eisenbahnen werden immer h°ö> u Eriüeni, lebten bisher im Ostende von Lonvon Tausende von geringer. !,um 8-U" . von der Sireichholz-Jnvustrie in ihren verschiedenen Zweigen Ein Decret der Commune, von gestern bahrt, bestehlt, daß die Eisenbahn. a,?e,ltin'ba tritt plötzlich Herr Robert Lowe, unser nicht allzu rücksichtsvoller Gesellschaften innerhalb achtundvierzig Stunden zwei Millionen zu zahlen haben, nährten» schmeißt die Zündhölzchen-Steuer in ihre Mitte, welche uuter ihnen rcpartirt und als Zahlung der rückständigen Steuern betrachtet k?^c?vötzlich aber verwandeln sich die harmlosen Menschen, welche allen werden sollen., . « t u . • „ ®'”n«maeleaenbeiten bisher so fern gestanden hatten wie die Eskimos, in grim- △ Paris, 28. April. Die Pariser Ausgabe des „Temps »erlangt einen S,ta ffiohS au« ifrr L abgelegenen Winkel London« hervocbrauftn und Waffensl^llstanv von 25 Tagen, die Wahl eener neuen Commune nach dem von n cbenwögen bi« zum ParlamentrgebäuDe hin ergießen, um den Frevler Der Nationalversammlung vohrten Gesetz, welche mit Der a.lle- auf der Basis Der sich 'N ?,in, n,u, ©teuerraQe iu verschlingen. E« war in der Thai ein Erhaltung der Republik, der mumcipalen Freiheiten und einer vollständigen Amnestie E §n,ich r Auszug, der sich von Ostin nach Westen durch Die Straßen unterhandeln soll. Nach dem milttärischen Correspondenten des „Temps" liegt der i^ Mebrett Tausende , darunter mehr Knaben und Mädchen als Erwach. Aufstand in Den letzten Zügen. Es hangt von Versailles a°, da« Signal ur b,"‘9 ;,rf^mei n 3 an Der Station So», unD wie sie in Reih und Glied Befreiung der Hauptstadt von den Aufständischen zu geben. Da« „ne Seineufer, tolcffen sich ihnen von allen Seiten Schauren von Gcw-rbsver- Die Forts und Die befestigte Encemt- stehen zur Disposition der Versailler Truppen, men Ihnen unb Plucate mit Der auf Die Abschaffung be« + Paris, 29. April, Morgens D.e Kanonade hat aufgehort. Man glaub , „ndten an ®tf trugen »«»wn u p y Arbeiter zu Grunde gerichtet daß die Forts sich nicht länger halten können. Die Commune will sie tn Die Skell-nkau,» bZUgl'chen f • " , herbeftuschaffen?'^ Auch Lust sprengen, wenn sie dieselben räumen muß. Man arbeitet schon an Erdwerken, „"den, um ^n^ch??^"^ ^r "ed^ervArntt^nhewteizuschaff^n^ A^ch ^ckziehen will. Zweihundert LinMoldaten, von V-rsaille- n einem derselben wiederholte sich der Schlußreimt „Wir ohne Waffen desertirl, sind tu Pari« emgezogen. Die Westbahng-ftllschaft allem ^n'Rob Lowe ja wir hängen Robert Lowe an einen sauren Apfelbaum!" will die Requisition nicht bezahlen; ihr Director ist abwesend. Man sagt, die Höngen B 1 • mtrfiimännfifÄ Ssili ecköild wurde von einem vurcb- Commune werve die Avmlnistratlon derselben unter Sequester stellen. Dle Norv- »patt heute früh Die von ihr verlangten 300,000 Frc«. bezahlen. Eine Niiiginden h »errfdite noch immer die größte Ordnung, bi« der Verordnung Cluserct'S thetlt die Armee in Paris in zwei Thetle für die äußere rir tur* ” ,r n,nrn tin, Mauer von Policisten anlief. Da erfaßte Vertheidigung und für den inneren Dienst ein. Dombrowsl» befehligt drei Di» 3«ß -us «tat ginffierX«? “«rÄ «Ä“«» »istdmn auf der Linie von St. Quent bis Pont du jour; drei andere Divisionen "" c?°Kbrf» cbt v° dmi öbbewaffneten Hüter de« Gchtzcs trat in ihre Rechte führt Wroblewski zwischen Point du jour und Bercy. Ersterer hat fein Haupt. e,t *fr *_ Draflten -urück, aber im Rücken drängte die Colonne quartier in La Muette, letzterer in Gentill». Den inneren Dtenfl commanbirt ,lSx die P°li?ei wurde bei Seite geschoben. Durch tiefen uncrhoffttn Oberst La Cecilia. Zwanzig Freimaurerdeputirte au- der Provinz sind hier em- ’Ä 6iihXäi iötr Der qua. auf 10,000 Theilnehmer angewachsen, in- getroffen, um an der H-Utiffen Kundgebung auf den Wallen Thetl zu nehmen. : * WftÄ K5 KSTS S «lamart und C^tMon wurd^ zurückge- SWS ldt * 1772) Vom 1. Mai d. I. an werden auf der Main- 2^2 Weser-Bahn die in dem Fahrplan vom 1. Juni 1870 aufgeführten Züge mit Ausnahme des Courierzuges Nr. XIX. (aus Frankfurt Abends 11 Uhr 15 Min.) und des Gemischten Zuges Nr. XX. (aus Cassel Abends 10 Uhr 30 Min ) wieder befördert. Die Course der Güterzüge mit Personenbeförderung I. und II. erleiden jedoch Abänderungen , welche aus den auf den Stationen ausgehängten Dienst-Fahrplänen zu ersehen sind. — Die übrigen Züge werden zu den im Fahrplan vom 1. Juni 1870 angegebenen Zeiten befördert. Schnellzug XV. wird auf Station Bockenheiln, Groß- karben und Nmstadt nicht mehr anhalten. Für die Aufrechthaltung der im Fahrplan vom 1. Juni 1870 verzeichneten Anschlüsse von und nach den Nachbarbahnen wird wegen häufiger Abänderungen keine Gewähr geleistet. Cassel, den 27. April 1871. Königliche Direktion der Main Weser-Bahn. T