Gießener Anzeiger Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen M. 1870 Nr. 11 Gießen^ am 20. Januar 1870. Betreffend: Die Taubstummen - Statistik im Großherzogthum Hessen. Das icr, 'L Besondere Bekanntmachung kor* dein. Arbeitsversteiqerung. ,ii i»*11 30 ortimente öffentlich versteigert werden, als: I 3i/4 Stecken Buchen-Sckeidholz, Weber. liNgkN- 1575 Stockholz, Neisholz, 'billigste» 11 von gießell' iir Rach- grübe in n abge- 51 60 1855 9 1 29 kr. 42 „ 498 498 198 77 60 Dominos werten icn. Be- Sand, oeranschl. zu . • Zimmerarbeit, oeranschl- zu Dachdeckerarbeit, „ ,, Schreinerarbeit, „ » Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Erscheint wöchentlich drei- mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Ltt. B Nr. 1. 40 Cubikfuß Buchen-Stammholz von 12 bis 171/2 Zoll Durchmesser, 38 Cubikfuß Eichen-Stangen. Wieseck, den 20. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. 2an g.________________ 8i/2 351/4 4 20 150 Betreffend: Die Spar- und Leihkaffe zu Laubach 329) Wir erlauben uns, die Interessenten darauf aufmerksam zu machen, daß die Einlagen unserer Anstalt mit vier vom Hundert verzinst werden, und daß es auch außerhalb des Sparkassebezirks Wohnenden freisteht, durch Einwohner der Orte, welche den Bezirk bilden, zu ihren Gunsten Einlagen machen zu lassen. Da der Reservefonds der Anstalt noch im Laufe dieses Jahres den Betrag von 50,000 Gulden erreichen wird, so stnd nicht nur die Einleger gegen Verlust stcher- gestellt, sondern es müssen sich auch bei dem Umstande, daß voraussichtlich schon mit kommendem Jahre die Zmsen desselben an die Gemeinden des Bezirks zur Verkeilung kommen werden, sämmtliche Bezirkseinwohner nicht nur aufgefordert fühlen, Güterkaufgelder, welche gegen 2'/r pCt- Hebgebühren und mit 4'/r pCt. Vorabzug für die nicht fälligen Ziele von uns erworben werden, sowie gute Hypotheken, welche mit 4‘/2 pCt. zu verzinsen sind, unserer Anstalt zuzuweisen, sondern auch überhaupt mit Kräften zur Förderung und Hebung derselben beizutragen. Zugleich bemerken wir weiter, daß auch Güterkaufgelder aus Orten, welche nicht dem j Sparkassebezirk angehören, von uns erworben werden. Laubach, im Januar 1870. Die Direction der Spar- und Leihkafse. Bemerkt wird, daß das Bauholz erster Qualität ist und 4 bis 5 Stuck sich für Müller zu Wellbäumen u. dergl. eignen. Röthges, den 20. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Röthges. Dövfer. Wirn.i litsbier, »Kleine schnell !alz-Ge- ffhoco- 'One be- tz, Rc- ikugnisse chwache öln. 318) Dienstag den 8 März d. I., ^Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Nathhaus die der Ehefrau des Elias Meyer dahier gehörige Arbeitsversteigerung. 279) Donnerstag den 27. l. Mts, Vormittags 11 Uhr. sollen auf dem hiesigen Rathhause zur Erbauung einer Schulscheuer nachverzeichnete Bauarbeiten öffentlich in Aceord gegeben zu....... • Schlosserarbeit das., oeranschl- zu......... Weibbinderarbeit das., veranschlagt zu . - - - . - - Dachdeckerarbeit an der Kirche, „ Prügelholz, Nadel- Buchen-Stockholz, ien, 6-60 tterlel t Aus- ,Handel uni» 112 mbe 20 d so läge. ran, »m cl“ eich“ enden innig l ver- i Heil* o gratis. jenu.*1 281) Mittwoch den 26. Januar 1870, von Morgens 9 Uhr an, sollen im Steinbacher Geineindewalde, Di- strict Ameisenkopf, nachverzeichnete Holz- rbfr&dfii^6 VersteigeruttgeK Bauholz-Versteigerung. 319) Dienstag den 1. Februar, Vormittags 10 Uhr, kommt in dem Gemeindewalde zu Röthges beim Hessenbrücker Hammer folgendes Eichen-Bauholz zur Versteigerung: 48 Stück Eichen-Baustämme von 10 bis 30 Zoll Durchmesser und 30 bis 80 Fuß Länge, zusammen 890 Cubikfuß enthaltend. werden, als: . Maurerarbeit, oeranschl. zu 340 st. 49 kr. Lieferung von Baumaterialien, wie Mauersteine, Feldbrandbacksteine, Kalk und Feilgedotenes. I 330) Ein fast noch neuer Kleidcrschrank list billig zu verkaufen Hintergasse Lit. A. 57. Weäen „ ^elsyvtz. Stecken Eichen-Lrcheidholz, Flur Nr. nÄlftr. i/5ß4 18 Hofraithe auf dem Selters- „ Nadel- Wellen Buchen-Reisholz, id/u „ Radel- if 96 Nadel-Stämme mit 1038 Cubikfuß, 241 „ Stangen „ 408 Die Zusammenkunft ist im genannter. District, an der Gießener Grenze. Steinbach, den 19. Januar 1870. 6 Großherzogliche Bürgermeisterei Stembach. Horn. 9 „ 45 „ 27 „ ...... , 22 „ Schlosserarbeit,' ,, « 60/k™4 " Ober-Hörgern, am 19. Januar 1870. Grobherzogliche Bürgermelsterei Ober-Hörgern. 295) Donnerstag den 27. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Rathhause nachverzeichnete Bauarbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, als: Maurerarbeit an dem Schulhause, veranschlagt zu . . 26 st. Schreinerarbeit das., oeranschl. 304) Donnerstag den 27. d. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen in dem hiesigen Gemeindewalde, Di- strict Essigpfad, folgende Holzsortimente versteigert werden, als: 101 Stecken Buchen-Scheidholz, Prügelholz, B e k a il n t m a ch u n g. Bezugnehmend auf unsere Bekanntmachung vom 4. l. M. in Nr. 4 des AnHeblatts bringen wir hi^ werter^ o^nMchen Kenutuih, daß der Ankauf von neu» thei.s vier-. io** U^t""hn* u u ®arm|toM versteigert und wird &£M. 3a.». tW. K.°, EI Wch... Dr. \s) o l o ui u u ii. —— die evangelischen Schulvorstände zu Annerod, Burkhardsfelden, Ettingshausen, Gießen, Hattenrod, Heuchelheim, Münster, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Reiskirchen und Rodgen. Wir erinnern Sie wiederholt au Erledigung der Verfügung vom 7. September 1857. Dr. Goldman n. _____________ „ Bekanntmachung. Betreffend: Anmeldung und Prüfung der einjährig Kreiwtlltgen. C,n dem Abdruck der Bekanntmachung vom 7. d. Mts., in Nr. 7 und 8 des Gießener Anzeig-bl-tts von 1870, sind die Tag- für di- Prüfung der em- m 8"wnr otüä °"d,. gi Tr^'taa’ben 11* Söt SS^mibai853 g^eborene°n°Angehörigen des Grohherzogthums, sowie für sämmt- 3) $eC SS ..3 20 der Militär-Ersa^nstructiou im Großherzogthum gestellungspflichtig stnd. Vorstehendes bringen wir zur öffentlichen Kenntniß. . Gießen den 18. Januar 1870." Großh-rzogttch-s Kre. amt Güßen. p I. B>. 0- 5t- . Kekul , Kreisasseffor. __________________________________ weg, , unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, meistbietend versteigert werden. Gietzen, den 22. Januar 1870. Grobherzogliches Ortsgericht Gießen. Semmler, Ortsgerichtsmann. Arbeitsversteigerung. 323) Samstag den 29. Januar L I , Vormittags 10 Uhr, sollen auf hiesiger Bürgermeisterei die zur Erbauung einer Strecke Wegs nach Burkhardsfelden zu 301 st. veranschlagten Chausstr- arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden- Albach, den 30. Januar 1870. , Großherzogliche Bürgermeisterei Albach. I. A-: K- Schön, Bezirksbauaufsehcr- Holzversteigerung im Wiesecker Gemeindewalde. Holzversteigerung. 320) Freitag den 28^ d. Mts-, Vormittags 10 Uhr, soll in dem Watzenborner und Stemberger Gemeindewalde, Distncten Tnsch, Goldkopf und Pfalheimerwald, nachbenanntes ^°14'Stecken Eichen- u. Nadel-Prügelholz, 303/5 .. „ Stockholz, 3350 Wellen „ und Nadel-Reisholz, 26 Eichen-Stämme mit 351 Cubikfuß, 151 Nadel- ,, » 3114 „ 3 Birken- „ » » 45 Eichen-Stangen „ 122 „ 100 Nadel- „ ,, 408 » Die Zusammenkunft ist am 4-njO). Watzenborn, am 21. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Watzenborn Sch ä fer. ___________ I. A. : ft. Schöii, Bezirksbauaufseher. Holzversteigerung im Slei»bucher Gemeindewalde. Prügelholz, 11 ,, „ Stockholz, 1228 Cubikfuß Eichen - Stammholz bis 32 Zoll Durchmesser, 2 „ 90 „ 5 „ veranschlagt zu.....63 „ Steinbrechen, Fahren, Setzen, Zerschlagen und Einstemen der Steine zur Unterhaltung der Wege, veranschlagt zu 41 „ Eberstadt, den 20. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Eberstadt. K- Schön, Bezirksbauaufseher. Dienstag den 25. Januar Ausverkauf. 5 305) In Folge sehr großer Partiekäufe veran- = finite ich einen Ausverkauf. Es bietet sich hierdurch meinen ” geehrten Abnehmern Gelegenheit, geschmackvolle und d-solide Gegenstände bedeutend unter Preis zu ä kaufen. Der Verkauf findet zu festen Preisen gegen -Ad Baarzahlung Montag den 24 Januar bis Freitag ich D A 4. Februar Statt. Besonders aufmerksam mache den aus einen Posten Damenkleiderstoffe, worunter 6/» Gros- g® grain jaspe zu 11 fr. pr. Elle, 6/» Mohair f'aconne , D zu 14 fr. pr. Elle, % Batist perle zu 15 fr. pr. LA Elle, 6A eouleurte Alpaccas raye zu 16 fr. pr. Elle, ZA 6/t französische Jaeeonets zu 12V2 fr. pr. Elle, 6/» .L. Cattune zu 9, 10 und 11 fr. pr. Elle, rein Leinen pr. Stück von 56 Ellen zu 14 fl. und höher, Unterrockstoffe Z^zu 18 fr. pr. Elle, rothe wollene Bettteppiche zu 6 fl. A s pr. Stück, Vt rein leinene Taschentücher zu 2 fl. -2" 36 fr. pr. Dutzend, weiße Molls zu Kleidern zu 4 fl. " ä 15 fr. pr. Stück von 15V2 Ellen und höher, Burkins, = schwarze Tuche etc. # JVorifs Heichelheim, A Seltcrswcg C. 185. , ; 8 B t n ft O II Englisch-Patcnt-Waslhblau-Pckpicr, • j DI für Waschanstalten und Haushaltungen ein vorzügliches, billigstes und | = § keinen Niederschlag absetzendes Z D 11 Blaue - Material, 's, \ T Preis: pr. Paquet 5 fr. H Z Cnglisch-Patent-Wasch-Crystall, ä Paquet 31/2 fr., Ämerikan. Stärkeglanz, ä Tafel 12 fr., ernpfiehlt Carl Frech. ..I n s e r a S." 274) ZNaskenanzüge, seidene, wollene und baumwollene Dominos zu vermiethen, Larven, Gold- und Silberbesatz zu verfaufen; auch werden *A* ****«t> SD)fj AtiO, mehrmals H 800,000, kürzlich das grosse 8 Loos und jüngst am 90 I>e- K cemher schon wieder den g allergrössten Haupt - £>e- | w inn in tiiessen ausbezahlt B habe. |^äÄur Bestellung meiner D M irkliehen <> r i ginal- H ^8 Staats - Loose bedarf es P der Bequemlichkeit halber keines |» iSSä Briefes, sondern man kann den ' p Auftrag einfach auf eine Post- | Eeinzahlungskarte bemerken. S Dieses ist gleichzeitig bedeutend ä billiger alsPostvorschuss. Meine Geschäfts-Devise ist: I „Gottes Segen bei Cohn !“ j | Laz. Sams. Cohn in Hamburg, \ JS Haiapt- foniptoir, Bank- und I B Wechselgeschäft. (280) j 262) Die Schäferei-Besitzer in der Gemeinde Dorf-Gill beabsichtigen, Mitte Februar einen guten Schäfer anzustellen. Reflectanten wollen sich bei dem Salzmeister Michael Sames melden. 285) Auf das Comptoir eines Hiesigen Fabrikgeschäfts wird ein junger Mann mit den nöthigen Vorkenntnisien in die Lehre gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bl. 84) Ein Mädchen vom Lande wird zu alsbaldigem Eintritt in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. Lehrer-Confereuz in der zweiten Schule zu Lollar Mittwoch den 26. Januar, Mittags 12 Uhr. Gemächlichkeit. 283) Um etwaigen Jrrthümern vorzubeugen, bringen wir hiermit zur Kenntniß, daß unser diesjähriger Ball schon Samstag den 29. d. Mts. stattfinden wird. _________________Der Vorstand. Mechaniker gesucht! 257) Auf sogleich ein Gehülfe für mathematische Instrumente und Waagen. Göttingen. C. Rumann. Hamburg, Berlin, Basel, Wien, Leipzig, Stuttgart, Zürich, St. Gallen, Genf, HAASENSTE1N& VOGLER Zeilungs-Annoncen-ExpeditioiL in Frankfurt am Main, grosse Gailusstrasse 1, im 1. Stock. Neuerwall, 50 ; Leipzigerslrasse, 46 ; Steinenberg, 29; Stadt, Neuer Markt, 11 ; Markt, 17, Königshaus; Kronprinzstrasse, 1 B ; Elsassergasse, 1 ; Obere Grabenstrasse, 13 ; Place du Molard, 2. fhen| ie I lhn-j kaufen en <>00. »00. *00. ■OOOmal W 81.1 ran- g Loos j ’essen), I inal-8 ran- j »ses^ iiUNg.s k«1enz innel allste! Mrl antie 11* an t und das lleh- ehreren send tref- 000, ehrmals rosse ). De-] r den] -tie-| zahlt! •inerl n a 1 -1 Aart es! eines] ann den] Post-I merken. I itendl huss | )hn!“| nburg.l ik- und] 280 g i der 1, Mitte n,»stellen. Salzmei- tz hiesigen Wann mit die Leüre ped- d- Äl- --— wird M gesucht. Ns. BJ Mittwoch n vorM Kenntmv, ion Sam- mirb. cstand^ t>t ■, für en irtiflun* gler >dilion- aiu, lock- 46; ^13; I, 2. Z Großer Maskenball M. der f Geselischnft „Eittigkeit" <1. im Leib'scheu Saale ‘^Swy am 13. Februar. Anfang halb 8 Uhr. ‘ k Karten hierzu ä 48 fr. sind bei den Herrn Gastwirth Krämer im Löwen und Christi an aafe*~ Orbig, Schloßgasse Nr. 4, zu haben- Der Vorstand. § Stadt Venediger Lire 30 Loose. Die nächsten 5 Ziehungen dieser Anleihe finden im Jahre 1870 statt, am: 31. Januar, 30. April, 30 Juni, 30 September und 30 November. Gewinne von Lire 100,000 - 50,000 - 2mal 25,000 — 2000 — 1500 — 1000 re. bis abwärts Lire 30 — müssen in obigen Ziehungen gewonnen werden (Die Einlage kann nie verloren gehen, da jedes Loos früher oder später mit mindestens Lire 30 zurückoerloost werden muß.) Pläne gratis, und Loose ä fl. 113/« empfehlen Mo; 'iz' Stiebei Söhne, Bank- und Wechsel-Geschäft in Frankfurt a. M. Epileptische Krumpfe (Fallsucht) heilt brieflich der Specialarzt für Epilepsie 2)oct O. KilliscBi in Berlin, Mittelstratze 6. — Bereits über Hundert geheilt. (201)WUW« Herzoglich Braunschweigisches Staats - Präinlen - Aaileheai. Thlr. 20. — Loose 4 Ziehungen im Jahre mit Treffern von Thlr. 80,000, 40,000, 30,000, 25,000 etc. Nächste Ziehung i. Februar mit Haupttreffer von Thlr. 80,000 werden als billige Kapitalanlage empfohlen und sind bei allen Wechslern zu habe 325) Für die Vaterländische Feuer - Versicherungs - Actien- Geselllchast zu Elberfeld vermittelt der Unterzeichnete Versicherungen gegen Feuers- und Explosionsgefahr zu billigen und festen Prämien. F Hoffmann. Firma: Earl Hoffmann. Im Saake des (Safe Leib. 333) Donnerstag den 27 Jannar. (9?iir diese eine Aufführung.) 0 p 6 r n = f) c s n n g, Instrumental - und dramatische Aufführung mit 2 Salon -Scenen: Die Ehestands - Excrcitien einer Unvermählten, dann: Der beste Pantoffel, — veranstaltet von der Hofopern - und Kammersängerin Frau Haagn (ehemalige Schülerin der Gräfin Rossi, früher Henriette Sonntag), unter mehrseitiger Mitwirkung der Schauspielerin Fräulein Broche aus Wien, sowie der Militärmusik des II. Infanterie-Regiments , unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn Reifert. Erste Abtheilung: 1. Ouvertüre zur Oper: Titus für Orchester, von Mozart. 2 Italienische Bravour-Arie: II Barbieri di Seviglia (e cento trapoli etc.) di Rossini, gesungen mit Orchester-Begleitung von Frau Haagn. 3. „Die Post", Sopran von Schubert, gesungen mit Posthorn- und Quartettbegleitung, gesungen von Frau Haagn. 4. Finale aus der Oper: „Nebucadnezar", von Verdi 5. a. Mazurka von Chopin, b. A Dierndel und Jagabua (ein Mädchen und ein Jägerbursche), Coupletlied von Hölzl. Ersteres gesungen in polnischer Sprache, letzteres im Wiener Dialekt von Frau Haagn. Zweite Abtheilung: 6. Ouvertüre zur Oper: „Weiße Dame"- 7. Die Ehe- stands-Exercitien einer Unvermählten, von Genäe. 8. Das Gebet der Elisabeth, Arie aus der Oper: „Tannhäuser", von Wagner. 9. a. 20, 30, 40, humoristische Decla- mation von Castelli, b. Wie sieht der Teufel aus? Burleske von "M Saphir, vorgetragen von Fräulein Broche. 10. a. Si vous navez rieu ä ine dire, Paroles de Victor Hugo, musiquo de Gounod. b. Csärdäs, ungarisches Nationallied von Franz Liszt Ersteres gesungen in französischer, letzteres in ungarischer Sprache von Frau Haagn. 11. Der beste Pantoffel, von Jacobson. 12. Morgenständchen der Vögelchen: Lerche, Sperling, Fink und Nachtigall, Coupletlied von Saphir, Musik von Soupe, gesungen mit Streichquartett und obligater Flötenbegleitung von Frau Haagn. Billets zu nummerirten Plätzen ä 36 fr., zu nicht nummerirten Plätzen ä 24 fr. sind vorher in den Univ-Buchhandlungen von Ferber und Heinemann, sowie Abends an der Kasse zu haben. Gallerie-Billets nur an der Kasse ä 18 fr. Anfang 8 Uhr. Casseöffnung 7I/2 Uhr. Ende 10 Uhr. F e u i 1 l c t o ii Die Geheimnisse einer jungen Mamsell. (Fortsetzung.) — „Ja, bei meinem Lehrer und — auch hier tm Hause," sagte Konrad. — „Wie, hier im Hütet?" erwiederte Clara. — „Oben neben meinem Zimmer ist eine helle Kammer, worin altes Gerümpel aufbewahrt wird. Ich habe dazu den Schlüssel. Das Gerümpel habe ich zur Seite geschoben unv mir dort ein kleines Atelier eingerichtet, wo ich die Stunden des Tages zubringe, die ich mir im Geschäfte des Vaters abmüs- hgen kann. Vor Allem aber benutze ich im Frühling, Sommer und Herbste die frühen Morgenstunden. Mit dem Auszange der Sonne springe ich aus dem Bette, kleide mich schnell an und schlüpfe in mein Atelier, und während Ihr Alle Euch noch dem Schlummer hingebt, male ich und träume von glücklichen Zukunftstagen! Wer weiß, ob meine Träume nicht eitel sind ob ich sie jemals erfüllt sehen werde!" „Du wirst sie erfüllt sehen, guter Konrad," rief Clara lebhaft, „und hoffentlich bald, recht bald. Doch nun komm und führe mich geschwind in Deine Künstlerwerkstatt hinauf." — „Gern, liebe Clara, aber erlaubt es auch Deine Zeit! —" — O, ein Viertelstündchen habe ich schon noch übrig. Warte, ich muß nur erst —" Sie schlüpfte zur Thür hinaus und befahl den Kellnern, die Frühstückstische zu serviren. \ Schnell kehrte sie zu Konrad zurück: — „Nun komm, Du verzagter Kunsteleve." Beide stiegen bis zum letzten Stock empor. Dort am Ende des Korridors lag Konrad's Schlafzimmer und daneben war die bezeichnete Kammer. Der junge Mann schloß auf und trat mit Clara hinein. , „Nun sollst Du sehen, Cousinchen, und urthetlen, ob Du mich für fähig hältst, mehr als Gewöhnliches in Zukunft in meiner Kunst zu leisten." Er holte mehrere Bilder aus der Ecke hervor und stellte sie vor Clara in günstigem Lichte auf die Staffelei. Das Mädchen betrachtete sie mit scharfem Blicke. Der ihr angeborne Kunstgeschmack unv die Kenntnisse, die sie selbst ui der Zeichenkunst befaß, ließen sie erkennen, daß diese Bilder mehr als die Schöpfungen eines bloßen Dilettanten waren. Es waren kleine Genrebilder, auf die das Auge traf, aber in Allem lag Idee und Charakter und richtige Zeichnung, und die Wahl der Farben, Anordnung der Gruppen verntthen bedeu- tendes Talent. „Nun, Clara, was sagst Du?" fragte der WirthSsohn. Die Cousine reichte ihm die Hand. „Ohne Dir zu schmeicheln, lieber Konrad," versetzte sie, muß ich doch gestehen, daß Deine Bilder meine Erwartungen übertroffen haben. Ja, Dein Talent soll nicht hier verkümmern. Deine Eltern müssen Deinem Wunsche willfahren und — sie werden es auch, wenn man nur die rechten Mittel anwendet, ihnen Vie Ueberzeugung beizubringen, daß in Dir wirklich Vie Anlage zu einem Künstler steckt." — „Und wüßtest Du solch ein Mittel, Clara?" — „Ich denke ja. Mit Viesen Bildern, so hübsch sie auch ersonnen und ausgeführt sind, läßt sich doch die Einwilligung der Eltern zu Deiner beabsichtigten Künstlerearriüre nicht gewinnen. Du mußt — sage mir, hast Du schon PortraitS gemalt?" — „Ich habe den Versuch gemacht und er ist ziemlich glücklich ausgefallen. Wenigstens behauptet mein Lehrer, daß ich seine jüngste Tochter, ein liebliches Kind von zehn Jahren, getroffen habe." — „Herrlich, dann haben wir Hoffnung, balv zum Ziele zu kommen." — „Wie meinst Du das, Cousine?" „Du mußt zwei große Oelbildcr heimlich malen, Deinen Papa und Deine Mutter. Wenn sie Dir auch nicht sitzen können, so wirst Du sie doch zu treffen im Stande sein, da ihre Züge Dir nicht bloS täglich vor die Augen kommen, sondern auch lebendig vor Deiner Phantasie stehen. In acht Wochen ist der Hochzeitstag Deiner Eltern, der jedes Jahr festlich begangen wird. Dann wird Dein Bild, wenn es Dir gelingt, bekränzt, im Golvrah- men in ihrem Zimmer aufgestellt. Sie werden hocherfreut fein und nach dem Maler fragen, der ihnen heimlich die Freude bereitet hat. Dann die Entdeckung, und das Uebrigc wird sich dann auch finden." „O, Vas ist eine köstliche Idee!" rief Konrad froh bewegt, Clara umarmend. „Wohlan, ich will keine Zeit verlieren. Morgen früh beginne ich die Arbeit; die Liebe zu meinen guten Eltern unv Vie Begeisterung für meine Kunst werden meinen Pinsel führen, und die Ähnlichkeit wird nicht fehlen. Ach, Clara, liebe Clara, Du bist und bleibst doch der gute Engel unseres Hauses! Nach Vieser Unterredung kehrten Beive zu ihren gewöhnlichen TageSge- schäften zurück. Für diesen Tag, vachte Clara, habe ich genug an den mir anvertrauten Geheimnissen. Drei Personen verlangten Beistand und Hülfe von mir. Nun, jede soll nach Verdienst bedient werden, soweit es in meinen Kräften steht. Aber das gute Mädchen irrte sich. Ihr Bestreben, Menschenkenntniß tyu erlangen, sollte noch an demselben Tage zu ihrem größten Leidwesen bereichert werden. Als die Zeit der tadle d'höte herankam, erschien auch Adolph, der älteste Sohn des WirtheS, um sich mit an die Tafel zu setzen. Clara, die gleichfalls Platz genommen, warf zufällig einen Blick auf den jungen Mann. Sein Aussehen an diesem Tage machte bestürzt. War er plötzlich krank geworden, oder ihm irgend eine Kränkung, ein Aerger in seinem Geschäfte zugefügt? Seine sonst so blühende Gesichtsfarbe hatte sich in eine auffallende Blässe verwandelt. Seine Augen irrten unstät umher unv mehrere Male sah Clara ihn angstvolle Blicke nach der Stelle hinwerfen, wo seine Eltern saßen. Sonst immer gut bei Appetit, rührte er die schmackhaft zubereiteten Speisen kaum an, stürzte aber ein Glas Wein nach dem andern hinunter, als wenn er eine heftige innere Erregung durch den Geist des Traubensaftes gewaltsam betäuben wollte. Da jeder von den Gästen, Damen wie Herren, mit sich selbst beschäftigt war und Herr und Madame Stiller am äußersten Ende der Tafel und daher ziemlich entfernt von diesem Sohne saßen, so wurde das seltsame Aussehen und das Benehmen des jungen Mannes von Niemandem als von Clara bemerkt. Diese aber ließ ihn während der Tischzeit nicht aus den Augen, da sie ihm, wie Konrad, seinem Bruder, schwesterliche Zuneigung schenkte. Noch ehe der letzte Gang herumgereicht worden, stand jAdolph vom Tische auf und verließ den Speisesaal mit hastigen Schritten, die Thür heftig hinter sich zuwerfend. Jetzt hatte auch Clara keine Ruhe mehr am Tische. Sie erhob sich Icife, ohne Vie Gäste zu stören, und schlüpfte auf den Flur hinaus, wo sich das Cabinet des Portiers befand. (Fortsf. folgt.) Politische R u n - 1 ch 21. Januar. Allen Gerüchten von etwaigen Concessionen von Seiten des Königs Georg an die preußische Regierung tritt nachstehende in der „D. Vollsztg." enthaltene, wohl officiose Erklärung aus's Bündigste entgegen : „König Georg hat nie daran gedacht und denkt nie daran, mit Preußen zu verhandeln; er hält vielmehr fest an seinem Rechte und der festen Zuver» sicht, daß dieses Recht auch zum Siege gelangen werde. Träte er auch nur wegen eines Titelchens mit Preußen in Verhandlung, so würde er sich dieses Rechtes begeben, und König Georg V. begibt sich nie eines Rechtes, am wenigsten eines ihm unbestreitbar zur Seite stehenden. Dies weiß auch jeder Hannoveraner." Das „Journal de Rice" gibt aus dem Briefe einer Person, welche der Familie des Prinzen Peter Bonaparte ganz nahe steht, sehr bestimmte und zum Theil neue Angaben über den Ursprung und Verlauf des Vorfalles zu Auteuil. Der Prinz hatte sich in einem Schreiben an einen Herrn de la Rocca in sehr starken Ausdrücken über gewisse corsische Demokraten ausgesprochen; er meinte zunächst die Redac- teurS des corsischen Blattes, „la Revanche", hatte sie aber nicht genannt und auch nicht das Blatt selbst. Darauf erschien in der „Revanche" ein Artikel -von Herrn Tommasi voll der größten Injurien gegen den Prinzen, worauf dieser beschloß, durch Vermittlung der Herren Paul de Cassagnac und de la Rocca den Tommasi herauSfordern zu lassen; das Duell sollte zu Nizza Statt finden. Damit schien die Sache ge-' ordnet, als am Abend desselben Tages der Artikel der „Revanche" in der „Marseillaise" erschien mit beleidigenden Zusätzen von Rochefort, worauf der Prinz den bekannten Brief an Rochefort schrieb und dessen Secundanten erwartete. Am Montag nach dem Frühstück befand sich der Prinz mit seiner Familie im Salon, als zwei Herren gemeldet wurden. Der Prinz glaubte, daß es die erwarteten Secun» beinten Rochefort's seien; er ging, um sich anzukleiden; die Prinzessin zog sich mit den Kindern in ihr Zimmer zurück; die Herren wurden in den Salon geführt. „Als der Prinz aus seinem Zimmer in den Salon eintrat, kamen die beiden Personen ihm entgegen und überreichten ihm einen Brief. Der Prinz trat an's Fenster, um zu lesen, als er aber die Unterschrift sah, sagte er: „Das ist ja nickt von Herrn Rochefort." Darauf trat Herr Victor Noir auf ihn zu und sagte mit frechem Tone: „Wenn auch; lesen Siel" worauf der Prinz erwiedcrte, indem er den Brief zerknitterte: „Er ist so gut wie gelesen. Ich schlage mich mit Herrn Rochefort, nicht mit feinen Handlangern!" Auf dieses Wort gab ihm Herr Victor Noir eine Ohrfeige, während Herr Ulrich de Fonvielle, der etwas entfernter stand, mit einem Revolver auf ihn anlegte, vermuthlich um ihn in Respekt zu halten und ihn zu verhindern, seinen Geg. ner wieder zu schlagen. Unter dem Eindrücke dieser Beschimpfung und dieser Drohung zog der Prinz seinen Revolver und schoß auf den nächsten seiner Gegner." 22. Januar. Der „Allg. Ztg." wird aus Belgrad geschrieben: Die Pforte sendet fortwährend neue Truppen nach den montenegrinischen Grenzpunkten. Nach ziemlich glaubwürdigen Berichten soll die Stärke der osmanischen Armee, welche in Scutari, Durazzo und anderen Grenzorlen ihre Ausstellung genommen, sich auf 35,000 Mann beziffern. Dieses Corps soll Derwisch Pascha unterstellt werden, der im Nus eines tüchtigen Generals steht. Wenn man am Bosporus vielleicht die Abficht hegt, durch eine militärische Demonstration Concessionen vom Fürsten Nikita in der Grenzregulirungssrage zu erlangen, so irrt man sich. Montenegro kann es jetzt getrost auf einen Waffen- tanz mit der Türkei ankommen lassen, da es nicht nur selbst gut bewaffnet ist, sondern auch auf die Herzegowiner bauen kann. Lopez hat mit 5000 Mann und 15,000 Indianern Stellung genommen. Ein Angriff auf die gegenwärtige Position scheint unmöglich. 23. Januar. Der Berliner „GerichtSztg." geht aus Brüssel nachstehende Mittheilung zu: Soeben ist hier eine, wie man sagt, aus der hiesigen französischen Ambassade (?) stammende Broschüre erschienen, welche den Rheinkrieg gegen Deutschland predigt. Sie führt den Titel: „Fran^ais au Rhin !!! A FEmpereur Napoleon 111. pr. Mr. T ...“ In Bologna fand am 19. bei der Beerdigung eines Garibaldianers eine große republikanische Demonstration statt. Die Redner sagten, ras ehrenvollste Denkmal für den Todten wäre das Grabmal des letzten Königs und des letzten Papstes; für Italien bringe nur die Republik Heil. Eine interessante Thatsache ist es, daß die russische Regierung, allerdings vorläufig nur, in ganz vertrau- licher, unverfänglicher und freundschaftlicher Weise, in Konstantinopel einige Bemerkungen fallen ließ Über die unausgesetzten starken Truppenconcentrirungen in den an Dalmatien und Montenegro grenzenden Gebieten, eine Truppenansammlung, die mit dem Zwecke der Grenzbesetzung, zu welcher die Pforte sich gegen Oesterreich verpflichtet habe, in keinem rechten Verhältnisse stehe, somit einer militärischen Demonstration gegen Montenegro ähnlich sehe. Preußen. Bonn, 13. Jan. Das Verlangen des Herrn Ministers, daß an der hiesigen Universität, künftighin und bis auf Weiteres alle Duellanten sollten mit Relegation ^bestraft werden, konnte den UniversitötSbehörden angesichts deS wirklichen SachverbaltniffeS nicht als gerechtfertigt erscheinen, tvefr halb sie sich denn auch nur dazu entschlossen haben, auf die Mensuren ohne Kopfbedeckung jene Strafe der Ausschließung zu setzen. Letzteres ist den Corps und den Verbindungen bekannt gegeben worden. Oesterreich. Wien, 18. Jan. Beust wurde interimistisch mit der Leitung des Reichsfinanzministeriums betraut. — Minister Giökra empfing die Deputation, welche eine große Wiener VertrauenSadresse (mit mehr als 25,000 Unterschriften) überreichte. Er dankte derselben, indem er auf den hohen Werth solcher Manifestationen hinwieS, namentlich wenn sie der freie unbeeinflußte Ausdruck selbstbewußter Bürger sind, und versprach, die Adresse dem Kaiser und dem Mintsterrathe vorzulegen. Re ich en berg, 18. Jan. Der Redacteur und Socialdemokrat Scheu wurde Nachts hier verhaftet. Infolge dessen war eine massenhafte Arbeiteransammlung vor dem Gesangnisse zur Befreiung deö Jnhaftirten. Die Ruhe wurde durch die Sicherheitsorgane wieder hergestellt. Re ich en berg, 19. Jan. Heute Vormittags erneuerten die Arbeiter die Zusammenrottungen und erhielten besonders starke Zuzüge vom Lande. Da die städtischen Sicherheitsorgane und die Gendarmerie zur Räumung und Absperrung der Straßen nicht mehr ausreichten, so rückte Militär aus. Bei der hierauf erfolgten Räumung des Hauptplatzes wurde durch die zufällige Entladung eines Gewehres ein Arbeiter getödtet. Es wurden mehrere Arretirungen vorgenommen. Nachmittags war die Ruhe wieder hergestellt. Die Arbeiter wollen auf einen Vergleich eingehen. Das Militär ist größtentheilS in die Kasernen zurückgekehrt. Scheu wurde wegen Uebertretung des Gesetzes über das Versammlungsrecht vom Bezirksgerichte zu vierwöchentlichem Arreste verurtheilt. Er ist auf freien Fuß gesetzt und nach Wien abgereist. Cattaro, 16. Jan. Ein Theil der nach Montenegro Geflüchteten aus Pobory, Braic, der Maina und Zuppa, die größtentheilS nicht an den letzten Ereignissen betheiligt gewesen sind, sind gestern Abend zurückgekehrt, legten ihre Waffen nieder und drückten ihre Treue und Unterwerfung aus, wo ihnen daun die Allerhöchste Amnestie verkündigt wurde. Bei diesem Anlasse brachen dieselben in die lebhaftesten Ziviorufe für Se. Majestät aus. Krakau. Ein Statthalterei-Dekret fordert den Convent des CarmeliterinnenklosterS auf, die zur Unterbringung im Spitale der an totaler Sinnenverwirrung unheilbar leidenden Barbara Ubryk erforderlichen Kosten zu entrichten. Frankreich. Paris, 18. Jan. Während der heutigen Sitzung des gesetzgebenden Körpers entstand ein lebhafter Streit zwischen dem Minister Ollivier und dem Deputirten Gambetta, der aus den gestrigen Worten OllivierS Veranlassung nahm, demselben einen Wechsel seiner politischen Ansichten vorznwerfen. Gambetta äußerte sich dabei so heftig, daß er vom Präsidenten zur Ordnung gerufen wurde. Die .Rammet diScutirte im späteren Verlauf ihrer Sitzung die Handelsfrage. — Man versichert, die gerichtliche Verhandlung gegen Rochefort werde nächsten Samstag zur Entscheidung kommen. Paris, 19. Jan. Der Deputirt« Raspail (dessen Todesnachricht verfrüht war) ist noch immer sehr krank. — In den ausgedehnten Eisen- und Maschinrnwerken zu Creuzot bat eine allgemeine Arbeitseinstellung stattgefunden. Gegen 10,000 Arbeiter feiern. Der Präsident Schneider (Eigentümer der Werke) reist noch diesen Abend nach Creuzot. Paris, 19. Jan. Rocheiort ist auf nächsten Sonnabend vor die Strafkammer (Tribunal correctionnel) geladen. Paris, 19. Jan. Traupmann ist nm 7 Uhr vor dem Gefängnisse La R> quette hingerichtet worden. Derselbe leistete einigen Widerstand. Als er auf das Schaffot stieg, umarmte er den Geistlichen und sagte: „Sagen Sie dem Herrn Claude, daß ich darauf bestehe, Mitschuldige zu haben." Eine große Menschenmenge wohnte der Hinrichtung bei; die Menge brüllte vor und nach der Hinrichtung. Unordnungen kamen nicht vor. Paris, 20. Jan. In der heutigen Sitzung des gesetzgebenden Körpers verlangten mehrere Redner, rndem sie auf die scaudalösen Austritte bei der Hinrichtung Traupmann's hinwiesen, daß künftighin die Hinrichtungen innerhalb der Gefängniß- mauern stattfinden sollten. Der Minister wird sich morgen über diesen Punkt erklären. Der Deputirte Simon kündigt an, er werde einen Gesetzentwurf beantragen, der die Abschaffung 1 der Todesstrafe verfügt. — Aus Creuzot trafen heute Nach- j richten ein, welche melden, daß die Arbeitseinstellung der dor- i tigen Bergleute fortdauert, ohne daß Ruhestörungen vorgekom- men. Die Arbeiter verlangen Rücktritt deS DirectorS der Be- ‘ triebö.Werkstätten und Wiederannahme aller entlassenen Ar- • beiter Paris. Zur Characteristik des Mörders Bonaparte bringen ' die Blätter folgende Mitteilung: Den bei der Biographie deS Prinzen Peter angedeuteten römischen Affair.n legt man ganz mit Unrecht einen politischen Character bei. Seine Verhaftung in Rom wurde nicht durch eine Conspiration gegen die päpst, liebe Regierung, sondern durch ein genierneS Verbrechen veranlaßt. Im Verein mit seinem Bruder hatte er nämlich einem jungen Mädchen von Musignano Gewalt angethan. Der Bruder desselben, der seine Schwester retten wollte, wurde von den beiden Bonapartes aus einem Hinterhalte ermordet. Ein Capi- a u. tän der Carabinieri, der Marquis Zerlucchi, wurde requirirt, um die Schuldigen zu verhaften. Peter verlangte die Kleider wechseln zu dürfen, ging in ein Nebenzimmer, ergriff eine Pistole und erschoß den Capitän, sowie einen Wächter. Trotzdem wurde seine Verhaftung auSgeführt und er zum Tode verurtheilt. Das Urtheil wurde in Gefängniß umgewandelt und er nach achtzehnmonatlicher Haft auf der Engelsburg vollständig entlassen. Italien. Rom, 19. Jan. Die heutige Sitzung der deutschen Bischöfe verlangte als Vertreter wichtiger Theile der Christenheit, bei der Abstimmung die Zahl der Diöcesanen zu berücksichtigen, sonst würden sie abreisen; die Discussion toar sehr lebhaft. Die clericalen Kreise find in großer Aufregung. Portugal. Lissabon, 16. Jan. Die brasilianische Post auö Rio de Janeiro vom 24. December berichtet in Bestätigung früherer Nachrichten über Paraguay, daß Lopez in den Wüsten von Bacaria umherirre, Der Krieg ist beendigt. Rußland. Petersburg. Am 14. Januar hat Großfürst Aleris sein 20. Lebensjahr vollendet und dabei, für großjährig erklärt, in großer Feierlichkeit „dem regierenden Kaiser und dem Vaterlande" den Eid der Treue geleistet, so wie „bie Aufrechthaltung der Thronfolgerechte und der Familienordnung beschworen". Während der Ceremonie wurde mit allen Glocken der Hauptstadt geläutet und von der Citadelle ein Salut von 301 Kanonenschüssen gegeben. Am Abend war die Stadt, laut Programm, festlich erleuchtet. Asien. Der Plan einer Eisenbahn nach Deddo ist wieder- angeregt worden und die japanische Regierung steht mit einem belgischen Hause in Unterhaltung über die nöthigen Lieferungen. Auf der Insel Sikoda ist ein japanischer Beamter von höherem Range von seinen Untergebenen ermordet worden, und zwar aus Neid, weil er kürzlich von dem Mikado aus niedriger Stellung zu seinem hohen Range befördert worden war. Vermischtes. Bern, 12. Jan. Nach dec „St. Galler Ztg." ist die Be- volkerung deS Oberrheinthals durch ein furchtbares Verbrechen in Aufregung gesetzt. Oberhalb Marbach unweit dachte dieselbe noch einmal die schon bewährte Volubilität der Stimme und Sicherheit deS dramatischen VortragS zur Geltung, sowie Fräulein Broche, welche durch ihr anmnthigeS und zugleich neckisches Spiel und Declamationsvortrag alle Anwesenden in die heiterste Laune versetzte. Redaciion, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Drucker ci (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.