Gießener Anzeiger Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen Donnerstag den 28. April 1870 Nr. so (4L0L) 00 2015) Ein alter eichener Kleiderschrank, Nachttische, Tische, Sopha, Bücherbänke, sowie auch einige Ctr. Heu, sind zu verkaufen bei Georg Herbert- 2006) Nächsten Montag den 2. Mai d- I-, des Morgens 8 Uhr. soll eine der hiesigen Gemeinde gehörige Scheuer, 32 Fuß lang und 32 Fuß tief, in gutem Zustande und mit Ziegeln gedeckt, auf den Abbruch auf hiesiger Bürgermeisterei versteigert werden. Wieseck, den 26. April 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. Lang. ___ Versteigerungen. 2009) Das zwischen der Turnhalle „unb : der Becker'schen Besitzung gelegene städtische Gelände auf der Stephansmark soll Freitag den 29. April 1870, Nachmittags 2 Uhr, auf ein Jahr verpachtet werden. Gießen, den 26. April 1870 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen- Vogt._____________ Wir machen wiederholt hierdurch ein verehrliches Publikum dringend aufmerksam, daß nur dann Annoncen pünktlich ausgenommen werden können, wenn solche bis spätestens Montags, Mittwochs und Freitags früh 9 Uhr eingesandt werden. Spater einlaufende können nnter keinen Umständen berücksichtigt, und müssen für die folgende Nummer zurückgelegt werde». Die Exped. des Gießener Anzeigers. PreiS vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. 1952) Aus dem städtischen Holzmagazin werden Fichten- und Kiefern- Bohnenstangen, sowie Erbsenreiser, abgegeben. Gießen, am 23. April 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Das Neueste in: Damenjackcn und Paletots, Selters- und Soda-Wasser rc. aus der Gießener Mineralwasser-Fabrik zu Fabrikpreisen empfehlen Gebrüder Wenzel. Selters- und Soda-Wasser etc. aus der Gießener Mineralwasser-Fabrik zu Fabrikpreisen pninfipMt TOflütlcb. Reise- u. Promenade-Costüme für Damen, Silmmetpaletots, seidene IhifrloLs, Regenmäntel für Damen empfehlen in größter Auswahl Gebrüder Hessel neue Krame 16, der Börse gegenüber, Frankfurt a. M. Besondere Bekanntmachungen. 18Ü8) Die Schulgelder aus den städtischen Schulen und der Realschule pro I. Quartal 1870 können in den ersten 8 Tagen, an den Wahltagen Dienstags, Donnerstags und Samstags, ohne Kosten zur hiesigen Stadt-Kasse bezahlt werden. Gießen, den 21. April 1870. Der Stadt - Rentmeister : p Enders. Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donner- stagS und Samstags. — Expedition: Cauzleibeeg Lit. V. Nr. 1. | Wegen Geschastsverauderung verkaufe ich meine sämmtlichen Waaren, bestehend in: Hüten, Hauben, Blumen, Bändern, Tüll, Sammt, Seidenzeugen, Blousen, Piqusjacken, gestickten Hosen, Unterröcken, Kinderjäckchen und -Schürzchen, Kragen, Manschetten, Corsetten, Crmoll- nen rc. rc., sowie feine Damenschmucksachen in schwarz, blau und oxydirt, Holz- und Ballfächer und bergt mehr, zu ganz billigen Preisen. Wilhelmine Fuhr. Fuhbaden-Anstrich. Fußbodenlack, sofort trocknend, Leinölsiccattf zum Einölen, Oelfarben, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend, sowie alle sonstigen Ingredienzen zum Anstreichen und Wichsen ber Fußboden, empfiehlt Emil Fischbach, (2020) Seltersweg. Bauholz-Versteigerung. 1995) Donnerstag den 5. Mar werden in ben Domanialwalbabtheilungen Altgehegt unb Nabenpfuhl: 143 Eichenstämme = 38/9 Cublkfuß, 227 Nadelstämme ---12903 „ und 130 Nadelstangen --- 474 „ versteigert. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr im Altgehegt zunächst den Wiesen. Freitag den 6. Mai werden ferner im Rabenpfuhl versteigert: 36 Eichenstämme — 677 Cublkfuß, 512 Nadelstämme - 18581 „ und 185 Nadelstangen = 197 „ Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf der langen Schneiße. , Qn Credit für beide Versteigerungen bis 30. September. _ , 4rwrx Gießen, am 26. April 1870. Großherzogliche Oberforsterel Schistenberg. In Verh. des Oberförsters: Dr. 2)raubt, Forstmeister. Versteigerung von Straßenarbeiten. 1996) Die Handarbeiten zur Unterhaltung ber Staatsstraßen bes hiesigen Baubezirks sollen an ben nachbenannten Tagen und Orten wenigstfordernd in Accord gegeben werden, und zwar: I. Montag d en 2. Mai, Morgens 10 Uhr, zu Gießen in dem Bramm'jchen Wirths- locale: für die Straße von Gießen gegen Butzbach, für die Straße von Gießen gegen Rodheim und für die Straße von Klein- Linden gegen Wetzlar. II. 'Dienstag den 3. Mai, Morgens 9 Uhr, ru Lollar im Gasthaus zur Krone: für die Straße von Gießen gegen Marburg. III. Mittwoch d en 4. Mai, Moraens 10 Ntz, zu Lich im Gasthaus zum Engel: für die Straße von Gießen über Lich gegen Hungen und für die Straße von, Hessenbrücker Hammer über Lich gegen Butzbach. IV. Freitag oen 6. Mai, Morgens 9 Uhr, zu Reiskirchen in dem Gemeindehaus: für die Straße von Gießen gegen Grünberg. Die resp. Großherzoglichen Bürgermeistereien werden ersucht, diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen. Gießen, den 26. April 1870. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel. Liebig s Fleifchextraet, ächtes, von Fray Bentos. Loestund's Präparate, Liebig's concentr. reines Malzextract- Condensirte Milch (Schweiz). 8 Die condensirte Milch bewährt sich vortrefflich zur Ernährung von Kindern,' well sie stets von gleicher Beschaffenheit und dem Sauerwerden bei der Aufbewahrung nicht unterworfen ist. Dieselbe mit Liebig's Kindernahrung (Loeflund's Präparat) gebraucht, ersetzt Säuglingen die Mutterbrust. _ (2021) Emil Fischbach, Seltersweg. (1694) 2008) Fertige Hemden für Confirmanden (Knaben), sowie Untcrröcke und Beinkleider, sind stets vorräthig bei Geschwister Heerz, Neuenweg. 1597) Baumwachs, kaltflüssig, in Vi-, Vr- und Vi-Pfund- Dosen, bei Ernst Hermes, Mäusburg. 1947) 80,000 Stück Feldbrandbacksteine sind zu verkaufen durch K. Jung IV., in Klein-Linden. Feilgebotenes. 2002) Feinsten saftigen Schweizer und Limburger Käse enipfiehlt __Carl Soul). Täglich frische Milch zu haben bei L. Kämmerer, (MB)___Seltersweq. 1974) Burbaum wird billig abgegeben I)r. O. Bindewald. 1874) Donnerstag den 28. und Freitag den 29. April d. I., jedesmal Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung der Chr. Wilh. Ferber's Erben vor dem Seltersthor die denselben gehörigen Mobilien, bestehend in Möbeln, Bettwerk, Haus- und Küchenge- räthen aller Art, erbvertheilungshalber versteigert werden. Gießen, den 22. April 1870. In Auftrag: _________Semmler, Orrsgerichtsmann. 1993) Donnerstag den 28. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden an dem Bahnhofe der Main-Weser- Bahn 24 Centner Erbsen öffentlich verstel- gert. Gießen, den 26. April 1870. Grobherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt 1998) Dienstag den 3. Mai, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Wohnung der Frau Hofge- richtsratb Dörr im Hause des Herrn Kaufmann Schwaab am Seltersweg dahier nachbenannte Mobilien Wegzugs halber öffentlich versteigert: 2 Sopha, 1 Divan, 1 runder Theettsch, 1 Spieltisch, 2 Speisetische mit Emleg- brettern für 12 Personen, 2 Kleider- schränke, 3 Bettstellen, Commoden, Stühle, Spiegel, Kuchengerathe und sonstige Gegenstände. Außerdem wird ein gut erhaltenes Cla- vier zu dem Preis von 110 fl. käuflich aus freier Hand abgegeben. Gießen, den 26. April 1870. In Auftrag: M. P i l g e r. Eichen - Stammholz - Versteigerung 1997) Mittwoch den 4. Mai d. I., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im Fronhäuser Gememdewalde, Schlag Lohzipfen und L'chtenelche: 74 Eichen-Bau- und Werkholz-Stamme von vorzüglicher Qualität, von 18 bis 39 Fuß Länge und 18 bis 34 Zoll Durchmesser, öffentlich meistbietend verkauft werden. Die Zusammenkunft ist im Schlage Loh- z p Fronhausen, am 26. April 1870. Ruth, Bürgermeister. 1867) Ein möblirtes Zim- Geschäfts - Eröffnung HEpileptische Krämpfe (Fallsucht) heilt brieflich der Specialarzt für Epilepsie D oct. O. Ällliscli in Berlin, Louisenstraße 45. — Bereits über Hundert geheilt. (201 )|gg5E$ü9 Am Abe, No ’ ’i«« * * * Der w 1871) Ein möblirtes Zimmer, wobei auch die Kost abgegeben werden kann, ist entweder an einen Gymnasiasten oder einen Realschüler zu vermiethen. Fr. Stoß, Asterweg. Die nächste Nr. 3V des laufenden VI- Jahrganges enthält: 2015) Eine Kaute Mist ist zu verkaufen bei Frau Schwan, am Arresthaus. 2013) Dauernde, gute Arbeit findet ein tüchtiger Cigarrenmacher bei I. P. Kreiling, in Wieseck. 2001) Kleesaamen, rother deutscher, beste Qualität, bei Carl Lony. vermiethen bei I. A. Busch Söhne. Hiermit die ergebene Anzeige, daß wir auf hiesigem Platze ein Geschäft^ fertiger Weißwaaren errichtet haben, und wird es unser eifrigstes Bestreben sein, das uns geschenkte Vertrauen in jeder Hinsicht zu rechtfertigen. Sodann bemerken wir, daß Arbeiten für die Nähmaschine nach wie vor angenommen und pünktlich besorgt werden. Geschw. Heerz, Neuenweg. 1966) Ein wachsamer Hofhund wird gesucht von Braubach & Kuhl, Westph. Hof. 1917) Im (Safe Ebel ist ein möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. 1977) Dem Melchior Römer in Wieseck hiermit zur Nachricht, daß die vergifteten Waizenkörner in seinem Garten neben meinem Hause ihren Zweck erreicht haben. Friedrich Deibel II., in Wieseck. Wohnungsveränderung. 1973) Meine Wohnung befindet sich bei Herrn Buchhändler Ferber, Kirchenplatz Nr. 6. Auch werden Mädchen, die im Weiß- z-iign-ihen ftnb, von mir gesucht. CtirvltNk O tf. Die Gartenlaube bringt in Nr. 17 folgende Beiträge: Aus eigener Kraft. Erzählung von W. v. Hillern, geb. Birch. (Fortsetzung ) — Ein gestürzter Titan. Erinnerung an Friedrich Hölderlin bei seiner Säcularfeier. Von Robert Springer. Mit Friedrich Hölderlin's Portrait. — Die Zukunftsstrafe für Verbrecher. Zur Beurtheilung der Todesstrafe. Eine Mahnung an Erzieher. Von Bock. — Vor zwanzig Jahren. Beim ersten Be- gräbniß im Urwalde. Gedicht von Caspar Butz in Chicago. — Berliner Erinnerungen. Von Eduard Devrient. 1. Spontini. — Alpenglühen in Leipzig. Von H. v. C. Mit Abbildung: Die neue Welt des Schützenhauses zu Leipzig. Nach der Natur ausgenommen von Adolf Eltzner. — Der Fels der Ehrenlegion. Novelle von Berth. Auerbach. (Fortsetzung.) — Blätter und Blüthen: Volkliteratur in England. Inserat. Academischer Gesangverein. 1917) Den verehrlichen Mitgliedern des academischen Gesangvereins diene hiermit zur Nachricht, daß die Proben für das Sommersemester Montag den 2. Mai Abends 7 Uhr in der kleinen Aula beginnen Neue Anmeldungen zur Aufnahme in den Verein bittet man in den ersten 14 Tagen gefälligst bei Herrn Musikdirector Mickler persönlich abgeben zu wollen. Der Vorstand. 1953) Der Unterricht in meiner Lehranstalt (Vorbereitung für Gymnasium und Realschule) beginnt wieder Montag den 2. Mai. Neue Schüler können zu jeder Zeit angemeldet werden. C. Rah n. 1992) Verwandten und Bekann- M inr mutyrn uax- Qtenuit- ttott ireion; I derer Anzeige die traurige Mittheilung, daß unser vielgeliebter Bruder, Herr Conrad Felsing in Berlin, verflossene Nacht nach langem und schwerem Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Gießen, den 25. April 1870. L. Th. Felsmg, Wilhelmine Plank, geb. Felsing. Neuer Turnverein. 1999) Heute (Donnerstag) Abend 8 Uhr im Cafä Mosler: Generalversammlung zum Zweck der Einrichtung und Eröffnung des Riegenturnens in dem jetzt eingerichteten neuen Turnlocale. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet der Vorstand. Das schöne Käthchen. (Schluß.) ... velle von Paul Heyse. — Eine Cabü Das Post' „112. »dl »* 1’" ' P°M 21 Aval, dDas WS'Äprilvo am 24. Ml ) Uiiterrichis-Aiycige für Hamen. 1914) Mehrseitigen Wünschen entsprechend, eröffnet Unterzeichnete wieder einen Lehrcursus im Anmessen, Auschneiden und Anfertigen von Damenkleidern. Nach ihrer anerkannt bewährten Methode wird jede Theilnehmerin innerhalb 4 Wochen in den Stand gesetzt, jedes beliebige Kleidungsstück aus's Beste selbstständig anzufertigen. Gefällige Anmeldungen nehme täglich in meiner Wohnung am Lindenplatz entgegen. Frau Rosa Rothenberger. Heschästs-Lmpfehlung. 1919) Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum hierdurch die ergebenste Anzeige, daß ich mich dahier als Schuhmacher etablirt habe. Indem ich daher für geschmackvolle und dauerhafte Arbeit stets Sorge tragen werde und jederzeit prompt und reell zu bedienen verspreche, bitte ich um recht zahlreichen geneigten Zuspruch. GeorgAppel, wohnhaft bei Herrn Bäcker Ranstadt in der Neustadt- netsintrigue. (Forts.) Histor. Roman von G- Hiltl. — Ein Förderer des deutschen Holzschnittes. Von Robert Koenig. Mit Porträtgruppe (Georg Wigand, L. Richter, Schnorr o. Carolsfeld.) — Faulthiere und faule Thiere. Don Dr. Franz Schlegel. — Ein Pariser Börsenkönig. Von Dr. Eckstein. — Am Familientische: Ein Maikäferliebhaber. Zu F. Hiddemann's Bilde. — Eine zweite Rennthicrnase. — Der Leucht- thnrm von Wolf-Rock. Zn Bestellungen empfehlen sich die Ferberffche Univ.-Buchhhandluug, E- Heinemann, I. Ricker. 2018) Sonntag den 1. Mai: Streich-Sextett auf der Heuchelheimer Mühle. 1991) Ein Laufmädchen gesucht. Nähe» res Neustadt D- 149 im Laden. ßtn Dingen, in sein Setzst anschiärn wo „Heule weder die Allem aber ( MM ÄtiH W\x» mit einem ( „SM diesen lang, sehen will i haft verhüll zu bringen, „Ew. ter an de« König nicht rung die H „Doch der König nur hlnzus worden iß, man ihrem in die Arm zurülkgekehr „Sieh Hande. ^intz hat ei mal mag ti Weise zum „Ev. ' ''Oel, durch | hat nicht er] lvollte; abei "Wen, wei _ "Tchwe wir, teni Asitgr "Nd deren Der § treffen. De Dauphine st * Pörus, Vrm Ob solg **il, se ÜJ* ff bt 7* in dj nach ,t.[ 2017) Frische Schellfische in Eis ver- 1867) Ein möblirtes AlM- packt, pr. Pfd. 10 fr., Bratbückiuge, ?r. uiet sogleich betiebbar, ist zu Stück IV2 fr-, sowie Sardinen, Sardellen, -T ? / • 9 Anchovis, Neunaugen, sind fortwährend zu haben bei _ r Bäcker Vogt, Wallthorstraße. Lehrling gesucht. 1935) Ein ordentlicher Junge, welcher Lust hat, die Hutmacherei zu erlernen, fann sofort eintreten bei Julius Werner, am Kreuz, im Hause der Herren Gebr- Wenzel. AnMagenkrampf, Verdauungs- schwäche:c. rc. Leidenden wird das fast 50 Jahre segensreich wirkende Dr. med. voseks'sche Heilmittel empfohlen. Schrift darüber gratis in der Exp. d. Bl. Das Mittel ist nur direkt zu beziehen durch Apoth. Doccks, Harpstedt bei Bremen (früher Barnstorf). (1345) 2012) Gymnasiasten und Nealschü- lent wird Privatunterricht zu erthci- len gesucht. Näheres zu erfahren in den Neuen-Bauen im B a lse r'schen Hause Nr. 83.____________________ 1964) Ein gewandter Kellner wird gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl. 1957) Gründlicher Unterricht im Lateinischen , Griechischen, Französischen und Englischen, sowie in der Mathematik, wird ertheilt. Von wem? sagt die Exped. d. Bl. 1901) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen Neuenweg Lit. B. Nr. 186._____________________________________ 1833) Bei Eduard Ott mann in der Schloßgasse ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen__ 1869) In Lit. B. Nr. 101 in den Neuen- bäuen ist ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.___ 2011) Zwei möblirte Zimmer, das eine mit Cabinet, sind zu vermiethen Neustadt Lit. D. Nr. 57.________________________________ 1969) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei ______Joh. Müller, Wallthorstraße- 1907) Vor dem Seltersthor ist ein kleines möblirtes Zimmer zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Blattes. 1990) Ein großer Viehstall nebst einem Theil Scheuer ist zu vermiethen bei Adolph Weidig, am Kreuz. Vermischte Anzeigen Ein lad un g. 2005) Die evang. Conferenz für das Großherzogthum Hessen hält ihre diesjährige Frühjahrsversammlung Mittwoch den 4. Mai d. I zu Friedberg (Local des Predigerseminars.) Gegenstand der Berathung: Thesen von Herrn Director Dr. Schwabe über die Lehrfreiheit in der evang. Kirche- Alle Freunde der evang. Kirche sind zur Theilnahute eingeladen- Anfang Vormittags 10 Uhr. Der Vorstand- 1744) In einer anständigen Familie kann ei» junger Mann Kost und Logis erhalten- Bei wem? sagt die Exped. d. Bl. Ein Schriftsetzer-Lehrling kann eintreten in die Brühl'sche Univ.-Druckerei. 1988) Von jetzt ab befindet sich die Büchsenmacher - Werkstätte in Nr. 15 der Zeughaus-Caserne. H. Engel, ' Bataillons-Büchsenmacher. 1948) Ein Hausbursche wird zum sofortigen Eintritt gesucht bei Th. Brück. 1983) Ein freundliches, möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Lit. B. Nr. 65 bei _______________________W. Keller. 1971) Ein Logis für eine einzelne Dame ist bis zum 15. Juni zu vermiethen bei ______________H. Rudolph Wittwe. 1157) Zwei möblirte Zimmer, das eine mit, das andere ohne Cabinet, sind zu vermiethen bei I. Becker Wittwe, _______________Neuenweg Lit. B. Nr. 195. 1970) In Lit. D. Nr. 27 in der Neustadt ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. 1945) Eine Familienwohnung ist zu vermiethen Hintergasse Lit. A. Nr. 34. 1982) Das von Frau Hofger.-Nath Dörr bewohnte Logis in meinem Hause auf dem Seltersweg ist durch deren Wegzug von hier anderweit zu vermiethen und sogleich beziehbar._________Friedr. Schwaab. 2010) Ein Fannlienlogis im Hintcrbau, bestehend aus 5 Zimmern, Küche, Kammer und Zugehör, ist zu vermiethen bei ________________H- M. JugHardt. 1902) Möblirte Zimmer zu vermiethen Neuenweg B. 194-___________________ 1765) Zwei schön möblirte Zimmer mit Cabinet sind zu vermiethen bei Wittwe Martin. 1975) Die Lederhandlung von Baer $ Bamberger empfiehlt Juchtenleder - Abfälle zum Aufbewahren von Wollenwaareu pr. Pfund zu 48 kr.________ 1863) Ein noch fast neuer Herrnrock ist billig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d- Bltts._________________ 1987) Täglich frisch gestochene Spargel Gärtner Schaum, __an der Schoor. 1986) Gute Sctzkartoffeln und ein transportabler Herd zu Steinkohlen find billig zu verkaufen bei _______Chr. Faber, Tiefenweg. 2000) Sehr gut kochende Erbsen und Linsen empfiehlt Carl Lony. 1863) Ein fast noch neuer schwarzer Herrnrock, sowie eine große Vogelshecke, smd zu verkaufen in Lit. D- Nr- 72 in der Mühlgasse.__ 1994) Zwei schwere Schwungräder, mit oder ohne Lagerböcken, sind billig zu ver- kaufen Neustadt D- 55. ________________ 1946) Die Gottlieb Strauch's Erben sind gesonnen, ihren Garten am Rte- gelpfad zu verpachten. Näheres ist bei denselben oder bei dem Unterzeichneten zu erfahren. Gießen, den 22. April 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K- Vogt- r« ei $£- ft. 2019) Das Familienlogis in meinem Nebenhause, bestehend aus drei großen Stuben, Küche, Kammer u. s- w, ist zu ver- E-.b-n unb h« « WrflTeVbert. 2016) Ein kleines Logis ist an eine stille Familie zu vermiethen und sogleich bezieh- bar bei Schmiedmeister Unverzagt. 1989) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen unb kann sogleich bezogen werden Brandgasse Lit. A. Nr. 202.______________ 1985) Eine Parterre-Stube mit Cabinet, nach der Sommerseite, ist sofort zu vermiethen im Dr. Rumps'schen Nebenhause in der Maigasse. ___________________ 2004) Ein möblirtes Zimmer ist Lit. E. Nr. 3 auf dem Seltersberge zu vermiethen. 1984) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bet. Lehrer Mayer, ___________________________ Neustadt. 1976) Eine kleine möblirte Stube ist zu vermiethen Wallthorstraße A. 227. 2014) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Georg Vogt, in der Neustaot. bei für zu Reifert, Musikmeister. Das 9 9 Das und Wegen Auskünften n Auchhandler bie im Miß- ne §ack. Baltimore. Rio de Janeiro. New-York. Baltimore. an Obigen. hierdurch die erge- sorge tragen werde ii recht zahlreichen in der Neustadt. lassen. Gießen, im April 1870. 22 Stunden 19 1958) Ein junger Affenpinscher oder Wachtelhund kleiner Race wird zu kaufen gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. eine Person 1 ft. Der Unterzeichnete wird sich beehre», eine Subscriptionsliste in hiesiger Stadt cirkulrren Donau „ Calabria „ Berlin „ Criterion „ Atalanta „ Leipzig Passagen wende Bremen „ Liverpool „ Bremen „ Hamburg „ Havre „ Bremen „ man sich gef. Telegraphischer Schiffsbericht, mitgetheilt' von Chr. Wallenfels jun. 1812) Die Eröffnung des von mir übernommenen Hotel Iburg (früher Hotel Henckel) zeige ^^imtt^ im April 1870. Jean Iburg. Angekommen in Baltimore: Bremer Postdampfschiff Ohio: Reisedauer 12 -age. Den 30. April '' 3. Mai w 5. „ ir 10- „ „ 18. „ m,t< lieber tilleiI mci'»eibetn fetaESsw iunn E^ffftnndig *5 am Linden Berger. Dampfer Borussia von Abgehend r Hamburg nach New-York. Angekommen in New-Bork r Bremer Postdampfschiff Hermann; Reisedauer 11 Tage. Hamburger „ Holsatia' „ „ Silesta; «an FriE-l- nch to i« . jjnni tr|t«i» Concertanseige. 1912) Während der diesjährigen Sommersaison beabsichtigt das Musikkorps des Großherzoglichen 2. Infanterie-Regiments (Großherzog) in den Monaten Mai, Jnni und Juli günstiger Witterung jeden Donnerstag im Zinßer'schen Garten ein Concert zu geben. Der Abonnementspreis beträgt für die drei Monate für ein Familienbillet 2 fl. und V Xk V v englische, au« 40 Schiffen bestehende glatte geschlagen hatte, befehligte Ad- Aus den Hosintriguen zwischen den Ministern unv den Maitreffen war diesmal doch etwa« Gute« bervorgegangen: die Anwesenheit de« Königs, der gegen den gemeinsten Soldaten sich leutselig bewies, ermuthtgte die Armee, und da ein berühmter Feldherr in der Person des Marschall« von Sachsen tm Na- men des Königs das Armcecorps commandirte, bei dem sich Ludwig av. befand, so wurden bald auch kräftige Wirkungen wahrgenommen, und Die Französin bemächtigten sich in kurzer Zeit ohne vieles Blutvergießen der Barriereplatze Menin, Ipern, Fort Knock und Furnes. Aber ehe noch Der König die Belagerung von Ipern begann, erhielt der Herzog von Richelieu auch schon den Auftrag, die Herzogin von Chateauroux und deren Schwester einzuladen, im Hauptquartier des Königs sich einzufinden. Das Erscheinen dieser beiden Damen im Lager ward jedoch von der Armee so mißfällig ausgenommen, und es wurden unter deren Fenster, sowie auf deren Spazierfahrten selbst in Anwesenheit des Königs so arge Spottlieder gesungen, daß man für besser sand, sie aus der Nähe der Soldaten zu entfernen, welche Vie beiden Schwestern nur die „Landstreicherinnen" nannten. Nach der Einnahme von Ipern folgte der König den beiden Damen nach Dünkirchen, wohin er sie gesendet; aber als er hier erfahren, daß ^nnz Karl am 13. Juli über Den Rhein gegangen sei, eilte er mit der Armee dem bedrängten Elsaß zu Hülfe und verlegte sein Hauptquartier nach Metz, wo man vier Straßen absperren mußte, um eine Galerie-Verbindung zwischen der Wohnung Der Maitreffen und Der Des Königs herzustellen. Man hatte der Armee glauben machen wollen, Diese Galerie Diene nur dazu, daß der König trockenen Fußes in Die Kirche der Abtei St. Arnould gehen könne, aber man wußte, warum Vies geschehen, und Volk und Soldaten scanDalirten laut über diesen Bau, und die Herzogin von Chateauroux und deren Schwester Durften nicht wagen, sich öffentlich sehen zu lassen. Da wurDe Der König plötzlich krank und zwar so gefährlich, daß Ludw g, Der ärger als jeDer andere Sterbliche Den Tod fürchtete, nach seinem Beichtvater verlangte, Denn Cassera, ein damals berühmter Arzt zu Metz, erklärte den Zustand desselben für höchst bedenklich, und Eilboten jagten nach Paris, um die königlichen Leibärzte herbeizufchaffen. Run Drangen die Partei der Prinzen von Geblut, sowie die Minister in den König auf Entfernung der Maitreffen. - Vergebens suchte der Herzog Don Richelieu und die Chateauroux den Beichtvater des Königs zu bewegen, daß er, wenn der König zur Beichte gedrängt würde, die Entfernung Der Damen nicht verlange; aber der Beichtvater, auf welchen selbst d,e Liebkosungen der schonen Herzogin keinen Eindruck machten, erklärte trocken, daß dte« gegen sein Gewissen sei, und der König setzte dafür dem Bischof °°n Soisson«, we'cher verlangte, dass er beichten solle, fortwährend die Ausrede entgegen, daß er dazu noch neckt 8tnU92ll6fabtrtlna4' wenigen Tagen die herbcigeholten Leibärzte erklärten, der König könne höchsten- noch zwet Tage leben, °a verlangte Ludwig ängstlich nach dem Trost der Kirche, der Bischof aber dagegen die sofortige Entfernung der Damen, und ließ, ohne zu fragen, die Galerie-Berbtndung zwischen den Wohnungen der Maitrcffcn und de- Königs Niederreißen. Diese eigenmächtige Handlung trieb den Herzog von Rtchelteu zur Bcr- rwcistung, und wüthend rief er in des Bischofs Gegenwart: „Wenn Sic, Frau Herzogin, den Math haben, des König« abgczwungenen Befehl zu trotzen, so übernehme ich Die Verantwortung." '" Gut " entgegnete daraus erbittert der B.schof, „so sollen die het'gen Tabernakel geschlossen werden, damit die Ungnade der Ktrche noch offenbarer UnC UnWUernßrtamnlfüßtc8 Prälat begab sich sofort zu dem halb bewußtlosen Röntg, und. sprach.ui^en unfmt Kirche verbieten mir. Ihnen da« Vtat> cum zu reichen, so lange Die Maitreffen sich noch tn Der CtaDt befinDen, ch iU c,ten en,ftrnun9'oenn ÄÄ“ ‘in t (■<"!« -ist M«, Werden. '"eins bient hier- Olsten U Tagen orstand. ltun9 für Gyni- ; Neue Slhüln ♦ & em; ,6(6 u«'*” ?? Koenifl- Kn »id)- z,Miet- ^enköM^°Mai- Z Mrohhüte zum Waschen und Fa^onniren werden an- aenommen von Louis Gail, Mäusburg. 1675) Geübte Cigarrcnmachcr, sowie auch Wickclmacher für Hand- und Normenarbeit, finden bei sehr gutem Lobn auf feine Arbeit dauernde Be- fchäftigung in der Eigarrenfabrik von A. Hess Söhne, rn «schotten. Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Union", Capltan F. Dreyer, welches nm 9 Avril von Bremen und am 5. April von Southampton abgegangen war, ist am 16. April, 3 Uhr Morgens, wohlbehalten in New-York angekommen. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Ohio", Eapitam C. Basse, welches am 6 Avril von Bremen und am 9. April von Southampton abgegangen war, ift am 21 Avril, 2 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Baltimore angekommen. - / Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „America", Capttan N. Bussms, welches mff9 Avril von Bremen und am 12. Avril von Southampton abgegangen war, ist am 24. April Nachts, wohlbehalten in New-York angekommen. 1 In der Verbannung. Historisches Zeit- und Sittengemälde aus dem 18. Jahrhundert von Eduard Gottwald. (Fortsetzung.) Am Abend des 2. Mai speiste Der König mit feiner Gemahlin zu Abend, begleitete die Königin bi« zu ihren Gemächern und sprach nur von 9lt>d)9“l‘t' aer Dingen, ohne feine Abreise zu erwähnen, gmg dann, von Le B-l begleitet, in fein Schlafzimmer, und während Der Kammerdiener, wie gewöhnlich, sich anfcdicken wollte, ihn zu entfleiDen, sagte Ludwig: , Heute noch, in einer Stunde, mußt Du zur Abreise bereit fein, aber weder" die Königin noch Der Dauphin Darf ein Wort Davon erfahren. — Vor Allem aber sage mir jetzt, Du Schuft, ob Du Der Anstifter dex Entführung der junge^Grafin^Croiffy $ Anrede, zögerte der vorsichtige Vertraute mit einem Geständniß: als aber Der König fortfuhr: t , Fürchte Dich nicht, es soll Dir in meiner Gunst Nicht schaden. Ich habe diesen langweiligen Moralisten, Graf Croiffy, vorn Hofe verbannt; aber klar sehen will ich Denn doch in Diesem Treiben, DaS sich nur bis jetzt noch rathsel- hast verhüllt hat, unD Du weißt, daß ich Mittel habe, Dich zum GestanDmß zu bringen, wenn Du nicht freiwillig beichtest." , „Etv. Majestät werde ich nie etwas verschweigen, entgegnete jetzt Le Bel, ter an Dem Tone, tn welchem Ludwig ihm Drohte, sehr gut erkannte, daß der König »ich. mehr zürne. - „Jo, ich muß gestehen daß .ch bet b-eser Cn.fuh- rung Die Hand mit tm Spiele gehabt, aber nur auf Befehl. fnrr*enh 9 „Doch nicht auf Befehl Der Herzogin von Chateauroux? fiel forschenD ttr § Ew. Mai-stät sP.°ch°n au«, was .ch g-rn verschwiegen hätte undichkann nur bmiufüaen Dftfe Die junge Gräfin von keinem weitern Unfall betroffen worden ist Das/ man sie mit all' Der Ehrerbietung und Rücksicht behandelt. Die mau ihrem Stande und ihrer Zugenb schuldig war, und ungefährdet in die Arme ihres Vaters und ihres Geliebten, des Garde-Kapitain« Trousier, W-'s- *»» 5"g8 IX" SeMuf eigene Rechnung gehandelt."ries Le erfahren, wenn^ ,,neErhefferlid>e« Subiect,' drohte der König lachend. „Schweig , Du u ff aUer Heiligen hoffen, glücklich aus 'd-m°Kri"g^urückkehr-n, dann sollst Du mich gelegentlich an diese kl-,ne Gräfin und Deren Geliebten erinnern. Anstalten mr Reise zu »ater Pörnffeau tn dte Kapelle, um 1-n Gebe, zu einem “weiten mit dem Oberstallmeister, .erzog von g , mimosenier, der Marqni« von Wagen solg.e der Bischo, »on ^^ff^^Xet Suü'aü, unb in den Übri. Verneuil, sein Secretatr, nebst seinem B-uhwatt P ust ci£ £dfen gen Wagen die Bedienung. Gras vonMaurepa^^ h l der Provence zu besichligen, und der 8*«anj I ' Regentschast zurück. St. Floren,i» und der Staatskanzler blieben in 9>«t« al« ii Bon den vier in'« Feld rückendenArmeen m schirte Gunter Pr^z Conti in die Provence, die zweite und dr.lte an r l > g^in. WÄ - Ä • 25. April. Der neuliche Artikel der „Nordd. Allg. Ztg." über die Nordschleswigsche Frage veranlaßt die „Pall Mall Gazette" zu einigen scharfen Bemerkungen über die preußische Politik. Sie meint, es sei wohl das erste Mal in der neueren Geschichte, daß ein kleiner Staat wegen seiner VertheidigungSanstalten von einer Großmacht der Feindseligkeit geziehen werde; dagegen spendet sie dem Antwortartikel des „Dagblad" wegen seiner mäßigen Sprache Anerkennung. Dänemark, sagt die „Pall Mall Gazette", habe niemals eine bestimmte Grenzlinie verlangt, sondern nur den Wunsch ausgedrückt, daß dieselbe durch eine Volksabstimmung festgestellt werde. Die ParlamentSwahlen und die Adressen, deren Annahme der König von Preußen verweigert habe, seien ein Beweis, daß die Dänen 90 pCt. der Bevölkerung selbst auf Alsen und im Sundewitt bildeten. Es hieße daher, daö Nationalitätsprincip, welches dem Artikel V. des Prager Friedens zu Grunde liege, völlig verwerfen, wenn man dieser Bevölkerung die Theilnahme an der Abstimmung aus angeblichen strategischen Gründen verwehre, mit welchen der Vertrag selbst gar nichts zu thun habe. „Inzwischen", schließt der Artikel, „ist Graf Bismarck nicht nur entschlossen, diesen Vertrag nicht auszuführen, sondern thut auch noch Schritte in anderer Richtung. Die „Köln. Ztg." enthielt dieser Tage einen Brief aus Berlin, worin bemerkt wurde, daß Bismarck in der Lage des noch nicht zum Norddeutschen Bunde gehörigen Theiles von Hessen eine große Anomalie erblicke, und in seinem Anschlüsse an den Bund nicht jene Schwierigkeiten sehe, wie sie in Bezug auf Baden bestehen. Wir glauben kaum, daß die englische oder irgend eine Regierung dem norddeutschen Bundeskanzler ent- gegentreten würde; aber wir wären doch in der That begierig, zu erfahren, welche Theile Europas er sich sonst noch im Laufe dieses Sommers aneignen wird." Das osficielle Pariser Journal ist später als gewöhnlich erschienen. Dasselbe enthält folgendes Decrct: Art. 1. Das französische Volk wirb in seinen Wahlbezirken auf den 8. Mai zusammenberufen, um folgenden Plebiscit-Entwurf anzunehmen oder zu verwerfen: „Das französische Volk billigt die in der Verfassung seit 1860 durch den Kaiser unter Mitwirkung der großen Staatskörper bewirkten liberalen Reformen und ratificirt den Senatsbeschluß vom 20. April 1870." Die Artikel 2—5 enthalten die Bestimmungen über die Abstimmung, welche am Sonntage den 8. von 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends dauern wird. Art. 6. Die Abstimmung findet statt durch Ja oder Nein mittels geschriebener Wahlzettel. Die Stimmenzählung wird unmittelbar nach dem Schluffe der Abstimmung vorgenommcn. Art. 7. Die Wähler aus Heer und Flotte stimmen in dem Orte ihrer Garnison oder an dem Wohnorte, wo sie sich im Augenblicke der Abstimmung befinden; jede Mi- litärabtheilung wird präsidirt durch die im Range höchsten Offiziere. Art. 8. Die Zählung der Stimmen in jedem Departement wird in öffentlicher Sitzung durch eine aus drei Mitgliedern des GencralratheS bestehende, vom Prafccten ernannte Commission vollzogen. Art. 9. Die allgemeine Zählung findet im gesetzgebenden Körper Statt. Das Decret ist gegengezeichnet von sämmtlichen Ministern und trägt das Datum vom 23. April. — Durch ein anderes Decret wird dieses Decret auch für Algier gültig erklärt. Sämmtliche auf den Wahllisten eingeschriebene Franzosen oder französisch Naturalisirte werden an dem Votum Theil nehmen. Auch dieses Decrct ist von den Ministern gegengezeichnet. Es folgt hierauf der Senatsbeschluß, welcher durch das Votum vom 20. April die Vrrsaffung des Kaiserreiches festgestellt hat. Ferner bringt das „osficielle Journal" folgende Proclamation des Kaisers: „Franzosen! Die Verfassung von 1852, welche kraft der Vollmachten, die Ihr mir verliehen hattet, entworfen und durch die 8 Millionen Stimmen, welche das Kaiserreich hergestellt haben, bestätigt wurde, hat Frankreich achtzehn Jahre der Ruhe und des Wohlstandes verschafft , welche nicht ohne Ruhm waren. Sie hat die Ordnung gesichert und läßt den Weg für alle Verbesserungen offen. Daher, je mehr die Sicherheit sich befestigt hat, um so mehr hat sich für die Freiheit ein weites Feld eröffnet; aber allmälig eingetretene Umgestaltungen haben die Grundlagen des PlebiScitS berührt, welche nicht ohne eine Berufung an die Nation modificirt werden konnten. Es wird daher nöthig, daß der neue VerfassungSvertrag durch das Volk gutgeheißen wird, wie cs ehedem mit den Verfaffungcn der Republik und des Kaiserreichs geschehen ist. In diesen beiden Epochen glaubte man auch, was ich selbst noch heute glaube, daß Alles, was ohne Euch geschieht, ungesetzmäßig ist. Die Verfaffung des kaiserlichen und demokratischen Frankreichs, welche auf eine kleine Anzahl von Grundbestimmungcn gebracht wurde, die nicht ohne Eure Zustimmung verändert werden können, wird den Vortheil haben, daß sie die vollzogenen Fortschritte endgültig macht und außerhalb deS Bereiches der politischen Umwandlungen die Grundsätze der Regierung feststellt. Die Zeit, welche nur zu ost in unfruchtbaren Streitigkeiten und Leidenschaften vergeudet wurde, wird fortan nützlicher dazu verwendet werden können, die Mittel aufzusuchen, um das moralische und materielle Wohlergehen der großen Mehrzahl zu erhöhen. Ich wende mich an Euch Alle, die Ihr seit dem 10. December 1848 alle Hindernisse überwunden habt, um mich an Eure Spitze zu stellen, an Euch, die Ihr seit 22 Jahren mich unaufhörlich durch Eure Stimmen erhöht, durch Eure Mitwirkung unterstützt und durch Eure Liebe belohnt habt. Gebt mir einen neuen Beweis des Zutrauens. Indem Ihr zur Urne eine bejahende Stimme bringt, werdet Ihr die Drohungen der Revolution beschwören, auf eine feste Grundlage die Ordnung und die Freiheit gründen und für die Zukunft den Uebergang der Krone auf meinen Sohn erleichtern. Fast einstimmig habt Ihr vor achtzehn Jahren mir die ausgedehnteste Gewalt übertragen. Tretet heute eben so zahlreich der Umbildung der kaiserlichen Negierung bci. Eine große Nation kann ihre ganze Entwickelung nicht erreichen, ohne sich auf Institutionen zu stützen, welche zugleich die Beständigkeit und den Fortschritt verbürgen. Auf die Forderung, welche ich an Euch richte, die in den letzten zehn Jahren erzielten liberalen Reformen gut zu heißen, antwortet mit Ja. Was mich betrifft, so werde ich getreu meinem Ursprünge, mich von Euren Gedanken durchdringen lassen, mich durch Euren Willen kräftigen und im Vertrauen auf die Vorsehung, nicht aufhören, ohne Unterlaß an der Wohlfahrt und der Größe Frankreichs zu arbeiten. Palast der Tuilerien, den 23. April 1870. Napoleon." Die „Corrcspondance du Nord-Est" bestätigt, daß die Beziehungen zwischen Rußland und der Pforte in Folge der bulgarischen Kirchen-Angelegenheit gespannt sind. Die türkische Regierung wolle in der That den griechischen Patriarchen in Konstantinopel, diesen Schützling Rußlands, absetzen, und die Petersburger Negierung widersetze sich dem. Hessen. Darmstadt, 25. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigft geruht: am 13. April dem ordentlichen Profeffor in der philosophischen Fakultät der LandeS-Univerfität Dr. Gustav Schilling die Stelle eines Univerfitäts - Bibliothekars als Nebenstelle zu übertragen, und dem außerordentlichen Profeffor der philosophischen Fakultät der Landes-Universität Dr. Ludwig Noack den Charakter als Bibliothekar zu verleihen. Darmstadt, 25. April. Der Großherzog ist heute früh 7 Uhr nach Berlin abgereist. In seinem Gefolge befanden sich der Obcistallmeister van der Capellen, der Generaladjutant v. Trotha und die Flügcludjutanten v. Küchler und v. Herff. Am 4. k. M. wird der Großherzog hier zurückerwartet. Aus Ob er Hessen, 23. April. Bei ihren Verhandlungen am 21. April hat die Nieder-Wollstadter Conferenz in einer zahlreichen Versammlung evangelischer Geistlichen auö den 3 Provinzen deS GroßherzogthumS, dem ehemaligen Kurfürstenihum Hessen, sowie aus Frankfurt und Homburg, sich ganz entschieden für daS Recht und die Beibehaltung der Todesstrafe ausgesprochen und eine Resolution gefaßt, sich der Erklärung der Friedrich - Werdec'schen Synode in Berlin onzuschließen, dahin gehend: daß die gesetzliche Aufhebung der Todesstrafe das (angebliche') Recht des Mörders über alles göttliche und menschliche Recht setze. Dem Vernehmen nach dürften andere Conferenzen evangelischer Geistlichen ähnliche Erklärungen geben. Preußen. Berlin, 25. April. Zum Präsidenten im Zollparlament wurde Simson mit 183 von 207 abgegebenen Stimmen gewählt, welcher die Wahl mit kurzen Dankesworten annimmt. Zum ersten Vicepräsidenten wird Fürst Hohenlohe gewählt (mit 179 von 212 Stimmen). Derselbe dankt für die Auszeichnung seiner dreimaligen Wahl zum Vicepräsidenten und sagt weiter: „Ich kann mit Recht stolz darauf sein, in der ganzen Legislaturperiode das Wohlwollen einer Versammlung nicht verloren zu haben, die, obwohl ihre Befugnisse beschränkt sind, eine hohe Bedeutung dadurch hat, daß in ihr Vertreter der deutschen Nation zur Berathung gemeinsamer Arbeiten vereinigt sind. Wenn jüngst ein Mitglied dieses Hauses bei seinem Ausscheiden dem Zollparlamente den Vorwurf machte, daß eS auf Täuschung beruhe und sich mit dem Nimbus eines deutschen Parlamentes schmücke, so antworte ich: Zn dieser Thatsache der gemeinsamen Arbeit deutscher Abgeordneter liegt keine Täuschung, sie ist ein Gewinn, an dem wir festhalten sollen, ist ein fester Grund, auf welchem der Anker der nationalen Hoffnung ruht." Zum zweiten Vicepräsidenten wird der Herzog v. Ujest gewählt. Derselbe nimmt dankend an. — Ludwig Bamberger hat im Zollparlamente den Antrag eingebracht, die beabsichtigte Münzreform möge als gemeinsame Zollvereinssache behandelt und die Reforme - Enquöte auch auf die süddeutschen Staaten ausgedehnt werden. Der Antrag ist von Mitgliedern aller Fractionen, darunter viele Süddeutsche, unterzeichnet. Württemberg. Stuttgart, 22. April. Anläßlich deS an das Bankhaus Rothschild ertheilten Zuschlags der neuen württembergischen Anleihe hat die württembergische Vereinsbank dem Vernehmen nach gegen die Nichteinhaltung der in den Eubmissionsbedingungen enthaltenen Fristen Protest erhoben, da in Folge eines Nachgebots des Hauses Rothschild ein neuer Termin auf gestern Morgen anberaumt worden war. Die Anleihe ist (wie bereits gemeldet) dem Hause Rothschild zu 995/1$ definitiv zugeschlagen. Frankreich. Parts, 20. April. Der allgemeine Strike, von welchem in der letzten Zeit vielfach die Rede war, ist jetzt theilweise ausgebrochen. Den Anfang machten die Gießer und Former der Maschinenfabrik Cail. Die übrigen Arbeiter Cail'S haben den Strike noch nicht erklärt. Dagegen sollen alle übrigen Gießer und Former in Paris gestern Abends die Arbeit niedergclegt haben und circa 15,000 Former und Gießer der Umgegend ihrem Beispiele gefolgt sein. Die Pariser Schneider- gesellen haben auch den Strike erklärt. Dieselben verlangen einen Sou mehr per Stunde, d. h. 75 Centimes statt 70 Centimes. Die Weißbindergesellen stehen auch im Begriffe, ihre Arbeit einzustellen. Ungarn. Pesth, 23. April. Heute Nacht hat eine große Feuersbrunst in Alt-Ofen die Spiritusfabrik zerstört. Der Ausbruch fand im Mafchineng.baude mit eine Erpivsion statt, deren Ursache unbekannt ist. Die Fabrik hat am Charfreitag ihre Arbeiten eröffnet. Der Ausbruch des Brandes war ein so plötzlicher, daß an Rettung wenig gedacht werden konnte. Bis jetzt sind 14 Todte und 4 Schwerverwundete aus den Trümmern hervorgeholt worden. Griechenland. Athen, 24. April. Ueber die Ermordung der von Räubern gefangen genommenen Engländer durch die ersteren und die darauf folgenden Vorgänge werden nunmehr Einzelnheiten gemeldet. Lord Munkaster, welcher zur Beschaffung deS Lösegeldes und zur Erwirkung einer Amnestie freu gelaffen wurde, entkam hierdurch glücklich. Zur Zahlung des Lösegeldes war man bereit, die Amnestie konnte jedoch mit Rücksicht auf die Bestimmungen der Verfassung nicht bewilligt werden. Die Räuber, von Militär blokirt, suchten nach Cuböa zu entkommen, zuvor erstachen sie aber die Gefangenen, welche wegen Ermattung nicht folgen konnten. Bald darauf kam eS zu einem Gefecht zwischen Militär und Briganten, in welchem die Letzteren 9 Todte (darunter den Chef der Bande) verloren. Einer der Briganten fiel verwundet in die Hände der Soldaten. Zwölf der Räuber, unter welchen sich 4 Verwundete befanden, wurden eifrigst verfolgt. DaS am Kampfe betheiligte Kriegsschiff führte die Leichname der Ermordeten nach dem Piräus über. Amerika. New-York, 9. April. Die Mormonen protestiren heftig gegen die vom Repräfentantenhause angenommene Bill in Betreff der Polygamie, erklären, sich unter keinen Umständen fügen und lieber noch einmal den Wanderstab ergreifen zu wollen. Letzteres wäre leichter gesagt als gethan, und wer im Lande wohnt, muß eben den Landesgesetzen gehorchen. UebrigenS brauchen die Heiligen ihre Bündel noch nicht zu schnüren; der Senat wird sich schwerlich dem Beschluß deS Repräsentantenhauses anschließen. Türkei. Konstantinopel, 20. April. Dem „Wanderer" wird gemeldet: „Der päpstliche Legat wollte hier ein Dlakat an der armenischen Kirche anschlagen lassen; daS Volk widersetzte sich jedoch, und eS kam zu einem großen Tumulte, wobei die öffentliche Macht einschreiten mußte. Die orientalischen Bischöfe kommen bereits zurück; sie find gegen Rom äußerst erbittert. Vermischtes. Darmstadt. Scit dem 20. d. haben dahier die Schwurgei richtssitzungen für das zweite Quartal begonnen. Zu denselben ist Freiherr v. Wambolt als GrgänzungSgeschworener durch das LooS bestimmt worden, aber trotz Aufforderung nicht erschienen, er hat vielmehr in einem Entschuldigungsschreiben an den Präsidenten des AsfisenhofS erklärt, daß et sich zur Erfüllung seiner Pflicht nicht einfinden werde, weil das Institut der Geschwo, renen seinen Ueberzeugungen zuwider sei. Herr v. Wambolt wurde in Folge diese Erklärung zu einer Geldstrafe von 53 fl., unter Androhung einer Geldstrafe von 200 fl. im Fall ferneren Ausbleibens, verurtheilt. Als er sich abermals nicht einfand, erhielt er die angedrohte Strafe zuerkannt, sowie für den Fall abermaligen Ausbleibens eine Geldstrafe von 400 fl., verbunden mit dem Verlust des ChrenrechtS, als Geschworener fitzen zu dürfen, angedroht. (P l e b i s c i t - M ä h r ch e n). Karl Hugo erzählt im „Rappel" folgendes Mährchen über das PlebiScit: „Es war einmal im Mittelalter eine allgemeine Abstimmung. Weil er Republikaner war, nannte man ihn den kleinen rothen Chaperon. Eines TageS hatte daS Reich ein PlebiScit auf'ö Tapet gebracht und sein Adoptiv-Vater sagte zu ihm: „Sieh' mal nach, wie sich deine Großmutter, die Freiheit, befindet, und bring ihr deine Stimme in diesem Buttertöpfchen." Der kleine rothe Chaperon machte sich sofort auf den Weg zu seiner Großmutter. Als er durch den Wald von Bondy kam, traf er seinen Gevatter, den „Staatsstreich", der ihn fragte, wöhin er gehe. Der arme Junge, der nicht wußte, daß es gefährlich sei, sich auf dem Wege zu verhalten und Wölfe anzuhören, sagte ihm: „Ich, will meine Großmutter besuchen und ihr meine Stimme in diesem Buttertöpfchen überbringen." — „Gut", sagte der Wolf, „ich gehe mit dir und besuche sie auch." Nun hatte aber der Wolf schon vor achtzehn Jahren die Großmutter zermalmt. Er ging also eiligst voraus, um sich zu Bette zu legen und dm kleinen rothen Chaperon zu erwarten, der kurze Zeit darauf an die Thüre pochte und eintrat. Der kleine Chaperon war nickt wenig erstaunt, seine Großmutter in solchem Neglige zu sinden, und sagte zu ihr: „Großmutter, du hast aber starke Arme!" — „Um die Gesellschaft vor der Anarchie schützen zu können, mein Kind." — „Großmutter, du hast aber große Beine!" — „Um mich leichter aus Merico retten zu können, mein Kind." — „Großmutter, du hast aber große Augen! — „Um besser die Rechnungen Haußmann's verificiren zu können." — „Großmutter, du hast aber große Zähne!" — „Um dich leichter auffreffen zu können, du Bengel!" — Und nach diesen Worten war," sich der böse Staatsstreich auf das allgemeine Stimmrecht und verschlang es." — Die „Overland China Mail" meldet folgende Kuli- Katastrophe : Das Kulischiff Frederic langte am 5. Februar auf der Reise von Hongkong nach Peru in Batavia an. Vierundzwanzig Stunden darauf stand das Schiff in Flammen. Die Kulis hatten das Fahrzeug in Brand gesteckt, um während der Confufiou ihre Flucht zu bewirken; 10 von ihnen glückte es, an die Küste zu schwimmen, 4 ertranken oder erstickten, und die übrigen 365 nebst der Bemannung und dem Capitän wurden gerettet. DaS Schiff brannte bis zum Wasserspiegel nieder. Rcdaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Unio.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.