i M-n in ^itttn-- rtr dahin, fylnri# i Lohn, .hörenden 17, Juni. i Bürger und Vch- ein Lohn, Hermann, i fit t [nra $lax\t W .'.M-vreuh-Sta- - Äam Dr'rr-Babn au5 Worms, , gtftorbm bffl i Würger in Gmmear in» dem Fernie'iten -abier, Lamuel Pas- rtba Georgine, M »tarn gnibniH • > «rRjenneifter, «“ istorben den 17.3«»- u Slisabetbr Zuliane “euer ^rg-rs » ri edlifn, 4=1* 181. geftorben ben (M Md A*i (ionbüer, °"61 J iim Vi. 9«tl ^Otn- 793- -jSÄ SÄ«*»®* 6o «gy ®14‘ ■n l" 6<( ' lf"' n.Mtn t>uÄ"C' l6< bmU'Wts'. $.’n b« ,k" $6 *ia>. m,|l,e "»ft '"«ib gX’Ner 1 »iS^ätt. 1 » 3-.il » x ^nun: rnitT 'ür R*er^a: r’tn, in notbh 'nchkdkn !?^Wr beueit,Slr 8t°Bt llntfl?r?nn bcn Dn- N.'unz ülJUnß ’^er Mubt Jn' daz i' r..c. 8EN0MkNkn Ä Ä»S?chrtEch° -talminen wkb ? ^uorderliche tzelt- EN stall ö 3)iann i mlba-tUniir Nicht 1 ,nijj fürchten, t>cü r???' ;?mobl ein L9 Wahrschckt ;nd) M Besetzung d"'er Fay einireten onnniMton im daß die ßom: ^drrn voraussichtlich ,abcT erwarten, daß rlnttifuing der An. e^hier beivrochenen ' cd)U)itrigftit einer ' ^er den einzelnen J nne größere Lruy- lacher Hand. Hausig man lieber 14 !age iagt- orden sind, ßs ist ibe wobnttn, ionbein rittene Äamschast er Vorkommen, ^svsiichtigen ziemlich einzelne Familien in tö übersehen morden bedenken, daß durch größte Aufmerksam' Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hieben. 1870 Dienstag den 26. Juli Nr. 87 Gießen, den 22. Juli 1870. Kei!gedoteues. in Flur Nr. V148 */t60 V151 □Älrtr. 9 Hofraithe in der Wolkeu- tend versteinert werden. Großherzogliches Ortsgericht Gießen- Semmler, Ortsgerichtsmann BH^riHre Bekanntmachungen. Bersteigeruugen 3428) Die fiscalische Fischerei in der Lahn von der Dorlarer Grenze bis zum alten Bachgraben bei Dutenhofen welche Johannes Oesterreich zu Atzbach bis zum 31. December er. in Benutzung hat, soll am Donnerstag den 4. August er., früh 9 Uhr, in der Scheere zu Krofdorf, anderweit auf 6 Jahre, vom 1- Januar 3053) Dienstag den 9. August d. I., Nachmittags 2 Uhr, so«« auf dahiesigcm Ratbhaus die dem Bei - Malter Georg Kuhlmann dahier zustehende i Hofraithe, als: Donnerstag den 28. l. Mts., Vormittags IO Uhr, wird eine außerordentliche Sitzung des Bezirksraths cibgehaliew Gießen, den 22. Juli 1870. ® ? 1 a n ® ’ -- --——der Realschule pro 2. Ouarlal, sowie die Conununalsteuecn pro 1. und 3386) Die Schulgelder «ns den ^tifthen «ch l d d F @am(higg; ü[)nc Kosten bezahtt werden. 2. Ziel 1870, können m den ersten 8 Tagen, namlut » Der Stadlrentmeister: Gießen, am 20. Juli 1870. ______Enders.________ Mttitairschlafd ecken vorschriftsmäßiger Größe und Oualität, u 2' 3 Thlr. rein Courant, können ni jedem beliebigen Quantum gegen Einsendung des Betrages sofort geliefert werden- Bei Ul> nähme von größeren Posten gewahren Rabatt. Deckenfabrik von (3364) CapeUe Si Sohn in Eelie 1871 bis zum 31. December 187ß, öffentlich an bei! SDleiflbictenben nerpaditet werden. Krofdorf, den 23. Juli 1870- Der Königliche Oberwrster (gez.) v. Meibom. Betreffend: Die Unterstützung der bedürftigen Familien zum Dienst und Landwehr-D^annschasten, sowie der Mannschaften der ^rfatz^ejerve. 5)ic ... ... _ ttommiffwn jur «nterftütjung her bebiirftigen Milieu einberufener Belerue- rtr. die Großherzoglichen Bürgeimeisiereien des Kreises. _ . n.t ,. _ „ (ä 095 bis 928) und vom 8. Avril 186b (Bundesgesetzblatt von Ibbb, ob) Wad) den Gesetzen vom 27. Februar 18o0 (Rkg.-Blatt v° gj» fe v uut, Landwehr - Mannschaften, sowie der Mannschaften der Ersatz- ift es Pflicht der Kreise, die Familien der zum Dienst -wben f > Sk serve sonach di- UntcrstützungSbedürftigkeit festgestellt werden muß, ■ --L»WWÄSiÄU’-Ä“ -.......................... !7iÄ^'e^aÄÄ« *«- *«— *•**»' - - Bürgermeisterei ihres Wohnorts geltend i» wachsen- unterstützungsberechtigtcn Familie die Ehefrau und die ehelichen Kinder unter 14 Kinder über 14 Jahren, sowie Verwandte in aufsteigender Linie und Geschwister, insofern sie von dem zum Dienst^mbe^ftii^>mt«halt^H. W. Moll. I. Wagenbach VII. B e f a ii ii t m a ch u 11 g. it„ m n ä ää ”’’ÄÄ »!"»»-" P°b>i<-m - lf *• «—* - U""--"-«»-'-» w auf Weiteres streng verboten; jeder Zuwiderhandelnde wird sofort verhaslet. ®,£ »n. 24. 3» iwo. “TiS»“ ________________ bpm übermütbiqeu Feinde Deutschlands lawinenartig entgegen; täglich berühren ca. 20,000 Seit heute bewegen sich unser.- mngen muth.tz°n K wg-r,^dem würde.., aber leider auch Manche, welche in Folge der heißen Waggon- Mann unsere Stadt, darunter sind Breie, welche en 9 . bie momentan gesunkenen Kräfte wiedergeben wurde. und langen Fahrt erschöpft h,er ankommen und denen erg Sch ick W die herzlicht Bitte: bringet tn das Bürean deS Unterz-,chneten Cigarren k Jch nchte an die Ä P» b»L erklär', haben, bei dem schwierigen Amte von Trnppeubeforderung behulfl.ch zu fern, ünttr^s^BZerlandsvertheidiger »ach Bcdürfniß Im Namen der Empfänger sage rch.^m Voraus “ ®"stttommiinbflntIir. Bahnhof Gießen, den 25. Jul, >"70. 0, „ b 0 w , Masor. " Gefund ene Gegenstände: Ein Cigarren-Etui^imbn-in Tnchkiwpch°wch 3 Wochen bei UN- zu melden, widrigenfall- diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurnckgegebm oder !»S4er u^Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden. Grotzberzogliche Polizei-Verwaltung der Prooinzialhauptstadt Gießen. Gießen, den 25. Juli 1870. _______________Nover. flaffe, 11 Hofraum (Scheuer u. Diift ftätte) daselbst, 4 Hofraum (Stall) daselbst, unter' den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, meistbie Anzeiger ISrschelnt wöchentlich Biet* mal: Dienstag«, Donnerstags und Samstags. — Erpedition: Canzleiderg Lit. B. Nr. 1. Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr. jener 2) 3) 4) ZUM Besten der Verwundeten £ L 2. 7. Nach Amerika 5. 6. o ro CO 3396) Ein hiesiger Kaufmann, der eben keMs andere Beschäftigung hat, erbietet sich den Herren Kaufleuten zum Führen der Bucher rc- und wird er die ihm übertragenen Arbeiten mit der größten Gewissen- naft'gkeit ausführen Nähere Auskunft bei der Exped. d. Bltts. Vermischte Anzeigen. 8427) Bei Herrn Apotheker Dr. Mettenhei nr e r sind Muster von Binden und anderen Verbandstücken, Lazarrth-Utensilien und Instrumenten zur Ansicht für diesem flcii , welche den hiesigen Lokal-Verein für die Unterstützung verwundeter Krieger mit ihren Gaben bedenken wollen, ausgestellt. 3228) Die Scheuer im Zinßer'schen Garten ist zu vermiethen. sind die Fahrten mit ben Hamburger Postdampfern noch nicht unterbrochen u schließe ich bündige Contrakte noch fest ab. Chr. Wallenfels Zn»., ND m r alleiniger conressionirter Agent in Gießen. NB. Bremen hat vorläufig seine Fahrten eingestellt. 3429) Die Tanz-Gesellschaft im Zinßer'schen Garten am 27. d. Mts. findet nicht statt. Der Vorstand des Gesellschafts- Vereins. 3422) Meine Bohnenfchnetdmafchin? bringe ich in empfehlende Erinnerung, pr. Stunde 6 fr. Adolph Wenzel, Dreihäusergasse. 3310) Es wird für eine bedeutende Vorbereitungs-Anstalt ein tüchtiger Lehrer gesucht, welcher Deutsch, die Geschichte oder Mathematik lehren könnte. Nähere Auskunft erthcilt unter der Chiffre K. S. 599 die Annon- cen-Expedition von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M. Programm. Erster T h c i l. Larghetto für Violine und ©lavier, von Mozart: voraetraaen von den Herren L. und H. J 9 Dichtungen nach gegebenen Endreimen. ff ff „ Wörtern. 3342) Die Besorgung von Darlehen auf größere Werthgegen- stände, sowie WerilMpiere, Gold- und Silbersachen bis zu den höchsten Werthen, übernimmt flegen sehr geringe Provision unter Zusicherung strengster Verschwiegenheit 3 Rothenberger, Lindenplatz. Bemerkt wird, daß Darlehen zu sehr geringen Zinsen anSge- macht werden und bei pünktlicher Zinszahlung 2 bis 3 Jahre stehen bleiben können. wird ber Improvisator, Herr Adolf Kühne, mit gütiger Unterstützunq der Opernsängerin, Frl. Hucke aus Marburg, dem Piauiste«, fwrii Lev», aus Berlin und des Violinvirtuosen, Herrn Hachenburger aus Frankfurt a M in diesen Tagen hiersclbst ein Concert veranstalten, 'und wird durch nachfol- gcudes Programm das geehrte Publikum darauf aufmerksam gemacht Wohnnngs - Gesuch. in r,,u't44J2 ble etnmtcStC.lcCU Verhältnisse sehe ich mich veranlaßt, schon so bald als möglich mein Geschäft von Ems wieder hierher znriickzuverleqen und suche zu diesem Zwecke ein Local (Parterre) oder im 1. Stock, möalicbit x" Hauptstraße gelegen. Gefällige Adressen bitte ich im Geschäfte meines Bruders, Carl Fuhr an der Schloßgasse, oder bei meinem Vater in der Sonnenstraße abgcben zu wolle«. Wilhelmine Fuhr, Modes. Solo für Clavier: Lob der Thränen von Franz Liszt. Volkslied von Mendelssohn. Kunstformen: Sonett, Akrostichon, Glosse, Sestine. Zweiter T h e i l. Gesang,-zwei Lieder, vorgetragen von Frl. Hucke aus Marburg. Makamc^. ö Themar, poetisch behandelt. Duofs.r Klavier und Violine. Das Bureau des Gesammtcomitö's besteht aus den Herren Provinzial- dircctor Dr. Goldman«, Präsident, Prof. Dr. Ducken, Schriftführer Georg Noll, Rechner. ' Der Letztgenannte hat sich erboten, in seiner Wohnung (Müllcr'sches Haus, Scltersbergt zu jeder Zeit über alle den Zweck des Ünternehmens bc- trestende Fragen Auskunft zu ertheilen. Allgemeine Renten - Anstalt in Stuttgart. bi,c. Mob'lisirung ber Norddeutschen Bundes-Armee angeordnet worden ist, machen wir hiermit Dtejemgen. welche bei uns eine Lebens - Versichcruna eingeaangen und als Kombattanten ober Nicht-Kombattanten Dienst ju leisten haben °u Grunb ber §§. 91 bis 95 unserer Statuten ausmerksam, baß über bie Bedinaunaen unter «1^)611 ihre Versicherung in Kraft bleiben kann, auf unserem Bureau, Lübinaer Strahe Nr. 16, und bei sammtlichen Herren Agenten Allskunft gegeben wird. 8 _____________________________________ Der Verwaltungsrath 3408) Der obere Stock meines Hauses tst zu vermietben und sogleich zu beziehen. A. K. Worms, Seltersweg. 3437) Die Wohnung auf der ehemaligen Loos schcn Brauerei, bestehend aus 3 Zimmern Cabinet und Küche, großem Boden, mit der Aussicht in's Freie, ist zu vermie- Ihen und kann ein grobes Zimmer auch getrennt abgegeben werden. Emil Pi st o r. 343-) In der Sitzung des ev. Schulvorstandes vom 5. Juli wurde die Errick- tung einer neuen Elaste an der höheren Mädchenschule beschlossen, um der Ueber- Oberklassen abzuhelfen unj) gründlichere Durcharbeitung des Lehrstoffs' !^6ialtkgere Dlsciplin und eingehendere Ueberwachung der einzelnen Kinder zu evmöfl' - ?ft nun am 18. Juli ins Leben getreten und auf folgende Weise ein- genchtet den Religionsunterricht erteilt der Unterzeichneie selbst, den wissenschaftlichen Herr Mltpredlgervkcar Freiensehner, den elementärcn die übrigen Lehrer, den sprach- lichen F,l. v. Reinhardt und Frl. Honstein, weibliche Arbeiten Fräul. Koch. m,r den Aeltern an's Herz legen, dieser neuen Einrichtung mit Vertrauen entgegenzukommen, find wir zu jeber Auskunft gern bereit. Wir lassen zum Sch uh LU/berficht des.Bestands unsrer Oberklassen folgen, um einstigen ^i-t^ern ^mer rechten Würdigung dieser neuen Einrichtung zu geben. Fort' bilvungsklasse: 22 Schülerinnen, I. Elaste 42. II (neue) Elaste: 34. III Elaste- 44 Der dlesiahnge Cursus wird voraussichtlich mit Ostern 1871 schließen und die Schülerinnen der II Elaste der ersten zuführen. Greßen, 23. ^uli 1870. Der Vorsitzende des ev. Schulvorstands VigeliuS, _____ Schulintpector. Aufforde r u n g. 3140) Behufs Zusammentniis zu Abtheiluugen, welche bei den durchpusiuenden Truppenzügen zur Hülfeleistung 'am Bahnhöfe aiv sei» sollen, sowie zu anderweitige» Festsetzungen, sind die JJiitgltfbet des Sauitatscorps zu einer Bersammluiig auf Dienstag den 26. d Mts., halb 9 Uhr Abends, m den Leib'schen kleinen «aal eingeladen. Der Ausschuß. 3. i. II. 4. 3434) Zu vermiethen: eine Stube ohne Möbel. Auf Verlangen kann auch eine Kammer dazu gegeben werden. Daselbst können auch zwei Schläfer Logis bekommen. Astcrweg A. 131, parterre. 3381) Ein Familienlogis ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen bei L. Klinket. 1 Der CentraliUlsschich des Hülfnereins für Kranken- pflrge und Nnterstichuiig der Soldaten im F.tde hak sich am 22. Juli endgültig conflitutrt iiub die Geschäfte unter vier «treia- «»sschüsie vertheilt, die vorbehaltlich späterer Ergänzung durch Cooptatimi fol- gendermaßen zusammengesetzt wurden: 1) Die SanitätskolnMission besteht ans den Herren Geh. Medici- nalrathvr. Wern her, Prof. Dr. Seitz, Dr. Ploch, Dr. Mettenheimer, Dr. Stammler, Prof. Dr. Zöppritz, Dr. Weidia Lehrer Müller, Turnlehrer Rübsamen, Dr. Felsina Dr. Baur' Vorsitzender: Geh. Medicinalrath Dr. Wern her. Die MaterialienkomMission besteht aus den Herren Dekan Land mann, Pfarrer Rady, Lehrer Freiensehner, Mitprediaer Vigelius, Kaufmann Hirsch, Dr. Mettenheimer. Das konnte des Frauenvcreins soll zur Betheiligung eingeladen und aus der Sanitätskommission ein Arzt zugezogen werden. Vorsitzender: Pfarrer Nady. Die Auskunftskommission besteht aus den Herren Superintendent Dr. Simon, Prof. Dr. Lange, Advokat Enaelbach II Reglerungsrath Haberkorn, Mitprediger Viaelius, Prof. Dr.' Oucken. Vorsitzender: Prof. Dr. Lang e. Die Finanz Kommission besteht aus den Herren: Reqierunasrath Haberkorn, Carl Gail, Georg Noll, Mann, Naael Hoch, Hirsch, Engelbach II., Kreiling, Pb. Walther.' Vorsitzender: Regieruugsrath Haber körn. Die Decreturen zur Auszahlung müssen durch den Präsidenten des Ge- sammtcoistito'ö erfolgen. Der Sanitätskommission wird einstweilen ein Credit von 200 fl. eröffnen. — Zeituiigsverkäufer und Kolporteure = me^üon arQUf aufmci^am gemacht, daß am 23, Juli erscheint die erste Num- (TUT * ^"ullrietk Berichte vom Kricgsschmplah luu I 'n Deutschland und Frankreich. C?1 r t irr ß f . i «f a __Ä ~ b eine Karte vom Kriegsschauplatz, vier Abbtldungen von Lager- und Kriegsscenen, die Mitrailleuse rc = Wiröcruerkdufcr erhalten 20 Exemplare gtgrN Franko Einlendung von 1 Ehlr - (3126) Vcrt.igsltuchhändtnng von Mo Spamcr in Kipsig. Einguartiernng wird in Verpflegung genommen "auf der Pulvermühle. (3407) 3438) Eine silberne Ubr ist verloren worden. Der redliche Finder wird ersucht, dieselbe gegen eine gute Belohnung bei C. Schwalb vor dem Seltersthor abzugehen 3368) Ein Bürgermeisterei-Gehülfe wird gesucht und kann sofort eintrcten. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Vermiethungen. 3392) Eine sehr freundliche Wohnung in sinem neuerbauten Hause vor der Neustadt (vis-a-vis der Bade-Anstalt), bestehend aus 3 Zimmern, Küche und Küchenstübchen, gemeinsamer Waschküche, Boden, Keller, Holzplatz und einem Theil des Gartens, ist zu vermiethen und am 1. September, oder auch früher, zu beziehen. Auf Wunsch kann noch 1 Zimmer dazugegeben werden. Auskunft ertheilt Sophie Plank, Neustadt, am Oswald'schen Garten. 3431) Bei Gotthardt Schreiner am Asterweg, neben Herrn Gärtner C. Deines, sind zwei nebeneinanderliegende Zimmer zu vermiethen. ,3435) Im Russischen Hof sind zwei Schlafstellen zu vermiethen. _______________________ L. Bickel. 3430) Ein neues Familienlogis, bestehend aus 3 Zimmern, 1 Eabinet, Küche mit Speisekammer, Kellerraum, Holzstall, Bodenkammer und Mitgebrauch der Waschküche, ist zu vermiethen und am 15. August d- Z- beziehbar Louis Todt, _______________Briefträg er 3433) Der Waizen von einem Viertel ist auf dem Halm zu verkaufen. Näheres bet Flurschütz Völcker. 3444) Ein gut gehaltener Sattel und Zaum ist zu verkaufen bei I- Pitzer, Hintergasse. 3443) Gut gebrannte Feldbrandbacksteine können wieder abgegeben werden. Balth. Strauch. 3436) Eiserne Bettstellen, Tische und «kühle bei _______ Emil Pistor. 3442) Zum Besten der Verwundeten hat der vor Kurzem hier gehörte Improvisator, Herr Adolf Kühne, seine in Nauheim verfaßten Gedichte veröffentlicht und sind dieselben von heute ab in der Buchhandlung des Herrn Ferber, als auch durch Colportation das Exemplar zu 12 fr. zu haben. 22 gute zugfeste Pferde stehen auf dem Gießener Braunstein-Bergwerke zum Verkaufe. Näheres auf dem Bergwerke. 2948) Schwemmstein (oder Kalkfand, auch Tuffstein genannt), von 26v2, 12i/a und 8 cm. oder 10, 4^ und 3" rhld. (mit Bicker Wasserkalk unter 60—70,000 Pfd. dargestellt), sowohl für Ausmauerung von Fachwänden, als zur Aufführung massiver Gebäude dienlich, empfiehlt Th. Wurmbach zu Herborn. 1 1, Binde ipjiiD IN W (joriDfl nJC PtslhittN tzrch Vtstiuinmg dei 'Zä einer tiS |« 15 stnstich gtwonn Ännahen eind dntr Skifnaoe tl! Flanell nicht yM D Itintntn SinDf Gvpsbi jj|t (Sott od ^pjöcrbantei 2. Drei toonDi Drell, Mn schneibei Uno, sind. 3. Con Bnumivolle, Zm E ßompnfftn v Zu Su Shirling vrrß Aar verwenden, v 4. Chn wand gemactz Bei wei sie aus Siiill g-zogenen gäi Es i|l ji rermischen uni Viel feltf Wendung. M w die Dei mit darf Chü^ir bä'iigt, une n lünn dem 8er Auch p,e harvit ist si Das dkl " Ad» u" la‘ IBM ' k«* «'^7- iif e"1, । wi "”,n Du 8< «njehktn KS*?"» Uu»' 4 £ Krp db B.ltft Renten dks @e, llMlU« ® Srebit ,rr'n ?rojinjja|. ’’ «chrGh^ ä (Aüller'ichkz unternehmend be- tot mtorbntt ebms-Vnslchei-un- 1,1 ru leisten haben, er die -edmMM, ! ^ürfüu, Obinger eben wirb, stmng-rath 'Uff — bit erste Num- ir-siihillplrtz uk«\6>. t eine Karte vom ilt Mittailleuse rc. I du 1 Lhlr. = in fcippg. II Untersnihmig der Herrn Levy ans i Frankfurt a. M-, ?irt M Mdtfol' ^madrt. ,art; vorgettsgen l(f, aui ■^www 0 W $roi)ifi°n unt,r *U i j"";; btrzer, sM ßehe« (Abdruck auS dem Werke des Geh. Medic.-Rath Vr. F. Esmarch: „Verbandplatz unv Feldlazareth".) Rathschläge für die Mfsvereine, die Anschaffung und Verarbeitung von flüffsmitteüi für Oie ZiriestS-Lazarelhe betreffend. Das beste Material für Verbandßgegenstände ist alte, durch langen Gebrauch unv vieles W.fchen weich gcworvene Leinewand (Leinen und^Drell). Aber auch gemischte unv ganz baumwollene Stoffe, wie Shirting, StoutS rc., lassen sich sehr wodl für diese Zwecke verwenden. Von der größten W chiigkeit ist cd, daß nur ganz reine Stucke tn Ge- brand? genommen werden. AuS diesem Grunve verwendet man in der Regel nur weisse Stoffe unv müssen alle Stucke, welche Schmutzflecken oder irgend einen besonderen Geruch zeigen, mit kochendem Wasser unv Seife veer Lauge noch einmal durchgewaschen werden, ehe man sie gebrauchen kann. Die Verbands mittel, welche am häufigsten zur Anwendung kommen, ^Binden, aus alter Leinewand oder Baumwollenstoffen. (Reue Leine- w.'Nv taugt wegen ihrer Steifigkeit nicht zu Binden.) Man reißt dieselbe oder schneidet sie nach dem Faven und der Länge nach aus den am besten erhaltenen -Parthieen großer Stücke (Bettücher, Tischtücher rc.) unv muß sich veßbalb bei Bestimmung der Breite unv der Länge nach dem vorhandenen Stoffe richten. Bei einer Breite von 2 bis 4 Zoll können die Binden eine Länge von 4 hiß zu 15 Ellen haben. Die Länge kann sehr wohl durch Anstücken mit Heck- ienstich gewonnen werven, das Umsäumen der Ränder ist unnütz, ebenso vaS Annähen eines Bändchen- am Ende. DaS Ende einer jcven Binde muß mit Mer Stecknadel befestigt werden, nd)t mit einem Faden; auch ist es zweckmäßig, die Länge der Binde nach Ellen mit Dinte auf das Enve zu notiren. Flanell bi nven werden aus neuem feinen Flanell gerissen unv dürfen nicht gestückt werden. Im Uebrigen von derselben Breite unv Länge wie Vie leinenen Binden. , L1 Gypsbinden, 8 Ellen lang und 2 biß 4 Zoll breit, aus neuer Futter- -gaze (Jork oder Bock) geschnitten; sie dienen zur Anlegung des erhärtenden GyvSverbandeS. , o , 2. Dreieckige Tücher, aus neuer oder gebrauchter, noch starker Leine- svanv, Drell, StoutS rc., zu Armtüchern und verschiedenen anderen Verbänden. Man schneidet sie je 2 aus quadratischen Stucken, deren Seiten 3 bis 4 Fuß lang sind. „ ,, 3. Eompressen, viereckige Lappen aus alter welcher Leinewand oder Baumwolle, von 1 Fuß Breite und 1 bis 2 Fuß Länge. Zum Einschlagen des warmen Verbandes (EataplaSmen) dienen Eompressen von 3 Fuß im Quadrat, welche keine Löcher haben dürfen. Zu Salbenläppchen gebraucht man ganz weiche Stücke Leinewand oder Shirting verschiedenster Größe, in die man mit einem Locheisen zahlreiche Löcher schlägt. Man kann dazu also schadhafte und durchlöcherte Stucke und Fetzen -verwenden, welche zu andern Zwecken nicht mehr zu gebrauchen sind. 4. Eharpie. Dieselbe wird aus reiner, recht alter und weicher Letne- wand gemacht. . ~L . C1 Bei weitem am häufigsten wird gebraucht die krause Eharpie; man zupft sie aus Stücken von der Form und Größe einer Spielkarte und wirst die auß- aezoaenen Fäden nach allen Richtungen durcheinanvrr. Eß ist zweckmäßig, Fäden von verschiedener Feinheit nicht mit einander zu -verwischen unv jede Sorte für sich in sauberes Papier zu verpacken. Viel seltener kommt die geordnete, lange oder glatte Eharpie zur An» Wendung. Man zupft dieselbe aus 6-8 Zoll langen breiten Lappen, indem man die Fäden alle in einer Richtung legt. Rur mit sorgfältig rein gewaschenen und gesunden Fingern darf Eharpie gezupft werden. Zeder Schmutz, welcher den Eharpiefäden an- hängt, unv namentlich Beschmutzung durch Eiter und ähnliche Absonderungen kann dem Verwundeten verderblich werden. Auch die käufliche englische Eharpie, sowie die sogenannte Gitter- charpie ist für manche Fälle ein sehr zweckmäßiges Verbandmaterial. 5. Stecklaken oder Unterlagen, große Stücke alter Lunwand, am bestell ganze oder halbe recht weiche Bettücher, werden bei Schwerverwundeten viel vervraucht. 6. K i ssenbühren, oder Kissensäcke, 1 —11/2 Fuß breit, 2—3 Fuß lang, aus festem Leinen oder starken baumwollenen Steffen, an einem Ende offen; dieselben werden erst beim Gebrauche mit Haferspreu gefüllt. Die Haser- spreu ist meistens für geringen Preis oder unentgelvlich von den Landwirthen zu bekommen. 7. Kopfnetze von Filet, aus groben baumwollenen Fäden gehäkelt, mit einem Zugbanoe am Rande, zum Verbinden der Kopfwunden. 8. Watte; dieselbe muß von sehr guter Baumwolle gemacht und noch nicht gebraucht sein. 9. Wasserdichte Stoffe zu Unterlagen, zum Schutz der Bettwäsche und zum Bedecken feuchter Umschläge, als Wachstuch, Krankenlevcr (Guttapercha- Papier), Kautschukzeuge, gefirnißles Seidenpapier und g firnißter Shirting. Die letztgenannten gefirnißten Stosse sind für die Behandlung der Verwundeten io außerordentlich nothwendig und dabei so leicht und mit geringen Kosten Hirzustellen, daß ich die Thätigkeit der Hiilfsvercine ganz besonders aus diesen Gegenstand hinlenken möchte. Es sind im vorigen Kriege von dem Kieler Eenirai-Hülfsvereirie viele Tausende von Bogen gefirnißten Seiden- papiers und viele Hunderte von Ellen gefirnißten Shillings verabreicht worden unv die Nachfrage wurde immer größer, je länger ccr Krieg dauerte. Ein guter Firniß für diesen Zweck wirv dadurch bereitet, daß man in 1 Pfund kochenden Leinölfirniß 1 Loth weißes Wachs auflöst und nach Erkalten der Masse 2 Loth Siccativ hinzurührt. Mittelst eines großen Malerpinsels be* streicht man das Seidenpapier einmal und hängt es dann auf seine Fäden in meinem lustigen Raume auf. Zn 24—48 Stunden ist der Firniß trocken. Beim Shirting muß das Bestreichen dreimal in 24stündigcn Zwischenräumen wiederholt werden." FrischgefilN'ßte Stoffe in giößercr Menge zusammenzupacken, ehe sie ganz trocken geworden sind, ist gefährlich, weil sie sich erhitzen können (im Zahre 1866 wäre auf diese Weise in Kiel fast eine Feuersbrunst entstanden). Auch kleben die Flächen dann leicht fest aufeinander. „Es empfiehlt sich, die verschiedenen Gegenstände so zu verpacken, daß „gleichartige zusammen bleiben unv auf jedem Packele die Bezeichnung „des G genstandes mit etwaigen kurzen Erläuterungen, die Anzahl Stücke rc. „anzugebin, damit man vor dem Wcitersenven sich nicht erst durch Oeffnen der „Packele von ihrem Inhalte zu überzeugen braucht." Außer diesen VerbandSm'tteln werden in allen KriegSlazarethen folgende Gegenstände stets willkommen sein, welche aber unter Aufsicht eines Arztes und von einem tüchtigen und zuverlässigen Instrumentenmacher hergestellt sein müssen. 10. Schwämme von allen Größen, sorgfältig auSgeklopft und gereinigt, zum Gebrauch bei Operationen. 11. Eisbeutel von vulkanisirtem Kautschuk. 12. Wasserkissen und Luftkissen von vulkanisirtem Kautschuk. Die großen viereckigen sind den runden kranzförmigen bei weitem vorzuziehen. 13. Unterdindungsfäden, zum Gebrauche bei Amputationen, aus ungebleichter chinesischer Seide Nr. 3, einen Fuß lang, gut gewichst in Päckchen von 25 Stück. 14. W unddouchen (Irrigatoren) von Blech mit elastischem Schlauch und Z'nksyitze; dazu Ansätze von vulkanisirtem Kautschuk zum Einführen in die Schußcanälc. 15. Ei ter decken, nierenförmig und von verschiedenen Größen, von Messing oder verzinntem Eisenblech. 16. Badewannen von Zinkblech für Arme und Beine. 17. Chloroform. Apparate einfacher Construction mit Zungenzange. 18. GyPSkasten von Blech, gefüllt mit gutem, vorher geprüftem GypS und eingepreßten Gazebinden, und luftdicht verschlossen. 19. Bestecke zum Ausschneiden des GypsverbandeS, eine GypSscheere und ein GypSmeffer enthaltend. 20. Schienen, Beinladen und Lagerungsapparate verschiedener Art, ober nach zweckmäßigen und bewährten Mustern gearbeitet. 21. Einfache Verbindtaschen für Wärter und Gehülfen, eine gute Scheere unv 2 Pincctten enthaltend. 22. Schieberpincetten, Kornzangen, Kugelzangen. 23. Kästchen mit Messern verschiedener Größe. 24. Etuis mit Heftnabeln und guter gewichster Seide. 25. Pravaz'sche Spritzen für fubcutane Injectionen. Politische Ätundlchar». als auf und Tr nicht wenn dazu biet Kri rei F 22. Juli. Die Rede des bayerischen Ministers des Aeußern, Grafen Bray, in der Sitzung der Abgeordnete», fammer vom 19. hütete nach stenographischer Aufzeichnung, wie folgt: „Wie ich schon gestern sagte, waren wir, so lange eß bloß um die spanische Can- didatur sich handelte; nur mittelbar berührt. Wäre der Rücktritt des Prinzen Hohenzollern nur scheinbar, nur ein vorübergehender gewesen, so hätte sich daran nichts geändert. Aber die Renunziation war ernst unv daß sie es war, das beweist eine soeben finge- kommene Nachricht, daß die spanische Regierung die auf den morgigen Tag berufenen Cortes als nicht berufen erklärt, also zum Voraus wieder entlassen hat. Nachdem dieß so sich ereignet, erklärt Frankreich einer Großmacht den Krieg, weil deren König eine diktatorisch verlangte Sommation über eine ge- genstandslose Sache nicht abgibt. Daß ist in de Geschichte noch nicht dagewcsen. Nach all' diesen glaube ich nicht, daß noch etwas Anderes vorliegt als ein weiterer Akt des Drama’ß, das schon vft auf den Feldern Frankreichs und Deutschlands g'-fpielt hat. Man hat von Casus foederis gesprochen; ich war ein Mitunterzeichner jenes Vertrages und weiß daher, wie das Schutz- unv Trutzbündniß gemeint war; ich habe otyi) meine Stellung zu demselben nicht verlassen. Ich pbe bei Utbemainne meines jetzigen Amtes in diesemwause erklärt, baß ich die Verträge egenseit^ikeit beruhend betrachte. Daß Schutz- dunvy^ ist ein Defensivvertrag, wir sind iitJfoirfunÖ an einem Kriege verbunden, anf'i Krieg anfängt: aber wir sind tet ro?nn ein Angriff auf deutsches Ge- et. ' Dieser Fall hat stattg.fuiiden, der Moa, daß deutsche Gebiet wird von Frank- rschritten, ltc KriegSerkärung ist erfolgt. Der s Vertrags ist somit eingetreten, und wir Stellung zu Deutschland nehmen. (Stüvmt- cifaü.) Die Regierung achtet im höchsten die Rechte dieses Hauses, aber sie verlangt, uch ihre Rechte, daß Recht der Krone, des Königs tet werde. Dieses R-cht besteht in Vorzeichnung ganzen Nichtung, welche der Staat zu beobachten hat. Ich muß Ihr Votum als ein negatives betrachten, wenn Sie uns vorfchreiben, was mir zu thun haben. Der Referent hat mir entgegengehaltrn, ich hätte gesagt: die Neutralität wäre wünschcnß- werthcr für Bayern. Das habe ich ausgesprochen unter der Bedingung, wenn es möglich wäre, sie auf ganz Süddeutschland zu erstiecken, und wenn beide kriegführende Mächte damit einverstanden waren. Die Neutralität ist die größte Wohlthat, wenn sic allgemein anerkannt ist, wie bei der Schweiz, Schweden , Belgien rc.; wenn aber das bei einem Staate zweiten Ranges nicht der Fall, dann ist die Neutralität eine Last. Ihr Votum ist ein Vertrauensvotum für die Regierung; wenn dieselbe Ihr Vertrauen nicht erhält, wenn ihr nicht die Mittel an- vertraut werden, für die Ehre und die Unabhängigkeit des Landes einzutrct n, dann sind wir nicht im Stande, die Geschäfte fortzusuhren. Für mich gibt eß keine andere Auslegung des Vertrages. Ich habe nicht biß jetzt gelebt, um heute meine Ueberzeugung, meine Unterschrift zu verleugnen." (Stürmischer Beifall.) Baion Werther, der bisherige preußische Botschafter in Paris, ist in Berlin vom Publicum wohl /glänzend empfanaen worden, beim Hofe aber in Ungnade gefallen. Der „Magdeb. Ztg." wird darüber geschrieben: „Wenn der „Staatßanz." und die Pariser Nachrichten mittheilen, daß Baron Weither aus persönlichen Gründen einen Urlaub erhalten habe, so ist dies eine schonende Form, hinter welcher sich die Thatsache verbirgt, daß Herr v. Werther von seinem Amte suspendirt ist. Allen denjenigen, welche den Bericht, den der preußische Botschafter über seine Unterredung mit dem Herzoge von Gramont an Se. Majestät den König sendete, gelesen haben, wird diese Suspension sehr verständlich sein. Es ist ja jene famose Unterredung, in welcher Gramont die Forderung stellte, unser König solle dem Louis Bonaparte schriftlich Abbitte leisten. Daß Herr v. Werther diese Forderung so anhörte, wie er es gethan, daß er die Möglichkeit eines solchen Zugeständnisses überhaupt zuließ, indem er nur entgegnete, „ein solcher Schritt werde durch die Erklärungen in der Depu- tirtenkammer vom 6. Juli erschwert" — dies verräth allerdings gar zu bescheidene Vorstellungen über das einem nordteutschen Botschafter nothwendige Maß von Würde und Selbstgefühl. Herr von Werther soll es auch unterlassen haben, sofort nach Berlin die erforderlichen Mittheilungen zu machen." Die „Liberty" versichert, daß Hr. Vimercati mit dem Entwürfe zu einem Schutz- und Trutzbüntniffe zwischen Frankreich und Italien nach Florenz abge- reist ist. Den bei Schumla concentrirten Truppen des Garde- und zweiten rumelischen Armeecorps wird diesmal ausnahmsweise eine größere Aufmerksamkeit geschenkt. Das Lager commandirt der in Wien erzogene Muschur Ab ul-Kerim Pascha; Ende d. M. beginnen die Corpsmanöver. Der Kriegs-Minister wird um diese Zeit auch denselben beiwohnen. Von der polnischen Grenze wird der „Allg. Z." geschrieben: Ein mehr Glauben verdienendes, der Bestätigung freilich auch noch bedürfendes Gerücht will wissen, daß in der allernächsten Zeit im Königreich Polen eine russische Armee in der Stärke von 100,000 Mann zusammengezogen werden soll, von denen 75,000 an der Süd- und Westgrenze des Landes aufgestellt werden sollen, während 25,000 ihre Stanoquartiere im Warschauer Lager nehmen. Sollte dieses Gerücht sich bestätigen, so dürfte wohl nicht allein der französisch-preußische Krieg, sondern auch die Haltung Oesterreichs seinen slavischen Unter» thanen gegenüber diese Maßnahme veranlaßt haben. 23. Juli. Das „Journal osficiel" veröffentlicht eine Depesche des Herzogs von Gramont vom 21. d., welche behauptet, daß Preußen die Cantidatu<, des Prinzen von Hohenzollern lange geheimnißvoll vorbereitet habe. Schon im vorigen Jahre habe Graf Bencdetti das Berliner Cabinet dahin verständigt, daß Frankreich eine solche Candidatur nicht zulassen könne. Graf Bismarck und Unterstaatssecretär Thiele hätten damals erklärt, daß an ein derartiges Projekt nicht gedacht werde. Es erschien gerechtfertigt, daß Frankreich darauf bestehe, daß diesmal die Verpflichtung definitiv fei. Frankreich habe feit vier Jahren beständig Maßt- gung gezeigt. In seiner Hand sei es gewesen, die Vertäge anzurufen, die unter Vermittelung des Kaisers Napoleon abgeschlossen worden seien. (Dem gegenüber ist sowohl der Bundeskanzler Graf Bismarck, wie auch der Staatssccretär v. Thiele in Dir Lage, amtlich und persönlich zu erklären, daß zwischen ihnen und dem Grasen Benedetti, seitdem ihnen von dem an den Fürsten von Hohenzollern gerichteten Anträge etwas bekannt geworden, Vie spanische Can- bidatur des Prinzen niemals mit einer Silbe amtlich oder privatim besprochen worden ist.) Die „Jndependance belge" bringt einen Kriegs- bericht aus Mctz vom 19. Juli, wonach der größte Theil der französischen Truppen zwischen Metz und Straßburg aufgestellt ist, die Besatzungen im nördlichen Frankreich dagegen um keinen Mann vergrößert werden. In Saargemünd steht die ganze Artillerie von Douai, in Saint Avold eine ganze Cavallerie- Brigade, Dragoner und Chasseurs. Die Echolon- nirung der Truppen geschieht wie folgt: von zwei eintreffenden Regimentern rückt eins an die äußerste Grenze, das andere bleibt zwischen dieser und Metz, so daß zwei Linien von gleicher Stärke hinter einander gebildet werden. Es fehlt aber überall an Ca- valleriepserden, und Lies wird um so bitterer empfunden, weil die Artillerie in diesem Feldzuge nach Ansicht des Kaisers „das wahre Feuer (la vrai feu) und die Entscheidung bringen soll" , und die französischen Artillerie-Offiziere sich fest überzeugt bekennen, „baß die Jnfanterielinien vor dem Gcschwindfeuer nicht eine Minute Stand halten, sondern fliehen oder mit dem Bayonnet aufeinander platzen werden"?; in diesem Falle soll die Artillerie den Ausschlag geben. Dabei soll dann auch die „Mitrailleuse" eine Rolle spielen. In Metz glaubt man jetzt, daß der Feldzug ernstlich nicht vor 14 Tagen eröffnet werten könne. Ueber den von mehreren Blättern gemeldeten Entschluß des Herzogs von Nassau, sich dem Bundes- oberfelvherrn zur Verfügung zu stellen, berichtet die (gezeichnet.) v. Bismarck. Die Antwort Er. Maj. des Königs Vermischtes. g Wilhelm, (gegengezeichnet.) vom 20. Wider- Ähren rutsche eutsch- über orn- eine Bayern Juli lautet: „Ihr Telegramm hat in Mir tyn freudigst hall erweckt; begeistert werden Meine Truppen ruhmgekrönten Waffengenossen für deutsches Recht Ehre den Kampf aufnehmen. Möge eS zum W lanbS, zum Heile Bayerns werden! Hessen. Darmstadt, 22. Juli. Seine Majestät der König von Preußen haben als BundeSfeldherr nachstehende Verordnung erlassen: Wir Wilhelm von Gottes Gnaden König von Preußen rc. verordnen auf Grund des Artikels 68 der Verfassung des Norddeutschen Bundes in Namen des Bundes was folgt: Die Bezirke des achten, elften, zehnten, neunten, zweiten und ersten ArmeccorpS werden hierdurch in Kriegszustand erklärt. Gegenwärtige Verordnung tritt am Tage ihrer Verkündigung in Kraft. Urkundlich unter Unserer höchsteigenen Unterschrift und bei- gebruckten Bundes-Jnsiegel. Gegeben Berlin, den 21. Juli 1870. (Dr. Livingstone.) Es waltet jetzt kaum noch em Zweifel ob, daß der berühmte Afrikareisende Dr. Livingstone am Leben ist. Der „Cape Town Standard" meldet die An, kunft des Schiffes „Montrose" von Zanzibar in Table Bay, dessen Capitän eine Unterredung mit dem englischen Consul Herrn Kirk hatte, wobei ihm letzterer mittheilte, daß er einen Brief von Dr. Livingstone empfangen, in welchem dieser schreibt, r befinde sich völlig wohl und gedenke in Kurzem nach einer r europäischen Niederlassungen zu kommen. (Antike Waffenwerkstätte.) In der Nähe von mmerSdorf bei Hermannstadt hat ein Bauer beim Pflür en eines Feldes eine antike Maffenwerkstätte mit einem ziem- lkch großen Vorrath von bronzenen Waffen verschiedener Art und anderweitigen Ausrüstungsstücken, ferner Rohmaterial, alS Kupfer und Zinn, aufgefunden. Berlin, 21. Juli. Im Reichstag wurde d die Prorogation der ReichStagSsejsion olne Deba men. Der Bundeskanzler Graf BiSmcrck verlas Präsidialbotschaft, welche den Schluß des Reichsta und fährt alSdann fort: „Nach den Werten, welche d zweimal an den Reichstag gerichtet hat, würde ich Ni zuzufügen haben, hätte nur der König nicht beföhle Reichstag warmen Dank für die Schnelligkeit und Ein» feit auszusprechen, womit derselbe l>em Bedürfnisse der Rechnung getragen. Indem ich mich des königlichen entledige, erkläre ich den R-iwStag für geschloffen." — deut Simson erklärt: „Die Arbeit der Volksvertretung Preußen. Berlin, 21. Juli. Se. Maj. der König hat an den König van Bayern folgendes Telegramm gesandt: „Nach Empsang des Telegramms Ihres Ministeriums habe Ich sofort das Commando über die bayerische Armee übernommen und überwieö die Letztere zu der unter dem Oberbefehl des Kronprinzen gestellten dritten Armee. Wir sind durch unerhörten Uedermuth aus dem tiefsten Frieden in den Krieg geworfen. Ihre echt deutsche Haltung hat auch Ihr Volk electrisirt. Ganz Deutschland steht zusammen wie nie zuvor. Gott segne Unsere Waffen in den Wechselfällen des Krieges. * Ich spreche Ihnen den innigsten Dank für die treue Festhaltun^deS Vertrages aus, auf dem Deutschlands Heil beruht." j „Post" : „Der Kaiser Napoleon, um wenigstens einigermaßen mit deutschen Sympathieen bnlliren zu können, wandte sich an den Herzog Avolph und forderte ihn auf, sich unter seinen Schutz zu stellen. Er erbot sich gleichzeitig, dem Herzog den Wiederbesitz seiner Staaten zu garantiren. In wenig schmeichelhaften Ausdrücken erfolgte darauf die Antwort: er sei Deutscher und wisse was er als solcher zu thun habe. Den Worten folgte alsbald die That. Der Herzog stellte sich dem Könige zur Verfügung und veranlaßte auch den Prinzen Nicolaus, seine Dienste dem Vater- lünte anzuoieten." Der Erbprinz von Nassau stcht bereits als Portepee-Fähnrich im 12. norddeutschen (königlich sächsischen) Armeecorps. Aus Neustrelitz, 19. Juli, schreibt man der V.-Z : „Der Großherzog, der schon seit drei Wochen in Englanv weilt und an Rückkehr nicht zu denken scheint, hat seit geraumer Zeit die höchsten Staatsstellen mit mißvergnügten Hannoveranern besetzt. Am meisten Aufsehen erregte die Anstellung des Staatsministers v. Hammerstein, Kammerherrn v. d. Wense und des Rittmeisters v. Petersdorf, welcher Der Chef unserer Husaren ist. Dieser Pe- tersdorf wurde, wie schon mitgetheilt, als Spion in letzter Nacht aus Ordre der preußischen Regierung von einem preußischen Offizier verhaftet und nach Schwerin geführt. Auf unserem Städtchen liegt nun der Makel, einen Spion gegen Preußen zu haben, Denn derselbe hat Den Franzosen von hier über Militär - Angelegenheiten Mittheilungen gemocht, die aufgefangen wurden. (Wie aus Stettin gemeldet wird, soll der Verdacht auf v. Petersdorf zuerst von einem Postbeamten in Neu-Brandenburg gelenkt worden sein, dem es auffällig erschien, daß wiederholt Briefe nach Paris dort zur Beförderung ausgegeben wurden. Als darauf kürzlich wieder drei dahin adressirte Schreiben mit Einemmale bei dem Postamte abgeliefert wurden, sah sich Der Beamte veranlaßt, dieselben Der vorgesetzten Behörde zur weiteren Veranlassung zu übergeben.) Die Einwohnerschaft ist fieberhaft aufgeregt über einen solchen Schuftenstreich, und freut sich nur, daß es kein Mecklenburger ist, der solch ein Verbrechen gegen Deutschland begangen, und in der That, ein Mecklenburger würde sich zu solch einer Schandthat auch nicht hergeben. Diese Welfenpartei, welche hier am Ruder ist, wird es hoffentlich so weit bringen, daß Preußen sich unserer erbarmt und das ganze Wespennest ausnimmt, das im Stillen hier gegen Preußen wühlt. (Eine Versammlung Der Bürger hat eine Ergebenheits-Adresse an Den König von Preußen gerichtet mit Der Bemerkung, daß dieser oben berichtete Vorfall nicht Schuld der Einwohnerschaft sei.)" diesmal vollbracht, nunmehr wird das Werk der Waffen fein Lauf haben. Möge der Segen des allmächtigen GolteS auf unserem Volke ruhen auch in diesem heiligen Kriege! Der oberste BundeSfeldherr der deutschen Heere, König Wilhelm, lebe Hoch!" (Stürmisches dreifaches Hoch.) Berlin, 22. Juli. General v. Kirchbach hat das fünfte, General v. Göben das achte Armeecorps erhalten. General v. Steinmetz erhält ein größeres Commando, General v. Falkeir- stein ein wichtiges Commando für den Norden Deuschlands. — Bei FriedrichSort ist eine vollständige Hafensperre für die an- laufenden und auslaufenden Handelsschiffe am 21. Juli Abend« eingetreten. EmS, 21. Juli. Soeben trifft die Meldung hier ein, daß daS Hauptquartier des Königs hierher verlegt wird. (Rh. K. Cassel, 21. Juli. Der Divisionsgeneral v. Base, bisher in Hannover, ist zum Höchstcommandirenden des XI. Armee: corps ernannt und bereits hier ein getroffen. Hannover, 22. Juli. General v. Falkenstein ist hier etngetroffen und hat sich installirt. Trier, 19. Juli. Heute früh gegen 3 Uhr erschallten in Saarbrücken plötzlich Alarmsignale. Ein Bataillon des 40. Infanterie Regiments und r>iel EscadronS des 7. Uhlanen-Regiments rückten sofort zur Unltrtzützung der an der Grenze stehenden Vorposten von Saarbrücken aus. Ein französisches Regiment Chasseurs hatte die Grenze überschritten und rückte unter Vorausschickung von Plänklern vor. Diese letzteren eröffneten aus ihren Carabinern auf große Entfernung ihr Feuer, das sie mit einem eiaenthümlichen Schlachtgeschrei begleiteten. Die wackeren Söhne Rheinlands ließen sich nicht schrecken. Dir Escabron des Rittmeisters von Luck, sowie ein Theil der Es- cadron des Premier Lieutenants von Müller, sormirten sich zur Attaque, die jedoch von den Chaffeurs nicht angenomen wurde. Dieselben zogen sich zurück und wurden von den Uhlanen eine gehörige Strecke weit in das französische Gebiet verfolgt. DaS Rencontre lief unblutig ab. Die gegen 6 Uhr heimkehrenden Truppen wurden von der Bevölkerung Saarbrückens mit enthusiastischen Zurufen begrüßt. Eine Wiederholung derartiger Vorgänge darf stündlich erwartet werden. Auch ist, den Aussagen von Arbeitern gemäß, die aus der Gegend von Metz gekommen, zu entnehmen, daß fortwährend starke Truppenzüge sich nach der deutschen Grenze hin bewegen. (Köln. Z.) Württemberg. Stuttgart, 22. Juli. Die Ständeversammlung bat in ihrer heutigen Sitzung die von der Regierung gestellte außerordentliche Creditforderung im Betrage von 5,900,000 fi. mit allen gegen eine Stimme bewilligt. Baden. Karlsruhe, 22. Juli. Der heute Abend erschienenen „Karlsr. Ztg." zufolge, hat der badische Gesandte, in Paris, Frhr. v. Schweitzer, den Auftrag erhalten, seine Pässe zu verlangen. Ebenso hat Graf MoSbourg, der französische Gesandte am hiesigen Hofe, seine Pässe verlangt und erhalten, und ist bereits abgereist. ' Hamburg, 22. Juli. Ein Telegramm der „Börsenhalle" meldet, daß ein französisches Kriegsschiff gestern bei Dover gestrandet sei. Sachsen. Dresden, 20. Juli. Die sächsische Gesandtschaft in Paris ist abberufen und der Schutz der sächsischen Untertanen in Frankreich dem amerikanischen Gesandten übertragen worden. Frankreich. Paris, 20. Juli. Mehrere Tausend Araber, die sich als Freiwillige gemeldet, sollen am Kriege gegen Deutschland Theil nehmen. Der bekannte mühlhauser Fabrikant Koecklin wird auf seine Kosten 5000 Mann Freiwillige ausrüsten und unterhalten. DaS Comptoir d'Escompte hat 50,000 Franken zum Kriege hergegeben. Die Garde geht nach Nancy und Belfort ; das Hauptquartier wird provisorisch mit General Bourbaki in Nancy fein. In Belfort wird die Division des Generals Douai fick vereinigen. Im Ganzen rückten 23 Divisionen Infanterie und 7 Divisionen Cavallerie, d. h. 184 Bataillone Infanterie und 32 Regimenter Cavallerie in'S Feld. In Betreff der Flottenrüstungen äußert die France: „Das allgemeine Gefühl ist ein wilder Haß (une Haine atroce) gegen Preußen, und daher will Jeder zu Schiffe gehen und das Ministerium wird mit Gesuchen um Aufnahme in die Marine von Matrosen bestürmt. 26 Panzerschiffe sind zum Auslaufen bereit und in acht Tagen werden 9 andere fertig fein." Paris, 20. Juli. DaS „officielle Journal" veröffentlicht ein Secret, wodurch Marschall Le Boeuf zum Generalstabschef der Rheinarmee, DivifionSgeneral Vicomte Dejean, Staatsrath in gewöhnlichem Dienste außerhalb der Sectionen zum interimistischen Kriegsminister ernannt wird. Paris, 21. Juli. Die amtliche Zeitung schreibt: Dir gegenwärtig in Frankreich verweilenden deutschen Unterthanen dürfen dort bleiben, wenn sie keine Gründe zu Beschwerden geben. Weitere Zulassung solcher ist nur ausnahmsweise gestattet. Die in französischen Häfen liegenden feindlichen Handelsschiffe erhalten eine dreißigtägige Frist zur Rückkehrfahrt und freies Geleit; Schiffe mit Ladung für einen französischen Bestimmungsort und französische Rechnung, die Ausnahmen nickt unterworfen sind, können ihre Ladung unbehelligt in französischen Häsin löschen und empfangen freie« Geleit. Italien. Rom, 18. Juli. Das Dogma von der Un- f-hlba.keit ist heute in feierlicher Concilsfitzung mit 533 gegen 2 Stimmen angenommen worden. Die Constitutio ecclesiae wurde vom Papste, der eine kurze Allocution hielt, fcinftionlrt Türkei Constantinopel, 18. Juli. Der KriegS- minister beabsichtigt, sich in das Lager von Schumla zu begebe». Bei der jetzigen Lage der Dinge in Europa dürfte dies Lager nicht aufgelöst und noch ein zweites in der Herzegowina errichtet werden. Amerika. New Vork, 20. Juli. Der französische Gesandte Prevost - Paradol beging Dienstag Abend Selbstmord, muthmaßlich in einem Anfall von Wahnsinn. m Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch)