"bürr btj$tin n,U'1 Ihtt !80[Un,it: 1,16 einen Sie, SÄ rr-Z j. ß' Feodor ‘^nlufion auf tuL ^fiitrfuna, flcbluben seien, der Prim ’■ »tun ber Dr. '‘W’Mlijftit, blutte,, baß n b« Piinz vft3 erte « in seinen «trnber Lärm.) bif ikoctoren ’l'iin^n unter- 9fhaWn töutbt, ?>r Prin) habe 5 e>< Hnnbschlihe on bat F^nvitlit ; ich den $[inj " zu bttbäligkil ■a iirchr Protest 'ifrrf Nonnanby) i den faronisit'en f un iianal an, mscha bas Mn m iSuulbampton -i f'' e<",; ■5 w* *('i Gießen, den 28. März 1870. Betreffend: Gesuch der evangelischen Gemeinde Vendersheim um Gestattung einer Hauscollecte zum Neubau einer evangelischen. Kirche. Das G r 0 ß h e r j 0 g l i ch e Kreisaml an Gießen Wellen 1789 Wellen Birken-Reisholz; Wellen Stecken 3V« 1125 i/i 700 „ Reisholz. Erlen-Prügelholz, „ Stockholz, 1399) Die Abfuhr des Holzes aus dem Gießener Stadtwaide, District Hochwart, bleibt der ungünstigen Witterung und der damit verbundenen Unfahr» barkeit der Schneißen halber bis auf Weiteres untersagt Das außer dem oben genannten District gelegene Holz kann dagegen abgefahren werden. Gießen, am 29. Marz 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Berliner urrgeu» Oeffentliche Bekanntmachung. 1372) Der Bedarf des Grobherzoglichen Provinzial - Arresthauses in Gießen an Brennholz für das laufende Jahr soll Dienstag den 5. April l. I., Vormittags ll12 Uhr, in dem zu dem genannten Arresthause gehörigen Gerichtsgebäude in öffentlicher Versteigerung, unter den vor derselben bekannt gemacht werdenden Bedingungen, an die Wenigstnehmenden zur Lieferung vergeben werden. Bei annehmbaren Geboten erfolgt alsbald der Zuschlag. Gießen, den 25. März 1870. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Dr. A- v. Grolman, Stadtrrchter.Justizrath. B. Bau-, Werk- und Nutzholz: 5 Nadel-Stämme mit 53 Cubikfuß, 396 Eichen „ „ 4999 3800 Nadel-Stangen „ 3059 „ 100 „ Nutzgerten „ 8 „ Bemerkt wird, daß die 700 Wellen Bir- ken-ReiSholz größtentheils aus BefenretS- holz bestehen. .. Die Zusammenkunft ist auf der Grun- bergcr Straße an der fünften Schneitze (Eisenbahnlinie.) r, _ . . Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird das Holz bis 1 Novbr 1870 verborgt. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies tn ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 29. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogtz 153/4 Stecken Eichen-Prügelholz, 243/4 „ „ Stockholz, 39 Wellen ,, Reisholz, 53/4 Stecken Nadel-Prügelholz, Stockholz, Edictat ladunq. 1381) Ansprüche jeder Art an die unten nach pag. und Nr., resp. Flur und Nr. bezeichneten Immobilien, sind sogewiß binnen 4 Wochen bei dem unterzeichneten Gerichte vorzubringen und zu begründen, als sonst die darüber stattgehabte Veräußerung bestätigt und in das Mutations - Verzeichmß eingetragen wird. Christian Noth's Wtttwe von Langsdorf; Gemarkung Hungen: '^0/2 ^/3, aus dem Namen des Heinrich Roth, Genchts- ^Gemarkung Lich: XXII/275 XVIII/,97, aus dem 9!ameu des Adam Metzger stehend. Hungen und Lich, den 17. März 1870. Großherzogliches Landgericht Hungen. Lich. - Dr. Jrle. Sartorius. die Grolrhcnoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Großherzogliches Ministerium des Innern hat, nach einer uns von Großherzoglichcm Ober - Consistorium «“9^8=^ «uch^tn den Kirchengemeinde zu Vendersheim zum Zweck des Neubaus einer Kirche eine Hauscollecte, wie früher schon m der Piovinz R) h ss , y Provinzen Starkenburg und Oberhessen gestattet. k „ <^ndem wir Sie hiervon benachrichtigen, empfehlen wir Ihnen, diese Angelegenheit thunltchst zu fordern. Dr. G o l d m a n n. ___________________ ____ 1400) Bei der im August v. I. dahier ftattpetrbten Zutheilung der Einquartierung sind von Bewohnern neu erbauter Hauser Reclamationen eingelaufen, welche auf Grund des Art. 4 des Bundesgesetzes vom 25. Ium 1868 Befreiung von Einquartierung zum Zwecke hatten. Die Mitglieder der Einquartierungs-Commission haben damals, obwohl mit diesen Forderungen nicht einverstanden, die Belegung der betreffenden Bewohner mit Em- quartierung unterlassen, aber gleichzeitig dem Gemeinderath ihre Gründe, welche daaegen sprechen, vorgelegt. Nachdem nun durch diesen die Auslegung der fraglichen Gesetzesstelle veranlaßt worden und diese von der zuständigen Behörde dahin erfolgt ist, daß eine Befreiung von Einquartierung nur den Erbauern bezw. den Eigenthümern, nicht aber den Bewohnern neuer Gebäude zu Gute zu kommen habe, so bringen wir dies zur allgemeinen Kenntniß. Gießen, den 29. März 1870. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt._____________ OcffmMche Bekanntmachung. 1353) Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen Konrad Müller XVI. von Lang-Göns wegen Trunksucht und Verschwendung unter Cu- ratel gestellt hat, wird dies mit dem An- sügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Rechtsgeschäfte aller Art gültig nur mit dem für denselben bestellten Curator Johannes Hartmann IV. von Lang- Gons abgeschlossen werden können. An Letzteren können gültig auch nur Zahlungen für Müller geleistet werden. Zugleich werden alle Gläubiger des Konrad Müller XVI., welche ihre Forderungen bis jetzt zur gerichtlichen Anzeige noch nicht gebracht haben, aufgefordert, innerhalb der nächsten 14 Tage eine Anzeige bei dem unterzeichneten Gerichte zu erstatten, widrigenfalls dieselben bei der Vermögensregu- lirnng unberücksichtigt bleiben. Gießen, den 22. März 1870. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Scriba, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. Besondere Bekanntmachungen. Bbkrhkssislhe Eilenbahn-Gekelllchaft. __ 1404) Die nach §. 22 ber Statuten stimmberechtigten Actionaire der Oberhes- fischen Eisenbahn-Gesellschaft werden hiermit zu der am Samstag den 30. April 1870, Vormittags 10 Uhr, JU Gießen im Sitzungssaale des Verwaltungsgebäudes der Gesellschaft abzuhaltenden zweiten ordentlichen Generalversammlung eingeladen. Actionaire, welche dieser Versammlung beiwohnen oder sich in derselben durch Bevollmächtigte vertreten lassen wollen, werden ersucht, sich am 14. oder 16. Avril d- I-, Vormittags von 9 bis 12 Uhr, zu Gießen auf dem Bureau des Verwaltungsrathcs, Frankfurt a. M. bei den Herren Gebrüder Bcthmann, " „ „ „ von Erlanger S» Söhne, " „ „ Herrn M. Königswarter, Berlin bei Herrn Jos. IaqucS, Stuttgart bei der Württcmbergischen Vereinsbank, unter Vorzeigung der in ihrem Besitze befindlichen Actien, mit einem nach ber Nummernfolge geordneten, doppelt ausgefertigten und unterschriebenen Numm er n- Verzeichnisse versehen (wozu die Formularien an den genannten Stellen ausgegeben werden) anzumelden und beziehungsweise die Vollmachten für ihre etwaigen Vertreter in beglaubigter Form gleichzeitig zu übergeben. Für Aetwnaire, welche ihre Ae- tien gegen von uns auf ihre Namen ausgestellte Depositionsscheine in unser Depo- sitorium hinterlegt haben, bedarf es keiner besonderen Anmeldung zum Zwecke der Selbstiheilnahme an der Versammlung. Die Eintrittskarten zu der Generalversammlung, welche zugleich zur freien Fahrt auf den Oberhessischen Eisenbahnslrecken für den genannten Tag berechtigen, werden den angemeldeten Actionairen oder deren Bevollmächtigten drei Tage vor der Versammlung, mithin spätestens am 27. April, zugestellt. Gegenstände der Verhandlung sind:) ______ 1) der Jahresbericht des Verwaltungsrathes vom Jahre 1869, 2) ein Antrag auf Reintegration verfallener Jnterimsscheme, 3) die Wahl eines Rechnungs-Prüfungs-Ausschusses von drei Mitgliedern. Gießen, den 26. März 1870. Der Verwaltungsrath. Baron R- von Erlanger, Ferdinand Fürst zu Isenburg, Präsident- Vice-Präsident. 1397) Dienstag den 5. April 1870, Nachmittags 2 Uhr, soll bei der Stadt Gießen eine Partie Trieb- oiertel am alten Anneröder Weg zunächst der Eisenbahnlinie rc., ein Stück Land auf ber Stephansmark unb ber Platz neben Georg Ruckstuhl an ber Schoor öffmtlich verpachtet und der Anfang an der Grun- berger Straße gemacht werden. Gießen, den 30. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __________ Vogt.____________ Holzversteigerung itn Gießener Stadtwalde. 1398) Montag den 4. April 1870, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Distr'c- ten Philosophenwald, Stolzenmorgen, Zoll- stocksmäldchen, Haingesboden, Waldshute und Hegstrauch, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden. A. Brennholz: Holzverkänfe in der Königlichen Oberförsterei Krofdorf. 1) Montag den 11 April, Vormittags IOV2 Uhr, werden zu Salzböden bei Konrad Weißbrot aus dem Königlichen Forste Salzböden folgende Hölzer öffentlich meistbietend versteigert: . District 83 (Hardt), Holz-Nr. 1 bis 51, District 84 (Hasengarten), Holz-Nr. 52 bis 118 : 3 Stück Eichen-Stämme mit 38 Cubikf., 8 Klftr. Eichen-Küferholz, somie245 Klftr. Eicken-, Buchen- u. Weichholz-Scheit, Knüppel und Reiser. 2) Mittwoch den 13. April, Vormittags 9 Uhr, werden zu Krofdorf in der Scheere aus dem Königlichen Forste Krofdorf folgende Hölzer öffentlich meistbietend versteigert: District 3ac (Homberg) und District 5b (Hauptmannsstrauch): 105 Stück Kiefernstämme mit 2197 Cubik- fuß und circa 100 Klftr. Nadelholz- Scheit, Knüppel, Stöcke und Reiser: District 5a (Jungferannawald): 3 Stück Eichen-Stämme mit 24 Cubikf. 6 „ Buchen- „ k „ 150 „ und circa 296 Klftr. Buchen - Felgen , Scheit, Stöcke und Reiser. Krofdorf, den 28. März 1870. Der Königliche Oberförster: (1382) gez. v. Meibom. kann, eingetretener Hindernisse wegen, nicht abgehalten werden. Gießen, den 30. März 1870. 1395) Vclocigiedes für Erwachsene und Kinder empfiehlt ___________________I. G- D. Bapst. 1402) Weinflaschen, ä 3 fr., verkauft Meyer Roth enberger, ___________________Neuenweg.__________ 1387) Frischen Blumenkohl und fnlat empfehlen I. A. Busch Söhne. 1371) Künstliche Dünger, Kleesamen, Gyps bei__Emil Pist0r. 1394) Portland - Gement empfiehlt_____________I- G. D- Bapst. 1392) Ein Kinderkorb-Wägelchen mit eisernem Beschlag ist zu verlausen hei ___________Meye r Rothenberger. 1166) Gyps, Klcesamen und künstliche Dünger empfiehlt I. G. D. Bapst. Frische gute Milch erhalten wir täglich von dem Hofe Graß bei Hungen und werden hierzu noch Abnehmer gesucht. A- Noll im Stern und (1389)H. Noll in der Neustadt. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 1363) Künftigen Montag, den 4. April, Morgens 9 Uhr, soll im District Mühlberg, auf der Straße beim Albacher Hof anfangend und im District Konzebühl aufhörend, folgendes Bau-, Werk- und Nutzholz versteigert werden: 132 starke Eichen-Stämme von 6216 Cbfß., 6 „ Buchen- „ „ 354 „ 2 „ Pappel- „ „ 211 „ 103 „ Birken-Stangen „ 175 „ Alsdann wird kommenden Dienstag den 5. u. Mittwoch den 6. d. Mts., Hierselbst um 9 Uhr Morgens anfangend, folgendes Brennholz versteigerr: 300 Stecken Buchen- u. Eichen-Scheidholz, 214 „ Buchen-, Elsbeeren- und Ei- chen-Prügelholz, 452 dergl. Stockholz und 20350 Wellen dergl. Reisbolz. Lich, am 28- März 1870. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt. ^ohtierfteigeriimi. 1393) Dienstag den 5. April, von Vormittags 9 Uhr an, kommen in dem Daubringer Gemeindewalde, Districten Buchenberg, Pitzelach rc., zur Versteigerung: 1 Buchen-Stamm mit 18 Cubikfuß, 52 Eichen-Stämme „ 729 „ 44 Fichten- „ „ 1570 „ 1 Birken-Stamm „ 5 „ 6 Eichen Stangen „ 22 „ 1095 Nadel- ., „ 351 „ worunter 1000 Stück sich zu Bohnenstangen eignen, 6 Stecken Buchen- u. Eichen-Scheidholz, 173/4 „ „ u. Nadel-Prügelholz, 17'/r „ „ Eichen- und Nadel- Stockholz, 4294 Wellen „ „ „ „ Reisholz. Mit der Versteigerung des Stammholzes wird im District Pitzelach begonnen. Dauhringen, am 29. März 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Daubringen Hämmerle. Holzversteiqenmq. 1383) Montag den 4. April d. I. soll in dem Grüninaer und Dorf-Giller Markwalde, District Nabennest, nachverzeichnetes Holz versteigert werden, als: 65 Eichen-Stämme von 7 bis 19 Zoll Durchmesser u. 14 bis 50 Fuß Länge, 4 Nadel-Stämme von 7 und 8'/r Zoll Durchmesser. An demselben Tage soll auch eine Quantität Brennholz versteigert werden. Der Anfang wird mit dem Bauholz des Morgens 9 Uhr in dem Rabennest gemacht Grüningen, den 28. März 1870. Grobherzogliche Bürgermeisterei Grüningen ________________Leid ich._________________ 1396) Donnerstag den 7. April l. I., Nachmittags 1 Uhr, lasse ich in meinem Hofe verschiedene Oeco- nomiegeräthschaften, als: mehrere Joche, Leitern, Pflug, Egge, Ketten, 1 Mehl- und Haferkasten, 1 Backtrog, 1 Kelter, 2 Waschbütten, meh rere Kisten, Treberfässer, zu Regcnfässern geeignet, sowie eine Partie große und kleine Bierfässer, öffentlich versteigern. Ludwig Herbert. 1401) Die in Nr. 38 dieses Anzeigers auf Donnerstag den 31. d. Mts. anberaumte Versteigerung einer fünfjährigen Fuchsstute in der hiesigen Universitats-Reitbahn I Rttth und «Hirse \ für Alle, die sich geschwächt haben, die- "Ä tet in vollkommen reeller Weise das Buch : Dr. Uitau’s Sklbstbewahruny k mit 27 pathol. - anatom. Abbildungen. Z Dasselbe ist bereits in .TW 72. Auflage W | erschienen und hat, lt. allen Regierun-8 gen vorgelegten Denkschrift, in 4 Iah-A $ reu über 15,000 Personen ihre Gesund-» 8 heit verschafft. Verlag von G. Poe-8 Änicke's Schulbuchhandlung in Leip-ß I xiß uno dort, sowie in jeder Buchhaud- z | lung für 1 fl. 45 fr. zu bekommen. (78) g Fuhlwdkn-Anstrich. Fußbodenlack, sofort trocknend, Lcinolsiccatif zum Einölen, Oelfarben, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend, sowie alle sonstigen Ingredienzien zum Anstreichen und Wichsen der Fußböden, empfiehlt Emil Fischbach, (1405)__________________Seltersweg. 1265) Saat-Erbsen, Linsen u. Wicken billigst bei H. E- Jughardt, __Marktplatz. 1386) Frischen Kabliau, Frische Schellfische, sowie Brat- und Rohbückinge, empfehlen I. A. Busch Söhne. 1390) Zu verkaufe« gebrauchte Treppen bei Georg Philipp Gail. 826) Allein ächt bei Carl Frech in Gießen zu haben: Äalinsclimerz l c c iti- 2 « £ d ,« 5 T! S •*-* 5 5 ’S ’S- ja •_£ g cq c » «£ ~ 03 Chemisches Laboratorium von Adolph Conrad in Callcl a./Rhein. 1167) Jtal. Macaroni, Faden-, Band- und Eier-Nudeln, Grünkerne, Reis, Graupen, ostind. und deutschen Sago, Waizen- grütze, Wai;en- und Reis-Stärke, Seife in verschiedenen Qualitäten, Stearin- und Apollo-Kerzen und alle Arten Colonial- und Specerei-Waaren empfiehlt ____________________I. G. D. Bapst. 1407) Brünellen, Catharina Pflaumen und Bamberger Zwetschen empfiehlt _______Emil Fischbach, Seltersweg. 1403) In der Brandgasse Lit. A. Nr. 202 sind ein- und zmeischläferige Bettladen zu verkaufen.___________________________________ 1370) Ein Badeschrank (Douche), ein Reisepelz, mehrere Pulte, Schreibtische, Re- positorien zu verkaufen. Näheres bei ____________________Emil Pistor. 1406) Aechte italien. Macaroni und Eiergemüsenudeln empfiehlt Emil Fischbach, ________________________Seltersweg.______ 1326) Gewichte des Norddeutschen Bundes (geeicht) empfiehlt ___________________I. G. D. Bapst. 1379) Ein Stückchen Land ist zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bl. In s e r a t. 1261) Futterschneidmaschinen neuester und einfachster Construc- tion, patentirt in Deutschland und England, mit nur 4 Triebrädern im Ganzen gegenüber 14 Stück bei englischen Maschinen, liefert unter Garantie von 2 Jahren zum Preise von 48, 55, 59, 66 und 90 st. für Handbetrieb, „ „ 4, 66, 77 und 99 fl. für Riemenbetrieb zu Göpel, Wafferoder Dampskraft, franco jeder Bahnstation, das Eisenwerk von P. I. Kurtz in Rippberg (Station Seckach, Baden). NS. Jede Maschine schneidet auf 3 und 4 Schnittlängcn ohne Räder- wechsel für Dürr- und Grüufutter. Lichte Mundöffnung der Maschine von 7" breit, S1/?" hoch bis 10" breit, 472" hoch (badisch). Wiederverkäufen! entsprechenden Rabatt. 1409) Durch Zusendung einer großen Auswahl der neuesten Frühjahrs- und Sommer-Kappen bin ich im Stande, meine geehrten Kunden durch reelle Waare und billige Preise nach Wunsch bedienen zu können und halte ich mich deßhalb darin bestens empfohlen. I. Weitzenkorn, Kappenmacher, vormals' G. Eiff, dem Lindenplatz gegenüber, im Hause d. H. Heß. Strumpfstrickerei. 1229) Unterzeichnete- empfiehlt sich im Anfertigen von Strümpfen re., mit ober ohne Zugabe der Wolle, zu den billigsten Preisen- Ferner bringt sie ihren großen Vorratb von Kinder- u. Mädchen-Strümpfen, sowie Socken in allen Farben, in empfehlende Erinnerung. C. A n z e r, im Hause des Herrn I. Rothenberger _____________am Lindenplatz._____________ 1391) Mein Baumstück an der Frankfurter Straße, zu Bauplätzen geeignet, ist in mehreren Abtheilungen zu verkaufen. Georg Reiber. W § x M i s t h rr K g s 1385) Ein freundliches Zimmer ohne Möbel, dem auf Wunsch noch ein Cabinet beigegeben werden kann, ist zu vermiethen Lit. C. Nr. 8, Seltersweg.__ 1215) Ein gut möblirtes Zimmer mit Cabinet wird am 1. April vacant und ist dasselbe anderweit zu vermiethen. Roloff, ____Eck am Lindenvlatz. 1384) In Lit. A- Nr. 94 ist ein möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. 1300) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- micthen Lindenplatz Lit. A. Nr. 244. 1411) Eine möblirte Stube, auf Verlangen mit Kost, ist an zwei Herren in der Hintergasse Lit. A. Nr. 54 zu vermiethen. 1157) Zwei möblirte Zimmer, das eine mit, das andere ohne Cabinet, sind zu vermiethen bei I. Becker Wittwe, _______________Neuenweg Lit. B. Nr. 195- 1365) Meine Scheuer bin ich Willens zu verpachten. Louis Noll, an der Schoor. Vermischte Anzeigen 1408) Das hiesige Feldrecht bat den Auftrag erhalten, die Oberhessischen Eisenbahnen auszusteinen, und sind deshalb die Punkte abgepflöckt und Steine dabei gelegt worden. Es werden daber die Interessenten aufgefordert, entweder die Grenzen anzuerkennen, oder etwaige Reclamationen vorzubringen, indem Donnerstag den 31. d. Mts , Nachmittags 2 Uhr, der Anfang mit dem Aussteinen im Altenfeld gemacht wird. Gießen, den 30. März 1870._______ 1303) Ein ordentlicher Junge kann in die .Lehre treten bei Friedr. Weinhardt, Schreinermeister (Asterweg.) 5WEES JfH— l Miliür-Vorbereitungs- hisütut. Cassel. Ti. Wilhelmsh. Allee 119 /2. 1113) Gründliche Vorbereitung für die Examen zum Einjährigen , Fähnrich , See- £ Kadetten und Officier in kürzester Zeit. — > Prospecte auf Verlangen. zu Strohe, Rittmeister a. D. § 1388) Ein braver Junge, welcher das Bäckergeschäft zu erlernen wünscht, kann in die Lehre treten bei Carl Wallenfels, ____________________an der Wettergasse. 1378) Ein ordentliches Mädchen, welches sogleich eintreten kann, wird in Dienst ge- sucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl. ß Bürgerelub. Generalversammlung den 2 April. Die Gegenstände der Tagesordnung sind int Locale angeschrieben. Der Vorstand. 1376) Gesucht ein Dienstmädchen für häusliche Arbeiten bei gutem Lohn. __________Louis Petri II., Neuenweg. 1412) In ein lebhaftes Manufactur- waaren-Geschäft en detail wird ein Lehrling, Jsraelite, zum baldigen Eintritt gesucht. Nähere Auskunft ertheilt die Exped. d. Blattes.__________________________________ i Nicht zu übersehen! \ 1319) Köchinnen, Hausmädchen und Mädchen allein können dauernde Stellen erhalten durch Elisabethe Lutz, städtische Vermiethfrau, Herrnstraße 30, in Offenbach a. M. Bon Nr. 37 des Gießener Anzeigers werden 12 reingehaltene Eremplare ä 3 kr. zurückgekaust. Die Erpedition. Z Theater in Giesten. (Cafe Leib.) Freitag den 1. April 1870: Die Lieder ded Musikanten. Charakterbild in 3 Abtheilungen und 5 Akten, von Kneisel. Musik von Gumbert. Preise der Plätze: Erster Platz 36 kr. Zweiter Platz 18 kr. Gallerie 9 kr. W. de Nolte, Theaterdirector. Wohlnulgs-Verändernllg. 1410) Meinen geehrten Kunden hiermit die ergebene Anzeige, daß ich meine seitherige Wohnung verlassen und nunmehr in der Wallthorstraße vis-ä-vis der Kaufmann Hensel's Wittwe wohne. Paul Weitzel, Kappenmacher. Arbeiterbildungs-Verein. Diejenigen Mitglieder, welche noch folgende Bücher: Der Krieg des Nizarn, Arbeiterfreund von 1865, I. und II. Banv aus der Bibliothek der Vereins besitzen, wollen dieselben gefälligst bis zum 11. k. Mts. im Vereinslocal abliefern. ____________________________Der frühere Bibliothekar.__ ■ Cpileptifchs Krämpfe (Fallsucht) H| heilt brieflich her Specialarzt für Epilepsie Doct O. Killiscli in Berlin, Louisenstraße 45. — Bereits über Hundert geheilt. (201 »figgSsSö Do uni« 3 nsn9tn $roil 11 Kantor Aathge' und Hl Ei lick die Kissen 1 9 nod) und zu und no lehr g> manche der Ka in8be(o' A Mstlv Rubin, das A! auf ihr S hatte e der W tverth, tvordei wie n' Briest ihm (l tiefer Chart der H sen, t enväh Liebe der, toab warf hatte, scharf Kamp 1 Sessel Zeit l ße ihr nung innerei G mehr 'i Schme beugte! Kunst tverden 9 Eie s schlum Liebe । Nttfagl toie st« Etotz ( durfte auf U Kantc ihr (5 ßanb ger dc Augen Äang W k[ leinen die Nitji Quffle iveinl ivund U« 6onft 6,0ra"ht h„ ieb, ®6H '^urtz 14’ $at>tn) 1 ’he Üiäbtr: ' 3'V'M 6ii inge, wclcker das en wünscht, kann ZU Strohe. iillmuster a. D. reitnngs- Dassel, Mite U9 /,. rbereilung pur die • Fähnrich, See- tünester Zeil. — .d» neuefleti ^tonbe, meine 14 Wunsch bt, ;e"6 empfohlen f G. Eiff,' Hetz. I Wallenfels, >er Wmeraasse. ! Mädchen, welches wird in Timst ge- die (Frpeb. d. S tlub i den 2 April. Tagesordnung sind )er Worftanb. d)t teVvty Merlen ri 11-, Neuenweg. ancs iQanufactur-1 iail wird ein LehP jf ildigen Eintritt ge- g : eriheill die Exped- __ berschen! >.,usmädchen und ' dauernde Stellen »rische Leriniethfran, ^nendach a- M- s Gießener Ä»- 2 reiiUbaltene r zurückgekaust' Spedition- . Gießen. < ’:SrW^6'" ..... ">* Bit». ***' > bi- Feuilleton» Der Liede Sieg. Novelle von F. Klinck. (Fortsetzung und Schluß.) DaS Gerücht hatte die Wahrheit gesprochen. Charlotte litt es nicht mehr unter Italiens sonnigem Himmel, seit Giuseppe sie verlassen und alle ihre Hoff- nungen mit sich genommen hatte. Sie wollte in die Heimath ziehen und dort Trost und Linderung ihres Schmerzes suchen. Jetzt konnte sie zu Schicht, dem Kantor der ThomaSschule, sagen, daß sie die Liebe kenne, und ihm, dem treuen Rathgcber, wollte sie ihr armes, leidendes Herz ausschütten, und ihn um Rath und Hülfe bitten. Entsetzlich schwer aber wurde ihr der Abschied von Rom, und als sie endlich die Thürme der ewigen Stadt verschwinden sah, da warf sie sich in die Kiffen des Wagens zurück und murmelte: „Es ist Alles vorbei — alles Glück dahin!" „Lieber Lehrer/ sagte Charlotte eines Abends zu Schicht, „ich will nicht wieder singen." Der alte Kantor sah sie starr vor Verwunderung an. „Und warum nicht, Charlotte?" fragte er endlich ganz verwirrt. „Ich glaube, ich habe die Liebe dennoch kennen gelernt," entgegnete sie ruhig. Roch einmal flackerte ein leises Gefühl der Eifersucht in Schichte Herzen auf — vielleicht der letzte Schimmer von Jugend — und dann war cs d'rin- nen still geworden. „Dann, Charlotte, wird es für Dich Zeit, daß Du nach Italien zurück- kehrst," sagte der alte Mann, mit einer Thräne im Auge. Ein überirdisches Lächeln verklärte Charlotten's Gesicht, und dann rief sie, seine beiden Hände mit Küssen bedeckend, voller Jubel aus: „Danl, Dank, lieber Lehrer — Du gibst mir das Leben zurück. Ich glaube auch, daß ich nach der alten Roma zurückkehren muß — die Mauern der guten alten Stadt Leipzig erdrücken mich." Aeußerlick hatte die alte Stadt Leipzig sich wenig verändert. Da waren noch dieselben Häuser, hier und da vielleicht ein neues, dieselben engen Straßen, und zum Theil auch noch dieselben Bewohner. Freilich mochte manches müde und noch manches lebensfrohe Herz hinausgetragen sein, von wo es keine Rück- kehr gibt; manches junge Mädchen war eine ebrsame Hausfrau geworden, und mancher Student, der damals lustig in die Welt hinausschaute, stand jetzt auf der Kanzel und redete mit lauter Stimme von dem sündigen Treiben der Welt, insbesondere der Jugend. Aus dem Organisten Schicht war der Kantor der Thomasschule und der Musikdirector der beiden Hauptkirchen der Stadt Leipzig geworden. Aber der Ruhm, den ihm seine ausgezeichneten Compositionen einbrachten, hatten nicht das Alter von ihm fern zu halten vermocht — mit furchtbarer Macht war es auf ihn hereingestürmt und hatte fein Haar gebleicht und seinen Nacken gebeugt. Seit sein treuer Freund, der Musikdirector Häser, ihm vorangegangen war, hatte er auch manche Stunde, wo er sich darnach sehnte, aus diesem Treiben der Welt heraus zur Ruhe zu kommen, und nur noch ein Wunsch machte ihm werth, die kleine Charlotte Häser wiederzuschen. Es war ihm so einsam ge- worden, seit er ihre Helle Stimme und ihren leichten Schritt nicht mehr horte, wie n'e zuvor, und nur ihre Briefe brachten ihm einige Abwechselung. Seit einiger Zeit waren aber die b-s jetzt immer regelmäßig eingetroffenen Briefe ausgeblieben; vergebens erwartete Schicht jeden Tag den Boten, der ihm stets dieselben überbrachte, aber immer und immer ging dieser vorbei. Ein tiefer Schmerz durchzuckte ihn bei dem Gedanken, daß ein anderer Gegenstand Charlotte so in Anspruch nehme, daß ihr keine Zeit für den alten Lehrer in der Heimath übrig blieb. Es war ihm immer ein eigenthümlicher Trost gewesen, daß Charlotte nie eines Mannes, dem sie ihr besonderes Interesse geschenkt, erwähnt hatte, und sein einziger Wunsch bestand darin, daß sie stets von ihrer Liebe zur Kunst von jeder anderen Liebe zurückgehalten würde. Der alte Kantor wurde aber eines Tages so überrascht, daß ihm die Feder, die er eifrig benutzte, aus der Hand fiel — vor ihm stand, wahr und wahrhaftig, die kleine Charlotte, jetzt freilich ein großes, schönes Weib, und warf sich schluchzend in seine Arme. Es dauerte lange, lange Zeit, bis sie sich beide von lhrer Freude erholt hatten; aber als es geschehen war, da sah auch Schicht sogleich mit seinem | scharfen Auge, daß die neun Jahre der Abwesenheit nicht ohne Schmerzen und Kämpfe an Charlotte vorübergegangen waren. Und am Abend desselben Tages saß Charlotte wieder in dem kleinen Sessel zu den Füßen des Kantors und theilte ihm all' ihr Leiden der letzten Zeit mit. Da erzählte sie ihm, daß sie die Liebe kennen gelernt hatte, und wie sie ihr nun doch zum Unglück gereiche, indem sie ihr alles Glück, alle Hoff, nung geraubt hatte. Da sagte ihr Schicht aber auch abermals wieder mit innerer^reude^ nj(^ |on^ hättest Du nimmer die Kunst gewählt." Ein jäher Schmerz durchzuckte Charlotten's Brust. O, mein Gott," murmelte sie dumpf, „kann man denn noch einen Mann mehr "lieben, als ich Giuseppe Vere liebe? Kann man noch einen glühenderen Schmerz empfinden, als den, der meine Brust durchtobt?" Ja, Charlotte," entgegnete Schicht, indem er seine Hand auf ihren ge- beugten Kopf legte, „Du hast nicht geliebt — sonst würdest Du freudig der Kunst entsagt haben, um Deinem Giuseppe eine treue Hausfrau und Gattin zu werden. Es ist viel besser, daß Du hierher zurückgckehrt bist/' Aber das war das erste Mal, daß Charlotte ihrem Lehrer mcht glaubte. Sie fühlte wohl, daß es wahre, aufrichtige Liebe war, die in ihrer Brust schlummerte, denn wäre er zu ihr gekommen und hätte ihr gesagt, daß er ihre Liebe mit der Kunst theilen wolle, sie hätte mit Freuden der geliebten Kunst entsagt Aber so lange er das nicht that, so lange liebte er sie auch nicht so, wie sie geliebt zu werden verlangte — Charlotte war zu unerfahren, um den Stolz eines Giuseppe Vere begreifen zu können. Charlotte war gekommen, um sich in der Heimath auszuruhen, aber daran durste sie nicht denken. Man schleppte sie von Fest zu Fest— Einladung folgte aus Einladung, und nur bisweilen konnte sie sich in das Stübchen des alten Kantors hinaufflüchten, um dort ungestört mit ihm zu plaudern. Aber Charlotte fand keine Ruhe. Immer mehr und immer häufiger trat ihr Giufeppe's Bild vor Augen, wie er an den Pfeiler gelehnt im Opernhaufe stand und sie mit seinen dunklen Augen bewundernd betrachtete. Immer haust- aer dachte sie an das glücklich verlebte Jahr im sonnigen Italien b,s zu dem Augenblick, wo er sich von ihr loSriß, aber auch immer bleicher wurden ihre Wongen, und ein kurzer, trockner Husten zwang sie, ihre Stimme ruhen *U ^Besorgt blickte Johann Schicht auf seinen Liebling, wenn Charlotte zu seinen Fußen saß, und bisweilen peinigte ihn wohl der Gedanke, daß ste dennoch dit Siebt kennen gelernt habe, unv eben diese Liebe die kbstlichk Blume knicken würde. Aber immer verwarf er ihn wieder. Sie schien stet« so heiter und aufgeweckt, wenn sie bei ihm war, und die heißen Thranen, die sie des weinte, wenn sie in ihrem Kämmerchen auf den Knieen lag und sich die Hande wund rang, die sah der alte Kantor nicht. sah er sie Du brichst vor ihm Sieh', ob ich Dich liebe, ob ich Dich nicht grenzenlo« liebe! Würde ich sonst zu Deinen Füßen liegen? Verlaß' mich nicht, Giuseppe - ** Der Advokat Giuseppe Vere saß allein in seinem Studirzimmer. Dor ihm aufgehäuft lagen große Actenstöße unv Documente, der sicherste Beweis, daß er sehr beschädigt war; aber langsam glitt die Feder über das Papier. Giuseppe hatte überhaupt während der kurzen Zeit, wo wir ihn zuletzt sahen, sehr geal« tert. Seine Stirn zeigte die ersten Spuren von Falten, und ein tiefer, unverkennbarer Zug des Schmerzes prägte sich in seinem Gesichte aus. Es war doch nicht so leicht, eine Charlotte zu vergessen, wie er cs sich ) Da war nun beinahe ein ganzes Jahr verflossen, seit er Charlotte von sich gelassen, und noch immer tobte der alte Schmerz der Trennung ebenso stark in ihm, als an dem Tage, da er sie aufgegeben - noch immer f«* rr fi, sich mit ihren lieben, flehenden Augen, und hörte, wie sie traurig zu Und^er Chatte sie dennoch verlassen — vielleicht auch ihr Herz gebrochen darum war sie in die Heimath zurückgekehrt, sich Trost und Ruhe zu holen. Da nützte ihm keine Arbeit, keine Zerstreuung, immer sah er ihr bleiches, thra- nenüberflutheteS Antlitz, wie sie von ihm ihr zerstörtes Lebensgluck zuruckforderte. Und doch liebte er sie so — o, viel mehr als damals, als er sie von sich gestoßen — er fühlte, daß fein Leben langsam vahmwelkte, und dennoch konnte er nicht zu ihr eilen, er hatte gesagt: „Ich ändere meinen Willen nie. Wie schön war doch jene Zeit gewesen, wo er zu ihr ging, um sich tn ihrem traulichen Gemach von den Schattenseiten des Lebens zu erholen, und an ihrem strahlenden Lächeln, an ihrer sprudelnden Unterhaltung sah, daß sie, um dklkn Ärutz Tausende buhlten, ihn, den schlich,en Advo,men, bebte. Uno jetzt war alles Glück vorbei, vielleicht — o, wie ihn dieser Gedanke schmerzte Aber"nnn/ flüsterte es dann beruhigt in seiner Brust, „das ist unmöglich! „Sie hat Dich geliebt — Du warst ihre erste Liebe, Du wirst ihre $ Aber es kamen auch wiederum Tage, wo er an Allem verzweifelte und sein Herz ihm vor Gram zu erbringen drohte. Dann schloß er sich tn fernem Zimmer ein, und wenn Tausende auf ihn gewartet hatten, er wäre nicht hervorgekommen. Ein solcher Tag war auch der heutige. Heute war eö gerade ein Jahr, als er zu Charlotte zum ersten und letzten Male von seiner Liebe sprach, und er begriff nicht, Vie Alles nur o hatte fommefi können. Wie ganz anders hätte sich sein Schicksal gestaltet, wenn er fte behalten hätte. Wie viel freundlicher wurde letzt fune staubige Actenstude ausgesehen haben, wenn ein liebendes und geliebtes Weib darin geschaltet hatte. Vor Giuseppe auf dem Tische lag ein kleines in Gold gebundenes Buch und ein paar trockene Blumen, die einzigen lebenden Erinnerungszeichen, die ihm von Charlotte geblieben. Die Blumen hatten einst ihr welches, goldiges Haar geschmückt, und er sah noch die zitternden kleinen Hande, wie sie sich eisrig be- mühten, um auf seinen Wunsch die Blüthen herauözuztehen. Und cann hatte sie ihm dieselben mit jenem Lächeln hingegeben, was nur ihre rosigen Lippen umspielen konnte, und ihm dabei gesagt, daß sie ihm noch viel, viel mehr schenken würde, wenn sie diese nur hätte. 9 Giuseppe Vere ließ seinen Kopf tiefer auf die Brust herabsinken, und Seufzer auf Seufzer entrang sich seinen Lippen. Da war es ihm plötzlich, als wenn die Thür sich leise öffnete, aber es war unmöglich - er hatte ste ^^^eise"'fast unhörbar, glitt eine Frauengestalt über den weichen Teppich des Gemaches. Das bleiche, liebliche Gesicht strahlte vor Erregung und Entzücken, als sie Giuseppe so in Gedanken versunken dasitzen sah; aber ein köstliches Lächelo schwebte um ihre Lippen, als sie die Blumen gewahrte, welche er mit leidenschaftlicher Innigkeit an seine Lippen preßte. . „Giuseppe!" jauchte sie, und zugleich legten sich zwei welche volle Arme um seine Nacken unv zwei rosigen Lippen suchten die feinigen. Charlotte!" rief er, sie wieder und wiever an sich pressend, als wolle er sich überzeugen, daß kein Lustgebllv seiner aufgeregten Phantasie ihn tausche. „O, bleibe bei mir, ich will Deine Liebe mit der Kunst —" „Still, Geliebter," flüsterte sie, „nimm Dein Wort nicht zuruck. Ich entsage der Kunst für immer unv wähle Dich." Charlotte Hafer hat es nie bereut, was sie gethan, niemals tauchte wieder der Wunsch in ihr auf, das Opernhaus zu betreten. Wie em Lauffeucr verbreitete sich die Nachricht: Signora ^rlattejei zuruckgekehrt; aber eben so schnell erfuhr man, daß sie memais du BuyM wte- der betreten wolle, und achselzuckend sprach man sich ub-r die Laune der Künstlerin aus, die unter ihren zahlreichen Bewerbern den einfachen Gtufeppe Wre Es war em herrlicher Sommermorgen, als Giuseppe Vere Charlotte Häser zum Traualtar führte. Die Sonne lachte so hell und freundlich vom wol en- losen Himmel herab, als freue sie sich über Vie glückliche Braut in ihrem weißen Kleide, den Kranz von Orangenblüthen durch das duftige blonde Haar geschlungen. Ruhig, aber doch voll Glück und Seligkeit, blickte der Bräutigam auf das liebliche Geschöpf an seiner Seite — und als der würdige Priester das Amen gesprochen hatte, da flüsterte er leise: „Jetzt bist Du mein, Charlotte — wirklich mein für alle Ewigkeit." Sie nickte ihm mit strahlendem Lächeln zu. Als der alte Kantor Johann Gottfried Schicht in Leipzig den ersten Brief von Charlotte Häser, nunmehrige Charlotte Vere, erhielt, und das Glück derselben daraus sah, murmelte er leise: „Das Kind liebt, und nun weiß ich es sicher aufgehoben. Jetzt, alter Häser, wird es Zeit, daß ich Dir droben von Deiner Lotte erzähle." Aber Schicht hatte bis dahin noch ein bischen Zeit — er starb erst elf Jahre später. Politische Rundschau. 29. März. x Die „Allg. Ztg." veröffentlicht einen ihr von hervorragender Seite zugegangenen Entwurf für die Bildung eines Staatenvereins, welcher unter Bezugnahme auf Art. 2 des Nicolsburger Präliminar, frierens Bayern, Württemberg, Baben und ten südlichen Theil von Hessen-Darmstadt unter dem Namen „Vereinigte Süddeutsche Staaten" zu umfassen hatte. Der Entwurf enthält 17 Artikel. Ein Anhang hierzu enthält in7 Artikeln einen EntwurfzurSchaffung einer nationalen Vcrbindung zwischen diesen „Vereinigten Süddeutschen Staaten" und dem Norddeutschen Bunde. Der Art. 1 zählt die gemeinsamen nationalen Angelegenheiten auf. Art. 2 erklärt den Schutz und die Sicherung des gesammtrn deutschen Gebietes durch die im Jahr 1866 geschloffenen Verträge geregelt. Art. 5 überträgt die Uebcrwachung der gemeinsamen Angelegenheiten einem Bunbesrathe und einem Bundesparlamente. Art. 7 regelt die Bildung des BundesratheS und des Bundesparlamentes analog, nach den Bestimmungen des Zollvertrages. Der „Allg. Ztg." wird aus Stuttgart geschrieben: Die plötzliche Vertagung der Kammern, a!S diese eben im Begriff standen, größere GesetzgebungSvor- lagen zu berathen, und noch ehe die Gelegenheit gegeben war, über den Antrag der 45 in der MiU- tärfrage zu berathen und zu beschließen, fiel heute um so überraschender in die Mitte der Abgeordneten, als gleichzeitig eine Ministerveränderung bekannt wurde, welche ebensowenig vorauSzusehen war. Das also wäre die Antwort auf die 150,000 Unterschrif- ten, welche eine Aenderung der Milttäreinrichtungen verlangen: v. Suckow, der entschiedenste Anhänger des preußischen Systems, Kriegsminister! Und um nichts an Deutlichkeit vermissen zu lass.n, erhält — gegenüber dem entschiedenen Willen des württembcrgi- schen Volkes, wie er sich bei den Zollparlamentswahlen und wiederum bei den Abgeordnetenwahlen geäußert hatte, wo unter 70 Volksabgeordneten 45 Großdeutsche und Demokraten gewählt wurden — der großveutsche CultuSminister Golther seine Entlassung. Dafür stellt man andererseits eine V rmin- derung des Militärbudgets um eine halbe Million in Aussicht; daran sollen die Wogen der Bewegung sich brechen, oder es sollen doch mit diesem Köder die weniger Entschiedenen unter den 45 Antragstellern zur Regierung hinübergeleckt, es soll aus ter Negierungsminderhelt eine Majorität gemacht werden. Daß bei diesen verschiedenen Beweggründen und Rück- sichten die Negierung nichts weniger a!6 einer sicheren Stellung und eines klaren Zieles sich bewußt ist, geht schon daraus hervor, daß sie ten auf die nächsten Tage zu erwartenden Verhandlungen über das Militärwescn und die davon unzertrcnntlichen politischen Fragen zuvorgekommen, daß sie dem Kampfe darüber ausgewichen ist. Was nun weiter folgen soll — das Land hat seit 1866 nie gewußt, was es von dem Ministerium Varnbiiler f.rnerhin zu erwarten habe. Die HH. Minister haben ihre Maß- nähme für den Augenblick getroffen, sie wiff.n wohl selbst nicht, wohin st- w.iter steuern. So viel aber ist gewiß, daß diese B.Handlung der wichtigsten An- gelegenheit des Landes von den Großdeulschen wie ein Schlag ins Gesicht empsuno n iviro, und raß das ganze Land, die wenigen Feinde seiner Freiheit ausgenommen, t.en Schmerz mitempsindet. Und man täusche sich nid)*, ter Schlag bat nicht wie ein Unglück getroffen, dag man mit Nesignat on hinnimmt, er ist die einfache Zulückweisung einer zu gemein- samer Verfolgung ein.s klaren Zi'cl.s ost dargebote- neu Hand. Das Aufgebot rücksichtsloser Energie, das Herr v. Varnbiiler in den neuen Ministern sich gesichert zu haben scheint, schreckt die Männer nicht, die sich bewußt sind, ebenso fest für des Staats- oberharptes königliches Nicht als für des Landes Wohl einziistehkn. Solchen Schritien der Negierung gegenüber, von welchen nichts gew fstr ist, als daß sie durch preußische M-Hnungen an strammere Haltung hervorg.rufen, und zur B-urkuudung bestimmt sind, daß man an d«n Willen deö Volkes sich nicht zu kehren gemeint sei, h.ilten die Abgeordneten um so fester zusammen, und das Volk wird seine Gewählten nicht im Stiche lassen. Die spanischen Blätter veröffentlichen den Brief der Exkönigin Isabella an den Papst, welchen ihr Sohn, der Prinz von Asturien, als Empfehlungsschreiben nach Rom mitgenommen hatte. Von Wichtigkeit für Carlisten und MoteradoS sind zwei Punkte in demselben. Einmal bezieht die Königin sich auf einen Brief, worin der Papst ihr mittheilt, daß er seine Gebete an den Allmächtigen richte, damit Gott sie auf den Thron zurückführe, der ihr von Rechtswegen angehöre. Ferner erklärt Isabella: „Heute strebe ich nicht mehr danach, jenes Recht für mich zu sichern; sondern es meinem Sohne, dem Prinzen, zu übertragen." LobenSwerlh ist übrigens JsabellenS Wunsch, baß durch des Prinzen Schuld kein Tropfen Blutes vergossen und auch nicht einen Tag lang der Fricde und die Ruhe Spaniens gestört werde. 30. März. Der preußische „Staatsanzeiger" enthält eine kgl. Verordnung v. 25. März, wodurch der Zollvereins- BunbeSrath zum 4. April einberufen wird. / Die Hauptpunkte des der „Allg. Ztg." „von her- vorragenber Seite (wohl aus dem Cabinet Hohenlohe) mitgetheilten Entwurfes eines Südbundes sind folgende: Name: „Vereinigte süddeutsche Staaten." Mitglieder: Bayern, Württemberg, Baden, Süd- Hessen. Zweck: gegenseitiger Schutz nach außen, Fricde im Innern, Gemeinsamkeit der HeereSeinrichtungen; gemeinsame Consulate, gegenseitige Mitvertretung durch die Gesandtschaften; gemeinsames Jndigenat; Gemeinsamkeit des Rechtes; gemeinsame Obergerichte. Organisation: Bundenrath mit wechselndem Vorort (Bayern 6 Stimmen, Württemberg 4, Baden 3, Hessen 2 Stimmen) und Ausschuß aus den Landes- Vertretungen. Verhältniß zum Nordbunde: Ausrechthaltung der Allianz- und Zolloereinsverträge. Gemeinsame Maßregeln für Ordnung der Maße, Münzen, Gewichte, des Bank- und Papiergelbwesens; der Patente; des geistigen EigenthumS; des Eisenbahn-, des Post- und Telegraphenwesens, der Fluß- sch fffahrt ic. Organe dafür: der Zollbundesrath uno das Zotlparlament, jedoch in letzterem gesonderte Abstimmung der nord- und süddeutschen Mitglieder. V Der osficiöse Berliner Correspondent der „Köln. Ztg." schreibt: DaS Südbundsprojcct der „Augsb. AUg. Ztg.", obgleich mt einem allgemeinen deutschen Bund in Verbindung gebracht, hat keine größeren Aussichten als alle diejenigen, die bis jetzt die politische Speculation beschäftigt haben. Erinnert man sich d r zweifelhaften Ergebnisse der im letzten Jahre gepflogenen Verhandlungen wegen des FestungSver- mögrna und des Schicksals der Hohenlohe'schen Pro- jecte, so laßt sich dag vorhersehen. Die Aussicht auf ein Parlament mehr, das überdies mit einer gebotenen itio in partes für die gemeinsamen Angelegenheiten in die Welt treten würde, wäre unter solchen Bedingungen nichts weniger als verlockend. Derartige Entwürfe haben in so fern einige Bedeutung, als sie v