chrirbti,: „Auf n Eanbrücken man Leute bt« s'crte am Wege ^hnhose 3or- fällt ihre Lor- esunten. Lick chuxpeu Cham- juifn Dfficitr* 1(6 im bunten obt untre t)tt t demi-monde ttn Litnft hier air so schnell itlich gemeldet: ;rit den letzten daß bei allen igement ßattgk' deiil Lchlachl» 'verend noch ehte im grejen »acht sich a„f r ^uezerschait ten kann. Es |cn; auch das ^chireßern sind wirkens finden, tatzen und die tatz die Wie- tseldes und in . Ä4- ... Jw. 41 Und 8 V- A-. Lbti b« & Itn ^rl9,”®1« , Dit 14 ^Wnifne S'« Heinemann, I. Ricker. ! | Empfehlung als Hebamme. Nachdem mir von Großherzoglichem Kreisamte die Erlaubniß ertheilt worden ist, in hiesiger Stadt als Hebamme zu praktiziren, so werde ich daS in mich gesetzte Vertrauen in allen Theilen zu rechtfertigen suchen Gießen, 23. August 1870. Katharine Pfeiff er, Ehefrau des Sergeant Pfeiffer im II. Infanterieregimente. NB. Meine Wohnung befindet sich bei Herrn Gürtlermeister Schaffstädt auf dem Reichensand. üestauration Laliiisteiiie 3765) Guten Mittagstisch, sowie Localitat nebst Besorgung für Familienfeste empfiehlt bestens B. Werminghoff. 3764) Geübte Rock- und Hosenarbeitec finden dauernde Be- schäftigung bei S. Flörsheim. Verein für die Pflege verwundeter und erkrankter Krieger. 3681) Wir bitten die Rechnungen über gelieferte Gegenstände an den Unterzeichneten stets sofort einzuliefern, damit die durchaus erforderliche Uebersicht über die Ausgaben erhalten werden kann. Gießen, den 15. August 1870. Namens des Comitö's: Georg Noll. (Eingesandt.) Während unsere Söhne und Brüder mit den Waffen in der Hand den Ueber- muth Frankreichs brechen und so Blut und Leben für Deutschlands Ehre einsetzen, sollten wir zu Hause doch auch noch etwas thun, was sich so leicht thun läßt — französische Sitten und Gebräuche aufgeben. Muß denn das Kleid von französischem Stoffe sein?. Muß denn der Kopfputz, der Schnitt des Kleides und Gott weiß was all, nach französischer Mode sein? Fort damit! Nur deutsche Stoffe sollen es sein, womit wir uns kleiden und die Schneider sollen sich hüten, solche nach französischer Mode zu fertigen. — Und so sei es auch mit der Sprache; nicht in jeder Zeile, nicht in jedem Satze ein französisches Wort geschrieben oder gesprochen, nur deutsche Worte wollen wir gebrauchen in Schrift und Sprache. Die französische Sprache nicht lernen, soll damit nicht gesagt sein, nur soll, wer solcher mächtig ist, unsere deutsche Sprache damit nicht verketzern. Nur diese wollen wir im Familienkreise dulden, nicht aber fremde Ausdrücke gebrauchen, z. B- namentlich nicht dulden, daß Kinder bis in ihr reiferes Alter hinein sich, oft in sehr gespreitzter Weise, der Ausdrücke: Mama, Papa rc. bedienen; Vater und Mutter, o wie süß klingt das von Kindeslippen, nur solche Namen sollten wir hören wollen. — Fort also mit all' dem Firlefanz. Deutsch wollen wir sein in Wort und That. — Feuilleton. Der junge Mann lachte. Mein Glück, mein Leben! sagte er mit verächtlichem Tone, und was opferst Du für meine Ehre? Fluch Deinem Opfer, ich verwerfe es wie ich Dich selber verwerfe. Raoul, schrie Marguerite auf, sich von ihren Knien erhebend, — Raoul, gedeuke der seligen Tage auf Vaudemont. Bei der Erinnerung an sie beschwöre ich Dich, mich zu hören, ehe Du richtest über mich. Erinnere mich nicht an Vaudemont, wenn Du mich vor dem Wahnsinn schützen willst. Wehe mir, daß ich nicht vergessen kann die Stunden der Seligkeit. O, hättest Du nimmer den Boden der Heimath verlassen, hätte nimmer Dein guter Engel sich von Dir gewendet, ich stände nicht vor Dir, elend, mit zerrissenem Herzen, der verächtliche Günstling eines schwachen, willenlosen Fürsten, llnd alles um Dich, alles, weil Du mich verrathen. Höre mich an, Raoul, unterbrach ihn Marguerite mit fester Stimme. Laß mich Dir verkünden, wie listig, wie teuflisch listig sie es augelegt, unfern Bund zu zerreißen und mitleidslos mein Herz, zitternd für Dein Leben, zu schwach, Dich zu schützen, zerrissen von den fürchterlichen Oualen zu der elendesten Jntrigue zu benutzen. Du täuschest mich nicht, entgegnete Raoul finster, jener Wunsch, zu glänzen unter den Ersten des Hofes, Dich beneidet und gefürchtet zu sehen, jener Wunsch, von dem Du einst im Schatten der heimathlichen Bäume träumtest, er hat sich erfüllt, ganz Frankreich erkennt Deinen Namen, Marguerite, und wie lange wird es dauern, daß auch die Schaudsäuleu ihn tragen? Raoul, unterbrach ihn Marguerite, sich an ihn klammernd, Du tödtest mich. Sterbe ich nicht tausendfachen Tod um Dich, rief der junge Mann in höchster Leidenschaft, o, mehr als Tod ist es, da ich zum erstenmal aus dem Muude des Paters Clemeut nach unsagbaren Leiden von Dir vernahm, mehr als Tod war es, da ich mich, der stolze freie Edelmann, beugen mußte vor den Launen des verächtlichsten der Könige. Naonl hielt zornglühend inne — den flammenden Blick auf Marguerite gerichtet, die den ihren zu Boden senkte, obwohl sie sich an einen Sessel lehnen mußte, um sich nicht von Schwäche übermannen zu lassen. Aber ich will Dich hören, fuhr er mit milderem Ausdruck fort, ehe ich jenen Schritt begehe, um dessen willen ich kam, um dessen willen ich Schänd und Neid ertrug, Dir jeueS Kreuz, das mich an Deine Treue, an Deine Liebe, bis über das Grab hinaus mahnen sollte, zerschmettert vor die Füße zu schleudern, ich will Dir Zeit lassen, Dich zu rechtfertigen. Vielleicht vergönnt mir ein gütiges Geschick, Dich zu bemitleiden, wo ich Dich verdammen sollte. Und Marguerite begann bleich und zitternd die Beichte von jenem Tage sw wie ei* ? Jron Paris und er sagt in seiner Proclamation, er werde seine Vollmachten nur in die Hände der Nation niederlegen. Die ganze Bevölkerung athmet wieder auf, da der Alp des Kaiserthums nicht mehr auf ihr lastet und sie es blos noch mit der Schmach der Invasion zu thun hat. Die von oben kommende Revolution wird keine Unordnungen veranlassen, hingegen den letzten Mann und den letzten Centime zur LandeSverthei- digung auftreiben." — Eine zweite Correspondenz von anderer Hand schreibt über den Vorgang tn Chalons : „Als letzten Dienstag Nachts 11 Uhr der Kaiser mit seinem Sohn in einem Eisenbahnwaggon dritter Classe (ein anderer war auf seiner Flucht dahin in Vcrdun nicht disponibel) in Begleitung von sechs Per- sonen seines Hofhaltes, physisch niedergeschlagener denn je, am Bahnhof zu Chalons eintraf, wurde er von Tausenden Mobilgardisten ausgezischt und mit Schreien und Pfeifen bis in fein kaiserliches Absteigequartier, Schloß Mourmillon, begleitet. Daß unter solchen Umständen General Trochu nicht in Chalons bleiben konnte, ist klar; man konnte den höchst populären General nicht besser placiren, als ihm die Vertheidigung von Paris zu übertragen. Gott schütze Paris und seine Einwohner!" Die „Kriegszeitung" schreibt: „Was jetzt geschehen wird, laßt sich schwer voraussagen und wird sich wesentlich nach dem Verhalten der auf Metz zurück- geworfenen Feinde richten. Eine Armee von 41/2 Corps repräsentirt circa 160,000 Mann, zu denen dann noch die Garnison von Metz hinzutritt. Aller- dings haben einzelne Corps bereits stark gelitten und es wirb vielleicht nicht unrichtig sein, die Armee bei Metz auf Total 150,000 Mann anzunehmen. Dies ist eine sehr respektable Macht selbst für einen weit überlegenen Gegner; sie wird um so respectabler, wenn sie sich auf einen Waffenplatz ersten Ranges wie Metz stützt, der einmal die ganze Armee aufnehmen kann und ihr dann ferner erlaubt, an jedem Tage und nach jeder Richtung hin eine beliebig große Truppenmacht zu verwenden. Die Armee, welche einen solchen Feind in einer Festung eingeschlossen hält, muß stärker sein als dieser, denn sie muß jeden Augenblick in einer weitläufigen Dislocation auf einen Angriff des stets con- centrirten Gegners gefaßt fein. Rechnen wir nun die 1. und 2. Armee pp. zu 330,000 Mann (11 CorpS: 1., 2., 3., 4., 6., 7., 8., 9., 10., 12. und wahrscheinlich 2 Landwehrbivisionen), so könnten dieselben immer noch 2 bis 3 CorpS an die 3. Armee zum Vormarsch auf Chalons abgeben." Vom Kriegsschauplatz. Der „Staats - Anz." berichtet aus dem Hauptquartier Sr. Maj. des Königs. Gorze, 17. Aug. (Gebirgsstädtchen zwischen Metz und Pont ä Mous- son). Der am Nachmittage und Abend des 16. bis zu einbrechender Dunkelheit in Pont a Mousson, dem Hauptquartier Sr. Maj. des Königs, gehörte Kanonendonner rührte von einem Gefecht her, welches der von Metz über khalons' nach Paris abziehenden franzöfischen Armee von den Spitzen der Hauptarmee des Prinzen Friedrich Karl König!. Hoheit aufgezwungen worden war. Die Nachrichten davon kamen noch spät Abends nach Pont ä Mousson, und Se. Maj. befahlen sofort das Vorrücken sämmtlicher, noch diesseit der Mosel stehenden Corps über diesen Fluß, um sich in zweiter Linie zu den weiter vorgegangenen Armeecorps der Hauptarmee aufzustellen. Das königlich sächsische ArmeecorpS (12.), welches erst im Laufe des Nachmittags angekom- men war, wurde in frühester Morgenstunde alarmirt und marschirte aus Pont ä Mousson in der Richtung auf die große Verbindungsstraße zwischen Metz und Paris, während das 8. Armeecorps bei Pagny und daö 7. bei Cornaus Pontonbrücken über die Mosel ging. In der Nacht um zwei Uhr war noch eine Depesche Sr. König!. Hoheit des Prinzen Friedrich Kar! aus Gorze ( nach Pont ä Mouffon gekommen, welche über die Stellung berichtete, welche die Hauptarmee in Folge des gestrigen, für unsere Waffen abermals glänzenden Gefechtes genommen hatte und ein weiteres Aufnehmen des Gefechtes für heute in Aussicht stellte, wenn die Franzosen nicht etwa die Nacht benutzten, um sich bis an die Maas zurückzuziehen. Angesichts dieses Berichtes befahlen Se. Maj. den gestern Abend schon angeordneten Aufbruch statt um 6 schon um 4 Uhr Morgens. Die königlichen Leib - Reitpferde gingen schon etwas früher voraus, und zwar hierher nach Gorze, wohin auch die königlichen Equipagen dirigirt wurden. Um die zuletzt bestimmte Zeit erfolgte die Abfahrt Sr. Majestät in Begleitung der Generale und höheren Offiziere des Hauptquartiers, von welchem sich nur ein Theil in Pont ä Mouffon, die Kanzleien und größeren Dienstbranchen desselben aber in Nomeny, 14 Kilometer südlicher befanden. Während durch Pont ä Mousson nach Westen fortwährend starke Infanterie- und Artillerie-Munitionscolonnen zogen, fuhren Se. Majestät der König nördlich, dem Laufe der Mosel folgend, über Pagny nach Noveant, verließen hier die große Straße nach Metz und bogen nach Gorze ab. Hier blieben die Wagen stehen, und Se. Majestät stiegen zu Pferde, um sich zu den auf den Höhen nordwestlich von Gorze stehenden Truppen zu begeben. Gegen 10 Uhr langten auch die Spitzen des VIII. Armeecorps hier an und erstiegen ebenfalls die vorliegenden, steil ansteigenden Höhen. Dasselbe muß weiter nördlich auch mit dem VII. Corps der Fall gewesen sein. Gorze liegt voller Verwundeten aus dem gestrigen Gefecht, und sowohl unsere Sanitäts-Anstalten als die Einwohner leisten nach Möglichkeit Hülfe. Bis 1 Uhr war noch kein Kanonendonner hier zu hören. Einige hundert Gefangene des Corps Frossard wurden durch Pagny transportirt, und scheint dieses Corps besonders dazu bestimmt zu sein, die Zahl unserer Gefangenen zu vermehren. Die kaiserliche Garde ist noch immer nicht im Gefechte gewesen, man scheint sich dieselbe für eine letzte Nothwendig- keit aufgespart zu haben, zu der es nach der jetzigen Concentration der Corps bald kommen dürfte! — Die Spitzen des 2. Armeekorps haben gestern das Dorf Pugy zwischen Remilly und Pont ä Mousson erreicht und können hrute möglicher Weise auch schon an die Mosel gelangen. In allen Ortschaften, in welche preußische Truppen einrücken, wird sofort die Proclamation Sr. Maj. des Königs, und zwar meist dicht neben der des Kaisers Napoleon, angeschlagen. Man weiß nicht, ob der Kaiser sich noch in Metz oder schon in Verdun befindet, und glaubt nicht, daß er sich vor irgend einer Entscheidung nach Paris zurückbegeben wird, aus welcher Stabt in letzter Zeit nicht die geringste Nachricht mehr eingegangen ist. Aus dem Bivouac, 18. Aug. Gemeinschaftlich mit dem 67. und 28. Infanterie-Regiment und fünf Batterien des Rheinischen Feldartillerie-Regi- ments Nr. 8 entfaltete sich das Bataillon in der Ebene. Plötzlich kamen über uns französische Shrapnels herangeschwebt, die aber alle in zu bedeutender Höhe crepirten und dem Bataillon nichts schadeten. Doch rückten sofort vier Batte- rieen auf den linken Flügel hinaus, während gleichzeitig eine reitende Batterie im Galopp auf den rechten Flügel eilte. Einzelne Truppentheile rückten unterdessen unter dem Donner der beiderseitigen Batterieen in Compagnie^Colonne rechts und links vor. Unsere Artillerie schoß alsbald ein großes Gebäude auf der Chaussee von Gravelotte nach Constans in Brand und zwang die feindliche Artillerie zum Abmarsche. In dem zerschossenen Gebäude, welches die feindliche Artillerie zu ihrer Maskirung benutzt hatte, sollen leider circa 250 französische Verwundete verbrannt sein. Diese kleine Unterbrechung des französischen Geschützfeuers benutzend, gewann das Jäger-Bataillon Nr. 8 (Wetzlar) auf dem rechten Flügel schnell die Chaussee Metz-Verdun, drang im Marsch-Marsch dicht vor und zwischen die Häuser von Gravelotte, kam dann an der nordöstlichen Lisiöre Gravelotte's wieder heraus und erschien in Compagnie-Colonnen auf offenem Felde. Schon im Dorfe und dicht dahinter empfing uns heftiges Infanterie-, Mitrailleufen - und Granatfeuer. Ohne gegen den aus gedeckter Stellung feuernden Feind zu schießen, gingen die Compagnieen gegen den vor- liegenden Wald im Laufschritt vor, während die feindlichen Geschosse immer massenhafter herüberhagelten. Bei der Ankunft an der Waldlisiere wurde railliirt und die Compagnieen gingen gegen feindliches Gewehrfeuer in einen Wiesen- grund hinab, wo das Bataillon sich sammelte und die Mannschaften rasch das Gepäck abwarfen. Die Verluste waren schon bis zu diesem Moment bedeutend. Unter Kugelregen wurde nun von den Jägern allein der dichte, struppige Ab- Hang erstürmt und das circa 800 Schritte breite Plateau genommen. Der Feind, welcher vor den stürmenden Jägern zurückgewichen war, hatte hinter einem 500 Schritt entfernten Gehöfte gedeckte Stellung genommen und galt es nun, diese Position rasch zu nehmen. Das Feuer des Feindes war mörderisch, von vorn aus dem Gehöft und von links aus Verschanzungen, und ist nur unbegreiflich, daß nickt noch mehr Verluste zu beklagen sind. Beim ersten Anprall schon fielen in Zeit von einer Viertelstunde hinter einander Hauptmann May (1. Comp.) tödtlich durch die Brust geschossen, Lieutenant Saxe von derselben Compagnie durch eine Granatkugel zerrissen, Hauptmann v. Bergfeld (2. Comp.) durchs Herz geschossen, Graf Stillfried durch einen Kopfschuß. Hauptmann v. Bünau (4. Comp.) wurde durch einen Schuß im rechten Oberarm kampfunfähig gemacht. Prinz Benntheim, Lieutenant von derselben Compagnie, erhielt einen tödtlichen Granatschuß in den Bauch. Mainz, 20. August. Gestern Abend gegen 6 Uhr kam die zu Gefan- genen gemachte Besatzung der französischen Festung Marsal, die vor einigen Tagen capitulirt hatte, hier an. Es waren circa 250 Mann, die größtentheils dem 60. Linien-Infantcricregimente angehörten. Dieselben wurden auf die Citadelle verbracht, um heute Nachmittag nach Berlin escortirt zu werden. Stuttgart, 22. August. Der König von Preußen hat seiner Antwort auf die Beglückwünschungsdepesche des Königs von Württemberg die Worte beigefügt : „Die Verluste der letzten Schlacht wie der vorhergehenden sind so bedeutend, daß die Siegesfreude sehr getrübt wird. Bis hierher hat Gott geholfen, möge er uns ferner segnen." München, 19. August. Das soeben erschienene Regierungsblatt publicirt folgende königliche Entschließung, die Ausübung eines Gnadenacts betreffend: „Ludwig II. ic. Wir finden uns mit Rücksicht auf die in jüngster Zeit uns zu- gekommenen erhebenden Beweise treuester Anhänglichkeit an Thron und Vaterland allergnädigst bewogen, allen denjenigen Personen, welche bis zum Heutigen wegen Beleidigung der Majestät oder eines Mitgliedes unseres königl. Hauses, firner wegen einer durch die Presse verübten strafbaren Handlung oder wegen einer Verfehlung in Bezug auf das Verfammlungs- oder Dereinsrecht rechtskräftig verurtheilt wurden, die ihnen zuerkannten Strafen, soweit solche noch nicht erstreckt sind, sammt den ihnen überbürdeten, noch rückständigen ärarialischen Kosten zu erlassen, soserne Verfehlungen dieser Art nicht mit anderen strafbaren Hand- langen concurriren. In den Fällen einer solchen Concurrenz sind ungesäumt die Acten unserem Staatsministerium der Justiz vorzulegen, um uns weitere sachgemäße Anträge zu unterbreiten. Hiernach haben unsere einschlägigen Stellen und Behörden sofort das Geeignete zu verfügen. Dresden, 22. August. Das „Dresdener Journ." veröffentlicht ein Te legramm des Königs von Preußen aus Pont ä Mousson an den König von Sachsen, durch welches König Wilhelm Letzteren zu dem Erfolge des sächsischen Armeecorps in der Schlacht am 18. beglückwünscht. Perl, 18. August. Der „Trierer Ztg." wird von hier geschrieben: Soeben ist Alles in großer Aufregung in Perl und strömt Alles nach dem nabe gelegenen Hammelsberg, von wo aus man wahrnimmt, daß in einer Entfernung von ungefähr 10 Stunden in der Gegend von Metz ein furchtbarer Brand zu wüthen scheint. Ich komme eben, 11 Uhr Abends daher, resp. von genanntem Berge und vermuthe mit Jedem, der mit der Lage von Metz bekannt ist, daß eben diese Stadt in Flammen steht. L. LS". 8- Der Wetterauer Bote schreibt: Das perfide Albion. England will interveniren, um die Bedingungen des Friedens zu mode- riren. So sagen es seine leitenden Staatsmänner, so verkünden es die „Times"^ die keinen unbedeutenden Einfluß auf die öffeutliche Meinung ausüben, beziehungsweise dieselbe repräsentiren. Dieser Anmaßung des perfiden Albions gegenüber muß das deutsche Volk jetzt schon Stellung nehmen, oder besser gesagt da diese Stellung schon eo ipso gegeben ist — es muß dieselbe allen unseren "Neidern und Mißgünstigen klar und laut verkünden. Was heißt das, „England will seinen Einfluß geltend machen, um die Bedingungen des Friedens zu moderiren"? Es heißt nichts Anderes, als es will uns die Früchte unserer mit dem Blute unserer Söhne und Brüder erkämpften Siege in einem uns frivol aufgedrungenen Kriege verkümmern; es macht Miene, eine, wie es glaubt, nicht im Interessen seiner engherzigen Krämerseelen-Politik liegende territoriale Vergrößerung Deutschlands nicht zu dulden; mit einem Worte, es glanbt die Einverleibung des Elsaß und Lothringens in Deutschland nicht dulden zu sollen. Diese seine An- und Absicht unterstützt es durch fieberhafte Rüstungen zu Land und zur See. Einen andern Zweck kann dieses jetzt schon hörbare Säbelrasseln nicht haben, nachdem der mächtig entbrannte Kampf durch die großartigen Erfolge der deutschen Massen so zu sagen schon entschieden ist, nachdem alle maßgebenden Staaten sich gern oder ungern in die Einhaltung einer stricten Neutralität gefunden haben. Wir wissen jetzt, was wir von unseren Stammesverwanden, unseren wie es schon so oft betont wurde, natür- lichen Alliirten zu erwarten haben, deren ganzes Gebahren seit Ausbruch des Krieges ein perfides genannt werden muß. Konnte auch die beispiellose Frivolität, mit welcher die Napoleon'sche Regierung einen wahrhaft verbrecherischen Krieg heraufbeschwor, in dem englischen Volke keine Sympathie finden, wie dieß die Äußerungen der hervorragendsten englischen Blätter vor dem Kriege bekundeten, so war ebensowenig das reservirte lauhe Verhalten der englischen Staatsmänner ein bei uns Sympathie erweckendes. Daß sich England, lediglich aus engherzigen, materiellen Interessen, für Erhaltung eiper stricten Neutralität erklärte, wollen wir ihm nicht anrechnen, da diese für die Localisirung des Krieges erforderlich war und somit auch in unserem Interesse lag. Gleichviel konnte unser Respect vor dem britischen Stolze nicht erhöht werden, da die Ehre Englands durch die Belgien betreffende Politik der französischen Negierung offenbar tangirt wurde. Die Bismarck'schen Enthüllungen gestatteten in dieser Beziehung keinen Zweifel. Dieß mochte auch die englische Negierung erkennen und so ermannte sie sich scheinbar zu einer That, indem sie den bekannten überflüssigen und darum nichtssagenden Vertrag bezüglich Belgiens abschloß. Es ist übrigens nicht unsere Sache, uns bezüglich der Empfindlichkeit des englischen Ehrgefühls zu erhitzen. Wobl aber durften wir erwarten, daß die ausgesprochene Neutralität auch wirklich und unparteiisch gehandhabt würde. In welcher, ganz Deutschland in Aufregung bringenden, von ganz Europa gemißbilligten Weise dieß geschah, ist bekannt. Und nun kommt dieses selbe England, das beschaulich dem Ausgang eines auch in seinem Interesse entbrannten Kampfes zusieht, und will, ob unserer glorreichen Siege und unserer Machtentfaltung erschrocken, uns die Grenze bezeichnen, bis zu welcher wir unsere Erfolge auszubeuten haben. Aber es wird sich täuschen! Die Zeiten sind vorüber, in welchen wir uns ohnmächtig von anderen Nationen am Gängelbande führen ließen. — Die Wiedererwcrbung der uns geraubten deutschen Provinzen Elsaß und Lothringen ist für das deutsche Volk eine beschlossene Sache. Mit den Modalitäten dieser Erwerbung brauchen wir uns vorläufig uicht zu befassen; wir überlassen dieß vertrauensvoll unseren Staatslenkern. Aber das rufen wir laut aus — und es möge zu den Ohren aller derer dringen, die zu unseren Ungunsten zu interveniren gedenken — daß kein deutscher Staatsmann es wagen kann, das deutsche Volk um seinen besten und natürlichsten Siegespreis zu bringen, und daß der Staatsmann, der diese gerechte Forderung mit Energie zu vertreten weiß, das ganze deutsche Volk hinter sich haben wird, das nöthigenfalls einen weiteren Krieg nicht scheuen wird. — Doch Gottlob! es lebt noch Bismarck. Nedacttan. Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Bietsch) in Gießen.