AretS vierteljährig 1 fL 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. Oießemr AlykM. M. Erscheint rützlich, mu Aus nähme Montngs. Expedition C a n z l e i b,e r c Lit. V. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen. Nr. T®1, Freitag den 30. Dcccmber 1S7O« Amtlicher Lhei l. ....... “ Bekanntmach u n g. Die Musterung und Loosziehung der Militärpflichtigen des Kreises Gießen für das Jahr 1871 findet zu Giessen im Rathhaussaale an den nachgenannten Tagen, jedesmal von acht Uhr Vormittags an, statt, und zwar Montag den 2. Januar 1871 M u st e r it n a fcer Militärpflichtigen der Gemeinden Mach, Aflendorf a. d. Lahn, Allendorf a. d. Ldä., Alt-Buseck, Annerod, Bersrod mit Winnerod, Beuern, Burkhardsfelden, Daubringen, Dorf-Gill und Eberstadt. Dienstag den 3. Januar desgleichen der Gemeinden Ettingshausen, Garbenteich und Gießen. 2Ritttookh den 4. Januar - ®“'" **'"**' <**■>. Wd. ...» s,™ *”*" *•***• *£*&**•. «•*.. „» »t„8efliwn. , , - _< . , 4Uds (9♦ itdi? W —VM-». R««,ch.„ R°°„n, ew*, «* «. » fr, und Trohe. h Ä f .. s ri Samstag den 7. Januar desgleichen der Gemeinden Watzenborn mit Steinberg und Wieseck Montag den 9, Januar Loosziehung. 1) Zur Musterung haben sich bei Meldung der üblichen Strass, nie Allli ,, , c , Ersaß-Justruction für den Norddeutschen Bund vom 26. März 1868 -u orseben fin "a^%nfe abgedruckten Bestimmungen der Mrlitär- Diejenigen, dem Großherzogthum Hessen oder dem Norddeutschen Bunde an.' i. M"' a} in einer Gemeinde des Kreises Gießen ihr gesetzliches Domici? — Militärpflichtigen, welche sich nicht in einem anderen Theilc dbS Großherzogtbums Hessen oder HnrnfäT, ? 'hren ständigen Wohnsitz - haben und stehend unter b) angegebenen Eigenschaft aushalten ; Staate des Norddeutschen Bundes in einer der nach- b) in einer Gemeinde des Kreises Gießen sich als Dienllbown ,r, , Handwerksgesellen und Lehrburschen, Fabrikarbeiter oder in 'ä^lichcr Einens?'?^???"'"""'' Handlungsdiener und Lehrlinge, Gymnasium daselbst oder eine sonstige Lehranstalt inbfe Universität Gießen oder das c) '» -wer Gemeinde des Kreises Gießen, oder während ihre Eltern etne. s»^ ^ ®te6en suchen; tm Großherzogthum Hessen noch in einem anderen Staate des Norddeutscke^VTS" !"'K''slande geboren find, und weder und IM Jahre 1851 geboren find; Norddeutschen Bundes Doimcil befitzen oder sich aufhalten: ferner der ge- stch des »Her gejogentn n.ch 2) Diejenigen Militärpflichtigen, welche zum zweiten- oder drittenmale erfcßpfnpn st q c zubringen. ' ! helnen, haben ihre Loosungs- und Gestellungsatteste mit- 3) Wenn von einem Militärpflichtigen, oder für einen solckpn «nn rPtnP™ genommen wird, welche übrigens während der Dauer des Kriegs nur in Ausn^bn Mutter, Zurückstellung in Anspruch zur Beurkundung der behaupteten Thatsachen erforderlichen Nachweise m,d?tuÄC\8'“ak‘ Ta” s" ist für Vorlage der sorgen. Die Zeugnisse müssen amtlich ausgestellt oder beglaubigt sein " "" jUr Musterung anberaumten Termine zu "Äi“nÄfÄ£eÄ:”'lw‘ * * N w». Wr,uk6ig«n; G,suche -de, frtofleM I» 6cm T»m,u 4j Wenn ein Militärpflichtiger an Gebrechen leidet die dufiprfMi t f tigfeit, Geistesschwäche u. s. w., so ist Ließ durch amtlich ausgestcllt/oder bcalaubi'at^q B. Taubheit, Harthörigkeit, Kurzsich- Getstltchen, Lehrers u. s. w. nachzuweisen. Das Vorhandensein von Epilepsie G du?ch ' fototc Bürgermeisters, würdigen Zeugen zu erhärten. ™ ^te ^ldltche Erklärung von mindestens drei glaub- 5J An der Loosziehung persönlich Theil zu nehmen, steht jedem Militärvff,'süs,'^„ . anwesend sind, zieht ein Mitglied der Kreis-Ersatz-Eommission das Loos D-ezemgeu, welche bei dem Aufrufe nicht m,.,. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien haben sämmtliche ihrer Gemeinde annehRr^» » • ■ Militärpflichtige - die auswärts sich aufhaltenden schriftlich - auf Grund der ibn!» 7 Gemeinde gestellungspflichtige Musterung vorzuladen. uuo DCI t9nert '• b- wieder zugehenden Stammrollen zu Die Großherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten haben mit den , ba^m zu ben.ühen, daß die Letzteren zur bestimmten Zeit zur Stelle find ■ , $ T" '7'1 Gemeinden anwesend zu fein und Mustcrungsgeschäftcs ein anständiges und ruhiges Verhalten beobachten ' oxw"emügmdcn Entschuldigungsgrund der Aufforderung, sich zur Musterung bezw. Aushebung zu stellen, keine Folge leisten, verlieren: a) die Berechtigung, an der Loosung Theil zu nehmen, b) den ans etwaigen Reclamationsgründcn erwachsenden Anspruch auf Zurückstellung bezw. Bcfremng vom Mllitardienst. , . .. . Wer ohne einen genügenden Entschuldigungsgruud bei Aufrufung seines Namens im Musterungs- bezw. Aushebungs-Locale mcht anwesend ist, verliert 1-11 fe'litärpflid)tic/Zn'werb”i?3wie unter Passus I bezeichneten vorzugsweise zum Militärdienst heraugezogen event. als unsichere Heerespflichftgc nach Vorschrift des 179 behandelt. ,,, , f,, 7 e 17s Anwenduna der Vorschriften der 176 und 177 auf disvvuibel gebliebene Militärpflichtige. OTUitäWttK Ä"n ihrer Loosnumurer nach disponibel geblieben, sind den un §. 179 enthaltene» Strafbestimmungen unterworfen; erwachsen würden. ___________________________—---—------------- B e k u ii n i m a ch u n g. Da die Rinderpest im Königreich Sachsen erloschen ist, sind die in Folge dessen angeordneten VerkehrSbeschrankungen aufge- hoben worden. Gießen, den 27. December 1870. Großherzoglicheö Kreisamt Gießen. Dr. Goldman n. P o lit i scher Theil. an brr Berliner Universität, Dr. Rosenthal. Derselbe ist nach einer unfreiwilligen 29. December. Neben den Nachrichten Sieg unseren Fahnen folgt.— Zu den preußischen Aerzten, welche in Gefangenschaft gerathen waren, gehörte auch der bekannte Professor der Physiologie Neben ven Nachrichten, welche vom Kriegsschauplätze angelangt sind abenteuerlichen Fahrt am 25 auf der Ruckreise,um Heere inB-rlm «ng' rosten. Pro- unv einen Sieg de« General« v. Manttuffel über die Nord-Armee gemeldet haben, ftffor Rosenthal, der al« Stabsarzt bei dem 76. cdanse«nsche«) Reg,men^su«zirte, schildern weitere telegraphische Privatnachrichtcn den Sieg al« einen vollständigen hatte vor Bcaugcncp cm kazarrth emger ' Verwundeter in holen. Er und wissen von zahlreich eroberten Geschützen und Tausenden von Gefangenen >c. scheu Linien gegangen, um Wagen i c s jnC. hieben um Inzwischen sucht man im deutschen Heerlager hinsichtlich der in da« Feld zu stellen- patte den Befehl "halten, a Par * bafTelbe von den Truvven hinter den Franzosen nicht zurückzubleiben. Die im Herbste einge- Verwundete au«zuwcchseln. In da« Lazareth zuruckgekehrt , lander das etoe von stellte junge Mannschaft ist vollkommen krieg-tüchtig au«gebildet und damit die Franzosen besetzt und total au«g-plundert, die B">vundetcn Möglichkeit gegeben, am 1. Januar 145,OOO Mann in da« Feld zu stellen, welch- dem Professor selbst, waren ei,,esamm.lichnEff--tn M kampsbcgicrig de« Befehle« darren. Die über alle« Lob erhabene Leistungsfähig- «erthvolle Manuscripte, uner etzliche«, muhs°m"'s"'» fett der deutschen Truppen bewährt sich jetzt um so mehr in vollem Umfange, als kenal gestohlen. Man brachte ihn z L. L al6 Gefangenen der großen U-bermach, und der Schändlichkeiten de« Guerillakriege« ungeachtet prafecten, der ibn wt-d-r ru'ucksand e, u"ds°s»>-PPt- man hn al« ^"8 die Erfolge der deutschen Heere dieselben sind und von Gefecht zu Gefecht der nach St. Malo, wo man thn auf em tn9^^ 6'"8 S.-- unseren Fahnen folgt.-Zu den preußischen Aerzten, welche in französische er "°^S°uchampt°n^nnd^k.br.. ube^London ^nunmehr jn preußischen Rheinprovinz, veranlaßt die Allg. Ztg. zu der Bemerkung: „Den Kirchen muß die Freiheit der eigenen Entwicklung zurückgegeben, jede ungebühr- liche Einmischung de- Staates in innerkirchliche Angelegenheiten beseitigt werden. Ueber Kirchenvermögen und die heute strittige Frage de- Eigenthums an demselben müssen klare gesetzliche Bestimmungen geschaffen und die Rechte der Kirchengenoffen, gegenüber jenen Kirchen, in welchen es keine Rechte Einzelner, sondern nur das unumschränkte Recht eine-Einzigen giebt, sichergestellt werden; da- örtliche Kirchen- vermögen insbesondere muß ausdrücklich als Gemeindeoermögen erklärt, und für den Fall örtlicher Kirchendifferenzen nicht bloß der Mehrzahl, sondern auch der Minderheit der Kirchengenoffen das Theilnahmerecht am Kirchenvermögen gewährleistet werden. Die Betheiligung des Clerus an den weltlichen Händeln muß unbedingt, und zwar unter strafgesetzlichen Folgen untersagt werden." Kriegsnachrichten. Die hessische Division liegt, nach Feldpostbriefen der „Mainzeitung", seit dem 20. d. in Orleans resp. den dasselbe umgebenden Vorstädten. Am 15. d. auf dem Vormarsche nach BloiS, um nach Vendome vorzurücken, kam, wenige Stunden von Blois, "der Befehl, im Eilmarsche nach Orleans zurückzugehen. Am 16. d. kam die Division über Suevres, Mer, Geaugency und Meung, indem sie die Schlachtfelder berührte, in La Chapelle bei Orleans an. Am 19. rückte der Divisionsstab in Orleans ein und die Division am 20. zum Theil in Bourgozne, einer östlichen Vorstadt von Orleans. Der Befehl zu dieser Rückwärt-bewegunz soll darin seinen Grund haben, daß die hessische Division zur Unterstützung des v. v. Tann'schen Corps gegen den von Vierzon vorgehenden Feind (Bourbaki) Verwendung finden soll. Der Ober-Commandant der Nationalgarde von Paris hat folgenden Bericht an den General Trochu gerichtet: Paris, 16. December. Herr Gouverneur! Das 200. Bataillon ist heute ausmarschirt, um die Vorposten zu Creteil zu besetzen. Ich empfange vom obersten General-Commandanten zu Vincennes folgende Depesche: „Der Bataillonschef des 200. betrunken! Zum wenigsten die Hälfte der Leute betrunken. Unmöglich, den Dienst mit ihnen zu versehen. Notwendigkeit. ihre Posten a'ozulösen. Unter dieser Bedingung ist die Nationalgarbe eine Ermüdung und eine weitere Gefahr." Ich habe die Ehre, die Absetzung des Bataillonssührers Le BloiS, Commandanten des 200. Bataillons, zu verlangen. Genehmigen Sie rc. Clement Thomas. Gutgeheißen: Der Gouverneur von Paris. General Trochu. Tours, 21. Dec. Eine französische officielle Depesche meldet laut einem Privattelegramm des „Rhein. Kur.": „Der Feind erschien heute Morgen vor Tours auf den Hügeln, weiche die Brücke Saint Pierre beherrschen. Eine Patrouille Kürassiere kam auf die Brücke. Von Bürgerhaufen wurden Flintenschüsse abgefeuert, welche drei oder vier Reiter trafen. Die Patrouille entfernte sich darauf im Galopp. Alsbald wurde eine Kanonade auf die Stadt eröffnet; die Granaten fielen in die Straßen und es gab mehrere Opfer. Der Redacteur Beustheur wurde getödtet. Die Parlamentärflagge wurde aufgehißt. Der Maire ging dem Feinde entgegen und erlangte von dem Chef das Aufhören der Kanonade. Der Feind ist heute noch nicht in die Stadt eingerückt; er erwartet den Rest des Corp- und den Generad." Brüssel, 27. Dec. Die „Independance" bringt folgende Nachrichten: „Havre, 22. Dec. Die Vertheivigungsmaßregeln werden nach Kräften beschleunigt; ein erneuter Vormarsch der Preußen gegen den Nordwesten wird erwartet. — Lyon, 25. Dec. Der Präfect hat in einer Proklamation die Nationalgarde aufgefordert, bei der Ermittlung der Mörder Arnaud'S behülflich zu sein. Oeffentliche Versammlungen und politische Manifestationen sind in Lyon verboten. — Lille, 26. Dec. St. Quentin ist wieder von den Preußen besetzt. DaS baldige Beginnen des Bombardements von MeziereS wird erwartet." Mainz, 24. Dec. In Folge der jedem Soldaten der Garnison ertheilten Befugniß, gegen Ungebührlichkeiten der Kriegsgefangenen einzuschreitcn, wurden gestern drei aus dem Lager in die Stadt beurlaubte Turcos in betrunkenem Zustande angehalten, wobei der eine sich mit einem Messer widersetzte. Sie wurden rnoessen bewältigt. — Nachdem der Militärbehörde aus der Mitte der französischen Offiziere selbst belegte Warnungen vor den Wirkungen planmäßiger Hetzereien zugekommen sind, wird dem Vernehmen nach noch heute die Garnison verstärkt. Die Truppen werden mit Eintritt der Dämmerung consignirt, und es sind alle Maßregeln getroffen, um jedem Durchbruchsversuch auf das Energischste zu br gegnen. Die Erbitterung der GarnisonStruppen ist unverkennbar, und sie findet in der Stimmung der Bürgerschaft ebenso berechtigten Wiederhall. Köln, 25. Dec. Seit vorgestern circulirte hier das Gerücht, die kriegsgefangenen Franzosen der Wahner Haide beabsichtigten einen Aufstand, um zu entweichen, in Folge dessen an dem Barackenlager zu Wahn und zu Deutz die Wachen verstärkt wurden. Unter Anderem ging ein Cürassier-Commando und Artillerie mit 8 Geschützen dahin ab. Ein Aufstand ist nicht ausgebrochen; jedoch wurde in Deutz, wie wir dort überall hörten, ein Franzose, angeblich ein Sergeant-Major, von der Wache gestern Abend durch einen Schuß in den Unterleib so verwundet, daß er heute Morgen den Geist aufgab. Der Vorfall soll nach der einen Lesart dadurch veranlaßt sein, daß der Getövtete der Wache keine Folge geleistet, nach anderer dadurch, daß derselbe nach dem Gewehr des Postens gegriffen hat. Berlin, 26. Dec. Es wird beabsichtigt, die Erweisungen der Liebesthätig- teil zusammenzustellen, in denen, aus Anlaß der gegenwärtigen Kricgsereignisse, alle Theile unseres Vaterlandes mit einander wetteiferten. Es würden dabei in Betracht kommen: die Opfer und Leistungen für den Bedarf an Verbandsachen, Wäsche, Kleidung u. vergl., für Reservelazarethe und deren Versorgung, für Linderung und Erleichterung verwundeter und erkrankter Krieger. Demnächst käme die Fürsorge für die durchmarschirenden Truppen, Erfrischung-- und Verband- stationen auf den Bahnhöfen rc. Daran schlöffe sich die Sorge für die Truppen im Felde, die sich durch Nachsendung wärmender Kleidungsstücke und Lebensmittel dethätigte und durch das Interesse für die zurückgebliebenen Familien der Krieger zum Ausdruck kam. Sehr Villes läßt sich dabei in Gelde gar nicht hinstellen. sondern nur annähernd schätzen. — Die mit dem 1. k. M. bevorstehende Einfüh- rung des neuen Bundes-Strafgesetzbuchs wird in Preußen noch manche, schließlich durch die richterlichen Instanzen zu lösende Streitfragen Hervorrufen. In den juristischen Kreisen steht eg übrigens fest, daß das Gerichtsverfahren durch das neue Gesetzbuch in keiner Weise geändert worden ist. Der Proceß gegen den Banquier Güterbock und Genossen wegen LandeSverraths (Bctheiligung an der von Gambetta ausgeschriebenen Anleihe) ist heute von dem StaatSgerichtShofe vertagt worden. Wenn die Sache nach Neujahr, also unter der Herrschaft deS neuen Strafrechts, wieder vorkommt, so können die Angeschuldigten im Falle der Verurtheilung nicht mehr zu Zuchthausstrafen kommen, die ihnen jetzt unter gleicher Doraussrtzung beoorstände. Telegraphische Depeschen. △ Brüssel, 27. Dec. Die „Ind." meldet aus Bordeaux vom 21. dS.: Trochu hat am 21. ds. Pierre Deschamps mittelst Ballon, mit einem eigenhändigen Schreiben an Gambetta gesandt. Deschamps sagt aus, daß Paris höchstenS noch bis zum ersten Februar mit Lebensmitteln versehen sei. Die Provinz müsse bis dahin Paris befreien oder dieses einen verzweifelten Ausfall unternehmen. Nach Berichten aus den Ardennen soll das Douanen-Bataillon von Ro- croy bei einer RecognoScirung überrascht und vollständig aufgerieben worden sein. △ Brest, 24. Dee. Der Contrcadmiral Jaureguiberry ist zum Vlceadmiral ernannt worden. Der Admiral soll sich durch seinen Antheil an den Kämpfen an der Loire große Verdienste erworben haben. — Die preußische Brick-Goelette „Alma" wurde von einer Kanonenschaluppe in den Hafen gebracht. — Die schwimmenden Batterien Arrogante, Imprenable und Refuge werden armirt. — Das Schiff „Felix Marie", mit einer Haferladung von Pontrieux Tbmmenb und nach Bordeaux bestimmt, ist bei der Insel TrshorS, am Eingang von Aberbenoit, gescheitert. Die Mannschaft hat sich gerettet. A Brest, 24. Dec. Die französische Auswanderung aus dem Littorale de la Manche ist seit Kurzem fortwährend im Wachsen begriffen. Die englischen Städte an der Küste von Kent sind von der angsterfüllten französischen Bevölkerung so zu sagen mit Sturm besetzt worden. Die Zahl der Emigranten beträgt nach amtlicher Schätzung schon mehrere Tausend. A Brest, 24. Dec. In Quimper wird soeben eine Compagnie Franktireurs organisirt. Mr. Pavy, welcher diese Compagnie commandirt, befand sich früher in Amerika. Er soll ein bedeutendes Vermögen besitzen. Die hundert Mann, aus welchen feine Compagnie besteht, werden auf seine Kosten ausgerüstet. Sie tragen eine Zuavenuniform mit einem prächtigen Dolman. Ihre Waffen sind eine amerikanische Büchse ä douze coups und ein Revolver. Dir Fahne des Corps ist schwarz mit silbernem Todtenkopf/ über welchem die Devise: „Sans merci“. Man hofft, daß diese Schaar, deren Mitglieder alle Leute sind, die schon Beweise ihrer Schützenkunst gegeben haben, der Schrecken des Feindes sein werde (?). — Der „Phare de la Loire" theilt mit, daß in einem der dieser Tage hier angekommenen Zuge sich 60 Kranke und Verwundete befunden hätten. Den meisten dieser Leute fehlte nichts. Die Aerzte erklären, daß Furcht ihre einzige Krankheit gewesen sei.... A Bordeaux, 2t. Dec. Der „Constitutionnel" meldet: „Man versichert uns, daß der General Clinchamp, Kriegsgefangener von Metz, aus der Gefangenschaft entkommen ist. Er traf dieser Tage in-Bordcaux ein, wo man ihm sogleich ein Commando in der Armee des Generals Bourbaki übertrug." — Der «Moniteur universel" meldet, er habe aus sicherer Quelle die Nachricht erhalten, daß in Folge eines in den südlichen Meeren stattgefundencn Kampfes zwischen der französischen Fregatte „La Venus" und der preußischen Fregatte „Hertha" letzteres Schiff schwer beschädigt worden und schließlich mit seiner Mannschaft gesunken sei. A Bordeaux, 23. Dec. Ein Decret der Regierung ordnet einen Briefpostdienst zwischen Bordeaux und Paris an. Dss Porto eines Briefes beträgt einen Franc. Lille, 27. Dce. Das Journal de Lille veröffentlicht nachfolgendes Decret des Ministers des Kriegs und des Innern: „An die Herren Generäle, Divisions- und Subdivisions'Commandanten der Landarmee in Activität. Die Herren Offiziere und Soldaten der deutschen Armee, die jüngst bei Orlean- und später in der Nähe dieser Stadt zu Gefangenen gemacht wurden, sind im Besitze von Juwelen, Geldsummen und sonstigen Gegenständen betroffen worden, die offenbar nur von Plünderungen herrühren. Aeh: liche Raubfälle zeigten sich uns auch in anderen Städten, die der Feind besetzt hatte, und ich glaube deshalb, Sie auffordern zu müssen, bei zukünftig in unsere Hände fallenden Kriegsgefangenen genau nach derartigen Raubgegenständen zu forschen und mich sobald als möglich unter der Adresse: Bureau de la justice militaire davon zu unterrichten, gleichzeitig aber auch ein Verzeichnis der jeweilig als verdächtig bei Kriegsgefangenen angehaltenen Gegenstände mir einzusenden. Wollen Sie mir auch Bestätigung über den Empfang dieser telegraphischen Weisung einsenden. Der Kriegeminister und Minister des Innern. Gambetta. Perada. de Leverde. A Balenciennes, 25. Dec. Der „Courrier du Nord" schreibt: Ein Brief von Amicn- vom 22. Dec. meldet die Ankunft der Armee des Generals Manteuffel in der Umgebung von Amiens. „Den ganzen Tag hörte man Kanonendonner. Morgen soll eine Schlacht stattfinven. Heute hatten wir nur Vorpostengefechte. Ich habe den ganzen preußischen Generalstab, aus 5 höheren Generälen, 150 Offizieren und einer Begleitung von 500 Reitern bestehend, ankommen sehen. Nach den Aussagen der preußischen Offiziere soll die französische Nordarmee sehr stark fein." Gestern hat bei Amiens, in der Umgebung von Villers-Bocage, eine Schlacht stattgefunden. Eine Depesche des Generals Faidherbe meldet, daß wir Sieger geblieben sind. Also Muth! A Marseille, 23. Dec. Nach Berichten von der Insel Reunion haben sich eine Anzahl Creolen cingeschifft, um an dem Kampfe 'n Frankreich Theil zu nehmen. A London, 28. Dec. Die „Times" erklärt die Pforte betrachte die Haltung Rumäniens als ungesetzlich und respectwidrig und werde das Hineinziehen der Frage der Fürstenthümer in die Angelegenheiten der orientalischen Confcrenz nicht dulden. Officielle militärische Nachrichten. Versailles, 28. Dec. Vom Mont Avron wurde das Feuer unserer Belagerungsartillerie heute nicht erwiedert; es feuerten nur die Forts. Am 26. Dec. erreichte die erste Armee in Verfolgung des Feindes die Gegend von Bassaugne. Die Zahl der Gefangenen hat sich noch vermehrt. v. P o d b i e l s k y. Drivatdepesche des Giefiener Anzeigers. Lille, 28: December. Faidherbe's Hauptarmee wich bis Vitry zurück. In Arras blieben 2500 Mann, weil dasselbe unhaltbar; in Douay Panik. Allgemeiner Anzeiger. Besondere Bekanntmachung. Bekanntmachung. 6373) Die auf den 11. November I. I. (Martini) an die Fürstlich Solmfifche Ren^! teikasse zu Hohensolms fällig gewesenen Holr- und Pachtgelder rc. müssen bei Vermeidung gerichtlicher Schritte innerhalb 14 Tagen bezahlt werden. Zahltage sind Dienstag und Donnerstag. Hohensolms, am 27. December 1870. Der Fürstliche Renteibeamte: Dörner. KeiljtzeisoteALS. 6376) Süße Valencia-Orangen empfehlen ____________I. A. Busch Söb n e. Bt»ck-LI)vrol Gesucht: Ein Capital von circa 5000 Thlrn auf erste Hypothek. Näheres bei der Exped. d. Bltts.________________ 6372) Mein Comptoir und Wohnung befinden sich von heute ab im Körner'schen Garten, Neustädter Thor. Gießen, 29. December 1870. C. W. srowack. Neujahrs - Gratulationen. Wir erlauben uns, unseren verehrlichen Mitbürgern, wie früher, vorzuschlagen, die gegenseitigen Neujahrs-Gratulationen damit abzustellen, daß wir die Kleinkinderschule mit einer Gabe von 24 kr. bedenken und daß die Namen der Geber in dem Anzeiger veröffentlicht werden. Wir sind zur Empfangnahme dieser Gaben gerne bereit und sprechen als unfern herzlichsten Neujahrswunsch aus, daß uns der gnädige Gott zu einem baldigen und dauernden Frieden verhelfen wolle. Gießen, den 28. December 1870. Dr. Geist, Gymnasialdirector. Dr. Goldmann, Provinzialdirector- Dr. Hesse, Professor. Landmann, Dekan. Dr. Seel, Pfarrer. Dr. Simon, Superintendent. Vogt, Bürgermeister. Weber, Geheimerath. Alle Postanstalten nehmen Bestellungen an auf den 11Wcberrl)chiijd)rn Kurier s größte und verbreitetste Zeitung im Elsaß. 84. Jahrgang. Vom 1. November d. I. an unter der Redaktion von A. Grün, unter Mitwirkung der tüchtigsten Kräfte im Elsaß und in Deutschland. Preis für ein Vierteljahr im Glsatz und in ganz Deutschland Thlr. 3. 10» = fl. 3. 30. = Fr. 12. 50. Preis der Inserate 30 Cent- die Zeile. Straßburg. Moritz Schauenburg, G- Silbermann's Nachfolger. 6366) Gewerbebank. Tagesordnung: Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ--Druckerei (Fr- Ehr- Pietsch) in Gießen. 4) Wech'ein'cafso. Besuche ladet ein: December 1870. Zu recht zahlreichem Gießen, den 27. Für den Vorstand: I. Hanstein, Vorsitzender. Generalversammlung Freitag den 30. d. Ms., Abends 8 Uhr, im Leib'schen kleinen Saale. 1) Erganznngswahl des Vorstandes; 2) Stellung unter das Genoffenschaftsgesetz, in Folge davon Abänderung der Veremsstatuten; 3) Tantieme für die Vorstandsmitglieder;