"'•"Äöq >EK .■•ÄSA8 '.^^^knHea J? innun grü - I* :OnDOnM M don G° . "'"-r: Nrm ist, • fr! xlUllf öüdwjg. — ( ;■■ Hang Slum : Ruratt 2’, e0t ja eritbltn sich -* Um?-kuchhhaMß leis,). Rider. ich* »tte III ( Olllp* I _-.,fadr Bekr- * »fW” •a,rta*8 _ iae0K»kr*N * i* >i (Ar jntun6fl Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition - Canzleiberg 9it. D. Nr. 1. Preis vierteljährig 1 fl- 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. Nx. 28. Donnerstag den 2. Februar 1871. Ullti.umJ——III ■' Illi I --— ’l >M« werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch JÖCjtelllltttjeit ullf vCU WlCjJCllCT ^Iljcigvr bei allen Post-Expeditionen und den ^and-Poftboten entgegen genommen. Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Februar und März 1871 zu 40 fr. LJIHTlI 1111 ■ rBWminimnUlU M'!! '-|! Die orientalische Frage il lange Zeit hindurch der Mittelpunkt der europäisch.n Politik gewesen. Jede in dem europäischen Eoncert eingetretene Verstimmung pflegte in der einen oder dcr anderen der Mächte die Neigung tu ernytfen, den GährungSstoff, dessen Wir- kungen das Gleichgewicht des eurotzKMnk'''Systems bedrohten, nach Osten hin abzulenken. Die Türkei war der leidende Theil im System, und alle kranken Säfte, die irgend einen Punkt des Staatenkörpers belästigten, stossen ihr zu, sie war der beständigen Gefahr ausgesetzt, bei Angelegenheiten, die ihre Inter- essen nicht im mindesten berührten, in unmittelbare Mitleidenschaft gezogen zu werden. Als zur Zeit der großen Nevolutionskriege die Eroberungspolitik und die Ländergier in ganz Europa ihre äußersten Orgien feierte, betrachletcn die Nachbar- möchte die Türkei als ein vorzügliches Entichädigung^objcer, an dem sie sich erholen könnten, wenn sie sich genöthift sahen, einem Nebenbuhler widerwillig eine Erwerbung nach anderer Richtung hin zuzugtst.hen. Grosses lieferten hierin Nuß land und Oesterreich. Aber auch Napoleon war durchaus nicht abgeneigt, feinen Welttheilun Spion zwischen dem Kaiser des Abendlandes und dem Ez.'ren de? Morgenlandes auf Kosten der Türkei zu realisiren. Zum Glück für das ins Auge gefaßte Tbeilungsobject vermochten aber die betreffenden Mächte sich niemals vollständig über die Bcuteantheile zu verständigen. Allein diesem Umstande verdankte die Türkei in der großen Kriegsperiode am Ausgange des achtzehnten und im Beginne des neunzehnten Jahrhunderts ihre Rettung. Sie ging aus dem großen Völkcrsturme vielfach gedemüthigt und erniedrigt, aber doch ziemlich unverletzt hervor, und immer noch lebensfähig genug, um ihren Herrscher, den Sultan Mahmud, zu dem Versuche zu ermutigen „durch eine ge- tvaltsame Reform im orientalischen Style den Staat in eine neue Aera gestriger- ter Kraftentfaltung hinüberzuleiten." Mahmuds Erfolge im Innern waren von zweifelhaftem Werthe: sie konnten weder den endlichen Triumph des griechischen Ausstandes hindern, noch vermochte die neu organ.sirte Heeresmacht den Krieg gegen Rußland in den Jahren 1828 ur.d 1829 zu einem günstigen Ergebniß zu führen. Die unglücklichen Kämpfe mit dem unbotmäßigen und ehrgeizigen Vasallen Mrhmcd Ali brachten das geschwächte Reich vollends an den Rand dcs Verderbens. Aber inzwischen hatte sich seit dem Abschluß der napoleonischen KriegSperiodc unter den Mächten eine enschieden türkcnfreundlicve Partei gebildet, deren Politik zwar durch die dem griechischen Befreiungskämpfe zugetragenen populären Sym- sathien stark aus dem Eoncept gebracht worden war, die aber nach Beendigung trs griechisch-türkischen Krieges, größtentheils aus Eifersucht gegen Rußland, zu- veilen auch gegen Frankreich, das den Vicekönig von Aegypten in seinen Schutz genommen hatte und zu immer ausschweifenderen Entwürfen ermuthigte, in der Lhat ernstlich an dem Dogma von der Integrität deS türkischen Reiches festhielt urd in der Ausrechthaltung derselben eine der wesentlichsten Bedingungen des europäischen Gleichgewichts erblickte. Soweit war die europäische Politik der Türkei gegenüber gewissermaßen vrganisirt, und aus den Gefahren des vttomanischen Reichs in din zwanz' r Jahren hatte sich eine neue Phase der orientalischen Frage entwickelt. Der Türkei -mährte riese Wendung der Dinge offenbar eine gesteigerte Sicherheit; aber waa ft an Sicherheit gewann, das büßte sie augenscheinlich an Selbstständigkeit ein. Ihr Dasein beruhte auf der Eifersucht der „türkenfreundlichen" gegen die türken- lrindlichen Mächte. Aber ihre Verpflichtungen gegen erstere drückten sie fast auf len Rang eines Elientelstaates herab, was natürlich nicht dazu beitragen konnte, las Ansehen der hohen Piorte den unablässig mit Unabhängigkeitsgedanken sich tragenden christlichen Vasallenstaaten gegenüber zu erhöhen. Der zur Rettung ter Türkei unternommene Kricmkrieg, weit entfernt, der Pforte die Fähigkeit zu freier selbstständiger Bewegung zu verschaffen, vermehrte nur ihre Verpflichtungen gegen die rettenden Bundesgenossen und besiegelte somit ihre SchützlingSstcllung: »an empfand es bald genug, daß die Rettung nicht eben wohlfeil erkauft wor- Im war. Und volle Sicherheit gewährt doch gegenwärtig selbst dies Verhältniß nicht Das europäische Staatensystem hat in den letzten Jahren so gewaltige Erschüttc- timgen, das Machtverhaltniß ter einzelnen Staaten zu einander so große Um- tcndlungcn erfahren, daß die Eabinette, von näher liegenden Sorgen in Ansprueo -mommen, sich nur ungern durch einen Hilferuf der Pforte daran erinnern lassen, laß es eine orientalische Frage giebt. Dieser Umstand wirkt daraus hin, die b^lidaritat der tütkensreundlichen Machte zu lockern und diiser oder jener den- süb«n die Türkei wieder unter dem bedenklichen Lichte eines Entschädigungsobjectes ttlcheinen zu lassen. Die Rivalität dauert zwar fort, aber daneben taucht schon s'ii Jahren hier und da, wenn auch zunächst noch schüchtern, die Erwägung auf, eb es d'nn nicht möglich sei, sich mit den Rivalen zu verständigen — natürlich ßis Kosten de« Schützlings. Dos scharf blickende Mißtrauen der türkischen Diplomaten hat das längst trennt, und man ist deshalb in Konstantinopel nicht etwa bloß mit diesem oder tnem Eabinette, sondern mit ganz Europa höchlichst unzufrieden. In dem Maße als das Verlrau.n auf die Wirksamkeit des europäischen Schutzes schwindet, wächst das Mißvergnügen über die mannichfaltigen Unbequem! chkciten und Demüthigungen, die dieser Schutz der türkischen Politik bereitet. Die ehrgeizigen von starkem Selbstvertrauen erfüllten junqtürkischen Staatsmänner wünschen, ihren Staat eine große selbstständige Rolle spielen zu sehen; sie mögen nicht länger im Gefolge dcr englischen oder österreichischen Diplomaten einher'chreiten, es ist ihnen lästig, sich von jedem beliebigen fremden Gesandten schulmeistern und zur Ordnung rufen zu lassen; sie wollen türkische Politik treiben und die Verhältnisse des Reichs zu den einzelnen Mächten nach den Umständen reguliren. Die Geschichte der letzten 50 Jahre berichtet wiederholt von einzelnen Selbst- ständigkeitSanwandlungcn der türkischen Diplomatie, die jedoch n emols vor der Wucht der Ereignisse lan.-e Stand gehalten haben. Wird es diesmal anders fein ? Undenkbar ist es durchaus nicht. Dos M ßtrauen gegen die europäische Politik ist sehr lebhaft und festgewurzelt, und das lülklsche Selbstvertrauen ist nur allzu- sehr geneigt, sich Illusionen über die Leistunge ähigkcit dtö Staates hinzugeben. Und daß die türkischen Staatsmänner darauf anSgehen, dies Selbstvertrauen in der Bevölkerung auf den höchsten Grad zu steigern, ergiebt sich aus zahlreichen Aeußerungen der osficiosen türkischen Prfsse, die über dies Thema unerschöpflich ist. . Zugle'ch tritt auch — und das ist wobl zu brachten — in den Vasallenstaaten seit geraumer Zeit ein gewisses Mißtrauen gegen die traditionellen europäischen Beschützer hervor. Die Abneigung gegen die türkische Herrschaft ist da- durch keineswegs verwindrrt worden; aber man wünscht mit der Pforte, aus eigne Rechnung und eigne Gefahr sich auseinander zu fetzen, und hat im Allgemeinen eine entschiedene Abneigung dagegen, die schlaffe türkische Suzeränetät mit der anspruchsvollen Schutzherrlichkeit einer europäischen Großmacht zk vertauschen. So laufen also die Stimmungen in Konstantinopel und d«n Vasallenstaaten parallel; und man wird wohlthun, bei der Betrachtung der orientalischen Dinge diese Umwandlung der Stimmungen fest im Auge zu behalten. Der „Köln. Ztg." wird aus Luxemburg vom 24. Januar gefchrieben: „Es ist für uns Luxemburger eine Lebensfrage, im deutschen Zollverbande zu verbleiben. Hierzu aber wird erfordert, daß wir uns dem deutschen Völkerbunde, der, unter dem Namen „Deutsches Ne ch" aufs Neue ins Leben getreten, eng anschließen. Unsere fegenonntrn Patrioten (allerneuesten Datums) wollen dabei unsere Selbstständigkeit, unsere Souveränetät gewahrt wissen, obgleich den meisten dieselbe einst sehr gleichgültig ; encsen. Verschiedene Modisicationen sind zu diesem Bchufe aufs Tapet gebracht worden. Bald soll ein m Prinzen aus Deutschland, bald unserem Prinzen-Statthalter die Regierung unseres Landes zugewiesen werden, natürlich auf unsere Kosten. Wer soll bei einem solchen Hof en minialure gewinnen? Das Land gewiß nicht, welches zu den Lasten, die uns der Deutsche Bund auf* erlegt, auch noch die unserer Sonderregicrung zu tragen haben würde, und dürften diese letzteren wohl nicht die leichteren fein. Wo aber ist der Nutzen von einem Schwarm von Hofschranzen und ollem, was sonst zur Errichtung eines neuen Duodezstaates gehört? Aber wir behalten dabei unsere Selbstständigkeit und bleiben ein souveränes Volk. — Jawohl! ein weiteres Stäätlein im großen deutschen Staat und dessen Fürstlein weiter nichts ist, als der gehorsame Diener eines höheren Obcrherrn. Da ziehcn wir denn doch vor, gleich unmittelbar von diesem beherrscht zu w»rden. Wir ersparen uns dadurch viele unnöthige Kosten und Mühe. Unsere Selbstständigkeit! Unsere Souveränetät! Was hat uns dieselbe denn wobl bis dato gebracht? Eine allmächtige Priester- und Jesuiten- wirthschast, einen unwissenden Burcaukratismus," eine fremde Eisenbahngesellschast, die bei uns in Politik maci t, unsere Negierung mpftificii t, und Deutschland auf den Hals zu Hetzen sucht, kurz, schallet und waltet, wie es ihr eben gefällt; endlich ein Nepoten- und Familienklügel-System, bei welchem die Wohlfahrt des Lande», d. b. die höchsten und einflussreichsten Stellen im Staate, fast ausschlicß- lich in die Hand einer gewissen Kaste und derer, die sich vor ibr ducken, gelegt ist. Wer hier äufkvmmen will, hat sich vor Allem recht tief vor der Geistlichkeit zu bücken, denn diese beherrscht daS ganze System. Selbst unsere Negierung hat nur so lange Nuvc und Halt, als sie es dem Elcrus recht macht. Das ganze Schulwesen befindet sich thatsächlich in den Händen des Elenis. Und dennoch ist unser Schulgesetz, das diesen Herren -'llen Vorschub leistet, den Jesuiten noch viel zu liberal. Sie gehen damit um, unser Atbenaum zu ruintren und das im Bau begriffene Niesenconvict unseres Herrn Bischofs zur Hauptlehranstalt unseres Landes zu machen. Unsere Regierung sowohl als unser Prinz-Statthalter sagen von ganzem Herzen Amen dazu. Wo von den Staatösubsidien ein Tbalcr auf die Volksschulen kommt, da kommen zwanzig auf Unseren Viehstand. Und eine solche Wirthsehast mochten unsere Herren Advocaten, Notare, unsere Richter und Geistliche, unsere Franequillons mit Einem Wort, bei uns verewigen! Wolle der Himmel das Land und dos Volk vor einer solchen Permanenz in Gnaden bewahren! Und dabei wollten die patriotische» Herren sogar, wenn's sein müßte, die Vortheile opfern, welche unser Land seit Jahren aus unserem Anschluß an den deutschen Zollverein schöpft. Sie wollen „um jeden Preis" unsere Selbstständigkeit, d. h. ihre Privilegien, wahren. Uno dennoch sind die Vortheile, die uns der deutsche Zollverein bietet, die einzigen, welche für uns greifbar und allgemein sind. Die Blüthe unserer vorzüglichsten Industrien ist daraus hcrvorgegangen und ohne dieselben waren wir längst schon ruinirt. Das Land beginnt, gottlob! dieses klarer rinzusehen, und trotz der Aufhetzereien des „Luxemburger Wort", des Lieblings von Robert Maeaire, giebt sich bereits ein Umschwung der öffentlichen Meinung zu Gunsten Deutschlands bei uns kund. Das Land scheint zu fühlen, welchem Abgrund gewisse Leute es in ihrem Egoismus zudrängen; man stutzt, und noch eine kleine Weile, und man wird die entgegengesetzte Richtung einschlagen." Wir wissen nicht, was in hoben Regionen über Luxemburg beschlossen ist; aber wünschenswerth wäre es gewiß, wenn über das Schicksal des Ländchens bei dem hoffentlich bevorstehenden Friedensschlüsse entschieden würde. Jetzt schwebt das Ländchen, kaum 47 Quadratmeilen und 200,000 Einwohner, mit seiner „europäischen Souveränetat" in der Lust. Der König von Holland und alle Holländer wollen es gern los sein. Wenn man dem jetzigen Besitzer, dessen Haus es 1815 als Privatentschädigung bekam, ein leidliches Stück Geld bietet, so ist es zu haben. Und wir hoffen, daß es dazu kommt. Luxemburg ist in Folge des Krieges von 1866 gleichsam zufällig von Deutschland abgerissen worden und Vie Wiedervereinigung «st dringend zu wünschen im Interesse der Luxemburger selbst. Vom deutschen Zollverein können und wollen sie nicht lcSgcrissen sein, und ehe neue eigene holländische Secundogenitur daraus zu bilden, das widerstrebt doch allzusehr der Richtung der Zeit. Jetzt ist die Sache leichter wie zu jeder anderen Zeit ins Werk zu setzen, da Frankreichs Zustimmung zu haben ist. Und wenn Preußen Luxemburg mit den erst theilweise geschleiften Festungswerken erhält, so wird es um so eher im Stande fein, jene Gebursforderungen an Frankreich zu begrenzen, welche die hauptsächlichste Schwierigkeit beim Abschlüsse des Frie- dens bilden. Der „Köln. Ztg." wird aus London vom 26. Januar geschrieben: „Die in den Spalten der „Times" ans Licht getretene Behauptung, daß die Kaiserin der Franzosen mit voller Zustimmung ihres Gemahls dem Grasen Bismarck ihre Einwilligung zu den von ihm geforderten Bedingungen ertheilt habe, macht hier nicht geringes Aufsehen. Ziemlich allgemein wird dieselbe der norddeutschen Bot- schäft zugeschrieben, und mit großer Spannung erwartet man die weitere Entwicklung der Dinge. Gleichzeitig erscheint aber auch die mysteriöse Persönlichkeit, welche bereits unmittelbar vor dem Falle von Metz und bei Bourbaki's abenteuerlicher Reise nach London eine Rolle gespielt und sich später unter dem Namen Regnier demaskirt hat, wieder vor dem Publikum. Aus Versailles schreist der Eorrefpondent des Manchester Guardian unter dem 20.: Herr Regnier ist gegenwärtig in Versailles und hatte gestern eine Zusammenkunft mit dem Grafen BtS- marck, bei der Alles glatt von Statten ging bis gegen Ende, wo der Kanzler verlangte, Regnier solle im Namen einer Partei verhandeln. Herr N. — man erinnert sich, daß bei der früheren Jutrigue der große Unbekannte sich hinter den Buchstaben N. verbarg — weigirte sich dessen und erklärte, der Friede solle von keiner Partei, sondern von der Nation gezeichnet werden, die nachher sich eine beliebige RegierungSsorm auswählen könne. Graf B smarck schien geneigt, zu gestatten, daß Herr N. die Sache auf diesem Wege versuche. Die neue Regierung sollte den Titel führen „Gouvernement Prooisoire de t'Existence Nationale", mit dem Wahlspruch „pour arriver au but“. Derselbe Eorrefpondent fügt sodann einen Brief Regniers an den Grafen Bismarck bei, in welchem der erstere unter dem 19. December v. I. anfragt, ob er von seinem früheren Geleitscheine Gebrauch machen und nach Versailles kommen dürfe, um zu erfahren, was Frankreich als Preis dem Sieger zu leisten habe. Es wird weiterhin angedeutet, der Plan, um den es sich handle, laufe darauf hinaus, in einem von den Preußen zu räumenden französischen Gebietstheile eine Kundgebung zu Gunsten des Friedens zu veranlassen, der sich bald ganz Frankreich anschließen werde. In Erwiderung dieses Gesuches wurde von dem Grafen Hatzfeld Herrn Regnier mitgetheilt, es stehe feiner Reife nach Versailles nichts im Wege, doch werde er sich cort zunächst über feine Plane näher zu erklären haben, da in seinem Biese Verschiedenes dunkel sei. Unter dem 21. giebt der Berichterstatrer des Manchester Guardian einigkS Nähere über die Unterredung Regnier'S mit dem Grafen B s uarck: Der Kanzler zeigte mit dem Finger auf eine Karte und bemerkte: „Hier steht v. Werder, dort Manteuffel, der mit starken Schritten heran rückt. Zwischen Beiden befindet sich Bourbaki, der in wenigen Togen gefangen fein wird, wie Ihr Kaiser bei Sedan. Paris fällt in ein paar Tagen, eine Armee von 300,000 Mann wird alsdann frei zur Unterwerfung von ganz Frankreich. Ich muß daher eine Partei haben, mit der ich abschließen kann. Auf Unterhandlungen mit der Nation kann ich mich nicht einlassen." So ungefähr äußerte sich der Graf und verhieß den Plan Reg- nier's, einen Streifen von hundert Quadratmeilen an der belgischen Grenze zu neutralisiren, in günstige Erwägung zu ziehen, wenn eine Partei die Leitung üb.r- nehmen wolle. Als Herr Regnier nichts von einer Partei wissen wollte und erklärte, es würde Selbstmord für jede Partei fein, wollte sie verbuchen, Frieden zu machen, wurde Bismarck zornig und verabschiedete ihn in ziemlich kurz angebundener We se. Als Regnier sein Hotel erreichte, war er nicht sonderlich erbaut, dort zwei Polizeibeamte vorzufinden. Am 20. suchte er den Grafen Hatz'eld auf, der von der Polizei nichts w.ssen wollte und die Besorgung von R-gnier's Tele- grammen üb rnahm. Nach den letzt.n Nachrichten scheint es möglich, daß der Graf Herrn Regnier gestattet, seinen Plan zur Ausführung zu bringen. (Wir geben diese Geschichte wieder, ohne derselben irgend ein Gewicht beizulegen. Der Manchester Guardian ist durchaus nicht zuverlässig in seinen französischen Nachrichten.) Eine interessante Enthüllung über die Politik der früheren päpstlichen Negierung steht in den nächsten Tagen bevor. Herr Nicodemo Bianchi, einer der bekanntesten Geschicheeforlcher Italiens, welcher in der letzten Zeit umfassende Studien in den römischen Archiven anstellte, hat nämlich authentische Documente vorgifunden, welche den unwiderlegbaren Beweis liefern, daß die Behauptung des Eardinals Antonelli, welche dieser kürzlich in einer Note aufstellte, nie mit Eavour unterhandelt zu haben, unwahr ist, und daß im Gegernheile ganz practische Unter« Handlungen zwischen dem Eardinal Antonelli und dem Grafen Eavour noch nach dem Jahre 1859 stattfanden, welche Unterhandlungen sich nur in Folge der maßlosen Forderungen der päpstlichen Curie zerschlugen. Wie ein Eorrefpondent des „Sß. Jribl." aus ganz verläßlicher Quelle erfährt, handelte es sich um nichts Geringeres, als um die Hufe und Mitwirkung des päpstlichen Stuhles für die Erweroung V netienö, und Cardinal Antonelli weigerte sich durchaus nicht, dem damals eoneordatscligen Qesterreich gehörig am Zeuge zu flicken und an dessen Vertreibung aus Italien mitzuarbeiten, nur tat er sich für diesen Liebesdienst ein so hohes Honorar aus, daß Gras Cavour dasselbe zu zahlen nicht in der Lage oder Stimmung war. Die beiderseits anerkannten Unterhändler des sauberen Handels waren der bekannte Abbate Passaglio päpstlicherseits und ein gewisser Adoocat Dx. Panaeleoni (nicht zu verwechseln mit dem Feldpater Garibaldi's Fra Pantaleone) italienischerseits, doch waren noch mehrere andere Personen in das Geheimniß eingeweiht. Diese, ein großes Licht auf die zwischen dem Grafen Eavour und der päpstlichen Curie geführten Verhandlungen werfenden Dementis, werden gleich nach der Rückkehr des Herrn Bianchi nach Rom veröffentlicht werden, und Herr Nicodemo Bianchi selbst legt denselben einen so großen Werth bei, daß er sie noch vor der Herausgabe seines 8. Bandes der „Documentirten Geschichte der italienischen Diplomatie" veröffentlichen wird. Der Schade, den die Ueberschwemmung in Rom brachte, ist für nicht Wenige der Anlaß zu einer geheimen Wohlhäbigkeit geworden, da die Unterstützung-- Commission behufs des Schadenersatzes über so viele Mittel zu bestimmen hat, daß sie selber um die rechte Verwendung in Verlegenheit ist. Denn da ist keine größere Stadt in Italien, die nicht eine beträchtliche Summe hergesandt hätte. Oie Zahl der vom Municipium als durch das Unglück völlig verarmt mit Obdach und Nahrung zu versehenden Personen beträgt noch 814, und 286 theilweise. Diese unverhofft gute Wendung dcr Dinge hat die Municipaljunta in die Versuchung geführt, die für die Festlichkeiten beim Einzug des Königs bestimmten, auf Wunsch deffelbtn aber für die Verunglückten zu verbrauchenden 300,000 Lire nun doch für den ursprünglichen Zweck aufzubewahren, wohl nur, um einige Festordner auch bei der Gelegenheit zu bereichern. KriegSnachrichten. Versailles, 30. Jan. Ucber den Hauptinhalt der Capitulation der Forts von Paris wird Folgendes mitgetheilt: Der Waffenstillstand tritt bei Paris sofort ein, in den Departements beginnt derselbe in 3 Tagen und läuft am 19. Februar ab. Eine Demarkationslinie ist festgeletzt, dieselbe durchschneidet die Departements Calvados und Orne, sie laßt in deutscher Occupation die Departements Saxthe, Jndre-et-Loire, Loire-et-Chere, Loire-et-Z)onne und was davon nordöstlich, außer den Departements Pas de Calais und Nord. Die Entscheidung über den Beginn des Waffenstillstandes in den Departements Eote d'or, Doubs und Jura, sowie bei Belfort bleibt vorbehalten, bis dahin nehmen die dortigen Kriegsoperationen einschließlich der Belagerung von Belfort ihren Fortgang. Die Seekräfte sind n den Waffenstillstand mit einbegriffen mit dem Meridian von Dünkirchen als Demarkationslinie. Die zwischen dem Abschluß des Waffenstillstandes und dem Benachrichtigungstermln gemachten Gefangenen und Prisen werden zurückgegeben. Die Wahlen für eine Nationalversammlung, welche sich über den Krieg oder die Friedensbedingungen zu erklären haben soll, werden stattfinven Als ihr Versamm- lungdort ist Bordeaux bestimmt. — Sämmtliche Forts von Paris werden sofort übergeben, die Enccinte wird desarmirt, die Linie, die Seetruppen und die Mobil- garden sind kriegsgefangen, außer 12,000 Mann für den inneren Sicherheitsdienst. Die Kriegsgefangenen bleiben während des Waffenstillstandes innerhalb der Thorc der Stadt, ihre Waffen werden ausgeliefert. Die Rat onalgarde und die Gens- d'armerie behalten ihre Waffen für den Sicherheitsdienst. Alle Franctireurcorps sind aufzulösen. -- Deutscherseits ist den französischen Commiffarien die Verpro- oiantirung von Paris möglichst zu erleichtern. Zum Verlassen von Paris ist die Erlaubniß seitens der französischen Behörden und das Visa der deutschen Behör- ren nö.hig. — Die Gemeinde von Paris zahlt als städtische Kontribution den Betrag von 200 Millionen Francs innerhalb 14 Tagen. Oeffentliche Werthe dürfen während der Dauer des Waffenstillstandes nicht entfernt werden. Alle crutschen Kriegsgefangenen sollen sofort gegen eine entsprechende Anzahl französischer Gefangener auogewechselt werden; desgleichen die SchiffScapitäne und andere beiderseitige Gefangene vom Civil. Einem Schreiben der Jnd. Beige vom 22. über die Pariser Vorgänge entnehmen wir Folgendes: „Nach einer langen und stürmischen Berathunq über ric Wahl eines neuen Ober-B fehlshabers wurde heute Morgen um 5 Uhr endlich Vinoy zu dief.m Posten ernannt. General Trochu wollte, daß man ihn nnfach abfetze, da er die Unpopularität kennt, die einem unglücklichen General zufällt. Seme Collegen wollten aber aus Sympathie für ihn, daß er die Prä- sidentschaft der Regierung behalte. Diese Rücksicht war nicht am Ort und Hai auch böse Folgen gehabt. Gestern Abend ging es schon in den Clubs sehr stürmisch zu: der Ruf: Zu den Waffen! wurde gehört; ein Volkshaufe war sogar aus der Rue du Temple nach dem Hotel de Ville gezogen, aber Alles blieb bei einigen Zusammenrottungen. So ruhig ging es aber nun heute nicht ab. Eint gtwiffe Anzahl Nationalgarden ging nach dem Hotel de Ville, und ihr Anführer, Dereure, parlamentirte mit Chauday, Adjunct, und Mahias, General-Secretär der Marine, da Niemand von der Regierung anwesend war. Da die Unterhandlungen ohne Resultat blieben, so kam es zu einem Kampf, welchem der General Mallrroff mit seinen Truppen ein Ende machte. In Folge dieser Ereignisse entstand große Aufregung, welche neue Unruhen befürchten ließ. In der Nacht hatten die Mrnterer Flourens, M.lliere und andere politische Gefangene aut MazaS befreit. Zu einer Collision mit der Wache kam es nicht, da sich dieselbe von einer falschen Patrouille, der sie das Losungswort abgefordert hatte, über« raschen ließ. Flourens begab sich nach seiner Befreiung mit seinen Anhängern nach der Mairie des 20. Arrondissements, wo er ein Faß Wein und 2000 Brod- Rationen wegnahm. Gegen das Ende des Tages war das Stadthaus vollstän- d'g sicher. Jndeß schlug man auf vielen anderen Punctcn Generalmarsch, unD ungeachtet des Regens gab es noch immer viele Zusammenrottungen." — Die Berichte vom 23. besagen nicht, daß die Rübe an diesem Tage weiter gestört wurde. Einer der Hauptanführer der Jnsurrection, Sapia, war im Kampfe gefallen. Auf Megy, FlourenS, Blanqui, Delescluze (der intime Freund Lcdru- Rollin'S und Ehef-Redacteur des Reveil), Felix Pyat und Milliere wurde ge* fahndet. Der Capilän des 101. Regiments wurde verhaftet. Die vier Krieg-' gerichte waren bereits in Function. Der General Vinoy hat den ganzen Gme- ralstab erneuert und an den General Schmitz, den bisherigen Generalstabschef, abgesetzt. Derselbe war äußerst unpopulär geworden. Darmstadt, 30. Jan. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen nachstehendes Telegramm: Blois, 29. Jan., Vormittags 10 Uhr 20 Min. Der Großherzogliche Lieutenant Carl Ferdinand B-cker aus Offenbach wurde am 28. Januar 1S71 UpM»-7. < geirrt t(* ' f"' E." **> ff # 'M *'$<**. '"“in® t#'"' ’ Siniridit 1® ” + Ml FocklM" flUt A Seriai )oie Cemalttgiti Kegimngsrckgc boo 29. t ab, Ü leibtsklAig Ml △ Mi utMlIomiNlM Ml M |U (t A Silit, tuen Volant i sls mit ttag einet bis G A M, beilegt uno trlei großen Hnjhtng i'tt Nt und £ jiigen Willen, 1 Patriotismus bi vollen und zu I Lapun bildete, j 'm Ideen tri ßt(en sind. „3t mehr wäre es gef-rl △ Sille, Meder das Er| i^oileur m er -Nach A01W- Mgesihr 800 j Viesen ungliie Ein tjeil des ( M alle Req,H Les, tot» btn k. ^7) Äon 1) Die gen J Diese b°voi 2) Die : Kind 9. Ehr 3) Diese welch Lint t\ bsn ( diesen welch befind Nbst > Der 8K! 4** ' Knuten ,fhnit Nord" erhielt auf Privatwegen die Nachricht wegen Der Sprengungen an militärische Nachrichten Cfficicllc Telegraphische Depeschen. einer daß liefert: fr. 46 Oeffentliche Aufforderung. fr. 9 fl. 133/4 fr-, 32 Johannes Bauer ertragen bat, befinden sich solche nunmehr in der (Mrofobci und OeffenÜiche Aufforderiinq. 4 36 den Eisenbahnlinien durch die Franzostn sehr erschwert, einstweilen aus den eigenen Vorräthen die Stadt mit fr. fr. aus Versailles, daß Jules Simon nach Bordeaux reist. Ebenso meldet der unter Reserve, ein Pariser General (Ducrot ?) habe sich vergiftet. fl- 7Vs fl. 44 V, Die dem deutsche Armee versieht Nothwcndigsten. fl. 32’, fl- 15 74 Gießen, den 31. Januar 1871. Die Einlösung der Patente und 3abluufl der Hundesteiler für W71 1) Die von Kaspar Burger von Daubringen wegen Johannes Wagenknecht deponirten Diese sind verliehen gewesen und hat es an Ztnsen davon ertragen...... ■ 2) Die von dem (Kurator über Christoph Krocker s Kinder zu Staufenberg wegen der beiden Söhne Christoph und Balser Kröcker deponirten . 3) Diejenigen......- welche es von den auf Negierungs-Verordnung zum Amt abgegebenen Pf ei lisch en Geldern dem abwesenden Christoph Bauer ertragen hat und 4) diejenigen......... welche es aus vorgedachten Geldern dem abwesenden 336) Die Ehefrau des abwesenden Mullers Friedrich Aöxb von der (spitz- ii.uhle bei Groß Buseef bat mit den befa.inten Gläubigern tum Rkannes ein Arrangement abgeschlosfen. Unter Gestattung bei Aeteneinsiettt in der Registratur de-, unterzeichneten Gerichts werden die unbekannten Gläubiger des Friedrich Zörb aufgefordert, etwaige Einwendungen gegen das Arrangement sogewiß binnen 3 Wochen von heute an dahier vorzubringen, widrigcntaus A Brüssel, 30. Jan. Der Johannette Christiane Charlotte, fleborne Dietz, bei unterzeichnetem Gericht zu e, klären- Gießen, den 26. Januar 1871. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Oppermann, Stadtrichter. Stadtgcr.-Asfcssor- 331) Ersteres kann noch bis zum 15., letzteres bis Ende Februar 1*71 ohne Mo ft cu geschehen, wovon Die Stencrpfltch gewandt." A Lille, 31. Ian. In Betreff der angeblich von Preußen begünstigten Restauration des Kaisers sagt der „Progres du Nord": „Sind wir verurtdeilt zu dieser letzten Schande? Wir hoffen noch, daß ein wenig von dem alten Ehrgefühl übrig ist, welches die Seele Frankreichs war, um der Jnlrigue Einhalt zu gebieten, und etn Rest von Entrüstung und Energie vorhanden ist, um sie zu vernichten, wenn sie versuchte, ihr Treiben weiter zu spinnen. Großhcrzoglichc Bürgermeisterei Gießen Vogt. „Nord" -p London, 31. Jan. Aus Versailles, 30. Jan., wird hierher gemeldet: Die Noth in Paris ist sehr groß. Die Herbeischaffung von Lebensmitteln ist + Cassel, 30. Jan. Wie verlautet, soll die projectirte Berufung Constituante aut W lhclmshöhe sehr unangenehm berührt haben. A Versailles, 31. Jan. Aus Paris wird unterm 30. d. gemeldet, dic Centralregierung in Paris telegraphisch nach Bordeaux die Erklärung an die Regierungsdelegation abgegeben, daß ihr Mandat außer Paris erloschen sci und vom 29. d. ab, alle ihre Beschlüsse nur im Einvernehmen mit der Centralregierung Gießen, den 25. Jan'iar 1871. Großherzogliches Landgericht Gießen- Bötticher, A- Bramin, Landrichter. Landger.-Affessor. I. *'J r« •*" k'u Versteigerungen. B e f a ii n t in a ri) u n q. 340) Die de n Ritterschaftlichen Kausun- ger Stiftssonds gehörige Frucht. nämlich: 14 Malter 2 Smr. 2 Kumpf Korn und 29 „ 1 „ Hafer soll Mittwoch den 8. Februar d. I., Vormittags 10 Uhr, in hiesigem Rathhause einer Versteigerung ausgesetzt werden. Gießen, den 31. Januar 1871 K örbe r. Bekannt in a ch u n g. Rittcrsckaftlicber Kaufun- gcr Stiftsfond. 319) Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach dem Ableben des Großherzoglichen Hofgerichts Advocatcn und Stiftssnnvlcus Fuhr, der Rechner der geistlichen Wittwenfasse ui Gießen, Georg Benjamin Korber daselbst, zum Erheber der Capitalzinsen, Pachtgelder und sonstigen Gefälle des Ritterschaftlichen Kausunger Stiftsfonds zu Gießen provisorisch bestellt worden ht und giUtig Zahlungen an denselben geleistet werden "können. Die Herren Bürgermeister sind ersucht, alsbald diejenigen Angehörigen ihrer Gemeinden zu benachrichtigen, welche hiebei iutereffirt sind Darmstadt, den 26 Januar 1871. In Auftrag: Ferdinand Sch en cf, StiftSsyndieus. Versailles, 31. Jan. Die Avantgarde der 14. Division erreichte am 29. Januar die Queue der französischen Armee und warf sic, unter Erstürmung der Dörfer Sombacourt und ChafFois auf Ponlarlier zurück. Der Feind verlor 6 Geschütze und etwa 3000 Gefangene. Im Norden und Westen Frankreichs ist die Durchführung des Waffenstillstandes im Gange. von Podbielsky. Besondere 33 e k a n n t m a ch u n g e n. Oeffentliche Aufforderung. 327) Von dem vormaligen Landamte Gießen wurden am 14. November 1806 an die damalige Großherzogliche Generalkasse die nachstehenden Depositengelder euige- wundet uno ist in feindliche Gefangenschaft gerathen. Daudistel, Major. Madrid 14- Jan. Es gefällt, daß König Amadeus sich von keiner Es- corde begleite/lassen will, daß er die halbe Batterie vom königlichen Schlosse entfernt hat, daß er von feinen Adjutanten nur bei feierlichen Gelegenheiten mit Majestät" angereoet fein will, und daß er mit denselben nach einer Tafel, in der er sie gezogen hatte, Cigarren geraucht hat. Gleich seinem Vater verspricht Amaveus außerhalb der Partcikämpfe stehen und fein unmittelbares In- t(reffe der Armee zuwenden zu wollen. Topete versichert bereits seine Bereitschaft rvr Uebernahme jedes Postens, den Der König ihm anbieten werde. Emen Ge- neral zum Präsidenten des Cabinets zu haben, erklärte AmaocuS für überflüssig, nachdem fein Weib mehr auf dem Throne sitze. Während olle diese Neuigkeiten vom Publikum nicht übel ausgenommen werden, stehen die rcpublikanischkn, car- listjschen, alpbonsinischen und selbst ein Thcil der montpensieristischen Journale im Schmollwinkel. Die republikanischen Journale namentlich behaupten, daß die Eintracht im neuen Cabinettt nur eine künstliche sei und schwinden werde bei dem erflen Zusammenstoß der in demselben vertretenen unionistischen und progressistischen Principien Allerdings erklärt die Mehrzahl Der unitarisch. und Der förderalistlsch- republw'.Nischen Biälter, daß ihnen die Person des Königs als des legitimen Ausdrucks des DolkSwillenS h-ilig fein werde, und daß die. Republikaner den Kampf für ihre Principien innerhalb der Schranken Der Gesetzlichkeit sortzusetzen gedächten. Es ist aber Die Frage, wie lange diese guten Vorsatze anhalten. rechtskräftig faßbar feien. A Versailles, 31. Jan. Paris ist ruhig. Der Reichskanzler überlaßt tn zuvorkommender Weise der französischen Regierung Die Telegraphenleitungen und zyar selbst zu chiffrirten Depeschen nach Bordeaux. A Lille, 30. Jan. In Folge Der gemessensten Weisungen der Regierung von Do.deaux sollen alle unterbrochenen Eisenbahnrouten Des Landes so schnei als möglich mit Aufbietung aller Kräfte hergestellt werden. Man bösst, dis Frei« tag Direct bis Grad fahren zu können. A Lille, 31. Jan. Der „Progres du Nord" sagt: „Also Frankreich ist besiegt und erleidet das Schicksal, das Den Besiegten zu Theil wird. Trotz Dei großen Anstrengung eines Theils seiner Söhne, unterliegt das Land vor Der Zahl, Ver Kraft und der Macht der Organisation Der deutschen Heere unD einem einzigen Willen, welcher sich aus Alles stutzt, was Deutschland an Intelligenz und Patriotismus besitzt. Grausame Lehre für Frankreich, welches gewohnt ist, zi wollen und zu handeln und welches, indem es auf feinem Boden ein immense« ssapun bildete, seine bürgerlichen Tugenden verloren und selbst cme Schmähung seiner Ideen erfahren hat, welche bU daher sein Ruhm und s-ine Ehren ge wesen sind. „Je mehr wir uns in unseren Hoffnungen täuschen, so können wir mit ebn so viel Gewißheit, wie Schmerz, auSrufen: „Finis Galliae!“ Um Frankrcick wäre es geschehen!" A Lille, 31. Jan. Der „Propagateur du Nord" meldet: „Man signalisin wieder das Erscheinen von Ulanen in unserer Nähe. Gestern kamen sic nact Bo.leur und erkundigten sich, ob Truppen oder FranclireurS in Der GegenD seien Nach CroisilleS sind Die Preußen borgest.rn wieder gekommen in Der Stärke vor.j ungefähr 800 Mann unD einigen Mitrailleusen. Es ist Dies Das dritte Mal, daß, fie diesen unglücklichen Eanton, wo sie Requisitionen aller Art machen, 6in Theil tu G-m-inveeniv« würbe verhafm und sollen e» so lange bleibend„ n,lh ... hcfefti hei alle Requisittonen geliefert sinb. Der (Santon soll 100,000 Fee». Conttibu Formulare, NNd zil NCVkll VII Deffentlidie Wltfforbcrillia Ausschlusses Uber die Antretung der Erb , „ ........ «ujjuipruum. (cincr Eltern, des am 2b. Januar!.j' Noti/uebnie» wollen. 339) Ludwig Holzapfel, dessen 1861 dahier verstorbenen pcnsioniiten Groß- ^lnienthaltsort seit vielen fahren unbekannt herzoglichen zrictsbannieisteis J o Hannes ist, wird hiermit ausgesordrrt, sich binnen Holzapfel und der am 6 Deceinber I Monaten unter dein Rechtsnachtheil des! 1870 dahier ücrltorbciien Wittwe desselben, 8'4t i. x b,r *'’otJtDr Ä,4"’ 6tt 1:|6eogf) ‘ntig ,' PU [' fÜT nicht 7" ‘««.ui 2 ,"Qr*'“''Öbtai ' tieil®f|[L ,. 1“'" " die 8n. I« btiimufn -Mei 300 000 ‘ °° timäl j(|, Gießen, den 22. Januar 1871. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher. iv dem Gefechte bei Viennes durch einen Schuß in Die rechte Seite schwer Version zahlen. Die Zahl der mitgenommenen Geißeln beträgt sechs. Die feind- lEunbet und ist in feindliche Gefangenschaft gerathen. Daudistel, Major. lichen Truppen haben sich von Croisilles nach Voulx-Craucourt und Bopaume tu wat, Frachtbriefe für die Dtain-Wkser-, Cöln-Mindener lind , über,ui)rn.!,->^brhesslsche Eisenbahn, sowie sämmtliche ;oUamtlichen .... - ' • W. Klee, am Markt. ______________ ______ ______ Großherzoglichcn Staatsschulden-Tilgung^fasse ibaaclbc beftätißt und in Vollzug gefetzt Die fraglichen Depositen betreffenden Acten sind nicht mehr vorhanden, die Depositen iuevben rojvt, selbst müssen aber endlich einmal zur Rückzahlung gebracht werden und da auch die ,u denselben Berechtigten auf andere Weise mit Bestimmtheit nicht festgestelll werden können, werden alle diejenigen, welche begründete Ansprüche an diese Depositen bilden |u können glauben, hiermit aufgefordert, diese ihre Ansprüche so gewiß binnen drei IQonaten von heute an bei dem unterzeichneten Gerichte zur Geltung zu bringen, als fünften die betreffenden Gelder für bonum vacans erklärt und der Grobherzoglichen btaatskasse werden überwiesen werden. ktt J01l|. . tr.n b,|j)4n! (cfet “■! ÜDJ9. jebrue L^arttmtny * Nrtfatnti eart^ •ira ikwkfllich, über dei Llgiy CB- Sara, |oet ■1 Snraicpfratioiifl ?- Dir ettfraftt filli >m ab ‘ unü Dti t witfi tnrütfgtgtbn . rr tei Jhifg oeir kv •fi Bil tbr Verfall» '! ?ar.l »trtio (p’rrt i nnt kir Ml- inrti *ii:r»e.titi(aü :ti merhlb trr Ibon ulgirtr ui? tu 12t #TjncnrroKOfN :sf;rci t:f jfn tri tjitr i tn t it fjiitribation tu fittmt werten. 8'.e fteiN li|«M fr"jöi- t ficilitiat uit uw pjran . >,1 fujtbunq Üdlt t flcrgci t» 5 UM ,ilu, k.tz j ttm t n t«ln* „V I* en niW „ tu 8leK 1* ’tr । t3( ,c*c Ito . km rtiab ?' f > if .dH« »' * 31 trt 4< J-J’, =• "Ä *,y l«Wr Hf* * 2000fi* - fifwf 1,1 *?!* Ä 0" M ® Borsennachrichleu. 31. Januar Irt? 1. Preutis. 4>/2ü o Oblig. 901 •> Frankf. 3*/»IJ o Obi. 80*;^ Nass. 4V2u'o Obi. 911/4 Kurhiiss. 4u/q „ 82*/4 Gr. Hess. 5% Obi. 101 n n 43/0 , 93- 4 n n 3*/2° 0 n Bayer. 5U y w — n 4'/2 % 1jährige 92 n 4O/o 1jährige 853/6 Würtemb. 4*,g®/o Obi. 91 Vn Baden 4'/20/0 Obi. c. E. L. 911/4 Oesterr. Silberrente 55* 2 n Papierrente 47J/< n 50/0 M. steuert. — Amerik. Bonds 1881r 98 n n 1882r 959/16 _ 1885r 95 " n 1887r 947/g ! Spanier, neuest. 3% 303/e Acttleii. Frankf. Bank 129 Frankf. Vereins-Kas^e 1003/< Darnast. Bankact. 317 Wien Bankactien 694 Galizien 2333 4 Adieu. Oeat. Creditact. 242'/z 50/0 östr. F. St. E. B. 364’ 2 Lombard. Bahn 177 Lud wigsh.-Bexbach 160 Maxbahn 108 Bayer. Ostbahn 1241/» Hess. Ludwigsb.-Act. 133 ’/2 Alsenzbahn-Actien 85 V4 Oberhessen n 663/ «6 Prioritäten. 3% öster. Stsb.-Prior. 55% 3°/0 öst. s. Lombard 47 39 0 Livorneeer 3111/16 50/o Toscaner 50 5% Elisabeth.-Prior. 78^ •io. II. Emiss. 82l/g A Hielte nsioowe. Kurh. 40 Thlr. Loose 64,/z Nassau 25 fl. 401 2 40 0 bayr. Pram.-Anl. 106 *. 2 Ansbacher 7 fl. 12 0 badische Loose IO6S/4 Badische fl. 35 Loose 60 Oestr. fl. 250 v. 1854 70»/g 1858r Prioritätsloose 154 1860r Loose 78'/g 1864r n 114*/2 Braunschweiger 171 ö Stadt Madrid 217/e HechMel. Amsterdam k. S. 100*/4 Augsburg k. S. 997/g Berlin k. S. 105 Bremen k. S. 97 Cöln k. S. 1047/8 Hamburg k. b. 88V4 Leipzig k. 8. 105 Loudon k. S. 11815/ig Lyon k. S. — Paris k. S. — Wien k. 8. 953/4 ditto m. S. — ditto 1. S. — Disconto 3