ießener Anzeigtr Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kietzen. DonncrflG M 29. September Nr. US. Gießen, den 24. September 1870. Betreffend: Die Ausweisung der Deutschen aus Frankreich. Das 2. Preis vierteljährlich 36 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Erscheint wöchentlich drei' mal: Dienstags, Donnerstags und SamstagS- — Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. 1870. ulkt Kavrr nach Pü iute betätigt der Id; nicht ein Abbrüch lei [li^ um fine Goninij , ttnn NotbwtitP Sgange ter Grbitmig )t ter Daily TelegiÄ 2. zm 23. Skytick litt folgere Sech txtx Dn'd^dlungm.'ti ttw.t tli Wt N ingen für unonntbtrjr nlajfen, *lif ttr Beitheidigunz neiden. tn Stall CmM' t«i lii ‘w"* Hülfe bedarf, ow :ntt in der Ha"V .rcffdllitt li= inttn J 8ot(6I«9'i lW ignan i« wj*’,! W’ allem । tntral« »« »" ütd Generalt. ! „ft ttr itali'^ l" fji lrr taruntei i L’|li 5U0 fr* .. « nftrn et« Ork- m Najol * 21 di »«• »jyii i»tn,^ö^, r 5Rarii: jchen D»* hJDf) „ H”1'11 tit W*, * "" , tl ,yr tle1 V ~ — ” B ekanntmachung. 4. . < »"-»*““ 4. sss. «»”*« "I a) alle Viehmärkte sind bls auf Weiteres emgestellt beftimmtm Reitcn an .Wissen Orten stattfindenden Zusammenkünften von Käufern \ der Gemarkung 1 c ' an bie (Srofthcnoßlirhcn Bürgermeisiereien des Kreises. Hinsichtlich der Beschäftigung von d^Kohlen und ÖSÄX.’SÄVbl Ä 23 Sg7 täglich ^tragen', Ä schäften werden auch Schmiede und Schreiner gewünscht. namentlich um freien Transport aus der Eisenbahn, oder Ermäßigung des Fahrpreises zu erwir- Damit von hier aus Schritte zu Gunsten der Aroerter g im y , iph.nfniis in aröücrein Umfange erfolgen, als es bisher der Fatt war. ken rc,, ist es erforderlich, daß Anmeldungen in^mcht zu 6erlnger Z h k? bie verdienst losen Arbeiter m Ihrer Gemeinde hierauf aufmerksam zu^machen. Im Anschluß an unser Ausschrerben von 27. v. M- empfehlen wir ^ynen i enthaltene Bekanntmachung der e,.„n.a‘a"S««">:Ä^ •“ •■»iw von Werth sein wird. Dr. G o l d m a n n. ron,itn 1U tu •«-äs ■a"4 Pl" t" ®roti 16> Jrierliuij t ^irl: .Drr M '“"«»'ff »inflimt in? W der Ai» ein Cchrti J W dar auegtbm^ lf* dorbtn, fi-, -- »Wl da >2t eine ^otlar ^^gl: „3ultt M tÄ Snndtt kenn»,, ll den Krieg forth^’ in; et will ttn N.f - 8ür die Gewähii!.- tra^burgs, Touls l: ’intn Mauern begrt' tznng tkt Karnpstt;i nnt rechnet auf [« selben ist untersagt; nur ausnahmsweise darf jener mit Schlachtvieh oder zu der als nothwendig nachgewiesenen Ergänzung des Viehstandes unter Aufsicht der Behörde stattfinden. In diesem Falle ist der Transport mit einer Bescheinigung der Ortspolizeibehörde zu versehen, in welcher der Gegenstand des Transports möglichst genau bezeichnet und zugleich bezeugt wird, daß in dem Ort der Ausfuhr keinerlei Krankheit unter der betreffenden Viehgattung herrscht, und seit mindestens sechs Wochen eine solche nicht vorgekommen ist. Ein solches Attest behält nur während der genau darin zu bezeichnenden Zeit Gültigkeit und muß von dem Transportanten, im Falle der Ablieferung des Viehes an den Bürgermeister des Bestimmungsorts, andernfalls aber wieder an den Aussteller sogleich abgeliefert werden. Ebenso darf der Handel mit Rauhfutter, Streu Materialien und Dünger nur im Fall dringenden wirthschaftlichen Bedürfnisses unter Aufsicht der Behörde stattfinden. Diese Bestimmungen sind, soweit sie dazu geeignet, auch anwendbar auf Viehhäute, Hörner, Fleisch, Talg, Mist, Stroh und Gefütter. Uebertretungen der Bestimmungen a. bis d. werden mit 2—60 st. bestraft. Bei dem Verdacht einer bereits erfolgten oder drohenden Ansteckung kann überdies auf Antrag des Arztes von uns die Tödtung der Thiere und die Vernichtung der leblosen Gegenstände verfügt werden. Ein Entschädigungsanspruch findet in diesem Falle nicht statt. e. Der nach pos. 9 bestellten Aufsichts-Commission ist von den Besitzern die Aufnahme des jeweiligen Standes der betreffenden Viehgattungen sofort zu gestatten, jeder fernere Ab- und Zugang ohne Verzug anzumelden, und ihr sowie dem bestellten Veterinär-Arzt jederzeit die Revision des Standes zu gewähren. — Die Strafe besteht, sofern nicht wegen Uebertretung anderer Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist, für jeden Fall in einer Geldstrafe voll 3 bis 10 st. 9. Sodann wird in Gemäßheit des §. 10, pos. 2, der Verordnung vom 23. Mai 1867 in jedem Ort des Kreises eine Auffichtscommision bestellt, welche besteht: In Gießen aus dem Großherzoglichen Polizeirath Nover und drei von diesem zu ernennenden Gemeinderathsmitgliedern, in allen anderen Gemeinden aus dem Bürgermeister und drei von diesem zu ernennenden Gemeinderathsmitgliedern. Diese Commissionen haben sofort den Bestand der Viehgattungen in jeder Hofraithe aufzunehmen und überhaupt nach Vorschrift des §. 10, pos. 2 zu verfahren. Der Großherzogliche Professor^ Dr. Pflug dahier ist beauftragt, von Zeit zu Zeit eine Revision des Standes vorzunehmen. Indem man Vorstehendes zur öffentlichen Kenntniß bringt und den Gr. Bürgermeistereien die strengste Handhabung der gegebenen Vorschriften wiederholt empfiehlt, bemerkt man weiter, daß in Gemäßheit des §. 45 der Instruktion des Bundeskanzlers vom 26. Mai 1869 und der §§. 25 und 30 der Gr. Verordnung vom 23. Mai 1867, dem Küfer Schinall und Conditor Sattler die Wiederbesetzung der verseucht gewesenen Stallungen mit Rindvieh, Schafen oder Ziegen vor dem 9. November l. I. bei Meldung einer Strafe von 10 bis 100 Gulden "oder 7 bis 28 Tagen Gefängnißstrafe untersagt, und bei gleicher Strafe vor der demnächstigen Wiederbesetzung die Vornahme einer nochmaligen Räucherung befohlen worden ist. Gießen, den 28. Sept. 1870. Großherzogliches Kreisamt Gießen Dr. Goldmann. Besondere Bekanntmachung. B e k a n n t m a ch n n g. 4216) Bei der diesjährigen planmäßigen Verloosung der für 1870 zur Abtragung kommenden städtischen Schuldverschreibungen auf Inhaber sind die nachfolgenden Nummern gezogen worden: 1) Von dem 3Vrprocentigcn Anlehen: Lit. A. Nr. 70 und 161 ä 1000 fl.......... 2000 fl. „ B. „ 44, 57, 83, 120, 134, 222, 233 u. 241 ä 500 fl. 4000 „ „ C. „ 159, 180, 202, 225, 283 und 371 ä 100 fl. . 600 „ 2) Von dem 4procentigen Anlchen: Lit. B. Nr. 7 ...........'..... 500 fl. „ C. „ 71................100 „ Die Besitzer dieser Schuldverschreibungen werden eingeladen, ihre Capitalien bis zum Schlüsse dieses Jahres bei der hiesigen Stadtkasse in Empfang zu nehmen, weil die Verzinsung nur bis Ende December 1870 stattfindet. Gießen, den 27. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Vevft sigeerLngeK» Berpachtung von Triebvierteln. 4179) Freitag den 30. Septbr. d. I., Nachmittags von 2 Uhr an, werden bei der Stadt Gießen circa 160 Stück leihfällige Triebviertel anderweit verpachtet. Zusammenkunft am Nassauer Hof. Gießen, den 26. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 4189) Montag den 3. October d. I, Vormittags 11 Uhr, wird in hiesiger Universitäts-Reitbahn ein gut gerittenes brauchbares Offiziers-Reitpferd öffentlich versteigert werden. Dasselbe kann zwei Tage vorher im Uni- versitüts-Marstalle eingesehen werden. Gießen, den 27. September 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt. 4178) Das zu 160 fl. veranschlagte Aufräumen von Fluthgräben in der Gemarkung Gießen soll Freitag den 30. September d. I., Vormittags 9 Uhr, im Rathhause öffentlich vergeben werden. Gießen, den 26. September 1870. Groscherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. .Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 4172) Montag den 3. October d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Distr cten Walds^ute, Neuhege und Hegstrauch, nachverzeichnetes Holz öffentlich meistbietend versteigert werden, als: 199V4 Stecken Nadel-Prügelholz, 1373/4 „ „ Stockholz, 5544 Wellen „ Reisholz, 10 Nadel-Stämme mit 212 Cubikfuß, 195 „ Stangen „ 397 Die Zusammenkunft ist auf der Sicher Chaussee an der 3. Schneiße. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Febv. 1873 gestattet. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 24. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 4198) Donnerstag den 10. November, Vormittags 10 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die Hofraithe des Friedrich Karl Julius Orth und Ehefrau Friedericke, geb. Helin dahier, wie solche hierunter näher beschrieben ist, versteigert werden, als: alt neu lüKlftr. 13/27 V1077 6 Hofraithe bei der Kirche. Gießen, den 26. September 1870. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. K. Vogt. Versteige ru n g. 4190) Montag den 3. October, von Morgens 8 Uhr an, sollen bei den Ludwig M 0 h r's Erben zu Hausen folgende Gegenstände, als: Betten, Tische, Stühle, eine große Waage, Fässer und sonstiger Hausrath; ferner: eine Fege-Mühle, zwei Wagen mit eisernen Achsen und Zugehör, Pflug, Egge, Steigleitern, Futterbank, Stoßlrog, eine Kelter, Ketten und sonstige Oeconomie- Geräthschaften, sowie ein Pferd, eine Kuh, zwei Rinder, Mist und Dickwurzel öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden. Hausen, den 27. September 1870. Der Vormund: Adam D e r n. PfereHverstergerrmg. 4204) Donnerstag den 29. d. Mts., Abends präcis 8 Uhr, soll im Locale des Wirths Ludw- Herbert das Pferchlager im Neuenweger Felde versteigert werden. Steigliebhaber werden hierzu eingeladen. Der Vorstand. . w • a. r.rm. n m 3668) Leere Stück-, Fuder- und Halb- ftück-Faß verkaufen Gebr. Ebel. 4199) Zwei Thorschlöffer nebst Schließ- klvben und Schlüssel zu verkaufen, ^ä^e: res bei der Exped. d. Blt/S._______________ 3507) Gothaer Cervelatwurst empfehlen I. A. Busch Söhne. 4197) Ich habe eine Partie sehr schönes Kornstroh zu verkaufen. H. Becker (Neue Anlage.) 4196) Täglich frische Trauben auf der ___________________Liebigshöhe. 4212) Ein noch gutes Scheuerthor, sowie eine Scheuerleiter, sind zu verkaufen bei E. Pau sch, Asterweg. 4L215) Wollene Hemden, Unterjacken, Unterhofen, Socken, Leibbinden empfiehlt in reicher Auswahl ___________________________ H. R nbfa m e n. = "bester Construction, für Hand-Z: o oderKraftbetricb, von 70 fl. an bei g Z Moritz Weil jun., Frankfurt a. M., (3951)_________________________Seilerstraße Nr. 2 (Breitegasse)_______________r " 413'") Regenröcke, Flanellhemden, Unterjacken, Unterhofen, Leibbinden und Socken in reicher Auswahl bei Carl Wenzel. 4208) Oefcn und Herde zu Holz- und Steinkohlenbrand, Ofenrohr, Feuerungs- Gcräthschaften, Ofenschirme rc. empfiehlt Emil Pist 0 r. 4205) Das Müller'sche Haus in der Kaplansgasse ist im Ganzen, oder auch getrennt, zu vermiethen. Näheres bei Eduard Ottmann, Schloßgasse. 3627) Alten Malaga, Portwein, Tokayer, sowie gute, unverfälschte Rothweine, em* pfehlen I. A. Busch Söhne. 4195) Ein sehr gut dressirter Jagdhund ist zu verkaufen bei Wilh. Schmal! II. (Gartenfeld.) Oese» und Herde zu Holz- und Steinkohlenbrand, Feuc- rungs - Requisiten und alle Arten Kochgeschirre empfiehlt (4121) I. G. D. Bap st. VermrethUngsW. 3843) Eine kleine möblirte Stube ist zu vermiethen. Wallthorstraße Lit. A. Nr. 227. 3523) Xicfiig’s Steppenmilch (Kumys) = heilt = Brust- und Luttgenleideu. Nach dem Ausspruche der medicini- schen Autoritäten heilt die Steppenmilch — genannt Kumys — rascher und sicherer, als alle anderen bisher in Deutschland angewandten Mittel: Magen- und Darmkatarrh, Tuberkulose, Bronchialkatarrh, Anämie (Blutlosigkeit) in allen ihren Formen und Folgezustünden, Scorbut, ChlorvsiS, Hysterie, Hypochondrie und Kör- perschwächc. l’r. Flasche 15 Sgr., nebst Gebrauchsanweisung und Attesten von | den berühmtesten Aerzten. In Kisten, ä 4—12 Flaschen, zu be- K ziehen durch g- Das General - Depüt von Lieln^s Sieppenmilch (Kumys) | Berlin, Teltowcrstr. 53e. 3798) Für Militärs empfehlen wir wollene Jacken im Preise von 1 fl. 6 kr., I fl. 12 kr, L ft. 18 kr. rc. rc, ferner Leibbinden in verschiedenen Sorten. ________________I. A. Busch S ö h n e. 4144) Oefen, Herde, Kohlenkastcn, Feuergeräthe rc. empfehlen ____________________Flick & Kröll. 4209) Gement, frische Sendung, Stucca- turgyps bei Emil Pist 0 r. 4206) Eine Stube ncbst Cabinet, mit oder ohne Möbel, ist zu vermiethen- Auch sind gute Honigbirnen zu haben bei _____________P- Plank, Wolkengasse. 4008) Eine neu eingerichtete Wohnung mit 3 Zimmern, Vorplatz, großem Boden, Aussicht in das Freie, ist zu vermiethen. Ein großes Zimmer davon kann allenfalls möblirt abgegeben werden. ____________________Emil Pi stör. 4202) Ein unmöblirtes Zimmer vermie- thet_______________________W. Gaqu 0 in. 4150) Ein Logis von 4 Zimmern, 2 Ca- bincten und allen dazu nöthigen Räumen ist durch den Wegzug des letzten Miethers nach Frankfurt anderweit zu vermiethen und sogleich zu beziehen. ___________Ehr. Reiber, am Kreuz. 4188) Ein bis zwei Stübchen sind zu vermiethen bei August Kramer, wohnhaft bei Herrn Rothenberger auf _____________dem Lindenplatz._________- 3740) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet, in einer freundlichen Gartenwohnung, ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 4207) Bei Edu ard Ottmann in der Schloßgasse ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen._____________________________ 4049) Im Caf« Kuhlmann sind möblirte Zimmer an ledige Herren zu öer= miethen und sogleich zu beziehen.__________ 4174) Meine Wohnung am Seltersthor nebst Garten ist vom 1. November an zu vermiethen.__________________Dr. Kraft. 4201) Der mittlere Stock meines Hauses vor dem Seltersthor ist zu vermiethen. ________________________W. Gaqu 0 in. 4166) Auf der Neuen Anlage sind zwei möblirte Zimmer zu ver-miethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts.____________________ 4131) Ein Laden mit Wohnung gleicher Erde ist zu vennie- then und sogleich zu beziehen bei Wilh. Nagel. Vermischte Anzeigen. 4200) Alle Diejenigen, welche an den verstorbenen stud. med. Ernst Wecker- ling noch Forderungen zu machen haben, werden aufgefordert, sich binnen 14 Tagen bei dem Unterzeichneten zu melden. C. Hans mann, Alte Post. 4203) Ein gebildeter junger Mensch, welcher sowohl in der doppelten. als einfachen Buchführung ziemlich bewandert und der französischen Sprache mächtig ist, sucht eine Stelle als Commis. Näheres bei Ausg. d. Bltts. unb fywttunjtn Nit bit tre Strafe scommifion 11' in allen 10, pos. 2 5 Trm- * Lieh- gerben. 4210) Allen Mitbürgern, welche sich in Betreff ihrer Sendung nach Metz an mich gewandt, diene zur Nachricht, daß ich nicht mitgehen kann, ohne meine Ehre zu vergeben, indem Folgendes vorgefallen : ,Jch hatte bei den Herren K e m p ff und Hofg.-Adv. B a fst den Antrag gestellt, für etwaige Unkosten und unvorhergesehene Fälle, wie bei Herrn Dr. Simon auch, 25 st. zu reseroiren. Die beiden Herren, in dem Vertrauen, daß ich dieses Geld auf das Beste verwenden werde, übergaben mir 35 fP Heute früh nun, nachdem ich reisebereit war und in meinem Geschäft Alles für die Dauer meiner Abwesenheit geordnet hatte, kam ein Scribent des Herrn Hofg.-Adv. B a i st und forderte mir die 35 fl. wieder ab mit dem Bemerken, daß statt meiner ein Gendarm mitgehen werde. Bei Herrn Hofg.-Adv. Batst erfuhr ich auf energisches Vorgehen, daß es Herr Rentier Friedrich Bücking und Herr Fabrikant Arnold Müller waren, welche diesen rücksichtslosen Schritt gegen mich hervorgerufen. Ich wende mich also mit der Aufforderung an diese beiden Herren, dem Publikum mitzutheilen, welche Beweggründe sie zu dieser beleidigenden Handlungs- weise hatten. Das Publikum bitte ich auszusprechen, ob ich durch meine Handlungsweise überhaupt und ganz besonders in meinem Verhalten während dieser traurigen Zeit eine solche Kränkung verdient habe. Freilich ist mir, nachdem ich mich bei den Herren Kempf und Baist über diese Sache entschieden ausgesprochen, gesagt worden, ich möge Alles beim Alten lassen und mitgehen. Bei aller Opferwilligkeit aber ist es mir nach dem Vorgefallenen unmöglich, dieses zu thun; denn mich an einen Platz drängen, wohin mich nicht das Vertrauen des ganzen Publikums gestellt, geht wider meine Ehre. Gießen, den 28. Sept. 1870. Carl Deines, Kunst- und Handelsgärtner. berget aus a.n chtn nnd |U 25 iinb 30 ^Rindvieh, 'Wr unb "bösen, vahl men. W--3 an bei S ? gtn Minen [en Miethers rmiethen und [ter mit 6abi- [ci'.ivohnung, ich begehbar. ■> tiiits- mann in der <. Rimmer j» -Ilm- imflnn N Viren i»[tI' — T^Mschor ■nnbn an!" v^Araft^. trmiühen.' 1« rjackcn, fr Au^ «,el. Haus in der oder auch ge- es bei WoBpafje. abinet, mit rAtr. Auch ihmto lolkenaasie. ::e Löhnung oßem Koben, i vnrniethm. mn allensalls 1 Pi s!or mner vennic- Kaauoin. Die Knrrbeulehr-Auftakt ä-e WHeim O 28. September. □ eit iu gewinnen, dos ist unsere einzige Ausgabe. Aber die Pflegemutter oder P J1 er______... r-.-H daü tt ebnen nacb ihrem Der trat Por- Der Uh = 0 5.8-. 4194) Ein zuverlässiges Kindermädchen wird sogleich gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. er auf den Thron zurückkehren sollte, beschäftigen. Ob er dabei Schaden leidet, ist seine Sache. Seiner Clique ist in den jetzigen Gewalthabern nur eine andere Clique gefolgt. Ob diese Gesellschaft sich an einander reibt, ob sie sich gegenseitig auffrißt ist für den kühlen Politiker ganz und gar einerlei, oder wenn man will, insofern nicht einerlei, als er sich, wenn dies geschieht, sagen kann: desto besser für uns und den Frieden der Welt. Für einen Philosophen mag es als eine schone und erhabene Mission erscheinen, die politischen und socialen Zustände in Frankreich verbessern zu wollen, und eS ist seine Sache, wenn er bei Viesen Versuchen üble Erfahrungen macht. Für den Politiker, für den Staatsmann, der nur das Interesse der Nation zu vertreten hat, die auf ihn sein Vertrauen gesetzt hat, kann c6 keine andere Rück- sichten geben, als dieses „wohlerwogene" Interesse, dem eben deßhalb zu wünschen ist, daß es auch ein „wohlverstandenes" sei. Die „Times" spricht ihre Ueberzcugung aus, daß Paris fallen muß, wie Metz, wenn es den Franzosen nicht gelingt, eine Armee auf die Beine zu bringen, welche im Stande ist, die Belagerungstruppen zu verjagkn oder im Rücken zu bedrohen. Dazu, meint die „Times" aber, sei wenig Aussicht vorhanden. Mobilgarden, Freischützen re. würden schwerlich fertig bringen, was Bazaine mit seinem Heere nicht vermocht habe, und im übrigen Frankreich zeige sich eben kein beginnt daS Wintersemester am Montage, 3. October, des Vormittags 8 Uhr. Anmeldungen neuer Schüler können noch im Laufe der Ferien stattfinden. Dieckmann. Nicht zu übersehen. 4191) Ich mache hiermit einem Jeden befa-mt, meinen Namen nicht anders zu nennen, als wie derselbe unterzeichnet ist. Albach, den 25. September 1870. Marsch nach Hause. (Schluß.) Erzählung von W. Raabe. — Der Sohn der Wittwe. Gedicht von Georg Hesekiel- — Skizzen vom Kriegsschauplatz. Von unserem Berichterstatter Georg Hiltl. IV. Eine Nachtfahrt von Sulz nach Wörth- — Von Sedan nach Wilhelmshöhe. Vier Tage aus dein Leben eines Kaisers. Mit neun Illustrationen nach dem Leben. — Im Packwagen zwischen Nancy und Pont ä Mousson. Von unserem Berichterstatter Dr. Hans Blum- — Am Familientiscke: Deutsche-Fürsten im Felde. Zu dem Bilde unseres Specialartisten F. Kaiser. — Aus allerhand Briefen. I. Verwundetenpflege in Speyer- II. Feldpostbrief. III. Kutschte und Napolium. — Zu unserer Verlustliste. Preis pro Nummer 212 Sgr. Zu Bestellungen empfehlen sich die Ferber'sche Univ-Buchhhandlung, E- Heinemann, I. Ricker. ^IBcste Zeit zum Abonnement. 8 I Durch alle Buchhandlungen u. Post- g am ter für IS Sgr. vierteljährlich 8 die reichsten interessantesten Berichte 8 und Bilder unserer Berichterstatter | und Specialartisten : Georg Hiltl, ä Z Hans Blum, Max v Schlägel, Ma-1 ! ler Wilh. Friedrich, Emil Hün-A $ ten u Ä (4187) g ä____ — ................■IIIIIIWIHU .........MjJ 4134) Ein kräftiger Mann wird gegen hohen Lohn zur Pflege eines Kranken gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl- 4170) Die mit der Casseler Industrie - Ausstellung verbundene Daheim Die Nr. 32, die neueste Kriegsnummer, enthält: Stürmer von Gravelotte. Mit des General von Fransecky. — Neuer Jahrgang und ncnes Kriegsquartal des Lotterie der hervorragendsten Ausstellungsgegenstände enthält 5081 Ge- . iviime, ä Rthlr. 5000, 3000, 2000, 1500, 1000 rc. Vom Ertrage sind Rthlr. SOOO zum Besten der Hinterbliebenen gefallener deutscher Krieger bestimmt. t t Loose ä 1 Rthlr. versendet der Vorstand der Allgemeinen Jn- di lstrie-Ausstellung. Die Ausstellung ist noch bis 3. October geöffnet. Stelle-Gesuch. 4167) Ein junger Mann (20 Jahre alt) aus achtbarer Familie, mit geheiltem Fußlciden, welcher gute Schulkenntnisse besitzt und eine schöne Hand schreibt, wünscht Placirung auf einem Bureau oder Comptoir. Nähere Auskunft er- theilt die Exped. d. Bltts.______________ 4214) Ein ordentliches reinliches Mädchen wird für einen kleinen Haushalt gesucht. Zn erfragen bei G- Malkomesius in der Marktstraße. Die Nordd. Allgern. Ztg." schreibt: Wir Deutsche kümmern uns noch diel zu viel"nm das Wohl und Wehe anderer Volker, statt vor Allem und bei Allem an das eigene Wohl zu denken. Es fehlt uns noch der gesunde Egots- irillS der ein politisches Volk macht. So fragen sich letzt verschiedene Blatter, ob es recht, ob cs sittlich und tugendhaft, den Franzosen Napoleon wieder zu aeben, der ihnen so viel Boses zugefügt, ihnen noch mehr zusugen könne. J3ir 'aaen dazu, in dieser Angelegenheit handelt es sich nicht darum, m S Auge zu fassen, was den Franzosen nutzt, sondern was unser Vortheil ist. Es kann uns völlig gleichgültig sein, ja es muß uns völlig gleichgültig sein, wenn wir Politiker sein wollen, ob dieses uns vortheilhafte Etwas sich Kaiser t hum, oder mtße oder blaue Republik oder sonstwie nennt. Den Frieden für möglichst lange ber Vormund der Franzosen zu sein, dafür zu sorgen, daß eS ihnen nach »h,em Willen und Interesse gehe; — für fremder Leute Haus Vorkehrung $u treffen, ui wachen, daß darin die Freiheit und Gerechtigkeit wohne, Alles dies ist durch- a«s nicht unsere Aufgabe. Mögen sie selbst zusehen. Kriegen sie's, wie m den letzten 18 Jahren nicht fertig, so müssen sie eben die Folgen ihrer Unfähigkeit trugen. Und eben so wenig kann uns das künftige Schicksal Napoleon s, wenn 4213) Gekeltert kann werden bei E- Pansch, ____________auf dem Lenz'schen Felscnkeller. 4193) Ein tüchtiger Gehülfe wird gesucht und kann sofort bei mir eintreten. _____________Kraft, Hofger-Adoocat. 4211) Am verflossenen Sonntage wurde auf dem Wege von ber^ Realschule durch die Neuenbäuen und Sonnenstraße eine goldene Vorftccknadel verloren. Der redliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen eine gute Belohnung in Lit. A. Nr. 238 am Wallthor abzugeben._________________ 4006) Eine Türkischrothgarn-Färberei und Handlung des Wnpperthales sucht Vertreter für Süddeutschland und würde deren Wirkungskreise am Liebsten in nicht zu große Districte eintheilen, es sei denn, daß man den Nachweis führt, daß bei Zur theilung eines größeren Terrains die Bearbeitung der einzelnen Absatzfelder doch mit Erfolg betrieben werden kann. Es wird durchaus nur auf solche Bewerber reflectirt, die in der zu vertretenden Branche bereits tüchtige Erfahrungen haben. Franco-Offerten mit Angabe von Referenzen nimmt entgegen sub T. B. 763 die Annoncen-Expeditron von Haascnftein Si Vogler in Frankfurt a. M._______ 4192) Ein braves Mädchen, welches sogleich cintreten kann, wird gesucht. Gasthaus zum Löwen. 4177) Ein braves Mädchen, welches kochen kann, wird gegen guten Lobn gesucht. ___________Hofgerichts-Advocat Lauer. 4168) Ein braves Kindermädchen -wird gegen guten Lohn gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts.__________________________ 4181) Drei jüngere Mädchen können sofort in meiner Kautabakfabrik Beschäftigung finden. Fabrikant Löber. „Der Wetterauer Bote" I erscheint auch im nächsten Quartal dreimal wöchentlich am Sonntag, Mittwoch, Frei- toa und wird, wie seit den 14 Jahren seines Bestehens auch ferner ein treues Organ oev Volkssache sein. Auf der durch die geschichtlichen Thatsachen der letzten Zeit ge- wnnenen Grundlage hält er die bund esstaarlche Einigung des ganzen deutschen Volkes und die freiheitliche Entwicklung unserer inneren Zustande als seine Ziele fest und wird dafür in seinen Kreisen und nach seinen Kräften w wirken suchen, insbesondere wird er der Hebung der Volksbildung durch Verbesserung der Volksschulen und unabhängigere Stellung der Lehrer seine stete Aufmerksamkeit widmen. Leitartikel, eine sorgfältige Uebersicht der Tagesgerichte, zabl- reiche Mittheilungen aus dem Großherzogthum und landstandlsche Berichte, vermochte । Nachrichten/ Notizen über Handel, Industrie, Markte rc., bildeni den Inhalt des Wett. Boten • ein demselben beigegebenes „Sonntagsblatt" wird durch Erzählungen, natur- , wissenschaftliche Aufsätze, Gedichte, Mannigfaltiges rc., zur Unterhaltung und Beleh- ' nma der Leser beitragen. - Als Organ der Mittelrheinischen Turnv ereme ist ein Theil des Raumes zur Besprechung turnerischer Interessen bestimmt und bitten ”ir Umgebung 42 ft., durch 5®amite*bkC3ufenb?ngnfäne^Uutabredbung erleidet, bitten wir die Bestellungen aus den Posterpeditioneu oder bei den Landpostboten, bei welchen au-iwarts nur '"W 'finden Zweite"Verbrestung,^ K fÄ Leserkreis des Wetb Boten nicht Mein über die drei Provinzen des Großherzoathums Hessen sondert: auch die angren- enden Bezirke erstreckt- Wir berechnen die Petitzeile oder deren Raum zu 3 fr- und bewilligen bei mehrmaligem Einrücken entsprechenden Rabatt. ~ Butzbach, den 16. Sept. 1870._________Die Expedition des L-ett. Boten. Symptom, wklLe« d-n Deutschrn Befürchtungen einzufloßen geebnet sei. Der Widerstand, den bisher offene Plätze geleistet, war höchst geringfügig. Man lonne sie deshalb nicht tadeln, doch sollten diejenigen, welche es auf sich genommen, den Frieden fertig zu bringen, es auch nicht unberücksichtigt lassen. Dec große Masse in Frankreich, schließt die „Times," ist nicht so starrköpßg gegen den Frieden, selbst nicht auf die Bedingungen hin, welche Gras Bismarck für billig hält, wie die tollen Organ- der Pariser Presse uns einreden mochten. Es giebt doch manch- ebrliche Patrioten in Frankreich, deren Augen für die Wirklichkeit der Lage offen sind und die sehen, daß das unoermeidliche Resultat der Vertheivignng Oer Hauptstadt dem Lande den völligen Ruin bringen mutz. Können die Preußen keinen Frieden bekommen, so werden sie den Krieg^durch den Krieg ernähren. Um Paris zu Falle zu bringen, werden sie andere Städte besetzen und mit Kontributionen Heimsuchen. Sie werden Orleans und Tours besteuern, wie sie Melun besteuert haben; in Rouen und Havre Requisitionen erheben, wie sie in Montes und Evreux getban haben. Abgesehen von der Roth, die sie treibt, werden sie schon aus Rücksichten der Selbstvertheidigung das ganze Land überziehen. Ein Friede, wie ihn Gras Bismarck zugestehen will, wäre zweifelsohne ein großes Unglück für Frankreich, aber eine Fortdauer des Krieges ist an sich ein größeres Unglück und dürfte schließlich doch keinen besseren Frieden herbeiführen. Eine Ration sollte niemals von der Verzweiflung sich Raths erholen, denn Selbstaufopferung dürfte nutzlos fein und Selbstver- nichtung ist unmöglich für eine Ration. Für die Verwendung und Uebernahme der Kriegsgefangenen zu öffentlichen und Privataibeitm hat das preußische Kriegsministerium nunmehr ein Reglement erlassen. Dasselbe setzt fünf Stunden Arbeit als Aequivalent für den täglichen Unterhalt des Gefangenen fest, der auf 6 Sildergroschen täglich fixirt ist, weitere 4 Silbergroschen muß derselbe für Bekleidung erübrigen können. Bei größerer Anzahl muß die Begleitungs- und Bewachungsmannschaft mitgepflegt werden. Die Oberaufsicht führen die Militärcommandeure oder Landräthe. Vom Kriegsschauplatz. Telegramm an die Königin Augusta in Berlin. Ferrieres, 27. September, 11 Uhr Abends. Strassburg kapitulirte heute Abend um 9 Uhr. Wilhelm. Dor Metz, 23. Sept. Am 22. und 23. Septbr. hat Bazaine in der That wieder ungestüme Ausfälle gewacht. Der „Weser-Zeitung" berichtet man darüber: „Rach dreiwöchentlicher Ruhe hat die Besatzung von Metz heute wieder einmal ein Lebenszeichen von sich gegeben. Heute Vormittag ist von ihr in östlicher Richtung ein Ausfall versucht worden, dessen Ziel nur die Bahnhöfe Courcelles für Ried und Remilly mit ihren Vorräthen gewesen sein können. Selbstverständlich ist der Ausfall zurückgewiesen worden. Der Kampf hat indessen, vom ersten bis zum letzten Kanonenschuß gerechnet, fünf Stunden gedauert. Gegen 11 Uhr hat das Schießen von den Forts St. Julien und Queuleu — ersteres bekanntlich nordöstlich, letzteres südöstlich von Metz belegen — begonnen und sich balD auf die ganze Linie zwischen diesen beiden Forts ausgedehnt. Die Unserigen sind die Antwort nicht schuldig geblieben. Zwischen 1 und 2 Uhr war der Kampf am lebhaftesten; gegen iy2 Uhr fielen verschiedene Gewehrsalv-n. Darauf wurde die Kanonade mäßiger und mäßiger, so daß zwischen 3 und 4 Uhr nur noch etwa alle 3—4 Minuten von den Fort« ein Schuß getban wurde, bis gegen 4 Uhr das Feuer ganz aufhörte. — 24. Sept. Zu derselben Stunde und an denselben Stellen, an welchen vorgestern Nachmittag die Kanonade aufhörte, wurde dieselbe gestern wieder begonnen. Um 4 Uhr fielen vom Fort St. Julien und bald darauf vom Fort Oueuleu die ersten Schüsse. Darauf entwickelte sich auf der ganzen Linie zwischen diesen beiden Forts (also östlich von Metz) ein lebhaftes Feuer. Nach 5 Uhr dehnte sich dasselbe in nördlicher Richtung weiter aus. Vom Fort St. Julien wurde in nordöstlicher Richtung em Ausfall versucht, welcher, nach der Lebhaftigkeit des GeschützfcuerS zu ur- theilen, sehr ernster Natur war. AuS dem schon von den Kämpfen am 3l.Aug. und 1. Sept, bekannten Wäldchen Grimont, welches sich am Nordostabhange der Höhe von St. Julien hinzieht und noch unter dem Schutze der Kanonen des Forts liegt, stiegen starke Pulverdämpfe auf. Augenscheinlich hatten die feind- lichen Truppen von diesem Wäldchen aus den Angriff unternommen. Unsere Batterien wirkten von denselben Stellen, von welchen sie am 31. August und 1, Sept, die Angriffe so siegreich zurückgewiesen hatten, mit einer Heftigkeit, die derjenigen von den zuletzt erwähnten beiden Tagen nicht nachstanv. Don den Höhepunkten bei Den Dörfern Ch-eulles, Vany, Charly, Failly, Servigny, welche hier Die Hauptposttionen unserer Artillerie bilden, folgte Schuß auf Schuß. Der Kampi Dauerte bis zur Dunkelheit und endete wie vorgestern." Vor St. Maux, 21. Sept. Heute Den . anzen Vormittag starke Kanonade vor uns, Die ich eben aufzusuchen im Begriff bin. Das Hauptquartier des Königs soll morgen vorwärts gehen. Jules Favre wird heute Mittag wieder in Ferrieres erwartet. Wie mir die Landleute sagen, herrscht in Paris eine furchtbare Aufregung. Sie erzählen in ihrer Angst bereits, u fei wieder eine Guillotine aulgerichtet, Alles fei in Todesangst vor dem Terrorismus Der Exaltirtcn unO Rothen. Es wird das wohl sehr übertrieben sein, ist indeß immerhin bezeichnend für Die Situation. Die Folgen des Wegschaff.nS aller Lebensmittel machen sich bereits fühlbar bei den Eingeborenen, die zurückgeblieben oder zurückgekehrt sind. Die Pfarrer, Die ihren Platz behauptet, laufen mit ganzen Scbaren von armen Arbeitern umher, um Brod zu suchen. Einzelne dieser Unglücklichen haben schon seit mehreren Tagen keine Nahrung gehabt, bei unseren Vorposten betteln sie oder ernähren sich von rohen Gartenfrüchten. Das Elend ist entsetzlich um ganz Paris herum. Tours, 24. Sept. Da Herr v. Bismarck unmögliche Friedensbedingungen gestellt hat, so werden Die Wahlen für Die GemeinOeräthe wie für Die constitui- renDe Versammlung bis auf bessere Zeiten vertagt. Die bereits im Auszüge mitgeth'ilte Proclamation Der Local - Regierung Der National - Vertheidigung in Tours lautet, wie folgt: Tours, Den 24. Sept. An Frankreich! Vor Der Cernirung von Pans hat Herr Jules Favre den Grafen Bismarck besuchen wollen, um Die Absichten Des Feindes kennen zu lernen. Folgendes ist Die Erklärung des Feindes: Preußen will Den Krieg fortsetzen und Frankreich auf den Stand eimr Macht zweiten Ranges herab- setzen. Preußen will den Elsaß und Lothringen bis Metz kraft Eroberungsrecht. fRebactton, Druck una Verlag der Brühl'fchen Für die Gewährung eines Waffenstillstandes wagt Preußen Die Uebergabe von Straßburg, von Toul und vom Mont Valerien zu fordern. Das erbitterte Paris würde sich eher unter feinen Trümmern begraben. Auf so unverschämte Ansprüche antwortet man nur durch den Kampf aufs Aeußerste. Frankreich nimmt diesen Kampf auf und rechnet auf alle seine Kinder. In Anbetracht Der obigen Proclamation, welche Die Schwere Der Verhältnisse nachweist, verordnet die Regierung: 1) Alle Wahlen zu den Gemeinderäthen und zur conftituiren Versammlung sind eingestellt und aufgehoben. 2) Jede Gemeinderathswahl, Die etwa vorgenommen werden sollte, ist null und nichtig. 3) Die Präfecten werden durch Fortbestand Der jetzigen GemeinOeräthe oder durch Ernennung ein^weiliger GemeinOeräthe ^orge tragen. Die AbgeorOneten, Mitglieder Der Regierung: Krömieuy, Glais- Bizoin, AOmiral Fvurichon. Die „Havas-Correspondenz" meldet aus TourS: „Der Municipalrath von Boffay hat einstimmig verlangt, daß Der Exkaiser in Anklagezustand versetzt werde. Der Republik hat er seine Zustimmung gegeben. Duval, Der bei Dem Eisenbahnunfall getbotete „D6bats"-Redacteur, ist unter großer Theilnahme Der Journalisten beerdigt worden." — Von Toulouse und Ger« sind Freischützen- corpS abgegangen. Eine officiöse Note von HavaS erklärt: Die Negierung habe Alles getban, um ferneres Blutvergießen zu vermeiden, alle Verantwortlichkeit falle jetzt auf Preußen. Toul, 25. Sept. Die endliche Einnahme von Toul stellt sich jetzt schon von einer ungemeinen Wichtigkeit für alle unsere ferneren KriegSoperationen in Frankreich dar. Mit der schnellen Energie, welche die preußische Kriegsführung so sehr charaktcrisirt, wurde wenige Stunden nach Dem Einzuge unserer Truppen in Toul schon sehr eifrig begonnen, die dort von Franzosen zerstörte Eisenbahn- Verbindung nach Paris wieder herzustellen. Man hofft, bis zum 26. d. M. damit fertig zu werden, und schon an demselben Tage will man dann einen Transport gezogener 24-Pfünder mit Der Bahn nach Paris befördern, um dort zur Belagerung mitverwandt zu werden — wenn diese Überhaupt noch nöthig sein sollte. Es waren zur Fortschaffung dieses Geschützparkes schon tausend fron» zösische Bauernpferde requirirt worden, die jetzt unnöthig geworden sind, und man hoffte, auf Der LanOstraße Paris in acht Tagen zu erreichen, während man jetzt auf der Bahn in einem Tage hinkommen kann. Darmstadt. Gemäß Allerhöchster Entschließung vom 25. v. M. fand in Der Großherzoglichen Armee - Division nachstehendes Avancement statt. Ernannt wurden: Im 2. Infanterie-Regiment: Die Portepeefähnrich Rohn, Weimar, Lang, Naumann, Körner und Zimmer, sowie den Corporal Schäfer zu Lieutenant«: die Vicefeldwebel Lucius, Schaeg, Laubenheimer, Hesse, Waegner, Buff, Heyot, Oeser, Klingclhöffer, Ebel, Goldmann, Mangold, Haberkorn, Vogt und Kuhlmann (am 5. September an seinen Wunden gestorben) zu Lieutenants in Der Reserve. Hannover, 26. September. Von den französischen Gefangenen sollen beschäftigt werden: 2100 Mann bei Der Ausgrabung des Canals von Hanekenfähr nach NorDhorn, welcher die Verbindung Der Flüsse Ems und Vechte be- zweckt; 500 Mann bei Der Herstellung eine« Straßendamms von Kellerberg über Haren nach Rütenbrock und des Rütenbrock - Sustrumer Canals; 1000 Mann bei Der Verlängerung De« ersten Wiek-Canals unO dessen Verbindung mit Den Rhauderfehn-Canälm. Die zur Unterbringung der Gefangenen und Der Bewachung« - Mannschaften zu erbauenden Baracken sollen am 30. September fertig fein und sind die Herstellungskosten derselben auf 54,000 Thlr. veranschlagt. Ein ReservehülfscorpS von 300 Mann Infanterie wird in Lingen einquartiert werden. Kiel, 26. September. Der „Kiel. Ztg." zufolge hat Der Generalgouverneur Vogel v. Falckenstein feine Zustimmung dazu erteilt, daß Handels-^ schiffe am Tage bei ruhigem Wetter und unter Benutzung von Schleppdampfern den Kieler Hafen passiren. Der Generalgouverneur hat gleichzeitig weitere Erleichterungen für Die Schifffahrt und Die Nachtpaffage in Aussicht gestellt. Wien, 27. September. Das Wiener Journal „Patriot" veröffentlicht folgende Depesche aus Konstantinopel vom 26. d.: „Alexandriner Journale berichten über ein Sectreffen zwischen Der preußischen Fregatte „Hertha" und Drei französischen Schiffen im rothen Meere. Nach zweistünOiger Kanonade verweigerte die „Hertha" auf Aufforderung Der französischen Fregatte „Belliqueuse", sich zu ergeben, unD setzte Den Kampf fort, bis sie untersank. Ein Theil Der preußischen Bemannung ist gerettet. Die „Hertha" batte vor ihrem Untergange einem 20 Millionen führenden Postdampser Der französischen Mcssagerie aufgelauert." Brüssel, 26. September. Dem Vernehmen nach ist zwischen Preußen unO Belgien vereinbart, Daß Den in Belgien aufgenommenen preußischen Verwundeten nach ihrer Wiederherstellung Beverloo oder Brügge für die Dauer von Drei Monaten zum Aufenthalte angewiesen wird. Brüssel, 27. Septbr. Der Herzog v. Aumale hat Den Wählern von Charente folgenoe Antwort erteilt: „Ich bin allezeit bereit, meinem Lande zu Dienen, unD nehme Die Canoidatur an. Folgendes ist mein Programm: ich erkenne an Die gegenwärtige Regierung, welche kämpft uno unterhandelt; ich erkenne an Die künftige Durch die Constituante frei gewählte Regierung. Ehrenvoller FrieOen! Freiheit! Ordnung! Rechtlichkeit!" London, 26. September. „Situation" kündigt in Folge Der Pro- damation Der Regierung in Tours ein Manifest Napoleon« an, welches in LonOon unD Brüssel erscheinen wird. Rack einem Telegramme aus Amiens fordert der Präfect des Somme-Departements das Volk zum Kampf bi« auf’« Messer auf, da die Friedenshoffnungen geschwunden feien. Eine Depesche au« Tours meldet, daß Die Präfecten Der westlichen Departements eine ConföOeration gebilDet haben, um Die Vertheioigung zu organisiren; ob im Anschluß an Die Regierung oDer unabhängig, wird nicht gesagt. LonOon, 27. September. Zwei englische CabinetScouriere haben Rouen auf dem Wege nach TourS passirt. — Gerüchtweise verlautet, daß in Pari« Die Anarchie in Der Zunahme begriffen ist. — Der LloyO - Gesellschaft wirO au# Calais gemeldet, daß die französische Polizei befohlen habe, keinem Franzosen die Einschiffung nach Dem Auslande zu gestattend Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.