iitnut rrJ unfer trt nou A vrtmtn. / w MwigS-Ep , ‘ ®c'81,6ft gün: 1 ”tbn Krch ^«Nrv-Handluug. ungen He rtr. ^eno Inrrdmung ipckchtza Hrmmxkv ll 45, rg Krevev. * Irrcft in kl bdnffrnbni ' „Agaro." 4 Sthnellxuf * l u. hl a Abdi 7# Löt-m-z rit Pert-M U UL Ci Seth» V Preis vierteljährig 1 ft 12 fr. mit DringcrloKn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fi. 27 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition : Eanzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige-, und Amtsblatt für den Areis Kießen. Nr. 27. Mittlvoch den 1. Feürnar 1871. SRcftclIllitllCll auf den iUlefieUrr Airreiaeit lU£rbc,!1 n^6-fo2n,ä!’Ic.,,b fon>o6J bet ber Srpebitton, Pantleiberg ®-1, aI5 atieb ”” 1 v»-« bei allen Post-Expebitionen unb ben Lanb-Postboten entgegen genommen. Abonnenten, welche den Anzeiger bei der brpedition abbolen lassen, erhalten denselben für die Monate Februar und März 1871 zu 40 fr. Amtlicher The i I. 3« ---------------------------------------- Betreffend: Die Erhebung der Feldslrafen von der 6. Periode 1870 bei Großherzoglichem Rentamte Gießen. Gießen, den 30. Januar 1871 Das Großherzogliche Rentamt Gießen an fämmtlidje Großherzogliche Bürgermeistereien des RentamtsbezirKs. Die Feldstrafen von der 6. Periode 1870 können von heute an bis zum 15. Februar ohne Mahnung hierher bezahlt werden. Zn Verhinderung des RentamtmannS: Roth, FinauzacceW. _____12" _ m lj> —in»——“■*2bbptoi^ Politischer T h e i l. 31. Januar. Seit einigen Tagen veröffentlicht Vie „Jndependance" wiever Schriftstücke, Vie in den Tuilerirn gefunden wurden und jetzt dem Zweck dienen sollen, das Kaiserreich und seine Anhänger zu compromittiren. Die meisten dieser Actenstücke haben nur ein untergeordnetes Interesse; bemerkenswetth dagegen ist die Note, welche Drouyn de LhuiS dem Kaiser Napoleon III. im Augenblick seiner Abreise zur Zusammenkunft von Salzburg übergab. Wir entnehmen derselben: „Frank- reich unb Oesterreich, 16. Aug. 1867. Die Kraft Frankreichs besteht darin, daß es der größte Staat Europa's ist, der aus einer einzigen Race besteht, und daß es die größte Race ist, welche einen einzigen Staat bildet. Das Interesse Frank- reichs erheischt es, seine Lage in dieser Beziehung aufrecht zu erhalten; es muß die großen Staaten verhindern, die kleinen zu absorbiren, und die einzelnen Frac- tionen der großen Raccn obhalten, sich zu einem großen Körper zu vereinen. In diesem System, welches das einzig richtige ist, kann Frankreich von Oesterreich großen Nutzen ziehen, wenn es dasselbe in seinen Gränzen hält, aber in seinem Bestehen sichert. Die Kriege der alten Monarchie, der Republik und des ersten Kaiserreichs haben Oesterreich hinlänglich reducirt. Der permanente innere Eon- flirt ter verschiedenen Bestandtheile seiner Bevölkerung, die Rivalität Preußens im Occident, diejenige Rußlands im Orient halten dasselbe genugsam nieder, als daß unsere Sicherheit von ihm bedroht sein könnte. Es erweist uns in dieser Lage den großen Dienst zugleich: die deutsche, die slavische und Vie italienische Race an ihrer Bereinigung zu hindern. Durch den österreichischen Krieg zunächst, sodann durch unser neuerliches Verhalten in den deutschen Angelegenheiten haben wir dieser alten Monarchie schwere Schläge beigebracht. Wenn ihr Zerfall ein- träte, würde jedes Glied sich der Gruppe anschließen, mit welcher cS die Verwandt- schäft deS Ursprungs besitzt. Das ist nun nicht gerade das, was man gewollt hat — man wünschte gewiß nicht alle Italiener oder Quasi-Italiener in einen compacten Staat zu vereinigen, die deutsche Einbeit zu schaffen und ten Pansla viSmus vorzubcreiten. Deshalb sucht man nach einem Mittel die verschiedenen Trümmer Oesterreichs aus dem Schiffbruche zu retten. Darf man ihm gewaltsam helfen, in Deutschland wieder die Stelle zu erlangen, die man ihm im Jahre vorher nicht bewahren konnte? Gewiß nicht. Heute ist die deutsche Einheit fertig. Die Staaten und Dynastien, welche die deutsche Hegemonie zurückwiesen, werten sich deiselben künftighin vollständig unterwerfen müssen. Heute müßte man nicht, wie im Jahr 1866, gegen Preußen mit deutschen Alliirten (Sachsen, Bayern, Hannoveranern, Württembergern) kämpfen, sondern mit österreichischen Wrbünde- ten (Ungarn, Croatien u. s. w.) gegen Deutschland. Man darf nicht daran denken. Wird Oesterreich einen Ersatz für seine Verluste im Orient auf Kosten der Türkei suchen, und sollen wir ihm zur Erreichung dieses Zweckes unfern Beistand leisten? Das ist unmöglich. Es hieße das Verträge verletzen, uns mit England verfeinden, und die Eabinete von London, St. Petersburg, Eonstantinopel und Berlin zu einer furchtbaren Allianz vereinen, welche, unter dem Vorwande die Integrität der Türkei aufrecht zu erhalten, Oesterreich vernichten würde. Man muß es ungefcheut aussprechen: heute mangelt zu einem irgend bedeutsamen Arrangement mit Oesterreich die Basis. Vermeiden Deutschland zu reizen, ohne ihm schwächliche Nachgiebigkeit zu zeigen, das scheint mir in Wahrheit das Programm ter Reise nach Salzburg sein zu müssen." Während die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Vorgänge in Versailles ge- richtet ist, hört man von der Wiederbelebung des schon vor etwa zwei Monaten erwähnten Projectes, die Krone Frankreichs dem König von Belgien anzubieten. Herr Thiers soll, wie der „Times" von ihrem berliner Eorrespondenten gemeldet wild, bei Gelegenheit seiner Mission in Wien und St. Petersburg wiederholt aus die Thunlichkeit eines solchen Vorhabens angespielt haben, und versucht man jftzt, diese Idee zu verwirklichen. Derselbe Eorrespontent meldet ferner, daß Deutschland beim Friedensschlüsse wahrscheinlich auf der Maaslinie anstatt der anfangs geforderten Mosellinie bestehen wird. vasion Deutschlands seitens Frankreichs sehr erschweren und Paris nach dem Verlust einer einzigen Schlacht einer Belagerung aussctzcn. Die deutsche Regierung ist im Begriff, eine halbofficielle Erklärung abzugeben, dazu bestimmt, alle VermittelungSversuche zu entmutbigcn. Da der Krieg localisirt worden, besteht eie deutsche Negierung aus Localisirung der Frietens- unterhanvlungen. Es ist sicherlich ein curiofes Zusammentreffen, daß im Augenblicke, wo der Fall von Paris stattgefunden, ter Exkaiser der Franzosen einen Protest gegen die Legalität seiner Absetzung erläßt. Dem „Daily Telegraph" ist durch Privat- Hände eine augenscheinlich mit Genehmigung des Gefangenen von Wilhelmshöhe von Herrn Conti verfaßte Broschüre zugegangen, welche bezweckt, die Thatsache flstzustellen, daß die D^chvance des Kaiserreichs niemals mit irgend welchem Scheine von Autorität wirklich prcclamirt worden, und folglich der Senat und der gefltzgebcnde Körper die einzigen berechtigten öffentlichen Körperschaften seien, um Frankreich gegenwärtig zu repräsentiren. Die Broschüre sucht nachzuweisen, daß die Kammer niemals aufgelöst, die Ripublik nie von der Nation acceptirt worden, unb die durch allgemeine Abstimmung gewählte Nationalversammlung füglich der legitime Exponent des nationalen Willens sei. Und wenn, wie es möglich ist, die preußische Negierung beabsichtigt, den alten Corps legislativ ein- zuberufen, sobald Paris capitulirt hat, sei es verständlich genug, daß die Partei- gänger des Kaiserreichs die Gelegenheit ergreifen sollten, um die de zure-Re- ßierung Frankreichs mit den Kammern, deren Existenz durch die Proclamirung der Republik fuspendirt worben, zu identificiren. Die Versailler Kalserbotschaft an das deutsche Volk faßt die Uebernahme ter Kaiserwürde von Seiten des Königs von Preußen als „eine Erneuerung der seit mehr denn 60 Jahren ruhenden deutschen Kaiserwürde" auf. Es ist wichtig, diese „Erneuerung." von Hause aus in richtigem Sinne aufzufaffen. Die Schhs. Zeitung bespricht diesen Punet verständig und zeitgemäß. „Im staatsrechtlichen Sinne ist das Reich von 1871 eine völlige Ncuschöpfung. Es wäre eine bedenkliche Verirrung, wenn man unser nationales Kaiserthum vom 18. Januar 1871 als eine staatsrechtliche Fortsetzung des am 6. August 1806 zu Grabe getragenen römischen Kaiserthums ansehen wollte. . . . Gerade nach zwei Richtungen muß sich das neue Deutsche Reich von allen Überlieferungen des alten aufs Entschiedenste loösagen, es hat nichts zu thun mit hierarchisch-theokratischen. nichts mit kosmopolitischen Tendenzen. Es ist ein weltlicher unb ein nationaler Staat. Mag man vielleicht in Rom davon träumen, daß in diesem neuen Reiche die alte Advocatie des römischen StubleS aufleben könne, der neue Kaiser weiß nichts von solchen Pflichten. Alles, was an römisches Kaiserthum erinnert, jede Einmischung in die Verhältnisse Italiens, ist als die unglücklichste Reminiscenz unserer Vergangenheit, bis auf die letzte Spur von rem reinen Schilde unseres neuen Kaiserthum- abzustreiscn. Deutschland den Deutschen, Italien den Italienern — ist der Friedensspruch, welcher diese beiden alten Cukturnationen für immer mit einander versöhnen wird. Für die neuen Deutschen giebt es nur Römerzüge der Forscher uitb Kunstfreunde, um sich an dem ewigen Jungbrunnen classischer Formenschönheit, an den unsterblichen Meisterwerken italienischer Kunst zu erquicken. Deutsche Eroberer im Geiste von Göthe und Winckelmann wirb sich auch das verjüngte Italien gern gefallen lassen. Gerade weil das alte deutsche Reich trotz seiner Ohnmacht wunderliche Prätentionen auf aller Herren Länder erbeb, weil man rings umher auch jetzt von Eroberungsgelüsten der Deutschen träumt, weil Hollander, Belgier und Schweizer fürchten, daß das Reich die alten avulsa imperii vindiciren wolle, danken wir es der neuen Kaiserbotschaft, daß sie den friedlichen Character des neuen Reichs so lebhaft betont, daß sie jeden Gedanken an „krie- gerische Eroberungen" von sich weist. Gambetta'« Rückkehr nach Bordeaux, die am 27. Januar erfolgte, macht sich sogleich in den Telegrammen bemerklich, welche von der Delegation an diesem 6iue solche Grenze dürste lic Jn->unv dem folgenden Tage verbreitet wurden: „General Cdanzv erhält große fcir- f s ’ t n n n n er ist e- in tt uf )ie s- cm bc- ?cn ner us- vch tn* j i«H var tel- rnz rde. cibt chcn dea und ahn Auf- sein, sind, riser and- stärkungen von allen Seiten, die Stellungen der Armee sind gut, die Armee ist rität in der belagerten Stadt noch reicht. Der Rücktritt des General-Gouver- solid; die Nachrichten aus dem Osten bezeugen die Disciplin und Festigkeit von neurs Trochu und seines Alterego, des Kriegsministers Leflo, scheint eine Folge Bourbakis Armee. Die Preußen machen große Anstrengungen, um die Ankunft der Massen-Meetings vom letzten Sonntag gewesen zu sein, in Folge dessen die der Verstärkungen für den Westen und Paris zu beschleunigen; ein beträchtliches provisorische Regierung sich gezwungen sah, das Entlassungsgesuch dieser beiden CorpS kam auf dem Marsche nach Südost durch Angers; die Dispositionen Männer zu acceptiren. Für den Kriegsminister hat sich bis zur Stunde noch kein Bourbaki's in Folge der Gefechte bei Belfort beseitigen jede Gefahr für den linken Nachfolger gefunden; als Trochu's Ersatzmann dagegen stellte sich General Vinoy französischen Flügel; man meldet den Abmarsch neuer feindlicher Verstärkungen." ein. Dieser ehrgeizige Mann coquettirte schon längere Zeit mit den Ultra's und Man sieht hieraus, was Gambetta hofft und fürchtet. Eine andere Depesche namentlich mit der von Delescluze (vom „Reveil") geführten Partei der Ent- meldet: „Die Deutschen bedrohen AngcrS, um Chanzy'S linken Flügel zu um- schiedenen, deren Idol früher Ledru Rollin gewesen. General Vinoy steht noch gehen; die Räumung von TourS ist nicht vollständig, ein Theil der deutschen unter der Autorität der Regierung der nationalen Vertheidigung — auf wie lange Truppen ist noch immer dort. Der „Lafayette" traf vor Havre ein. Preußische Zeit aber, das ist die Frage. Schon werden die Clubs aufsässig gegen die Re- Reiterei kam am 26. Januar durch Caudebec; eine preußische Colonne rückte am gierung, schon zählt man im Club FabvieS zu Bellville die vorhandenen Revol- 27. Januar in Ioetot ein." So der KriegSmiuister Gambetta. Der „Diplomat" ver und Pistolen, schon bezeichnet man nicht nur Trochu offen als Verräther, macht bekannt, daß er den Nachrichten von Verhandlungen in Versailles keinen sondern gewisse exaltirte Redner erklären unter dem Jauchzen ihres wilden Audi- Glauben schenke, sobald jedoch die Delegation Nachrichten erhalte, werde sie die- toriumS: „daß Jules Favre nichts werth sei und Gambetta so viel als Jules selben sogleich veröffentlichen. DaS Pikante an dieser Mittheilung ist, daß sie Favre." Dem General Trochu mag r« sehr erwünscht gewesen sein, durch seinen vom 27. datirt ist, während Favre in Versailles am 25. doch bereits von Paris Rücktritt einen Ausweg zu finden, der ihn vor dem Bruche seines Wortes bt- wieder eingetroffen war und eine lange Conferenz mit dem Grafen Bismarck batte, wahrt: „er werde nie als Generalgouverneur die Capitulation von Paris unter- Die Regierung in Paris hatte einen plausibeln Grund, Gambetta zunächst bei zeichnen." General Vinoy, der, wie es he ßt, einen großen Mass.nauSsall an- Seite zu lassen, da er nicht auf seinem Posten in Bordeaux war. ordnet, mit Weibern und Kindern an der Spitze, ist jedenfalls nicht durch so Die „N. F. Pr." schreibt über die Verhandlungen zwischen Bismarck und feierliche Erklärungen gebunden und hat nicht nothig, sich so schmählich innerhalb JuleS Favre: „Der gemüthvolle, von seiner leidenschaftlichen Vaterlands- und 48 Stunden zu dementiren, wie dies dem so eben noch so heftig bramarbasiren- FreiheitSliebc an vorurtheilslosen Anschauungen der Dinge verhinderte, durch an- den Commandanten von Longwy bei der in dieser Nacht erfolgten Uebergabe geborenes fränkisches Naturell und seinen Lebensbcruf zum Pathos neigende Franzose dieser Festung geschehen. ist der Gegenfüßler des hinter dem Schirme burschicoser Manieren die kälteste, London, 30. Jan. Sämmtliche Morgenblätter begrüßen den Waffenstillgrausamste Berechnung verbergenden, wider alle Gefühlsregungen blasirten und mit stand und glauben, daß das Ende des Krieges gekommen ist. „Times" sagt: die durchdringender Verstandesschärfe ausgerüsteten Bismarck. Für letzteren ist die gegenwärtige Mäßigung Deutschlands gegen den gänzlich unterdrückten Feind ist Gelegenheit gar zu verlockend, dem Gegner die Ueberlegenheit des kühnen Ver» ein gutes Vorzeichen für die weiteren Unterhandlungen. Frankreich hätte in seiner standes über die Gefühlsauswallung empfindlich zu machen und zugleich durch seine äußersten Notb freigiebigere Bedingungen niemals erwarten können. Frankreich Kenntniß milltärischer Dinge den in diesen gänzlich urtheilsunfähigen Favre ad wird die Bedingungen des Siegers annehmen und der Letztere hat selbst ein Jn- absurdum zu führen. Das muß Favre und das muß die gesammte Pariser Re- teresse daran, die Bedingungen möglichst erträglich einzurrchten. Die französische gierung und Bevölkerung wissen. Wenn trotzdem kein Soldat, sondern der Mi- Botschaft fordert officiell zur Beförderung aller disponiblen Vorräthe an Korn, nister des Auswärtigen sich in's preußische Hauptquartier begeben hat, so müssen Mehl und Kohlen nach Dieppe auf, wo die französische Regierung Vorbereitungen die Versailler Verhandlungen sich wenigstens in zweiter Linie um den Frieden zum Ankauf träfe. Earl Granville hat einen Gichtanfall. hatten Theodor Frenzel, von dcrs. Comp., auo Haycrswcxde in Preußen, G.-Chev. St. Petersburg, 22. Jan. Die „Karlsr. Ztg." bringt folgende, wie es Kriegsnachrichten. Deutschland und alle diejenigen Ortschaften verbreitet hvben, in denen französische Gefangene internirt sind. Unter diesen Emissären sollen sich neben Franzosen na- Gesreiter G.-Chev. Preußen erhobenen Anschuldigungen und wiederholt insbesondere die Behauptung, Preußen habe die Bestimmungen der Genfer Convention nicht beachtet. Graf Chaudordy versucht es ferner, d:e vom Grafen Bismarck gegen Frankreich gerichteten Anklagen zu widerlegen. Die Anschuldigungen, Frankreich habe den See- Rußland ein verständiger Mensch nicht schwärmen. Seit dem Beginn dieses Jahrhunderts hat sich Frankreich stets als Gegner Rußlands bethätlgt. — Am 15. Januar ist die Commission zusammengctreten, welche für die Armeereform die Entwürfe zur Durchführung der allgemeinen persönlichen Dienstpflicht aufzu- stellen hat. Aus Madrid, 17. Januar, wird der „Allg. Ztg." geschrieben: Amadeus seinerseits erweckt durch seine Freigebigkeit, eine Tugend, welche die Spanier höher schätzen als jedes andere Volk, gut königl che Gesinnung; außer seinen Schenkungen an die verschiedenen WohlthätigkeitSanstalten hat er das erste MonatSgeld seiner 9. Januar, betreffend die völkerrechtswidrige Kriegführung der Franzosen, beant- Regiment wortet. Es sei zunächst heroorgehoben, daß Graf Bismarck auf die in dem fron- Verluste: mentlich Polen befinden; auch Engländer sollen ihre Franzosenliebe so weit getrieben haben, sich zu dieser gefährlichen Mission hinzugeben. Die in letzter Zeu häufig vorgenommenen Verhaftungen sollen hiermit in Verbindung stehen und zu diesen Entdeckungen geführt haben. 2. Infanterie Regiment, beim Patrouillengang nach Gien am 11. Jan. W'lh. Melior, v. d. 7. Comp., aus Groß-Buseck, 1. v., Sch. d. d. r. Seite, liegt in Gien. Versailles, 25. Jan. Jules Favre verließ gestern Nachmittag wiederum Cioilliste zur Auszahlung der den früheren Palastdienern schuldigen Ruhegehalte Versailles, um nach Kenntnißnahme der deutschen Bedingungen hinsichtlich des verwandt. Während seine Beliebtheit bei dem gemeinen Volk und bei den Sol- Friedensschlusses und der Capitulation nach Paris zurückzukehren^ von dem er am daten wächst, scheint sich der Adel immer noch in einer schroff ablehnenden Hal- 23. Mittags abgereist war. Er hatte eine Anfrage an den Reichskanzler gesandt, tung gefallen zu wollen; die Sprößlinge der Grandeza setzen den Hut auf, wenn ob dieser ihn zu empfangen geneigt sei. An die bejahende Antwort war die Be- Der König in der Oper erscheint, und einzelne Familien verlassen mit Geräusch dingung geknüpft worden, daß von der Londoner Conferenz nicht die Rede sein ihre Logen, was alles den König offenbar ganz kalt läßt. Die Formel, welche dürfe. So langte der französische Minister des Aeußern am 23. Januar, Nach- an der Spitze seiner Decrete künftig stehen soll, wird lauten: „Amadeus I., durch mittags 5 Uhr, im Neichskanzleramt, in Begleitung seines Schwiegersohnes, des die Gnade Gottes und den Willen der Nation." Der König hat bereits die spanischen Malers Martinez Del Rio, an. Beide sp isten gemeinsam mit Graf Schreibewmnterzeichnet, durch welche er den fremden Mächten seine Thronbesteigung Bismarck in dessen Privatgemächern. Die Gerüchte über Die von uns gestellten zur Kenntniß bringt, und den englischen und den italienischen Gesandten, die ihm Bedingungen sind zahllos wie der Sand am Meer. Wer aber diese Gerüchte ihre Beglaubigungsschreiben überreichten, in feierlicher Audienz empfangen. Der zur Basis seines Raisonnements nehmen wollte, hätte auch nur auf Sand gebaut, norddeutsche Gesandte hat von seiner Regierung die Weisung erhalten, zu der Der Curiosität halber will ich nur erwähnen, daß man erzählt, der Reichskanzler Regierung des Königs Amadeus in so freundliche Beziehungen zu treten, als nur habe unter Anderem die Abtretung der französischen Stationen auf Madagaskar Der Gesandte irgendeiner andern Macht. Die Königin, Deren Ankunft noch in unD Die gänzliche Aufgebung der algerischen Colonie verlangt. Das sind natür- diesem Monat stattfinDen soll, wird vom König und von einigen bereits ernannten lich nur Hirngespinnste, an die im Ernst kein vernünftiger Mensch glauben mag, Civilen und militärischen Ausschüssen an der Gränze eingeholt w.rden, und nach die nichtsdestoweniger aber doch in Umlauf sind und gläubige Gemüther finden, kurzem Aufenthalt je an Den Stationen Burgos, Vitoria, BalladoliD hier cm* Welcher Art indeß auch unsere Bedingungen sein mögen, so viel steht fest, daß treffen. Jules Favre selbst keine feste Ansicht darüber hat, wie weit überhaupt seine Auto- -------—- 28. Jan. Das 2. Infanterie-Regiment und Das 1. Reiter- bet nachverzeichneten Patrouillen - Gefechten die beibemerften z'ösifchen Rundschreiben vom 29. November erhobenen Anklagen gegen die preußische Kriegssührung nicht weiter gegangen sei und dieselben foadt als erwiesen angesehen werben müßten. Den Vorwurf des Grafen Bismarck, daß man in Frank- Sergeant reich Deutschland nicht kenne, will Graf Chaudordy nicht gelten lassen; er selbst habe längere Zeit in Deutschland gelebt und sich eine genauere Kenntniß von Musketier Balth. Friedr. Fauerbach, von Der 7. Comp., aus BüDesheim, l. v., Land unD Volk ungeeignet; td fei traurig, zu sagen, daß er jetzt freilich Deutsch Sch. D. D. I. Oberschenkel, liegt in Gien. lanD nicht wieder erkenne, nachdem es auf ganz andeiem Pfade und ganz anderen Bei gleicher Veranlassung am 20. Jan, sind Zielen entgegengeführt werde, als diejenigen feien, welche ihm bisher seine Denker, Musketier Georg Brod, v. d. Leibcomp., aus Fauerbach. Philosophen, Dichter, Geschichtsschreiber eröffnet hätten. Im Uebrigen beharrt 1 ~ Graf Chaudordy bei (einen im Circularschreiben vom 29. November v. I. gegen krieg in völkerrechtswidriger Weise geführt, erklärt Graf Chaudordy bereits in feiner früheren Note entkräftet zu haben. Was Die Entweichung französischer Offiziere unter Bruch des gegebenen Ehrenwortes betrifft, so habe Die Regierung Der nationalen Vertheidigung Dieselbe durchaus nicht gebilligt. Gegenüber Der Anklage, wegen Der von den algerischen Truppen verübten Unmenschlichkeiten, erklärt Graf Chaudoroy, Diese Truppen hätten sich nur durch Vaterlandsliebe unD Hingebung besonders ausgezeichnet; von einem inhumanen Auftreten Derselben sei nichts bekannt geworden. Zum Schluß Der Note beschwert sich Graf Chaudordy Dar- scheint, oificiöse Correipondenz: Die von König Wdhelm nunmehr vollzogene Ueber- über, Daß Graf Bismarck Den von Herrn Favre erbetenen Geleitschein verweigert nähme Der deutschen Kaiserwürde macht hier in weiten Kreisen Den freudigsten habe, und Daß sich Die Preußen nicht scheuten, Paris, den Sitz der europäischen Eindruck. Schon seit Wochen erwartete man diesen wichtigen Act. Ein mach- Civilisation, zu bombardiren und Durch Hunger zu Decimiren. tigeS consolidirtes Deutschland, in welchem alle Einzelstaaten Die mit Den gemein- Wie Die „D. R. C." hört, ist man einem förmlichen Complot, einer weil (amen Interessen verträgliche Selbstständigkeit bewahren, ist ein Hauptbürge des verzweigten Verbindung auf Die Spur gekommen, welche Die Befreiung resp. Re- allgemeinen Friedens. Bei den innigen Freuudschaftsbeziehungen aber, welche feit voltirung Der französischen Gefangenen zum Zweck hatte. Der Sitz Dieser Ver- lange zwischen Rußland und Deutichland belieben, kommt es unserer eigenen Sache binDung soll in Frankreich fein, die Emissäre derselben aber sich bereits über ganz zu Gute, daß der vielbewährte Bundesgenosse möglichst gekräftigt aus dem jetzigen Kriege hervorgehe. Für das übermütige unD friedenstörende Frankreich kann in gedreht haben." Graf Cvaudordy hat unterm 25. Januar ein Circularfchreiben an Die Ge- fandten Frankreichs gerichtet, in welchem er Die Note des Grafen Bismarck vom Darmstadt, Job. Gebhardt, von Vers. Comp., aus Lauterbach, in Gefangenschaft gerathen. 1. Reiter-Regiment, Leibschwadron bei La Ferte Beauharnais am 22. Januar Carl Ludw. Schambach aus WormS, Carl Schmidt aus Groß-Buseck, vermißt. Bei la Motte Bcuvron am 23. Jan. Leonhard Luley aus Bensheim, vermißt, Martin Gömmer aus Rtnderbügen, l. v., Schuß Durch Die Nase und Quetschung Der Stirne und des 1. Backenknochens, liegt im Lazareth zu Orleans. + Ittsdtli, + IkB Lmt Kan-' Wn>eij cinge + FttiM ferne “i’"*'" <9fW« NVi?oN Lf an W r (»batenaD. 29. Wllßanv mit W hriWWn m Md)tn W? ItW. Corys. St. [ Uhr 4 Mailt I ii raut erfolgt, |oü I werben. Gin I liw ab. △ Soibeau, Lil il. Vrtsaillt Grimalt! „Wir untcrj nüf 21 lagt iü al ;3orw tinbtruif Äfftn Sir dm W Kbruar aus. Eir Ditft Dtprsi »laMtuten Wort bisher über die V iliß erhiclt, tmpjini üiß des br A Wbou nach Abreise vts liungtn sei, ven Ht Gambetta'i: „er Lämbitn1,* Da tie uufyujtywn, so to lchmr verbteb in I \ L ÄW, IMün, betitelt: J JJrf L'-ine Nothwenkigke L A Sriifid, rvomnfr Depesche gtloainiknt Brbfüu; gemirft i I toaior irurD verß 1:fr ^pi'tulati'on vo ^^sitzung tee g(| Mmenbigen ""en, übetlajti 5*6 Of| .. VersailL * Die Heben SÄ .. k rtm«. 8on- r!w auf Issy i E51 WN w. unb ; Vor Paris nahm am 30. die gen des heute einen Vertrag mit Bismarck. Ein Waffenstillstand bekannt ist. Die Nebenrollen Zum Schluß wurde „daö Schwert des DamvcleS," Schwank in 1 Act. gegeben. L d. r. welches nicht wenig zur allgemeinen Erheiterung beitrug. Der Träger der Hauptrolle. Herr krdttha», L v. r 43jtD|'N Wechsel 94», Oberhessen 663/lG Toscaner 50 Ber- 1864r 70« Formulare, sind j$u haben bei am Markt. 32 fL 13 4 kr., Besondere Bekanntnrachungen fr. 46 fr. -iti k. k. k. k. Die Uebergabe aller Forts hat inclusive St. Denis im Laufe gestrigen Tages ohne alle Widersetzlichkeiten und Störung statt- Jan. Die Regierung bringt folgende Depesche Favre's, Jan., 111/2 Uhr Abends, zur Kenntniß der Präfccten einen VanD fr. fr. [in. steuerf. — i - 8 1 1882r 95ii 1885r 95 1887r 95 Theater besuchenden Publikum hinlänglich als vielseitiger Künstler stimmten mit dem Ganzen überein. RoSny, Regent. Jan. Die Constituante, deren Zusammentritt in Bor- Vernehmen nach von dem ganzen Frankreich beschickt Pariser Regieruagsmitglieder reist Morgen nach Bor- Hortsitzung des WtderstandeS unmöglich erschien, er andern die Sorge durch wlhwendigen Frieden das von ihm zu einem Krieg ä outrance gebrachten z retten, überlassen mußte. fl. 32«- fl. 153/4 Börsennachricbteu. 30. Januar 1871. k|( BDt Braunschweiger 17« 6 Stadt Madrid 217/g Amsterdam Augsburg Berlin Bremen Cöln Hamburg % Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto Disconto ! 5°;U Elisabeth.-Prior. 78 do. II. Emiss. 82« 2 InlelieiiMlooNt*. Kurh. 40 Thlr. Loose 64 «,'4 Nassau 25 fl. 40« 4 40/g bayr. Präm.-Anl. 106^/4 Ansbacher 7 fl. 12 40 g badische Loose 1O63Z 4 Badische fl. 35 Loose 60 Oestr. fl. 250 v. 1854 70«,2 1838r Prioritätsloose 154 lH60r Loose 783 . Aetleii. Oest. Creditact. 2343 4 5% östr. F. St. E. B. 364« 2 Lombard. Bahn 177 Ludwigsh.-Bexbach 1593 4 Maxbahn 108 Bayer. Ostbahn 124*/4 Hess. Ludwigsb.-Act. 133«/z Alsenzbahn-Actien 85«/4 1) Die von Kaspar Burger non Daubringen we gen Johannes Wagenknecht deponirten Diese sind verliehen gewesen und hat eS an .Zinsen davon ertragen........ 2) Die von dem Curator über Christoph Kröcker'S Kinder zu Staufenberg wegen der beiden Söhne Christoph und Balser Krücker deponirten . 3) Diejenigen......... welche es von den auf Regierungs-Verordnung zum Amt abgegebenen Pfei lisch ei: Geldern dem abwesenden Christoph Bauer ertragen hat und fl- 7«/2 fl- 44«/2 Die 4. Reserve-Division war am 26. bis Passavant vorgedrun- und hatte wieder 200 Gefangene gemacht. Die Bourba kitschen Corps befanden sich zwischen den Colonnen Generals von Manteuffel und der Schweizer Grenze. von Podbielsky. i. s. - 3* 2°/o O. „ 5% M. Amerik. Bonds Grobherzogliches Landgericht Giessen Bötticher. (E i n g e s a n d t ) Glaubend, einem kunstsinnigen Publikum nicht entgegen zu handeln, würde seitens der hiesigen Thealer-Directivn kein Mißgriff begangen, das so gut ausgefallene Intriguen-Lustspiel in 3 Acten „Maria Theresia- nochmals zur Aufführung kommen zu lassen. Cs schien, als wäre gerade zu dieser Vorstellung mehr Fleiß und Studium für die Rollen verwendet, wie gewöhnlich. Unstreitig war keine in der jetzigen Saison vorgekommene Aufführung eine gerundetere, zusammenhängendere, als obige. Leider mußte bei e'nem schwach besetzten Hause der Vorhang in die Höhe, was weniger einem nicht Kunst liebenden Publikum zur Last fallen soll, wie den nicht zu unterschätzenden Stegesnachrichten von Paris. Die Krone gehört, den Leistungen folgend, unbedingt „Maria Theresia" (Frau Dentin) und „Pater Cölestin" (Herr Schröder). Beide Rollen wurden von den Trägern bis in das Kleinste gut ausgeführt, alles zeugte von einem gut durchdachten Spiel, welches auch seitens des Publikums den gebühlenden Beifall erntete. Namentlich verdient Herr Schröder des vollen LobeS, die Beicktpredigt-Scene gerade so dem Zuhörer gegeben zu haben, wie der Autor sie selber schrieb, was er damit meinte. Frei von aller Ucbertreibung, frei von aller Couliffenhauerei, ohne nach Effect haschend, entledigte er sich seiner Aufgabe durch ein angemessenes, würdevolles Spiel, welches durch reichlichen Beifall belohnt wurde. Desgleichen vollkommen seiner Sacke gewiß spielte Herr A. de Nolte den „alten Schmied von Acrau" ganz vortrefflich, um noch weiteren Lobes zu bedürfen, indem dieser Herr einem das Johannes Bauer ertragen hat, und befinden sich solche nunmehr in der Grobherzoglichen Staatsschulden-Tilgungsfasse. Die sraglichen Depositen betreffenden Acten sind nicht mehr vorhanden, die Depositen selbst müssen aber endlich einmal zur Rückzahlung gebracht werden und da auch die zu denselben Berechtigten ans andere Weise mit Bestimmtheit nicht festgcstellt werden fönnen, werden alle diejenigen, welche begründete Ansprüche an diese Depositen bilden zu können glauben, hiermit aufgefordert, diese ihre Ansprüche so gewiss binnen tret Monaten von heute an bei dem unterzeichneten Gerichte zur Geltung zu bringen, als sonsten die betreffenden Gelder für bonum vacans erklärt und der Grossherzoglichen Staatskasse werden überwiesen werden. Giessen, den 22. Januar 1871. 4) diejenigen....... welche es ans vorgedachten Geldern dem abwesenden Frachtbriefe für die Mam-Weser-, Köln Mindener ui d Oderhessische Eisenbahn, sowie fammtliche zollamtlichen 8 1 tti Durchführung der Convention ungestört ihren Fortgang. Bei Blois verbrannte Oberst v. Below am 28. die Brücke, da der Feind auf dem linken Ufer der Loire gegen die Stadt vordrang. Letzterer zog am 29. wieder in südlicher Richtung ab. Das 2. Corps nahm am 28. bei Nozeroy einen feindlichen Wagentransport. :: tßl 1. As,ter- tu deUtwcrkkea IN z. VN L in Officielle militärische Nachrichten. Versailles, 30. Jan. Der Kaiserin und Königin in Uhr RomamviUe, Noissy, A Versailles, 29. Hau; erfolgt, foll dem verten. Ein Theil der teaur ab. A Bordeaux, 29. d. <1. Versailles, 28. und Generale: „Wir unterzeichnen A. de Nvlte, war ganz in seinem Genre als „Kleister", spielte vortrefflich, jedoch schien die Maske für einen fick als qesckeldt haltenden Buchbinder doch zu stark aufgetragen, welches sich em Künstler wie der obige nicht zu Schulden kommen lassen darf. Fräulein Sicgner eignete sich ganz vorzüglich für den kleinen „Thuc nicht gut", welchen fie mit sprudelndem Humor gab und das Publikum Gelegenheit hatte, auch Fräulein Sieqner auf einem neuen Felde zu bewundern. Hoffend, daß bei der zweiten Aufführung die Direction ein volle- Haus erzielen möge, zeichnet W. W. Prioritäten. 3°/0 oster. Stsb.-Prior. 56«/g 3° 0 öst. s. Lombard 47 3° u Lhorneser 31" Hi 8. 118«s, 16 8. — 8. — 8. 95Vs auf 21 Tage ist abgeschlossen, die Nationalversammlung für den 15. Februar nach Bordeaux einberufen. Bringen Sie diese Mittheilung zur Kcnntniß Frankreichs. Lasst n Sie den Waffenstillstand vollstrecken. Schreiben Sie Wahlen für den 8. Februar aus. Ein Mitglied der Regierung reist sofort nach Bordeaux ab." Diese Depesche wurde in Bordeaux öffentlich angeschlagen und war mit nachstehenden Worten eingelcitet: „Die Regierungs-Delegation in Bordeaux, welche wieher über die Versailler Verhandlungen nur durch die auswärtige Presse Kennt- bi'E erhielt, empfing in verflossener Nacht dieses Telegramm, welches sie zur Kennt- lüfi des Landes bringt." A Cherbourg, 30. Jan. Don Chanzy's Armee wird gemeldet, daß es lach Abreise des Prmzen v. Joinville und des Herzogs v. Aumale nicht auch gelungen sei, den Herzog v. Chartre zu entfernen. Derselbe erklärte dem Emissär Gambeita'ö: „er sei französischer Prinz und habe vae Recht für Frankreich zu bvrpsen!* Da die zur Verhaftung kommandirtcn Soldaten keine Lust zeigten, diese öuezusühren, so wagte der Emissär nicht, Hand an den Prinzen zu legen und lrtzirrer verdl>eb in der Armee. A Brüssel, 29. Jan. Der „Nord" signalisirt das Erscheinen einer Bro- Ank, betitelt: „Le fond des choses“, und introduirt sie als das Manifest dcr rovalistischen Partei. Sie stellt die Fusion der beiden bourbonischen Linien als <®e Nothwendigkeit für die Gegenwart hin. A Brüssel, 30. Jan. Das „Journal de Bruxelle" schreibt: Nach einer Sidoner Depesche bat die Nachricht von der zwischen Bismarck und Favre zu blande gekommene Vereinbarung wie ein Donnerschlag auf die Delegation von Wrdeaux gewirkt und Gamdetta bestimmt, seine Demission zu geben. Der junge Diktator wird verstanden haben, dass die revolutionäre Rolle der Delegation mit tit (Kapitulation von Paris endigen musste und daß in dem Augenblicke, wo die 5% Versailles, 30. Januar. Kunden. Von unseren Belagerungsbarterien sah ich die preußische Hchne auf Issy flattern; heute Schnee und Thauwetter. Eben rückte 4 36 . t(l Lol' . '„Kl •; „i, e-°- .1 V111 1 . i*4 11* ’V'.gtt, wit tt Utbtr* tra ilkuuzüill ^ia vLä)' "eLl tzrmii' v (acyW , äht, rtl-r srü ,• LaÄt , »ti ui l«r8tD ; j, $ {aafl in »c'tk 3^r' ^7 - SL 15' Ifgttrrion* *'.'-,41 anfi1' Action. Frankf. Bank 129>/z Frankf. Vereins-Kasse 100«/4 Darmst. Bankact. 317 Wien Bankactien 695 Galizien 233« < Telegraphische Depeschen. + Berlin, 29. Jan. Dem „Staatsanzeiger" wird aus Versailles tek- .^phisch gemeldet, dass der Kaiser und König den Präsidenten des Abgeordneten- Hauses empfangen um die Adresse entgegenzunehmen. Dasselbe Blatt schreibt ferner: Die Ratifikation des Vertrages über den Beitritt Bayerns zur Verfassung des tuitfchen Bundes hat im BundeSkanzleramte stattgefunden. 4- Breslau, 29. Jan. General Tümpling telegraphirte Morgens an stell- vertretendes General Commando: Waffenstillstand abgeschlossen. Sechstes Corps besitzt Forts Jvry und Bicötre. 4- Karlsruhe, 30. Jan. Die „Karlsruher Zeitung" enthält folgendes i^ramm: Bafel, 30. Jan. Der Badische Polizeicommissär am Bahnhof in I.sel an das Minlüerium des Innern in CarlSruhe: Bourbaki'sche Armee sammt Kanonen ist bei Pruntrut und Neuenburg in die Lchweiz eingerückt. Selbstmordversuch?Bourbaki'S bestätigt. + Freiburg i. Br., 30. Jan. Nach Prtvatnachrichten aus Basel Haden Mtheiiungen der Armee veS Generals Bourbaki bei Pruntrut die schweizerische Glknze überschritten. 4- München, 29. Jan. Telegraphische Nachricht an daS KriegSministeriuw. (hat ena», 29. Jan., Vormittags. Vom 28. an einundzwanzigtägiger Waffen. pUstanv mit Ausnahme Belfort und Bourbaki'scher Armee. Besatzung Paris kncz-gefangen mit Ausnadme Nationalgarde. Sämmtliche Forts werden von deutschen Truppen besetzt, Montrouge und VanvreS vom 2., Charenton vom 1. bepr. Corps. Stadt zahlt 200 Mill. -Fr. 4- Dresden, 29. Jan. Sächsisches Armeecorps besetzt heute Vormittag 10 5. Jagerbataillon ein, das seit dem 19. September auf Vor- ' Wien stand und doch ercellent aussah, eö vtrlvr beim letzten Ausfälle ft i Dfficiere und 80 Mann. Wilhelm. n n 3«/2O/o „ - Bayer. 50 M — n 4« jO/0 1jährige 92 „ 4°/o 1jährige 853/K Wiirtemb. 4«/2% Obi. 973 4 Baden 4«/2% Obi. c. E. L. 91: 4 Oesterr. Silberrente 553/4 w Papierrente 47«/j - S18c[äi («* "och Üttol. V" d| 3-k. , .*• leinen ' * b,. mitl. ai. “• Mt durch fo innerhalb Uibt^abt Preuss. 41 2 0 o Oblig. 90« 2 Frankf. 3 *, 2 °/q Obi. 807 Nass. 4«/z0 o 0bl- 9P 8 Kurhess. 4u/q „ 82«/4 Gr. Hess. 50/0 Obi. 101 Spanier, neuest. 3o/o 30«, 2 M. |agt: tit [r?rßiifa Klint ,ß tu feiner ?llta Kruknich na >)»' i l sruzößscht on Sorn, k35 betkrrkitullgm Arbois, 30. Jan. Die Avantgarde der Süd-Armee (14. Division) erreichte gestern Nachmittags die abziehende französische Armee 1 Meile westlich Pontarlier an der Schweizer Grenze. Die Dörfer Sombacourt und Challbis mit Sturm genommen; gegen 3000 Gefangene und 6 Geschütze genommen. Graf von Wartensleben. GeldMorten. Pr. Cassen-Sch. 1 447/s-15« b Sachs. „ — Div. Cassen-A. — Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 46—48 „ doppelte 9 48—50 Holl. fl. 10 St. 9 54—56 Du raten . . 5 37—39 20 Frankenst. 9 30«/a—31’ • Engi. Sover. 11 55—59 Kuss. Imper. 9 47—49 Dollar in Gold 2 27—28 40/q Oeffentliche Anffordenmq. 327) Von dem vormaligen Landamte Giessen wurden am 14. November 1806 ,bamaüge Grobherzogliche Generalkasse die nachstehenden Depositengelder einge-. r tu ' k. S. 1003,s k. S. 997/8 k. S. 105 k. S. 97 k. 8. 104% k. 8. 88« 4 k. 8. 1033 4 Bekanntmachung. Ritterschaftlicher Kaufun- ger Stiftsfond. 319) Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach dem Ableben -es Großherzoglichen Hofgerichts-Advocaten und Stiftssyndicus Fuhr, der Rechner der geistlichen Wittwenkasse zu Gießen, Georg Benjamin Körber daselbst, zum Erheber der Eapitalzinsen, Pachtgelder und fonftißen Gefalle des Rit- lerschaftlichen Kaufunger Stiftsfonds zu Gießen provisorisch bestellt worden ist und gültig Zahlungen an denselben geleistet werden können. Die Herren Bürgermeister sind ersucht, alsbald diejenigen Angehörigen ihrer Gemeinden zu benachrichtigen, welche hierbei interessirt sind. Darmstadt, den 26. Januar 1871. In Auftrag: Ferdinand Schenck, Stiftssyndicus. Versteigerungen. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 308) Künftigen Montag, den 6. Februar, Morgens 9 Uhr, soll im District „Mühlbergs, auf der Höhe anfangend, versteigert werden: 39 Stecken BuckemScheidholz, 82 „ Buchen-, Eichen- u. Elsbeeren- Prügelholz, 190 „ Buchen-und Eichen-Stockholz, 9075 Wellen „ „ „ Reish. und 91 Stämme Eichen - Bauholz von 2524 Cubikfuß. Lich, am 30. Januar 1871. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt- 277) Donnerstag den 2. Februar d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause die der Conrad Müller Wittwe gehörigen Grundstücke als Eigenthum versteigert werden: Flur Rr. lUKlftr. s/ao6 314 Acker am Wismarer Weg, links, Vr2-, V23. Classe, 5/4oi 250 Acker, auf den Fluthgraben, 3. Classe, “/is 242 Acker im Schlangenzahl, V23.; V24- Classe, 25/s3 376 Acker am Erdkauter Weg, V23., 1/24. Classe, 45/% 277 Acker in der Lichtenau, am Badenburger Fußpfad. Gießen, den 26. Januar 1871. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. I u g h a r d t. Feilgebotenes. 278) Feldpostbriefe, mit Cigarren und Tabak fertig verpackt, sind stets vor- jräthig bei Georg Dörr, Cigarrenhandlung, am Kirchenplatz. 142) Täglich frische Kreppet bei F. Appel Wittwe, Neustadt, am Oswald'schen Garten. 328) Ein noch gut erhaltenes Elavier ist wegen Mangels an Raum billig zu ver kaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 312) Die erwarteten Erbsen, Linsen und Bohnen sind wieder eingetroffen. I. A. Busch Söhne. 316) Der Unterzeichnete offerirt beschlagene Flößhölzer in allen Dimensionen, sowie auch Hochkant, den Cubikfuß frei Bahnhof hier zu 20 fr. Zimmerarbeiten übernehme pr. laufenden Fuß zu 1'/2 fr. S- Katzen st ein (Holzhandlung.) Annonce. 270) Auf dem von Schenk'schen Hofgut zu Schweinsberg stehen: 5 Stück fette Ochsen, 3 „ „ Kühe, 2 „ „ zweijährige Stiere zum Verfauf. 61) Häckselmaschinen, Dickwurzmühlen, Oelkuchen- brecher der verschiedensten neuesten Construction, stets vorrcithig bei Georg Nenzel (Maschinenfabrik.) Musikwerke und Spieldosen von 2 bis 24 Stücke spielend, mit und ohne Glocken und Trommel, Castagnetten, Himmelsstimmen, Mandolinen zu en-gros-Preisen, empfiehlt (1647) Georg Schäfer, Uhrenhaudlung. Vermiethungen. Vermischte Anzeigen. 329) Ein Familienlogis ist zu vermiethen 317) Ein Laden nebst Wohnung, wo- und sogleich beziehbar in Lit. A. Rr. 34,! möglich am Kreuz oder Seltersweg, wird c>interaasfe. ! alsbald oder zu Ostern, zu miethen gesucht. ----------------------------------------------1 Näheres bei der Exped. d. Bltts. 201) Eine 9Nansarden-Stube nebst Küche i——---——---------—-------------77 und sonstigem Zubehör ist zu vermiethen 1 320) Ein brauner, schwarz und weiß bei Th. Heerz Wittwe, Neuenweg. carrirter Shawl ist aus dem Wege von ---—1 Garbenteich nach Gießen verloren worden. 188) Ein möblirtes Zimnier mit Cabi-lDer Finder wird gebeten, denselben gegen net ist zu vermiethen bei >Belohnung bei den Herren Gebr. Wen- Alexander Meyer. Izel abzugebcn. 318) In meinem Hause auf dem Seltersberg ist der obere Stock zu vermiethen. Balth. Kann. 311) Eine kleine Familienwohnung ist zu vermiethen bei F. Schneider, Mühlgasse. 271) Zwei bis drei gut möblirte Zimmer sind zu vermiethen bei S- Katzenstein, im Nuss Hof (Neubau.) 261) Vier Mansarden - Zimmer nebst Küche und sonstigem Zuaehör, zu einem Familienlogis sich eignend, sind zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei Louis Möser, Wirth, Neuenweg. I 273) Einen ersten Gehülfen sucht Dr. Neatz, | Hofger.-Advocat. Jede» Bandwurm ; entfernt binnen 3 bis 4 Stunden vollstän- - biß, schmerz- und gefahrlos; ebenso sicher beseitigt auch Bleichsucht und Flechten und zwar brieflich Doigt, Arzt zu Erop- penstedt (Preußen). (224) 321) Ein gebrauchtes Kinderwägelchen wird zu kaufen gesucht. Zu erfragen Neuen- >weg Lit. B. Nr. 178. 1279) Gesucht eine Stube mit Cabinet, Kammer und Küche. I Näheres bei der Exped. d. Bltts. Hamburg, Berlin, Basel, Wien, Leipzig, Stuttgart, Zürich, St. Gallen, Genf, Neuerwall, 50 ; Leipzigerstrasse, 46 ; Steinenberg, 29; Stadt, Neuer Markt, 11; Markt, 17, Königshaus; Kronprinzstrasse, 1 B ; Elsassergasse, 1 ; Obere Grabenstrasse, 13; Place du Molard. 2. 310) Ein Laufmädchen für mehrere Stunden des Tages gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 313) Von einem Soldaten wurde am ! Sonntag Abend ein Portemonnaie mit Anhalt verloren. Der redliche Finder nmb gebeten, solches gegen eine gute Belohnung bei der Exped. d. Bltts. abzugeben. HAASENSTE1N& VOGLER Zeitungs-Annoncen-Expedition. in Frankfurt am Main, grosse Gailusstrasse 1, im 1. Stock. Cyr und Trianon. Von Hans Blum - Die Kerntruppen der französischen Armet. — Aus dem Leben der französischen Kriegsgefangenen. Zu dem Bilde von Otto Fikentscher. — Kleine Kriegsbilder naq der Natur. Mit zwei Illustrationen von Emil Hünten. — Die Zwillinge der Krie- gerswiltwe. Preis pro Nummer 2V2 Sgr. Zu Bestellungen empfehlen sich die Ferber'sche Univ.-Buchhhandlung, E- Heinemann, I. Ricker. Die Nr. 18, die neueste Kriegs- KZ nummer, enthält: Gtschästs- Verlegung. 326) Dem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß sich mein Geschäft vom 31. Januar an in dem Hause des Herrn Buchbinder Hof' mann, Seltersweg, befindet. Das mir seither geschenkte Wohlwollen und Vertrauen bitte ich mir auch fernerhin zu bewahren. Das Repariren und Ueberziehen der Schirme wird solid und pünktlich besorgt. F. Schneider, Schirmmacher. | Danksagung. 324) Allen Denjenigen, welche W unseren unvergeßlichen Vater, Bru- M der und Schwiegervater, Ludwig H) Weber, zu seiner letzten Ruhestätte begleitet haben, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. 325) In einen hiesigen Gasthof unrbiS^r Commandeur der Garden. Mit dm . in Zimmermädchen zum sofortigen Eintritt! Porträt des Prinzen August von Württew gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bl. i berg. — Die Helden der Arbeit. (Forts) ——-------------------------------! Roman von Max v. Schlägel. — Wie da? 323) Für das akademische Hospital wird Leipziger Regiment vor Paris zu feinem eine tüchtige Köchin gesucht. IRindfleisch kam. Von Lieutenant F. W- - ———— —7-77------------ Die jüngsten Soldaten des deutschen Heeres 322) Oute Salat-Kartoffeln werden zu Mt den Porträts der Prinzen Friedt, kaufen 6^sucht. Näheres bet der Exped.,! Wilhelm und Friedr. Leopold von Preußern dieses Blattes. I $or und um Paris- Vl. Von Georz Hiltl. — Am Familientische: Mein ist die Rache. Gedicht von Julie Ludwig. — St. f=ti LS 3 = cä ——— um — tf 1 ihm« gwi ff' iwimMBwrniM wm»! iiwa— 3 - 25% | 0 |l e n = r T j) fl r n i jj bei Annoncen. Bekanntmachungen aller Art ti befördert prompt in sämmtliche deutsche und ausländische Zeitungen, Lokalblätter Ü und Fach-Zeitschrrften mit 5—25% Koften-Ersparuitz die Annoncen - Expedition von E. Schlotte in Bremen. Annoncen - Bureau Tla. 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