fe Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags. Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1- Mzeige- Amtsblatt für den Kreis Kietzen. Nr. 192 Samstag den 31. December 187O> Eim»ü»ng zum Abonnement . * auf ven (»t^P\et Anzeiger. Derselbe erscheint täglich, mit Ausnahme Mon. . . t m Abonnementspreis in Ver Stadt Gießen vierteljährlich 1 fl. 12 kr. frei ins Haus geliefert. ' a Den seitherigen AtziENten in der Stadt Gießen werde. r weml tior^et feine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt auch im I. Quartal 1871 zusenden und den Abonnemcntsbetrag wie fcut(^ s^uittun3 Theben lassen. Diejenigen, welche den Anzeiger Abends bei der Erped^ al)f)olen lassen, erhalten denselben zu 1 fl. pro Quartal. Für alle außerhalb Gießen wohnenden Abonnenten beträgt der .^teljähriae Abonnementspreis 1 fl. 27 kr. incl. Postaufschlags. Dieselben können nur bei der Post oder den Landpostboten abonniren. Damit wir nun in den Stand gesetzt sind, die Auflage des Blattes am 1. Januar 1871 bestimmen zu können, ersuchen wir Alle, roei-., fluf fcen @iegcnet Anzeiger abonniren wollen, dies schon jetzt bei der ihnen zunächst gelegenen Postanstalt oder den Landpostbotcn zu thun, roiv un(S nicht verbindlich machen können, nach dem 1. Januar erfolgende Abonnements mit vollständigen Exemplaren zu bedienen. _________Die Redaction. Brodpreife vom 31. December 1870 bis 6. Xymuor 1871, nach eigener Erklärung der Bäcker: 4 Pfund gemischtes Brod 21 kr. 2 Pfund gemischtes Brod lO1/2 kr. 4 Pfund Roggenbrod 1b (Ye 2 Pfund Roggenbrod 9 kr. Amtlicher Sbeil. Bekanntmachung. Betreffend: Anmeldung und Prüfung der einjährig Freiwilligen. Diejenigen Militärpflichtigen, welche als einjährig Freiwillige dienen wollen und im Großherzogthui« Hessen nua; 3. x;u uu axtintai tsiTugr^nfivutii»« für den Norddeutschen Bund vom 26. März 1868 (Regierungsblatt Nr. 21) gestellungspflichtig sind, haben ihre Anmeldung schriftlich, unter Berücksichtigung der SS- 148, 149, 151, 152, 153, 154 und 155 der erwähnten Militär - Ersatz - Instruction bis zum 1. Februar nächsten Jahres bei der unterzeichneten Commission einzureichen, falls sie sich der im März k. I. stattfindenden Prüfung zu unterziehen beabsichtigen. Der Meldung sind beizulegen: a) ein Geburtszeugniß (Taufschein), b) eine beglaubigte Einwilligung des Vaters oder des Vormundes; c) ein Unbescholtenheitszeugniß; welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Pro-Gymnasien und höheren Bürgerschulen) von dem Director, beziehungsweise Rector der betreffenden Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute aber von der betreffenden Polizei-Obrigkeit auszustellen ist. Da die Zeugnisse und Bescheinigungen bei den Acten zu verbleiben haben, so sind dieselben in den geeigneten Fällen in beglaubigter Abschrift einzureichen. Bei Nichtbcobachtung der bestehenden Vorschriften, oder Einreichung des Gesuchs nach dem angegebenen Termine, kann die Zulassung zu der nächsten Prüfung nicht stattfinden. Diejenigen, welche auf die ergangene Meldung den Berechtigungsschein nicht zugeschickt erhalten, haben demnächst zur Prüfung zu erscheinen, da eine specielle Einladung hierzu nicht erfolgt. Der Termin der Prüfung, sowie das Local, worin dieselbe vorgenommen wird, kann erst später bekannt gemacht werden. Die unterzeichnete Commission macht außerdem auf folgende Bestimmungen ausdrücklich aufmerksam. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst darf nicht vor dem vollendeten 17. Lebensjahre und muß bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. Februar des Kalenderjahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird. 2)Ht der Anmeldung um Zulassung zum einjährigen Militärdienst ist die Aufgabe des Rechts, an der Loosung Theil zu nehmen, verbunden. Ausnahmsweise kann der durch die versäumte rechtzeitige Anmeldung verloren gegangene Anspruch durch Resolution der Ersatzbehörden dritter Instanz wieder verliehen werden, wenn der betheiligte Militärpflichtige noch nicht an einer Loosung Theil au nehmen verpflichtet war, oder vermöge seiner Loos-Nummer disponibel geblieben ist. In letzterem Falle darf diese Vergünstigung indeß nur dann eintreten, wenn der desfallsige Antrag vor der zweiten Aushebung, bei welcher der betheiligte Militärpflichtige zu concurriren hat, formirt wird. Gesuche um Wicderverleihung der durch versäumte rechtzeitige Meldung verloren gegangenen Berücksichtigung sind an die zuständige Kreis - Ersatz - Commission zu richten. Mit Rücksicht auf den Anfang des Kreis-Ersatz-Geschäfts im Januar nächsten Jahrs ist zugleich weiter angeordnet worden, daß Militärpflichtige, welche die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst nachsuchen wollen, diese Absicht, unbeschadet der Verpflichtung zur Anbringung der betreffenden Gesuche bei den Prüfungs-Commissionen, bei Gelegenheit des Kreis-Ersatz-Geschäfts zu erklären haben. Sie nehmen an der Loosung nicht Theil. Darmstadt, den 15. December 1870. Großherzogliche Prüfungs - Commission für einjährig Freiwillige. Pabst. Strecker. Gefundene Gegenstände: Ein Portemonnaie mit 1 fl. 45V< kr-, ein desgleichen mit 23 fr., ein Pelzhandschuh für einen Knaben, ein wollener Damenhandschuh, ein schwarzes Geldbeutelchen mit Stahlperlen und 3O‘/2 fr. Inhalt, eine Schachtel voll Ultramarin Waschblau in Kugeln, ein großer Schlüssel und ein Schulbeutel (in Verwahrung bei Rathsdiener Moll.) Die Etgenthümer werden aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder oder zurückgegeben später zu Gunsten der Armenfasse werden versteigert werden. Gießen, den 30. December 1870. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. Nover. Politischer Theil. 30. December. Der „Volkskrieg." Wenn Frankreich eine regelmäßige und festbe- gründete Regierung hätte, so würde, wenn nicht bereits die Katastrophe von Sedan, so doch gewiß die Capitulation Bazaine'S und der Fall von Metz den Frieden gebracht haben. Zwar waren mit der Gefangennehmung der beiden großen Armeen die Widerstandskräfte Frankreichs keineswegs völlig erschöpft: Frankreich besaß Menschen und Reichthümer genug, um im Anschluß an die noch vorhandenen bedeutenden Ueberreste der alten Heeresmacht neue Armeen zu formten. Aber eine, die Zukunft des Landes in's Auge fassende Regierung wurde sich doch vor Allem die Frage vorgelegt haben, ob die für den Fall einer Fortsetzung des Krieges dem Lande aufzuerlegenden ungeheuren Opfer in richtigem Verhältnisse ständen zu der Aussicht, durch erneute Anstrengungen einen Wechsel des Kriegsglücks zu erzwingen. Sie würde diese Frage ohne Zweifel verneint und sich demgemäß entschlossen haben, das Opfer eines einheitlichen Friedensschlusses lieber vor als nach der völligen Erschöpfung der Kräfte des Landes zu bringen. Sie wird sich gesagt haben, daß ein hoffnungsloser Verzweiflungskampf nur dann gerechtfertigt ist, wenn es sich um die Existenz des Landes, nicht aber, wenn es sich um die Abtretung eine» mäßigen GebtetStheileS handelt. Sie würde dieser Einsicht gemäß verfahren sein, und Frankreich würde sich in das Unvermeidliche gefügt haben. Die republikanische, von den Parisern proclamirte Regierung hat den Kampf fortgesetzt, weil ihre Existenz von der Fortsetzung defselben bedingt war, sie hat ihr «genes Interesse, nicht da- Wohl de- Landes zur Richtschnur ihre- Handeln- gemacht. Indessen wenn ihr Widerstand auch politisch durchaus ungerechtfertigt ist, so sind die militärischen Leistungen der neu gebildeten republikanischen Heere doch nicht gering anzuschlagen. Die Widerstandskraft der numerisch autzerordent- lich starken und gut geführten Loirearmee hat sich ehrenvoll bewahrt, wie denn auch unsere Krieger der Tapferkeit de- Feinde- in den letzten Kämpfen alle Gerechtigkeit widerfahren lassen. Wohl trifft den Kaiser de- französischen Staates eine schwere Verantwortung wegen de- unnütz vergossenen Blute-; aber die Opfer ihrer unsinnigen Politik haben sowohl vor Pari- wie in den übrigen Kämpfen ihre Soldatenpflicht erfüllt; sie haben mit ehrlichen Waffen gekämpft, und wurden von ihren deutschen Gegnern al- ehrliche Soldaten angesehen. Daß diese neu gebildeten Heere nach wiederholten Niederlagen nicht die festgefügte Haltung alter Truppen bewahren (wovon die große Anzahl der Versprengten und Marodeure ein unwiderlegliche- Zeugniß ablegt) ist natürlich; und es ist daraus diesen Truppen kaum ein Vorwurf zu machen. Zu diesen geschlossenen, regelmäßig organisirten Heere-maffen kommt nun aber ein schlechthin verderbliches und verwerfliches Element, die Guerillabanden, welche dem Kriege den Charakter eines Volkskriegs geben sollen. Die Thätigkeil der Franktireur- und der bewaffneten Bauern, die aus sicherem Versteck auf Patrouillen schießen und gelegentlich auch wohl ein schwaches feindliches Detachement beunruhigen, übt auf den Gang der kriegerischen Operationen gar keinen Einfluß, aber sie reizt und erbittert den Gegner, weil sie ihn zwingt, auf seine Sicherheit Bedacht zu nehmen, auch wo er einem ebenbürtigen Feinde nicht gegenüber steht. Die- Element droht die an sich schon furchtbare Kriegführung völlig zu vergiften. Ein Feind, der nicht Soldat ist, gilt, und mit vollem Rechte, in den Augen des Soldaten für einen Banditen, das Hau- aus welchem hinterlistig auf ihn vo Civilisten geschossen ist, betrachtet er als eine Räuberherberge und behandel^ nach allgemein geltendem Kriegsrecht nicht anders als eine solche. Den fcr,d>tn Soldaten berührt eine derartige Hinterlist und Tücke um so empfindlich" " seiner ganzen Natur nach durchaus darauf bedacht ist, zu feinen Qu ‘!cr6c*c,n und überhaupt zu der Eivilbevölkerung des occupirten Landes in ejp^kEhltche-, freundliches Verhältniß zu treten, und sich von jeder anspruchsoo^ Unbescheiden, heit fern hält. Er laßt sich Manches im Verkehr mit den ße'£Ucn > nur die feige Tücke erbittert ihn. Daß unter solchen Umstä^" Repressalien sich auf da- Nothwendige beschränken, daß die unerläßli^ Strenge niemals ln Grausamkeit und Unmenschlichkeit ausartet, gereicht tw musterhaften, namentlich auch von allen englischen Berichterstattern bewunden Disciplin der deutschen Heere, zum höchsten Ruhme. Wie haben unter glichen Umständen die französischen Truppen gewüthet! Die äußerste Härteren jede r sollen weiter weggeführt werden. E ne große Menge Garidaldianer waren e-, welche uns nach lebhaftem Widerstände gefangen nahmen. Ich bitte ferner, meiner Frau bavckl Nachricht zu geben. Lebt wohl, liebe Kameraden!" Ueber die Ermordung re- unglücklichen Comm ndanten Brnaud in Lyon sagt „Salut Public": Auf die Berichte über das Gefecht von Nuit- wurde Montag Abends in einer Versammlung von Croix-Rouffe auf Dienstag eine Kundgebung mit schwarzgekleideten Frauen und einer rvthen Fahne beschlossen. Es sollte ein Revolutionscomite ausgeft Ut werden, welches Pricster und Aristokraten zur Armee zu schicken hätte. Aber ter Bataillonschef, an den sich der Club wendete, versagte seine Mitwirkung; darauf verlangten die Füdrrr von Arnaud, Chef d'Atelier und Nationalgarde-Commanvant, baß er fern Bataillon zur Verfügung stelle. Als er sich ebenfalls weigerte, schuppten ihn die Weiber aus dem iNeria-vmtungslocsl (Saal 93-ikntino). Arnauv, von einigen Lärmern mit Flintenschüssen bedroht, zog einen Revoivcr und erhielt darauf einen Bayonnetstich in die Stirne; er erwiderte den Stoß mit zwei Schüssen, die in die Lust gingen. Jetzt hieß <1: „Er hat auf du« Volk geschossen; ersch'eßt ihn!" Dieses Urtheil wurde von den Meuterern standrechtlich vollzogen, obgleich nicht 30 Schritte weit Linienmilitär einkasernirt und Nationalgarde postirt war. Arnaud hatte noch da- Unglück, schlecht getroff-n zu werden, so daß ihm ein 16jähriger Gamin den Gnadenstoß gab. Der Mord wurde vollbracht von 15 Individuen, begleitet von 20 Megären mit einer rothen Fahne. Arnaud starb gefaßt: er entblößte seine Brust und warf sein Käppi in die Luft mit dem Rufe: Es lebe die Republik! Sein Wunsch, vor seinem Tod noch Frau und Kinder zu sehen, wurde nicht erfüllt. Die Mörder schossen einer nach dem andern; erst auf den fünften Schuß fiel der Unglückliche, war aber nicht todt. Der obengenannte Gamin näherte sich dann und schoß ihm seine Kugel durch Vie Brust. Noch lebte Arnaud und suchte sich auf die Kniee zu erheben, worauf er einem Schuß in das Hinterhaupt erlag. Die Justiz ist sofort eingeschritten und die Nationalgarbe verhaftete die Hauptschuldigen. Die Ruhe ist hergestellt- Gambetta soll tncogntto in cer Stadt sein. München, 27. Dec. Der König von Preußen hat untcrm 22. Decembcr an den General v. d. Tann folgende Ordre erlassen: Das Ihnen untergebene königljch bayerische erste Armeecorps hat fast drei Monate unmittelbar vor dem Feinde gestanden, in dieser Zeit zahlreiche Gefechte geschlagen und Anstrengungen erduldet, wie selten einem Truppenih-ile zugefallen. Sie haben sich in dieser Zeit vielfach Anspruch auf Anerkennung erworben, in deren Bcthäkigung ich Ihnen hierdurch den Orden pour le merite verleihe. Mit dieser Dekoration lasse ich Ihne» jetzt, wo das Armeecorps in sein früheres Verhältniß zur dritten Armee zurückgekeyrt ist, auch noch beifolgende 30 Eis rne Kreuze II. CUffe zugehen und ermächtige Sie, dieselben an Offiziere und Mannschaften des königlich bayerischen ersten Armeecorps zu vertheilen, die sich unter ten stattgehabten schwierigen Verhältnissen besonders ausgezeichnet haben. Die „Provinzial-Correspondenz" schreibt bezüglich der Beschießung des Mont Avron, es handle sich noch nicht um die Beschießung der Stadt, ja noch nicht um die unmittelbare Beschießung der Forts, wohl aber um eine wirksame Einleitung dazu. Sobald der Mont Avron genommen sei, werde nicht blos da- Vorgehen gegen die nächstliegenden Forts wesentlich erleichtert, sondern auch die Beschießung der naheliegenden Stadttheile ermöglicht werden. Die große Ausgabe werde jetzt um so sicherer au-geführt werden, je weniger die Belagerungsarmee irgendwoher einen Angriff von Außen zu besorgen habe. Da- Generalpostamt hat folgende Bekanntmachung, die vorübergehende Zulassung gewöhnlicher Feldpostbriefe bis zum Gewichte von 8 Loth betreffend, erlassen: Die gegenwärtigen Verhältnisse im Feldvostbetriebe gestatten es, ausnahmsweise und vorübergehend Feldpostbriefe nach Frankreich, welche mehr als 4 Loth wiegen, und zwar bis zum Gewichte von 8 Loth einschließlich, zur unentgeltlichen Beförderung mit ver Post zuzulassen. Die Annahme dieser schwereren Briefe bei sämmtlichen Postanstalten soll während des Zeitraums vom 27. December 1870 Morgen« bis zum Abende des 9. Januar 1871 erfolgen. Damit die Beförderung der Correfpondenz nach dem Felde ourch zu großen Darmstadt, 28. Dec. In der heutigen Sitzung erster Kammer, in welcher 19Mitgliever zugegen waren, wurden die deutschen Verträge einstimmig genehmigt. Ebenso nahm die Kammer den Gesetzentwurf, den Uebergang zu dem Norddeutschen Strafgesetzbuche betreffend, einstimmig an und verwilligte den vom KriegS- ministerium geforderten Ccedit von 3,336,000 fl. zur Fortführung des Krieges. Coblenz, 25. Dec. Durch die seit letzter Zeit vielfach gemachten Versuche zur Desertlon der französischen Offiziere und Gefangenen sind die Maßregeln zur Bewachung sehr verstärkt worben. Den französischen Offizieren 'st da- Lesen der sehr antideutsch gehaltenen „Inbepenbance beige" entzogen und baS Auflegen derselben in öffentlichen Localen verboten worben. — Gestern Abend wurde den Gefangenen in den Barackenlagern von wohlthätigen Spendern ebenfalls eine Weihnachtsfeier nach deutscher Sitte veranstaltet, indem jede- Bataillon einen reich mit Zuckerwaaren verzierten Christbaum, sowie pro Mann ein Bröbchen nebst Wurst, Cigarren und Tabak erhielt; außerdem wurden an die Bedürftigsten Unterhosen, Jacken, Strümpfe, Shawls rc. vertheilt. Die Feier machte auf die Gefangenen einen tiefen Eindruck und mit innerer Zufriedenheit begaben sich dieselben zur Ruhe. Berlin, 25. Dec. W e aus einer Privatdepesche per Wiener „Presse" hervorgeht, ist die Berufung des Bundeskanzleramtspräsidenten v. Delbrück nach Der- Am 28. gelang es der Belagerungs-Artillerie auf der Ostfront von Paris nachdem der Mont Avron am 27. zum Schwelgen gebracht war, den Bahnhof von Noissy le See wirksam zu beschießen und die in Pondy kantonnirende feindliche Artillerie zu vertreiben. Diesseits 3 Mann Verlust. Am 29. wurde durch Abtheilungen des 12. (Sächsischen) Armee- Corps der Mont Avron besetzt. Viele Lafetten, Gewehre, Munition und Todte des Feindes wurden daselbst vorgefunden, feindliche Abtheilungen welche stch noch außerhalb der Forts befanden zogen sich nach Paris zurück. Diesseits kein Verlust. Von der Nord-Armee wird gemeldet, daß am 27. die Festung Peronne nach mehreren Gefechten cernirt worden sei. Die Verfolgung der Nord-Armee wird weiter fortgesetzt. v. Podbielsky. Privatdepeschen des Gießener Anzeigers. Paris, 28. Dec. 3n Folge Der anhailtnom Kälte bemerkt man einen Gesammtrückzug der französischen Armee hinter ihre Bef.-stigungen. Die Ballon- post bringt Schauerberichte über den Zusiano der Bevölkerung wegen der Kälte, trotzdem stellt das Amtsblatt einen Verzweiflungskampf in Aussicht. Ein Dccret löst allerorts die Conseils gönäraux auf, sub» stituirt dafür von der Regierung ernannte Departementr-Eommfisionsmitglieder. Gambetta einoetroffen. Madrid. Ein Attentat fand §uf General Prim statt. Ein Finger der rechten Hand wurde in Folge davon amputirt. Thäter noch unentdeckt. sailleS erfolgt, um über Haltung und Maßnahmen gegenüber den bayerischen Schwierigkeiten, dann über die Einberufung des deutschen Reichstage«, beziehungsweise die ReichstagSwahlen, neue Instructionen entgegenzunehmen. Mit ihm reisen die Präsidenten des Herrenhauses als Ueberbringer der vdreffe. Bogel v. Falkenstein begibt stch nach Frankreich. Insterburg, 21. December. Die in letzter Zeit oftgenannte Bertha Weiß ist vom hiesigen Kreisgericht zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt worden. Dresden, 24. Dec. Nach dem „Dr. I." ist heute die okficielle Mittheilung hier eingegangen, daß der Kriegsminister Generallieutenant v. Fabrice zum General- gouverneur in Versailles ernannt worden ist. Telegraphische Depeschen. + Lille, 28. Dec. Das Hauptquartier der Nordarmee ist in Vitry (thront). Arras zwischen Arras und Douay). Die Eisenbahn geht bis Roeux. Arras bleibt seinen eigenen VertheidigungSkräften überlassen. Das 22. Corps stützt sich bei seinem Rückzüge auf die Festungen im Norden. Preußische Plänkler sind in Masniöres bei Cambrai erschienen. Ein kleines Gefecht hat bei Abbeville stattgefunden. A Brüssel, 29. Dec. Der „Standard" meldet aus Paris vom 22. d.: „8000 blessirte Franzosen befinden sich hierorts. Die Kälte ist grob." — Die „Jnd. belge" publicirt einen Brief von Drouyn de L'Hups an den Exkaiser vom 8. Aug. 1866, worin demselben die Politik einer Allianz mit Preußen auf's Dringendste angerathen wird, die aber Seitens des Kaiser« verworfen wurde und die Demifsion Drouyn's zur Folge hatte. Offtcielle militärische Nachrichten. Versailles, 29. Dec. Der Königin Augusta in Berlin. Unsere Beschießung des befestigten Mont Avron am 27. auS 76 Geschützen hat die feindlichen Geschütze für gestern und heute zum Schweigen gebracht. Wilhelm. Versailles, 29. December. Am 27. hatte Oberstlieutenant v. Boltenstern mit 6 Kompagnien, 1 Eskadron und 2 Geschützen ein lebhaftes Gefecht zwischen Montoire la Chartre. Der Feind umfaßte schließlich das Detachement. Oberstlieutenant v. Boltenstern schlug stch jedoch durch und brachte bei einem eigenen Verlust von etwa 100 Mann, noch 10 Offiziere und 230 Mann des Feindes als Gefangene zurück. Frisch bäcker ju Girßen. Sonntag den 1. Januar 1871. Louis Kämmerer am Seltersweg, Wilhelm Hartmann in der Neustadt und Martin Lenz am Markt. Kirchliche Anzeige der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Am 1. Januar 1871. / Morgens: Pfarrer Landmann. Neujahrsfest. ( Nachmittags: Pfarrer vr. Seel. (Collecte für die Landes -Waisenaustalt.) Die Pfarrgeschäfte für diese Woche (vom 1. bis 7. Januar 1871) besorgt Pfarrer Landmann. Allgem einer A n z e i g e r. Besondere Bekanntmachung. 6392) Die Holrversteigerung in der Oberförsterei Schiffenberg vom 29.1. M. ist genehmigt worden. Die Abfuhrscheine können von Samstag den 7. k- M- an bei Großh. Rentamt Gießen erhoben werden. Ueberlieferung des Holzes, sowie erster Abfuhrtag Montag den 9. k. M- Gießen, den 30. December 1870. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Georgi. ÄertzteigerrmgeN. Arbeitsversteigerung zu Lang-Göns. 6385) Mittwoch den 4. Jan. 1871, Morgens um 10 Uhr, sollen auf dem Rathhause zu Lang-Göns nachstehende Bauarbeiten durch öffentliche Versteigerung in Akkord gegeben werden, als: fl. Maurerarbeit, veranschlagt zu 451 Steinhauerarbeit, „ , 469 Schlosserarbeit, „ „ 8 Schreinerarbeit, „ „ 26 Chuuffirarbejt, „ „ 112 Steinbrechen, -Fuhren und -Aufsetzen, „ „ 475 Kalklieferung, „ „ 60 Gießen, den 29- December 1870. I. A.: Körner, Bezirksbauaufseher. fr. 36 48 ■■-J-x ------....... ...... ■ ■ 6397) Holz und Braunkohlen verkauft Heinrich Sauer, Neuenweg 134. ©cfen und Herde zu Holz- und Steinkohlenbrand, Feue- rungS - Requisiten und alle Arten Kochgeschirre empfiehlt (4965)__________ I. G. D. Bapst. 6063) Textor'sches Flaschenbier vorzüglicher Qualität, frei in's Haus geliefert, pr. Flasche 7 fr., von L. 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Dickor6. 6381) Füll-Regulir-Oefen, Mantel- Oefen mit Füll-Regulir-Einrichtung, — neueste HauShaltungS Waagen ohne Gewicht, mit Loth- und Gramm-Eintheilung, Decimal-Waagen empfiehlt ________________________Emil Pistor. Block-Choroladr mit Vanille, pr. Pfund 28 fr., empfiehlt (6272) Emil Fischbach, Seltersweg. 6376) Süße Valencia-Orangen empfehlen I. A. Busch Söhn e. | Mein Tuch und BukSkin-KLager, zu billigen und festen Preisen, empfehle bestens. Ludwig Lang, Marktstraße 25, vis-a-vis dem Kaufmann Herrn Emil Pistor. 6243) Bei allen Buchhändlern und Buchbindern ist zu haben: Hessischer Hausfreund biustau-Adolfs-Kalcuder 18 7 1 ; 1-8 7 1 j mit der illustrirten Kriegsgeschichte. | mit zahlreichen Bildern. 'Ureis mit Warktverzcichnisz nur je 8 Kreuzer. Der „Darmstädter Anzeiger" sagt von diesen Kaltndern: beide Volksfalender sind lehr- und unterhaltungsreich, patriotisch und populär, hübsch illustrirt und spottbillig. 6i?3> Die Handlnng der I. A. Busch Söhne fiqueure: Creme . 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Becker Wtttwe, Asterweg. 6398) Ein möblirtes Zimmer mit Ca- binet ist zu vermiethen Seltersweg Nr. 61. 4911) In dem H ast'schen Hause in der Schloßgasse ist der seither von Herrn von St. George bewohnte zweite Stock anderweit zu vermiethen. Dornsetff. 6340) Im Hause der Fr. Vogt Kinder ist ein Logis zu vermiethen und Anfangs Januar zu beziehen._____________________ 6362) Lit. E- 78 in der Unioersitäts- straße ist ein möblirtes Zimmer nut Cabt- net zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Näheres eine Treppe hoch.__ 5053) Das von Frau vr. Ko ch bewohnte Logis ist anderweitig zu vermiethen. Th. Heerz Wtttwe, Neuenweg. 4372) Ein Logis im Nebenhause von drei Zimmern rc. ist an eine stille Familie ru vermiethen und alsbald zu beziehen bei 8 Flick L Kröll. 4379) Das von Frau Pfarrer Kattmann bewohnte Logis ist durch deren Wegzug von hier anderweit zu vermiethen. H. Hochstätt er Wittwe. Neujahrs- Gratulationen. Wir erlauben uns, unseren verehrlichen Mitbürgern, wie ftüher, vor- ruschlaaen, die gegenseitigen Neujahrs-Gratulationen damit abzustatten, daß wir die Kleinkiuderschule mit einer Gabe von 24 kr. bedenken und daß die Namen der Geber in dem Anzeiger veröffentlicht werden. Wir sind zur Empfangnahme dieser Gaben gerne bereit und sprechen als unser» herzlichsten Neujahrswunsch aus, daß uns der gnädige Gott zu einem baldigen und dauernden Frieden verhelfen wolle. Gießen, den 28. December 1870. . Dr. Geist, Gymnasialdirector. Dr. Goldmann, Provmztaldirector. Dr Hesse, Professor. Land mann, Dekan. Dr. Seel, Pfarrer. Dr. Simon, Superintendent. Vogt, Bürgermeister. Weber, Geheimcrath.__ Alle Postanstalten nehmen Bestellungen an auf ben , „Mderrhkinischrn filtrier“, 84' ^unttr Mitwllkun« her tüchtigsten Kräfte im Els-ß. und tn Deutschland, Preis für ein Vierteljahr im Elsaß und .n ganz Deutschland ptCt T Thlr. 3. 10. = fl. 5. 30. = Fr. 12. 30. ' Wi§ Ä 30 6ent 3CiU' Moritz Schauenburg, Straßburg. @ Silberrnann's Nachs-Iger. 6375) Ein Zimmer mit Cabinet, sowie ein möblirtes Zimmer, zu vermiethen bei E. Eich en berg, Neuenbauen. 6352) Ein Stall für 3 Pferde ist zu oer- miethen. Hoffmann, Postcasster. । 6344) Zwei Zimmer, mit oder ohne Möbel, sind zu vermiethen. Kaplansgasfe Lit. C- Nr. 221. ____________________ 6287) Ein großes Familienlogis ist zu vermiethen bei I. Mannberger. Vermischte Anzeigen. 6393) In der Mitte der Stadt werden e n bis zwei Mitleftr zum Frankfurter Journal gesucht. Von wem? sagt die Exped. dieses Blattes. 6347) Die seither von Herrn Conrad Müller in der Sandgasse bewohnte Hof- raithe ist anderweit zu vermiethen und vom 10. März k. I. an zu beziehen. Gg. 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